Beiträge von Gregor

    Ich habe die Beiträge des von Dir mit Leidenschaft und Sachkunde gestarteten Threads gelesen. Manchmal ist es so, dass ein interessantes Thema ganz schnell wieder in den Tiefen des Forum versinkt. Wir alle, die schon eine Zeit dabei sind, haben diese Erfahrung gemacht. Sei also nicht traurig, wenn sich die Reaktionen bislang in Grenzen hielten. Das hat meistens nichts mit dem Gegenstand zu tun. Vielleicht kommen wir ja jetzt wieder ins Gespräch. Man muss eben kämpfen für seine Themen. Für Deinen Elan meinen Dank! Der ist immer ansteckend.

    Lieber Rüdiger, da hast du mich wohl missverstanden. Dass hier lange nichts mehr geschrieben wurde, hat mich eher überrascht. Traurig hat es mich nicht gemacht. Warum auch? Dies war mehr eine Feststellung. Denn immerhin ist schon einiges hier im Thread gesagt worden.

    Da hier aber im Forum eher über die ältere Sängergeneration gesprochen wird als über aktuell aktive Sänger halte ich fünf Jahre Schweigen in diesem Fall einfach für eine lange Zeit. Aber vielleicht gibt es einfach nicht mehr zu sagen.


    Immerhin ist schon einiges zu Panerai gesagt worden. Dies ist somit ein sehr erfolgreicher Thread. Anders sieht es da schon bei anderen Sängerthreads aus. Und das ist auch der Grund warum ich keine Lust mehr verspüre über junge und derzeit aktive Sänger Threads zu eröffnen. Die liegen ja oft wirklich brach ohne irgendeine Reaktion darauf zu erhalten. Dafür ist mir meine Zeit dann einfach zu schade. Denn eine Thread-Erstellung bzw. die Zusammenstellung einer Sängerbiografie kostet viel Zeit. Wozu soll man das auf sich nehmen, wenn man das Gefühl hat es interessiert eh niemanden und niemand will dazu etwas sagen. Mir ging es zuletzt mit einigen Thread-Erföffnungen jedenfalls so. Auch wenn es eine Reihe interessanter Sänger(innen) gibt, die es sicher wert wären, vorgestellt zu werden - ich lasse es.

    Aber mach dir bitte keine Gedanken, das ist halt in diesem Forum so. Es ist alles gut. :hello:


    Und was Panerai betrifft: Zu ihm später noch etwas mehr. :)


    Gregor

    Kein Beitrag mehr seit seinem letzten runden Geburtstag ... nun, heute feiert Rolando Panerai seinen 95. Geburtstag!


    Und bis heute ist Rolando Panerai aktiv - inzwischen als Opernregisseur und Gesangslehrer. Auch 2019 gab er immer noch Meisterklassen.

    Er trat im Laufe seiner langen Karriere an allen bedeutenden Opernhäusern der Welt auf - Mailänder Scala, Royal Opera House London, Wiener Staatsoper, Pariser Oper, San Francisco Opera und und und - nur an der New Yorker MET gastierte er eigenartigerweise nie.

    Er trat in mehr als 150 Opernpartien auf, hauptsächlich im italienischen Repertoire. Er sang auch Wagner in italienischer Übersetzung. So war er der Amfortas neben der Kundry von Maria Callas in einer gerühmten Aufnahme. Die Callas war oft seine Partnerin.


    Eine Partie die er bis ins hohe Alter sang und die zu seinen Paraderollen zählte war der Gianni Schicchi. Mit Mitte 80 trat er noch in dieser Rolle auf. Nachdem er viele Jahre als Ford große Erfolge feierte hat er dann auch mit dem Falstaff eine weitere Traumrolle gefunden.

    Zuletzt führte er auch immer wieder Regie. So machte er 2017 einen Rigoletto am Teatro Carlo Felice in Genua, 2018 einen weiteren Rigoletto beim Festival in Ljubljana. Im Frühjahr 2019 führte er am Teatro Carlo Felice in Genua Regie bei Gianni Schicchi.


    Zum 95. Geburtstag gibt es dieses Video auf YT, in welchem man Panerai mit dem Bajazzo-Prolog hören kann:


    Buon Compleanno, Rolando! :jubel::jubel::jubel:




    Gregor

    Es scheint recht ruhig geworden zu sein, um die doch immer sehr präsente Angela Gheorghiu. Ihr Opernrepertoire ist inzwischen auf zwei Partien zusammengeschrumpft. In den letzten beiden Jahren trat sie entweder als Mimi oder als Tosca auf die Bühne. Und das ist auch in der aktuellen Spielzeit so.


    Mit ihrer am 15. November erscheinenden CD Plaisir d'amour kehrt Angela Gheorghiu zu Decca zurück, genau 25 Jahre nachdem dort ihre legendäre Solti-Traviata erschienen ist.


    Auf Plaisir d'amour begegnet man der Sopranistin als Liedsängerin. Unter den 23 Liedaufnahmen befinden sich auch zwei deutsche Lieder von Richard Strauss.



    Stephanescu - Cântecul fluierasului/Mandruilita de la munte

    Debussy - Nuits d'étoiles/Beau Soir

    Fauré - Après un rêve/Mandoline

    Rachmaninov Son/Vesenniye vody

    Paisello - Nel cor più non mi sento
    Bellini - Vaga luna

    Tosti - Ideale/Sogno/La Serenata
    Rameau - Le Grillon

    Chopin/Litvinne - Tristesse

    Martini - Plaisir d'amour

    Hahn - L'heure esquise

    Strauss - Morgen/Cäcilie
    Balfe - I dreamt that I dwelt in Marble Halls
    Brediceanu - Cine m-aude cântând
    Villa Lobos - Melodia Sentimental // Obradors - El Vito



    Gregor

    Abschiedssaison von den Wiener Symphonikern


    Philippe Jordan's letzte Saison als Chefdirigent der Wiener Symphoniker ist sehr abwechslungsreich.


    Gerade hat er mit einem Brahms-Zyklus im Wiener Musikverein einen Riesenerfolg gehabt. Im Oktober dirigiert er an gleicher Stelle dann noch Musik von Bach und Mendelssohn-Bartholdy, und in einem Konzert - mal nicht mit den Wiener Symphonikern, sondern mit dem ihm bestens bekannten Orchestre de l'Opera National de Paris dirigiert er das Tristan-Vorspiel und den Liebestod sowie die Wesendonck-Lieder (mit Nina Stemme) und Musik von Prokofjew.


    Zum Ende seiner "Amtszeit" im Frühsommer 2020 konzentriert er sich noch auf Symphonien von Mahler bevor er musikalischer Direktor an der Wiener Staatsoper wird. Da darf man ja auch schon gespannt sein was da kommen wird.

    Denn der designierte Operndirektor Bogdan Roscic hat gleich zehn Premieren für seine erste Saison an der Staatsoper angekündigt.


    Gregor

    Die Eingangsfrage lautete ja welcher Sänger von heute ein hörenswerter Cavaradossi ist. Vor ein paar Jahren war Marcelo Alvarez ein hervorragender Interpret der Rolle und ganz besonders ist mir Neil Shicoff in Erinnerung, den ich mehrfach in der Partie gehört habe. Vom Stimmtyp vielleicht gar nicht so ideal, aber was er aus der Rolle herausgeholt hat, war schon phantastisch. :jubel:


    Zuletzt und aktuell Joseph Calleja ganz ausgezeichnet - Puccini-Schmelz ohne Ende, technisch ganz großartig. In London war er damit besonders eindrucksvoll, obwohl den besten Vortrag von E lucevan le stelle habe ich bei einem Arien-Konzert in Wien von ihm gehört. Das war wirklich Gesang aus dem Lehrbuch. Da musste er die Arie wiederholen, so sehr tobte das Publikum. :)


    Den Londoner-Cavaradossi gibt es aktuell nicht auf YT, aber ich habe die früheste Live-Lucevan-Aufnahme von ihm herausgesucht. Aus einer deutschsprachigen Fernsehshow.

    Manche mögen einen dunkel-timbrierten Cavaradossi vorziehen, ich mag hier gerade die Leichtigkeit des Vortrages.

    Hier klingt seine Stimme noch ganz unverbraucht und jugendlich frisch. Auch hier schon technisch sehr gut, wenn auch noch nicht so raffiniert wie heute.

    Und die Schönheit von Calleja's Stimme ist ohnehin unbeschreiblich. :hail::hail::hail:




    Gregor

    Neue Lied-CD von Pavol Breslik


    Und von Winterreisen kann man ja eigentlich nie genug bekommen ... oder sind das doch die Dichterlieben? ;)^^


    Egal, Breslik singt auf der neuen CD-Veröffentlichung Schubert's Winterreise, am Klavier unterstützt von seinem langjährigen Begleiter Amir Katz.


    Eigentlich ziehe ich ja Baritone in diesen Liederzyklen vor - vielleicht gehöre ich da einer Minderheit an, ich weiß nicht.


    Aber gerne darf es auch mal von einem wunderbaren Tenor wie Breslik sein. :)


    Gregor

    Ich glaube,jetzt werden die Anschuldigungen lächerlich.

    Das kommt mir auch so vor, liebe Vera. Vor allem wenn man nun die neusten Entwicklungen in der Sache verfolgt.

    Denn inzwischen haben sich ja laut diversen Berichten auch schon Augenzeugen aus dem Publikum zu Wort gemeldet. So soll ein Besucher der Vorstellung erklärt haben, Grigolo habe dem weiblichen Chormitglied auf ihren künstlichen Schwangerschaftsbauch (!!!) – einem Bühnenrequisit, das Teil der Aufführung war - gegriffen.


    Inzwischen ist Grigolo mit Donizetti’s Liebestrank an die Mailänder Scala zurückgekehrt und wurde vom Publikum demonstrativ mit Standing Ovations bedacht.

    In einem Interview mit Gramilano erklärte der Sänger nach der Aufführung unter anderem „Ich habe einige Chormitglieder am Abend [während des Schlussvorhanges] umarmt. Ich hoffe, ich bekomme nicht noch mehr Probleme“.

    Na, seinen Humor scheint er jedenfalls nicht verloren zu haben.


    Man hört generell, dass der Sänger den Untersuchungen gegen ihn ziemlich gelassen gegenüberstehen soll.

    Hat man in diesem Fall vielleicht doch weit über das Ziel hinausgeschossen?


    Gregor

    Kennt ihr eigentlich dieses Filmportrait, welches André Heller über Jessye Norman gemacht hat? Es lief gestern im österreichischen Fernsehen und Heller hat hier einen ganz wunderbaren Interview-Film mit der Sopranistin gemacht, in dem Norman über ihren Werdegang, ihre Familie, ihre Arbeit spricht.

    Mit manchen Dirigenten dürfte sie ja Schwierigkeiten gehabt haben. ;)

    Eine kluge Frau, der man stundenlang auch beim Erzählen zuhören könnte. <3

    Sie erzählt hier unter anderem, dass sie am Anfang ihrer Karriere für einige Spielzeiten Ensemble-Mitglied an der Deutschen Oper Berlin gewesen ist. Kann man sagen, wann das genau gewesen ist?


    Sie spricht hier auch über den Tod und wie sie sich vorstellt, ob und was da kommt und wie sie sich ihr eigenes Begräbnis wünscht. Es soll mit Musik von Fauré, Bach und Schubert sein.

    Prädikat: Sehr empfehlenswert! :jubel:





    Gregor

    Der Tenor wird seine erste Solo-CD im Herbst herausbringen.

    Sie enthält Arie aus italienischen,. französischen und russischen Opern.


    Am 08. November 2019 erscheint nun dieses Debütalbum.


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    Tracklist:


    Pourquoi me réveiller, ô souffle du printemps? / WERTHER (Massenet)

    Una furtiva lagrima / L'ELISIR D'AMORE (Donizetti)

    L'amour! l'amour! oui, son ardeur a troublé ... Ah! lève-toi, soleil! / ROMEO & JULIETTE (Gounod)

    Lunge da lei ... De' miei bollenti spiriti / LA TRAVIATA (Verdi)

    Kuda, kuda, kuda vi udalilis / EUGEN ONEGIN (Tschaikowsky)

    Ella mi fu rapita! ... Parmi veder le lagrime / RIGOLETTO (Verdi)

    Instant charmant ... En fermant les yeux / MANON (Massenet)

    Tombe degli avi miei ... Fra poco a me ricovero / LUCIA DI LAMMERMOOR (Donizetti)

    Quel trouble inconnu me pénètre? ... Salut! Demeure chaste et pure / FAUST (Gounod)

    Oh! fede negar potessi ... Quando le sere al placido / LUISA MILLER (Verdi)

    Ah! De tous mes espoirs ... Tout est fini / DANTE (Godard)

    Nature immense, impénétrable et fière / LA DAMNATION DE FAUST (Berlioz)

    Che gelida manina ... / LA BOHÈME (Puccini)




    Gregor

    Soll ich jetzt geschlagene drei Jahre auf diese Gesamtaufnahme warten, obwohl sie längst "im Kasten" ist? Wollen die Wiener Symphoniker auf diese Weise maximalen Umsatz erzielen, indem sie das häppchenweise auf den Markt bringen? Am Ende erscheint dann 2020 wohl doch eine Box mit allen neun Symphonien, vermutlich für einen Bruchteil des Preises der Einzel-CDs ...


    Zumindest ich muss daher befinden: Würde mich zwar interessieren, aber werde ich mir erstmal verkneifen.


    Nach zwei Jahren ist der Beethoven-Symphonien-Zyklus nun komplett. Nun ist auch Symphonie Nr. 9 auf CD erschienen.

    Und nur sechs Wochen nach der Veröffentlichung der Neunten erscheint auch die Gesamt-Box mit allen neun Symphonien.

    Wobei der Preis mehr als überrascht - mit nur € 24,89 bei Amazon ist die 5-CD-Box nämlich nur um wenige Euro teurer als die neueste Einzel-CD ...



       



    Gregor

    Gestern im TV angesehen - Jessye Norman war 1993 zu Gast in der Talk-Show Boulevard Bio zum Thema "Mythos Primadonna". Die weiteren Gäste dieser Ausgabe waren Lucia Aliberti und Martha Mödl.


    (War Jessye Norman eigentlich nie zu Gast in August Everding's Sende-Reihe Da Capo?)





    Gregor

    Eine traurige Nachricht. Eine ganz große Künstlerin.

    Diese Perfektion, diese Intensität, dieser Ausdruck. Und diese Wahrhaftigkeit. Egal, was sie gesungen hat.

    Sie hat es immer wieder geschafft, dass einem die Gänsehaut kommt.


    So auch hier. Denn nun ist auch sie "der Welt abhanden gekommen".






    Gregor

    Und nach Domingo haben wir den nächsten prominenten Tenor-Skandal:



    Die Royal Opera suspendiert Vittorio Grigolo


    ... nachdem dem italienischen Tenor im Rahmen einer Faust-Vorstellung auf der Japan-Tournee des königlichen Opernhauses ein Fehlverhalten vorgeworfen wird.

    Laut diversen Berichten soll er in der Vorstellung am 18. September in Tokio ein weibliches Mitglied des Chores auf offener Bühne beim Schlussvorhang begrapscht haben.

    Die Royal Opera hat sofort reagiert und eine Untersuchung eingeleitet und Grigolo von allen Verpflichtungen entbunden.


    Und heute hat auch schon die MET reagiert. Gestern war Domingo dran, heute Grigolo:


    Die Metropolitan Opera suspendiert Vittorio Grigolo


    Die New Yorker MET erklärte heute, dass Grigolo von allen zukünftigen Verpflichtungen entbunden wird. Zumindest bis das Ergebnis der Untersuchung der Royal Opera vorliegt.

    Grigolo hätte im Frühjahr 2020 den Alfredo in La traviata singen sollen. Die MET sucht derzeit einen Ersatz.


    Grigolo ist in dieser Saison weiterhin für Aufführungen an der Mailänder Scala, der Deutschen Oper Berlin sowie der Staatsoper Berlin, der Wiener Staatsoper und der Pariser Opera Bastille vorgesehen. Zumindest noch.



    Gregor

    Placido Domingo beendet MET-Karriere


    Domingo hat alle Macbeth-Vorstellungen an der New Yorker MET abgesagt.

    Die New York Times hat dazu ein entsprechendes Statement des Sängers veröffentlicht, in dem er unter anderem sagt, dass er glücklich ist, dass er den Macbeth noch in der Generalprobe singen konnte. Er betrachtet diese Vorstellung als seine letzte an der MET.

    Bereits in den letzten Tagen waren Berichte zu lesen gewesen, in denen Mitarbeiter an der MET davon sprachen, sie fühlen sich bei den Proben mit dem Sänger nicht wohl.

    Domingo hat nun die Konsequenzen gezogen.


    https://orf.at/stories/3138429/



    Gregor

    Und - darum geht es ja eigentlich hier - von Herrn Domingo gibt es nichts Neues.


    Oh, es gibt mehr Neues als ihm oder seinen Fans lieb sein wird. Nun hat auch eine ehemalige Angestellte von Sony Classical mitgeteilt von Domingo umarmt und auf den Mund geküsst worden zu sein. Laut seinen Repräsentanten kann sich Domingo nicht an diesen Vorfall erinnern.

    Die künstlerische Leiterin der Seattle Opera, C. Scheppelmann, hingegen - die mehr als zehn Jahre mit Domingo an der Washington National Opera zu tun hatte - ergreift für den Sänger Partei. Es gab zwar Vorfälle mit anderen Künstlern, in denen sie sofort eingeschritten ist. Bezüglich Domingo sei ihr nichts zugetragen worden. Sie gibt auch an, er habe zwar bei Besetzungsangelegenheiten mitgesprochen, er hat laut Scheppelmann in Gesprächen aber nie zu ihr gesagt, dass eine Sängerin einer anderen vorzuziehen sei.


    Inzwischen geht auch der Absagenreigen in den USA weiter, denn auch die Dallas Opera hat ihre Placido Domingo Gala abgesagt. In Europa hingegen sieht es anders aus: Das Teatro Real in Madrid, die Mailänder Scala, und die Staatsopern von Berlin und Wien halten an den Terminen mit dem Sänger in der Saison 2019/20 fest und bestätigen bis dato seine Auftritte.


    Zudem bekommt Domingo immer mehr Unterstützung aus der eigenen Community in den sozialen Netzwerken. Nicht nur von Männern. Ana Maria Martinez - die seit mehr als zwanzig Jahren mit Domingo zusammenarbeitet - erklärte, Domingo habe sie immer mit Würde und Respekt behandelt. Ainhoa Arteta - die ja bekannterweise selbst mal Opfer brutaler Gewalt geworden ist - verteidigt ihn und sagt, er würde eher seine Hand ins Feuer halten, als dass er Frauen belästigen würde. Barbara Frittoli kennt Domingo ebenfalls seit vielen Jahren und erklärt, dass er niemals Gefälligkeiten von Frauen erpressen musste. Die Mezzosopranistin Nancy Fabiola Herrera zweifelt ebenfalls an den Vorwürfen, und stellt die Frage, warum sich denn ein Opfer an die Presse wendet und nicht an die Justiz. Ermonela Jaho bezeichnet Domingo als sehr respektvoll und findet nur Worte der Bewunderung für ihn. Zu seinen weiteren Supportern zählen laut diverser Berichte auch Olga Peretyatko, Teresa Berganza, Arturo Chacon Cruz, Javier Camarena, Sonya Yoncheva, Aida Garifullina, Hui He, Violeta Urmana, Irina Lungu, Maria José Siri, Francesco Meli, Charles Castronovo und und und ...


    Gregor

    Bei Domingo glaube ich angesichts der Vielzahl der Frauen, die sich dazu geäußert haben, nicht an seine Unschuld.

    Das finde ich immer interessant, wenn solche Anschuldigungen auftauchen. Es gibt oft immer gleich eine ganze Reihe von Opfern die sich melden. Egal ob Levine, Weinstein, Cosby ... Aber ist es tatsächlich so? Je mehr Leute sich melden, umso "wahrer" ist die Geschichte? Da wäre ich vorsichtig. Haben die Menschen denn nichts aus der Benny-Fredriksson-Tragödie gelernt? Solche Geschichten können einen Menschen wirklich ruinieren. Obwohl bei Fredriksson ja andere Anschuldigungen im Raum standen, aber die Wirkung ist die gleiche.

    Somit sollte man vorsichtig sein mit Vorverurteilungen.


    Interessant ist auch zu sehen wie unterschiedlich die Opernhäuser in Europa und den USA reagieren. Über dem großen Teich werden ja Domingo-Veranstaltungen abgesagt, nicht nur Philadelphia, sondern auch in San Francisco wurde die Feier zu seinem dortigen 50-jährigen-Jubiläum abgesagt. Die LA-Opera startet eine Untersuchung und die Dallas Opera sagt, man werde die weiteren Entwicklungen genau verfolgen. Auch die MET wartet ab.

    Trotzdem spricht die Frankfurter Rundschau in einem Artikel bereits von seinem Karriereende.


    Auch europäische Opernhäuser wie die Oper in Zürich und die Staatsoper in Wien sehen derzeit noch keinen Handlungsbedarf und kündigen Domingo nach wie vor in ihren Spielplänen an. Unterstützung erfährt Domingo bislang einzig und allein von den Salzburger Festspielen und deren Festspielpräsidentin Rabl-Stadler, die ein dementsprechendes Statement veröffentlicht hat, das sicher inzwischen alle kennen.


    Somit wird Domingo seinen ersten Auftritt seit diesen Schlagzeilen am 25. August in der konzertanten Luisa Miller in Salzburg haben.


    Gregor

    Jetzt stellt sich auch die Frage, wie es mit Domingo's Karriere weitergehen wird. Was denkt ihr? Haben im Grunde doch alle Künstlerkarrieren, die in Verbindung mit solchen Anschuldigungen stehen, ein jähes Ende gefunden. Kann ein Superstar wie Domingo auch so einen Sturm überstehen?


    Ein Levine hat das nicht geschafft. Und ein David Daniels auch nicht. Die Sache mit Daniels war ja auch eine besonders üble Geschichte, die hier im Forum allerdings erstaunlicherweise totgeschwiegen wurde. Oder lag es einfach nur daran, dass man sich für Countertenöre nicht besonders interessiert?

    Die Daniels-Affäre hat ja auch optische Spuren bei dem Sänger hinterlassen. Auf den neuesten Fotos ist der Countertenor ja kaum noch zu erkennen. Ich bin fast erschrocken ...


    Gregor

    Der starke Ausdruck ist bei ihr öfter mal ein Aus“druck“. Die Hände zu Fäusten geballt gelang die anschließende Piano-Stelle nicht wirklich.


    Das hast du sehr gut ausgedrückt, liebe Boismortier. Und durch diesen Druck bekommt die Stimme dann diese unschöne Farbe und ein Tremolo schleicht sich ein. Ihr erster Platz bei Operalia erstaunt schon etwas, denn da gehörten Sängerinnen zu ihrer Konkurrenz, die als Gesamtpaket doch überzeugender waren. Allen voran Maria Kataeva zum Beispiel, die ich übrigens erst durch Operalia kennengelernt habe.

    Aber es ist schön, dass es zumindest ein Mitglied hier gibt, welches ein bißchen genauer hinhört und jede Kritik nicht gleich persönlich nimmt. Das ist doch zu albern.

    Man wird ja sehen, wie es mit Frau Gonzalez weitergehen wird. Wird sie zu den Operalia-Gewinnern zählen, die durchstarten, oder wird sie zu denen gehören, denen die große Karriere doch nicht gelingen will? Denn eine Weltkarriere garantiert auch ein Sieg bei Operalia nicht. Auch wenn dieser Wettbewerb für Gewinner laut Joyce DiDonato die Türen der führenden Opernhäuser öffnet und man den Placido-Domingo-Stempel bekommt.


    Gregor

    Ich habe mich nun mehr mit Adriana Gonzalez beschäftigt und inzwischen ist ihr Finalbeitrag vom Operalia-Wettbewerb auch auf YT zu finden. Und beim nochmaligen Anhören muss ich sogar noch mehr relativieren. Sie drückt viel zu sehr auf die Stimme und da schleicht sich jetzt schon ein leichtes Tremolo ein. Die Arie der Juliette ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht ideal für sie.


    Die Lobeshymnen die Caruso41 zur Sängerin gemacht hat, sind nicht ganz nachzuvollziehen. Weder ist die Stimme besonders farbenreich noch macht sich ihre Risikobereitschaft bezahlt. Im Gegenteil. Vielleicht kann sie ihre Qualitäten mit den von ihr gewählten Arien auch nicht ausdrücken, weil sie noch eine Nummer zu groß für sie sind. Aber für das rein dramatische Fach bietet sich die Stimme bei näherer Betrachtung doch nicht an. Es sei denn Caruso will, dass sich die Sängerin stimmlich runiert.

    Das dunkle Timbre mag im ersten Moment vermitteln, dass das eine Stimme für dramatische Partien ist, aber eine zart-lyrische Stimme ist das auch nicht. Sie befindet sich wohl eher in einem Zwischenfach. Wenn sie die Stimme zurücknimmt gelingen ihr immer wieder sehr schöne Phrasen, sobald sie dramatisch wird, verfärbt sie sich unschön und sie gerät deutlich hörbar an ihre Grenzen.


    Nein, da gibt es schon einige Alarmzeichen.





    Gregor

    In diesem Jahr bei Cavalleria/Pagliacci haben mich vor allem die beiden Damen Liudmyla Monastyrska (Santuzza), Aleksandra Kurzak (Nedda) angelockt und nicht enttäuscht.

    Marco Berti (Canio und Turridu) und Claudio Sgoura (Tonio und Alfio) singen zwar auch an ersten Bühnen, und hatten in Hannover durchaus Erfolg, konnten mich freilich mit ihrem ungenauen und undifferenzierten Singen nicht überzeugen.

    Ich habe es mir nun über TV angesehen, Caruso. Monastyrska war ganz klar die Sängerin des Abends. Da stimmte alles. Auch Kurzak sehr gut, auch wenn ihr lyrischer Sopran bei manchen dramatischen Ausbrüchen deutlich hörbar an Grenzen stieß.

    Sgura singt mir generell zu grob und polternd, und Berti sang ohne jegliche Geschmeidigkeit und ohne irgendwelcher Farben. So blieben beide eher eindimensional. Wobei das alles schon sehr spannend präsentiert wurde. Das war schon eine szenische Aufführung, aber eben ohne Bühnenbild.



    Bleibt Xabier Anduaga , um den es ja hier eigentlich nur geht. Die Partie des Beppe ist natürlich keine wirkliche Herausforderung und ich habe wohl noch keinen schlechten Interpreten damit gehört. Aber mir fiel er positiv auf, weil er erfreulich präzise sang, mit einer echten Eleganz des Atems und nobler Phrasierung. Nur leider ist die Stimme sehr leicht und denn für eine Open Air Vorstellung fast zu leicht. Solltest Du Dich weiter mit dem Tenor beschäftigen wollen, findest Du hier Material Entdeckungen: Neue Stimmen

    Anduaga's Timbre ist wirklich schön. Das Ständchen des Arlecchino hat er sehr geschmackvoll vorgetragen. Über seine Live-Wirkung kann ich nichts sagen, denn über das TV-Gerät klang seine Stimme genauso groß wie die der anderen Sänger, klar. :)


    Den Link zu Anduaga hast du übrigens schon weiter oben eingestellt. Vergessen? ;)


    Gregor

    Xabier Anduaga


    Der Operalia-Gewinner war vor kurzem der Beppe/Arlecchino in einer halb-konzertanten Aufführung von Leoncavallo's I Pagliacci beim NDR Klassik Open Air in Hannover. Es gab auch eine TV-Übertragung. Eine Veranstaltung, die an mir total vorbeigegangen ist. Aber vielleicht hat es ja jemand gesehen.
    Man kann sich die Aufführung auf der NDR-Homepage derzeit noch ansehen. Keine Ahnung wie lange. Wer es also sehen will, sollte sich beeilen.

    Neben Anduaga singen Marco Berti und Aleksandra Kurzak die Hauptrollen.

    Es dürfte im Anschluss auch noch eine Cavalleria Rusticana aufgeführt worden sein.


    https://www.ndr.de/kultur/musi…ir,klassikopenair288.html



    Gregor

    Optisch gibt die Kulisse von St. Margarethen natürlich viel her, da kann man sich als Zauberflöten-Regisseur wirklich austoben.


    Leider wurde diese Zauberflöte auch sehr kontrovers aufgenommen, da ein Schauspieler und kein Sänger die Rolle des Papageno übernommen hat. Die Kritiken für Max Simonischek, Sohn von Schauspielstar Peter Simonischek, fallen dementsprechend aus. Simonischek sagt ja gleich selbst, dass er nicht singen kann. Auch das Publikum zeigt sich sehr enttäuscht. Man liest leider kaum was Gutes über diesen Papageno.


    Simonischek versucht ja eigentlich gar nicht zu singen, es ist eher ein Sprechgesang. Ich habe mir unter anderem das Duett mit Pamina "Bei Männern welche Liebe fühlen" angehört, und wenn ein Papageno gesanglich nicht mit einer Pamina mithalten kann, verpufft da jede Wirkung.


    Das folgende Video mit einem Interview mit Herrn Simonischek - bei dem er in Ausschnitten von der Probenarbeit auch singend zu hören ist - wird nicht zur Akezptanz seiner Rollendarbietung beitragen. Wenn man seinen Worten folgt, war die Beschäftigung mit Mozart bisher eher eine Zeitverschwendung für ihn, und von der Opernarbeit hält er auch nach der Probenarbeit anscheinend nicht allzuviel. Geht es doch nach seiner Meinung eher um Optik und Wirkung als um die Zeichnung einer Rolle. Obwohl er auch lobende Worte für Opernsänger und deren Disziplin findet.

    Für ihn war das eher ein Ausflug aus seiner Komfortzone, eine Leidenschaft für die Gattung Oper scheint er wohl nicht entwickelt zu haben. Dafür erzählt er all das viel zu nüchtern.






    Gregor

    Ich habe mir Deine Videos nochmal angehört, auch wenn ich beide schon kannte. Christina Nilsson ist recht gut zu verstehen, u.a. da sie bei einigen Wörter neu ansetzt, die von Lise Davidsen legato durchgesungen werden und dadurch etwas verwischen. Allerdings wirkt der Gesang von Frau Nilsson auf mich etwas “eieriger“, nicht so „gradeaus auf der Luft“. Das gefällt mir persönlich nicht so gut, obschon ich ihren Klang sehr mag.

    Das kann ich nun so gar nicht sagen, liebe Boismortier. Da eiert für mich gar nichts, im Gegenteil. Ihr Ton kommt für mich klar und rund. Da ist die Stimme von Davidsen im Vergleich die deutlich unruhigere. Besonders in der Höhe beginnt ihr Sopran auffällig zu flackern. Aber es gibt Hörer, denen das halt gefällt. Mir gefällt das nicht ganz so gut, weil es den Gesamteindruck, der bei ihr schon gut ist, etwas trübt.


    Was das Legato betrifft, habe ich mir die beiden Videos nochmal ganz genau angehört und festgestellt, dass da kein großer Unterschied ist. Lediglich zum Ende hin akzentuiert Nilsson besonders deutlich und verbindet die Töne nicht mehr. Das macht Davidsen aber auch nicht, allerdings kaschiert sie das zugegebenermaßen sehr geschickt.


    Nilsson hat sich seit ihrem Auftreten beim Wettbewerb Neue Stimmen vor zwei Jahren, wo sie mir noch gar nicht so gut gefallen hat wie jetzt, deutlich weiterentwickelt. Im gleichen Jahr hat sie ja auch noch den Concorso Renata Tebaldi gewonnen und im Jahr zuvor schon ging sie als Siegerin beim Wilhelm Stenhammar-Wettbewerb hervor. Das ist schon auch eine junge Sängerin, die bei ihren Wettbewerbsauftritten immer deutlich hervorsticht.

    Müsste nicht heuer auch wieder eine neue Ausgabe des Neue-Stimmen-Wettbewerbes kommen? Ich glaube dieser findet ja im Zwei-Jahres-Rhythmus statt.


    Letztendlich sind das beide sehr interessante, sehr unterschiedliche Sängerinnen mit unterschiedlichen Vorzügen. Und es wird interessant sein von beiden in Zukunft mehr zu hören.


    Gregor

    Nachdem die Operalia-Preisträgerin von 2015 Lise Davidsen im Bayreuther-Tannhäuser zuletzt nicht alle begeisterte, hat jemand die Idee gehabt, dass doch die Operalia-Preisträgerin von 2019, die Schwedin Christina Nilsson vielleicht eine noch überzeugendere Elisabeth sein könnte. Keine Ahnung, ob Nilsson die Elisabeth schon im Repertoire hat, aber es ist schon interessant diese beiden Stimmen zu vergleichen.


    Beide Sängerinnen singen die Hallen-Arie hier sehr gut, aber es fällt auf, dass Davidsen's Sopran zwar stählerner aber auch viel gedeckter ist, während Nilsson's Gesang in allen Lagen strahlt. Ihre Stimme ist klar, ihr Sopran jubilierend, was zu der Arie hervorragend passt. Zudem ist Nilsson's deutsche Aussprache sehr gut, man versteht praktisch jedes Wort. Das kann man von Davidsen nicht sagen.







    Christina Nilsson - da empfiehlt sich eine weitere Sängerin für Wagner und Bayreuth.



    Gregor

    Warum, lieber Gregor, mochtest Du Dir dann nicht erst mal ansehen, was hier im Forum schon über sie zusammengetragen wurde?

    Hätte nicht der bemerkenswert scharfsinnige Beitrag von Rheingold Anknüpfungspunkte geliefert?


    Die Links habe ich mir ganz bewusst erst später angesehen, lieber Caruso, um ganz unvoreingenommen meine Gedanken formulieren zu können, und dabei bin ich ja zu einer sehr ähnlichen Erkenntnis gelangt wie Rüdiger und du. Wenn auch zu einer etwas kritischeren. Aber ich weiß nicht ob ein Anknüpfen jetzt noch so viel Sinn macht. So großes Interesse scheint ja ohnehin nicht zu bestehen, wahrscheinlich nicht mal mehr bei Rüdiger selbst. Für dich ist ja scheinbar auch schon alles gesagt. Um mehr sagen zu können, müsste einfach mehr von der Sängerin kommen. Wirklich Neues von ihr gibt es ja noch nicht.


    Und die Suche nach Videos hättest Du Dir dann sparen können, da die schon seit anderthalb Jahren im Forum stehen


    Ach, das macht doch nichts. Zum einen findet man die ja recht schnell, und zum anderen gibt es hier im Forum viele Themen und Postings doppelt, dreifach, vierfach usw. ^^


    Gregor

    Ich muss gestehen, dass mir der Name Adriana Gonzalez bis Operalia 2019 unbekannt gewesen ist. Ich habe mich jetzt auch ein wenig durch ihre YT-Aufnahmen gehört. Das ist schon eine recht gehaltvolle Stimme, die sich für dramatischere Partien empfiehlt. Die Stimme mag vielleicht nicht besonders individuell sein, aber sie hat Substanz und ist von eindringlicher Intensität. Für Mozart ist mir ihr Sopran viel zu üppig, da ist die Arie der Juliette Amour, ranime mon courage mehr ihr Metier, auch wenn sie bei dieser schwierigen Arie doch (noch) an ihre Grenzen stößt. Für den Walzer der Juliette wird es dieser Stimme allerdings wohl an der nötigen Leichtigkeit fehlen.

    Auch die Rusalka-Arie liegt ihr. Eine persönliche Note gilt es allerdings noch zu finden.

    Für die Micaela ist mir ihre Stimme etwas zu hart, zu dramatisch. Da hört man schon deutlich, dass sie in ein anderes Fach drängt. Die Stimme ist im Piano sehr wohlklingend, wenn auch noch etwas unruhig geführt, aber dramatische Spitzentöne bekommen eine unschöne Färbung. Da wird mit zu viel Druck gesungen.


    Es wird interessant sein, zu sehen, welche Rollen sie annimmt, wenn sie denn mal dauerhaft größere Partien singt. Bislang ist sie vornehmlich mit Nebenrollen in Erscheinung getreten. Drei große Opernpartien hat sie allerdings schon gesungen: Pamina, Liù und Micaela.







    Gregor

    Pietro Mascagni

    CAVALLERIA RUSTICANA

    03. August 2019

    20.55 Uhr ARTE



    Vor einigen Jahren gab es La Traviata am Hauptbahnhof und La Bohème im Hochhaus. Heuer folgt Cavalleria Rusticana aus den Sassi di Matera!


    Die süditalienische Stadt Matera ist weltberühmt für ihre Höhlensiedlungen, die Sassi.

    Die Höhlenstadt Matera, die eine der ältesten Städte der Welt ist, und seit 2013 zum Weltkulturerbe gehört und die 2019 zur Kulturhauptstadt Europas gewählt wurde, wird nun zu einer Opernkulisse.

    Die Höhlen die noch aus der Jungsteinzeit stammen, die berühmten Sassi, die noch heute bewohnt werden, werden zum Schauplatz von Mascagni's Sizilianischer Bauernehre.

    Als Spielorte kommen die Straßen, der Domplatz und der Platz vor der Felsenkirche Santa Maria d'Idris zum Einsatz.


    Cavalleria Rusticana in den Sassi di Matera ist eine Koproduktion des Teatro San Carlo Neapel mit der Stadt Matera, und des Fernsehsenders ARTE mit den Fernsehsendern RAI (Italien) und RSI (Italienische Schweiz).



    matera.jpg

    Matera, Basilikata, Süditalien



    Besetzung:

    Veronica Simeoni (Santuzza), Roberto Aronica (Turridu), George Gagnidze (Alfio) Leyla Martinucci (Lola), Elena Zilio (Mama Lucia);

    Chor und Orchester des Teatro di San Carlo Neapel; Dirigent: Juraj Valcuha

    Inszenierung: Giorgio Barberio Corsetti


    Gregor

    Wer sind denn diese Operalia-Preisträger eigentlich?


    Xabier Anduaga hat 2016 sein Debüt gegeben, als Belfiore in Rossini's Il viaggio a Reims, nachdem er an Alberto Zedda's Accademia Rossiniana teilgenommen hat.

    Größere Beachtung erfuhr er dann durch seine Teilnahme am Francisco Vinas Gesangswettbewerb bei dem er gleich fünf Preise gewinnen konnte.

    Inzwischen war er Ramiro in La cenerentola in Bilbao, Pesaro und Padua, Conte Almaviva in Ancona, Parma, Peking und St. Petersburg, Nemorino in Palma de Mallorca, Fenton in Budapest, Lindoro in Buenos Aires und Turin. Zudem sang er Arturo in Lucia di Lammermoor in Paris, den Cavalier Belfiore in Il viaggio a Reims in Wien, Ernesto in Ricciardo e Zoraide in Pesaro und Leicester in Il castello di Kenilworth in Bergamo.


    Es ist noch recht schwer Tonmaterial von ihm online zu finden. Auf YT gibt es die Arie des Lindoro aus Rossini's L'Italina in Algeri und man findet Anduaga auf CD und DVD in Donizetti's Il castello di Kenilworth. Übrigens mit einem früheren Operalia-Preisträger, dem die ganz große Karriere auch neun Jahre nach dem Wettbewerbssieg nicht gelungen ist - Stefan Pop.


       



    Anduaga besuchte diverse Meisterkurse, so auch einen bei Juan Diego Florez, mit dem er ja bereits in Pesaro auf der Bühne stand.
    Vom Unterricht mit dem peruanischen Tenor gibt es ebenfalls einen Ausschnitt auf YT.





    Gregor

    Die Gewinner von OPERALIA 2019 stehen fest, wie Jolanthe bereits bekanntgab.


    Schon interessant, wie unterschiedlich die einzelnen Sängerwettbewerbe ausgehen. Da sieht man auch, dass die Experten die in der Jury sitzen oft ganz unterschiedlicher Meinung sind.

    Schön fand ich das salomonische Urteil, alle Finalisten mit Preisen auszuzeichnen.

    Die im Vorfeld als Favoriten gehandelten und bereits als mehrfache Wettbewerbspreisträger angereisten Sänger wie Piotr Buszewski oder Mario Bagh (nur um die zu nennen, die im Finale standen) wurden hier "nur" mit Encouragement Awards ausgezeichnet.


    Die beiden ERSTEN Preise gingen an Xabier Anduaga und Adriana Gonzalez.


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    Xabier Anduaga sah ich auch sofort als den Favoriten in der Zarzuela-Kategorie. Als Gesamtsieger sah ich ihn dann doch nicht. Für den Ersten Preis hätten sich andere Künstler empfohlen. Anduaga ist natürlich ein hervorragender junger Sänger mit viel Potential und Domingo betonte ja bei der Preisvergabe ganz besonders, dass er eben Spanier sei. Ich hatte eigentlich mit Gihoon Kim gerechnet, denn der Bariton war von allen der stimmlich reifste und in der vokalen Darbietung den anderen schon deutlich voraus.

    Bei den Damen hätte ich auch Maria Kataeva als Kandidatin für den Ersten Preis gesehen. Eine Mezzo-Stimme mit Rossini-Feuer. Hört man heute ja nicht oft.

    Obwohl Adriana Gonzalez natürlich auch beachtlich gut ist.


    Die Dichte an hervorragenden jungen Sängern war dieses Jahr so groß, dass man anstatt zehn Sängern diesmal zwölf ins Finale mitnahm, wie Domingo am Ende betonte. Es wundert nicht, denn alle zwölf werden sicher ihren Weg gehen.


    Gregor