Beiträge von Gregor

    Lieber Gregor, die erwähnte Premiere von "Elektra" in der Regie von August Everding fand 1973 unter der Leitung von Karl Böhm in Hamburg statt. Birgit Nilsson sang die Titelrolle, Astrid Varnay die Klytämnestra und Leonie Rysanek die Chrysothemis. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass diese Kolleginnen die Rothenberger nicht mehr gekannt haben sollten oder wollten. :no:

    Interessant, lieber Rüdiger. Vielleicht hat sie da einfach nur eine Premierenfeier mit einer anderen verwechselt. Über Jahrzehnte hinweg verschwimmen die Erinnerungen schon mal. Ich hatte eher das Gefühl sie sprach da von einer neuen Sängergeneration. Denn ich bin mir sicher, dass eine Birgit Nilsson Frau Rothenberger erkannt hätte. Oder auch eine Leonie Rysanek. Stand Frau Rothenberger mit diesen beiden doch immer wieder mal gemeinsam auf der Bühne. Bei Frau Varnay liegt mir diesbezüglich keine Info vor. Von daher nehme ich eher an, dass sie da eine andere Elektra-oder-Everding-oder-Hamburg-Premiere gemeint haben muss. ;)


    Gregor

    Wie bitter muss das sein, wenn man als einst weltberühmte Sängerin nicht mal mehr von Berufskollegen - egal welcher Generation - erkannt wird ...

    Diese Erfahrung musste Anneliese Rothenberger bei einer Elektra-Premiere in Hamburg machen, wie sie 1998 in der NDR-Talkshow erzählte.

    Ein weiteres interessantes TV-Interview mit dieser klugen und großartigen Künstlerin.


    Wie die Zeit vergeht ... Der Bühnenabschied ist auch schon wieder einige Zeit her und heute feiert Neil Shicoff seinen 70. Geburtstag! :jubel::jubel::jubel:


    Shicoff gibt noch Meisterkurse, lebt aber mit seiner Ehefrau, der Sopranistin Dawn Kotoski, eher zurückgezogen. Kein Wunder, war er doch selbst auf dem Höhepunkt seiner Karriere immer ein stiller, zurückgezogener Opernstar.


    Mit dem Eleazar in La Juive hat Shicoff im Laufe seiner späteren Karriere wohl seine absolute Parade- und Traumrolle gefunden.


    Einfach fantastisch: :jubel::jubel::jubel:




    Gregor

    Die Wiener Staatsoper im TV


    Giuseppe Verdi

    FALSTAFF


    02. Juni 2019
    20.15 Uhr ORF III
    TV-Mitschnitt aus der Wiener Staatsoper 2019



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    Carlos Alvarez (Falstaff), Sir Simon Keenlyside (Ford), Olga Bezsmertna (Alice Ford), Hila Fahima (Nannetta), Jinxu Xiahou (Fenton),

    Monika Bohinec (Mrs. Quickly), Margaret Plummer (Meg Page), Michael Laurenz (Dr. Cajus),

    Herwig Pecoraro (Bardolfo), Ryan Speedo Green (Pistola);

    Orchester der Wiener Staatsoper, Dirigent: James Conlon; Inszenierung: David McVicar



    Gregor


    Hallo Mme. Cortese, ist ja interessant wie das bei dir angekommen ist. Total ausgesungen habe ich Furlanetto nicht empfunden, da habe ich schon anderes gehört. Aber er machte Schwächen, wie bereits gesagt, mit einer enormen Routine wett. Man müsste das nochmal als reines Audio hören. Vielleicht empfindet man das dann auch anders, wenn erstmal das Visuelle weg ist.

    Und nein, Bernheim und Groissböck waren live gut zu hören.


    Gregor

    Die Feierlichkeiten rund um den 150. Geburtstag der Wiener Staatsoper sind wirklich groß. Dass man aus Anlass dieses Jubiläums ausgerechnet eine Neuinszenierung von Strauss' Die Frau ohne Schatten herausgebracht hat, ist nicht ganz verständlich. Gut, das Werk feierte seine Welturaufführung an der Wiener Staatsoper, das war aber 1919, also vor 100 Jahren. Die Oper am Ring wurde aber nun mal vor 150 Jahren eröffnet, und das mit Mozart’s Don Giovanni. Da wäre es nachvollziehbarer gewesen, Mozart’s Meisterwerk mit einer Neuproduktion in den Mittelpunkt zu stellen. Die Mozart-Oper hat eine Neuinszenierung dringend nötig.

    Aber hier soll es ja sowieso nicht um eine Opernaufführung gehen, denn es gab ja noch andere Veranstaltungen rund um den Geburtstag des berühmten Opernhauses.

    Gefeiert wurde auch im Rahmen eines Open-Air-Konzertes am 26. Mai am Platz VOR dem Opernhaus. Dort traten internationale Opernstars als auch Mitglieder des Ensembles auf. Und jeder konnte gratis dabei sein.

    Barbara Rett führte als Moderatorin durch den lauen Sommerabend, Marco Armiliato dirigierte das Orchester der Wiener Staatsoper.


    Den Anfang machte Nina Stemme mit einer hervorragend gesungenen Hallen-Arie der Elisabeth aus Tannhäuser. Ihr folgte Tomasz Konieczny mit einem kraftvollen Ha, welch ein Augenblick aus Beethoven's Fidelio. Für den Don Pizarro verfügt Konieczny wahrlich über das richtige Timbre. Dann sang Jongmin Park die Arie des Banquo aus Verdi’s Macbeth. Von der Dachterrasse der Wiener Staatsoper!

    Dann startete ein zwiespältiger Mozart-Block. Ein wirklich berückend schöner Vortrag gelang Olga Bezsmertna beim Dove sono der Figaro-Gräfin bis zum Finale der Arie, als ab Ah! Se almen la mia costanza ihre Stimme etwas zu scharf und schon zu dramatisch erklang.

    Wenig Freude bereiteten die Champagner-Arie sowie La ci darem la mano aus Don Giovanni. Erwin Schrott konzentrierte sich mehr darauf mit seiner Zerlina und dem Publikum zu flirten und legte so manche Freiheiten in seinen Vortrag. Valentina Nafornita tat es ihm gleich, denn auch sie machte mehr durch ihre übertriebene kokette Mimik, die total unpassend wirkte, auf sich aufmerksam. Gesanglich kann man da viel mehr herausholen. Liegt doch so vieles in Mozart’s Musik.


    Dann betrat Benjamin Bernheim, nein, nicht die Bühne, sondern einen Balkon des gegenüber der Staatsoper liegenden Hotel Bristol, um von dort Werther’s Pourquoi me réveiller in den Nachthimmel zu singen. Das war optisch schon ein schöner Moment. Gesanglich hat der französische Tenor die Arie auch mit adäquatem französischen Schmelz ausgestattet, auch wenn Bernheim hier absolut schon an die Grenzen seiner derzeitigen stimmlichen Möglichkeiten gerät.

    Camilla Nylund konnte mit Marietta’s Lied aus Korngold’s Die tote Stadt nicht überzeugen. Da war noch viel Luft nach oben bzw. schien es ihr für manche Phrasen an Atem zu fehlen. Den sehnsuchtsvollen, melancholischen Klang und die Hingabe, wie man das alles beispielsweise bei Renée Fleming erfahren kann, den blieb sie schuldig. Die Stimme scheint aber auch zu dramatisch für die Arie zu sein.


    Ferruccio Furlanetto gestaltete O tu Palermo aus Verdi's I Vespri Siciliani. Gewisse Alterserscheinungen lassen sich bei dem 70jährigen Bass nicht mehr leugnen, es ist aber auch erstaunlich wie souverän er seinen Verdi stimmlich beherrscht.


    Für die absoluten Höhepunkte des Abends sorgte Roberto Alagna. Der Tenor scheint nach einem Karrieretief nun einen zweiten Frühling zu erleben und sein eigentlich lyrischer Tenor scheint nun endlich auch in dramatischeren Gefilden angekommen zu sein. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, der polnischen Sopranistin Aleksandra Kurzak, sang er Già nella notte densa aus Verdi’s Otello ganz passend in den Wiener Nachthimmel. Schade nur, dass nach dem letzten Ancora un bacio, Alagna und Kurzak es nicht bei dem einen zarten Kuss bewenden ließen, und stattdessen am Ende heftig zu knutschen begannen, sodass sich der Tenor dann den Lippenstift seiner Gattin vom verschmierten Mund wischen musste. Die letzten Takte von Verdi’s Musik gingen in Klatschen und Lachen des Publikums total unter. Aber bitte, dem Publikum gefiel das.

    Mit der Mondarie aus Rusalka fand Valentina Nafornita nach ihrem eigenartigen Don-Giovanni-Auftritt zur nötigen Ernsthaftigkeit zurück. Dies tat sie übrigens auch auf der Dachterrasse der Staatsoper.

    Das Schlussterzett aus Strauss' Der Rosenkavalier, Hab mir’s gelobt, vereinte Stephanie Houtzeel als Octavian, Chen Reiss als Sophie und Nina Stemme als Marschallin auf der Bühne. Wobei die Stimme der Schwedin für die Marie-Theres schon sehr scharf gewesen ist, und auch deren Spitzentöne forderten die Sopranistin.

    Auf einem Balkon des Hotel Bristol sang dann Günther Groissböck die Arie des Gremin aus Tschaikowsky’s Eugen Onegin. Und dies tat er mit seiner klangvollen Bassstimme ganz hervorragend.

    Anschließend begeisterte Aleksandra Kurzak das Publikum mit dem Walzer der Juliette aus Gounod’s Romeo & Juliette. Auch wenn ihr Sopran gelegentlich schon etwas scharf geriet, die Stimme weist schön langsam in ein anderes Fach.

    Roberto Alagna sorgte dann für einen weiteren Höhepunkt. Mit der Arie des Eleazar aus Halévy’s La Juive demonstrierte er Stimmkraft, eine betörende Mittelage, gekonnte Spitzentöne und trotz diverser Fachüberschreitungen hat er sich sein schönes Timbre bewahren können. Es wäre interessant Alagna in der Rolle auf der Bühne sehen zu können. Hat er sie überhaupt schon mal zur Gänze gesungen?


    Den letzten Programmpunkt des Abends gestaltete die hochschwangere Sonya Yoncheva, die fast souverän Un bel di vedremo aus Puccini’s Madama Butterfly vortrug. Lediglich die finale Phrase gelang ihr nicht so gut.

    Sonya Yoncheva kehrte dann noch mal gemeinsam mit Benjamin Bernheim für die fast schon unvermeidliche Zugabe solcher Konzerte auf die Bühne zurück – dem Brindisi aus Verdi’s La traviata. Unterstützt wurden die beiden Sänger vokal von allen Solisten des Abends. Also auch so wie man es von anderen Konzerten kennt.



    Natürlich hat sich so mancher ein spektakuläreres Jubiläumskonzert gewünscht. Länger und mit noch mehr Stars. Man denke dabei an das Konzert zu Holender’s Abschied als Staatsoperndirektor. Das Programm damals dauerte mehr als vier Stunden und auf der Bühne versammelte sich das Who is Who der Opernszene. Die Superstars, die damals fehlten, konnte man ja auf wenigen Fingern abzählen. Aber dafür war das diesjährige Jubiläumskonzert Open-Air und für jedermann gratis zu besuchen. Ist ja auch was.



    Gregor

    Weiß eigentlich jemand, wie es mit dem einstigen Wohnsitz von Lisa della Casa, Schloss Gottlieben, weitergeht? Ich habe da mal was von einer Schloss Gottlieben AG gehört, der das Schloss gehören soll, andererseits war auch zu lesen, dass es im Besitz von Lisa della Casa und ihrem Ehemann gewesen ist.

    Nun, 2014 ist auch ihr Ehemann Dragan Debeljevic verstorben. Nun soll die gemeinsame Tochter Vesna alleine (!!!) das Schloss bewohnen. Zudem soll es inzwischen renovierungsbedürftig sein, und die finanziellen Mittel für diverse Renovierungen wird die Tochter alleine wohl kaum tragen können. Die Erhaltung des Schlosses wird ja nicht nur ihr ein Anliegen sein, sondern diese ist doch hoffentlich auch von allgemeinem Interesse.


    Gregor

    Ohwei, ich hatte zwar hier im Stimmenthread Gruberova eingegeben und was kam, nur dieser PrimadonnenThread!

    Auch ich hatte nach einem Gruberova-Thread gesucht und nicht gefunden. Der nicht optimale Platz für meine Meinung möge mir gnädigst nachgesehen werden.


    Immer wieder lese ich, dass Tamino-Mitglieder Probleme mit der Suchfunktion haben. Stimmt schon, man muss die Suchergebnisse oft durchforsten, bis man ein bestimmtes Ergebnis findet. Die Ergebnisse werden wohl zeitlich vom neuesten bis zum ältesten Beitrag gereiht. Im Falle von 'Gruberova' heißt das, dass man sich auch durch alle Ergebnisse durchgraben muss, in denen ihr Name vorkommt, bis man irgendwann ihren thread findet. Dass der aktuell weiter hinten zu finden ist, liegt einfach daran, dass seit 2016 kein Beitrag mehr dazugekommen ist. Es sei denn Fiesco ergänzt ihren thread mit einem neuen Beitrag, dann wird sie wieder nach oben gehievt. ;)

    Aber dazu ein Tipp: Wenn man wissen will, ob es einen thread zu einem bestimmten Sänger gibt, kann man das auch über Google machen. Einfach die Begriffe 'Tamino' und den jeweiligen 'Sängernamen' eingeben, und man bekommt als erstes Suchergebnis sofort die Verlinkung zu Tamino (wenn es besagten Sängerthread im Forum gibt). Nutzt mal Google und gebt dort die Begriffe Tamino und Gruberova ein. :)


    Gregor

    bei mir findet man (fast) alles von Donizetti, Bellini, und Rossini!

    Dann müsste dich die CD-Veröffentlichung von Donizetti's L'ange de Nisida erfreuen, handelt es sich doch hierbei um eine Ersteinspielung.

    Donizetti hat die Oper 1839 für das Theatre de la Renaissance in Paris geschrieben, aber nachdem das Theater pleite ging, kam es nicht zur Aufführung. Das Werk wurde inzwischen wiederentdeckt und 2018 fand am Royal Opera House in London die Welturaufführung statt. Ein Mitschnitt der konzertanten Aufführungen liegt nun auf CD vor.




    Gregor

    Edita Gruberova hat hier im Forum noch nichtmal einen eigenen Thread, das ist beschämend für diese große Sängerin die ja nun von Bühne Abschied genommen hat!

    Aber natürlich hat sie den: Edita Gruberová - die slowakische Nachtigall

    Umso verwunderlicher ist es, dass Siegfried seinen Beitrag hier in diesen Allgemein-Thread gestellt hat.


    Meines Wissens hat sie zwar ihre Opernkarriere beendet, Liederabende gibt sie allerdings noch.


    Gregor

    Ein sehr interessantes Interview mit Elisabeth Schwarzkopf enstand 1988 im Rahmen der Fernsehsendung "Wortwechsel".

    Schwarzkopf erzählt hier wie es dazu kam, dass sie für Flagstad die Isolden-Spitzentöne aufnahm und wie das ablief. Sie erzählt zudem, dass eine Aufnahme von ihr unter dem Namen von Maria Cebotari herausgekommen ist.

    Überhaupt ein spannendes Interview mit einer Klartext sprechenden Frau Schwarzkopf - wie man es von ihr gewohnt ist. :)





    Gregor

    Die Ära Meyer endet recht belanglos. Schade.

    Dabei hat man angenommen, dass er seine letzte Saison mit einem Paukenschlag beenden würde.

    Von wegen.


    Die Premieren sind wirklich unspektakulär. Lediglich die neue Cosi sticht hier heraus. Riccardo Muti wird am Dirigentenpult stehen. Zudem kehrt Genia Kühmeier als Fiordiligi ans Haus zurück. Die Produktion stammt von Muti's Tochter Chiara und wurde bereits in Neapel gezeigt. Man weiß also zumindest was szenisch auf einen zukommt. ;)


    Aber im Repertoire gibt es so einige schöne und interessante Besetzungen. So zum Beispiel einen stark besetzten Don Carlo mit Sartori, Pape, Keenlyside, Harteros und Zhidkova, Tosca mit Calleja und Terfel, Manon mit Pérez und Borras, Liebestrank mit Feola, Samson et Dalila mit Rachvelishvili, Falstaff mit Maestri und Keenlyside, Lucia di Lammermoor mit Spyres, Otello mit Stoyanova, Trovatore mit Kunde, Rebeka und Rachvelishvili usw.

    Es mangelt also nicht an Sängerstars und tollen Stimmen.


    Gregor

    Beim Label Orfeo ist soeben eine Doppel-CD mit Live-Aufnahmen von Johan Botha aus der Wiener Staatsoper erschienen, auf der man sich vollständig auf das italienische Repertoire des Sängers konzentriert. Das deutsche Fach Botha's mit Beethoven, Wagner und R. Strauss deckte bereits eine 2017 veröffentlichte Live-CD ab.


    Johan Botha trat in der Zeit von 1996 bis 2015 insgesamt 229 Mal in 22 Partien an der Wiener Staatsoper auf. Davon entfielen neun Rollen auf das italienische Fach. Auf Italian Opera Arias bietet die WSO Ausschnitte aus allen neun Partien.

    CD 1 widmet sich Botha's Verdi-Rollen im Haus am Ring - Don Carlo (8 Mal an der WSO), Arrigo in I vespri siciliani (17 Mal), Radames in Aida (9 Mal) und Otello (23 Mal). Auf CD 2 hört man ihn in Giordano's Andrea Chénier (11 Mal an der WSO), Mascagni's Cavalleria Rusticana (7 Mal), Leoncavallo's I Pagliacci (6 Mal) und in den Puccini-Opern Tosca (15 Mal) und Turandot (9 Mal).

    Bei Già nella notte densa ist Botha mit der überragenden Krassimira Stoyanova als Desdemona zu hören, bei Tu qui, Santuzza? ist die mitreißende Agnes Baltsa seine Partnerin. Zu Gehör kommen auch Violeta Urmana, Dmitri Hvorostovsky, Renato Bruson und Leo Nucci.



    Gregor

    Eigentlich habe ich ein recht gutes Gedächtnis, aber durch Zufall bin ich darauf gestoßen, dass ich Albina Shagimuratova tatsächlich schon live gehört habe: als Gilda an der Deutschen Oper. Sie fiel durch gestochen scharfe Koloraturen auf. Ich fand ihre Tongebung ein wenig eigentümlich (Töne wie Glocken), aber interessant. Das hatte was. und nun freue ich mich weiter auf ihre Violetta...

    Die Gilda hat sie in den letzten paar Jahren nur noch selten gesungen. Vielleicht ist ihre Stimme dafür schon zu dramatisch geworden. Das macht die Stimme aber auch so reizvoll. Es gibt derzeit nicht viele Koloratursoprane die beispielsweise auf ihrem Niveau die Lucia singen. Da sie eben ein schon sehr zur Dramatik neigender Koloratursopran ist, der mit den ausgeprägten Spitzentönen keine Probleme hat, während wir es heute ja gewohnt sind, dass die Lucias eher von filigraneren Sopranstimmen gesungen wird.


    Die Bezeichnung Töne wie Glocken klingt amüsant. ^^ Was kann man sich denn darunter vorstellen?


    Gregor

    Vielleicht wollen sie nur nicht über ihre Eindrücke schreiben. Erst recht nicht, seit ihnen bedeutet wurde, dass es der nötigen Kompetenz bedarf, um sich in die Diskussion einschalten zu können. Und es wurden auch die Namen derer genannt, die dazu in der Lage seien. Das ist natürlich Gift für ein Forum wie dieses, das nicht nur aus Mitgliedern besteht, die jeden Ton einer Stimme mit dem Notenmaterial vergleichen.


    Wer hat das bitte wo gemacht, lieber Rüdiger? :huh: Es sollte jedem erlaubt sein, zu sagen warum ihr/ihm eine Stimme gefällt oder nicht. Natürlich ist es für eine weiterführende Unterhaltung sinnvoll, wenn man ein gewisses Fachwissen mitbringt und man somit tiefer in die Materie eindringen kann. Aber selbst wenn einem dieses spezifische Wissen fehlt, ist doch hoffentlich trotzdem jeder eingeladen, sich daran zu beteiligen. Schließlich wird jeder wissen und erklären können, warum ihm eine Stimme gefällt oder eben nicht gefällt.


    Als ich sie im Frühjahr 2016 erstmals hörte, dürften kaum viele Opernfans in Deutschland mit dem Namen vertraut gewesen sein. Dass sie seither eine beachtliche Karriere gemacht hat, teilt sie mit etlichen anderen Sängern die im NEUE-STIMMEN-Thread vorgestellt wurden


    Abgesehen davon, dass da wohl der Wunsch der Vater des Gedankens ist - denn Quantität hat noch lange nichts mit Qualität zu tun, Caruso - ist Shagimuratova nicht erst bekannt, seitdem DU sie das erste Mal gehört hast. :rolleyes: Sie ist inzwischen schon seit einigen Jahren einem breiten Opernpublikum bekannt. Vielleicht nicht in Deutschland, das kann ich nicht beurteilen. Ich spreche von der internationalen bzw. länderübergreifenden Opernszene.

    Sicher, die Wiener kennen sie überhaupt schon seit 2010 durch ihre Königin der Nacht und weil sie für kurze Zeit zum Ensemble der WSO gehört hat.

    Ich erinnere mich an ihre Lucia von 2015 und auch von ihrer MET-Konstanze war hier im Forum schon zu lesen. Zu dem Zeitpunkt war ihr Name schon länger ein Begriff.


    Vielleicht sollten wir Shagimuratova mal selbst "zu Wort" kommen lassen. Vielleicht fällt jemanden dann noch etwas zu der Sängerin ein.







    Gregor

    Albina Shagimuratova hatte ich schon auf meinen Zettel füreine Vorstellung in dem NEUE-STIMMEN-Thread gesetzt, nachdem ich sie vor drei Jahren als Donna Anna erstmals gehört hatte.

    Inzwischen wäre es auch schon viel zu spät sie als NEUE STIMME vorzustellen, lieber Caruso. ;) Hat sie mittlerweile doch nicht nur eine beachtliche Karriere gemacht, sondern gehört sie in ihrem Fach inzwischen wohl zu den Besten.


    Ich werde gerne bei Gelegenheit meine Höreindrücke mitteilen und meine Meinung zu der Sängerin sagen, will aber doch erst mal anderen den Vortritt lassen.

    Nun, ich weiß nicht ob du da viel erwarten kannst. Seien wir uns mal ehrlich, es interessieren sich eher wenige Tamino-Mitglieder für gegenwärtig erfolgreiche Sänger, es sei denn sie heißen Kaufmann oder Netrebko.

    Was sehr schade ist, gibt es doch eine ganze Reihe hervorragender Sänger, die auch eine riesengroße Fanbase haben. Shagimuratova gehört hier eindeutig dazu.

    Also, lass dich nicht aufhalten etwas über sie zu sagen. Wie waren denn nun deine Eindrücke beispielsweise zu ihrer Donna Anna? Eine Partie, in der ich sie leider noch nicht gehört habe.


    Ich erinnere mich an ihre Lucia di Lammermoor mit Joseph Calleja als Edgardo. Sie ist keine dieser Koloratursoprane, die von manchen ja nicht gerade charmant als Zwitschersoprane bezeichnet werden. Nein, ihr Koloratursopran ist von dramatischer Prägung, eine kraftvolle Sopranstimme mit beachtlichem Ausdruck.


    dann bin ich doppelt neugierig auf ihre Violetta, die sie Ende September an der Seite von Piotr Beczala singen wird.

    Da kannst du dich wirklich darauf freuen, lieber KM Storch. Wie bereits beschrieben, ist ihre Violetta in Wien wohl wirklich die Beste seit Jahren gewesen. Und wir hatten hier zuletzt Sängerinnen wie beispielsweise Dessay, Rancatore, Kurzak, Jaho, Rebekka, Sirurina oder Lungu als Violetta. Lungu war als Gesamtpaket wohl die absolut herausragende Violetta, aber rein vom Erfüllen der stimmlichen Anforderungen der Rolle, war Shagimuratova eine Klasse für sich. Stark im Ausdruck und die Stimme in allen Lagen souverän, mit großer Fähigkeit Töne zu modulieren. Bei all den technischen Herausforderungen der Partie blieb sie stets - wie es seinerzeit in einer Kritik hieß - die Herrin ihres Instruments.


    Gregor

    Philippe Jordan überall!


    Jordan's Beethoven-Zyklus mit den Wiener Symphonikern ist inzwischen fast vollständig auf CD erschienen. Seit der Veröffentlichung der ersten CD mit den Symphonien 1 und 3, sind inzwischen auch die Symphonien 2 und 4 - 8 veröffentlicht worden.


       




    Bereits am 15. März ist ein weiterer Symphonien-Zyklus mit Philippe Jordan am Dirigentenpult auf DVD erschienen:


    Tschaikowsky's Sämtliche Symphonien


    Aktuell dirigiert Jordan den Ring-Zyklus an der MET. Am 30. März wird sein Dirigat von Die Walküre weltweit in den Kinos übertragen.











    Gregor

    albina-shagimuratova-33cdbcc2-c1fc-41ec-8beb-1b5a751e666-resize-750.bmpAlbina Shagimuratova wurde am 17. Oktober 1979 in der usbekischen Hauptstadt Taschkent geboren.

    Zunächst begann sie im tatarischen Kasan eine Ausbildung zur Pianistin, doch man teilte ihr mit, dass für eine Pianistinnen-Karriere ihre Finger nicht lang genug seien! Dann konzentrierte sie sich auf den Gesang, vorerst im Chor mit dem Fokus auf tatarischer Folklore und mit dem Ziel Chordirigentin zu werden, und letztendlich auf den Operngesang. Sie schloss ihr Gesangsstudium mit Auszeichnung in Moskau ab.


    Internationale Aufmerksamkeit wurde ihr durch ihren Sieg beim Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau zuteil. Zudem war sie Preisträgerin beim Francisco Viñas Gesangswettbewerb in Barcelona und beim internationalen Glinka-Wettbewerb für junge Sänger in Tscheljabinsk.


    Die russische Koloratursopranistin war von 2006 – 2008 Mitglied im renommierten Opernstudio der Houston Grand Opera und besuchte Meisterklassen bei Renata Scotto.


    Mit der Partie der Königin der Nacht in Mozart’s Die Zauberflöte avancierte sie zur weltweit führenden Interpretin. Eine Rolle, die sie praktisch überall gesungen hat. So erfolgte 2008 mit der Königin ihr Europa-Debüt als sie die Partie für Riccardo Muti bei den Salzburger Festspielen übernahm. Sie sang die Königin der Nacht auch an der New Yorker MET, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Wiener Staatsoper, an der Mailänder Scala, an der Staatsoper in Hamburg, an der Deutschen Oper Berlin, an der Bayerischen Staatsoper in München, am Bolschoi Theater in Moskau, an der Houston Grand Opera, an der San Francisco Opera und an der Los Angeles Opera.



    Zu ihrem Repertoire zählen neben weiteren Mozart-Partien wie Donna Anna in Don Giovanni, Konstanze in Die Entführung aus dem Serail und Aspasia in Mitridate, auch Rollen wie Gilda in Verdi’s Rigoletto und Elvira in Bellini’s I Puritani, mit der sie am Lyric Opera House in Chicago einen überragenden Erfolg feiern konnte.


    Albina Shagimuratova’s Sopran verfügt über einen reichen Klang, eine volle Mittellage und feinste Pianotöne, bis hin zu schlanken, strahlenden Höhen und vollendeten Koloraturen, die sie mühelos bis in höchste Register zu führen weiß.


    Von der Königin der Nacht hat sie nach mehr als zehn Jahren Abschied genommen, denn inzwischen warten andere Sopranpartien von anderer Natur auf die Sopranistin. So feiert sie beispielsweise große Erfolge mit Donizetti‘s Lucia di Lammermoor und ganz besonders als Violetta in Verdi’s La Traviata. Nach ihrem Auftritt mit der Partie an der Wiener Staatsoper waren sich Publikum und Kritik einig, dass es seit Bestehen der verunglückten Sivadier-Inszenierung (aus dem Jahr 2011) keine bessere Violetta an diesem Haus gegeben hat.


    Bei den BBC Proms debütierte sie mit großem Erfolg als Semiramide in Rossini’s gleichnamiger Oper. Ein Mitschnitt wurde beim Label Opera Rara veröffentlicht.



    Albina Shagimuratova auf CD und DVD:


         



    Gregor

    Obwohl erst am 3.April die Staatsoper in Wien das Programm für die nächste Saison vorstellt ist durchgedrungen, dass in einer Neuproduktion von "Un Ballo in Maschera" Anna Netrebko die Amelia singen wird.

    Verschiedene Quellen besagen aber, dass es Krassimira Stoyanova ist, die die Amelia singen wird. ;)


    Dafür steht nun fest, wann und wo Netrebko ihre erste Turandot singen wird: Ende Januar 2020 an der Bayerischen Staatsoper in München. Knapp vier Monate später wird sie in der von Chrissy erwähnten Don-Carlo-Serie an der Semperoper mit der Elisabetta ein weiteres Rollendebüt geben.

    In beiden Opern wird übrigens ihr Ehemann Yusif Eyvazov ihr Bühnenpartner sein. Es ist tatsächlich so, dass man inzwischen - wenn man Netrebko sehen und hören will - auch an ihrem Gatten kaum noch vorbeikommt. :D


    Der Gatte hat übrigens in einem Interview mit dem französischen Forumopera erzählt, dass Netrebko und er beabsichtigen, in noch etwas fernerer Zukunft Tristan und Isolde zu singen.


    Gregor

    Begeisterungsstürme für Konieczny bei MET-Debüt in "Das Rheingold" mit starkem Österreich-Bezug


    Tomasz Konieczny war der umjubelte Mittelpunkt beim Start von Wagner's Ring-Zyklus an der MET. Bei seinem Hausdebüt hat der polnische Bass-Bariton mit seiner Paraderolle als Alberich nicht nur hymnische Kritiken eingefahren, sondern er wurde beim Schlussvorhang auch vom Publikum mit dem größten Jubel des Abends bedacht.

    Kritiker als auch Opernafficionados in privaten Klassikforen sind sich einig: Konieczny sorgte für das herausragendste MET-Debüt der laufenden Saison! Ein Besucher sprach vom besten Live-Alberich seit Gustav Neidlinger!

    Überhaupt wurde die Vorstellung von Das Rheingold besonders für die Künstler mit österreichischem Bezug zum Riesenerfolg - und von denen gab es in New York insgesamt vier. Neben Konieczny, der seit nunmehr zehn Jahren Liebling des Wiener Opernpublikums und inzwischen auch österreichischer Kammersänger ist, war es der waschechte Wiener Norbert Ernst, dem mit seinem MET-Debüt als Loge ebenfalls ein Sensationserfolg zuteil wurde. Konieczny als auch Ernst waren zweifellos DIE Stars der Aufführung, oder wie zu lesen war, die beiden Standouts.


    Dann war da noch der Niederösterreicher Günther Groissböck - seit inzwischen mehreren Jahren gern gesehener Gast in New York - der als Fasolt aufhorchen ließ. Und schließlich noch Dirigent Philippe Jordan, der ja aktuell der Chefdirigent der Wiener Symphoniker und der designierte Musikdirektor der WSO ab der Saison 2020/21 ist, und der am Pult für eine versierte Umsetzung der Partitur sorgte.


    Wie auch bereits Das Rheingold werden auch die restlichen drei Ring-Teile im Radio bzw. im Live-Stream der MET übertragen. Die Walküre wird ja gar am 30. März im Rahmen von "Die MET Live in HD" im Kino gezeigt.



    Gregor

    Ihr zuSeite stand Javier Camerano, der ihr in nichts nachstand. Das NewYorker Publikum spendete seiner Cavartine „A mes amis... stehendsoviel Beifall, dass er sie wiederholen musste.

    Den Ausschnitt mit der Tenorarie hatte dankenswerterweise schon Gregor vor ein paar Tagen reingestellt - das war schon großartig!

    Und Javier Camarena hat - wie Medien heute berichten - mit seinem Da Capo MET-Geschichte geschrieben, da es das erste Mal gewesen ist, dass im Rahmen einer MET-Kinoübertragung ein Sänger eine Arie wiederholt hat.

    Camarena hat übrigens in allen sieben Vorstellungen der Serie ein Bis gesungen, was Freunde von Statistiken sofort dazu veranlasste, mitzuteilen, dass Camarena somit insgesamt 126 hohe Cs bei pour mon âme gesungen hat ;) - abgesehen von den vielen anderen Spitzentönen die er als Tonio zu singen hatte.


    Gregor

    Du solltest genauer lesen:


    Erstens habe ich mich überhaupt nicht über Frau Zadek geäußert. Ich habe mich ausdrücklich nur zu ihren Aufnahmen geäußert.

    Das ist doch lächerlich, Caruso. Du hast dich nicht einfach nur zu ihren Aufnahmen geäußert, du hast sehr wohl Charakteristika ihrer Stimme beschrieben, und dich somit zu Frau Zadek geäußert.


    perfekte Dialektik. "Ich habe mich nicht zu Frau Zadek geäußert nur zu ihren Aufnahmen." Das ist doch nicht zu trennen.

    Danke, lieber Hans. So ist es. Nur perfekte Dialektik ist das nicht. Im Gegenteil. Das ist doch eine recht plumpe und reichlich unglaubwürdige Argumentation. :rolleyes:

    Und wenn sich jemand über die Stimme von Frau Zadek mit Worten wie 'greislich' (ich nehme an, es ist 'grauslich' gemeint) äußert oder ihr Wortdeutlichkeit abgesprochen wird, dann ist das natürlich die Äußerung einer Meinung über Frau Zadek und ihren Eigenschaften. Und dass das keine Komplimente sind, sondern eher Worte der Geringschätzung, braucht man nicht weiter zu erörtern. Das war auch eine ganz emotionslose Feststellung von mir. Kaum zu glauben, dass Caruso hier mal wieder ein Fass aufmacht und in gewohnt präpotenter Manier reagiert. Andererseits leider wieder typisch für ihn.


    Die Fachkenntnisse und Dein Expertenrang sind Dir im Forum richtiger Weise so oft bestätigt worden, dass Dich Kritiken kaum mehr berühren sollten.

    Aber was hat man von sachlicher Kompetenz, wenn es an sozialer Kompetenz mangelt? :no:


    In dieser Produktion der RAI Rom von 1957 kannst Du Hilde Zadek in der Rolle hören. Bei einiger Anstrengung findest Du das Album auch noch. Es handelt sich zwar um eine konzertante Aufführung - aber immerhin live.

    Danke, lieber Rüdiger. Frau Zadek als Chrysothemis mit Inge Borkh in ihrer Paraderolle als Elektra. Diese Aufnahme war mir noch nicht bekannt.


    Es gibt übrigens noch einen weiteren Elektra-Mitschnitt mit Hilde Zadek als Chrysothemis, die in der von dir erwähnten Aufzählung fehlt. Eine Aufnahme mit Astrid Varnay in der Titelrolle.


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    Gregor

    Sicherlich ist etwas dran an den Aussagen, dass man Hilde Zadek live auf der Bühne erleben musste, um ihren künstlerischen Rang richtig einordnen zu können. Im Beitrag 18 teilte ich bereits mit, dass ich ihre Marschallin im "Rosenkavalier" als sehr gute Leistung in Erinnerung habe. Die Wiener vergöttern ja ihre Sängerlieblinge, raunzen aber auch deutlich, wenn die Leistung nicht stimmt. Deshalb hätte Hilde Zadek sich nicht in lange ersten Partien halten können, wenn die Qualität nicht vorhanden gewesen wäre.


    Wie Hilde Zadek live auf der Bühne auf ihr Publikum wirkte, kann ich nicht sagen, da ich sie nie live sehen konnte. Ich war noch nicht mal geboren, als sie ihre Karriere beendet hat. Fest steht aber, dass Frau Zadek ja nicht nur an der Wiener Oper eine große Karriere gemacht hat, sondern viele große Opernhäuser sie beschäftigt haben. Dass Caruso41 und Rüdiger sich abschätzig über die Künstlerin äußern, heißt aber noch lange nicht, dass sie keine gute Sängerin gewesen ist. Man sollte bei aller Ablehnung trotzdem die Sache etwas differenzierter betrachten.

    Schade, dass der Threadersteller nicht mehr an Bord von Tamino ist, da er die Künstlerin ja oft live gesehen hat. Er könnte sicher einiges Seriöses beitragen.

    Genauso wie Caruso überzeugt mich das, was ich von ihrer Donna Anna gehört habe, nicht. Ihre Stimme war vielleicht einfach viel zu schwer und zu dramatisch für Mozart, für die Koloraturen fehlte es ihr deutlich an Agilität (wenn ich mir ihre Non mi dir-Arie als Beispiel anhöre). Obwohl es allerdings in einer Kritik zu einer MET-Aufführung von 1952 heißt: '<b>In Miss <b>Zadek</b> we had a Donna Anna with the kind of voice needed for the part - a big, dramatic soprano with a properly broad and compelling style.</b>'


    Ritorna vincitor aus Aida ist hingegen eine Wucht. Tolle Stimme, die Töne sitzen, sie hat die vokale Größe für die Partie. Einfach großartig, gerade auch wenn ich bedenke, dass ich italienische Oper in deutsch nicht reizvoll finde. Aber da höre ich dann doch gerne zu. Auch ihre Chrysothemis soll spannend gewesen sein.



    ich bin auf Erkundigung. Sobald ich die Einzelheiten weiß informiere ich Dich in hier im Zadek -Thread. Wenn Du kannst halte den 30. April ab 18.30 Uhr frei. Da brauchst Du dann keine Eintrittskarte, es soll eine Überraschung sein.

    Das ist nett, lieber Hans.

    Und was findet denn da am 30. April statt? :/


    Gregor

    wie ich in meinem Beitrag erwähnt habe bin ich am Rande in den Hilde-Zadek-Gesangswettbewerb involviert. Das Finale findet am 27. April im Musikvereinshaus im Gläsernen Saal. Kannst du eventell dabei sein? Wäre schön, wenn ich Dich bei dieser Gelegenheit persönlich kennenlernen würde.

    Das klingt spannend, lieber Hans. :) Kann man denn Karten für diese Veranstaltung kaufen? Auf der homepage habe ich nichts dazu gefunden.

    Oder geht das nur über den Musikverein?


    Gregor

    Ihr hundertster Geburtstag ist im Forum ja leider ignoriert worden. Dabei wäre das ein schöner Anlass gewesen, um sich ihrer Karriere zu erinnern. Leider ist es wieder mal so, dass man erst sterben muss, damit man sich eines Menschen erinnert. Traurig.

    Wie sang Falco schon so richtig? Muss ich denn sterben, um zu leben?


    Ich möchte aber aus Anlass ihres Ablebens noch einmal auf das von mir weiter oben verlinkte Interview mit ihr hinweisen, in dem sie über ihren Karrierestart und das viele Glück, welches ihr gerade in der Jugend nicht einfache Leben begleitet hat, so eindringlich erzählt. Eine sehr kluge Frau, der man einfach wie gebannt zuhören muss.


    Hilde Zadek Interview


    Und sie war aktiv bis zuletzt. So ist sie auch auf Reisen und im Rahmen ihrer Lehrtätigkeit in Karlsruhe, und nicht in ihrem vielgeliebten Wien verstorben, dass jahrzehntelang ihr zu Hause gewesen ist. Sie unterrichtete auch noch mit 101 Jahren in Wien und Karlsruhe.


    Im April findet der im 2-Jahresrhythmus abgehaltene Internationale Hildegard-Zadek-Gesangswettbewerb der Hildegard-Zadek-Stiftung statt. Nun leider ohne sie.


    Ich fand ihren Mut und ihr Selbstbewusstsein so beeindruckend. Sich beispielsweise vor den Direktor der Wiener Staatsoper, damals Franz Salmhofer, hinzustellen, und zu sagen, dass sie natürlich die Aida als Einspringerin übernehmen kann, obwohl sie die Partie nie studiert und die Oper bis zu diesem Zeitpunkt auch nie gehört hat. Die Rolle hat sie dann innerhalb weniger Tage gelernt. Genauso war es bei ihrem Einspringen für Tebaldi im Verdi-Requiem mit Karajan, wo sie die Partitur dann über Nacht gelernt hat. Da gehört schon was dazu.


    Gregor

    Die Verleihung des Adelstitels an Simon Keenlyside erfolgte jüngst durch Prince Charles, wie ich durch das folgende Bild zufällig herausgefunden habe. Macht diese Verleihung nicht üblicherweise die Queen? :/


    IMG_20190207_183859.jpg


    IMG_20190207_183903-1.jpg

    Danke für die Liste. Domingo ist da auch dabei? Ich dachte, der Empfänger muss entweder Brite durch Geburt oder Bürger des britischen Empires sein?


    Mir ist auch noch Sir Geraint Evans eingefallen. Aber kennt den überhaupt noch wer? :untertauch: Ruhm ist ja so vergänglich ...


    Noch eine Frage: Wieso sind die alten YT-Verlinkungen, die noch aus der Zeit der alten Forensoftware stammen, nur halb bzw. abgetrennt zu sehen und zu betrachten? Ist mir hier bei den Verlinkungen gerade aufgefallen. Sieht jedenfalls furchtbar aus.


    Fragen über Fragen ... 8)


    Gregor

    Joseph Calleja wurde zwar vor der Vorstellung angesagt, weil er noch an den Folgen einer Erkältung litt, aber glücklicherweise machte sich das nur wenig bemerkbar. Am Montag soll er noch deutlich mehr beeinträchtigt gewesen sein. Für mich ist es jedes Mal ein Geschenk Callejas Stimme live zu erleben. Er war dann auch das Glanzlicht einer ansonsten durchwachsenen Aufführung.

    Das wird doch nicht noch die gleiche Erkältung gewesen sein, an der er zwei Wochen zuvor bei seinem Geburtstags-Liederabend an der WSO laboriert hat??? ?(

    Jedenfalls kann sich jedes Opernhaus glücklich schätzen Calleja als Edgardo zu bekommen. Eine Partie die zu seinen absoluten Glanzpartien gehört. Die Rolle kann man nicht besser besetzen. Ein Jammer, dass die WSO ihn bisher nicht als Edgardo verpflichten konnte. Mit Camarena scheint übrigens ein weiterer hervorragender Edgardo heranzureifen. Auf Michael Spyres darf man ebenfalls gespannt sein.

    In Wien wurde man zuletzt ja nicht gerade verwöhnt mit der Lucia-Besetzung einer Neuinszenierung. Große Namen, ja, aber alles andere als überzeugend.


    Gregor

    Ich verdanke Thomas' Hamlet einen meiner allerschönsten Opernabende überhaupt. Vor einigen Jahren die tolle Produktion an der MET. Welch herrliche Musik, die Arien des Titelhelden, das Liebesduett im ersten Akt, die tolle Hamlet/Gertrud-Szene, ...

    Warum dieses Werk nicht öfter aufgeführt wird, ist nicht verständlich. Bietet es eben nicht nur diese wundervolle Musik, sondern auch dankbare Rollen für die Sänger.

    Ich kenne auch die DVD aus Barcelona, wie ein paar Jahre später an der MET ist ja auch hier Simon Keenlyside der überragende Interpret der Titelrolle. Er hat mich für alle anderen Sänger natürlich verdorben, denn Keenlyside ist geradezu der ideale Hamlet. Die MET hat damals die Produktion eigens für ihn auf den Spielplan gesetzt. Nicht nur, dass ihm die französische Sprache auf außergewöhnliche Weise in der Kehle liegt, ist er natürlich darstellerisch eine Wucht. Auch in New York stand da wirklich der Shakespeare-Hamlet auf der Bühne. Keenlyside's Charisma und seine Bühnenpräsenz sind natürlich enorm.

    Auf der DVD ist Natalie Dessay die Ophélie, in New York sprang die deutsche Sopranistin Marlis Petersen für sie ein, nachdem die Dessay die Rolle in NY kurz vor Produktionsbeginn zurücklegen musste.

    Hier ist auch Petersen hochzuloben. Eine so geschmackvolle Interpretation, stilistisch so wunderbar, und auch in ihrem Auftreten war sie hier einfach einmalig. Eine viel zu wenig beachtete Künstlerin.

    Als Gertrud trumpfte in New York Jennifer Larmore famos auf. Die Konfrontationsszene Hamlet/Gertrud wird mir wegen der Kraft und Körperlichkeit von Keenlyside und Larmore unvergesslich bleiben. Das war nicht mehr nur Oper. Das war MusikTHEATER. Da konnte man deutlich sehen was herausragende Sängerdarsteller bzw. Sänger mit Schauspieltalent aus ihren Rollen machen können.


    Ich habe damals diese Rezension für Tamino geschrieben: HAMLET (KEENLYSIDE, PETERSEN) - Metropolitan Opera New York, März 2010


    Die Besetzung in Berlin ist jetzt nicht gerade reizvoll. Und wenn ich lese, dass Diana Damrau nun die Ophélie singt, stellt sich mir die Frage, kommt das nicht ein paar Jahre zu spät? Das was ich zuletzt von ihr so gehört habe, war jedenfalls alles andere als ein Beleg dafür, dass sie ausgerechnet mit der anspruchsvollen, diffizilen Partie der Ophélie gut beraten ist.


    Gregor

    Und die Darstellerin der Herzogin von Krackenthorp heißt Kathleen Turner.

    Wieder einmal ein Besetzungscoup der MET!


    Viele Opernhäuser greifen bei dieser Rolle gerne auf Sängerinnen zurück, die am Ende ihrer Karrieren stehen. So waren in den letzten Jahren beispielsweise Caballé oder Te Kanawa berühmte Krackenthorps.

    Hat nicht seinerzeit auch Ljuba Welitsch die Herzogin oft und gerne übernommen?


    Die MET verpflichtet immer wieder hervorragende Schauspielerinnen für die Krackenthorp. So war zuletzt auch Marian Seldes mit der Rolle an der MET zu sehen, und natürlich die geniale Beatrice Arthur :hail: nicht zu vergessen, weltbekannt als Dorothy von den Golden Girls. Das war damals beim Kathleen-Battle-Skandal.


    Gregor