Beiträge von Dr. Holger Kaletha

    Seit August 2021 habe ich den Cambridge Audio DACmagic 200M als Kopfhörervorverstärker (KVV). Ich höre also alle Vergleiche mit diesem Gerät. Teurere Geräte in der Klasse der KVV werden sicher Verbesserungen bringen, so meine Erfahrung, aber das Gerät ist für einen ersten Hlöreindruck sicher in Ordnung.

    Lieber Axel,


    das ist sehr spannend und aufschlussreich! Es bestätigt meine Erfahrung, dass man die klangliche Qualität eines Kopfhörers nicht einfach für sich beurteilen kann, sondern immer nur in der kompletten Wiedergabe-Kette, in der er spielt. :) Dazu kann ich glaube ich einiges sagen, da ich auch den Cambridge DAC habe, das Vorläufermodell des 200 M, den DAC Magic Plus. Der Kopfhörerverstärker wird wohl so ziemlich derselbe sein, da wird es kaum Unterschiede geben. Nun habe ich für den Focal als Kopfhörerverstärker den Lehmann Audio Linear, ein reiner Class A-Kopfhörerverstärker, den man auch als Vorstufe benutzen kann (Kostenpunkt damals 850 Euro). Den Vergleich mit dem Kopfhörerverstärker des Cambridge habe ich gemacht und hier darüber geschrieben:


    Kopfhörer für Klassikfans


    Mein Fazit daraus:


    Ein Kopfhörerverstärker vom Niveau des preiswerten Cambridge DAC Magic Plus ist schlicht ungeeignet, um einen Spitzenkopfhörer wie den Focal Clear so zu betreiben, dass sein volles klangliches Potential auch nur annähernd ausgeschöpft wird.

    Der Focal Clear verhält sich wie ein sehr guter Lautsprecher. Er gibt die Qualität der vorgeschalteten Komponenten (Wandler, Kopfhörerverstärker, Kabel) zu 100% wieder, inclusive der unterschiedlichen Aufnahmequalität und der von verschiedenen Remasterungs bzw. CD/SACD, UHQCDs im Vergleich mit normalen. Immer dann, wenn ich mal dachte, er macht irgend etwas "falsch", habe ich zum Vergleich mit den Lautsprechern gehört - meinen für ihre Neutralität bekannten Dynaudios. Und siehe da: Der Kopfhörer hat nur die Aufnahmetechnik so wiedergegeben wie sie ist, nichts dazugetan oder verfärbt. In allen Tests, die man lesen kann, steht, dass der "kleinere" Elear eher eine leicht verfärbende Abstimmung hat, aber nicht der Clear. Zum Vergleich habe ich zudem einen Stax-Elektrostaten. Es gibt keinen neutraleren Hörer als einen grundehrlichen Stax, und systembedingt hat ein Elektrostat immer Vorteile, was die Auflösung angeht. Und im Vergleich zeigt sich, dass der Focal Clear ebenso neutral ist und eindeutig besser auflöst. Wenn er das nicht vermittelt, dann liegt das nur an der Qualität des Kopfhörerverstärkers. Mit dem KH-Verstärker des Cambridge hatte ich ähnlich wie Du bei einer Aufnahme den Eindruck eines "gesoundeten" Klanges (siehe meinen verlinkten Bericht). Ich war auch überrascht, dass der Focal Clear mit dem KH-Verstärker des Cambridge die Klavierbässe aufweicht. Das liegt nicht am Wandler des Cambridge - denn über Lautsprecher klingt das richtig, sondern eindeutig am Kopfhörerverstärker. Da gibt es wohl ein Anpassungsproblem. Ich vermute mal, dass Dein AKG von der Anpassung her einfach deutlich besser mit dem KH-Verstärker des Cambridge harmoniert. Kopfhörerverstärker zu bauen ist eine Kunst, nämlich hinzubekommen, dass sie die unterschiedlichsten Kopfhörer gleich gut bedienen. Nur die ganz teuren klingen mit unterschiedlichen Kopfhörern wirklich gleich gut - bei den anderen preisgünstigen tauchen solche Unterschiede, die Du erlebst, dann auf.


    Gestern habe ich erst mit den Lautsprechern gehört und dann mit dem Kopfhörer verglichen. Vor allem habe ich den Vergleich SACD/CD gemacht und die "normale" CD mit vom Masterband überspielten UHQCDs/SACDs mit der "normalen" CD. Da gibt es feine, kleinere und größere Unterschiede in der räumlichen Abbildung, der Basswiedergabe, der Körperlichkeit der Instrumente und der Natürlichkeit. Jeden kleinen und ganz kleinen Unterschied, den der Lautsprecher wiedergibt, reproduziert auch der Focal Clear. Keinerlei Verfärbungen sind hörbar! Gehört habe ich auch nochmals meinen neuen Denon DCD 1600 NE im Vergleich mit dem Cambridge DAC. Der Denon ist dem Cambridge klanglich sehr deutlich überlegen - nachher habe ich den Cambridge abgeschaltet, weil es im Vergleich einfach keinen Spaß macht, mit ihm zu hören. Du hast da also beim Cambridge nicht nur einen klanglich nicht optimalen Kopfhörerverstärker, sondern auch einen Wandler, der deutlich unter dem Niveau von tatsächlichen Spitzenwandlern/CD-Spielern liegt. Meine AVM-Elektronik spielt eindeutig noch einmal in einer anderen Liga. Auch wenn der Denon, wegen des ultramodernen Wandlers, etwas feiner auflöst, kommt er an die Neutralität, die Körperlichkeit und Sustanzialität, die Realistik und Plastizität meiner AVM Laufwerks-Wandlerkombi nicht heran. Das hört man gerade auch im Kopfhörer, besonders bei kleinen Ensembles, z.B. Boulez Pli selon Pli, Track Nr. 3 (Erato) mit dem aufregenden diversen Schlagwerk und Sopranstimme. Da war interessant was passierte, als ich mal das Verbindungskabel gewechselt habe. Das Wireworld Oasis 5 (Neupreis: 250 Euro) passt als Verbindung vom Cambridge-DAC zum Yamaha RN 803 D hervorragend. Als ich zuvor zum Vergleich mein Audioquest Water (Preis: 600 Euro) eingestöpselt habe und über Lautsprecher hörte, war kaum ein Unterschied zu hören für mich. Das Audioquest war vielleicht im Bass einen Tick präziser. Dann dachte ich mir: Vergleiche doch mal mit dem Kopfhörer - ob sich der Preisunterschied wirklich lohnt? Aber ja! Mit dem Wireworld Oasis 5 klingt der Focal Clear regelrecht langweilig - man meint, man sitzt im Konzertsaal in der letzten Reihe. Das, die "Griffigkeit" der einzelnen Intrumente, dass sie quasi lebendig vor einem stehen, bringt erst das teure Audioquest-Kabel heraus und damit die Wiedergabe auch mit dem Denon sehr viel näher an die überragende Qualität der AVM-Kette heran. Es ist sein Geld also wert. Du solltest Dir ernsthaft überlegen, einen hochwertigen KH-Verstärker wie z.B. den Lehmann zuzulegen, sonst wirst Du nie die Qualitäten des Focal auch nur erahnen können.

    Zuerst ein paar Randbemerkungen, die mit der akustischen Qualität nichts zu tun haben. Der AKG wird mit einem Kopfhörerständer geliefert, der Focal nicht (dafür hat er eine Tragetasche). Die Ausstattung des clear mg scheint gegenüber der des clear geschrumpft zu sein. Es fehlt das 3 m Kabel mit Klinkenstecker. Dafür sind Ausgaben von rund 250 Euro zusätzlich fällig.

    Du hast 1200 Euro bezahlt. Mein Focal Clear hatte den Normalpreis 1500 Euro - dann sind 3 Kabel dabei, ein kurzes für draußen und zwei lange unsymmetrisch und symmetrisch. Kann sein, dass sie den Kopfhörer jetzt für 1200 Euro anbieten und dann muss man eben das eine lange Kabel dazukaufen. So gesehen hätte sich der Preis aber nicht verändert.

    Das Klangbild der Hörers ist spritzig und ziemlich impulsstabil. Man neigt zu etwas größerer Lautstärke als beim AKG. Obwohl sich die Bühne in den ersten zwei Wochen deutlich erweitert hat, ist sie im Vergleich zum AKG recht klein. Man hat die Instrumente doch dicht an den Ohren. (So etwas kann sich aber tatsächlich durch andere KVV verbessern) das Klangbild ist etwas weich gesoundet. Insgesamt ist es aber sehr angenehm und sehr gut durchgezeichnet. Vieles klingt überraschend schön :-). Die Dynamik des Hörers macht orchestrale Musik zum Vergnügen.

    Das alles klingt für mich nach einem Anpassungsproblem. Zudem sich die Räumlichkeit im Kopfhörer sehr erheblich ändert mit der Zuspielelektronik und den verwendeten Kabeln.

    Vorläufiges Fazit: Beide Hörer sind kaum zu vergleichen und werden auch von mir für verschwiedene Zwecke eingesetzt. Sie zeichnen Orchestermusik sehr transparent, aber der Focal hat die überlegenere Dynamik. Bei Kammermusik bringt der Focal eine etwas unnatürliche Nähe der Geräte. Obwohl jedes Instrument einzeln für sich überzeugend klingt, ist die Kombination nicht ganz so überzeugend. Der AKG zeichnet die Musik etwas natürlicher (wenn die Aufnahme es hergibt!) und ist in den Höhen deutlich differenzierter, was mir gerade bei Kammermusik sehr gut gefällt. Die Bühne des AKG ist ein Erlebnis für sich.

    Auch das würde ich auf ein Anpassungsproblem zurückführen. Die Auflösung des Foal Clear ist schon superb. Da hat selbst mein hoch auflösender Stax-Elektrostat das Nachsehen. Wenn man eine hoch auflösende Elektronik verwendet, verschluckt der Focal Clear nichts, sondern ist ganz im Gegenteil in der Lage, feinste Ziselierungen auch genau so aufregend feinsinnig wiederzugeben.

    Das mit der Lautstärke ist bei meinem Elear auch so, dass ich im Vergleich zum HD660s, die Lautstärke erhöhen muss. Ich führe das auch, auf die niedrigere Ohm Zahl zurück…

    Genau, lieber Michael. Beim Lehmann Audio Linear kann man auf dem Bodendeckel sehr bequem mit kleinen Kippschaltern eine Lautstärkeanpassung an den jeweiligen Kopfhörer vornehmen. Beim Focal Clear habe ich den KH-Verstärker schließlich doch etwas lauter gestellt.


    Schöne Grüße

    Holger

    Aus der Beethoven-GA von 1959 besitze ich allerdings nur diese alte LP aus der Reihe "resonance".

    Lieber Nemorino,


    das sind die wirklich guten und schönen Aufnahmen. Leider klafft in meiner Sammlung in punkto Seemann eine große Lücke! Sehr erfreulich, dass Apollon auf diese Box hinweisen kann:

    Falls Interesse besteht, morgen erscheint eine Carl Seemann-Box mit sämtlichen Deutsche GrammophonAufnahmen. Die von Kollege astewes gezeigte Beethoven-Blu-ray ist hier auch mit enthalten.

    Gegönnt habe ich mir diese klassische Aufnahme - meine Referenz - und zwar in einer besonderen Ausführung als UHQCD. Bei jpc erhält man sie als Japan-Import:



    Der Preis ist zwar hoch und das Booklet komplett nur auf Japanisch, aber es lohnt! Die Klangqualität ist erheblich besser als bei der "normalen" CD.


    Hier kann man sich informieren:


    https://www.hifi-zubehoer.shop…-compact-disc-k-31086.htm


    "UHQCD steht für Ultimate High Quality Compact Disc und ist eine gemeinsame Entwicklung des japanischen CD-Replikationsunternehmens Memory-Tech und der Audio Quality CD Company aus Hong Kong. UHQCDs werden anders als herkömmliche CDs nicht aus Polycarbonat gepresst, sondern aus einem Photopolymer gegossen und mit UV-Licht ausgehärtet. Zum Schutz des weicheren Photopolymers wird eine weitere Schichte hochreinen Polycarbonats als Kratz-Schutz aufgebracht. Die Kombination ergibt eine deutlich verringerte Spiegelung des Laserlichts im Inneren der CD und einen unerreicht präzisen Kantenübergange zwischen Pits und Lands der CD. UHQCDs sind zu 100% kompatibel mit normalen CD-Spielern. Musikalisch ergibt sich ein stark an analoge Masterbänder erinnerndes Klangbild."


    Schöne Grüße

    Holger

    du hast völlig Recht. Ich wollte es mir gestern nicht wirklich eingestehen - schon alleine aus der Begründung nichts mehr "umstellen" zu müssen. Aber die Cinch-Verbindung - bei mir auch Oehlbach NF 113 - klang um einiges brillianter als die optische Verkabelung. Das Doofe nur, bei der Chinch-Variante müsste ich immer wieder auf das Menü zurückgreifen, bei der Optischen-Variante nicht. Mal sehen, bin mir noch nicht ganz schlüssig. Aber klar, wenn hören, dann bestmöglich.


    In Puncto Kabelklang bin ich eher skeptisch. Aber auch hier gilt, einfach ausprobieren. Was nützt das ganze Gerede darüber, ich muss es selbst hören und nur dann, nur dann kann ich entscheiden. Das Audioquest Kabel habe ich in den Warenkorb gelegt, danke für den Tipp :) .

    Lieber Apollon,


    super! :) So denke ich auch. Die ideologischen Debatten in Hifi-Foren bin ich endgültig leid. Ich finde: Alles, was den Hörspaß deutlich befördert, ist legitim! Da bin ich mal gespannt, was Du zum Audioquest sagst. Ich glaube, Du wirst noch zufriedener sein! Hier gibt es einen interessanten Vergleichstest mit Digitalkabeln - leider scheint der Autor den sehr gekürzt zu haben. Die Langversion fand ich noch aufschlussreicher:


    https://audiosaul.de/klangunterschiede-bei-digitalkabeln/


    Hier noch ein Test speziell von Audioquest-Kabeln:


    https://www.fidelity-online.de…ioquest-die-durchblicker/

    ...verstehe Technik wer will :rolleyes: .


    Ich habe jetzt wieder auf Chinch (koaxial) umgestellt und siehe da, alles läuft. Keine Umstellung im Menü erforderlich.


    Bin happy ^^


    Das freut mich - es wäre ja auch seltsam, wenn es da einen Unterschied in der Bedienbarkeit gäbe! :thumbup: :hello:


    Liebe Grüße

    Holger


    Lieber Apollon,


    ganz herzlichen Dank! :) Ich habe einen ca. 6-7 Jahre alten Panasonic und bin mit der Betriebsanleitung zu meinem Händler gegangen. Der hat mir erklärt, was ich einstellen soll. Aber trotzdem hat es nicht geklappt! Ich werde das, wenn ich am Wochenende wieder zuhause bin, dann noch einmal mit Deinen Einstellungen vergleichen. Hoffentlich finde ich den Fehler!

    Noch besser, ich habe es jetzt mit einem optischen-Kabel probiert. Klingt prima und ich musste keinerlei Veränderungen an den Einstellungen vornehmen.

    Eigentlich ist die Cinch-Verbindung (digital) prinzipiell die bessere, nicht zuletzt, weil Lichtleiter deutlich mehr Jitter produzieren. Ich hatte das vor vielen Jahren mal getestet - mit einem CD-Recorder digital vom CD-Laufwerk dieselben Tracks mit verschiedenen Digitalkabeln überspielt. Da war der Lichtleiter eindeutig an letzter Stelle! Es kommt letztlich immer auch auf die Qualität des Kabels an. Ich dachte, dass der Wandler meines Yamaha RN 803D deutlich schwächer ist als der meines alten Marantz CD 80. Bis ich das alte Oelbach NF 113 bei einem Test gegen ein Audioquest Cinnamon austauschte (beide Cinch). Da war ich überrascht, dass der Wandler des Yamaha doch sehr erheblich besser ist als ich dachte. Mein bestes Digitalkabel ist ein (einst von Fadel hergestelltes) Sunwire Digicoax Reference. Das kostete aber auch erheblich mehr, so ungefähr das Vierfache (ist nicht mehr neu erhältlich, nur gebraucht). Das sehr farbig klingende Audioquest Cinnamon kann ich nur empfehlen - Preis-Leistungsverhältnis ausgezeichnet! :hello:


    Liebe Grüße

    Holger

    Ebenfalls schöne Sammlung.


    Ansonsten muss man bei einer Blu Ray Audio nichts „umgehen“, um sie zu hören. Man muss sie halt in einen Blu Ray-Player schieben. ;)

    Mahler hat bei mir ein eigenes Regal! :) Ich habe so einen Multifunktionsplayer von Panasonic, ist SAT-Receiver und Blue-Ray-Disc Player/Recorder in einem. Analog bekomme ich das Signal raus. Nur erreicht dann die Wiedergabe die Qualität meiner Kette mit CD/SACD-Player nicht. Die annähernd volle Wiedergabequalität der hoch auflösenden Formate hätte ich nur, wenn ich die digitalen Signale rausgebe über Lichtleiter und von meinem HiRes-fähigen Cambridge DAC verarbeiten lasse. Dazu hatte ich mir extra ein gutes Lichtleiterkabel angeschafft. Nur diesen Weg blockiert der Kopierschutz. Insofern verstehe ich die Industrie nicht. Es ist ja nett, diesen Bonus mit der Blue-Ray Disc zu haben. Nur sollte man das Angebot auch adäquat nutzen können. ;( :hello:


    Die Haitink-Blu-ray-Box musste ich damals natürlich auch schnellstmöglich ergattern. Die Aufnahmen klingen für ihr Alter ganz hervorragend, keine Frage. Nur klingen SACDs über meinen Denon PMA-1600 saftiger und voller im Klang als Blu-rays die ich nur über meine Cambridge Kombi abspielen kann. Ich sollte wohl versuchen, den Cambridge CXUHD Player an den Denon Verstärker anzuschließen, was wohl klappen müsste. Bin mir da aber nicht so sicher. Vielleicht weiß jemand mehr.

    Der Cambridge CXUHD ist ein reines Laufwerk - wenn er die Signale digital rausgibt, warum klappt das dann nicht bei mir? Beim Denon-Verstärker benötigst Du den eingebauten Wandler - den hat der PMA 1600 NE ja. Die Möglichkeit habe ich mit meinem Yamaha RN 803 D. Aber auch da ist die digitale Zuspielung blockiert.


    SACDs - das ist auch mein Eindruck - klingen tendentiell saftiger und voller als CDs. Den Vergleich mit der Blue Ray-Disc habe ich aus den geschilderten Gründen leider nicht machen können. Alles beeinflusst den Klang - der Verstärker, aber natürlich auch die verwendeten Kabel! Der Unterschied kann entscheidend sein. In der Praxis hat man das Problem der Vergleichbarkeit, weil zu viele Komponenten das klangliche Ergebnis beeinflussen. Aber letztlich zählt das Ergebnis mit der kompletten Kette, die spielt, was einen zufriedenstellt mehr oder weniger. :)


    Schöne Grüße

    Holger

    In Sachen Mahler habe ich - bis auf die 5., 8., das Lied von der Erde und das Klagende Lied alle Symphonien, teilweise doppelt, auf SACD.


    Für mich eine besondere Bedeutung hat Claudio Abbados frühe Aufnahme der 4. Mahler mit den Wiener Philharmonikern, wodurch ich diese Symphonie lieben lernte. Gegönnt habe ich sie mir deshalb nochmals als SACD NON-Hybrid - zudem ist sie eine besonders hergestellte SHM-SACD, Import aus Japan:


    https://de.wikipedia.org/wiki/SHM-CD



    Von der 4. als SACD habe ich zudem diesen ganz hervorragenden Konzertmitschnitt mit Bernard Haitink:



    Die berühmte Aufnahme mit Fritz Reiner befindet sich ebenfalls in meiner Sammlung - ich weiß allerdings momentan nicht, ab als SACD oder CD.


    Ebenfalls hervorragend - auch aufnahmetechnisch ungemein farbig - die 1. mit Zinman inclusive dem Blumine-Satz:


    s-l1600.jpg


    Von der 2. diese Aufnahmen von Caplan und Jansons:


    mahler-symphony-no-2-0028947438029.jpg



    Von der 3. die 2. Aufnahme mit Vaclav Neumann:


    5169VocUMPL._SX450_.jpg


    4. - s.o.!


    Die 6. in zwei Aufnahmen:


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    Nr. 7 (Non-Hybrid) mit der Tschechischen Philharmonie und Vladimir Ashkenazy:


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    Nr. 9 ebenfalls zweimal:


    510EIvMAX5L._SX300_SY300_QL70_ML2_.jpg


    615qyKY+ShL._SY450_.jpg


    Es kann sein, dass ich durchaus die eine oder andere SACD in meiner Mahler-Sammlung übersehen habe - da muss ich sie nochmals durchfprsten. :D


    Beim "Klagenden Lied" ist der beste Weg, es in einer exzellenten Interpretation in HD-Sound zu hören die (leider vergriffene und rare) Box von Haitink als Bluray Audio. (mit einem kapitalen Fehler auf der Box - wer findet ihn?)

    ... ich hab ihn entdeckt. :D Da muss ich direkt schauen, ob der Fehler auf meiner Box auch ist.... Leider nutzt mir die Blue-Ray-Audio nichts. Ich kann den Kopierschutz nicht umgehen, um die HighRes tatsächlich zu nutzen. Schade! ;( Hast Du es geschafft?


    Schöne Grüße

    Holger

    Das wäre jetzt nicht gleich schön, aber immerhin noch besser und ich wäre nicht so verärgert. Es vergingen nicht einmal 10 Minuten, wie ich oben geschrieben hatte. Ich hatte mir das Angebot noch für 4,99 in den Korb getan und noch zwei weitere Artikel (die hatte ich mir auf eine Liste geschrieben) dazugeklickt und wollte kaufen als ich den Summenpreis verdutzt bemerkte (Bei drei Artikeln mache ich im Kopf einen Überschlag!) ....

    Ich glaube kaum, dass da irgendeine Absicht dahintersteckt. Das wird ein Softwareproblem sein - die Bestell-Software ist offenbar nicht ganz perfekt. Da könntest Du mal bei jpc anrufen und nachfragen. Vermutlich reagiert sie in solchen eher seltenen Fällen nicht schnell genug, wenn zwei Bestellungen nahezu zur gleichen Zeit erfolgen für die letzte verfügbare CD zum Sonderpreis. Vielleicht sind sie bei jpc auch dankbar für Hinweise. In solchen Fällen muss dann ein Programmierer ran... ^^


    Schöne Grüße

    Holger

    Ich habe volles Verständnis dafür, dass Sonderangebote nicht beliebig lang gelten. Ich wäre eventuell auch bei Empfehlung bereit gewesen, den vollen Preis zu zahlen.


    Ich finde nur den Vorgang, während des Einkaufs den Warenpreis ohne Warnung zu vervierfachen unseriös. Wie man es anders machen kann, habe ich versucht, oben zu beschreiben. BTW der vielgeschmähte Konkurrent macht sowas nicht ohne Warnung.


    Mit ist das wohl schon einmal passiert, wo ich plötzlich durch die Summe des Warenkorbes überrascht war. Damals hatte ich nur den Fehler bei mir gesucht.

    Vermutlich hast Du Sachen in den Warenkorb gelegt und wolltest weiter sammeln und dann am nächsten Tag erst bestellen. Das alles läuft bei so einem Versender über Computer. Nehmen wir an, sie hatten 15 CDs vom Angebot auf Lager. Du hast die letzte in den Warenkorb gelegt. Das registriert die Software. Nur gibt es wohl ein Zeitlimit. Wenn Du das überschritten hast, kann Dir das Sonderangebot ein Anderer wegschnappen, der zwischenzeitlich bestellt hat. Der Computer weiß dann: ausverkauft und berechnet Dir an der Kasse den Normalpreis. 😉


    Der "vielgeschmähte Konkurrent" erhöht sehr wohl die Preise ohne Vorwarnung. ^^ Wenn man die Ware über Nacht im Warenkorb liegen lässt, ist man am nächsten Morgen überrascht, dass sie einige Euronen mehr kostet. Sie wollen auf diese Weise wohl die Kunden zwingen, gleich zu bestellen.


    Schöne Grüße

    Holger

    Danke für den Hinweis. Ich glaube gerne, dass die CD den Vollpreis wert ist. Trotzdem mag ich diese Art der Preispolitik nicht. Ich bestelle hin und wieder auch mal 20+ Einzelposten, dann möchte ich das gute Gefühl haben, dass die unten stehende Summe das Ergebnis der Preise ist, zu dem ich die CDs in den Warenkorb getan habe und nichts anderes....

    Ein anderes Beispiel: Im Angebot hatte jpc die BIS-SACD mit Sharon Bezaly und Vladimir Ashkenazy - wochenlang für 5,99 Euro. Da habe ich zugeschlagen. Inzwischen ist sie wieder zum Normalpreis für 19,99 Euro zu bekommen. Der Grund dieser Preise ist eigentlich leicht einzusehen. JPC bietet einmal CDs an, die sie auf Lager haben und sofort versenden können. Dir anderen CDs, die sie nicht auf Lager vorrätig haben, werden beim Lieferanten geordert. Dann dauert die Auslieferung etwas länger. Wie auch bei Büchern kostet Lagerhaltung Geld. Deswegen können sie es sich auch nicht leisten, ihr komplettes Angebot auf Lager parat zu haben. Ins Lager kommen deshalb vor allem Neuaufnahmen, die viel gekauft werden. Natürlich gibt es immer wieder Ladenhüter, die den Lagerplatz für Neuangebote blockieren. Die werden dann in regelmäßigen Abständen zum Sonderangebotspreis abverkauft, damit sie sie schnell loswerden. Davon profitiert der Kunde! Man muss nur den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen. Bei Textilien oder Schuhen ist es genau dasselbe - im Schlussverkauf kann man viel Geld sparen, weil die Geschäfte Platz für die neue Kollektion brauchen. Darüber können wir uns als Kunden freuen!


    Schöne Grüße

    Holger


    Sudbin machte diese Aufnahme 2005 - da war er 25 Jahre alt! Der von ihm selbst geschriebene, hoch intelligente Klappentext bezeugt ein intimes Verständnis von Rachmaninow, das auch unter russischen Künstlern nicht selbstverständlich ist. Über den Text setzt Sudbin ein Zitat des russischen Lyrikers Alexander Block - das Rachmaninow nicht besser charakterisieren könnte:


    "Die großen russischen Künstler waren von Schwermut gezeichnet, aber sie hatten die Kraft, dies zu akzeptieren und die Düsternis zu erdulden, denn sie glaubten an das Licht."


    Nicht nur in seinem intelligenten Text gelingt es Sudbin, Rachmaninow gegen den albernen Vorwurf des Hollywood-Kitsches zu verteidigen. (Rachmaninow wurde als Filmmusik reichlich ausgebeutet, doch hat Rachmaninow auch nicht eine einzige Filmmusik geschrieben!) Die frühen Chopin-Variationen stehen wahrlich im Schatten der großartigen Corelli-Variationen. So voll von zauberhafter, zerbrechlicher Poesie höchster Delikatesse, so lyrisch feingeistig, wie Sudbin sie vorträgt, kann man sich in dieses sperrige Werk wirklich verlieben! Dabei kann er wenn es sein muss ganz schön jugendlich zupacken und ein mächtiges Forte aus dem Flügel raushauen. Die beiden Liedtranskriptionen der Blumenlieder sind ebenfalls fabelhaft. Die Sonate zu hören habe ich mir für einen späteren Zeitpunkt aufbewahrt.



    Ernest Ansermet dirigert hier Manuel de Falla wie man es von ihm erwartet: durchsichtig, mit viel Sinn für die Modernität, aber auch die romantischen Töne! Er ist dabei idiomatisch absolut treffsicher, wenn es um die spanischen Flamenco-Töne geht. Das ist vorbildlich - und die Aufnahmetechnik dazu fabelhaft. Im "Dreispitz" singt die kürzlich verstorbene Teresa Bergenza. Allerdings muss man sagen, dass Clara Haskil sich in den "Nächten in spanischen Gärten" zwar redlich müht, aber dies dann doch hörbar nicht ihr Repertoire ist. Da kann man nur sagen: Alicia de Larrocha, Alicia de Larrocha! Trotzdem - diese zudem preiswerte SACD lohnt unbedingt den Kauf! :) :) :)


    Schöne Grüße

    Holger

    Sehr verdienstvoll, dieser Thread über Wladigerow, lieber Joseph II! :thumbup::)


    Pantscho Wladigerow begegnete mir zum ersten Mal auf einer Schallplatte mit historischen Aufnahmen von Emil Gilels - der ein kurzes Stückchen von ihm, das eine gewisse Nähe zu den Rumänischen Volkstänzen von Bartok zeigt, sehr mitreißend spielt, so dass einen die Musik spontan und nachhaltig begeistert:



    Später begegnete mir Wladigerow in Bulgarien bei einem Konzert, wo ein Schülerensemble eines seiner kammermusikalischen Besetzungen spielte. Das gefiel mir sehr. Dazu kam der Zufall, dass ich im Flugzeug nach Sofia den bulgarischen Komponisten Ivan Shekov kennenlernte, der ein Schüler von Wladigerow ist und ihn für den bedeutendsten bulgarischen Komponisten hät.


    Vom bulgarischen Label GEGA habe ich folgende CDs in meiner Sammlung:


    e7ae13_bb7d44160c3e458997f702905c92bcce~mv2.webp


    https://www.geganewonlineshop.…igerov-piano-compositions


    Dann noch diese Aufnahme mit dem 3. Klavierkonzert, gespielt von Boris Nedeltschev:


    BAX1091.jpg


    Hier spielt sein Schüler Alexis Weissenberg sehr virtuos und ungemein klangsinnig eine seiner schönen Improvisationen:



    Eingespielt hat er das auch bei EMI:


    312ySu2NV9L.jpg


    hier enthalten (CD Nr. 10):


    71wJzuKrkaL._AC_UY218_.jpg


    Von jpc habe ich in meiner Sammlung diese leider nicht mehr erhältliche Aufnahme mit Orchesterstücken:


    0761203712526.jpg


    Schöne Grüße

    Holger

    Es ist ein Unterschied finde ich, ob man damit begonnen hat in seinem Leben, erst Schallplatten und dann CDs zu sammeln und heute dem Zug der zeit folgend auch Streaming nutzt oder eben Jemand gleich mit Streaming anfängt. Das ändert den Umgang mit solchen Musikkonserven und die Art, mit Musik umzugehen. Ich erinnere mich, wie viel Mühe ich mir einst gegeben habe, als ich mir eine exemplarische Aufnahme der 7. Mahler kaufen wollte und Solti, Abbado und Haitink Probe hörte. Abbado habe ich schließlich gekauft. Da wusste ich aber ganz genau, warum. Mit Streaming hat man gleich 100 Alternativen und man braucht sich die Mühe so einer bewussten Wahl gar nicht mehr zu machen. Das ist ähnlich wie mit der Photographie. Früher hatte man einen Film mit 36 Aufnahmen und hat sehr sorgsam sich das Motiv ausgesucht. Heute knipst man, weil alles digital ist, wahllos hunderte Aufnahmen, die dann irgendwo auf der Festplatte landen, wo man sie sich hinterher kaum noch anschaut. Genauso wenig wie das eben mal im Vorübergehen geknipste Foto jemals die Bedeutung eines bewusst gewählten Bildes bekommen kann, gilt das für die gesammelte Schallplatte bzw. die CD im Unterschied zur gestreamten Datei.


    Schöne Grüße

    Holger

    So sehe ich das auch. Der Krieg in der Ukraine lässt mich sogar beten ( und das mache ich sehr selten ) . Ich hoffe und bete , dass die ukrainische Armee sich mit der Hilfe des Westens halten kann, und Putin und seine Unterstützer keinen Erfolg haben. Es ist so unerträglich was da gerade passiert, natürlich ist die Ukraine auch kein Musterbeispiel für die Demokratie, und Nazis gibt es dort wohl auch - wie auch in den USA, aber die russische Propaganda die quasi die Existenz der Ukraine negiert, wer hätte je gedacht, dass diese nationalistischen Denkweisen wieder so aufkommen ? Und was kommt später, die Chinesen greifen Taiwan an ? Es muss und wird gewaltige Änderungen in der Politik und Wirtschaft geben müssen wenn wir nicht mehr abhängig von solchen Staaten sein wollen ( und wir müssen das anstreben ). Ich sehe da auch ein Zeitenwende. Das wird eine Umstellung die uns alle hart treffen wird wenn wir auf die ach so billige Produktion außerhalb der EU verzichten müssen.


    Sorgenvoll grüsst


    Kalli

    Lieber Kalli,


    leider gibt es viel zu viele Nazis überall - auch in unseren bundesdeutschen Parlamenten sitzen sie. Nur kann man deshalb wohl nicht behaupten, unser Staat werde von Nazis regiert und ihm die Existenzberechtigung absprechen. In Russland gibt es sie natürlich auch! Ich finde es eine fatale Entwicklung, die mit Trump begann, dass Staaten völkerrechtlich geschlossene Verträge einfach nicht mehr achten. Nicht nur Putin, auch Trump hat es praktiziert und jetzt Boris Johnson. Wo soll das hinführen? Da wird auch mir Angst und Bange, wenn ich an Taiwan denke. Deswegen hat Bidon wohl versichert auf einer Asien-Reise, dass die USA da nicht tatenlos zusehen werden, um die Chinesen davon abzuhalten. Putin muss einfach gestoppt werden! Auch wenn es spürbare (wirtschaftliche) Konsequenzen gibt. Das sehe ich auch so. Sonst wird es noch viel, viel schlimmer!


    Beste Grüße

    Holger

    Gleichwohl sind die auch hier im Thread oft angepriesenen Alternativen, eine große Festplatte oder Streamingdienste, keine Alternative, wenn man sich wirklich für Musik und ihre Entstehung interessiert. Denn dann ist immer auch der gesellschaftliche und zeitliche Kontext, in der Musik gehört oder aufgeführt wurde, wichtig.

    Dass kann ich gut nachvollziehen, lieber Alexander! Meine erste LP, die ich kaufte, habe ich aus Nostalgie auch aufbewahrt (und eingie andere), obwohl ich seit 1986 (!) gar keinen Plattenspieler mehr habe. Die Klappentexte und Booklets sind für mich sehr wichtig - sonst hat man nur eine nackte anonyme Datei. Dazu kommt die persönliche Geschichte, die mit dem Erwerb einer Platte/CD verbunden ist. :)

    Was also tun ? Es wird alles im Mülleimer landen. Ich habe keinen Platz und keine Verwendung dafür, bin kein Flohmarkt geher - ich mag den Arme-Leute Geruch (oder auch den der gierigen "Schnäppchenjäger" nicht.

    Bitte nicht, lieber Alfred! Du kannst die alten CDs einem Händler verkaufen - da kriegst Du pro CD 1,50 Euro. Mir gefällt das persönlich weniger. Bevor ich die CDs einem Händler für 1,50 gebe, der sie dann für 5 Euro verkauft, tausche oder verschenke ich sie lieber. Es gibt z.B. junge Musiker, Pianisten, die Dir solche Aufnahmen von Kempff, Brendel usw., die Du doppelt hast, sehr gerne abnehmen. Das fördert ihre Bildung und sie sind sehr dankbar dafür! ;)


    Schöne Grüße

    Holger

    „Schubert fehlt das Goldschnitthaft-Altmeisterliche eines Bach, das Revolutionäre eines Beethoven, das Bürgerlich-Lebensweltliche eines Schumann.“


    Selten so einen Stuss gelesen. Wollen wir hoffen, dass die Reihe, die von der Anlage her unbedingt lobenswert ist, als solche nicht auch nur solche disqualifizierenden Allgemeinplätze bereit hält…

    Eine typische Feuilletonist(inn)en-Stilblüte! :D Ich hoffe doch, die Sendereihe hat da mehr zu bieten... :hello:

    Das Concertgebouw Orkest spielt in der allerersten Liga der weltbesten Orchester und dazu gehört, dass man mit der Wahl eines profilierten Dirigenten diese Position auch unterstreicht. Deshalb ist die Wahl von Klaus Mäkelä, der ein noch kaum profilierter Newcomer ist (um sich in der Weltspitze der besten Dirigenten zu etablieren, reicht es letztlich nicht, Sibelius zu dirigieren), schon sehr mutig. Offenbar verstehen sich Orchester und Dirigent so gut, dass das der Grundstein für eine längerfristige Zusammenarbeit ist nach dem Gefühl der Beteiligten.


    Schöne Grüße

    Holger

    Die allermeisten (jüngeren) russischen Dirigenten verfolgen aber in der Tat ein anderes Klangideal, egal ob sie nun Kirill oder Wassili Petrenko heißen, aber auch eigentlich alte Hasen wie Dmitri Kitajenko, sowjetisch sozialisiert und in seinen frühen Aufnahmen formidabel, der seit seinem Weggang in den Westen (1990) fast nur mehr westliche Orchester dirigiert und mit den Jahren leider auch immer beliebiger wurde.

    Lieber Josef,


    vor vielen Jahren gab es mal die Übertragung einer interessanten Probe mit Neeme Järvi. Da erklärte er einem westlichen Orchester den typischen russischen Bogenstrich, wodurch die Celli diesen typischen satten Klang bekommen. Der "typisch russische Klang" liegt also vor allem auch an Spieltraditionen und der Ausbildung der Musiker in Russland in einer solchen Tradition, und nicht nur am Dirigenten! :)


    Schöne Grüße

    Holger

    Der Schweizer Pianist Francesco Piemontesi hat sich nach eigener Aussage mehr als 10 Jahre (inzwiachen sind es natürlich mehr) mit Schubert s Klaviersonaten befasst und seine gewonnenen Erkenntinisse in eine Dopel CD mit den Klaviersonaten D958- D 960 einfliessen lassen


    Ich bin geprägt von Pianisten vergangener Generationen, und da insbesondere von Paul Badura Skoda und Alfred Brendel

    Lieber Alfred,


    das ist eine sehr schöne Besprechung. Dass Piemontesi einen so guten Zugang zu Schubert gefunden hat, liegt sicher auch daran, dass er Schüler von Alfred Brendel war. Ich kenne ihn von seinen hervorragenden Aufnahmen von Liszts Annees de Pelerinage. Leider versuche ich seit Monaten vergeblich, seine Aufnahme des 2. Bandes zu bekommen, die schon vergriffen ist. ;(


    Ich hatte auch einen Thread zur Sonate B-Dur aufgemacht, hier:


    Franz Schubert: Romantiker, klassischer Romantiker? Interpretationswege am Beispiel der Klaviersonate Nr 21 in B-Dur D 960


    Wie die Titel sagt, ging es mir darum, verschiedene Interpretationswege aufzuzeigen und zu besprechen. Ich habe schon lange noch einige Beiträge fertig auf der Festplatte - aus Zeitmangel bin ich aber nicht dazu gekommen, das in dem beabsichtigten thematischen Rahmen weiterzuführen. Mir Piemontesis Aufnahme anzuschaffen, hatte ich bereits ins Auge gefasst, da das Projekt aber ruht, es noch nicht "ins Werk gesetzt." ^^


    Ich finde hier sieht man den Unterschied, ob man Schubert als "Wiener" Komponisten - oder als "internationalen" Komponisten sieht, ob man den "Wiener Tonfall" als Vorbedingung oder als "Unart" sieht. Das wird nie zu aller Zufriedenheit gelöst werden können.

    War Schubert ein "unglücklicher, zerrissener Charakter ?"- oder wird da viel hinein interpretiert und er war ein gemütlicher Kerl, der gern zum Heurigen ging und nicht wirklich von Problemen geplagt war. Schliesslich war er gesellig und sehr beliebt.

    Wenn man in Betracht ziehr, daß Beethoven Schuberts (angeblich) unerreichbares Vorbild war, dann trifft indes die Interpretation Piemontesis genau den Ton. Stellenweise düsterer als Beethoven an seinen düsteresten Stellen. Unerbittlich und eindringlich legt der Interpret hell und dunkel frei.

    Ein Lob gehört an dieser Stelle auch der Tontechnik, die diese Livaufnahme in allerbester Qualität und Eindringlichkeit aufgezeichnet hat.

    Alles in allem eine hervorragende Aufnahme

    Die Wienerische Komponente ist bei Schubert natürlich immer da. Aber natürlich wollte Schubert auch einen gewichtigen Beitrag zur Gattung Klaviersonate leisten, die letztlich eine sehr dramatische Form ist. Die meiste Zerrissenheit zeigt wohl die Sonate D 959 mit dem ungewöhnlichen, so gar nicht klassischen, sondern fast schon chaotisch zu nennenden "Durchbruch" eines alle Formen sprengenden, ausladenden Rezitativs. Zu dem Thema, was Du ansprichst, schreibt Krystian Zimerman im Klappentext zu seiner Aufnahme etwas Interessantes, nämlich, dass Schubert zur Zeit der Komposition dieser Sonate so gar nicht depressiv war und einer "Krankheit zum Tode" verfallen, sondern noch viel Lebensenergie besaß. Das alles sind komplexe Interpretationsfragen und die Interpreten gewichten das natürlich in die eine oder andere Richtung. Es gibt auch das Paradox von Chopins letzter so unbeschwert heiterer Klaviersonate, die aber nur scheinbar heiter ist, weil sie eine Art hellerleuchtetes Schauspiel ist, das vor einen rabenschwarzen Hintergrund spielt. Unbeschwertheit als Consolation - also eine Tröstung, melodieselige Lust, die über das unterschwellig vorhandene Leid hinwegtröstet. Da kann man Parallelen glaube ich zu Schubert sehen.


    Schöne Grüße

    Holger

    Das Beispiel Dresden steht für die totalitäre Dimension des zweiten Weltkriegs. Der Bombenterror sollte die Zivilbevölkerung terrorisieren. Dabei hat man nicht unterschieden, was man trifft. Auch keine Kulturgüter geschont. Deren Zerstörung hat man als Kollateralschaden billigend in Kauf genommen. Irgend eine moralische Rechtfertigung dafür gibt es nicht. Deshalb ist die Zerstörung von ukrainischen Kulturgütern aber auch eine andere Dimension. Mit ferngesteuerten Präzisionswaffen richtet sie sich gegen Kulturgüter als solche, ist also eine gezielte Vernichtung kultureller Identität. Das haben die Russen in Georgien schon so gemacht. Übrigens war es die deutsche Armee, die im 1. Weltkrieg das Straßburger Münster gezielt beschossen hat. Diese Barbarei blieb aber vereinzelt und war nicht generalstabsmäßig geplant.


    Schöne Grüße

    Holger


    Gestern habe ich Sudbins Aufnahme des 1. Konzertes von Medtner gehört - ein komplexes einsätziges Werk. Es gibt eine Menge sehr interessante Dinge zu erleben. Medtner ist ein fantasievoller Komponist wahrlich. Das ist allerdings auch das Problem - die berühmte "Faßlichkeit" überschaubarer Formen leidet darunter. Die Rachmaninow-Konzerte sind da einfach einprägsamer und griffiger. Allerdings stimmt wohl, was Sudbin zu Medtner schreibt: Man sollte sich bei ihm Zeit zum Einhören lassen, dann gewinnt er mehr und mehr.


    Die Solo-Werke auf dieser Sudbin-SACD werde ich demnächst hören:



    Schöne Grüße

    Holger

    Die deutsche Ministerin für Kultur und Medien hat auf Einladung ihres ukrainischen Amtskollegen Odessa besucht, denn der russische Aggressor hat mit seiner "Sondermassnahme" kulturelle Institutionen dem Boden gleich gemacht. 375 kulturelle Objekte Museen, Theater, orthodoxe Kirchen, Archive und andere Orte sind in der Ukraine seit Kriegsbeginn zerstört. Dahinter steckt eine hinterhältige Strategie.

    Das ist ja haarsträubend und deprimierend und muss viel stärker in die Öffentlichkeit! - kultureller Völkermord! Russland muss da wirklich an den Prtanger gestellt werden! ;(

    Ich habe mir heute etwas sehr schönes angehört. Es gibt von ihr bei BIS auch noch Flötenquartette 1-4, auch sehr gut, aber keine SACD.

    Ich muss leider mit den Hörschnipseln Vorlieb nehmen, lieber Kalli, weil ich die Aufnahme leider nicht besitze. Schade, denn das klingt wirklich sehr schön - ein "frischer" Mozart! Dafür höre ich mir demnächst aber diese Aufnahme von ihr an...



    Offenbar ist Vladimir Ashkenazys Sohn Dimitri zum Glück nicht eifersüchtig, dass sein Vater das Programm nicht mit ihm aufgenommen hat... :D :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

    Anders, als bei vielen anderen Einspielungen, die man vielleicht kennt, haben wir hier alle Emotionen (und das sind ja nicht wenige bei Skriabin) analytisch gebannt ohne auch nur eine Sekunde die Spannung zu verlieren .... Nicht für jeden, aber für mich :) !

    Ein sehr interessanter Pianist, der mir gar kein Begriff war. Die "analytischste" Aufnahme von frühen Klaviersonaten von Scriabin (CBS?) ist von seinem Lehrer - Lazar Berman - unverständlicher Weise bis heute auf CD nicht veröffentlicht. Das wurmt mich ungeheuer! Berman versteht es wie kein Anderer, den komplexen spätromantischen Klaviersatz bis ins feinste Geäst glasklar aufzudröseln und spielt Scriabin in der puristischen Goldenweiser-Art der Reduktion auf das Wesentliche völlig ohne Pomp und Pathos. Bei Stoupel dagegen finde ich die 1. Sonate (alles freilich nur den Hörschnipseln zufolge) etwas behäbig und monumentalisierend interpretiert und längst nicht so klar gespielt wie etwa von Ashkenazy. Bei der 3. Sonate verfolgt er offenbar wie Anatol Ugorksy das Konzept einer radikalen Lyrisierung. Das Ergebnis ist deshalb aber auch bei dem Einen wie dem Anderen eine kapitale Fehlinterpretation - was herauskommt, wenn man einen mit der Spielanweisung "Drammatico" überschriebenen Satz jegliche Dramatik raubt. (Die Steigerung ist dann noch Glenn Gould, der die Musik geradezu skelettiert. ^^ ) Fesselnd dagegen fand ich die zu hörenden Ausschnitte der 5. und 8. Sonate, die neugierig machen. Die Aufnahme lohnt sich von daher bestimmt, weil man bei Stoupels Scriabin sicherlich etliche Entdeckungen machen kann von Dingen, die man bei keinem anderen Pianistenkollegen so gehört hat.

    Sein Interesse gilt auch dem russischen Futurismus, ein musikalische Gebiet, was sonst eher von Nicht-Russen gepflegt wird (Ausnahme Veltsman hatte ich schon erwähnt) und dem Futurismus allgemein. Früchte dieses Interesses finden sich auf dem schönen Album The Life of Machines

    Das ist in der Tat ein wertvoller Tip und eine Entdeckung wahrlich wert! Sehr lobenswert, dass er sich ähnlich wie Hamelin solchem Repertoire widmet.


    Schöne Grüße

    Holger

    Bei mir hat sich im Prinzip nur die alphabetische Archivierung bewährt und nicht die nach Gattungen. Es gibt aber Ausnahmen: eine (wiederum alphabetische) Pianisten-Sammlung mit Aufnahmen, wo Programme mit nicht nur einem Komponisten dabei sind. Allerdings habe ich auch manche CD z.B. mit einem "markanten" Stück beim jeweiligen Komponisten einsortiert, obwohl mehrere Komponisten gespielt werden, wenn es ein "prominentes Stück" ist und ich das Programm gut kenne. Extra gibt es eine Sammlung mit Dirigenten-Boxen und mit Solisten: Violine, Blasinstrumente, Gitarre, Orgel, eine Adriano-Sammlung ( :) ) und bulgarische CDs. Oper habe ich auch extra. Eine Extra-Sammlung ist auch die mit Chopins Sonate op. 35, weil ich da sehr viele Aufnahmen habe. Es gibt auch manche Kompromisse wegen der Archivierungskästen. Manche CDs passen nicht und müssen extra gestellt werden. Für eine öffentliche Bibliothek wäre das gewiss sowas wie "geordnetes Chaos" - aber Hauptsache ich finde mich zurecht. Gesucht habe ich aber auch schon.... :D


    Schöne Grüße

    Holger