Beiträge von Gregor

    Bei allem Respekt: das ist wirklich keine Geschichte, die dem Teatro Real, seinem Publikum und der Sopranistin zur Ehre gereicht! Aber das wirst Du sicher anders beurteilen!


    Ich weiß wirklich nicht, was diese gehässige Replik wieder bezwecken soll? Geht es einfach nur darum einen weiteren thread mit bösartigen Kommentaren kaputtzumachen? Dein erster Versuch hier ist - auch dank Alfred's Hilfe - fehlgeschlagen.


    Wie ich etwas beurteile steht in diesem Fall gar nicht zur Diskussion. Also was soll das? Und wenn man schon unbedingt gegen ein anderes Tamino-Mitglied schießen will, sollte man es so machen, dass man sich selbst damit nicht unglaubwürdig macht.


    Denn im Radvanovsky-thread war von Caruso41 zum Arien-Da-Capo von La mamma morta zu lesen:


    Das ist eine nette Nachricht:

    das „bis“ ist prima für Sondra Radvanovsky und sicher auch für das Publikum.


    Auch im Camarena-thread hieß es zu dessen Arien-Da-Capo in einer Don-Pasquale-Aufführung aus der MET:


    Ich habe die ganze Aufführung am Radio gehört und muss sagen: wegen Camarena hat sich das wirklich gelohnt. Eine sehr schöne Leistung.


    Aha, da haben die Da Capos also nicht gestört und wurden gar für Publikum und Sänger goutiert. Was für die Barceloner und Radvanovsky als auch für die New Yorker und Camarena gut ist, soll für die Madrider und Oropesa also schlecht sein? Warum setzt man hier jetzt eine Sängerin und ein ganzes Publikum für das gleiche Ereignis derart herab?

    Wie unglaubwürdig will man als Diskutant hier eigentlich werden?


    Oder geht es tatsächlich nur darum, Konflikte zu stiften?

    Ich fürchte letzteres. :no::no::no:


    Gregor

    Lisette Oropesa schrieb am 28. Juli 2020 Geschichte am Teatro Real in Madrid, als sie nach heftiger Akklamation des Publikums Addio del passato aus dem dritten Akt von Verdi's La traviata wiederholte.


    Das Teatro Real hat das Video der Arie und die Wiederholung derselben (in diesem Fall die zweite Strophe der Arie, die in vielen Aufführungen oft gestrichen wird) auf seinen YT-Kanal gestellt.




    Nur wenigen Künstlern ist es bislang gelungen am Opernhaus in Madrid eine Arie zu wiederholen. Oropesa war bereits 2018 an einem 'Bis' beteiligt, als sie als Teil einer Lucia-di-Lammermoor-Besetzung das berühmte Sextett wiederholte.


    Gregor

    Opernbühnenabschied und 80. Geburtstag!


    Es sah gerade noch so aus, als ob der verlängerte harte Lockdown in Österreich Placido Domingo's Abschied von der Opernbühne in Wien als Nabucco verhindern würde. Die angekündigten Auftritte im Jänner verfallen jedenfalls aufgrund der vorübergehenden Schließung der Wiener Staatsoper. Bis auf einen.


    Denn nun kommt dieser Abschied Domingo's einfach ins TV. Am 24. Jänner wird eine Vorstellung von Verdi's Nabucco an der Wiener Staatsoper ohne Publikum stattfinden, dafür aber im TV auf ORF III übertragen.


    Die TV-Übertragung ist gleichzeitig eine Ehrung des Sängers zu seinem 80. Geburtstag, den er drei Tage zuvor, am 21. Jänner, begeht.


    Gregor

    Eigentlich generell ein interessantes Thema - Opernsänger die auch als Film-Schauspieler aufgetreten sind.

    Da müsste es doch eine ganze Menge geben. Das wäre doch einen eigenen thread wert.


    Es dürfte der einzige Film von Joseph Schmidt sein, der aktuell auf DVD erhältlich ist.

    Das stimmt doch nicht. Es gibt aktuell eine DVD-Box mit drei Schmidt-Filmen:

    Ein Lied geht um die Welt (1933), Ein Stern fällt vom Himmel (1934) und Heut' ist der schönste Tag in meinem Leben (1936).



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    Gregor

    Aktuell auf Youtube: La traviata aus Madrid vom Juli 2020 mit Marina Rebeka in der Hauptrolle. Die Sänger agieren alle mit Einhaltung des Sicherheitsabstandes. Somit dürfen in dieser Inszenierung Violetta und Alfredo einander nie nahekommen.


    Leider ist Michael Fabiano ein mit nichtssagendem, ja, unattraktivem Timbre aufwartender Alfredo ohne jegliche Wärme in der Stimme. Unangenehm fällt auf, dass er gerne brachiale Töne rausschleudert. In der Cabaletta im zweiten Akt zuckt man regelrecht zusammen.

    Artur Rucinski singt den Giorgio Germont.




    Gregor

    41f19CwLSOL._AC_.jpgRund um Weihnachten und Neujahr eigentlich immer irgendwo im TV - die legendären Miss-Marple-Filme mit der genialen Margaret Rutherford (1892-1972) in der Titelrolle.

    Auch wenn Agatha Christie (1890-1976) - die Rutherford sehr geschätzt hat - so gar nicht die von ihr erfundene Figur in der Mimin erkennen konnte, hat die Oscar-Preisträgerin dennoch das Bild der altjüngferlichen Hobby-Detektivin geprägt wie keine andere Schauspielerin.

    Rutherford ist herrlich in ihrer ganz eigenen Art und mit ihrer köstlichen Mimik.


    Vier Filme wurden zwischen 1961 und 1964 gedreht, alle inszeniert von George Pollock (1907-1979). Eigentlich basiert nur die erste Verfilmung, 16.50 Uhr ab Paddington (Murder she said) von 1961 auf einem Miss-Marple-Roman. Die beiden Nachfolgefilme Der Wachsblumenstrauß (Murder at the gallop) von 1963 und Vier Frauen und ein Mord (Murder most foul) von 1964 basieren auf Romanen die Fälle für Christie's legendären belgischen Detektiv Hercule Poirot (!) sind und die für die Filme auf Miss Marple adaptiert wurden.

    Alle drei Filme weisen weitere Abweichungen auf. So wurde für alle Filme die Figur Mr. Stringer ins Skript geschrieben, eine Art ungeschickter Helfer oder begriffstutziger Verbündeter für Miss Marple. Diese Figur taucht in den Christie-Romanen gar nicht auf und wurde lediglich auf Wunsch von Rutherford für ihren Schauspieler-Gatten Stringer Davis (1899-1973) erschaffen.

    Der vierte Film Mörder Ahoi (Murder Ahoy) von 1964 liegt überhaupt keinem Roman von Christie zugrunde. Er beinhaltet allerdings Elemente aus Christie's Roman Fata Morgana aus dem Jahr 1952.


    Die Filme sind heute Kult und auf DVD längst zum Verkaufshit geworden.







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    Weltberühmt wurde auch die Musik von Ron Goodwin (1925-2003). Wer kennt diese Melodie denn nicht?




    Gregor

    Im vergangenen Monat sang Lisette Oropesa bei der Scala-Saisoneröffnung Regnava nel silenzio aus Lucia di Lammermoor. Ihr Auftritt galt für viele als DER Höhepunkt der Veranstaltung.




    Ihre Interpretation der Rolle am Teatro Real in Madrid 2018 wurde als Sensation gefeiert. Mit der Lucia hat sie zweifellos eine neue Paradepartie gefunden. Hier ist sie mit ihrer umjubelten Wahnsinnsszene:




    Gregor

    Jetzt haben wir bereits drei Varianten: Schager, Schlager und Schagerl. Kurios!

    In der Tat kurios. Aus dem Schagerl wurde schon vor langer Zeit - der Einfachheit halber - Schager. Schlager hieß er nie. So hieß er vielleicht in Rezensionen, wenn der Schreiber nicht genau auf den Namen achtete. Also bei sogenannten Schlampigkeits- oder auch bei Tippfehlern.


    Mich verwundert vielmehr, warum nun offenbar Künstlergedenken in verschiedenen Rubriken nach Stimmgruppen geordnet erfolgen soll.


    Ach, wird das gefordert? Zu welchem Zweck?



    Gregor

    Gestern Abend hab ich mir meinen Lieblings Whisky und was zu knabbern bereit gestellt und mir den Livestream der Fledermaus angesehen.

    Das ist schön, dass mal jemand über eine der Übertragungen aus Wien berichtet, die seit dem zweiten Lockdown im TV ausgestrahlt werden. Für die Netrebko-Tosca als auch für den Rosenkavalier mit u.a. Groissböck in den letzten paar Wochen hat sich hier nämlich niemand interessiert.

    Die Fledermaus selbst konnte ich gestern abend nicht live sehen. Ist aber noch für eine weitere Woche via Magenta abrufbar.


    Warum wird der Orlowski eigentlich immer von Frauen gesungen ?

    Ich nehme an, weil Strauss die Rolle für einen Mezzo geschrieben hat, lieber rodolfo. Wohl eine Art Reminiszenz an die Hosenrolle. Obwohl es auch schon Aufführungen mit Tenor-Orlofskys gegeben haben soll.


    Einen langweiligeren Frosch als den von Peter Simonischek hab ich noch nicht erlebt. Gibt es in Österreich keine anderen Kabaretisten oder Burgtheater Schauspieler der diese Rolle spielen kann ? Seit Jahren kalauert er sich durch die immer gleichen Witze und es gab keine aktuelle Tages politische Pointe .


    Es gibt sicher einige sehr adäquate Interpreten für den Frosch. Simonischek ist derzeit - zumindest an der WSO - auf die Rolle abonniert.

    Sicher, einen Hans Moser, Otto Schenk oder Helmuth Lohner haben wir derzeit nicht. Das sind natürlich legendäre Frösche gewesen, an denen sich jeder Nachkommende messen lassen muss. Gerhard Ernst, Robert Meyer und zuletzt Boris Eder hatten mit der Rolle großen Erfolg. Allerdings an der VO.


    Gregor


    Ich kann deinen Eindrücken absolut folgen, lieber Joseph II. Das Programm war sehr interessant und die Musik lag bei Muti sicher in sehr guten und kompetenten Händen. Besonders genossen habe ich den Kaiserwalzer, ohne jetzt sofort genau sagen zu können warum. Ich müsste mir die Wiedergabe nochmal anhören.


    Ja, Muti hat auch die richtigen Worte in seiner Rede gefunden. Kunst und Künstler müssen systemrelevant sein!


    Auffällig war der große Unterschied zum venezianischen Neujahrskonzert aus dem Teatro La Fenice in Bezug auf Sicherheitsmaßnahmen in Zeiten von Corona. In Wien keine Masken zu sehen, in Venedig alles mit Masken und Abstand.

    Ich gehe davon aus, dass an beiden Veranstaltungsorten alle getestet wurden. Ich habe hier genauer darüber berichtet.


    Gregor

    Ich hoffe den Hinweis hier auf das Neujahrskonzert in Venedig haben einige mitbekommen. Oder schaltet man nach dem Wiener Neujahrskonzert den Fernseher vorzeitig aus?


    Das diesjährige Concerto di capodanno hatte jedenfalls unheimlich viel Atmosphäre. Da haben sich alle Beteiligten wirklich viel Mühe gegeben. Auffällig war schon der Unterschied zum Wiener Neujahrskonzert. Da spielten Musiker und Dirigent ohne Masken. In Venedig war das anders. Alle Mitglieder von Chor und Orchester trugen Masken, auch Dirigent Daniel Harding. Nur die Blasmusiker konnten natürlich keine tragen, waren aber mit Glaswänden voneinander getrennt.

    Die Gesangssolisten nahmen verständlicherweise die Masken bei ihren Auftritten ab.

    Der leere Zuschauerraum wirkte auch nicht leer, denn er wurde kurzerhand zum Orchesterraum umfunktioniert. Hier war auch der Sicherheitsabstand gut einzuhalten. Alles sehr geschickt gemacht.


    Schön, dass man mit Mozart's Ouvertüre zu Le nozze di Figaro eröffnete. Dies war eine Erinnerung an das 250-Jahr-Jubiläum Mozart's in diesem Jahr.

    Viel Freude bereiteten die beiden Operalia-Preisträger Rosa Feola und Xabier Anduaga, die sichtbar glücklich waren auftreten zu können. Viele Möglichkeiten dazu hatten sie im letzten Jahr ja nicht.


    Was beide Solisten verband waren die sehr geschmackvollen Darbietungen. Feola, die ja bereits im Jahr 2010 Preisträgerin von Operalia war, ist ja inzwischen an fast allen großen Häusern angekommen und bewegte sich souverän in ihrem derzeitigen Repertoire als Juliette und Violetta. Anduaga's schlanker Tenor bestach als Rigoletto-Herzog, und die hohen Cs in seiner Tonio-Arie aus Donizetti's Regimentstochter meisterte er ebenfalls stilvoll.

    Es war besonders erfreulich Anduaga in so guter stimmlicher Verfassung zu erleben, denn vor einiger Zeit tauchte ein Almaviva von ihm im Netz auf, bei dem er phasenweise überfordert war. Das Video zu Cessa di più resistere habe ich ganz bewusst nicht hier verlinkt, es wäre kein Kompliment für ihn gewesen.

    Der Auftritt in Venedig zeigte hingegen in die richtige Richtung. Was ihm derzeit noch fehlt, ist etwas mehr Volumen. Aber geben wir diesem jungen begabten Tenor die Zeit weiter zu reifen. Beachtliche Fortschritte macht er zweifellos.


    Zur Barcarole von Offenbach wurde man kameratechnisch auf eine Gondelfahrt durch die leeren Gassen von Venedig mitgenommen, während Mascagni's Intermezzo aus Cavalleria Rusticana einen Besuch im Dogenpalast akustisch untermalte. In beiden Fällen wunderschöne und eindrucksvolle Bilder.


    Hat das Konzert vielleicht noch jemand gesehen?


    Gregor



    Und wer RAI 1 nicht empfangen kann, hat die Möglichkeit das Neujahrskonzert des La Fenice aus Venedig auf ARTE zu sehen. Die Übertragung am 01. Jänner mit den beiden Operalia-Preisträgern Rosa Feola und Xabier Anduaga beginnt um 18.15 Uhr!


    Gregor

    Die Rossini-CD Amici e rivali gilt als eines der besten Alben des Jahres, manche meinen gar es ist DIE Top-Veröffentlichung von 2020. Umso bedauerlicher ist es, dass das Album nur schwer ein Publikum zu finden scheint. Ein Megaseller ist es leider nicht.


    In unseren Breiten sind die Verkäufe wohl leider nicht so berauschend, im Vereinigten Königreich schaffte es das Album zumindest knapp in die TOP 50 der Klassik Charts und kam über Platz 44 nicht hinaus. Vielleicht liegt es am Repertoire: Rossini ist anscheinend schwerer an den Kunden zu bringen, und wenn es dann noch Raritäten sind ...

    Zudem gilt Lawrence Brownlee nicht als Star, auch wenn er zu den besten seiner Zunft zu zählen ist, und auch Michael Spyres ist - zumindest bei uns (noch) nicht der Superstar, der er für viele sein sollte. Wer Jonas Kaufmann kennt, muss noch lange nicht wissen wer ein Michael Spyres ist.


    Jedenfalls schade. Die CD hätte es verdient ein größeres Publikum zu finden.

    Es heißt, wenn man dieses Album mit Kaufmann und Villazon gemacht hätte, wäre es jetzt ein Verkaufshit. :D Wer braucht da Stimmfächer? :rolleyes:



    Michael Spyres stand kürzlich dennoch wieder für eine neue Aufnahme im Tonstudio. Auch von einem neuem Album mit Musik von Mozart ist die Rede.


    Die Kombination Michael Spyres und Wolfgang Amadeus Mozart? Sehr gerne!!! :)






    Bei seinem Debüt an der Deutschen Oper Berlin im Jahr 2008 hat Spyres gar den Tamino gesungen. Davon gibt es die Bildnis-Arie auf YT:




    Gregor

    Soweit ich das beurteilen kann, lieber Gregor: Perfekt gesungen. Ich höre die CD eben auf Spotify und bleibe bis zum Schluss dabei. Es gehört natürlich einiger Mut dazu, dieses Repertoire, das sehr singbar ist, für eine Debüt-Solo-CD zu wählen.


    Allerdings macht man es dem Hörer damit auch schwer, da man keine Vergleiche mit anderen Aufnahmen ziehen kann. Ihre Aufnahme wird aufgrund ihrer Einzigartigkeit zur Referenz. Vielleicht auch ganz geschickt gemacht.


    Beim Online-Merker habe ich übrigens diese ausführliche Rezension zur CD gefunden, mit der du vielleicht auch etwas anfangen kannst. Jedenfalls zeigt sich der Rezensent so begeistert, dass er diese in Briefform verfasst und der Sängerin übermittelt hat.


    Gregor

    Der Film: Ein Lied geht um die Welt ist auf youtube zu sehen. Er scheint sich leider nur um eine gekürzte Version zu halten, wenn man der Wikipedia Ein Lied geht um die Welt glauben darf. Sehr schade, dass auch in den Liedern gekürzt wurde.


    Auf Youtube dauert der Film 67 Minuten, laut der Internationalen Filmdatenbank (IMDb) beträgt die Laufzeit aber 96 Minuten. Der Film ist auch in einer DVD-Box der Reihe "Filmjuwelen" erschienen.

    Da dauert er allerdings auch nur 67 Minuten.


    Es dürfte der einzige Film von Joseph Schmidt sein, der aktuell auf DVD erhältlich ist.


    Interessant bei der DVD-Box ist übrigens, dass diese gleich zwei Filme mit dem gleichen Titel enthält. Der eine ist der Film von 1933, beim zweiten Film - auch bekannt als Die Joseph-Schmidt-Story - handelt es sich um eine Film-Biographie über Joseph Schmidt, der von Hans Reiser gespielt wird. Im Film von 1958 wirken auch so namhafte Schauspieler wie Theo Lingen oder Annie Rosar mit.


    Joseph Schmidt hat übrigens 1934 Ein Lied geht um die Welt noch einmal gedreht und stand in der selben Rolle für die englische Version My song goes round the world vor der Kamera.

    Schmidt's Partnerin aus dem deutschen Film, Charlotte Ander, spielte im Remake abermals die weibliche Hauptrolle.

    Die anderen Rollen wurden mit englischen Schauspielerin besetzt.


    So übernahm übrigens der Brite John Loder, der später der Ehemann der Wiener Hollywood-Diva Hedy Lamarr wurde, die Rolle des Rico vom deutschen Viktor de Kowa.




    Gregor

    Still ist es geworden um Joseph Schmidt, selbst bei Tamino. Hört man sich seine Aufnahmen und Platten noch an? Oder droht er der Vergessenheit anheimzufallen?


    Ich erinnere mich, dass wir bei uns zu Hause in den 80er Jahren - ich war noch Kind - eine Schallplatte von ihm hatten. Diese sehe ich förmlich noch vor mir. Aber sie ist dann irgendwie abhanden gekommen als die Schallplattensammlung aufgelöst wurde. Irgendwann hat eben die CD Einzug gehalten. Eine zweite LP, an die ich mich aus dieser Zeit erinnere, beinhaltete die Stimme von Beniamino Gigli.


    Zurück zu Joseph Schmidt: Ich wusste eigentlich gar nicht, dass er in den 30er Jahren eine beachtliche Filmkarriere gemacht hat. Er ist zumindest in einigen Filmen aufgetreten. Diese Filme laufen wohl nur noch selten bis nie im Fernsehen. Jedenfalls hatte ich nun die Gelegenheit Ein Lied geht um die Welt von 1933 anzusehen. Ein Film in typischer 30er-Jahre-Manier. Wirkt natürlich in seiner Machart und Erzählweise heute sehr antiquiert. Schmidt war sicher kein Schauspieler, aber seine Gesangsstimme war natürlich großartig. Er war ja sehr klein, und was ich beachtlich finde, ist, dass auch in seiner Rolle über seine geringe Körpergröße gewitzelt wurde. Er war nur etwas mehr als 1,50 Meter groß.

    Es heißt, dass dies auch der Grund gewesen sein soll, warum ihm eine große Opernkarriere verwehrt geblieben ist. Es wird da wohl noch einen anderen geben.

    Er wurde allerdings schnell durch seine Radioauftritte populär, nahm unzählige Schallplatten auf und wurde so zu einem berühmten und gefeierten Tenor. Zudem soll er in mehr als drei Dutzend Rundfunkopern eingesetzt worden sein.


    Mir kommt vor, dass er immer mit einer 'Träne im Knopfloch' gesungen hat. Vielleicht bildet man sich das aber auch ein bißchen ein, wenn man sich sein Schicksal vergegenwärtigt.


    Gregor

    Adriana Gonzalez, die Operalia-Gewinnerin von 2019, hat heuer fast unbemerkt ihre erste Solo-CD veröffentlicht.

    Ihr Operalia-Gewinn ist nicht ganz unumstritten, nun gilt es die Zweifler zu überzeugen.


    Auf ihrer Debüt-CD Dussaut & Covatti: Mélodies widmet sie sich rein dem Lied.


    Die beiden Komponisten waren mir bisher nicht bekannt. Es handelt sich um Robert Dussaut und um seine Gattin Hélène Covatti. Die Liedaufnahmen dieser CD gelten als Weltersteinspielungen.

    Gonzalez erhielt für das Album viel Lob.


    Ihr üppiger, mit profunder Tiefe aufwartender Sopran weist allerdings eher in Richtung Spinto.


    Wer ihre Stimme und praktisch unbekanntes Repertoire entdecken will, sollte mal in die CD reinhören.



    Gregor

    Am Mittwoch, 23. Dezember, läuft in ORF 2 der neue Film "Louis van Beethoven" mit Tobias Moretti in der Rolle des Komponisten. Cornelius Obonya spielt seinen Bruder Johann, Manuel Rubey taucht als Mozart auf.


    Zitat

    "Ludwigs Vater möchte seinen hochbegabten Sohn mit strengem Drill zu einem zweiten Mozart machen. Das Wunderkind soll der Familie die Existenz sichern. Die Bekanntschaft mit Mozart in Wien hilft Ludwig als junger Mann aus dem Schatten des Genies zu treten. Er will Künstler und nicht mehr Lakai des Adels sein. Seine große Liebe zu Eleonore scheitert am unüberwindlichen Standesunterschied. Auch für den größten Komponisten seiner Zeit besteht das Leben bis ans Ende aus dem Kampf um das Dasein. Er muss erkennen, dass er mit seinen mutigen Entscheidungen für die Freiheit letztlich gescheitert ist."

    Koproduktion ARD Degeto/WDR/ORF





    Gregor


    Es wäre schön, wenn der Thread bald mit Neuigkeiten und frischen Höreindrücken in Gang käme.

    Es wäre schon mal ein guter Start, wenn diejenigen, die Lisette Oropesa schon gehört haben, von ihren Höreindrücken berichten würden.


    Frische Eindrücke habe ich selbst genug, habe ich mich doch mit der Sängerin näher beschäftigt und erst kürzlich sang sie ja bei uns in Wien die Konstanze. Aber ich gebe anderen erstmal die Möglichkeit zu berichten. Die Einleitung ist meinerseits gemacht. Ein Monolog soll das schließlich nicht werden.


    Bleibt mir noch die DVD-Diskographie der Sängerin zu ergänzen.


    So ist La Rondine aus der MET von 2009 erhältlich, in der Lisette Oropesa die Lisette singt.



    Ebenfalls erhältlich:


      


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    Gregor

    Lisette Oropesa hat bereits im Sommer die Aufnahmen für ihre erste Arien-CD beendet. Mit dem Orchester Il pomo d'oro und Dirigent Antonello Manacorda hat sie ein reines Mozart-Album aufgenommen.

    Das Album ist Teil eines Fünf-Jahres-Vertrages mit der San Francisco Classical Recording Company, ihre Alben werden exklusiv beim Label Pentatone erscheinen.


    Es ist Oropesa's erstes Album mit einem Orchester und besonders freut sie sich, dass sie ein Mozart-Konzertarien-Album aufnehmen konnte, da sie Mozart als ihr Fundament bezeichnet.


    Um bei Mozart zu bleiben - hier singt sie die Martern-Arie aus Die Entführung aus dem Serail (Wiener Staatsoper, Oktober 2020):




    Gregor

    Da ist die verkürzte Aufzeichnung. Die gesamte Übertagung von mehr als drei Stunden gibt es hier

    Schade, dass man im TV nur die abgespeckte Version gezeigt hat. Da haben es einige Auftritte nicht in die ARTE-Aufzeichnung geschafft. Die Winterstürme mit Schager und Nylund beispielsweise wurden rausgeschnitten. Verwunderlich auch, dass ausgerechnet Domingo's Auftritt der Schere zum Opfer gefallen ist. Früher hätte man jedes noch so kleine Schnippsel mit ihm gezeigt.


    Programm:

    1. F. Cilea – „Io son l’umile ancella“ aus „Adriana Lecouvreur“ – Aufzeichnung


    Orfeo verschweigt uns im Programm leider die Interpretin der Cilea-Arie, die zu Beginn eingespielt wurde. Hier konnte man Mirella Freni hören, der das Konzert nämlich gewidmet war.


    Programm:

    29. G. Puccini – „Nessun dorma“ aus „Turandot“ – Jonas Kaufmann


    Kaufmann war nicht beim Konzert dabei. Die Kalaf-Arie wurde von Piotr Beczala gesungen.



    Gregor

    Oropesa_400x400.jpgLisette Oropesa wurde am 29. September 1983 in New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana als Tochter kubanischer Eltern geboren.


    Sie studierte Gesang an der Louisiana State University und wurde ins Lindemann Young Artist Development Program der New Yorker Metropolitan Opera aufgenommen. Nach anfangs kleinen Rollen in Mozart’s Idomeno und Puccini’s Suor Angelica sang sie mit der Susanna in Mozart’s Le nozze di Figaro ihre erste Hauptrolle an der MET.

    Weltweite Beachtung widerfuhr ihr als sie in einer Kinoübertragung aus der MET als Lisette in Puccini’s La rondine – an der Seite von Angela Gheorghiu und Roberto Alagna – zu sehen und zu hören war.


    Innerhalb weniger Jahre eroberte sie viele Bühnen in den USA ( unter anderen Santa Fé, Los Angeles, Philadelphia, Houston, New Orleans, Pittsburgh, San Francisco u.a.) und in Europa (beispielsweise Rom, Brüssel, Genf, Berlin, Verona u.a.).


    So feierte Lisette Oropesa Erfolge als Gilda in Rigoletto an der New Yorker MET, Konstanze in Die Entführung aus dem Serail in München und Paris, Ophélie in Hamlet an der Oper in Lausanne, Rodelinda in Barcelona, Rosina in Il barbiere di Siviglia in Paris und Marie in La fille du régiment an der Oper in Washington.


    Ihr breit gefächertes Repertoire beinhaltet auch Rollen wie Cleopatra in Giulio Cesare, Fiorilla in Il turco in Italia, Adina in L'elisir d'amore, Amor in Orfeo ed Euridice, Pamina in Die Zauberflöte, Gretel als auch Taumännchen in Hänsel und Gretel, Nanetta in Falstaff, Violetta in La traviata, Leila in Les pecheurs de perles, Sophie in Werther, und sie war Woglinde in Das Rheingold als auch in Götterdämmerung sowie der Waldvogel in Siegfried.

    In Glyndebourne sang sie Norina in Don Pasquale und beim Festival in Pesaro trat sie als Rossini’s Adina auf.


    Nachdem die Sopranistin bereits früh international auf sich aufmerksam machen konnte, hat sie sich in den letzten beiden Spielzeiten endgültig an die Weltspitze gesungen und gilt heute als eine der gefragtesten lyrischen (Koloratur-)Soprane überhaupt.


    2018 feierte sie einen enormen Triumph als Lucia di Lammermoor am Teatro Real in Madrid – eine Partie, mit der sie bereits am Covent Garden in London begeisterte. Kurz danach sprang sie für Diana Damrau als Marguerite de Valois in Les Huguenots an der Pariser Oper ein und feierte abermals einen ungeheuren Erfolg.

    2019 folgte ein weiterer weltweit beachteter Erfolg als sie als Amalia in Verdi’s I masnadieri bei ihrem Debüt an der Mailänder Scala Publikum und Presse gleichermaßen begeisterte. Zudem sang sie erstmalig Massenet’s Manon mit beachtlichem Erfolg an der MET.

    Im Herbst 2020 erfolgte ihr Debüt an der Wiener Staatsoper in einer ihrer Paraderollen: Konstanze in Die Entführung aus dem Serail. Zu ihren anderen gehören Gilda, Konstanze und natürlich Lucia.


    Lisette Oropesa verfügt über eine hervorragende Technik. Sie besitzt eine glänzende Höhe und ist bekannt für ihre präzisen Koloraturen. Die Stimme wird schlank geführt und Oropesa beweist stets Stilsicherheit. Auch ihr klares Legato ist bestechend, genauso ihre Fähigkeit Triller zu singen.



    Bislang sind zwei Lieder-CDs erschienen:


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    Hörbeispiele gibt es hier:


    https://www.amazon.de/Within-W…sa-Iftinca/dp/B071VP9DTJ/


    https://www.amazon.de/filles-L…l-Borowitz/dp/B07BHWBZP9/



    Ebenfalls auf CD erhältlich:




    Gregor

    Wie in einem Kurier-Beitrag zu lesen war, soll Haider in Mörbisch das Musical populär machen. Mit Operette hatte Haider meines Wissens eigentlich nie etwas zu tun, zumindest hat er nie in Operetten gesungen. Seine Domäne - abseits von Schauspiel und Moderation - ist das Musical. In seiner Vita finden sich verschiedene Musicalrollen.


    Auch im Standard ist zu lesen, dass es einen Ausbruch aus der Fixierung auf die Operette geben soll und neue, jüngere Publikumsschichten gewonnen werden sollen.


    Nächstes Jahr wird in Mörbisch West Side Story auf die Seebühne gebracht. Zumindest startet die Intendanz Haider's mit einem Klassiker und DEM Musical schlechthin. (Wobei allerdings anzumerken ist, dass Bernstein's Musical eigentlich schon heuer auf dem Programm gestanden hätte und lediglich aufgrund von Corona auf nächstes Jahr verschoben wurde.)


    Gregor

    Richard Strauss

    DER ROSENKAVALIER


    Der Mitschnitt der Aufführung von Strauss' Der Rosenkavalier vom 18. Dezember 2020 aus der Wiener Staatsoper (corona-bedingt natürlich ohne Publikum) wird am 27. Dezember 2020 um 20.15 Uhr in ORF III im Rahmen von "Wir spielen für Österreich" ausgestrahlt.


    Feldmarschallin Fürstin Werdenberg: Krassimira Stoyanova Martina Serafin

    Baron Ochs auf Lerchenau: Günther Groissböck

    Octavian: Daniela Sindram

    Herr von Faninal: Jochen Schmeckenbecher

    Sophie: Erin Morley

    Ein Sänger: Piotr Beczala


    Dirigent: Philippe Jordan

    Inszenierung: Otto Schenk



    Man darf gespannt sein auf das Dirigat von Philippe Jordan.



    Gregor

    Eine Sängerin als "Nachtigall" zu bezeichnen, fand ich schon immer albern. Eine Frau ist kein Vogel und verspeist in der Regel keine Insekten. ;) Außerdem kann ich keine Ähnlchkeiten im magischen Gesang dieses wunderbbaren Tieres mit den Dabietungen von Rita Streich erkennen.

    Frau Streich ist diesbezüglich aber nicht die einzige. Beispielsweise wird Edita Gruberova ja als "slowakische Nachtigall" bezeichnet. Die legendäre Jenny Lind hat ebenfalls den Spitznamen die "schwedische Nachtigall" zu sein. Sieht so aus als hätte jedes Land seine eigene menschliche Nachtigall. ^^


    Der Gesang der Nachtigall, wie der der vielen anderen Singvögel, ist natürlich wunderbar anzuhören, wie das von dir verlinkte faszinierende Video beweist, lieber Rüdiger.


    Wobei hier anzumerken ist, dass bei den Nachtigallen nur die Männchen singen! Wenn man das auf Menschen ummünzt, dann dürften demnach Frau Streich und andere weibliche Sänger nur Rufe ausstoßen, denn singen könnten sie gar nicht. Somit ist das also eine falsche Adaption! :pfeif:


    Die Nachtigall hat übrigens im Schnitt bis zu 200 Strophentypen im Repertoire. Es können sogar mehr als 250 sein.

    Zum Gesang der Nachtigall heißt es:


    Der Gesang der Nachtigall ist reich, wohltönend und laut und wird von Menschen als sehr angenehm und schön empfunden. Der Gesang ist überaus komplex, verschiedenartig, unvorhersehbar und „fantasievoll“, besteht aus Strophen dicht gereihter Einzel- oder Doppeltöne. Es kommen sowohl gezwitscherte und geflötete Laute vor, Tonrepetitionen sowie trillerartige und in der Kehle geschlagene Bildungen, deren Intervall-Umfang ganz verschieden sein kann (z. B. Terz, Quarte usw.). Die Stimme hat einen großen Umfang, hohe Töne oder Passagen wechseln sich mit solchen einer tiefen oder mittleren Lage ab. Auch die Dynamik ist sehr variabel und wechselt von leisen zu lauten Passagen, manchmal auch in Crescendo-Effekten. Neben schnellen und schnellsten Koloraturen von einem scheinbar fröhlichen oder gar witzigen Ausdrucksgehalt kommen auch langgezogene Töne mit besonders wohlklingender Stimme und Tonwiederholungen vor, die klagend oder sehnsüchtig wirken und als besonders charakteristisch gelten.


    Beeindruckend. Von wegen menschliche Nachtigall - da kann wohl weder Frau Streich noch sonst wer mithalten. ;)



    Gregor

    Neues von Operalia-Sieger Xabier Anduaga.


    Der 25-jährige Tenor wird beim Neujahrskonzert des Teatro La Fenice in Venedig auftreten. Das Konzert wird auch während der Corona-Krise stattfinden, allerdings nur für ein virtuelles Publikum.


    Als zweite Solistin für das Konzert wurde die italienische Sopranistin Rosa Feola verpflichet, deren Auftritt bei der Saisoneröffnung der Mailänder Scala vor wenigen Tagen als einer der Höhepunkte bezeichnet wurde.


    Das Programm des Concerto di Capodanno beinhaltet:


    Mozart La clemenza di Tito Che del ciel, che degli dei (Chor des Teatro la Fenice)

    Verdi Rigoletto La donna è mobile (Xabier Anduaga)

    Verdi Il trovatore Chi del gitano i giorni abbella? (Chor des Teatro la Fenice)

    Gounod Romeo et Juliette Je veux vivre dans le rêve (Rosa Feola)

    Offenbach Le contes d’Hoffmann Barcarolle

    Donizetti La fille du régiment A mes amis (Xabier Anduaga)

    Mascagni Cavalleria rusticana Intermezzo

    Verdi La traviata E’ strano… è strano… Sempre libera degg’io (Rosa Feola)

    Verdi Nabucco Va pensiero (Chor des Teatro la Fenice)

    Verdi La traviata Libiam ne’ lieti calici (Xabier Anduaga/Rosa Feola)


    Dirigent Daniel Harding leitet das Orchester des Teatro La Fenice. Zudem wird Harding Beethoven's Symphonie Nr. 4 op. 60 dirigieren.


    RAI 1 wird das Konzert am Neujahrstag im TV ausstrahlen.



    Gregor

    Das ist eine sehr nette Untertreibung. Gilt nicht für die Turandot, aber für (fast) alles andere.

    Das kann gut sein. Ich habe Netrebko vor rund vier bis fünf Jahren das letzte mal live in Puccini-Partien gehört. Ihrer Mimi in London 2015 - ich habe darüber im Forum berichtet - war die Schwere der Stimme vor allem im ersten Teil der Oper schon etwas im Wege. Da stand ihr die Manon Lescaut ein Jahr später in Wien in ihrer Gesamtheit schon deutlich besser. Davon wie Netrebko heute bei Puccini klingt, können wir uns ja am Sonntag abend ein Bild machen, wenn ihre Tosca aus der Wiener Staatsoper im TV übertragen wird.


    Gregor

    Na ja, es hat so jeder seinen Vorlieben, ich konnte von Anfang an mit ihrer Stimme nicht viel anfangen, was ich auch schon postete aber du hast auf Kritik nicht geantwortet.

    Wenn du schon darauf anspielst, muss ich für meinen Teil schon zugeben, Netrebkos Stimme klingt einfach schöner!

    Aber alles eine Sache des Geschmacks und den gönne ich dir! :)

    Wenn dir die Stimme von Netrebko besser gefällt, dann ist das eben so. Ist halt auch eine Frage des Geschmacks. Aber es gibt eben auch Kriterien wie Stimmtechnik, Interpretation usw. Kriterien die man nicht außer acht lassen sollte. Wenn das für dich eine untergeordnete Rolle spielt und du nur nach Schönheit der Stimme urteilst, ist das natürlich legitim. Für mich spielt in der Beurteilung aber schon mehr mit.


    Die Stimmen von Netrebko und Rebeka kann man überhaupt nicht vergleichen, da sie sehr unterschiedlich sind. Ich mag beide sehr und war wirklich von dem Vortrag von Marina Rebeka in der Scala sehr begeistert. Für mich war das der beste Beitrag überhaupt in diesem Konzert.

    Genauso sehe ich das auch. Zwei sehr unterschiedliche Sängerinnen, die mir beide schon tolle Opernabende beschert haben. Was die Butterfly-Arie betrifft, die hat Netrebko ja bei der MET-Gala gesungen und somit bietet sich ja ein direkter Vergleich mit Rebeka an. Für Puccini ist mir Netrebko's Stimme fast schon zu schwer, da will mir Rebeka besser gefallen. Im Finale ist es allerdings Netrebko mit ihrer strahlenden Höhe die mehr überzeugt. Bei Rebeka wird es im oberen Register etwas enger, was die Stimme schärfer werden lässt.



    Eine Desdemona sehe ich in ihr auch nicht, da bin ich ganz bei Otello50.


    Das Video zu ihrer Desdemona aus Florenz ist ja leider nicht mehr online, aber vielleicht hat Rodolfo39 ja tatsächlich noch einen weiteren Link für uns. ;-)


    Gregor

    Marina Rebeka am Montag abend bei der Saisoneröffnung der Mailänder Scala mit der Arie der Butterfly. Einige der von Caruso genannten Vorzüge der Sängerin treten hier zutage. Die Stimme ist wirklich prachtvoll.

    Eigentlich schade, dass die Sängerin - zumindest hier im Forum - auf wenig Interesse stößt. Wenn man Netrebko heißt, hat man es auch in einem Klassikforum leichter.





    Wer übrigens das Eröffnungskonzert gestern auf Rai 1 nicht gesehen hat, kann eine auf 90 Minuten getrimmte Fassung am 20.12. auf ARTE ansehen. Da das Konzert allerdings viel länger war, werden da so einige Auftritte unter den Tisch fallen. Das Konzert müsste aktuell aber noch in voller Länge auf ARTE-TV in der Mediathek zu sehen sein.



    Gregor

    2362123.jpgAuf Netflix läuft das große Comeback der großen Sophia Loren nach 10-jähriger Filmabstinenz. In Du hast das Leben vor dir (La vita davanti a sé) zeigt sie, dass sie auch mit 86 Jahren noch immer über eine einmalige Ausstrahlung und Präsenz verfügt.

    Kritiker jubeln, sie wird inzwischen gar als Oscar-Kandidatin gehandelt, obwohl sich Italien entschieden hat, einen anderen Film als Anwärter auf den Auslands-Oscar ins Rennen zu schicken.


    Regie bei Du hast das Leben vor dir führte Loren's Sohn Edoardo Ponti, der Film basiert auf dem Roman von Romain Gary.

    Die Handlung wurde allerdings von Frankreich nach Italien verlegt. In der Rolle von Madame Rosa kümmert sich Loren um Kinder von Prostituierten. Die Überlebende des Holocaust hatte einst selbst als Prostituierte ihren Lebensunterhalt verdient.

    Eines Tages trifft sie auf den zwölf-jährigen Momo aus dem Senegal der bei ihr wohnen soll. Auf der einen Seite das schwierige Kind mit trauriger Vergangenheit, auf der anderen Seite Rosa, die Anzeichen von Demenz zeigt und selbst mit den Erinnerungen ihrer schrecklichen Vergangenheit zu kämpfen hat.

    Aus einer anfänglich schwierigen, ablehnenden Beziehung wird bald Zuneigung entstehen, und Momo, der sich bislang nicht um das Befinden anderer Menschen scherte, wird Rosa in den letzten Tagen ihres Lebens noch ein Geschenk machen und ihr ihre größte Angst nehmen.

    Eine berührende Geschichte.


    Von der elfmal für den Oscar nominierten Komponistin Diane Warren stammt der Song zum Film, der im Abspann läuft. Io, Si (Ich schon) wird von Laura Pausini gesungen.






    Gregor