Beiträge von Gregor

    Mirella Freni als Charlotte


    Es heißt Mirella Freni hätte die Charlotte in Massenet's Werther einst an der Mailänder Scala gesungen, mit Pavarotti als Partner. Das muss wohl in den 60ern gewesen sein. Damals hat man Opern in Mailand gerne noch ins Italienische übersetzt. Das wird dann wohl auch hier der Fall gewesen sein. Mir fällt in dem Zusammenhang natürlich auch Freni's italienisch gesungene Massenet-Manon ein, von der es gar einen Live-Mitschnitt einer Fernsehübertragung gibt.


    Eventuell soll dieser Pavarotti/Freni-Werther gar auf CD erschienen sein.


    Weiß jemand hier im Forum vielleicht näheres darüber? Carlo vielleicht, der sich im Forum und auch hier im Freni-thread als kundiger Biograph und wandelnde Diskographie herausgestellt hat? ;)


    Ich würde zu gerne eine Freni-Charlotte hören. Sicher ist das eine Mezzopartie, aber immer wieder haben auch reine Soprane die Partie gesungen. Mir fallen da adhoc De Los Angeles, Cotrubas und zuletzt Gheorghiu ein. Und auch Pavarotti's Werther - abseits der berühmten Arie - wäre doch sicher auch hörenswert.


    Gregor

    Am 24.09. erscheint sein Baritenor-Album. Die tenoral-baritonale Tracklist liest sich wie folgt:



    Mozart: Idomeneo - Fuor del mar

    Mozart: Le nozze di Figaro - Hai già vinta la causa?

    Mozart: Don Giovanni - Deh, vieni alla finestra

    Méhul: Ariodant - Oh, dieux! Ecoute ma prière

    Spontini: La vestale - Qu'ai-je vu! quels appre'ts!

    Rossini: Il barbiere di Siviglia - Largo al factotum

    Adam: Le postillon de Lonjumeau - Mes amis, ecoutez l'histoire

    Donizetti: La fille du regiment - Ah! Mes amis, quel jour de fete

    Verdi: Il trovatore - Tutto e deserto ... Il balen del suo sorriso

    Thomas: Hamlet - C'est en croyant revoir ... O vin, dissipe la tristesse

    Offenbach: Les contes d'Hoffmann - Va pour Kleinzach

    Wagner: Lohengrin - Aux bords lointains

    Leoncavallo: I pagliacci - Si può? Si può? Signore! Signori!

    Lehar: Die lustige Witwe - O Vaterland, du machst bei Tag

    Ravel: L'heure espagnol - Voila, ce que j'appelle une femme charmante

    Orff: Carmina burana - Dies nox et omnia

    Korngold: Die tote Stadt - Glück, das mir verblieb


    Gibt es eine Erklärung warum Michael Spyres die Gralserzählung des Lohengrin in französischer Sprache singt?




    Vorab hat das Label Erato sein hinreißendes, mit geschmackvollen Verzierungen gestaltetes Largo al factotum als "Single" veröffentlicht.





    Auf dieses Album freue ich mich schon!


    :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:




    Gregor

    Lieber Gregor, sei herzlich bedankt für Deine große Mühe. Gibt es eigentlich auch eine Übersicht der vorgetragenen Stücke? Auf Anhieb fand ich nichts.

    Das war eigentlich gar keine wirkliche Mühe, lieber Rüdiger. ;) Auswertungen und Statistiken sind sowieso meins, damit habe ich schon beruflich immer zu tun.


    Du meinst eine Übersicht über alle gesungenen Arien in allen Finalbewerben? Ich glaube die findet man nicht mehr online. Zumindest ist mir dazu nichts bekannt.

    Hättest du diese Information aus einem bestimmten Grund benötigt? Vielleicht um zu sehen, was bevorzugt gesungen wird?


    Auf YT kann man sich den einen oder anderen Bewerb zumindest noch anschauen.


    Gregor

    Nach Rüdiger's Vorwurf es wären in diesem Jahr keine deutschen Teilnehmer dabei, habe ich mir mal die Mühe gemacht und die Preisträgerlisten durchgeschaut, um zu sehen, woher die Gewinner denn so stammen.

    Natürlich haben Sänger aus Deutschland am Bewerb teilgenommen, aber Preise konnten sie bisher nie erringen. Österreicher übrigens auch nicht. Die Schweiz stellt immerhin einen Preisträger.


    Die Abräumer bei Operalia sind die USA. Sie stellen bislang 45 Preisträger! Die zweitmeisten Gewinner kommen dann schon aus Russland mit 28. Jeweils 18 Sieger kommen ex aequo aus Spanien und Südkorea. Dicht gefolgt von bis dato 17 Preisträgern aus Italien.



    Teilnehmerland Anzahl Preisträger
    USA 45
    Russland
    28
    Spanien 18
    Südkorea 18
    Italien
    17
    Ukraine 9
    China 8
    Mexiko 7
    Frankreich 6
    Kanada 6



    Jeweils vier Preisträger stammen aus Georgien, Rumänien und Südafrika, jeweils drei kommen aus Argentinien, Australien und Brasilien, je zwei aus Albanien, Bulgarien, Griechenland, Guatemala, Japan, Schweden und Weißrussland.

    Jeweils ein Preisträger stammt aus Armenien, Chile, Israel, Kasachstan, Kolumbien, Kosovo, Lettland, Litauen, Malta, Moldawien, Mongolei, Neuseeland, Norwegen, Polen, Portugal, Puerto Rico, Rumänien, Schweiz, Tschechien, Ungarn, Uruguay, Venezuela und dem Vereinigten Königreich.



    Gregor

    Christa Ludwig im Jahr 2015 in einem Gespräch mit Peter Fässlacher für die ORF Künstlergespräche. Es ist immer hochinteressant Christa Ludwig zuzuhören. Nicht nur wenn sie singt. ;)


    Die Gespräche die Fässlacher führt sind ohnehin immer interessant. Ist er doch ein sensibler Interviewer der nicht an der Oberfläche bleibt, sondern seinen Interview-Partnern stets Dinge entlockt, die man in anderen Interviews nicht hört. Kein Blabla eben. Er hat sich inzwischen ob seiner hervorragenden Moderationen und feinsinnigen Interviews echt zum Liebling der österreichischen Zuschauer entwickelt. Frauen lieben ihn ja sowieso - aus offensichtlichen Gründen. 😊


    Aber zurück zu Christa Ludwig. Hörenswert was die Sängerin ihm und uns bezüglich Singen, dem Aufhören oder dem Tod erzählt. Besonders auch über ihren eigenen. Überhaupt fallen bei ihr Sätze und Zitate, die man eigentlich sammeln sollte. Wie "Man redet meistens doch nur blödes Zeug". 😂😂😂


    Oh ja, sie wird vermisst.




    Gregor

    Ich wusste zu Beginn nicht, dass das ZDF eine "verstümmelte" Fassung zeigen würde. Da wurde ja nicht einfach nur die Arie des Alfredo rausgeschnitten (die Cabaletta war dann wieder drin), sondern es wurden immer wieder kurze Passagen entfernt. Im Duett Violetta/Germont im zweiten Akt mehrmals, da fehlte immer wieder etwas. Für jemanden der die Oper gut kennt, nicht akzeptabel. Papa Germont durfte den Beginn seines berühmten Di provenza il mar singen und die finalen Phrasen, aber der große Mittelteil der Arie wurde auch rausgeschnitten. So ging das dann bis zum Ende.

    Für wen wurde denn das so ausgestrahlt? Für einen Opernliebhaber, der eine Traviata kennt, sicher nicht. Oder sollte das so eine Art Querschnitt sein, um ein jüngeres Publikum auf die Gattung Oper aufmerksam zu machen?


    Sonya Yoncheva gefiel mir eigentlich ganz gut, sie verfügt über die Mittel, die so unterschiedlichen Anforderungen, die an die Stimme gestellt werden, zu erfüllen. Wenngleich auch in unterschiedlicher Qualität und auch wenn ich sie mir an so manchen Stellen fragiler gewünscht hätte. Aber Vittorio Grigolo war doch ein Ausfall. Dass die Stimme nicht besonders attraktiv ist, ist nicht das eigentliche Problem. Aber der Tenor stemmte sich undifferenziert durch die Partie, fand praktisch nie zu einem überzeugenden sanften Ausdruck, neigte dafür aber zu weit übertriebener Theatralik. Er agierte wie in einem Stummfilm. Natürliches Spiel sieht anders aus. Gut, so pathetisch tritt Grigolo eigentlich immer auf, das weiß man ja. Aber zu einem Alfredo passt es überhaupt nicht.


    Gregor

    Was wurde da eigentlich für eine musikalische Fassung gespielt? Weißt Du mehr, lieber Gregor? Ich höre Dinge, die ich nocht nie gehört habe im "Don Giovanni".

    Im Opernmagazin war zu lesen, dass Currentzis Michael Spyres unfassbare Verzierungen und Koloraturen zugestand, die zum Teil in der Neuausgabe der Oper von 2002 notiert sind.


    Auch die Donna Anna von Nadezhda Pavlova hat mit ebenso nie gehörten Verzierungen und Spitzentönen aufgewartet, die auch auf diese Neuausgabe zurückgehen.




    Scheinbar ist diese Neuausgabe nicht wirklich bekannt oder war so vielleicht noch gar nicht zu hören. Denn diese Verzierungen - egal ob jetzt von Don Ottavio oder Donna Anna - waren auch mir neu, lieber Rüdiger. Ich nehme an, du beziehst dich bei dem von dir "Niegehörtem" (auch) darauf.


    Jetzt stellt sich nur die Frage: Neuausgabe welcher Fassung? Wiener oder doch Prager?


    Gregor

    Ich war hingerissen von der unglaublich sensiblen musikalischen Gestaltung seines Don Ottavio's. Er hat sich eine meisterhafte Stimmtechnik angeeignet, verfügt über eine reichhaltige Palette an Stimmfarben und Nuancen und es steht ihm ein beinahe unerschöpflicher Atem zur Verfügung. Ausserdem ist er ein derart überzeugender Darsteller, kann sich trotz schwierigster stimmlicher Anforderungen absolut souverän bewegen. Um es kurz zu sagen: ich bin von ihm restlos begeistert!


    Die beiden Ottavio-Arien aus Salzburg sind nun auf YT zu finden. Die Regie ist natürlich sehr eigenwillig, dennoch kam die Produktion sehr gut beim Publikum an.


    Dalla sua pace brachte Tierfreunde und -schützer natürlich auf die Barrikaden. Sicher zu recht. Denn es war offensichtlich und unüberhörbar, dass der Pudel nicht auf der Bühne sein wollte. Man hört sein leises Winseln ganz deutlich und sieht natürlich die Unruhe. Das ist für das Tier wie auch für Spyres als Interpret auf der Bühne eine sehr unangenehme Situation. Der Hund leckt Spyres' Hand als bitte er ihn darum, die Leine doch loszulassen. Das tut der Sänger dann auch, und der Pudel läuft schnell von der Bühne. Sicher schnurstracks zu seinem Trainer.

    Warum mutet man das einem Tier überhaupt zu? Das löst doch beim Zuseher unweigerlich ein Unbehagen aus. Welchen Mehrwert hat es für eine Inszenierung überhaupt, wenn ein Don Ottavio mit einem Hund auftritt?






    Gregor

    man kann. ;)


    Und in diesem Fall habe ich eben die "Platzhalter" ersetzt. Es ist erforderlich, mittels der alten Amazon-Bestellnummer herauszufinden, um welche CD/DVD es sich handelt. Danach sucht man bei jpc nach der entsprechenden CD/DVD und fügt sie in den Beitrag ein.



    Danke für die Mühe, lieber Norbert. Ich hätte es selbst gerne gemacht, wie bei allen anderen von mir gestarteten threads, aber das gemeine Fußvolk kann ja nach kurzer Zeit schon nicht mehr in die Beiträge einsteigen und Änderungen vornehmen.


    Leidet Frau Rebeka unter Geldnöten, bei dem Preis? :P

    Naja, warten wir mal ab!?


    Der Preis ist tatsächlich exorbitant. Kann mir nicht vorstellen, dass der von langer Dauer ist.

    Ich würde dazu raten, nicht jetzt schon vorzubestellen. Denn wer weiß wie der Preis nach der Veröffentlichung aussieht. Wer jetzt zu diesem Preis vorbestellt, wird sich sonst sicher bald ärgern.


    Gregor

    Am 24. September 2021 erscheint eine CD-Gesamtaufnahme von Bellini's Il pirata bei Prima Classic. Dazu teilt das von Marina Rebeka gegründete Label mit, dass es sich bei der Aufnahme um die ungekürzte Fassung handelt, die sämtliche Wiederholungen, Originalkadenzen und Variationen sowie das selten aufgeführte Finaletto enthält.


    Die Hauptpartien sind mit Marina Rebeka als Imogene, Javier Camarena als Gualtiero und Franco Vasallo als Ernesto prominent besetzt.


    Die Aufnahme entstand in Bellini's Heimatstadt im sizilianischen Catania mit dem Chor und dem Orchester des Teatro Massimo Bellini und mit dem Dirigenten Fabrizio Maria Carminati.



    Bei Apple Music findet man schon mal eine erste Hörprobe.





    71PsCtM0SbL._SL500_.jpg   61JvhBTu9YL._SL500_.jpg



    Gregor


    P.S. Die vielen "Platzhalter" hier nach der Forumstrennung von Amazon sind ein Graus. Kann man da nichts dagegen machen? :(:rolleyes:

    Seit diesem Sommer 2021 bin ich ein Bewunderer des amerikanischen Tenors Michael Spyres den ich als Don Ottavio im umstrittenen Salzburger "Don Giovanni" erlebt habe. Zwar kannte ich seinen Namen, hatte ihn aber bis zu diesem Zeitpunkt noch nie gehört.


    Dann hast du noch viel zu entdecken, lieber Buralicchio. Denn sein Repertoire ist breit gefächert.

    Dein Augenmerk sollte sich aber nicht nur auf seinen Mozart richten, sondern sicher auch auf seine Belcanto-Interpretationen.

    Er galt viele Jahre als Spezialist für schwer zu besetzende Belcanto-Opern, da so manche der Tenorpartien enorme Anforderungen an den Sänger stellen und die Rollen oft in immense Tonhöhen führen.


    Wie er kürzlich erklärte, lehnt er inzwischen Belcanto-Partien mit extremen Spitzentönen ab. Er kann diese zwar immer noch singen, aber seine Nerven spielen da nicht mehr so mit, wie er sagt.

    Somit werden wir in Zukunft wohl nicht mehr solche Arien hören wie jene aus Bellini's Bianca e Fernando, bei der er mit hohen Cs, Ds, Es und sogar einem hohen F (!) nur so um sich schmeißt. :jubel:




    Gregor

    Umso interessanter für mich: Denn seit ich mich mit diesen Schnitzern befasse - und mit Problemen (Wikipedia beschribt bei sehr vielen Filmen mit welchen Problemen die Produktion zu kämpfen hatte - und da ist vieles dabei, was ich aus Erfahrung kenne. Und bei den Schnitzern gibt es etliches, das ich (vermutlich) nicht akzeptiert hätte.


    In der Filmsprache werden solche Fehler als Goofs und Bloopers bzw. Outtakes bezeichnet. Goofs sind einfach nur Fehler die den Machern nicht auffallen und erst von Zusehern bemerkt werden, wenn also das Produkt längst veröffentlicht ist und es keine Möglichkeit mehr gibt, es zu korrigieren.

    Es gibt eine Reihe von Internetseiten auf denen Goofs zusammengetragen werden. Damit könnte man schon einen eigenen thread füllen. :D


    Outtakes oder Bloopers sind entweder Versprecher oder Fehler, die heutzutage gerne mal als Bonusmaterial auf DVDs veröffentlicht werden. Inzwischen werden sie auch gerne in Filmabspännen eingebaut. Auf Youtube findet man auch viele Bloopers.



    Und ich geniesse besonders, wenn diesen professionellen Filmemachern ein arger Fehler passiert. So geschehen in Folge 102 von "Inspctor Barnaby" - Typische Szene in altem Herrensitz oder Schloß. Es kommt die Rede auf einen der vor 300 Jahren verstorbenen

    Gundherreen - und man steht vor dessen Portrait - Ein Bild , das dort schon seit Menschengedenken hängt:

    Und das Bild ist das berühmte - den Filmemachern aber scheinbar nicht bekannte - Bild von Henri Lehmann (1814-1882), welches FRANZ LISZT (!!!) zeigt ... :baeh01: :hahahaha:


    Laut Folgenliste müsste das dann die zweite Folge von Staffel 17 sein - "Mord mit Magie". War es diese?

    Die Folge habe ich zwar gesehen, kann mich aber nicht an diese Szene bzw. an den Liszt erinnern. ^^



    Gregor

    Tristan- und Lohengrin-Debüt


    Im Frühjahr 2022 wird Michael Spyres in Lyon erstmals zumindest den zweiten Tristan-Akt singen. 2024 soll dann sein erster Lohengrin kommen.

    Trotzdem wird und kann der Baritenor aufgrund seiner besonderen Stimmeigenschaften auch weiterhin Barock oder Belcanto singen.

    Sein ungemein vielseitiges Opern-Repertoire zeigt sich auch in der kommenden Spielzeit:


    September/Oktober 2021 BEETHOVEN Fidelio; Opera Comique Paris

    Oktober 2021 MOZART Idomeneo; Festspielhaus Baden-Baden

    November 2021 STRAWINSKY Oedipus Rex; Gran Teatre del Liceu Barcelona

    November 2021 HÄNDEL Theodora; Theater an der Wien, Mailänder Scala, TCE Paris, Oper Luxemburg, Philharmonie Essen

    Februar 2022 VERDI Requiem; Theatre Champs Elysées Paris

    Februar 2022 WAGNER Tristan und Isolde; 2. Akt Opera Lyon

    März 2022 LEONCAVALLO I Pagliacci; Ozarks Lyric Opera Springfield, Missouri

    April/Mai 2022 GOUNOD Romeo et Juliette; Houston Grand Opera



    Gregor

    Die neue Arien-CD von Anna Netrebko wird am 05. November 2021 veröffentlicht. Auf Amata Dalle Tenebre singt sie Arien aus Opern von Richard Strauss, Giuseppe Verdi, Richard Wagner, Francesco Cilea, Pjotr Iljitsch Tschaikowsky, Giacomo Puccini und Henry Purcell!



    Anna Netrebko

    Amata Dalle Tenebre

    Ariadne auf Naxos: "Es gibt ein Reich"

    Aida: "Ritorna Vincitor ... Numi, pietà"

    Don Carlo: "Tu che le vanità"

    Tannhäuser: "Dich teure Halle, grüß ich wieder"

    Adriana Lecouvreur: "Poveri fiori"

    Pikovaya Dama: "Uzh polnoch blizitsya"

    Madama Butterfly: "Un bel di vedremo"

    Lohengrin: "Einsam in trüben Tagen"

    Manon Lescaut: "Sola, perduta, abbandonata"

    Dido and Aeneas: "Thy hand, Belinda ... When I am laid in earth" (Dido's Lament)

    Tristan und Isolde: "Mild und leise"


    Orchester der Mailänder Scala

    Dirigent: Riccardo Chailly



    71A-oYKthYL._SL700_.jpg




    Gregor

    Es fällt auf, dass niemand aus Deutschland dabei ist. Dafür konnten sich gleich neun Teilnehmer von insgesamt 34 aus Russland für die Endrunden in Moskau qualifizieren. Was für ein Zufall. :pfeif:


    Ich würde das nicht Zufall nennen. Beim letzten Bewerb gab es mit Samuel Hasselhorn einen deutschen Teilnehmer. Dieses Jahr halt nicht.


    Dass es in den letzten Jahren vermehrt guten Sängernachwuchs aus Asien gibt ist ja hinlänglich bekannt. Wir haben heute viele bekannte Sänger aus Russland oder Südkorea. Man braucht sich ja nur die Besetzungen in den Spielplänen der Opernhäuser ansehen. Ich glaube nicht, dass es dort mehr Talente gibt als anderswo. Aber vielleicht ist die Ausbildung besser.


    Mir fällt in diesem Zusammenhang das Video-Interview mit Albert Dohmen ein, dass ich ja im Forum verlinkt habe. Da erklärt er, warum beispielsweise so viele gute Sänger aus Südkorea kommen. Auch dieses Jahr sind wieder vier im Bewerb von Operalia vertreten. Da wird knallhart unter Hunderten ausgesiebt, die Besten machen das Rennen, landen in den europäischen Gesangsbewerben und dominieren dann oft das Teilnehmerfeld. Nach den hunderten von Sängern die es nicht schaffen, fragt leider kein Mensch mehr.


    Diesmal findet sich in den Endrunden übrigens auch ein Sänger aus der Mongolei.


    Gregor

    OPERALIA 2021


    Nach einer Zwangspause im letzten Jahr kehrt Domingo's Sängerwettbewerb Operalia in diesem Jahr zurück und findet vom 18. bis 24. Oktober 2021 in Moskau statt. Für die Finalrunden konnten sich 34 junge Sänger/innen qualifizieren.


    Viele neue Stimmen. Aber vielleicht kennt ja so mancher hier im Forum den einen oder die andere. Viele der genannten Teilnehmer befinden sich ja bereits in Opernensembles.


    Der einzige Name der mir ad hoc etwas sagt, ist jener des kanadischen lyrischen Tenors Josh Lovell, da er sich bereits seit 2019 im Ensemble der Wiener Staatsoper befindet und dort schon sehr positiv aufgefallen ist. Erst vor wenigen Wochen hat er den Belvedere-Bewerb gewonnen. So halte ich ihm natürlich auch für Operalia besonders die Daumen.


    Ich hoffe, dass es auch in diesem Jahr wieder eine Übertragung geben wird.



    Das sind die diesjährigen Teilnehmer:


    Ivan Ayon-Rivas, Tenor, Peru


    Gayane Babajanyan, Mezzosopran, Russland


    Kirill Belov, Tenor, Russland


    Vladislav Buialskyi, Bassbariton, Ukraine


    Dmitry Cheblykov, Bariton, Russland


    SungJun Cho, Bass, Südkorea


    Linsey Coppens, Mezzosopran, Belgien


    Bekhzod Davronov, Tenor, Usbekistan


    Nicolai Elsberg, Bass, Dänemark


    Ochirsaikhan Erdenee, Bariton, Mongolei


    Axelle Fanyo, Sopran, Frankreich


    Marie-Laure Garnier, Sopran, Frankreich


    Aida Gimeno Garcia, Sopran, Spanien


    Jonah Hoskins, Tenor, USA


    Lilia Istratii, Mezzosopran, Moldawien


    Victoria Karkacheva, Mezzosopran, Russland


    Evgeniya Khomutova, Mezzosopran, Russland


    Hyoyoung Kim, Sopran, Südkorea


    Seonwoo Lee, Sopran, Südkorea


    Chelsea Lehnea, Sopran, USA


    Josh Lovell, Tenor, Kanada


    Valery Makarov, Tenor, Russland


    Keymon Murrah, Countertenor, USA


    Edward Nelson, Bariton, USA


    Jusung Park, Bassbariton, Südkorea


    Emily Pogorelc, Sopran, USA


    Alexandra Razskazoff, Sopran, USA


    Ricardo José Rivera, Bariton, USA


    Ekaterina Sannikova, Sopran, Russland


    Ivan Sapunov, Bariton, Russland


    Valeriia Savinskaia, Sopran, Russland


    Aytaj Shikhalizada, Mezzosopran, Aserbaidschan


    Claudia Urru, Sopran, Italien


    Joshua Wheeker, Tenor, USA




    Gregor

    Nachdem vor 99 Jahren mit Don Giovanni erstmals eine Oper bei den Salzburger Festspielen aufgeführt wurde, war es irgendwie vorhersehbar, dass Mozart's Meisterwerk zum 100-jährigen Jubiläum des Festivals auf den Spielplan gesetzt wird. Somit wurde diesem Don Giovanni schon im Vorfeld große Aufmerksamkeit und eine gewisse Erwartungshaltung zuteil - nicht nur weil Teodor Currentzis als Dirigent angekündigt wurde.


    Und wer hätte gedacht, dass die Inszenierung von Romeo Castellucci, die modernstes Regietheater ist, so ein Publikumsjubel zuteil werden würde? Ich habe jedenfalls kein Buh gehört. Wenn es eines gegeben hat, ist das im tosenden Jubel des Publikums völlig untergegangen.

    Dabei hat man schon Tage vor der Premiere gefürchtet es könnte ein Skandal und eine Kontroverse werden. Mitnichten. Modernes Regietheater ist wohl kein Grund zum Aufregen mehr. Ganz im Gegenteil.


    Was passiert bei Castellucci eigentlich auf der Bühne? Viel. Sehr viel. Manche sagen zu viel. Ein Besucher erklärte, dass es geradezu amüsant war, was sich auf der Bühne abspielte, aber dass es doch teilweise zu sehr von der Musik ablenkte.


    Man kam aus dem Staunen gar nicht heraus.


    Die Oper beginnt schon mit einem "Knalleffekt". Auf der Bühne stürzt tatsächlich ein Auto (!) auf den Bühnenboden herab. Das ist nicht das einzige was auf der Bühne zerstört wird. Castellucci sieht in Giovanni einen Zerstörer. Und zerstört wird hier viel. So der Rollstuhl des Komtur, auch Basketballbälle werden zerstochen, und dann knallt auch noch ein Klavier (!) aus großer Höhe auf den Boden herab. Wie hält dieser das eigentlich aus? Er muss doch wohl nach jeder Vorstellung repariert werden. Dem Komtur wird übrigens mit seiner Krücke der Gar ausgemacht.


    Auf der Bühne befinden sich alle möglichen Requisiten. So beispielsweise eine Waschmaschine, riesige Müllcontainer, oder auch eine Kopiermaschine zu der Leporello die Registerarie singt. Klar, mit der Maschine kann man ganz leicht Giovanni's Verführungskatalog vervielfältigen und gleich an Interessenten weiterfaxen. Während Leporello seine Arie singt, tauchen dazu 150 Frauen auf. Sie stellen sozusagen all diese Frauen dar, die Giovanni verführt hat. Die Damen sind übrigens alle Salzburgerinnen.


    Ja, Nackte und Halbnackte tummeln sich auch auf der Bühne.


    Und auch Tiere gibt es auf der Bühne. So hat eine Ziege ein akustisches Solo, Don Ottavio besitzt weiße Pudel, und auch eine Ratte hat einen prägnanten Auftritt.


    Castellucci nutzt die große Bühne voll aus, das ist sicher.


    Zum Ende reißt sich Giovanni im Todeskampf sämtliche Kleider vom Leib. Splitterfasernackt schmiert er seinen Körper mit weißer Gipsfarbe ein und verschwindet sozusagen im Nichts. Die restlichen Charaktere werden am Ende zu eingegipsten Figuren.


    Das Bühnenbild ist stets das Gleiche. Der Innenraum einer Kirche, die übrigens zu Beginn - noch ohne die Musik Mozart's - vor den Augen der Zuschauer geleert wird.


    Und es passiert noch einiges mehr auf der Bühne des Großen Festspielhauses. Aber das würde hier den Rahmen sprengen. Was uns Castellucci damit sagen will und was all diese Bilderreihen eigentlich zu bedeuten haben ... nun, wir müssen die Antworten wohl selbst finden.

    In Kürze kann man sich das alles dann auch noch in nächster Nähe ansehen wenn eine Vorstellung im TV ausgestrahlt wird.

    Man muss das wohl ein paar Mal ansehen, um alles erfassen und nachvollziehen zu können.



    Was das Musikalische betrifft: Currentzis präsentiert mit dem hervorragenden Orchester musicAeterna - natürlich ist auch der wunderbare musicAeterna-Chor mit von der Partie - einen ruppigen, harten Mozartklang. Schließlich wird auf historischen Instrumenten gespielt. Das ist kein Weichzeichner-Mozart. Wem die Mozart-Dirigate von René Jacobs gefallen, der kann sicher auch mit Currentzis' kantigen Mozart etwas anfangen, auch wenn er die Partitur sehr eigenwillig dirigiert, so ganz wie ihm gerade danach ist.


    Don Giovanni gilt als die ideale Oper für Salzburg und stellt sozusagen das Pendant zu Hofmannsthal's Jedermann dar. Don Giovanni, die Oper über das Sterben des GEILEN Mannes.


    Dieser geile Mann ist in diesem Fall Davide Luciano der seinem Diener Leporello, gesungen von Vito Priante, nicht nur vom Stimmtyp ähnelt, sondern auch optisch. Das ist wohl ganz beabsichtigt. Das macht die Maskerade im zweiten Akt natürlich viel glaubhafter. Luciano singt vielleicht allzu brav und gediegen, jedenfalls trumpft er nie wirklich auf. Zu sehr scheint er auch mit der Darstellung beschäftigt zu sein, die Castellucci ihm abverlangt.


    Während Federica Lombardi als Donna Elvira manchmal gar zu arg scheppert, ist die höhensichere Donna Anna von Nadezhda Pavlova eine Wucht, vor allem im zweiten Teil des Abends. Sicher, Intonationstrübungen bleiben nicht unbemerkt, aber sie ist intensiv in ihrer Darstellung und ihre fulminant dargebotene Arie Non mi dir im zweiten Akt - mit ungewöhnlichen Verzierungen - beschert ihr den größten Szenenapplaus des Abends.


    Bei Don Ottavio tobt sich Castellucci besonders aus und steckt ihn in die verschiedensten Kostüme. So trägt er eine Uniform, sieht dann aber wieder nach Schifahrer oder doch Bergsteiger der 1920er(?)-Jahre aus, dann ist er wieder ein bemantelter Dandy mit zwei weißen Pudeln. Umso erstaunlicher ist es da, welch phantastischen Don Ottavio Michael Spyres hier vokal abliefert.

    Als ob die Arie Il mio tesoro im zweiten Akt mit ihren langen Bögen nicht schon schwer genug ist, setzt Spyres noch eines drauf und reichert diese Bögen mit zusätzlichen Verzierungen an. Feinstes Legato und eine beeindruckende Atemtechnik.

    Nicht überraschend heimst Spyres für seinen viril gesungenen Don Ottavio dann den größten Schlussapplaus des Abends ein.


    Anna Lucia Richter ist stimmlich eine gar nicht so mädchenhafte Zerlina, David Steffens lässt als Masetto aufhorchen, und Mika Kares singt den Komtur klangschön aber vielleicht nicht unbedingt angsteinflößend.


    "Der ungewöhnlichste Giovanni den die Welt je gesehen hat", hat Salzburg's Intendant Markus Hinterhäuser angekündigt. Er hat nicht zu viel versprochen.


    Es gäbe sicher noch viel von und über diese Inszenierung zu sagen. Aber für alles auf einmal ist es tatsächlich zu viel. Das muss man wirken lassen.


    Es wäre schön wenn sich Tamino-Mitglieder finden würden, die sich die TV-Übertragung ansehen. Obwohl sich einige im Forum sicher schon jetzt angewidert zurückziehen werden ...



    Gregor

    Nur wenige Tage nach der TV-Übertragung des Fliegenden Holländers aus Bayreuth kommt schon die nächste Opernübertragung ins Fernsehen, diesmal aus Salzburg.



    Salzburger Festspiele 2021

    Samstag, 07. August

    22.05 Uhr ORF 2

    22.40 Uhr ARTE


    Wolfgang Amadeus Mozart

    DON GIOVANNI


    Davide Luciano (Don Giovanni), Vito Priante (Leporello), Nadezhda Pavlova (Donna Anna), Michael Spyres (Don Ottavio), Federica Lombardi (Donna Elvira), Anna Lucia Richter (Zerlina), David Steffens (Masetto), Mika Kares (Il Commendatore)


    Chor und Orchester: MusicAeterna

    Dirigent: Teodor Currentzis

    Inszenierung: Romeo Castellucci


    Moderation: Teresa Vogl (ORF), Annette Gerlach (ARTE)



    Gregor

    Mit dem Leben Königin Victoria's ab Beginn ihrer Regentschaft 1837 befasst sich die historische Serie Victoria, die es aktuell auf drei Staffeln bzw. 24 Folgen und einen Spielfilm, der Staffel 2 abschließt, bringt. Sie folgt genau historischen Ereignissen. Vorteil solcher Serien ist, dass genügend Zeit ist, die Geschichte zu erzählen. Jenna Coleman erweist sich als sehr gute Besetzung für die Titelrolle, auch weil sie eine starke Ähnlichkeit mit der legendären Monarchin hat.


      


      


    "So schöne blaue Augen, eine feine Nase und ein so hübscher Mund mit feinem Schnurrbart und wenig, aber ganz wenig Backenbart: eine schöne Gestalt, breit in den Schultern und mit schmaler Taille ... Ich muss mein Herz festhalten". Diese Worte, die Victoria 1839 ihrem Tagebuch anvertraute, beschreiben natürlich ihre große Liebe Prinz Albert von Sachsen-Coburg, den sie 1840 bat ihr Ehemann zu werden. Den Antrag musste SIE machen, da niemand IHR einen Antrag machen durfte.


    Prinz Albert wird von Tom Hughes dargestellt, der auch genau dieser Beschreibung entspricht, und der sich mit seiner starken Bildschirmpräsenz und seinem sensiblen Spiel als wahrer Glücksgriff für die Serie erweist. Diese erzählt anschaulich welch komplexer und starker Charakter auch schon die ganz junge Victoria gewesen ist, wie schwer es Albert hatte aus dem Schatten des Prinzgemahldaseins auszubrechen, um seinen eigenen Weg zu finden, oder befasst sich auch mit der stets wachsenden Kinderschar des Paares, obwohl Victoria nichts so sehr fürchtete als Schwangerschaften. Staffel Eins befasst sich auch noch stark mit Victoria's Verbindung zu ihrem ersten Premierminister Lord Melbourne (gespielt von Rufus Sewell). Es befinden sich auch deutsche Schauspieler im Cast. So wird Victoria's deutsche Mutter, Prinzessin Victoria von Sachsen-Coburg-Saalfeld, von Catherine Flemming gespielt, Queen Victoria's Gouvernante und Hofdame Baronin Louise von Lehzen, die von Prinz Albert mehr als kritisch betrachtet wurde, von Daniela Holtz. In Staffel Zwei spielt übrigens Diana Rigg als Herzogin von Buccleuch eine ihrer letzten Rollen.


    Staffel Drei endet mit einem der größten Erfolge in Albert's Leben, der vom ihm organisierten ersten Weltausstellung im Jahr 1851.

    Staffel Vier konnte aufgrund von Corona letztes Jahr nicht realisiert werden. Laut Drehbuchautorin Daisy Goodwin ist das Drehbuch längst fertig. Man kann nur hoffen, dass die Dreharbeiten für Staffel Vier bald beginnen können. Eine aufwendig produzierte und hervorragend gemachte Serie.


    Victoria_S3_promo_001.jpg



    Gregor

    Bayreuth-Debüt 2023


    joseph_calleja_puccini_bastard_calleja_2010_12_e_15-5320111117152423.jpgNun haben die Bayreuther Festspiele angekündigt, dass es 2023 eine neue Parsifal-Inszenierung geben wird. In diesem Zusammenhang wurde offiziell bestätigt, dass Joseph Calleja die Titelrolle übernehmen wird. Das dem so ist, weiß ich schon etwas länger. Nun also die offizielle Meldung aus Bayreuth.
    Dass italienisch-geschulte Stimmen vor allem den Lohegrin singen (wollen), ist ja bekannt. Welcher Nicht-Wagner-Tenor hat diesen das letzte Mal gesungen? Ich glaube es war Roberto Alagna.

    Aber wie sieht es mit dem Parsifal aus? Gab es schon "vergleichbare" Interpreten?


    Joseph Calleja erklärt zum Parsifal, dass es sehr interessant sein wird, einen Tenor der im italienischen Stil singt diese Wagner-Rolle in Bayreuth singen zu hören. Er selbst begann ja schon vor mehr als zehn Jahren Deutsch zu lernen, was auch mit seiner österreichischen Tante zu tun hat, und er soll die Sprache inzwischen auch schon gut beherrschen.


    Zur Parsifal-Besetzung gehören auch Ekaterina Sementschuk als Kundry und Wolfgang Zeppenfeld als Gurnemanz.


    Die Inszenierung wird Jay Scheib übernehmen, der die Wagner-Oper als Mischung aus realer Welt und virtueller Realität auf die Bühne bringen wird. Die Zuschauer werden Brillen tragen die visuelle Effekte auf der Bühne sichtbar machen werden.


    Gregor

    Hier noch das gesamte Interview mit Gundula Janowitz in welchem sie über Karajan und Bernstein spricht und sie auch diese interessante Äußerung macht:


    "[.....] auf das, was heute geschieht, darauf kann ich Ihnen gar keine Antwort geben, weil ich überhaupt nicht mehr in die Oper gehe, weil mich das Singen von anderen nie interessiert hat. Ich wollte ja singen."



    Gregor

    Für die Vorstellungen im Januar/Februar 1978 unter Leonard Bernstein – mit dem sie vorher noch nie zusammen gearbeitet hatte – sagte die Sopranistin ein gleichzeitig vorgesehenes anderes Projekt mit Georg Solti ab.


    Wie Janowitz erzählte, gezwungenermaßen! Für Solti hätte sie die Leonore konzertant in Chicago singen sollen, MUSSTE aber dann absagen, weil ihr der zuvor zugesagte Urlaub von der Wiener Staatsoper für den betreffenden Zeitraum dann doch nicht gewährt wurde.


    während sie am 18. 5. 1990 in der Wiener Staatsoper als 'Ariadne' zum letzten Mal eine Opernvorstellung sang.


    Und das tat sie ohne irgendein Karriereende anzukündigen. Sie sagte niemandem, dass das ihre letzte Vorstellung sein würde. Erst nach dem letzten Bühnenvorhang erklärte sie, 'Das war's. Was übrigens Christa Ludwig nicht so ganz verstanden hat, wie sie im gemeinsamen Gespräch mit der Kollegin verriet. Denn Ludwig meinte, das Publikum hätte sie zum Abschied ''sicher noch mit Rosen bestreut und man hätte dir noch ein Krönchen aufgesetzt". 😂😂😂


    Am 30. 6. 1990 trat sie gemeinsam mit dem neuen Intendanten Gerhard Brunner, dem früheren Ballettdirektor der Wiener Staatsoper, am Opernhaus der Stadt Graz ihr Amt als Operndirektorin an. Doch schon ein Jahr später trat sie zurück - wegen 'künstlerischer Differenzen'


    Auch das hat Christa Ludwig angesprochen, worauf Janowitz ganz lakonisch entgegnete: "Man macht manchmal so einen Blödsinn."


    Sie fügte noch hinzu, dass sie mit jungen Sängern ein Opernensemble aufbauen wollte, doch sie erkannte, dass so ein Ensemble gar nicht mehr gefragt war ...



    Gregor

    Das dritte Album von Jonas Kaufmann innerhalb von zwölf Monaten.

    Auf Lieder - Freudvoll und Leidvoll widmet sich Kaufmann Liedkompositionen von Franz Liszt. Am Klavier begleitet wird er von Helmut Deutsch.


    Dazu erklärt Kaufmann: "Ich bin sehr froh, dass uns die Zwangspause dieses Album ermöglicht hat, das zu normalen Arbeitszeiten wahrscheinlich nicht so schnell zustande gekommen wäre. So konnten wir außer unseren "konzert-erprobten" Liszt-Titeln auch einige Lieder aufnehmen, die bislang im Schatten der "großen Hits" stehen. Voran "Die stille Wasserrose", die ich umso schöner finde, je öfter ich sie höre."



    Das Album erscheint am 17. September 2021.



      



    Gregor

    Danke für alle eure Hinweise. Da gibt es ja doch mehrere Aufnahmen von Norman's Sieglinde. Wobei ich dazu sagen muss, dass mir der Tenor Gary Lakes, der als Norman's Siegmund in Erscheinung tritt, bisher nicht bekannt war.


    Auch meine Verehrung für Jessye Norman hat mich allerdings nicht dazu bewegen können, mir diese grauenhafte Inszenierung anzuschauen.


    Willst du damit sagen, dass Inszenierungen von Otto Schenk generell nicht deine Sache sind, lieber Bertarido?

    Falls dem so ist, kannst du dir die Aufnahme ja nur anhören, in dem du nur die Tonspur laufen lässt. Die Besetzung dieses Rings lässt doch Gutes vermuten. Musikalisch entgeht dir vielleicht hier etwas. ;)


    Ich bin übrigens auf einen besonderen Isolde-Schlußgesang von Jessye Norman gestoßen, bei dem es sich angeblich um Karajan's letztes Wagner-Dirigat in Salzburg und seinen letzten gefilmten Publikumsauftritt überhaupt handelt.

    Die Kamera konzentriert sich dabei übrigens auch sehr stark auf Karajan.





    Gregor

    Ich war Fan von Gavin Troy - das war der, der nicht Autfahren konnte.

    Das ist mein zweitliebster "Barnaby-Assistent". Mit Nelson als Partner fiel mir die Serie etwas schwer, was nicht an der Rolle sondern am farblosen Schauspieler lag. Dieser wurde aber nach drei Staffeln ohnehin durch Winter - Barnaby's fünften und gegenwärtigen Kollegen - ersetzt. Mit ihm komme ich gut zurecht, auch wenn er natürlich lange nicht an Ben Jones heranreicht, den ich eigentlich am meisten vermisse.


    Mein Ranking der Barnaby-Partner: 1. Jones 2. Troy 3. Winter 4. Scott 5. Nelson


    Ich mag besonders die neue Pathologin, Fleur Perkins, mit ihren amüsanten, sarkastischen Sprüchen. Tolle Figur, sympathische Schauspielerin.


    Die für mich rollendeckenste Miss Marple war Joan Hickson. Sehr zurückhalten und scheinbar farblos - genau wie Agatha Christie es wollte


    Als ich sie das erste Mal sah war ich etwas entsetzt. Entsprach sie doch gar nicht dem Rollenbild der Miss Marple welches auch bei mir von Margaret Rutherford geprägt wurde.

    Doch vom Typ her ist Hickson wohl eine Miss Marple im Sinne von Agatha Christie. Das Problem bei ihr ist nur, dass sie nicht sehr sympathisch rüberkommt während McEwan's Marple eine liebenswerte und herzliche alte Dame ist.

    Übrigens traf Hickson im ersten Miss-Marple-Film von Margaret Rutherford selbst auf die berühmte Hobby-Detektivin. Hickson spielte in 16.50 Uhr ab Paddington (1961) die Haushälterin Mrs. Kidder im Anwesen der Familie Crackenthorpe, die im Film von George Pollock eigenartigerweise Ackenthorpe heißt. Nicht die einzige Änderung dieser Verfilmung. Als Mrs. Kidder das erste Mal einen Blick auf Miss Marple wirft, die sich aus detektivischen Gründen um eine Anstellung im Haus bewerben will, kommt von Hickson das trocken-geniale und wenig charmante "In Ihrem Alter wollen sie sich das noch antun?" :hahahaha:


    16-uhr-50-ab-paddington-1.jpg


    Den Trailer hast Du vielleicht (?) schon gesehen

    Nein, den kenne ich nicht. Wo kann man ihn ansehen?



    Gregor

    Ich bin ein geradezu höriger Inspector Barnaby Fan,. Ich besitze alle bisher erschienen Folgen der Serie. Da ich immer wieder vergesse, wer der Mörder war, kann ich - nach ausreichend zeitlichem Abstand - einen Film ein zweites mal sehen.


    Barnaby ist klasse. Das sind Krimis wie sie interessanterweise nur die Engländer hinbekommen. Die Serie orientiert sich stark an Agatha Christie und dem Who-dunnit-Konzept. Immer wieder erstaunlich welche Mordarten da gezeigt werden. Die Autoren beweisen jedenfalls viel Phantasie.

    Die Kombination vom "alten" Barnaby mit Detective Jones ist mir die liebste. Dieses Duo gab es bisher auch am längsten.


    Um bei Krimis zu bleiben ...

    Aktuell läuft in ORF 3 und beim deutschen Sender ONE die Serie Agatha Christie's Marple, in der alle Marple-Fälle filmisch umgesetzt sind. Hauptdarstellerin Geraldine McEwan erweist sich als ideal. So hat sich Agatha Christie ihre sympathische dünne alte Jungfer wohl vorgestellt.


    Leider musste McEwan nach drei Staffeln bzw. 12 Filmen ihre Rolle wegen Krankheit aufgeben (sie verstarb 2015) und Miss Marple wurde von Julia McKenzie übernommen, die ein anderer Typ als McEwan ist und in deren große Fußstapfen sie nur schwer treten konnte.

    Letztendlich konnte sich die Nachfolgerin die berühmte Rolle auf ihre ganz eigene Art aber auch zu eigen machen.


    Die Poirot-Serie konnte mich gar nicht überzeugen und habe ich schnell abgelegt, umso erfreulicher erwiesen sich dann diese hervorragenden Miss-Marple-Verfilmungen, die allesamt auch auf DVD erhältlich sind.


    Die Tote in der Bibliothek/Mord im Pfarrhaus/16:50 Uhr ab Paddington/Ein Mord wird angekündigt

    Ruhe unsanft/Die Schattenhand/Lauter reizende alte Damen/Das Geheimnis von Sittaford

    Bertrams Hotel/Tödlicher Irrtum/Kurz vor Mitternacht/Das Schicksal in Person

    Das Geheimnis der Goldmine/Das Sterben in Wychwood/Fata Morgana/Ein Schritt ins Leere

    Das fahle Pferd/Die Memoiren des Grafen/Die blaue Geranie/Mord im Spiegel

    Karibische Affäre/Greenshaws Monstrum/Mord nach Maß



    Gregor

    Eröffnungspremiere der Bayreuther Festspiele 2021 in 3SAT

    Samstag, 31. Juli - 20.15 Uhr


    Richard Wagner

    DER FLIEGENDE HOLLÄNDER


    Georg Zeppenfeld (Daland), Asmik Grigorian (Senta), Eric Cutler (Erik), Marina Prudenskaya (Mary), Attilio Glaser (Steuermann), John Lundgren (Holländer)

    Musikalische Leitung: Oksana Lyniv

    Inszenierung: Dmitri Tcherniakov



    Gregor

    Viel kann ich nicht von Jessye Norman's Sieglinde finden, eine ihrer hervorragenden Wagner-Partien.

    Es finden sich nur Walküre-Schnipsel. Immerhin. Eine Gesamtaufnahme ihrer Sieglinde gibt es wohl leider nicht.


    Hier zumindest sogar visuell:




    Gregor

    Liebe Freunde von Jessye Norman, ich höre die grandiose Sängerin gerade wieder vermehrt. Gestern noch ihre Ariadne, heute die Rückert-Lieder. Und sie überwältigt einen förmlich mit ihrer Gesangskunst, ihrer phänomenalen Technik und mit ihrer einzigartigen Ausdruckskraft. Wieso schafft es Norman einen so zu berühren?


    Was war eigentlich ihre Domäne? Das französische Fach oder doch das Lied? Kann man so eine versierte Sängerin überhaupt auf ein bestimmtes Fach festlegen?


    Auch mit der Dalila-Arie - um auf ihr französisches Repertoire zurückzukommen - fesselt sie einen enorm. Sie ist auch konzertant ganz in ihrer Rolle.

    Am Ende der Arie, als das Publikum schon längst frenetisch applaudiert, ist sie immer noch ganz in ihrer Interpretation. Wie hypnotisiert steht sie da, und es dauert dann noch einige Sekunden bis sie "erwacht", wieder ganz sie selbst ist, und ihr jubelndes Publikum wahrnimmt.





    Gregor