Beiträge von Gregor

    Laut Herrn Brug von "Die Welt" sollte man sich diese fünf Baritone merken: Benjamin Appl, Andrè Schuen, Samuel Hasselhorn, Konstantin Krimmel und ... Rafael Fingerlos!


    Dass die Karriere von Appl stagniert ist mir nicht bewusst. Vielleicht liegt das tatsächlich daran, dass er mit der Oper bisher gefremdelt hat. Schuen, Hasselhorn und besonders Fingerlos haben hier ja schon reüssiert.

    Von Konstantin Krimmel habe ich noch nichts gehört. Ein Name der mir neu ist.



    Diese fünf Baritone sollten Sie sich merken



    Gregor

    383.pngWenn von Frank Hoffmann die Rede ist, wird in erster Linie von seiner Tätigkeit als Moderator der TV-Sendung Trailer gesprochen.

    Natürlich habe ich ihn als Jugendlicher auch durch die Sendung und seine tolle Präsentation kennengelernt. Ganze Generationen wurden durch ihn zu Kinointeressierten.

    Aber man darf nicht vergessen, dass der gebürtige Deutsche in erster Linie ein Schauspieler gewesen ist. Und noch dazu ein ganz hervorragender!

    Er war Mitglied des Wiener Burgtheaters, spielte bei den Salzburger Festspielen und auch an einer Reihe von deutschen Bühnen und hatte Gastauftritte an der Wiener Volksoper, der San Francisco Opera sowie der Oper in Tokio, und er trat auch in Filmen auf.


    Der Mann hatte Charisma, besaß eine unglaubliche Bühnen- und Bildschirm-Präsenz, und er hatte natürlich diese herrlich sonore Stimme.

    Ein Timbre, dass auch in Radiosendungen bei Ö1 begeisterte.

    Er gehörte noch zu der Generation von Schauspielern die so deutlich sprechen konnten, dass man einfach jedes Wort verstanden hat. Heute ja keine Selbstverständlichkeit mehr.


    Als ihm der große Attila Hörbiger kurz vor einem Auftritt in Nathan der Weise das Du-Wort angeboten hat, fühlte er sich derart geehrt und ergriffen, dass er kurzfristig seinen Text vergaß.


    Im Film spielte er an der Seite von Jean-Paul Belmondo und im TV waren Senta Berger oder Christiane Hörbiger seine Partnerinnen.


    Er war mit seiner Kollegin, der Burgtheater-Schauspielerin Else Ludwig seit 1966 verheiratet.



    Gregor

    Die Wiener Staatsoper hat ein interessantes Interview mit ihm bzw. ein liebevolles Portrait über ihn während seiner Ensemblezeit gemacht, da sieht und hört man einige Partien die er in dieser Zeit an der WSO gesungen hat. Aber ob der Britten seiner Stimme gut tut? Ist das ein Repertoire das überhaupt gut für eine Stimme sein kann? Aber das hat er wohl nur gesungen weil es zu seiner Ensembleverpflichtung gehörte. Den Barbier mit Florez habe ich leider verpasst. Die Rolle steht ihm stimmlich schon sehr gut.





    Videos gesamter Opern im Netz sind mir nicht untergekommen. Auf Youtube gibt es immerhin die Arie des Harlekin aus der Ariadne.

    Im Moment eine ganz wichtige Partie für den Sänger, mit der er kürzlich auch sein Debüt an der Mailänder Scala gegeben hat.




    Gregor

    Dass Alfred nun Mozart ins Spiel gebracht hat, bringt mich zur ersten Arien-CD die Rafael Fingerlos Ende 2021 herausgebracht hat. Die widmet er nämlich seinem Lieblingskomponisten (neben Schubert).


    Auf Rafael Fingerlos - Mozart Made in Salzburg wartet er übrigens mit der Cabaletta des Grafen Almaviva aus Le nozze di Figaro - in der Wiener Fassung von 1789 - sogar mit einer absoluten Rarität auf.



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    Gregor

    Fingerlos-Rafael-03[Jun2013].jpgRafael Fingerlos wurde am 31. August 1986 im salzburgischen Tamsweg in Österreich geboren.


    Fingerlos entstammt einer Musikerfamilie. Gemeinsam mit seinen Eltern und seinen Geschwistern bildet er die Formation Familienmusik Fingerlos, in welcher er die diatonische Ziehharmonika spielt. Er komponierte für die Familienmusik auch eigene Volksmusikstücke.


    Auch als Sänger in einer Rockband war er aktiv. Hier wollte er seine Stimme verbessern und so nahm er Gesangsunterricht. Dabei fiel seine gute Stimme einer Gesangslehrerin auf, die ihn schließlich zu Gesangswettbewerben schickte.


    Er kam nach Wien wo er 2011 ein Bachelor-Gesangsstudium mit Auszeichnung abschloss. 2013 erfolgte ein Masterstudium, ebenfalls mit Auszeichnung.


    Der Bariton besuchte Meisterkurse bei Angelika Kirchschlager und Helmut Deutsch.


    Fingerlos' Begabung für den Liedgesang führte zu großen Erfolgen bei diversen Gesangswettbewerben:


    Prima La Musica (mehrmaliger Preisträger)

    Fidelio-Wettbewerb 2012 (Preisträger)

    Musica Juventutis 2013 (Gewinner)

    Brahms-Wettbewerb 2013 (Preisträger)

    Franz-Schubert-Liedwettbewerb 2014 (Erster Preis und Publikumspreis)


    Es folgten Auftritte im Wiener Konzerthaus und im Wiener Musikverein, im Linzer Brucknerhaus oder im Herkulessaal in München.


    Durch das Young Singers Project der Salzburger Festspiele gelangte er schließlich auf die Opernbühne.

    2016 trat Fingerlos dem Ensemble der Wiener Staatsoper bei und übernahm dort eine Vielzahl an Rollen, darunter Harlekin in Ariadne auf Naxos, Dr. Falke in Die Fledermaus, Belcore in Der Liebestrank, Figaro in Der Barbier von Sevilla und natürlich seinen vom Publikum bejubelten Papageno.


    Es folgten Debüts an der Semperoper Dresden, am Teatro Real Madrid oder an der Mailänder Scala.

    2020 ließ er die Ensembletätigkeit in Wien hinter sich, um als freischaffender Sänger zu arbeiten.


    Auch wenn der österreichische Bariton sein Repertoire mit Opernpartien erweitert, ist es doch der Liedgesang der besonders in seinem Fokus steht. Hier ist sein Repertoire breit gefächert. Neben Schubert, Schumann, Strauss oder Brahms wandelt er aber auch gerne abseits des Mainstreams und singt Lieder von Peter Cornelius, Max Bruch, Robert Fürstenthal oder Alma Mahler.


    Liederabende führten ihn auch nach Salzburg, Köln, München, Zagreb, London, Mailand, Florenz oder Nizza. Gastspiele gab er zudem bei der Schubertiade in Vorarlberg, beim Luzern-Festival oder in der Tonhalle in Düsseldorf.


    2016 gehörte er zu einer Reihe von Künstlern die an einer CD-Aufnahme von Bach’s Lutherkantaten beteiligt war.


    Seine erste offizielle Solo-CD erschien im Januar 2017 und war Liedern des Komponisten Robert Fürstenthal gewidmet.


    Im Herbst desselben Jahres erschien sein zweites Lieder-Album Stille und Nacht.

    2020 folgte das Album Fremde Heimat.


      


    2021 erschien eine CD mit Liedern von Max Bruch.


    Auf allen bisher erschienenen Alben wird er am Klavier von Sascha El Mouissi begleitet, der sich als hervorragender Pianist für Rafael Fingerlos herausgestellt hat und im Verbund mit dem Bariton ein feinsinniges Doppel bildet.



    Gregor

    Sehr schön ist die Gestaltung der CD-Cover. Männliche Künstler erscheinen in einem blauen Design, weibliche in einem roten. Kompilationen sind grün, Opernaufnahmen bzw. Querschnitte sind in einem Samtrot gestaltet.



    Und damit hier auch die erste Sängerin vorgestellt wird, nenne ich die Prima-Voce-CD einer der schillerndsten Opernpersönlichkeiten des 20. Jahrhundert's:


    Ljuba WELITSCH


    Durch die Nennung von Lawrence Tibbett fiel mir sofort auch die Welitsch ein, weil mir bei ihm oder auch bei ihr schnell der legendäre Eklat einfällt, den die beiden an der MET bei einer Tosca-Aufführung geliefert haben, der daraus resultierte, dass Tibbett und Welitsch sich bekanntermaßen einfach überhaupt nicht leiden konnten.


    In ihrer Prime war Ljuba Welitsch eine der ganz großen Sopranistinnen. Sie galt zudem als eine intensive Darstellerin. Die Dinge, die sie als Salome in so manchen Vorstellungen mit dem Kopf des Jochanaan angestellt haben soll (ich gehe nicht näher darauf an), gelten auch heute noch als anstößig.

    Auf der Doppel-CD findet sich natürlich ein Ausschnitt ihrer unvergleichlichen Salome. Aber auch andere Paradepartien wie Donna Anna, Tatjana oder Tosca.

    Ljuba Welitsch hat sich bzw. ihre Stimme nicht gerade geschont und als die Stimme für die ganz großen Partien nicht mehr geeignet war, scheute sie sich nicht, auf kleinere Rollen umzusatteln, und sie startete gar eine Karriere beim Film. Auch Operetten-Aufnahmen finden sich auf dieser Doppel-CD.



    Gregor

    Und kaum ist die neue Beethoven-CD raus wird schon die nächste Pablo-Heras-Casado-Aufnahme angekündigt.



    Am 03. Juni 2022 erscheint:




    Mit Schumann ist mir der spanische Dirigent noch nicht untergekommen. Und dann gleich sämtliche Symphonien.

    Man darf gespannt sein ...


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    Gregor

    Lawrence TIBBETT


    Es gibt noch eine zweite Tibbett-CD in der Prima-Voce-Reihe mit dem Titel From Broadway to Hollywood.




    Auf diesem Album befinden sich Ausschnitte aus Gershwin's Porgy and Bess, aus Louis Gruenberg's Oper Emperor Jones, die 1933 mit Lawrence Tibbett in der Titelrolle an der New Yorker MET uraufgeführt wurde, und aus der Oper Merry Mount von Howard Hanson - 1934 ebenfalls mit Tibbett an der MET szenisch uraufgeführt.


    Es finden sich - wie der Titel des Albums schon verrät - auch Gesangsnummern aus seinen Spielfilmen auf der CD. Darunter Titel aus Rogue Song (1930) und The Prodigal (1931) sowie eine Aufnahme von De Glory Road von 1931 - ein Song der in Tibbett's Film Metropolitan (1935) zum Einsatz kam.


    Zudem gibt es eine Aufnahme des 1853 veröffentlichten Liedes Old Black Joe sowie das auf einer Melodie von Antonin Dvorak basierende Goin' Home.


    Lawrence Tibbett gilt als der größte Bariton den Amerika hervorgebracht hat. Größer als seine Nachfolger Leonard Warren oder Robert Merrill.


    Eine einzigartige, kraftvolle und ausdrucksstarke Stimme. Ein ganz Großer!



    Gregor

    Lawrence TIBBETT


    Der große amerikanische Bariton Lawrence Tibbett ist auf dieser Veröffentlichung mit vielen seiner Paraderollen vertreten:

    Tonio, Escamillo, Scarpia, Renato, Barbier, Valentin, Wolfram von Eschenbach, Wotan, Rigoletto, Jago und Simon Boccanegra.


    Tibbett war der Liebling des MET-Publikums und dank seines großen schauspielerischen Talents ein bewunderter Sängerdarsteller.


    Er avancierte in den 30er Jahren sogar zum Filmstar in Hollywood und erhielt für den Film Rogue Song (deutscher Titel: Banditenlied) gar eine Oscar-Nominierung als Bester Schauspieler!

    Das hat kein anderer männlicher Opernstar geschafft.


    Die Aufnahmen des Albums entstanden zwischen 1926 und 1939.







    Gregor

    Nun findet sie in ihrer geliebten Wahlheimat Wien auch ihre letzte Ruhe.


    Renate Holm wird am 12. Mai 2022 um 14 Uhr auf dem Wiener Zentralfriedhof in einem Urnengrab bestattet. Interessanterweise wird die Beisetzung der verstorbenen Sängerin auch mit dem Namen Renate Haase angegeben.



    heute und morgen stelle ich die Kinofilme von Renate Holm vor; ihre Fernseh-Sendungen von Opern und Operetten folgen später.


    Danke schon mal für den ersten Teil. Freue mich auf deine informativen Fortsetzungen.



    Gregor

    Ferdinand Raimunds romantisches Zaubermärchen „Der Bauer als Millionär“ wurde 1961 bei den Salzburger Festspielen in der Felsenreitschule neu inszeniert von Rudolf Steinboeck (u. a. mit Käthe Gold, Christiane Hörbiger, Paula Wessely, Erich Auer, Franz Böheim, Erik Frey, Hugo Gottschlich, Helmut Janatsch, Hanns Obonya, Otto Schenk, Kurt Sowinetz und Kurt Weinzierl; die Hauptrolle - Fortunatus Wurzel - spielte Josef Meinrad). Für diese Aufführungen komponierte Paul Angerer eine neue Schauspielmusik, ließ aber Josef Drechslers unsterbliche Theaterlieder aus dem Jahre 1826 unangetastet: Fortunatus Wurzels 'Hobellied' und 'Brüderlein fein', das Duett zwischen der Jugend und dem hohen Alter. In Salzburg spielten 1961 und 1962 Renate Holm und Hans Moser diese zwei Rollen und mit beiden machte die Firma 'Amadeo' auch eine 17cm-Platte des Duetts, die ein Verkaufsschlager wurde. Eine der Salzburger Vorstellungen wurde von Alfred Stöger 1961 für die Kinoleinwand gefilmt, war mehrfach bei 'Premiere' zu sehen (wo ich mir den Film auch aufzeichnete) und ist auf DVD erhältlich; außerdem gibt es einen Audio-Mitschnitt beim ORF vom 18. 8. 1961.


    Es ist immer interessant welche Informationen du bereit hältst, lieber Carlo. Von dem Film habe ich gehört, aber gesehen habe ich ihn bislang nicht. Genauso wie mir nicht bekannt war, dass Renate Holm einst mit Hans Moser im Duett gesungen hat.


    Leider werden diese alten Filme immer weniger im TV gezeigt. Aber immerhin weiß ich jetzt, dank dir, dass es ihn auf DVD gibt. Die Besetzung ist auf jeden Fall erstklassig.


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    Weißt du mehr über die Filmkarriere der Sängerin, lieber Carlo? Ich glaube sie hat auch mal einen Film mit Rudolf Schock gedreht.


    In späteren Jahren soll sich Holm ja auch dem Sprechtheater zugewendet haben. Ich konnte aber keine Informationen finden, was sie wo gespielt hat.



    Auf YT findet man ihr Brüderlein fein mit Hans Moser:




    Gregor

    Spielt Musik in diesem Forum eigentlich noch eine Rolle? Man bekommt den Eindruck, dass es im Wesentlichen nur noch um Politik und einen Dirigenten und dessen politische Haltung geht. ICH höre noch Musik.

    Der Bereich Oper und Gesang, vor einiger Zeit noch eine Hochburg bei Tamino, schwächelt auch stark. Alles wenig motivierend.



    Pablo Heras-Casado jedenfalls hat inzwischen seinen Beethoven-Zyklus erweitert. Zu den drei bereits zuvor genannten Einspielungen mit dem Freiburger Barockorchester kam zuletzt eine CD mit dem Tripelkonzert op. 56 und dem Trio op. 36 hinzu.

    Und vor wenigen Tagen erschien eine fünfte Beethoven-CD. Heras-Casado leitet die Klavierkonzerte 1 und 3. Wieder mit Kristian Bezuidenhout am Fortepiano.




      



    Gregor

    Lieber Carlo,


    ich darf in diesem Zusammenhang auf eine Radiosendung in memoriam Renate Holm hinweisen, die der österreichische Sender Ö1 am Montag, den 25.04. um 10.05 Uhr ausstrahlt. Interessanterweise heißt die Sendung Die Jahrhundert-Adele - genauso wie der Tamino-thread über die Sängerin.

    Das genaue Programm steht noch nicht fest.

    Vielleicht ist es für dich ja interessant.


    Auch das österreichische Fernsehen gedenkt ihr mit dem Portrait Renate Holm - Ein Leben nach Spielplan am Sonntag, 24.04. um 17.55 Uhr auf ORF III.

    Gleich im Anschluss daran wird der Film Wo die Lerche singt von 1956 gezeigt, in dem Renate Holm neben Theo Lingen und Oskar Sima zu sehen ist.


    In den diversen Berichten die man derzeit über sie hört und liest, wird einem ihr umfangreiches Repertoire bewusst. Dass sie neben der Susanna auch die Contessa Almaviva gesungen hat, war mir neu.


    Die Wiener Staatsoper hat ebenfalls einen Nachruf veröffentlicht und dabei auf das Holm-Auftrittsarchiv verlinkt, welches 482 (!) Auftritte verzeichnet.


    https://www.wiener-staatsoper.…rauert-um-ks-renate-holm/



    Gregor

    Wie die Wiener Volksoper bekanntgab, ist Kammersängerin Renate Holm am heutigen 21. April 2022 im Alter von 90 Jahren in ihrer Wahlheimat Wien verstorben.


    https://www.volksoper.at/volks…enmitglied_KS_Renate_.php


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    Dabei ist es ihr bis zuletzt noch recht gut gegangen.

    Aber es scheint als hätte man sie langsam vergessen. Auch hier im Forum.

    Dabei zeigte sie sich zuletzt noch sehr positiv denkend und aktiv (siehe die letzten Beiträge).


    Die charmante und sympathische Künstlerin hier im Gespräch in der Reihe Da Capo:




    Gregor

    Lisette Oropesa singt ihre gefeierte Lucia di Lammermoor nun auch an der Wiener Staatsoper - mit triumphalem Erfolg. Benjamin Bernheim begeistert bei seinem Edgardo-Debüt.


    Am 27. Mai 2022 erscheint nun die weiter oben erwähnte CD-Gesamtaufnahme von Verdi's La traviata mit Oropesa in der Titelrolle.





    Gregor

    Gestern im TV erwischt. Den Hitchcock-Klassiker Der Mann, der zuviel wusste von 1956. Mit James Stewart, den ich eigentlich sehr mag, tue ich mir in diesem Film schwer. Doris Day singt darin ihren berühmten Hit Que sera, sera ... - der den Oscar für den besten Filmsong gewonnen hat. Höhepunkt natürlich die Szene des Attentats in der Royal Albert Hall mit Day's legendärem Schrei.






    Gregor

    Die Übertragung der Aida aus Dresden auf ARTE TV mit Krassimira Stoyanova in der Titelrolle ist ja völlig an mir vorbeigegangen. In der Zwischenzeit konnte ich die Aufzeichnung ansehen. Und Stoyanova, die im Sommer 60 wird, ist nach wie vor eine Klasse für sich. Dieser leuchtende Sopran! Diese Technik! :hail:

    Wäre schön gewesen, wenn Frau Gerlach den Nachnamen der Sängerin richtig ausgesprochen hätte. Die Betonung liegt auf dem ersten A und nicht auf dem O.


    Leider hatte die Sopranistin mit Francesco Meli keinen idealen Partner. Der Radames ist für seinen Tenor mindestens eine Nummer zu groß. Und wenn sich nach Celeste Aida so gar keine Hand rühren mag ...


    Die Aufführung kann noch für einige Zeit auf Arte Concert angeschaut werden.


    Frau Stoyanova im Interview zur Inszenierung an der Semperoper:




    Gregor

    Dazu muss man sagen, dass nach den ersten internationalen Vertragsauflösungen Frau Netrebko schnell reagiert und selbst alle anstehenden Auftritte der nächsten Monate abgesagt hat.


    So hat sie die Turandot-Vorstellungen für April und Mai an der New Yorker MET sowie die Don-Carlo-Elisabetta für die Saison 2022/23 abgesagt.

    Als Turandot wird sie von Liudmyla Monastyrska ersetzt. MET-Manager Peter Gelb erklärt in der New York Times: "Es ist schwer sich ein Szenario vorzustellen, in dem sie an die MET zurückkehren wird".


    Für die Arien- und Duett-Gala mit Joseph Calleja am Liceu in Barcelona müssen sich die Veranstalter nun auch Ersatz suchen. Diesen hat die Bayerische Staatsoper in München in Ekaterina Semenchuk als Lady Macbeth gefunden.


    Netrebko's Instagram-Account wurde in der Zwischenzeit wohl auf Privat umgestellt. Sie soll dort ein Foto gepostet haben, dass sie demonstrativ mit Dirigent Valery Gergiev händchenhaltend zeigt, wie die Medien berichten. Es soll inzwischen gelöscht worden sein. Vielleicht kann das jemand verifizieren?



    Gregor

    Heute abend LIVE aus dem Theater an der Wien


    Leoš Janáček

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    19 Uhr Radio Ö1



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    Svetlana Aksenova (Jenufa), Nina Stemme (Küsterin), Pavel Cernoch (Laca Klemen), Pavol Breslik (Steva Buryja), Hanna Schwarz (Die alte Buryja), Zoltan Nagy (Altgesell), Alexander Teliga (Dorfrichter), Vaclava Krejci Houskova (Frau des Dorfrichters), Natalia Kawalek (Hirtin), Juliette Mars (Barena), Anita Rosati (Jano).

    Arnold Schönberg Chor, ORF Radio-Symphonieorchester Wien

    Dirigent: Marc Albrecht


    LIVE-Übertragung aus dem Theater an der Wien in 5.1 Surround-Sound


    https://oe1.orf.at/



    Gregor

    260px-Antonietta_Stella.JPGAntonietta Stella ist heute im Alter von 92 Jahren in Rom verstorben.


    Stella war eine der führenden Sopranistinnen ihrer Generation und machte in den 50er und 60er Jahren eine fulminante Karriere. Leider fiel ihre große Zeit auch in jene von Maria Callas und Renata Tebaldi und so stand Stella immer etwas im Schatten der beiden legendären Sängerinnen - völlig zu Unrecht.


    Sie avancierte in nur wenigen Jahren zu einem der führenden Spinto-Soprane ihrer Generation, feierte an allen bedeutenden Opernhäusern weltweit große Erfolge. Sie begeisterte vor allem in den großen Partien von Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini.


    Mit einer Partie, die zu einer ihrer Paraderollen werden sollte, gab sie 1950 in Spoleto ihr Bühnendebüt - mit der Leonora in Verdi's Il trovatore.

    1954 erfolgte ihr Debüt an der Mailänder Scala als Desdemona in Verdi's Otello, 1955 am Royal Opera House in London, 1956 an der New Yorker MET und 1957 an der Wiener Staatsoper - jeweils als Aida.


    Neben der Trovatore-Leonora und der Aida gehörten vor allem auch Leonora in La forza del destino, Amelia in Un ballo in maschera, Elisabetta in Don Carlo, Cio-Cio-San in Madama Butterfly oder Maddalena in Andrea Chenier zu ihren großen Erfolgspartien.


    Sie sang auch einige Rollen von Richard Wagner.


    Ihre umfangreiche Diskographie beinhaltet auch Raritäten wie L'africana oder La battaglia di Legnano.


    Nach ihrem Karriereende war sie als Gesangslehrerin für den Nachwuchs tätig.





    Und hier live ihre gefeierte Minnie in Puccini's La fanciulla del west:




    Gregor

    Brian Jagde


    T001R300x300M000004VUQwG0xJzM7.jpgDem Operalia-Gewinner von 2012 (Zweiter Preis und Birgit-Nilsson-Preis) bin ich in den letzten Monaten mehrere Male live begegnet. So war er im vergangenen Herbst ein beachtlicher Maurizio in Adriana Lecouvreur an der Wiener Staatsoper und auch mit dem Des Grieux in Puccini's Manon Lescaut konnte er kürzlich beeindrucken.


    Jagde's Tenor ist von sehr robustem Charakter mit ordentlich Metall in der Stimme. Für die filigranen Tenorpartien ist er nicht geeignet. Aber die leidenschaftlichen und kämpferischen Figuren liegen ihm schon sehr gut. So reüssiert er im italienischen Fach mit Spinto- und Verismopartien und feiert beachtliche Erfolge mit Rollen wie Alvaro, Radames, Kalaf und Turiddu.

    Besonders scheint er sich aber auch für das deutsche Fach zu eignen. Mit seinem kräftigen Tenor singt er mühelos Partien wie Bacchus in Ariadne auf Naxos, Narraboth in Salome und Froh in Das Rheingold.


    Mir ist aufgefallen, dass er sich gut auf der Bühne bewegt, diese wirklich nutzt, und er eine gute Bühnenpräsenz hat. Man darf gespannt sein, wie sich dieser Sänger - und vor allem in welche Richtung - weiterentwickelt.



    Hier ein kurzer Ausschnitt während einer Aufnahme von Turiddu's Abschied aus Cavalleria Rusticana (das müsste in der Philharmonie in Dresden sein, wenn ich mich nicht täusche):




    Gregor

    Soeben ist eine zweite Single aus Bernheim's Album Boulevard des Italiens erschienen.

    Die Arie des Pinkerton aus Madama Butterfly in französischer Sprache zu hören ist sicher ungewöhnlich. Adieu, sejour fleuri, wie sie im Französischen heißt, wurde für das Album ausgewählt, da die Puccini-Oper bereits 1906 an der Pariser Opera-Comique in der erstaufgeführten Fassung zu hören war.

    Bis in die 1960er Jahre war es üblich, Puccini-Opern in französischer Sprache aufzuführen.




    Gregor

    angelagheorghiu_0.jpgSie kann es nicht lassen. smilie_happy_317.gif In einem neuen Interview hat Angela Gheorghiu über zukünftige Rollen gesprochen und dabei gleich wieder einen kleinen Seitenhieb gegen moderne Regietheater-Inszenierungen ausgeteilt.


    Nachdem sich ihr Repertoire in den letzten Jahren praktisch auf nur noch zwei Rollen (Mimi, Tosca) reduziert hat, teilte Gheorghiu nun mit, dass sie sich mit neuen Partien wie Giordano's Fedora und Zandonai's Francesca da Rimini befasst.

    Zudem sagt die Sopranistin, die aktuell am Royal Opera House in London mit großem Erfolg die Tosca singt, dass sie sich auch für die Manon Lescaut interessiert.

    Doch sie schießt im gleichen Atemzug gegen die am selben Haus befindliche Inszenierung dieser Oper, in dem sie ergänzt, dass die Produktion am Covent Garden ja "ein absoluter Horror" ist.smilie_happy_309.gif


    Weiters plant sie für die nächste Saison eine Rückkehr an die New Yorker MET (nach siebenjähriger Abwesenheit) mit Tosca.

    Außerdem möchte sie Regie führen. Da kann man davon ausgehen, dass sie sicher ganz traditionell inszenieren wird. smilie_verl_041.gif

    Zudem plant sie ein neues Album mit Barockmusik!



    Das ist jedenfalls die Inszenierung der Londoner Manon Lescaut in der sie wohl nicht auftreten will ...




    Gregor

    Leonardo LEO (1694-1744)


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    Leo gilt als einer der vielseitigsten und technisch versiertesten Barockkomponisten seiner Zeit, der ab etwa 1730 zur beherrschenden Persönlichkeit der Musikwelt von Neapel avancierte. Er schrieb 60 Opern, komponierte Oratorien und Kirchenmusik.

    Leonardo Leo's Schaffen beinhaltet aber auch Instrumentalmusik. Hier haben vor allem seine Cellokonzerte besondere Bedeutung.


         





    Gregor

    Heute, 09. Februar 2022, gedenkt man des zweiten Todestages von Mirella Freni.


    Kürzlich wurde die Sängerin in ihrer Heimatstadt Modena geehrt, in dem das örtliche Opernhaus namentlich auch auf sie umbenannt wurde.


    Bis 2007 hieß es einfach Teatro Comunale di Modena. Nach dem Ableben Luciano Pavarotti's im Jahr 2007, der genau wie Freni im Jahr 1935 das Licht der Welt in Modena erblickte, wurde es zu dessen Ehren in Teatro Comunale Luciano Pavarotti umbenannt. Nachdem Mirella Freni am 09. Februar 2020 verstarb, wurde ein Antrag gestellt, in dem das Opernhaus auch ihren Namen tragen sollte. Diesem Antrag wurde inzwischen zugestimmt und das Opernhaus in Modena heißt nun ganz offiziell Teatro Comunale Pavarotti-Freni.


    Die Namensänderung prangt inzwischen auch auf der Startseite der offiziellen Homepage.


    https://teatrocomunalemodena.it/



    Gregor

    Nicola Antonio PORPORA (1686-1768)


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    Er komponierte zwar auch Instrumentalmusik wie Symphonien, Konzerte und Sonaten, doch galt der aus Neapel stammende Porpora vor allem als absoluter Stimmenkenner und als der beste Gesangslehrer Europas. Als solcher war seine Domäne natürlich die Vokalmusik und die Welt der Oper. Der Gipfel der Gesangskultur im Italien des 18. Jahrhundert's wird auch heute noch auf das Wirken von Porpora zurückgeführt.

    Aufgrund seiner Popularität und seines Talents soll gar Georg Friedrich Händel einen erbitterten Konkurrenten in ihm gesehen haben.

    Porpora geriet immer mehr in Vergessenheit, doch in den letzten Jahren gab es eine Wiederentdeckung dieses Komponisten, für die sich auch ganz besonders der Countertenor Max Emanuel Cencic eingesetzt hat, der Arien und gesamte Opern von ihm aufnimmt bzw. wieder auf die Bühne bringt.




    Gregor