Beiträge von Gregor

    Sehr interessant, was Stimmenliebhaber hier alles zusammenträgt.


    Im Zusammenhang mit dem 14. Mai ist mir aufgefallen, dass der Geburtstag von Martin Vantin nicht in seiner Auflistung vorkommt. Ich habe diesen Geburtstag nur zufällig mitbekommen, weil ich ein Tonbeispiel von Herrn Vantin gehört habe, der wohl lange Zeit zum Ensemble der Deutschen Oper Berlin gehört hat, und dabei bin ich auf seinen Geburtstag gestoßen. Eben den 14. Mai 1919.

    Der Tenor Martin Vantin taucht auf mehreren Operngesamtaufnahmen auf und ist auch auf Videomaterial zu finden. So war er der Jaquino im Fidelio von 1963 aus der Deutschen Oper Berlin, welcher auf DVD veröffentlicht wurde.

    Gestern konnte Martin Vantin tatsächlich seinen 102. Geburtstag feiern!


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    Gregor

    Und war es nicht die Ludwig, die einem bei einer Probe mit den Sängern unzufriedenen Karajan tapfer entgegenhielt: "Sie finden keine besseren." Dass sie das sagte, sagen konnte, spricht das nicht auch für die Qualität einer künstlerischen Partnerschaft?


    Ja, das habe ich schon in einem anderen Interview mit ihr gehört und sie hat das auch in einer Matinée an der Wiener Staatsoper erzählt, als sie dort vor ein paar Jahren ihre Kollegin Gundula Janowitz interviewt (!) hat. Und Frau Ludwig war eine hervorragende Moderatorin! Auch das konnte sie. Natürlich war sie dann doch mehr als Moderatorin, und das war sicher ganz im Sinne der Veranstalter. Diese Matinée wurde schnell ein amüsanter Dialog zwischen den beiden Sängerinnen, die mit herrlichen Anekdoten aufwarteten.


    Janowitz hatte seinerzeit bei Aufnahmen jedenfalls Probleme mit dem langsamen Tempo des Benedictus in der Missa Solemnis und sagte es Ludwig. Diese meinte, sie solle es Karajan sagen. Janowitz entgegnete, dass das lieber sie machen solle. Und darauf Ludwig, 'dann mache es eben ich'. ^^ Sie ging auf Karajan zu und teilte ihm mit: 'Das Benedictus ist uns zu langsam'. Karajan meinte darauf, dass er sich in diesem Falle andere Sänger suchen müsse. Und Frau Ludwig erwiderte ganz selbstbewusst: 'Bessere wie uns werden Sie nicht finden!' :hahahaha: Daraufhin gab Karajan nach und dirigierte etwas schneller.



    nichts leichter als das. Es gibt einen entsprechenden Thread im Forum:


    "Da capo" - Der Fragebogen des August Everding


    Vielen Dank für den link, lieber Rüdiger. Da hat ja Harald wirklich alle Sendungen chronologisch aufgelistet. :)



    Gregor

    Gerade habe ich im Fernsehen Christa Ludwig's Auftritt bei Da Capo von 1989 gesehen. Ich kenne nur wenige Ausgaben dieser so interessanten Sendereihe, in der sich Herr Everding allerdings nicht unbedingt als der ideale Interviewer erweist, um es dezent zu sagen. Das war halt nicht sein Metier.


    Frau Ludwig gibt in diesem Interview ein paar Dinge preis, die zumindest ich noch nicht wusste. Wie beispielsweise, dass sie, auf die Frage bei welchem Dirigenten sie sich am wohlsten gefühlt hat, Karajan genannt hat. Hat sie sonst nicht immer am meisten von Bernstein geschwärmt?


    Ich werde mal versuchen herauszufinden, wer da noch so aller bei Da Capo interviewt wurde. Heute gibt es wohl keine vergleichbare Sendung. Oder doch - beim ORF interviewt Barbara Rett in der Reihe Kulturwerkstatt Sänger von heute und auch von gestern.





    Gregor

    Zitat

    Mozart ist schon immer ein Teil von Camarena's Repertoire gewesen [.....]


    Eine Zauberflöte hält Camarena für nicht sehr wahrscheinlich.


    "Ich weiß, dass ich den Tamino singen könnte, aber diesen identifiziere ich mit der Stimme von Fritz Wunderlich. Eine gehaltvolle, runde Stimme, die den Schlag für die Rolle hat, und ich denke, ich würde nach diesem Ton suchen, wenn ich die Rolle singen will. Das wäre nicht ich."


    Diese Aussage Camarena's ist sechs Jahre alt. Doch nun scheint er seine Bedenken über Bord geworfen zu haben, denn der Tenor wird in der Saison 2021/22 nun doch den Tamino singen. Scheint, als hätte er den Ton für die Partie gefunden. ;)


    Die Bildnis-Arie hat Camarena, der vor einigen Tagen bei den International Opera Awards mit dem Preis als "Sänger des Jahres" ausgezeichnet wurde, allerdings bereits oft in Konzerten gesungen:




    Gregor

    Mit Veröffentlichtungen von Spielplänen für die Saison 2020/21 halten sich die Opernhäuser weltweit noch sehr zurück.


    Zumindest in Wien kam jetzt ein Spielplan raus, und es ist nicht der der Staatsoper. Dieser kommt erst Anfang Juni.


    Das Theater an der Wien kündigt einiges Interessantes abseits des Mainstreams an.

    Szenisch stehen folgende Werke auf dem Plan:


    Rappresentatione di Anima, et di Corpo von Emilio de' Cavalieri stammt aus dem Jahr 1600 und gilt als "erstes vollständig überliefertes Stück Musiktheater".

    Britten's Peter Grimes mit Eric Cutler

    Catalani's La Wally

    Händel's Giulio Cesare in Egitto unter Ivor Bolton

    Mit Puccini's Tosca nimmt das Opernhaus in der Linken Wienzeile eine der meistgespielten Opern im neuen Spielplan auf. Kristine Opolais singt die Titelrolle.

    Jenufa kommt mit einer interessanten Besetzung: Svetlana Aksenova singt die Titelrolle, Nina Stemme die Küsterin. Weiters mit Pavol Breslik, Pavel Cernoch und Hanna Schwarz.


    Bei den konzertanten Aufführungen liegt der Schwerpunkt fast ausschließlich wieder bei Barock und Alter Musik - mit einer Ausnahme:


    Hervor sticht natürlich Händel's Theodora mit der Superbesetzung Lisette Oropesa, Joyce DiDonato und Michael Spyres.

    Caldara's La concordia de' pianeti

    Albinoni's Zenobia, regina de' palmireni

    Porpora's Deianira, Iole ed Ercole

    Porpora's Orfeo

    Monteverdi's L'Orfeo

    Lully's Psyché

    Vivaldi's L'Olimpiade

    Händel's Messias


    Auf dem Programm steht hier aber auch Lortzing's Der Waffenschmied mit Günther Groissböck.

    Zudem singt Florian Boesch Schubert's Winterreise mit Malcolm Martineau am Klavier.


    https://www.theater-wien.at/de/home



    Gregor

    Um den Eröffnungsbeitrag abzurunden sollte man Herrn Hasselhorn auch selbst "zu Wort" kommen lassen. Und auf Youtube findet man ja erfreulicherweise sehr viel von ihm. So auch seine Auftritte bei diversen Gesangswettbewerben.


    Samuel Hasselhorn hier mit Schubert's Erlkönig beim Hugo-Wolf-Wettbewerb 2016 als er sich den Dritten Platz "ersang":




    Sein Vortrag von Schubert's Litanei beim Wettbewerb "Das Lied" war einer der Gründe warum Samuel Hasselhorn diesen 2017 gewonnen hat:




    Die Videos stammen übrigens vom eigenen YT-Kanal des Sängers, der mit vielen seiner Auftritte bestückt ist, und den er laufend ergänzt:


    Youtube-Kanal Samuel Hasselhorn



    Gregor

    Hasselhorn-Web-2-400x400.jpgSamuel Hasselhorn wurde am 15. Mai 1990 im deutschen Göttingen geboren. Der junge Bariton studierte Musik an den Universitäten in Hannover und Paris. Er besuchte Meisterkurse unter anderen bei Helen Donath, Thomas Quasthoff und Dame Kiri Te Kanawa.


    Vor allem im Bereich Lied hat Samuel Hasselhorn schon früh auf sich aufmerksam gemacht und schnell bei Gesangsbewerben reüssiert.

    So ging Hasselhorn 2013 als Sieger des Schubert-Wettbewerbes in Dortmund hervor und gewann im gleichen Jahr den Liedpreis beim Boulanger-Wettbewerb in Paris. 2015 war er Gewinner bei den Young-Concert-Artists-Auditions in New York und 2017 hat er den Ersten Preis beim Wettbewerb „Das Lied" in Heidelberg gewonnen, bei dem er Juroren wie Brigitte Fassbaender, Bernarda Fink, Dame Felicity Lott und Dominique Meyer überzeugt hat. Letzter verpflichtete ihn in seiner damaligen Funktion als Direktor der Wiener Staatsoper als Ensemble-Mitglied ins Haus am Ring.


    2018 war Hasselhorn Gewinner des Emmerich-Smola-Preises „SWR Junge Opernstars". Im gleichen Jahr siegte er schließlich beim Königin-Elisabeth-Wettbewerb.


    Hinzu kommen der Zweite Platz beim Wigmore-Hall-Wettbewerb 2015 in London und der Dritte Platz beim Hugo-Wolf-Wettbewerb 2016 in Stuttgart.


    Inzwischen hat Hasselhorn viele wichtige Konzertpodien erobert. Darunter beispielsweise die Wigmore Hall und das Barbican in London, das Bozar in Brüssel, die Tonhalle Zürich, die Luxemburger Philharmonie, die Philharmonie in München und den Musikverein in Wien.


    2014 erschien mit Nachtblicke seine erste CD, die Lieder von Schubert, Pfitzner und Reimann beinhaltet. Mit Dichterliebe² erschien 2018 ein CD-Projekt auf dem Hasselhorn die berühmte Dichterliebe von Schumann den Vertonungen der Heine-Gedichte anderer Komponisten gegenüberstellte.

    Seine siegreichen Auftritte beim Königin-Elisabeth-Wettbewerb wurden als CD bzw. als MP3-Download veröffentlicht.

    Zuletzt erschien mit dem Album Stille Liebe eine weitere Sammlung von Liedern von Robert Schumann inklusive den Kerner-Liedern.



         


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    Samuel Hasselhorn’s Bariton zeichnet sich durch Stimmschönheit, wunderbare Phrasierung, Klangfülle und Farbenreichtum aus. Erstaunlich ist die Tiefe seiner Interpretationen, die der Sänger bereits im jungen Alter demonstriert.


    Auch wenn das Lied einen besonders hohen Stellenwert in der Karriere von Samuel Hasselhorn einnimmt, erarbeitet er sich auch immer mehr das Opern-Repertoire. Zwei Jahre gehörte er dem Ensemble der Wiener Staatsoper an und sang dabei Rollen wie Belcore (L'elisir d'amore), Schaunard (La bohème), Ottokar (Der Freischütz), Don Fernando (Fidelio), Harlekin (Ariadne auf Naxos) oder auch schon den Rossini-Figaro.

    Zu seinem Repertoire gehören zudem Herr Fluth (Die lustigen Weiber von Windsor), Guglielmo (Cosi fan tutte) und Aeneas (Dido und Aeneas).


    Das so wichtige Wolfram-Debüt in Wagner’s Tannhäuser, welches für die Oper in Rouen geplant war, konnte aufgrund der Corona-Pandemie vorerst mal nicht stattfinden.


    Samuel Hasselhorn wurde im Operalia-thread schon einmal vorgestellt und dort haben die Tamino-Mitglieder Jolanthe und Rheingold1876 besonders positiv auf ihn reagiert – zumindest damals.


    Zeit, einen eigenen thread für diesen so vielversprechenden Bariton - dessen Karriere immer mehr an Fahrt aufnimmt – zu eröffnen.



    Gregor

    Birgit Nilsson und "ihre" drei (!!!) Tristans


    Es war der 28. Dezember 1959. In der New Yorker Metropolitan Opera stand Wagner’s Tristan und Isolde auf dem Spielplan. Die weibliche Hauptrolle übernahm der neue Star der MET, Birgit Nilsson. Selbstverständlich war das New Yorker Opernhaus bis auf den letzten Platz ausverkauft.


    TristanTriple.jpgAls Tristan sollte Ramon Vinay (1911–1996) die Bühne der MET betreten. Doch zur Mittagszeit jenes Tages meldete sich der chilenische Tenor krank - er sei heiser und müsse seinen Auftritt absagen. Vinay kämpfte bereits seit mehreren Wochen mit gesundheitlichen Problemen. Er konnte weder die Generalprobe noch die Premierenvorstellung der neuen Produktion zehn Tage vorher singen.


    Der deutsche Tenor Karl Liebl (1915–2007), der Vinay bereits in der Premiere am 18. Dezember ersetzte, war Vinay’s Cover, und so wurde Liebl gebeten, den Tristan abermals zu übernehmen.

    Am frühen Nachmittag meldete sich Liebl und erklärte, dass er selbst nicht gut bei Stimme sei, und er sich nicht vorstellen kann, eine ganze Vorstellung durchzustehen.


    Daraufhin wandte sich die MET-Direktion an den jungen aus New York stammenden Tenor Albert Da Costa (1927–1967), der sich allerdings noch von einer Erkrankung erholte.

    Dieser meldete sich dann telefonisch gegen 16 Uhr in der MET-Direktion und erklärte, dass er seine Stimme ausprobiert hat. Mit wenig Erfolg. Er teilte mit, dass er sich der Aufgabe für den Abend nicht gewachsen sah.


    Danach ist es im Besetzungsbüro sehr hektisch zugegangen. Standen doch der MET ausschließlich diese drei Tristan-Interpreten zur Verfügung. Es wurde viel herumtelefoniert und nach einer Lösung gesucht. Dann die rettende Idee. Sir Rudolf Bing, der legendäre Chef der Metropolitan Opera, fragte an, ob jeder der Tenöre sich imstande sah, zumindest einen Akt zu singen.


    Darauf ließen sich alle drei Herren ein. So übernahm Ramon Vinay den ersten Akt, Karl Liebl den zweiten und Albert Da Costa den besonders schwierigen dritten Akt.

    Am Abend trat dann kurz vor Vorstellungsbeginn Rudolf Bing vor den Vorhang und erklärte den Anwesenden: „Meine Damen und Herren, Frau Nilsson geht es sehr gut. Leider haben wir mit unseren Tristans nicht so viel Glück. Alle drei sind indisponiert.“


    Das Publikum zeigte sich einigermaßen amüsiert darüber, gleich drei Tristan-Interpreten zu begegnen und applaudierte zufrieden. Die meisten wussten ohnehin darüber Bescheid, denn alle drei Tristans wurden noch rechtzeitig im Foyeraushang angekündigt.

    Doch auch hinter der Bühne wurde viel darüber gewitzelt. So meinte ein Mitarbeiter, dass Wagner's Oper in „Der Sängerkrieg in Cornwall“ umbenannt werden sollte. Ein anderer sagte, dass Karl Böhm sich heute geweigert hat, zu dirigieren, da nur eine Isolde zur Verfügung steht.


    Nach dem Ende des ersten Aktes erhielt Ramon Vinay bei seinem Solo-Vorhang Ovationen. Genauso bejubelt wurden dann auch Karl Liebl nach Akt 2 und Albert Da Costa nach dem letzten Akt bei ihren Solo-Vorhängen.


    Legendär sind die Fotos die zwischen dem ersten und zweiten Akt hinter der Bühne von Birgit Nilsson und ihren drei Tristans gemacht wurden. Eine strahlende Nilsson zeigte sich ebenfalls sichtlich amüsiert darüber gleich drei Tristans auf einmal zu haben. Karl Liebl trägt auf dem Foto noch seinen eigenen Mantel, da Ramon Vinay den Mantel des Tristan hier noch selbst trägt.

    Albert Da Costa’s Kostüm für den dritten Akt war ohnehin ein anderes. Er eilte nur schnell wegen der gemeinsamen Foto-Session hinter den Bühnen-Vorhang.


    tristan-nilsson-vinay-liebl-da-costa.jpgTristan und Isolde backstage, Metropolitan Opera New York, 18. Dezember 1959, von links: Birgit Nilsson, Ramon Vinay, Karl Liebl, Albert Da Costa


    Da Costa hat übrigens schon zuvor einmal Ramon Vinay im dritten Akt von Tristan und Isolde ersetzt, als dieser in der Vorstellung vom 01. Februar 1958 nach dem zweiten Akt aufgrund eines Stimmverlustes nicht mehr weitersingen konnte.

    Albert Da Costa hat den Tristan allerdings nie komplett an der MET gesungen – nur zweimal jeweils den dritten Akt.


    Es gibt wohl viele Beispiele für zwei Sänger die an ein und demselben Abend ein und dieselbe Rolle in der gleichen Vorstellung gesungen haben. Doch gleich drei Sänger für eine Rolle in einer einzigen Vorstellung - da ist wohl kein weiterer Fall bekannt.



    Es gibt einen CD-Mitschnitt aus dieser Aufführungsserie die im Januar 1960 entstanden ist und bei dem wieder Ramon Vinay der Tristan neben Nilsson's Isolde ist.

    Am 18. März 1961 fand eine Aufführung mit Karl Liebl und Birgit Nilsson statt, die ebenfalls auf CD erhältlich ist und eines der wenigen Tondokumente mit dem deutschen Tenor ist, der eigentlich kein typischer Heldentenor sondern eher ein lyrischer Tenor gewesen ist, dem dramatische Töne aber dennoch zu Gebote standen.

    Von Albert Da Costa gibt es leider keinen Mitschnitt seines Tristans, wie überhaupt nur sehr wenig von diesem Tenor erhalten ist, was auf seinen frühen tragischen Tod bei einem Autounfall mit nur vierzig Jahren zurückzuführen ist.



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    Gregor

    Zitat

    Michael Spyres stand kürzlich dennoch wieder für eine neue Aufnahme im Tonstudio. Auch von einem neuem Album mit Musik von Mozart ist die Rede.

    Die Kombination Michael Spyres und Wolfgang Amadeus Mozart? Sehr gerne!!!

    Hallo lieber Gregor :thumbup::thumbup::thumbup::thumbup: da bin ich bei dir!


    Und inzwischen wissen wir ja worum es geht. Michael Spyres hat für eine neue Gesamtaufnahme von Mitridate, re di ponto die Titelrolle aufgenommen! :jubel:


    Was ist noch bekannt? Unter dem Dirigat von Marc Minkowski und den Les musiciens du Louvre gehören Sabine Devieilhe, Julie Fuchs, Elsa Dreisig und der Countertenor Paul Antoine Bénos-Dijan zur weiteren Besetzung.

    Die Aufnahme soll im Oktober veröffentlicht werden.


    Michael Spyres wird auch ein neues Arien-Recital herausbringen. Die Solo-CD soll sogar noch vor dem Mitridate erscheinen.


    Gregor

    Die Nachricht vom Ableben Christa Ludwig's bringt mich nach mehrmonatiger Abwesenheit zu Tamino zurück. Interessant fand ich in diesem Zusammenhang die Meldung, dass sie die letzte Überlebende des orginalen Mozart-Ensembles gewesen ist. War sie wirklich die letzte? Wenn man sich an die berühmten Mitglieder erinnert, fällt einem tatsächlich auf, dass sie alle schon lange vor ihr gegangen sind - Schwarzkopf, Jurinac, Seefried, Güden, Dermota, Berry, Schöffler, Kunz und wie sie alle heißen.


    Der ORF strahlte vor einigen Tagen ein interessantes Portrait über die Sängerin mit dem Titel Mit leichtem Herz und leichten Händen aus, welches eigentlich aus Anlass ihres 90. Geburtstages entstanden ist und in dem sie natürlich ausführlich zu Wort kommt. Die Sendung ist noch für zwei weitere Tage in der ORF-Mediathek abrufbar. Ich möchte sie auch wegen der amüsanten Anekdoten und interessanten Filmausschnitte allen Interessierten und Freunden von Christa Ludwig empfehlen.


    https://tvthek.orf.at/profile/…leichten-Haenden/14907322



    Gregor

    Bei allem Respekt: das ist wirklich keine Geschichte, die dem Teatro Real, seinem Publikum und der Sopranistin zur Ehre gereicht! Aber das wirst Du sicher anders beurteilen!


    Ich weiß wirklich nicht, was diese gehässige Replik wieder bezwecken soll? Geht es einfach nur darum einen weiteren thread mit bösartigen Kommentaren kaputtzumachen? Dein erster Versuch hier ist - auch dank Alfred's Hilfe - fehlgeschlagen.


    Wie ich etwas beurteile steht in diesem Fall gar nicht zur Diskussion. Also was soll das? Und wenn man schon unbedingt gegen ein anderes Tamino-Mitglied schießen will, sollte man es so machen, dass man sich selbst damit nicht unglaubwürdig macht.


    Denn im Radvanovsky-thread war von Caruso41 zum Arien-Da-Capo von La mamma morta zu lesen:


    Das ist eine nette Nachricht:

    das „bis“ ist prima für Sondra Radvanovsky und sicher auch für das Publikum.


    Auch im Camarena-thread hieß es zu dessen Arien-Da-Capo in einer Don-Pasquale-Aufführung aus der MET:


    Ich habe die ganze Aufführung am Radio gehört und muss sagen: wegen Camarena hat sich das wirklich gelohnt. Eine sehr schöne Leistung.


    Aha, da haben die Da Capos also nicht gestört und wurden gar für Publikum und Sänger goutiert. Was für die Barceloner und Radvanovsky als auch für die New Yorker und Camarena gut ist, soll für die Madrider und Oropesa also schlecht sein? Warum setzt man hier jetzt eine Sängerin und ein ganzes Publikum für das gleiche Ereignis derart herab?

    Wie unglaubwürdig will man als Diskutant hier eigentlich werden?


    Oder geht es tatsächlich nur darum, Konflikte zu stiften?

    Ich fürchte letzteres. :no::no::no:


    Gregor

    Lisette Oropesa schrieb am 28. Juli 2020 Geschichte am Teatro Real in Madrid, als sie nach heftiger Akklamation des Publikums Addio del passato aus dem dritten Akt von Verdi's La traviata wiederholte.


    Das Teatro Real hat das Video der Arie und die Wiederholung derselben (in diesem Fall die zweite Strophe der Arie, die in vielen Aufführungen oft gestrichen wird) auf seinen YT-Kanal gestellt.




    Nur wenigen Künstlern ist es bislang gelungen am Opernhaus in Madrid eine Arie zu wiederholen. Oropesa war bereits 2018 an einem 'Bis' beteiligt, als sie als Teil einer Lucia-di-Lammermoor-Besetzung das berühmte Sextett wiederholte.


    Gregor

    Opernbühnenabschied und 80. Geburtstag!


    Es sah gerade noch so aus, als ob der verlängerte harte Lockdown in Österreich Placido Domingo's Abschied von der Opernbühne in Wien als Nabucco verhindern würde. Die angekündigten Auftritte im Jänner verfallen jedenfalls aufgrund der vorübergehenden Schließung der Wiener Staatsoper. Bis auf einen.


    Denn nun kommt dieser Abschied Domingo's einfach ins TV. Am 24. Jänner wird eine Vorstellung von Verdi's Nabucco an der Wiener Staatsoper ohne Publikum stattfinden, dafür aber im TV auf ORF III übertragen.


    Die TV-Übertragung ist gleichzeitig eine Ehrung des Sängers zu seinem 80. Geburtstag, den er drei Tage zuvor, am 21. Jänner, begeht.


    Gregor

    Eigentlich generell ein interessantes Thema - Opernsänger die auch als Film-Schauspieler aufgetreten sind.

    Da müsste es doch eine ganze Menge geben. Das wäre doch einen eigenen thread wert.


    Es dürfte der einzige Film von Joseph Schmidt sein, der aktuell auf DVD erhältlich ist.

    Das stimmt doch nicht. Es gibt aktuell eine DVD-Box mit drei Schmidt-Filmen:

    Ein Lied geht um die Welt (1933), Ein Stern fällt vom Himmel (1934) und Heut' ist der schönste Tag in meinem Leben (1936).



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    Gregor

    Aktuell auf Youtube: La traviata aus Madrid vom Juli 2020 mit Marina Rebeka in der Hauptrolle. Die Sänger agieren alle mit Einhaltung des Sicherheitsabstandes. Somit dürfen in dieser Inszenierung Violetta und Alfredo einander nie nahekommen.


    Leider ist Michael Fabiano ein mit nichtssagendem, ja, unattraktivem Timbre aufwartender Alfredo ohne jegliche Wärme in der Stimme. Unangenehm fällt auf, dass er gerne brachiale Töne rausschleudert. In der Cabaletta im zweiten Akt zuckt man regelrecht zusammen.

    Artur Rucinski singt den Giorgio Germont.




    Gregor

    41f19CwLSOL._AC_.jpgRund um Weihnachten und Neujahr eigentlich immer irgendwo im TV - die legendären Miss-Marple-Filme mit der genialen Margaret Rutherford (1892-1972) in der Titelrolle.

    Auch wenn Agatha Christie (1890-1976) - die Rutherford sehr geschätzt hat - so gar nicht die von ihr erfundene Figur in der Mimin erkennen konnte, hat die Oscar-Preisträgerin dennoch das Bild der altjüngferlichen Hobby-Detektivin geprägt wie keine andere Schauspielerin.

    Rutherford ist herrlich in ihrer ganz eigenen Art und mit ihrer köstlichen Mimik.


    Vier Filme wurden zwischen 1961 und 1964 gedreht, alle inszeniert von George Pollock (1907-1979). Eigentlich basiert nur die erste Verfilmung, 16.50 Uhr ab Paddington (Murder she said) von 1961 auf einem Miss-Marple-Roman. Die beiden Nachfolgefilme Der Wachsblumenstrauß (Murder at the gallop) von 1963 und Vier Frauen und ein Mord (Murder most foul) von 1964 basieren auf Romanen die Fälle für Christie's legendären belgischen Detektiv Hercule Poirot (!) sind und die für die Filme auf Miss Marple adaptiert wurden.

    Alle drei Filme weisen weitere Abweichungen auf. So wurde für alle Filme die Figur Mr. Stringer ins Skript geschrieben, eine Art ungeschickter Helfer oder begriffstutziger Verbündeter für Miss Marple. Diese Figur taucht in den Christie-Romanen gar nicht auf und wurde lediglich auf Wunsch von Rutherford für ihren Schauspieler-Gatten Stringer Davis (1899-1973) erschaffen.

    Der vierte Film Mörder Ahoi (Murder Ahoy) von 1964 liegt überhaupt keinem Roman von Christie zugrunde. Er beinhaltet allerdings Elemente aus Christie's Roman Fata Morgana aus dem Jahr 1952.


    Die Filme sind heute Kult und auf DVD längst zum Verkaufshit geworden.







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    Weltberühmt wurde auch die Musik von Ron Goodwin (1925-2003). Wer kennt diese Melodie denn nicht?




    Gregor

    Im vergangenen Monat sang Lisette Oropesa bei der Scala-Saisoneröffnung Regnava nel silenzio aus Lucia di Lammermoor. Ihr Auftritt galt für viele als DER Höhepunkt der Veranstaltung.




    Ihre Interpretation der Rolle am Teatro Real in Madrid 2018 wurde als Sensation gefeiert. Mit der Lucia hat sie zweifellos eine neue Paradepartie gefunden. Hier ist sie mit ihrer umjubelten Wahnsinnsszene:




    Gregor

    Jetzt haben wir bereits drei Varianten: Schager, Schlager und Schagerl. Kurios!

    In der Tat kurios. Aus dem Schagerl wurde schon vor langer Zeit - der Einfachheit halber - Schager. Schlager hieß er nie. So hieß er vielleicht in Rezensionen, wenn der Schreiber nicht genau auf den Namen achtete. Also bei sogenannten Schlampigkeits- oder auch bei Tippfehlern.


    Mich verwundert vielmehr, warum nun offenbar Künstlergedenken in verschiedenen Rubriken nach Stimmgruppen geordnet erfolgen soll.


    Ach, wird das gefordert? Zu welchem Zweck?



    Gregor

    Gestern Abend hab ich mir meinen Lieblings Whisky und was zu knabbern bereit gestellt und mir den Livestream der Fledermaus angesehen.

    Das ist schön, dass mal jemand über eine der Übertragungen aus Wien berichtet, die seit dem zweiten Lockdown im TV ausgestrahlt werden. Für die Netrebko-Tosca als auch für den Rosenkavalier mit u.a. Groissböck in den letzten paar Wochen hat sich hier nämlich niemand interessiert.

    Die Fledermaus selbst konnte ich gestern abend nicht live sehen. Ist aber noch für eine weitere Woche via Magenta abrufbar.


    Warum wird der Orlowski eigentlich immer von Frauen gesungen ?

    Ich nehme an, weil Strauss die Rolle für einen Mezzo geschrieben hat, lieber rodolfo. Wohl eine Art Reminiszenz an die Hosenrolle. Obwohl es auch schon Aufführungen mit Tenor-Orlofskys gegeben haben soll.


    Einen langweiligeren Frosch als den von Peter Simonischek hab ich noch nicht erlebt. Gibt es in Österreich keine anderen Kabaretisten oder Burgtheater Schauspieler der diese Rolle spielen kann ? Seit Jahren kalauert er sich durch die immer gleichen Witze und es gab keine aktuelle Tages politische Pointe .


    Es gibt sicher einige sehr adäquate Interpreten für den Frosch. Simonischek ist derzeit - zumindest an der WSO - auf die Rolle abonniert.

    Sicher, einen Hans Moser, Otto Schenk oder Helmuth Lohner haben wir derzeit nicht. Das sind natürlich legendäre Frösche gewesen, an denen sich jeder Nachkommende messen lassen muss. Gerhard Ernst, Robert Meyer und zuletzt Boris Eder hatten mit der Rolle großen Erfolg. Allerdings an der VO.


    Gregor


    Ich kann deinen Eindrücken absolut folgen, lieber Joseph II. Das Programm war sehr interessant und die Musik lag bei Muti sicher in sehr guten und kompetenten Händen. Besonders genossen habe ich den Kaiserwalzer, ohne jetzt sofort genau sagen zu können warum. Ich müsste mir die Wiedergabe nochmal anhören.


    Ja, Muti hat auch die richtigen Worte in seiner Rede gefunden. Kunst und Künstler müssen systemrelevant sein!


    Auffällig war der große Unterschied zum venezianischen Neujahrskonzert aus dem Teatro La Fenice in Bezug auf Sicherheitsmaßnahmen in Zeiten von Corona. In Wien keine Masken zu sehen, in Venedig alles mit Masken und Abstand.

    Ich gehe davon aus, dass an beiden Veranstaltungsorten alle getestet wurden. Ich habe hier genauer darüber berichtet.


    Gregor

    Ich hoffe den Hinweis hier auf das Neujahrskonzert in Venedig haben einige mitbekommen. Oder schaltet man nach dem Wiener Neujahrskonzert den Fernseher vorzeitig aus?


    Das diesjährige Concerto di capodanno hatte jedenfalls unheimlich viel Atmosphäre. Da haben sich alle Beteiligten wirklich viel Mühe gegeben. Auffällig war schon der Unterschied zum Wiener Neujahrskonzert. Da spielten Musiker und Dirigent ohne Masken. In Venedig war das anders. Alle Mitglieder von Chor und Orchester trugen Masken, auch Dirigent Daniel Harding. Nur die Blasmusiker konnten natürlich keine tragen, waren aber mit Glaswänden voneinander getrennt.

    Die Gesangssolisten nahmen verständlicherweise die Masken bei ihren Auftritten ab.

    Der leere Zuschauerraum wirkte auch nicht leer, denn er wurde kurzerhand zum Orchesterraum umfunktioniert. Hier war auch der Sicherheitsabstand gut einzuhalten. Alles sehr geschickt gemacht.


    Schön, dass man mit Mozart's Ouvertüre zu Le nozze di Figaro eröffnete. Dies war eine Erinnerung an das 250-Jahr-Jubiläum Mozart's in diesem Jahr.

    Viel Freude bereiteten die beiden Operalia-Preisträger Rosa Feola und Xabier Anduaga, die sichtbar glücklich waren auftreten zu können. Viele Möglichkeiten dazu hatten sie im letzten Jahr ja nicht.


    Was beide Solisten verband waren die sehr geschmackvollen Darbietungen. Feola, die ja bereits im Jahr 2010 Preisträgerin von Operalia war, ist ja inzwischen an fast allen großen Häusern angekommen und bewegte sich souverän in ihrem derzeitigen Repertoire als Juliette und Violetta. Anduaga's schlanker Tenor bestach als Rigoletto-Herzog, und die hohen Cs in seiner Tonio-Arie aus Donizetti's Regimentstochter meisterte er ebenfalls stilvoll.

    Es war besonders erfreulich Anduaga in so guter stimmlicher Verfassung zu erleben, denn vor einiger Zeit tauchte ein Almaviva von ihm im Netz auf, bei dem er phasenweise überfordert war. Das Video zu Cessa di più resistere habe ich ganz bewusst nicht hier verlinkt, es wäre kein Kompliment für ihn gewesen.

    Der Auftritt in Venedig zeigte hingegen in die richtige Richtung. Was ihm derzeit noch fehlt, ist etwas mehr Volumen. Aber geben wir diesem jungen begabten Tenor die Zeit weiter zu reifen. Beachtliche Fortschritte macht er zweifellos.


    Zur Barcarole von Offenbach wurde man kameratechnisch auf eine Gondelfahrt durch die leeren Gassen von Venedig mitgenommen, während Mascagni's Intermezzo aus Cavalleria Rusticana einen Besuch im Dogenpalast akustisch untermalte. In beiden Fällen wunderschöne und eindrucksvolle Bilder.


    Hat das Konzert vielleicht noch jemand gesehen?


    Gregor



    Und wer RAI 1 nicht empfangen kann, hat die Möglichkeit das Neujahrskonzert des La Fenice aus Venedig auf ARTE zu sehen. Die Übertragung am 01. Jänner mit den beiden Operalia-Preisträgern Rosa Feola und Xabier Anduaga beginnt um 18.15 Uhr!


    Gregor

    Die Rossini-CD Amici e rivali gilt als eines der besten Alben des Jahres, manche meinen gar es ist DIE Top-Veröffentlichung von 2020. Umso bedauerlicher ist es, dass das Album nur schwer ein Publikum zu finden scheint. Ein Megaseller ist es leider nicht.


    In unseren Breiten sind die Verkäufe wohl leider nicht so berauschend, im Vereinigten Königreich schaffte es das Album zumindest knapp in die TOP 50 der Klassik Charts und kam über Platz 44 nicht hinaus. Vielleicht liegt es am Repertoire: Rossini ist anscheinend schwerer an den Kunden zu bringen, und wenn es dann noch Raritäten sind ...

    Zudem gilt Lawrence Brownlee nicht als Star, auch wenn er zu den besten seiner Zunft zu zählen ist, und auch Michael Spyres ist - zumindest bei uns (noch) nicht der Superstar, der er für viele sein sollte. Wer Jonas Kaufmann kennt, muss noch lange nicht wissen wer ein Michael Spyres ist.


    Jedenfalls schade. Die CD hätte es verdient ein größeres Publikum zu finden.

    Es heißt, wenn man dieses Album mit Kaufmann und Villazon gemacht hätte, wäre es jetzt ein Verkaufshit. :D Wer braucht da Stimmfächer? :rolleyes:



    Michael Spyres stand kürzlich dennoch wieder für eine neue Aufnahme im Tonstudio. Auch von einem neuem Album mit Musik von Mozart ist die Rede.


    Die Kombination Michael Spyres und Wolfgang Amadeus Mozart? Sehr gerne!!! :)






    Bei seinem Debüt an der Deutschen Oper Berlin im Jahr 2008 hat Spyres gar den Tamino gesungen. Davon gibt es die Bildnis-Arie auf YT:




    Gregor

    Soweit ich das beurteilen kann, lieber Gregor: Perfekt gesungen. Ich höre die CD eben auf Spotify und bleibe bis zum Schluss dabei. Es gehört natürlich einiger Mut dazu, dieses Repertoire, das sehr singbar ist, für eine Debüt-Solo-CD zu wählen.


    Allerdings macht man es dem Hörer damit auch schwer, da man keine Vergleiche mit anderen Aufnahmen ziehen kann. Ihre Aufnahme wird aufgrund ihrer Einzigartigkeit zur Referenz. Vielleicht auch ganz geschickt gemacht.


    Beim Online-Merker habe ich übrigens diese ausführliche Rezension zur CD gefunden, mit der du vielleicht auch etwas anfangen kannst. Jedenfalls zeigt sich der Rezensent so begeistert, dass er diese in Briefform verfasst und der Sängerin übermittelt hat.


    Gregor

    Der Film: Ein Lied geht um die Welt ist auf youtube zu sehen. Er scheint sich leider nur um eine gekürzte Version zu halten, wenn man der Wikipedia Ein Lied geht um die Welt glauben darf. Sehr schade, dass auch in den Liedern gekürzt wurde.


    Auf Youtube dauert der Film 67 Minuten, laut der Internationalen Filmdatenbank (IMDb) beträgt die Laufzeit aber 96 Minuten. Der Film ist auch in einer DVD-Box der Reihe "Filmjuwelen" erschienen.

    Da dauert er allerdings auch nur 67 Minuten.


    Es dürfte der einzige Film von Joseph Schmidt sein, der aktuell auf DVD erhältlich ist.


    Interessant bei der DVD-Box ist übrigens, dass diese gleich zwei Filme mit dem gleichen Titel enthält. Der eine ist der Film von 1933, beim zweiten Film - auch bekannt als Die Joseph-Schmidt-Story - handelt es sich um eine Film-Biographie über Joseph Schmidt, der von Hans Reiser gespielt wird. Im Film von 1958 wirken auch so namhafte Schauspieler wie Theo Lingen oder Annie Rosar mit.


    Joseph Schmidt hat übrigens 1934 Ein Lied geht um die Welt noch einmal gedreht und stand in der selben Rolle für die englische Version My song goes round the world vor der Kamera.

    Schmidt's Partnerin aus dem deutschen Film, Charlotte Ander, spielte im Remake abermals die weibliche Hauptrolle.

    Die anderen Rollen wurden mit englischen Schauspielerin besetzt.


    So übernahm übrigens der Brite John Loder, der später der Ehemann der Wiener Hollywood-Diva Hedy Lamarr wurde, die Rolle des Rico vom deutschen Viktor de Kowa.




    Gregor

    Still ist es geworden um Joseph Schmidt, selbst bei Tamino. Hört man sich seine Aufnahmen und Platten noch an? Oder droht er der Vergessenheit anheimzufallen?


    Ich erinnere mich, dass wir bei uns zu Hause in den 80er Jahren - ich war noch Kind - eine Schallplatte von ihm hatten. Diese sehe ich förmlich noch vor mir. Aber sie ist dann irgendwie abhanden gekommen als die Schallplattensammlung aufgelöst wurde. Irgendwann hat eben die CD Einzug gehalten. Eine zweite LP, an die ich mich aus dieser Zeit erinnere, beinhaltete die Stimme von Beniamino Gigli.


    Zurück zu Joseph Schmidt: Ich wusste eigentlich gar nicht, dass er in den 30er Jahren eine beachtliche Filmkarriere gemacht hat. Er ist zumindest in einigen Filmen aufgetreten. Diese Filme laufen wohl nur noch selten bis nie im Fernsehen. Jedenfalls hatte ich nun die Gelegenheit Ein Lied geht um die Welt von 1933 anzusehen. Ein Film in typischer 30er-Jahre-Manier. Wirkt natürlich in seiner Machart und Erzählweise heute sehr antiquiert. Schmidt war sicher kein Schauspieler, aber seine Gesangsstimme war natürlich großartig. Er war ja sehr klein, und was ich beachtlich finde, ist, dass auch in seiner Rolle über seine geringe Körpergröße gewitzelt wurde. Er war nur etwas mehr als 1,50 Meter groß.

    Es heißt, dass dies auch der Grund gewesen sein soll, warum ihm eine große Opernkarriere verwehrt geblieben ist. Es wird da wohl noch einen anderen geben.

    Er wurde allerdings schnell durch seine Radioauftritte populär, nahm unzählige Schallplatten auf und wurde so zu einem berühmten und gefeierten Tenor. Zudem soll er in mehr als drei Dutzend Rundfunkopern eingesetzt worden sein.


    Mir kommt vor, dass er immer mit einer 'Träne im Knopfloch' gesungen hat. Vielleicht bildet man sich das aber auch ein bißchen ein, wenn man sich sein Schicksal vergegenwärtigt.


    Gregor

    Adriana Gonzalez, die Operalia-Gewinnerin von 2019, hat heuer fast unbemerkt ihre erste Solo-CD veröffentlicht.

    Ihr Operalia-Gewinn ist nicht ganz unumstritten, nun gilt es die Zweifler zu überzeugen.


    Auf ihrer Debüt-CD Dussaut & Covatti: Mélodies widmet sie sich rein dem Lied.


    Die beiden Komponisten waren mir bisher nicht bekannt. Es handelt sich um Robert Dussaut und um seine Gattin Hélène Covatti. Die Liedaufnahmen dieser CD gelten als Weltersteinspielungen.

    Gonzalez erhielt für das Album viel Lob.


    Ihr üppiger, mit profunder Tiefe aufwartender Sopran weist allerdings eher in Richtung Spinto.


    Wer ihre Stimme und praktisch unbekanntes Repertoire entdecken will, sollte mal in die CD reinhören.



    Gregor

    Am Mittwoch, 23. Dezember, läuft in ORF 2 der neue Film "Louis van Beethoven" mit Tobias Moretti in der Rolle des Komponisten. Cornelius Obonya spielt seinen Bruder Johann, Manuel Rubey taucht als Mozart auf.


    Zitat

    "Ludwigs Vater möchte seinen hochbegabten Sohn mit strengem Drill zu einem zweiten Mozart machen. Das Wunderkind soll der Familie die Existenz sichern. Die Bekanntschaft mit Mozart in Wien hilft Ludwig als junger Mann aus dem Schatten des Genies zu treten. Er will Künstler und nicht mehr Lakai des Adels sein. Seine große Liebe zu Eleonore scheitert am unüberwindlichen Standesunterschied. Auch für den größten Komponisten seiner Zeit besteht das Leben bis ans Ende aus dem Kampf um das Dasein. Er muss erkennen, dass er mit seinen mutigen Entscheidungen für die Freiheit letztlich gescheitert ist."

    Koproduktion ARD Degeto/WDR/ORF





    Gregor


    Es wäre schön, wenn der Thread bald mit Neuigkeiten und frischen Höreindrücken in Gang käme.

    Es wäre schon mal ein guter Start, wenn diejenigen, die Lisette Oropesa schon gehört haben, von ihren Höreindrücken berichten würden.


    Frische Eindrücke habe ich selbst genug, habe ich mich doch mit der Sängerin näher beschäftigt und erst kürzlich sang sie ja bei uns in Wien die Konstanze. Aber ich gebe anderen erstmal die Möglichkeit zu berichten. Die Einleitung ist meinerseits gemacht. Ein Monolog soll das schließlich nicht werden.


    Bleibt mir noch die DVD-Diskographie der Sängerin zu ergänzen.


    So ist La Rondine aus der MET von 2009 erhältlich, in der Lisette Oropesa die Lisette singt.



    Ebenfalls erhältlich:


      


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    Gregor

    Lisette Oropesa hat bereits im Sommer die Aufnahmen für ihre erste Arien-CD beendet. Mit dem Orchester Il pomo d'oro und Dirigent Antonello Manacorda hat sie ein reines Mozart-Album aufgenommen.

    Das Album ist Teil eines Fünf-Jahres-Vertrages mit der San Francisco Classical Recording Company, ihre Alben werden exklusiv beim Label Pentatone erscheinen.


    Es ist Oropesa's erstes Album mit einem Orchester und besonders freut sie sich, dass sie ein Mozart-Konzertarien-Album aufnehmen konnte, da sie Mozart als ihr Fundament bezeichnet.


    Um bei Mozart zu bleiben - hier singt sie die Martern-Arie aus Die Entführung aus dem Serail (Wiener Staatsoper, Oktober 2020):




    Gregor