Beiträge von Dr. Holger Kaletha

    Super! Dann ist zu erwarten, dass es die CD nicht nur über Import mit Klappentext mit japanischen Zeichen zu bekommen ist! Ich freue mich sehr! :thumbup:

    Wenn ich mich bei meinem "Schnelldurchlauf" soeben nicht getäuscht habe, so ist eine CD, die ich ganz besonders schätze, bisher hier noch nicht erwähnt worden:

    Die Schumann-Aufnahmen von Maurizio Pollini, lieber Nemorino, schätze ich ganz besonders: an erster Stelle die Davidsbündlertänze und die 3. Sonate. Kreisleriana habe ich von ihm sogar in den 70iger Jahren im längst abgerissenen Düsseldorfer Schumann-Saal gehört.

    Die Aufnahmen entstanden im Juni 2001 im Herkules-Saal der Münchner Residenz.

    Neben einer feurigen "Kreisleriana", die den damals 60jährigen Pianisten auf der Höhe seiner Kunst zeigt, sind es vor allem die selten zu hörenden "Gesänge der Frühe" op. 133, die mir diese CD so besonders lieb und teuer macht.

    Ja genau! :)


    Schöne Grüße

    Holger

    Ich bin trotzdem guter Dinge - die anderen Aufnahmen mit dieser Aufmachung waren Neueinspielungen: siehe Andriss Nelsons und Jan Lisiecki:

    Es ist aber merkwürdig, dass eine Neuerscheinung nur als Import (!) erhältlich sein soll. Vielleicht ist das nur eine Jubiläums-Edition, wo eben sowohl neue als auch legendäre alte Einspielungen drin enthalten sind? Gegen eine Neueinspielung spricht auch das Pollini-Foto auf dem Cover, das alt und nicht neu ist. Alle neuen Pollini-Erscheinungen hatten ein aktuelles Foto von ihm und waren in der bewährten DGG-Aufmachung.


    Schöne Grüße

    Holger

    kann ich nachvollziehen. Man sollte Streit aus dem Weg gehen- Manchem muss jedoch aus Prinzip widersprochen werden. Würde gut in den heute von mir eröffneten Thread "Rede und Gegenrede" passen

    Der Spruch ist wirklich gut, lieber Hans! ^^


    Ich verrate nur, was ich gesehen habe bzw. sehen werde. Am letzten Freitag den "Maskenball" von Verdi und jetzt am Freitag den Einakter Yolimba von Killmayer/Dorst. :)


    Schöne Grüße

    Holger

    Lieber Holger,

    schön, dass Du wieder an Bord bist. Gleich mit einem Nutzen stiftenden Beitrag in einem Bereich, der Deinen Widerspruchsgeist weniger reizt als Oper und Regietheater.

    Mit allen gute Wünschen zum neuen Jahr und der Hoffnung auf gute, gelassene, friedfertige Zusammenarbeit. :hello:

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Lieber Hans,


    Dir auch die besten Wünsche für´s neue Jahr! Vor allem Gesundheit. ich hatte schon was im ABM-Thread geschrieben. Der nächste Beitrag wird im Adriano-Thread sein - über die wunderbare Neuaufnahme seines Cembalokonzertes, das er mir zugeschickt hat, worüber ich mich sehr gefreut habe. Ich bin auch letzten Freitag in der Oper gewesen und diesen Freitag bin ich es auch wieder. Nur darüber vermelden werde ich nichts! ;) :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

    Ich denke schon, daß er - wenn möglich - für sein Spiel diese direkte Annäherung und Atmosphäre gesucht hat und damit seine ganz persönliche Gesamtinszenierung schuf.

    Lieber Karl,


    es gibt ein berühmtes Buch von Erving Goffman mit dem Titel "Wir spielen alle Theater" (der Titel ist eine Übersetzung). Ein Auftritt ist natürlich eine Inszenierung, auch wenn die nicht bewusst und gewollt geschieht. Sie wirkt jedenfalls auch unfreiwillig so - ABM, der wie ein Gespenst in Düsseldorf auf die Bühne schlich. ^^ Nur ist eben die Frage, ob das Klavierspiel an sich eine Inszenierung ("Theatralisierung" wie das die Soziologen nennen) ist. Bei Horowitz´ Vortrag von Mussorgskys "Bildern" ist das evident, bei ABM leuchtet mir das so unmittelbar jedenfalls gar nicht ein. Da bin ich mal gespannt, wie Cord Garben das begründet. :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

    Lieber Christian,


    ich habe ja das ältere Buch von Cord Garben über ABM. Da fehlt der Gedanke der Inszenierung. Das ist wohl aus seinem neuen noch nicht erschienenen Buch. Ich weiß nicht, aber ABMs Ausspruch: "Ich spiele nur für den lieben Gott und den Komponisten!" zeigt eigentlich eine Haltung, dass er das Publikum, gegenüber dem man sich inszenieren könnte, komplett ausblendet. So habe ich ihn auch im Konzert erlebt. ABM spielte nicht für das Publikum.


    Im Buch ist auch die Geschichte mit der verpatzten Aufnahme des Ravel-Konzerts ausführlicher erzählt. Garben schildert da, dass Celibidache komplett ausgerastet ist anschließend. ABM dagegen blieb stoisch ruhig und zog sich zurück. Hinterher ließ er dann mitteilen: "Garben soll sich entschuldigen!" Die Frage ist: Wie hat ABM das gemeint? War das nicht vielleicht der Versuch, seinen Freund Celi zu beschwichtigen, der einen Wutanfall bekam, indem Garben als Produktionsleiter die Verantwortung übernimmt? Aber offenbar war das Verhältnis ABM Garben ein spannungsreiches Lehrer-Schüler-Verhältnis, worunter Garben auch sehr gelitten hat und es deshalb persönlich nahm?


    Schöne Grüße

    Holger

    Magnard ist eine wirklich tragische Geschichte. Er starb im 1. Weltkrieg, als die Deutschen in Belgien einfielen und sein Haus abbrannten - mit vielen seiner Werke. Seine Symphonien sind wirklich sehr hörenswert - der Entdeckung wahrlich wert! Ich habe die Aufnahmen mit Thomas Sanderling. Schön, dass es wieder eine Neuaufnahme gibt!


    Schöne Grüße

    Holger

    wie ich soeben gesehen habe, zeigt Arte heute ab 23:40 Uhr eine 55-minütige Dokumentation über den "unfassbaren Pianisten".

    Das war gestern meine große Freude, das zu lesen! Besten Dank, lieber Rainer! Ich habe sie eingespeichert, am 15.1, um 5:00 wird sie nochmals wiederholt.

    Oder jetzt schon hier anschauen.

    Ich konnte natürlich nicht widerstehen, mir den Film schon anzuschauen, lieber Reinhard! Dass Ashkenazy das Haus von ABM gekauft hat! :) Er hat ja immer schon bei ihm um die Ecke gewohnt. Im Film sieht man, wie betroffen und mitgenommen Cord Garben reagiert, dass ABM damals die Zusammenarbeit mit ihm beendete. In seinem 1. Buch ist das auch schon geschildert. Schon da habe ich es nicht verstanden. Er ist der Produktionsleiter und wie in der Politik der Minister für seine Mitarbeiter im Ministerium auch für die Fehler seines Teams verantwortlich. Warum hat er sich also nicht "politisch" entschuldigt und es statt dessen persönlich genommen, wo er doch wusste, was für eine Mimose ABM ist? Vom Naturell her finde ich einmal mehr wie schon in seinem natürlich lesenswerten und hoch aufschlussreichen Buch (das neue ist wohl noch nicht erschienen), dass ihm vom Naturell her ein wirklich tiefes Verständnis von ABM doch letztlich abgeht. Wenn etwas evident ist, dann das, dass ABM nie etwas inszeniert musikalisch.

    Wäre es u. U. möglich, sämtliche Aufnahmen des Klavierkonzertes von Grieg aufzulisten, die ABM gemacht hat (idealerweise mit Aufnahmejahr und -ort sowie Hinweis, ob Mono oder Stereo)? Besten Dank schon mal!

    Gerne, lieber Joseph:


    Ansermet (Fragment 1. Satz) Genf 7.6.1941
    Galliera Teldec 9.2.1942
    Rossi RAI 27.6.1963
    de Bourgos BBC London 17.6.1965


    Bei Youtube zu sehen ist noch eine Konzertaufnahme mit Celibidache, die ich nicht auf CD habe allerdings!


    Schöne Grüße

    Holger

    Auf dem deutsch-französischen Kultursender arte kam eine Doku zum Bolero. Wer die Sendung verpasst hat:


    In der Mediathek des arte Senders ist der 53minütige Film bis 04. März 2020 abrufbar.

    Den Film habe ich vor Jahren gesehen - wirklich sehr sehenswert, lieber Moderato! Ich meine auch, dass ich darüber einen Bericht geschrieben habe (?). Auf jeden Fall habe ich ihn auf DVD-R.

    Es gibt wirklich unüberschaubar viele Aufnahmen des Boléro von Maurice Ravel. Meines Erachtens reduzieren sich die wirklich besitzenswerten gleichwohl auf eine recht überschaubare Zahl. Wichtig erscheint mir, dass das baskische Element nicht untergeht. Ravel war ja nicht nur Franzose, sondern eben auch Baske. In leider allzu vielen Aufnahmen, auch sehr prominenten und oft gelobten, sind die rhythmisch so wichtigen Pauken (außer am Ende) fast unhörbar. Dabei ist gerade ihr Auftakt im zweiten Drittel des Stücks ja eines der Schlüsselelemente.


    Eine Einspielung, wo das vorbildlich glückt, ist die fast vergessene der Tschechischen Philharmonie unter dem französischen Dirigenten Serge Baudo (Supraphon, 1962/64).

    Ärgerlicher Weise, lieber Joseph, habe ich von Serge Baudo mit der Tschechischen Philharmonie seine Debussy-Aufnahmen und auch die von Honegger (Le Roi David, Jeanne D´Arc), aber die Ravel-CD fehlt mir! Es gibt aber noch eine Aufnahme des Bolero mit Vaclav Neumann (ebenfalls mit der Tschech. Philh., ich glaube sogar auch im Film, die besitze ich leider auch nicht! Für das Repertoire ist das Orchester jedenfalls wie ausgesucht! Farbiger und rhythmischer klingt das nirgendwo!


    Schöne Grüße

    Holger

    Ursprünglich hatte ich gar nicht beabsichtigt, mir Berman/Karajan zuzulegen, aber der Musikkritiker Attila Csampai hatte die Aufnahme in HIFiStereophonie so verrissen, daß ich neugierig geworden war. Manchmal kann man auch bei versierten und renommierten Musikkritikern nur mit dem Kopf schütteln, wenn sie (im vorliegenden Fall Karajan) einen Künstler absolut nicht leiden können.

    Lieber Nemorino,


    das ist wirklich zum Totlachen, weil es offensichtlich nur um Karajan-Bashing geht und von einer geradezu peinlichen Inkompetenz ist. Gerade beim Tschaikowsky-Konzert beweist Karajan, dass er es mit den einfühlsamsten Solisten-Begleitern aufnehmen kann - Carlo-Maria Guilini und Claudio Abbado. Er lässt sich nämlich auf die Eigenarten der Solisten ein - der Orchesterpart ist merklich anders, ob er Weissenberg, Richter oder eben Berman begleitet. Und Karajans Orchesterpart ist wirklich ungemein differenziert - ich finde das von der Harmonie mit dem Solisten her die beste Aufnahme mit Karajan. Und dass Csampai Berman einen "unbekannten Klavierspieler" nennt, der einen "reaktionären Kulinarismus" pflegen würde, ist so grotesk, dass man Herrn Csampai nur hätte raten können damals, doch besser einen anderen Beruf zu ergreifen. :D Von russischer Pianistenschule hat er entweder keinerlei blassen Schimmer (Berman war der Lieblingsschüler von Goldenweiser, dem Puristen und Antipoden von Heinrich Neuhaus - wenn man das weiß, dann kann man über so eine Klassifizierung nur den Kopf schütteln), oder aber er nimmt Berman nur als Karajan-Epigonen war, was natürlich komplett hirnrissig und einfach nur ignorant ist. Die Geschichte war damals übrigens so, dass Svjatoslav Richter bei Arturo Benedetti Michelangeli angerufen hat, mit dem er befreundet war und ihn bat, Lazar Berman doch zu einem Plattenvertrag bei der DGG zu verhelfen. Diese Kritik ist wirklich skurril! Aber wenn man weiß, dass Adorno Tschaikowsky als Schlagermusik abgestempelt hatte, versteht man das geistige Klima, aus dem heraus so etwas verzapft wird, besser! :) :) :)


    Schöne Grüße

    Holger

    Ja, es erinnert an Chopin. Ich bin kein CD-Sammler, habe die Aufnahme mit dem Chicago Symphony Orchestra unter Boulez mit Anatol Ugorski.

    Die Ugorski-Aufnahme, lieber La Roche, habe ich auch - aber besonders beim romantischen Konzert cis-Moll kommt sie bei weitem nicht an Ashkenazy/Maazel heran! Der modernistische Prometheus ist da bei Boulez/Ugorski weit besser aufgehoben.

    auch Dir nachträglich alles Gute für das Jahr 2020, vor allem Gesundheit!


    Tschaikowskys Nr. 1 ist natürlich ein Reißer, auch ich habe es bis zum Überdruß gehört - und dann eine lange Pause eingelegt. Erst durch die Arrau-Aufnahme (4/1960)

    Das Tschaikowsky-Konzert ist wirklich ausnehmend schön, lieber Nemorino - aber so ist es mir auch gegangen, man hat es einfach zu viel gehört. Arrau spielt es eben nicht wie ein Virtuosen-Konzert, sondern macht daraus ein ernstes klassisch-romantisches Konzert auf dem Niveau der Brahms-Konzerte. Dann entdeckt man, wenn alles Virtuosen-Blendwerk abgefallen ist, auf einmal, welche ungeheure musikalische Substanz darin steckt.


    Dir auch meine besten Wünsche - und auch allen Anderen - nachträglich zum neuen Jahr! Die Gesundheit ist das Wichtigste! :)

    Zugegeben, an die Variationen von Franck hatte ich gar nicht gedacht, weil im Titel nur von "Konzert" die Rede war. Ich habe dieses schöne Stück zweimal, einmal die bereits genannte tolle Aufnahme mit Artur Rubinstein und dann noch diese alte Einspielung mit einem meiner Lieblingspianisten:

    Von Gieseking habe ich das Grieg-Konzert mit Furtwängler glaube ich - was ich auch sehr mag und ganz vergessen hatte zu erwähnen (die idiomatischste Aufnahme, die den nordischen Ton trifft, ist für mich immer noch Rubinstein/Wallenstein, durch die ich es auch kennenlernte). Ich muss mal schauen, von wem ich die Symphonischen Variationen noch in meiner Sammlung vertreten habe und was von Gieseking.

    Hast Du die Berman-Aufnahme der Erstfassung? Die will ich schon lange haben, bekomme sie aber einfach nicht! Die Studioaufnahme ist bei Koch-Schwann erschienen 1994 - das Label gibt es ja nicht mehr! Ist das die Aufnahme auch auf der von Dir abgebildeten CD? Da steht als Aufnahmedatum 1986.



    https://www.amazon.de/s?k=berm…3%95%C3%91&ref=nb_sb_noss



    Berman schätze ich sehr, ebenso Arrau. Weiß jemand welche Version Berman hier spielt ? Ich denke es ist leider die dritte...

    Berman, lieber Kalli, hat den russischen Dirigenten Temirkanow mal im Flugzeug getroffen. Aus dieser Begegnung ist dann die Aufnahme der Urfassung hervorgegangen - die ist später als die Aufnahme mit Karajan.

    Ist sie trotzdem empfehlenswert ?

    Auf jeden Fall! Karajan muss ich bei diesem Konzert loben - zumal er mit den unterschiedlichen Solisten (Richter, Weissenberg, Kissin, Berman) auch ganz unterschiedlich dirigiert. Die beste Paarung ist die mit Berman finde ich. Berman spielt unglaublich feinsinnig und Karajan unterstützt das voll. Eine vollkommene Übereinstimmung von Dirigent und Solist! Du kannst Dir auch die Box mit Bermans kompletten DGG-Aufnahmen kaufen, dann hast Du sie alle zusammen für nur 28 Euro:



    https://www.amazon.de/Lazar-Be…hon&qid=1578313461&sr=8-1


    Schöne Grüße

    Holger

    Die Caesar Frank - Sinfonischen Variationen habe ich u.a. mit Wessenberg/Karajan (EMI), die muss ich mir auch mal wieder zu Gemüte führen. Das werde ich durch deine Anregung heute machen. Das Werk habe ich jetzt nicht so präsent, als das ich es für die Liste auswählen könnte.

    Ich habe, lieber Wolfgang, die Aufnahmen mit Weissenberg, Rubinstein, Moravec und Michelangeli. Alle sehr schön - leider ist der Mitschnitt von ABM aus Los Angeles klangtechnisch ziemlich miserabel, aber das einzige Dokument und der Beleg, dass er das Konzert in jungen Jahren gespielt hat.

    :| Nur beim Tschaikowsky-KK2 bin ich nicht Deiner Meinung. :angel: Gerade die überbordende Virtuosität ist genau das, was mich so begeistert und damit auch deutlich über den Reisser KK1 stelle. Das dürfte in meiner Liste nicht fehlen.

    Interessant ist, was Lazar Berman, der auch die unspektakuläre Urfassung des 1. Konzerts aufnahm, über Tschaikowsky schreibt, dass er Virtuosenkonzerte eigentlich verabscheute. Seine kleinen Klavierstücke sind ja auch sehr lyrisch und schlicht (unvergleichlich gespielt von Svjatoslav Richter). Das 2. Konzert war wenn ich mich recht erinnere eine Auftragskomposition. Wenn er so eine Abneigung gegen pianistische Bravour hatte, erklärt das für mich die gewisse Leere genau bei diesen Passagen. Der langsame Satz ist zweifellos auch schön. Aber das 1,. hat diese gewisse Magie, die fehlt finde ich den anderen beiden Konzerten.

    Stimmt fast. Ich hatte es immerhin genannt, allerdings nicht unter den ersten 5:

    Stimmt, lieber La Roche. Schön, dass Du das Konzert auch so magst!


    Schöne Grüße

    Holger

    Lieber Holger zum Neuen Jahr lernen wir dann mal das verlinken von schwerverlinkbaren Covern! ;)

    Vielen Dank, lieber Fiesco! :)

    Von Suk ist mir leider nur die Asrael-Sinfonie bekannt. Man kann sie nur verstehen im Zusammenhang mit den tragischen Ereignissen zur Zeit ihrer Entstehung. Wenige Monate vor der Arbeit an der Sinfonie verstarb sein Schwiegervater Antonin Dvorak, während der Arbeit an der Sinfonie seine Ehefrau.

    Suk selbst änderte danach die Konzeption der Sinfonie. Es entsand ein recht monumentales Werk mit geschätzt 98 % Musik in Moll, ohne Optimismus. Ich hörte sie vor ca. 15 Jahren in Gera. Obwohl sie nicht atonal gehalten ist, habe ich mehr als 60 min traurige Musik schwer verdauen können, woran auch der Dur-Schluß wenig ändern konnte. Es ist sicher eine großartige Musik, setzt aber die Bereitschaft voraus, Fröhlichkeit unterdrücken zu können.

    Vielleicht hörst Du Dir mal die "Lebensreifen" an, lieber La Roche. Da gibt es eine Fuge - der Mensch muss sich zur Lebensbejahung durch die Fugenarbeit "durcharbeiten". Genau das ist Jugendstil. An Jugenstilhäusern gibt es oft über der Türschwelle diese Sinnsprüche im Geist der protestantischen Arbeitsethik. Und man kann an Vincent van Gogh denken, der ja auch Laienprediger war und schrieb: Besser als im Paradies zu sein ist es, im Schweiße seines Angesichts sein Brot zu essen. Also durch Mühsal (Arbeit= lat. labor) versöhnt man sich mit der Welt. So etwas höre ich besonders bei Suk heraus.


    Schöne Grüße

    Holger

    Wenn man sich für Suk interessiert - der für die Einflüsse des Jugenstil und des Impressionismus in der tschechischen Musik steht - sollte man sich diese Box zulegen:



    Entzückend schön ist die Streicherserenade, die Suk mit 18 Jahren komponierte. Sein Schwiegervater Antonin Dvorak schickte sie seinem Freund Johannes Brahms - und Brahms war hingerissen!


    Ich habe sie in einer Aufnahme mit Libor Pesek - die CD gibt es nicht mehr, aber die Aufnahme ist noch als LP zu haben und als Download:


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    Schöne Grüße

    Holger

    Solche Rankings finde ich deshalb interessant, weil sie etwas über die Hörgewohnheiten sagen.


    Bezeichnend findet eins der in der Vergangenheit populärsten Klavierkonzerte, das alle großen Virtuosen im Repertoire hatten - selbst Michelangeli mit seinem sehr ausgesuchten - gar keine Erwähnung: die Symphonischen Variationen von Cesar Franck. Hier eine Aufnahme mit Ivan Moravec:



    Ich finde nach wie vor, dass es ein sehr schönes Werk ist mit seiner - von heute aus gesehen - sehr "modischen" Per aspera ad astra-Dramaturgie, weswegen es wohl so beliebt war.


    Ein anderes vielgespieltes Schlachtross ist das Saint-Saens-Klavierkonzert Nr. 2 - es wurde wenigstens einmal erwähnt. Artur Rubinstein hat das wundervoll gespielt, weswegen ich seine Aufnahme auch gerne höre.


    Bei mir mit ganz oben bei den klassisch-romantischen Konzerten (das 20. Jhd. blende ich jetzt aus) steht das wirklich traumhaft schöne Klavierkonzert cis-moll von Alexander Scriabin - auch das wird kein einziges mal erwähnt. Die exemplarische Aufnahme ist die von Vladimir Ashkenazy und Lorin Maazel - die ich immer wieder gerne höre.



    Bei den Beethoven-Konzerten ist es so, dass ich auch wie Nemorino das 4. eigentlich am liebsten mag, aber das 1. und 3. am meisten höre, was natürlich an ABM liegt. (Das 4. Konzert hat der Meister leider nie gespielt - die einzige Konzertaufnahme, die man ihm fälschlich zugeschrieben hat (er selbst hat die Urheberschaft immer bestritten), stammt von Maria Tipo!) Bei Mozart sind es die bekannten - die ich deshalb nicht erwähne.


    Die Chopin-Konzerte höre ich oft (nicht zu vergessen die weniger bekannten wie dem schönen Krakowiak), die Liszt-Konzerte einschließlich dem Totentanz, das wunderbare Schumann-Konzert. Die Brahms-Konzerte sind auch wunderbar, ich höre sie aber als "große Brocken" nicht so oft. Das 1. Tschaikowsky-Konzert habe ich in Jugendzeiten sehr viel gehört - dann fast nicht mehr und schließlich wiederentdeckt u.a. durch die Aufnahmen von Claudio Arrau und Lazar Berman und ein Konzerterlebnis mit Andrei Gawrilow. Das 2. Tschaikowsky-Konzert mag ich nicht - da wird mir zu viel virtuoses leeres Stroh gedroschen. Daran kann auch ein Emil Gilels nichts ändern.


    Das 20. Jhd. blende ich aus - das von mir meistgehörte - die erste LP, die ich in meinem Leben kaufte - ist das Ravel-Konzert G-Dur mit ABM. Neben den beiden Ravel-Konzerten kommt dazu Scriabin Prometheus, die Prokofieff-Konzerte 2 und 3, die Rachmaninow-Konzerte (wovon ich am liebsten das 4. Konzert mag und die Paganini-Rhapsodie), die Bartok-Konzerte. Magisch schön ist aus dem klassizistischen 3. der Andante religioso-Satz (Aufnahme Ashkenazy/Solti). Aber das ist wie gesagt 20. Jhd.


    Einen schönen Sonntag wünscht

    Holger

    Soweit ich diese Telarc-Aufnahmen sehe, handelt es sich dabei nur im Soloaufnahmen? Oder gibt es auch eine stereophonisierte Notenrolle eines der Klavierkonzerte mit Rachmaninow selbst?

    Bei den Aufnahmen von Telearc (Ampico digitalisiert und die Fehler eliminiert), die wirklich sensationell sind, Top-Tonqualität, auf einem Bösendorfer gespielt, handelt es sich um die Solo-Aufnahmen, weil nur die als Rollenaufnahmen möglich sind, lieber Joseph.

    wem nun einmal nichts an historischen Aufnahmen gelegen ist, den interessiert auch nicht, was Rubinstein oder Zimmerman vom Pianisten Rachmaninow halten. Das ist eine Einstellung, die man respektieren muß, auch wenn man sie nicht teilt.

    Das ist klar, lieber Nemorino. Darum ging es mir auch nicht, sondern nur darum, dass man auf Rachmaninow als Pianisten auch durch solche bekannten Stereo-Aufnahmen treffen kann, also schwerlich von ihm nicht wissen kann!


    Schöne Grüße

    Holger

    …. und ich schätze, daß Du mit dieser Meinung total danebenliegst. Wer sich wirklich mit klassischer Klaviermusik beschäftigt, dem ist Rachmaninow ganz bestimmt auch als Pianist bekannt. Wie Holger bereits bemerkt hat, war Artur Rubinstein der Auffassung, daß Rachmaninow als Klavierspieler besser war denn als Komponist. Aber auch das ist natürlich nur eine Meinung.

    Und wer z.B. die hoch gelobte Digital-Aufnahme von Krystian Zimerman hat (KK Nr. 1 und 2.), der kann im Booklet lesen, was Krystian Zimerman zu Rachmaninows Aufnahmen schreibt. ;)

    Das ist doch unfreiwillige Sebstparodie ...

    Nein, da hat er völlig Recht. Rachmaninows hochpoetische Aufnahme ist eine der bekanntesten und bis heute einflussreichsten. Rachmaninows Bearbeitung des Trauermarschs spielen auch ganz junge Pianisten immer wieder - z.B. Yuja Wang.


    Es gibt von Rachmaninow übrigens auch Ampico-Rollenaufnahmen - die bekommt man dann in Stereo.


    Schöne Grüße

    Holger

    Ich bin mir sogar sicher, dass die Mehrheit der Leute, die gerne Klaviermusik hört, mit dem Namen Sofronitzky nichts anzufangen weiß. Das ist Spezialinteresse. Und dass es Aufnahmen gibt, in denen Rachmaninow Klavier spielt, werden auch nur die wenigsten wissen.


    Man kann sich echt nicht mit jeder Nische beschäftigen.

    Rachmaninow und Vladimir Sofronitzky (Scriabins Schwiegersohn, seine Scriabin-Aufnahmen sind Legende) sind nun wirklich keine "Nische". Wer sich mit russischer Klaviermusik - zentral für das Repertoire - beschäftigt, weiß das. Und wer Rachmaninows Klaviermusik kennt, kennt auch den Pianisten Rachmaninow. Artur Rubinstein meinte übrigens, Rachmaninow der Pianist sei bedeutender gewesen als Rachmaninow der Komponist.


    Schöne Grüße

    Holger

    Das man mit modernen Aufnahmen einen hoeheren Genussfaktor hat, steht dazu ja nicht im Widerspruch. Ich frage mich, gibt es bei ganz alten Aufnahmen nicht einen gewissen Romantisierungseffekt? Zumindest für Hörer, die keine Zeitzeugen sind (und somit nur die tontechnisch schlechte Konserve kennen können)?

    Alte Schellackplatten zu hören (habe ich gemacht bei einem guten Bekannten im Keller mit Wagner und alten Sängern) hat etwas Romantisches, lieber Nikolas. Wobei ich aber sagen muss, dass es gerade Monoaufnahmen gelingt, den charaktertistischen Ton eines Sängers oder Instrumentalisten sehr gut und authentisch wiederzugeben. Auch das ist ein Genussfaktor. Wenn man dann die Berichte von Zeitzeugen hinzuzieht, welche die Künstler noch live erlebt haben, dann kann man feststellen, dass gerade die Monoaufnahmen die ästhetischen Eigenheiten oft viel "realistischer" übertragen, als so manche Stereoaufnahme. Leider macht dann oft schlechtes Mastering einiges wieder kaputt! :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

    Ich habe den Eindruck, dass Du etwas zu oft glaubst, die Mehrheit würde so denken wie Du.

    Mono-Hörer würde ich jetzt nicht zwingend als Mehrheit ansprechen wollen.

    Du glaubst also, die Mehrheit der Liebhaber von Klaviermusik verschmäht Aufnahmen von Cortot, Gieseking, Kempff, Michelangeli, Horowitz, Rubinstein, S. Richter, Sofronitzky, Rachmaninow etc. nur weil sie Mono sind? Und glaubst Du wirklich, dass die Mehrheit der Liebhaber von Sängern Caruso etwa ignoriert, also seine Liedkunst als nicht existent betrachtet, weil von ihm nur Mono-Aufnahmen überliefert sind? Es ist gerade so, dass viele alte Mono-Aufnahmen die Magie der betreffenden Künstler viel intensiver vermitteln können als so manches sterile und schlecht aufgenommene Stereo. Wer künstlerisch alles überragende Mono-Aufnahmen nicht zur Kenntnis nehmen will, nur weil sie Mono sind, dem unterstelle ich letztlich, dass ihm der "Sound" wichtiger ist als die künstlerische und ästhetische Qualität. Ich kann das nicht nachvollziehen! Oft hat man ja vom selben Künstler frühere und spätere Aufnahmen in Mono und in Stereo zu Verfügung und zieht die Mono-Aufnahme vor. Da könnte ich jetzt etliche Beispiele geben. Aber jeder soll hören was er will - wem auf diese Weise solche Gipfel-Aufnahmen aus der Mono-Vergangenheit unzugänglich bleiben, der ist es selber Schuld!


    Schöne Grüße

    Holger

    Das ist ja auch vollkommen legitim. Ebenso legitim ist es, so wie Wolfgang/teleton und ich keinen Gewinn aus dem Hören von Aufnahmen zu ziehen, die bestimmte Mindestanforderungen an Klangqualität nicht erfüllen. Man sollte hier einfach individuelle Präferenzen akzeptieren.

    Die Legitimitätsfrage stellt sich für mich auch nicht. Wer Mono nicht mag, der mag es eben nicht. Das andere ist die Sinnfrage. Zudem muss man auch sagen, dass man heute sehr gute Mittel für Remastering hat, so dass die so aufbereiteten ganz alten Aufnahmen auch sehr gut klingen. Wirklich schlecht, so dass man sie nicht anhören kann, sind nur wirklich ganz wenige Aufnahmen. Das ist meine Erfahrung - ich habe sehr viele historische Monoaufnahmen.


    Schöne Grüße

    Holger