Beiträge von Gregor

    Kein Bayreuth mehr, kein Hans Sachs


    René Pape hat in einem Interview mit dem Klassikmagazin Platea verraten, dass er nicht beabsichtigt nach Bayreuth zurückzukehren. Er hat tolle Erinnerungen an seine Auftritte in Bayreuth als er dort von 1994 bis 1997 als Fasolt engagiert war. Doch aufgrund von Meinungsverschiedenheiten wurde er nicht mehr dorthin eingeladen, bis Katharina Wagner ihn für 2017 und 2018 als König Marke zurückholte.

    Doch er identifiziert sich nicht mit den Festspielen und ihrer Ausrichtung, und er vermisst die familiäre Atmosphäre die er in Bayreuth noch in den 90er-Jahren erlebt hat. Er fühlt sich dort nicht mehr wohl und entschuldigt sich für seine Offenheit, aber er habe keine Pläne dort wieder einen Sommer zu verbringen.


    Anders ergeht es ihm mit Salzburg. Da fühlt er sich sehr wohl, er hat Freunde dort und viele schöne Erinnerungen. Er war auch oft in der Mozart-Stadt, ohne dort überhaupt zu singen. Im vergangenen Sommer hat er bei den Festspielen den Fiesco in Simon Boccanegra gesungen. Es gibt auch weitere Pläne und Gespräche für Salzburg, aber noch ist nichts fix.


    Vor einigen Jahren noch wollte er den Hans Sachs in sein Repertoire aufnehmen, aber René Pape hat sich aus verschiedenen Gründen dazu entschlossen, diese Rolle nicht zu singen. Er bewundert und respektiert die Kollegen, die den Sachs im Repertoire haben, aber er möchte sich diesem Druck nicht aussetzen.


    Pape debütiert hingegen als Baron Ochs im Rosenkavalier im Frühjahr 2020 an der Berliner Staatsoper Unter den Linden.


    Gregor

    So schlecht ist diese Inszenierung nun wirklich nicht. Im Gegenteil. Ich war damals schon bei der Premiere und der Regisseur hat das sehr gut herausgearbeitet wie die schwärmerische Tatjana in einer eher oberflächlichen, geradezu gefühlskalten Gesellschaft lebt und so unverstanden ist. Der Dauerschneefall und die Eisblöcke stellen eben diese kalte Umwelt und die kühle Gesellschaft dar, die Tatjana umzingeln. Sie hat letztendlich gar keine Chance aus dieser Kälte auszubrechen und ein Leben nach ihren Vorstellungen zu führen. Der Himmel lässt oft für Glück Gewöhnung als Ersatz zurück, sinniert die Amme Filipjewna ja zu Beginn der Oper. Auch Tatjana wird sich am Ende an ein Leben ohne (Liebes-)Glück gewöhnen.


    Das ist schon eine interessante Inszenierung mit einer Betrachtung, mit der man sich auseinandersetzen kann. Ich kann mir vorstellen, dass ein Bertarido oder ein MSchenk Gefallen an dieser Produktion finden würden.


    Natürlich gibt es auch ein paar Albernheiten, wie den als Lagerfeld-Double auftretenden Triquet, und dann sind da ja auch noch die grässlichen Kostüme der Damen.


    Vielleicht hat sich die Personenregie des Regisseurs im Laufe der letzten Jahre verwaschen, doch die war ursprünglich sehr gut. Natürlich braucht man auch gute Singschauspieler für diese Inszenierung. Die besten Onegins dieser Produktion waren für mich bisher Simon Keenlyside - der Sänger der Premierenserie - und Christopher Maltman. Bei Keenlyside hat man erst gesehen was ein hervorragender Singschauspieler aus der Rolle herausholen kann und auch Maltman war vom Stimmtyp her faszinierend. Warum sind die Briten eigentlich so gute Onegin-Interpreten? Jedenfalls wussten sie deutlich besser zu gefallen als die bisherigen russischen bzw. slawischen Sänger in dieser Produktion.



    Gregor

    Noch ein Wort zum "Don Carlos": Auch hier glänzt sie durch eine kluge Rollengestaltung der Eboli, doch ich persönlich würde ihr in diesem Falle Fiorenza Cossotto (bei Santini, DGG) vorziehen, allein schon wegen ihres mächtigeren Stimmvolumens. Im übrigen kann ich die Begeisterung für diese Aufnahme nur bedingt teilen; hier tut Karajan m.E. des Guten zuviel, indem er das Orchester mit einer solchen Brillanz spielen läßt, gegen die (von Baltsa und Ghiaurov abgesehen) die Sängerschar kaum eine Chance hat. Außerdem mißfällt mir die vieraktige Fassung.


    Es gibt auch eine DVD aus Salzburg mit ihrer Eboli, nemorino. Der Mitschnitt entstand 1986, Carreras war auch hier der Carlos.


    Das Timbre der Baltsa ist so einzigartig, man erkennt diese Stimme aus tausenden heraus. So klingt einfach keine andere Sängerin. :yes:




    Gregor

    Ich bin jetzt auch etwas überrascht, dass nemorino ausgerechnet die Amneris nennt. Hört man doch gelegentlich, dass die Partie so gar nicht die ihre war. Ich kenne allerdings die Karajan-Aufnahme mit Baltsa nicht. Das sollte man vielleicht mal nachholen. Und irgendwo stand mal: Wenn schon eine lyrische Aida, dann die Freni. :)


    Es gibt ja eine Don-Carlo-Aufnahme unter Karajan in ähnlicher Besetzung. Die habe ich zwar schon lange nicht mehr gehört, aber in guter Erinnerung. Und wenn Carreras den Radames so traumhaft singt wie den Don Carlo ... :hail:




    Gregor

    1963 war der erst 27-jährige Seiji Ozawa zu Gast in der US-Amerikanischen Game-Show "What's My Line?", moderiert von John Charles Daly. Die Sendung gab es auch im deutschen Fernsehen in den 70er und 80er Jahren und hieß "Was bin ich?", wenn ich mich nicht irre. Die Mitglieder des Quiz-Panel mussten die Berufe der Kandidaten erraten.

    Es gab immer einen prominenten Gast, und die Mitspieler mussten sich bei diesem die Augen verbinden, da sie den Promi ja sonst gleich erkannt hätten.

    Aber nein, Ozawa war damals NICHT der prominente Gast, denn der Dirigent war damals noch kaum bekannt. ;)

    Ein unterhaltsames Video und eine charmante Zeitreise ins US-Fernsehen der 60er Jahre. :)


    Und seht euch nur mal an, wer da im Panel sitzt. Drei von ihnen gehörten zum Stammpersonal. Da wäre zum einen die hinreißende Arlene Francis, bestens bekannt als James Cagney's Ehefrau im Billy-Wilder-Klassiker "Eins, Zwei, Drei", dann der Verleger und Random-House-Mitbegründer Bennett Cerf und die legendäre Journalistin Dorothy Kilgallen, die ja auch im Kennedy-Mord recherchiert hat und kurz darauf unter mysteriösen Umständen zu Tode kam.

    Und als Gast-Panelist ist der junge Woody Allen dabei! ^^ Und wie herrlich Arlene Francis den Namen "Oozawaa" betont. ^^ What a Lady!


    Viel Vergnügen beim Zuschauen! :)




    Gregor

    Besonders schätze ich sie als Santuzza in dieser Aufnahme:

    mit Plácido Domingo als Turriddu. Giuseppe Sinopoli ist ein erstklassiger Operndirigent, man spürt hier den Italiener.




    Hier das Duett Santuzza/Turiddu mit Luis Lima aus der WSO von 1991.




    Ja, die Rolle war ihr wie auf den Leib geschrieben. Trotz der eher langweiligen Inszenierung gehört diese DVD zu meinen liebsten Carmen-Aufnahmen, wegen Baltsa (und Carreras)


    Agnes Baltsa hat ja mal gesagt, dass sie ein großes Glück mit ihren Don Josés hatte und hat von allen vieren geschwärmt: Domingo, Carreras, Lima und Shicoff. Mit Shicoff habe ich sie als Carmen gehört, da war sie fast sechzig, aber immer noch eine Klasse für sich. Ihr Zusammenspiel mit Shicoff war unglaublich packend. Zwei Sängerdarsteller erster Klasse. :jubel:

    Jetzt singen beide nicht mehr. Alles hat eben seine Zeit.


    Gregor

    Unglaublich, aber wahr. Zehn Jahre kein Beitrag mehr zu Agnes Baltsa.


    Ihre Karriere hat sie in den letzten Jahren ganz leise ausklingen lassen. Ganz ohne Ankündigung eines Rückzuges. Es geht also auch ganz unspektakulär. In den letzten Jahren ist sie eigentlich nur noch als Klytämnestra aufgetreten.


    Unvergessen ihre Carmen. Auch für Rossini gerühmt - so beispielsweise eine herrliche Isabella.

    Hervorragend ihre Küsterin. Eine Singschauspielerin erster Klasse.

    Dann ihr Bellini-Romeo, ihre Cenerentola, der Octavian, ihre Charlotte, später auch eine umwerfende Santuzza, auch Eboli und und und ...


    Heute feiert die Sängerin ihren 75. Geburtstag. :jubel::jubel::jubel:







    Gregor

    Pavel Petrov

    Operalia-Gewinner von 2018


    Auf einem guten Karriereweg befindet sich der weissrussische Tenor Pavel Petrov, der 2018 bei Operalia den Ersten Preis und den Zarzuela-Preis gewinnen konnte.

    Zuvor war er schon Finalist beim Königin-Sonja-Gesangswettbewerb und beim Belvedere-Wettbewerb.


    Nachdem er zuerst Ensembemitglied im Opernhaus von Minsk gewesen ist, kam er für die Saison 2015/16 an die Oper in Zürich. Seit der Spielzeit 2016/17 ist er Ensemblemitglied an der Oper in Graz und ist dort inzwischen ein richtiger Publikumsliebling. Gastauftritte führten den 28-jährigen Tenor unter anderen in die Opernhäuser von St. Petersburg, Sydney, Klagenfurt und auch an das Theatre Royal de la Monnaie in Brüssel und ans Royal Opera House in London.

    Zu seinem Repertoire gehören beispielsweise der Rigoletto-Herzog, Alfredo, Nemorino, Ferrando, Don Ottavio, Edgardo, Lenski, Nadir oder auch der Boheme-Rodolfo. Natürlich finden sich in seinem Repertoire auch eine Reihe an slawischen Partien: Jontek in Halka, Lykov in Die Zarenbraut, Zar Barendey in Das Schneeflöckchen und natürlich Lenski in Eugen Onegin.


    Petrov verfügt über einen schönen lyrischen Tenor in italienischer Manier, er ist höhensicher, sein Ton fein im Klang. Inzwischen hat die Stimme auch etwas an Volumen dazugewonnen.

    Er wird in der Klassikbranche als einer der großen Hoffnungsträger bezeichnet - vielleicht zu Recht.

    Im Sommer sang er übrigens den Alfredo in La traviata in der Arena di Verona, in jener Produktion die als Zeffirelli's letzte gilt.



    Kuda, kuda ... (Eugen Onegin)



    Che gelida manina (La bohème)




    Gregor

    2019 ist das Jahr der Hui He. Da ist das 15-jährige Arena-di-Verona-Jubiläum (sie ist die erste Künstlerin die 15 Jahre am Stück in der Arena aufgetreten ist), ihr erfolgreiches Einspringen für Netrebko in der Salzburger Adriana Lecouvreur, ihr beachtetes Turandot-Debut.

    Bereits letztes Jahr erschien ihr zweites Arien-Recital.


    Am Samstag ist die Chinesin im Kino live aus der MET in ihrer Paraderolle als Cio-Cio-San zu erleben. In Puccini's Madama Butterfly in der Inszenierung von Oscar-Preisträger Anthony Minghella singt Bruce Sledge den Pinkerton, Elizabeth DeShong die Suzuki und Paulo Szot den Sharpless. Es dirigiert Pier Giorgio Morandi.


    Wer sieht sich denn die Übertragung im Kino an? Über Kino-Übertragungen aus der MET liest man ja kaum noch im Forum.






    Gregor

    5a4f5181d4427.jpgDie Karriere des Operalia-Siegers 2019 nimmt Fahrt auf. Nicht nur, dass Xabier Anduaga bei den Oper! Awards zum Nachwuchssänger des Jahres gekürt worden ist, stand er zudem kürzlich für ein ambitioniertes Tenor-CD-Projekt im Studio. Mit Höhenritter Michael Spyres und Lawrence Brownlee nahm er Arien und Duette für ein Rossini-Album auf. Mit von der Partie ist aber auch die Mezzosopranistin Tara Erraught.


    Doch Anduaga verliert nicht die Bodenhaftung. Er macht sich keine Gedanken über seine gesangliche Zukunft, sondern lässt - wie er in einem Interview verriet - seine Stimme entscheiden, wo sein Weg ihn hinführt.

    Er will sich keine Ziele setzen und ist glücklich mit Bellini, Donizetti und Rossini. Einem sehr breiten Repertoire, welches für ihn die beste Schule darstellt, um seine Technik zu verbessern.


    Im November singt er den Gennaro in Lucrezia Borgia in Bergamo, im Dezember steht der Don Ramiro in La cenerentola an der Staatsoper in Hamburg auf dem Programm.




    Gregor

    rolando_panerai_v2.jpgIn memoriam Rolando Panerai


    Aus Anlass des Ablebens von Rolando Panerai hat Ö1 gestern die Sondersendung "In memoriam Rolando Panerai" ins Programm genommen. Zu Beginn der fast 90-minütigen Sendung hört man Panerai mit einer absoluten Rarität aus Baldassare Galuppi's Oper "Il filosofo di campagna". Das Libretto dazu schrieb übrigens Carlo Goldoni. Hervorragend ist Panerai mit der Arie aus I Puritani, als Rigoletto und im Luna-Leonora-Duett aus Il trovatore mit Maria Callas. Es gibt aber auch tolle Live-Mitschnitte zu hören. Allen voran sein großartiger Mozart-Figaro aus Aix-en-Provence im Mozart-Jahr 1956. Höhepunkt der Sendung ist aber sein phänomenaler Ford. Neben Panerai bleibt Fischer-Dieskau als Falstaff leider sehr blass.


    Zur Sondersendung schreibt der Sender unter anderem:


    Er war der Letzte, der noch mit Maria Callas Hauptrollen gesungen hatte: Wenige Tage nach seinem 95. Geburtstag ist der bis ins höchste Alter künstlerisch aktive Bariton Rolando Panerai in Florenz verstorben.

    64 Jahre lang stand er, der bereits Kollege von Größen wie Ettore Bastianini, Carlo Bergonzi, Giuseppe di Stefano, Renata Tebaldi gewesen war, singend auf der Bühne! Die mit Wohlklang gesättigte Stimme von Rolando Panerai, die beim ersten Ton aus hunderten anderen herauszuhören war, ist in einer Fülle gefeierter und immer wieder neu aufgelegter Plattenaufnahmen dokumentiert; die scheinbare "Lässigkeit", mit der er sängerische Hürden auch in der Live-Situation nahm, war legendär. Panerai's Repertoire fokussierte auf die großen Italiener des 19.Jahrhunderts, Bellini, Rossini, Donizetti, Verdi; Ausflüge ins 20. Jahrhundert und zu Wagner blieben Ausnahmen. Und Rolando Panerai war Komödiant: Sein Ford - mitunter auch der Falstaff selbst - in Verdis "Falstaff", später Puccinis "Gianni Schicchi": eine Klasse für sich!


    Die Sendung kann noch sieben Tage auf Ö1 "nachgehört" werden.


    Baldassare Galuppi - Il filosofo di campagna: Bariton-Solo
    Giuseppe Verdi - Rigoletto: Szene und Arie des Rigoletto/II
    Giuseppe Verdi - Aroldo: Cabaletta des Egberto
    Gaetano Donizetti - Lucia di Lammermoor: "Sextett" mit Chor/II
    Giuseppe Verdi - Il trovatore: Duett Leonora-Luna/II
    Vincenzo Bellini - I puritani: Szene des Riccardo/I
    Gioachino Rossini - Il barbiere di Siviglia: Duett Rosina-Figaro/I
    Wolfgang Amadeus Mozart - Le nozze di Figaro: Arie des Figaro/IV
    Giacomo Puccini - La Bohème: Szene Mimi-Marcello-Rodolfo/III
    Giuseppe Verdi - Falstaff: Szene Falstaff-Ford/II
    Gaetano Donizetti - L’elisir d’amore: Auftrittsarie des Dulcamara mit Chor


    Zu hören sind unter anderen auch Maria Callas, Giuseppe di Stefano, Teresa Berganza, Mirella Freni, Luciano Pavarotti und Dietrich Fischer-Dieskau.

    Absolut empfehlenswert!


    Gregor

    Ich weiß nun nicht, unter welchen Umständen diese lettische "Traviata" entstanden ist. Weißt Du da mehr? Ich kann mir vorstellen, dass man in diesem kleinen EU-Land noch den Ehrgeiz hat, mit solchen Produktionen auf dem heiß umstrittenen Markt zu punkten. Das ist ja nicht schlecht.

    Nun, lieber Rüdiger, diese Traviata ist beim neuen Label Prima Classic entstanden, welches Marina Rebeka selbst gegründet hat. Der Ehrgeiz von dem du sprichst, ist somit in erster Linie wohl der von Rebeka selbst. :) Sie ist wohl die einzige Sängerin die ein eigenes Label besitzt, welches sie übrigens gemeinsam mit ihrem Ehemann - praktischerweise einem Tontechniker - gegründet hat. Rebeka ist eine sehr mächtige Sängerin im Klassikbetrieb.

    Es erscheinen nur wenige Alben auf Prima Classic, dafür sollen diese aufwendig produziert und gestaltet sein.

    Rebeka produziert aber dort nicht nur eigene Soloalben, sondern auch die von anderen Sängern, welche von anderen Labels bisher nicht beachtet wurden. So konnte der junge Tenor Levy Sekgapane bei Prima Classic eine Solo-CD herausbringen und mit der oben angekündigten Traviata ist nun auch die erste Operngesamtaufnahme erschienen.


    Vielleicht magst du ja in die Homepage des Labels reinschauen: https://primaclassic.com/

    Die Sängerin hat natürlich auch ihre eigene Website: https://marinarebeka.com/


    Jetzt bin ich schon gespannt auf ihre Tatjana, die sie im November in Wien singen wird. :)



    Gregor

    Und es gibt sie doch noch - die Operngesamtaufnahmen die im Studio entstehen.

    So erscheint diese Woche eine neue Studioproduktion von Verdi's La Traviata mit Marina Rebeka in ihrer Paradepartie.

    Gilt sie doch - vielleicht noch neben Shagimuratova und Lungu - als derzeit führende Interpretin der Violetta Valery.

    Die Soundfiles bei Amazon klingen jedenfalls interessant. Rebeka ist stimmlich natürlich keine fragile Violetta, wie man sie auf den Opernbühnen heute so oft hört. Man darf gespannt sein ob sie ihr hervorragendes Rollenportrait von der Opernbühne auf CD übertragen kann.

    Mit Charles Castronovo steht ihr ein Alfredo zur Seite der über ein recht dunkles Tenortimbre verfügt. Kürzlich wurde er irgendwo als der "bessere Kaufmann" bezeichnet. Was immer das heißen mag. Wir werden es bald zur Gänze hören können.

    Castronovo's baritonaler Tenor bildet jedenfalls keinen großen Kontrast zu George Petean der den Giorgio Germont singt.


    Auf dem Cover sieht Marina Rebeka als Violetta jedenfalls absolut hinreißend aus.





    Gregor

    Spontan ließ mich die Meldung an das "Deutsche Requiem" von Johannes Brahms denken, über das wir vor wenigen Tagen in einem anderen Thread diskutiert haben:

    Denn alles Fleisch, es ist wie Gras …


    Und zuletzt kamen solche Meldungen ja ziemlich häufig. In den letzten Wochen auch zu Erika Wien (vielleicht nicht jedem so bekannt), natürlich Jessye Norman, auch Marcello Giordani. Und Francisco Casanova, eine Meldung die von der Öffentlichkeit kaum und bei Tamino gar nicht wahrgenommen wurde.



    Ich bin sehr traurig, zumal ich infolge dieses Threads in den letzten Tagen sehr viele Aufnahmen mit Rolando Panerai gehört und gesehen habe. Er wird mir unvergessen bleiben.


    Meine erste akustische Begegnung mit Rolando Panerai war die Karajan-Pavarotti-Freni-Boheme, bei der er der Marcello gewesen ist, der ja die Puccini-Oper mit Questo Mar Rosso mi ammollisce e assidera eröffnet. Welch ein Klang, welch eine Präsenz. Für mich ist Panerai einfach DER Marcello. :jubel:






    Stark ist Panerai auch als Renato in Verdi's Un ballo in maschera. Da gibt es einen Opernfilm von 1956 der mir bislang unbekannt gewesen ist.

    Hier sieht man, dass Panerai sehr wohl auch ein intensiver Darsteller war. Dieser Renato leidet wirklich sehr.






    Obwohl Panerai eine beachtliche Diskographie hinterlassen hat, scheint es keine CD-Aufnahme des Maskenballs mit ihm zu geben. Auch Don Carlo und Simon Boccanegra fehlen wohl. Leider.


    Gregor

    Und wenn ich ganz ehrlich bin, war mir nicht einmal klar, dass er noch lebte. Er sang ja mit Kolleginnen und Kollegen, die längst tot sind.

    Beneidenswert fit. Singen macht glücklich. Gut singen alt. Sehr gut singen noch älter. Bitte, lieber Rolando, bleib noch lange fit und aktiv.


    Gerade noch haben wir seines 95. Geburtstages gedacht, nun ist er knapp eine Woche später verstorben.


    Seine Gesangskarriere dauerte von 1947 bis 2011. Er debütierte mit 22 Jahren und gestaltete noch 2011 mit 87 Jahren den Gianni Schicchi. 65 Jahre professioneller Gesang. Das schaffen nur ganz wenige und ist sehr beeindruckend. Im Grunde dauerte seine Berufslaufbahn sogar noch länger, denn er war bis zuletzt als Regisseur und Gesangslehrer tätig. Also stand er rund 75 Jahre im Berufsleben.


    Die Wiener Staatsoper, an der er weit mehr als 100 Mal aufgetreten ist, hat bereits mit diesem Nachruf reagiert:


    https://www.wiener-staatsoper.…rt-um-ks-rolando-panerai/



    Auch Addiobelpassato auf YT hat nach dem Geburtstagsvideo dieses in Memoriam-Video von Urna fatale aus La forza del destino online gestellt.

    Der Live-Mitschnitt stammt aus dem Jahr 1951, Panerai war somit 26 oder 27 Jahre alt.




    Gregor

    Trotzdem wurde - vor allem in den zahlreichen Opern-GA mit Maria Callas - fast immer Tito Gobbi der Vorzug gegeben, wenn es darum ging, die führenden Bariton-Rollen zu besetzen, während bei DECCA in dieser Zeit Ettore Bastianini, und bei der amerikanischen RCA Leonard Warren, und später, nach dessen plötzlichen Tod, Robert Merrill dominierten.

    Dafür war Panerai bei der EMI verstärkt im Einsatz und war Partner der Callas bei Gesamtaufnahmen von Cavalleria Rusticana, I Pagliacci, I Puritani, Lucia di Lammermoor, Il trovatore, La bohème. Bei der EMI hat Panerai auch noch Madama Butterfly (mit Scotto), Falstaff (mit Gobbi und Schwarzkopf), L'elisir d'amore (mit Alva), La traviata (mit Sills und Gedda) gemacht. In seiner umfangreichen Diskographie finden sich auch Aufnahmen von der Deutschen Grammophon, der Decca und vieler anderer Labels.


    Zu seiner Zeit sangen aber eben auch Baritone wie Bastianini, Gobbi, Merrill, Cappuccilli und wie sie alle heißen. Da war er einer von vielen und stand vielleicht etwas zu Unrecht ein wenig hinter den gerade genannten. Was die Breite des Repertoires betrifft hat er die Nase aber wohl vorne. Denn dieses bestand aus Komponisten wie Monteverdi, Scarlatti, Mozart, Rossini, Donizetti, Bellini, Gounod, Massenet, Schubert, Verdi, Puccini, Mascagni, Humperdinck, Wagner, Menotti, ...

    Er hatte vielleicht nicht die theatralische Tiefe eines Gobbi und nicht die Luxusstimme eines Bastianini, aber würde er heute singen, wäre er der König der Baritone.


    Gregor

    Kein Beitrag mehr seit seinem letzten runden Geburtstag ... nun, heute feiert Rolando Panerai seinen 95. Geburtstag!


    Und bis heute ist Rolando Panerai aktiv - inzwischen als Opernregisseur und Gesangslehrer. Auch 2019 gab er immer noch Meisterklassen.

    Er trat im Laufe seiner langen Karriere an allen bedeutenden Opernhäusern der Welt auf - Mailänder Scala, Royal Opera House London, Wiener Staatsoper, Pariser Oper, San Francisco Opera und und und - nur an der New Yorker MET gastierte er eigenartigerweise nie.

    Er trat in mehr als 150 Opernpartien auf, hauptsächlich im italienischen Repertoire. Er sang auch Wagner in italienischer Übersetzung. So war er der Amfortas neben der Kundry von Maria Callas in einer gerühmten Aufnahme. Die Callas war oft seine Partnerin.


    Eine Partie die er bis ins hohe Alter sang und die zu seinen Paraderollen zählte war der Gianni Schicchi. Mit Mitte 80 trat er noch in dieser Rolle auf. Nachdem er viele Jahre als Ford große Erfolge feierte hat er dann auch mit dem Falstaff eine weitere Traumrolle gefunden.

    Zuletzt führte er auch immer wieder Regie. So machte er 2017 einen Rigoletto am Teatro Carlo Felice in Genua, 2018 einen weiteren Rigoletto beim Festival in Ljubljana. Im Frühjahr 2019 führte er am Teatro Carlo Felice in Genua Regie bei Gianni Schicchi.


    Zum 95. Geburtstag gibt es dieses Video auf YT, in welchem man Panerai mit dem Bajazzo-Prolog hören kann:


    Buon Compleanno, Rolando! :jubel::jubel::jubel:




    Gregor

    Es scheint recht ruhig geworden zu sein, um die doch immer sehr präsente Angela Gheorghiu. Ihr Opernrepertoire ist inzwischen auf zwei Partien zusammengeschrumpft. In den letzten beiden Jahren trat sie entweder als Mimi oder als Tosca auf die Bühne. Und das ist auch in der aktuellen Spielzeit so.


    Mit ihrer am 15. November erscheinenden CD Plaisir d'amour kehrt Angela Gheorghiu zu Decca zurück, genau 25 Jahre nachdem dort ihre legendäre Solti-Traviata erschienen ist.


    Auf Plaisir d'amour begegnet man der Sopranistin als Liedsängerin. Unter den 23 Liedaufnahmen befinden sich auch zwei deutsche Lieder von Richard Strauss.



    Stephanescu - Cântecul fluierasului/Mandruilita de la munte

    Debussy - Nuits d'étoiles/Beau Soir

    Fauré - Après un rêve/Mandoline

    Rachmaninov Son/Vesenniye vody

    Paisello - Nel cor più non mi sento
    Bellini - Vaga luna

    Tosti - Ideale/Sogno/La Serenata
    Rameau - Le Grillon

    Chopin/Litvinne - Tristesse

    Martini - Plaisir d'amour

    Hahn - L'heure esquise

    Strauss - Morgen/Cäcilie
    Balfe - I dreamt that I dwelt in Marble Halls
    Brediceanu - Cine m-aude cântând
    Villa Lobos - Melodia Sentimental // Obradors - El Vito



    Gregor

    Abschiedssaison von den Wiener Symphonikern


    Philippe Jordan's letzte Saison als Chefdirigent der Wiener Symphoniker ist sehr abwechslungsreich.


    Gerade hat er mit einem Brahms-Zyklus im Wiener Musikverein einen Riesenerfolg gehabt. Im Oktober dirigiert er an gleicher Stelle dann noch Musik von Bach und Mendelssohn-Bartholdy, und in einem Konzert - mal nicht mit den Wiener Symphonikern, sondern mit dem ihm bestens bekannten Orchestre de l'Opera National de Paris dirigiert er das Tristan-Vorspiel und den Liebestod sowie die Wesendonck-Lieder (mit Nina Stemme) und Musik von Prokofjew.


    Zum Ende seiner "Amtszeit" im Frühsommer 2020 konzentriert er sich noch auf Symphonien von Mahler bevor er musikalischer Direktor an der Wiener Staatsoper wird. Da darf man ja auch schon gespannt sein was da kommen wird.

    Denn der designierte Operndirektor Bogdan Roscic hat gleich zehn Premieren für seine erste Saison an der Staatsoper angekündigt.


    Gregor

    Die Eingangsfrage lautete ja welcher Sänger von heute ein hörenswerter Cavaradossi ist. Vor ein paar Jahren war Marcelo Alvarez ein hervorragender Interpret der Rolle und ganz besonders ist mir Neil Shicoff in Erinnerung, den ich mehrfach in der Partie gehört habe. Vom Stimmtyp vielleicht gar nicht so ideal, aber was er aus der Rolle herausgeholt hat, war schon phantastisch. :jubel:


    Zuletzt und aktuell Joseph Calleja ganz ausgezeichnet - Puccini-Schmelz ohne Ende, technisch ganz großartig. In London war er damit besonders eindrucksvoll, obwohl den besten Vortrag von E lucevan le stelle habe ich bei einem Arien-Konzert in Wien von ihm gehört. Das war wirklich Gesang aus dem Lehrbuch. Da musste er die Arie wiederholen, so sehr tobte das Publikum. :)


    Den Londoner-Cavaradossi gibt es aktuell nicht auf YT, aber ich habe die früheste Live-Lucevan-Aufnahme von ihm herausgesucht. Aus einer deutschsprachigen Fernsehshow.

    Manche mögen einen dunkel-timbrierten Cavaradossi vorziehen, ich mag hier gerade die Leichtigkeit des Vortrages.

    Hier klingt seine Stimme noch ganz unverbraucht und jugendlich frisch. Auch hier schon technisch sehr gut, wenn auch noch nicht so raffiniert wie heute.

    Und die Schönheit von Calleja's Stimme ist ohnehin unbeschreiblich. :hail::hail::hail:




    Gregor

    Neue Lied-CD von Pavol Breslik


    Und von Winterreisen kann man ja eigentlich nie genug bekommen ... oder sind das doch die Dichterlieben? ;)^^


    Egal, Breslik singt auf der neuen CD-Veröffentlichung Schubert's Winterreise, am Klavier unterstützt von seinem langjährigen Begleiter Amir Katz.


    Eigentlich ziehe ich ja Baritone in diesen Liederzyklen vor - vielleicht gehöre ich da einer Minderheit an, ich weiß nicht.


    Aber gerne darf es auch mal von einem wunderbaren Tenor wie Breslik sein. :)


    Gregor

    Ich glaube,jetzt werden die Anschuldigungen lächerlich.

    Das kommt mir auch so vor, liebe Vera. Vor allem wenn man nun die neusten Entwicklungen in der Sache verfolgt.

    Denn inzwischen haben sich ja laut diversen Berichten auch schon Augenzeugen aus dem Publikum zu Wort gemeldet. So soll ein Besucher der Vorstellung erklärt haben, Grigolo habe dem weiblichen Chormitglied auf ihren künstlichen Schwangerschaftsbauch (!!!) – einem Bühnenrequisit, das Teil der Aufführung war - gegriffen.


    Inzwischen ist Grigolo mit Donizetti’s Liebestrank an die Mailänder Scala zurückgekehrt und wurde vom Publikum demonstrativ mit Standing Ovations bedacht.

    In einem Interview mit Gramilano erklärte der Sänger nach der Aufführung unter anderem „Ich habe einige Chormitglieder am Abend [während des Schlussvorhanges] umarmt. Ich hoffe, ich bekomme nicht noch mehr Probleme“.

    Na, seinen Humor scheint er jedenfalls nicht verloren zu haben.


    Man hört generell, dass der Sänger den Untersuchungen gegen ihn ziemlich gelassen gegenüberstehen soll.

    Hat man in diesem Fall vielleicht doch weit über das Ziel hinausgeschossen?


    Gregor

    Kennt ihr eigentlich dieses Filmportrait, welches André Heller über Jessye Norman gemacht hat? Es lief gestern im österreichischen Fernsehen und Heller hat hier einen ganz wunderbaren Interview-Film mit der Sopranistin gemacht, in dem Norman über ihren Werdegang, ihre Familie, ihre Arbeit spricht.

    Mit manchen Dirigenten dürfte sie ja Schwierigkeiten gehabt haben. ;)

    Eine kluge Frau, der man stundenlang auch beim Erzählen zuhören könnte. <3

    Sie erzählt hier unter anderem, dass sie am Anfang ihrer Karriere für einige Spielzeiten Ensemble-Mitglied an der Deutschen Oper Berlin gewesen ist. Kann man sagen, wann das genau gewesen ist?


    Sie spricht hier auch über den Tod und wie sie sich vorstellt, ob und was da kommt und wie sie sich ihr eigenes Begräbnis wünscht. Es soll mit Musik von Fauré, Bach und Schubert sein.

    Prädikat: Sehr empfehlenswert! :jubel:





    Gregor

    Der Tenor wird seine erste Solo-CD im Herbst herausbringen.

    Sie enthält Arie aus italienischen,. französischen und russischen Opern.


    Am 08. November 2019 erscheint nun dieses Debütalbum.


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    Tracklist:


    Pourquoi me réveiller, ô souffle du printemps? / WERTHER (Massenet)

    Una furtiva lagrima / L'ELISIR D'AMORE (Donizetti)

    L'amour! l'amour! oui, son ardeur a troublé ... Ah! lève-toi, soleil! / ROMEO & JULIETTE (Gounod)

    Lunge da lei ... De' miei bollenti spiriti / LA TRAVIATA (Verdi)

    Kuda, kuda, kuda vi udalilis / EUGEN ONEGIN (Tschaikowsky)

    Ella mi fu rapita! ... Parmi veder le lagrime / RIGOLETTO (Verdi)

    Instant charmant ... En fermant les yeux / MANON (Massenet)

    Tombe degli avi miei ... Fra poco a me ricovero / LUCIA DI LAMMERMOOR (Donizetti)

    Quel trouble inconnu me pénètre? ... Salut! Demeure chaste et pure / FAUST (Gounod)

    Oh! fede negar potessi ... Quando le sere al placido / LUISA MILLER (Verdi)

    Ah! De tous mes espoirs ... Tout est fini / DANTE (Godard)

    Nature immense, impénétrable et fière / LA DAMNATION DE FAUST (Berlioz)

    Che gelida manina ... / LA BOHÈME (Puccini)




    Gregor

    Soll ich jetzt geschlagene drei Jahre auf diese Gesamtaufnahme warten, obwohl sie längst "im Kasten" ist? Wollen die Wiener Symphoniker auf diese Weise maximalen Umsatz erzielen, indem sie das häppchenweise auf den Markt bringen? Am Ende erscheint dann 2020 wohl doch eine Box mit allen neun Symphonien, vermutlich für einen Bruchteil des Preises der Einzel-CDs ...


    Zumindest ich muss daher befinden: Würde mich zwar interessieren, aber werde ich mir erstmal verkneifen.


    Nach zwei Jahren ist der Beethoven-Symphonien-Zyklus nun komplett. Nun ist auch Symphonie Nr. 9 auf CD erschienen.

    Und nur sechs Wochen nach der Veröffentlichung der Neunten erscheint auch die Gesamt-Box mit allen neun Symphonien.

    Wobei der Preis mehr als überrascht - mit nur € 24,89 bei Amazon ist die 5-CD-Box nämlich nur um wenige Euro teurer als die neueste Einzel-CD ...



       



    Gregor

    Gestern im TV angesehen - Jessye Norman war 1993 zu Gast in der Talk-Show Boulevard Bio zum Thema "Mythos Primadonna". Die weiteren Gäste dieser Ausgabe waren Lucia Aliberti und Martha Mödl.


    (War Jessye Norman eigentlich nie zu Gast in August Everding's Sende-Reihe Da Capo?)





    Gregor

    Eine traurige Nachricht. Eine ganz große Künstlerin.

    Diese Perfektion, diese Intensität, dieser Ausdruck. Und diese Wahrhaftigkeit. Egal, was sie gesungen hat.

    Sie hat es immer wieder geschafft, dass einem die Gänsehaut kommt.


    So auch hier. Denn nun ist auch sie "der Welt abhanden gekommen".






    Gregor

    Und nach Domingo haben wir den nächsten prominenten Tenor-Skandal:



    Die Royal Opera suspendiert Vittorio Grigolo


    ... nachdem dem italienischen Tenor im Rahmen einer Faust-Vorstellung auf der Japan-Tournee des königlichen Opernhauses ein Fehlverhalten vorgeworfen wird.

    Laut diversen Berichten soll er in der Vorstellung am 18. September in Tokio ein weibliches Mitglied des Chores auf offener Bühne beim Schlussvorhang begrapscht haben.

    Die Royal Opera hat sofort reagiert und eine Untersuchung eingeleitet und Grigolo von allen Verpflichtungen entbunden.


    Und heute hat auch schon die MET reagiert. Gestern war Domingo dran, heute Grigolo:


    Die Metropolitan Opera suspendiert Vittorio Grigolo


    Die New Yorker MET erklärte heute, dass Grigolo von allen zukünftigen Verpflichtungen entbunden wird. Zumindest bis das Ergebnis der Untersuchung der Royal Opera vorliegt.

    Grigolo hätte im Frühjahr 2020 den Alfredo in La traviata singen sollen. Die MET sucht derzeit einen Ersatz.


    Grigolo ist in dieser Saison weiterhin für Aufführungen an der Mailänder Scala, der Deutschen Oper Berlin sowie der Staatsoper Berlin, der Wiener Staatsoper und der Pariser Opera Bastille vorgesehen. Zumindest noch.



    Gregor

    Placido Domingo beendet MET-Karriere


    Domingo hat alle Macbeth-Vorstellungen an der New Yorker MET abgesagt.

    Die New York Times hat dazu ein entsprechendes Statement des Sängers veröffentlicht, in dem er unter anderem sagt, dass er glücklich ist, dass er den Macbeth noch in der Generalprobe singen konnte. Er betrachtet diese Vorstellung als seine letzte an der MET.

    Bereits in den letzten Tagen waren Berichte zu lesen gewesen, in denen Mitarbeiter an der MET davon sprachen, sie fühlen sich bei den Proben mit dem Sänger nicht wohl.

    Domingo hat nun die Konsequenzen gezogen.


    https://orf.at/stories/3138429/



    Gregor

    Und - darum geht es ja eigentlich hier - von Herrn Domingo gibt es nichts Neues.


    Oh, es gibt mehr Neues als ihm oder seinen Fans lieb sein wird. Nun hat auch eine ehemalige Angestellte von Sony Classical mitgeteilt von Domingo umarmt und auf den Mund geküsst worden zu sein. Laut seinen Repräsentanten kann sich Domingo nicht an diesen Vorfall erinnern.

    Die künstlerische Leiterin der Seattle Opera, C. Scheppelmann, hingegen - die mehr als zehn Jahre mit Domingo an der Washington National Opera zu tun hatte - ergreift für den Sänger Partei. Es gab zwar Vorfälle mit anderen Künstlern, in denen sie sofort eingeschritten ist. Bezüglich Domingo sei ihr nichts zugetragen worden. Sie gibt auch an, er habe zwar bei Besetzungsangelegenheiten mitgesprochen, er hat laut Scheppelmann in Gesprächen aber nie zu ihr gesagt, dass eine Sängerin einer anderen vorzuziehen sei.


    Inzwischen geht auch der Absagenreigen in den USA weiter, denn auch die Dallas Opera hat ihre Placido Domingo Gala abgesagt. In Europa hingegen sieht es anders aus: Das Teatro Real in Madrid, die Mailänder Scala, und die Staatsopern von Berlin und Wien halten an den Terminen mit dem Sänger in der Saison 2019/20 fest und bestätigen bis dato seine Auftritte.


    Zudem bekommt Domingo immer mehr Unterstützung aus der eigenen Community in den sozialen Netzwerken. Nicht nur von Männern. Ana Maria Martinez - die seit mehr als zwanzig Jahren mit Domingo zusammenarbeitet - erklärte, Domingo habe sie immer mit Würde und Respekt behandelt. Ainhoa Arteta - die ja bekannterweise selbst mal Opfer brutaler Gewalt geworden ist - verteidigt ihn und sagt, er würde eher seine Hand ins Feuer halten, als dass er Frauen belästigen würde. Barbara Frittoli kennt Domingo ebenfalls seit vielen Jahren und erklärt, dass er niemals Gefälligkeiten von Frauen erpressen musste. Die Mezzosopranistin Nancy Fabiola Herrera zweifelt ebenfalls an den Vorwürfen, und stellt die Frage, warum sich denn ein Opfer an die Presse wendet und nicht an die Justiz. Ermonela Jaho bezeichnet Domingo als sehr respektvoll und findet nur Worte der Bewunderung für ihn. Zu seinen weiteren Supportern zählen laut diverser Berichte auch Olga Peretyatko, Teresa Berganza, Arturo Chacon Cruz, Javier Camarena, Sonya Yoncheva, Aida Garifullina, Hui He, Violeta Urmana, Irina Lungu, Maria José Siri, Francesco Meli, Charles Castronovo und und und ...


    Gregor