Beiträge von S.Kirch

    Hallo Austria,


    Zitat

    Original von Austria


    geht Ihr zuerst in die Oper und kauft Euch dann die CD? oder läuft das umgekehrt?


    Es hat viele verschiedene Gründe warum ich mich für eine Oper (oder auch Symphonie, Klaviersonate etc.) interessiere: das Werk, Komponist, Umstände der Entstehung, Verknüpfung mit persönlichem Zusammenhang, Interpreten usw. Manchmal tauchen mehrere Komponenten zusammen auf ;).


    Wenn`s klappt und je nachdem wie groß das Interesse ist bereite ich mich mit einer Aufnahme zu Hause vor. Das war in den letzten Jahren in 90 % der Fälle so. Die Vorbereitung zu Hause ermöglicht mir jedenfalls eine eigene Meinung zu bilden bevor ich eine zweite Meinung höre und sehe, nämlich die der Interpreten. Inzwischen gehe ich allerdings auch schonmal gerne ohne Vorbereitung, um einfach einen schönen Abend zu erleben und sich berieseln zu lassen :stumm:. Dann ist natürlich die Meinungsbildung bei eventuell anschl. Beschäftigung mit dem Werk oft schon beeinflußt. Bei relativ unbekannten Werken von denen es i.d.R. auch wenige Aufnahmen gibt warte ich auch gerne mal eine Aufführung ab bevor ich mir eine CD kaufe um zu hören, ob ich mit der Musik überhaupt etwas anfangen kann.


    Zitat

    Ich z.B. kann mir gar nicht vorstellen, eine Oper nur auf CD "lieben zu lernen". Schon gar nicht einen Wagner. Ich glaube, den muß man wenigstens einmal GESEHEN haben, bevor man sagen kann, ja, gefällt mir, oder nein, ist furchtbar. Oder?


    Zweimal: nö ;)
    Egal ob Mozarts` "Giovanni", Adams` "Death of Klinghoffer", Wagners` "Ring" oder Bergs` "Wozzeck", um nur einige Beispiele rauszupicken, die liebte ich alle schon lange bevor ich eine Aufführung sah.


    Grüße
    Sophia

    Zitat

    Original von CRC
    Schade, dass hier nicht mehr Taminoianer mitmachen - und sei es nur für die Statistik!


    Na gut, dann eben schonmal für die Statistik und wenn ich die Lieder wieder höre auch mehr :]. Schubert, Schumann, Mahler - das sind so die liebsten Liederkomponisten. Vom BR habe ich vor einiger Zeit die vergriffenen kompletten Lieder von Alexander von Zemlinsky als Mitschnitt bekommen (sie wurden in den BR-Studios aufgezeichnet, so war das möglich) und warten ebenfalls geduldig. Zählen werde ich die Aufnahmen nun nicht - es sind so zwischen 10 und 20 - weitere Anschaffungen nicht ausgeschlossen ;).


    Sophia

    Hallo Norbert,


    seit ich mal eines meiner Lieblingslexika kaffebraun zurückbekam ist die Verleihlust drastisch gesunken und das hält an... Die CD-Sammlung ist nicht so groß, da fällt dann schonmal schnell auf wenn etwas fehlt und nicht freiwillig ;) zurückgegeben wird. Von "Pelleas und Melisande", meiner aktuellen Entdeckung, würde ich mich jedoch nie trennen.


    Von "Mozart und die Mutter" auf swr2 und einem Interview in der SZ von morgen mit Peter Konwitschny zur "Cosi" taste ich mich bald wieder an Wagner: Mit Seiffert habe ich 2 Aufnahmen: als Florestan unter Harnoncourt und als Lohengrin unter Barenboim. Seine besten Zeiten sind m.E. vorbei, auch wenn einige mich für diese Bemerkung sicher steinigen werden. Der Holländer im heimischen Regal ist von Nelsson, jedoch erst einmal gehört. Und das muß sehr bald geändert werden. Robert Holl kenne ich gar nicht..., es klingt jedoch als sei das keine Lücke ;).


    Grüße
    Sophia

    N´Abend,


    Zitat

    Original von Norbert



    Die besaß ich vor Jahren einmal, weiß aber nicht, wo die Aufnahme abgeblieben ist...


    Dann ist sie wahrscheinlich verliehen :D .


    Ich staune immer wieder, wie sehr historische Opernaufnahmen hier bei den Mitgliedern begehrt sind. Meine Aufnahme der Meister ist ja auch nicht frisch, Rafael Kubelik dirigiert das Symphonieorchester des BR, aber missen möchte ich sie nicht und es verlangt mich auch nicht nach einem Vergleich. Außer auf den Bühnen natürlich :] , und da vor allem mit Wolfgang Schöne, der den Sachs in Essen und Hamburg sang. Was ist denn mit der Aufnahme von Barenboim mit Peter Seiffert, ist die völlig unbekannt unter den Mitschreibern hier? Die lag beim Saturn wie Blei...


    Grüße
    Sophia

    Wo war ich denn nun gestern: in der Oper oder im Konzert ;)? Jedenfalls in der Philharmonie, konzertante Aufführung von "La clemenza di tito". Überzeugt hat mich der Abend nicht. Die Sänger wirkten sehr angestrengt was viellicht an der "Tournee" liegt, die dieses Ensemble gerade durch halb Europa mit dieser Aufführung macht. Mark Padmore als Tito fast ein Totalausfall, er klang einfach nur krank, heiser, erkältet, irgendwas in der Art, einige zu leise, ohne daß man einen Vokal hörte, manche sehr deutlich und dann gleich laut bis zum schreien. Bernarda Fink als Sesto war die Einzige, die mühelos und unangestrengt klang, sie konnte den Abend jedoch leider auch nicht retten. Insgesamt so ein bißchen ein kalter, seelenloser Abend der wirkte wie eine Aneinanderreihung von Arien und dazwischen endlose Rezitative. Wieso fällt einem sowas nicht beim hören zu Hause auf, wo das Stück eine ungemeine Spannung im Aufbau zeigt und gestern nur noch langweilig wirkte?
    René Jacobs raste durch die Partitur wo Harnoncourt langsamer wird, wurde langsam wo Harnoncourt das Tempo anzieht. Das galt z.B. für die Ouvertüre, die beiden Chöre in den Aktschlüssen. Das Dirigat wirkte von den Tempi auf mich willkürlich.
    Nebenbei habe ich mich einige Male gefragt, ob die Kölner Philharmonie der richtige Ort ist - mal abgesehen davon, daß wir gar keinen Kammermusiksaal haben - um eine Mozart-Oper aufzufühen. Das Haus ist vielleicht doch zu groß dafür.


    Insgesamt also ein eher enttäuschender Abend, schade. Der Rest des Hauses hat doch eher gejubelt, wer sich einen eigenen Eindruck machen will kann am 28.11. die Übertragung im DRadio hören (ich habe bereits in anderer Rubrik darauf hingewiesen).


    Sophia

    Das wird eine richtige Mozartwoche. Erstmal noch einige Ausschnitte in Vorbereitung auf den morgigen Konzertabend in der Kölner Phil:



    Meine erste (live)Begegnung morgen mit Bernarda Fink von der man ja wahre Wunderdinge hört. Heute war in einem Bericht der Lokalpresse noch zu lesen, daß Karten mit der gleichen Ausgabe zum halben Preis an der AK verkauft werden. Die Zeiten der vollen Konzertsäle sind bei hochpreisigen Konzerten wohl vorerst vorbei. Die gleiche Oper dann am 26.11. im Theater Aachen.
    Und endlich, am Wochenende in Berlin, "Cosi fan tutte". Egal wie es wird, das warten hat sich bis jetzt immer gelohnt :yes:


    Sophia

    Hallo Ulli,


    Du kommst bestimmt irgendwann mal wieder zur "Tamino-Familie" :]


    Zitat

    Original von Ulli
    vielleicht steckt in Despina das Wort "spina" = Stachel, Dorn... !?


    ... denn das ist mir schon länger ein Dorn im Auge ;). Auch auf die Gefahr hin, daß nun einiges Wiederholung ist (wie im Cosi-Thread): die Namen der Mitwirkenden wurden von Natosevic im einzelnen erklärt und ich meine mich schwach zu erinnern, daß sie Despina genau wie Du auch ansatzweise erklärt hat. Trotzdem war mir dies nicht wichtig genug zu merken da diese Synonyme m.E. nicht wirklcih zur Aufklärung des Inhaltes beitragen.


    Despina kann man als `Dorn` betrachten, weil sie in den Frauen den `Dorn` sät, daß es auch noch andere Männer gibt als die beiden Verlobten. Despina und Alfonso halte ich nur bedingt für Komplizen. Erstens weil sie aus vollkommen verschiedenen Lebensanschauungen handeln, zweitens weil Despina sich von Alfonso auch betrogen vorkommt am Ende. Um es mit den Worten von Hans Joachim Kreutzer, von dem mir ein Aufsatz vorliegt, zu sagen:


    "Despinas Taktik der Melancholievermeidung besteht in weiltkluger Anleitung zum Genuß des Augenblicks. Don Alfonso hingegen entwirft mit seiner Strategie einen sinnstiftenden Rahmen: Er setzt das Spiel als Lehrstück in Gang; das Verführungsspiel von List und Betrug ist in seinen Händen ein Erziehungsinstrument."


    Ob Despina mit ihrem Leben wirklich glücklich ist sei mal dahingestelt. Zumindest meine ich doch, in ihrer Arie No. 19 "Una donna a quindici anni" in der Musik zu den ersten Zeilen Wehmut über Ihr Wissen zu hören.


    Viele Grüße
    Sophia

    Langsam finde ich mich in der umgebauten Abteilung im Saturn ganz gut zurecht und alles wieder, die Bestände sind auch wieder aufgefüllt und da war ich verloren :D


    Endlich da:


    Und eine Neuveröffentlichung dieser Aufnahme gab`s auch (zum wesentlich akzeptableren Preis als die Aufnahmen, die von Ohlsson sonst unter amerikanischem Label vermarktet werden:


    Und dann, endlich mal wieder Mahler:


    Jetzt habe ich genau 3 Stunden Zeit zum hören, dann geht`s in die Phil zu Lachenmann. Und von dem habe ich gar keine CD zum eingewöhnen ?(


    :hello:
    Sophia

    Die Etüden op. 10 kenne ich nur in der Gesamtheit dieser 12 Stücke, in anderem Zusammenhang, geschweige denn einzeln habe ich sie noch nie gehört. Auch nicht zu Hause ;).


    Die Nr. 3 fällt mir trotzdem zum ersten Mal besonders auf. Ob Chopin sie nun scheinbar ruhiger - in "Liedform" wie das Beiheft der Aufnahme mit der Pianistin Idil Biret schreibt - komponiert hat um den Händen oder den Ohren des Hörers da mal eine Erholung zu gönnen. Das wird im Mittelteil des Stückes aufgebrochen, die Harmonie wird ausgerechnet hier in Frage gestellt.


    Der Anschlag der Pianistin höre ich als sehr hart, meinem Eindruck bei den Etüden kommt das aber entgegen, im Gegensatz zu den Nocturnes. Als Vergleich kommt für mich vor allem Garrick Ohlsson in Frage - nach der werde ich gleich mal schauen auf der Suche nach Boulez` "Pelleas und Melisande" -. Ohlsson scheint hier ja kaum bekannt zu sein.


    Grüße
    Sophia

    Meine Sammelwut hält sich schon seit Wochen in Grenzen, wenn ich`s recht betrachte, seit hier von soviel Musik zu lesen ist. Das macht mich zunehmend ratloser `womit anfangen` und auch `woher die Zeit nehmen`. Komme ich doch kaum mit dem Lesen hinterher, wie sollte das dann erst mit dem Hören werden ;)?


    Daher bestimmt hin und wieder ein anstehendes Konzertprogramm die Kauflust. Diese Aufnahme



    von Schönbergs` "Pelleas und Melisande" hatte der Saturn leider nicht vorrätig. Wegen noch nicht abgeschlossener Umbaumaßnahmen ist die Abteilung stark ausgedünnt und man hat mich auf Ende der kommenden Woche vertröstet. Ein Gang in die Stadtbibliothek brachte dann immerhin leihweise die Aufnahme unter Christian Thielemann. Und das Stück, ein ja wohl noch früher Schönberg, begeisterte mich sofort so, daß es seitdem einzig und allein im CD-Player seine Runden dreht.


    Wenn das so weitergeht, wird wohl auch noch eine Aufnahme von Debussys` Oper dazukommen, auch wenn die beiden Kompositionen außer Maeterlinks` Vorlage nichts gemeinsam haben (sollen).


    Und dann erwacht durch einen zufällig heute früh gehörten Radiobeitrag das Interesse an "Agrippina". Die Aufnahmen kosten ja ein kleines Vermögen und sind dünn gesät. Mal, schauen, bis jetzt stehen auf dem Wunschzettel fast ausschl. Bücher ;)


    Grüße
    Sophia

    hm, das ist vielleicht noch interessant (ich gönne mir gerade mal eine Steuerpapiersortierpause :motz: )


    Am 13.11. überträgt WDR3 von den Tagen der alten Musik Herne "Die schöne Galathée" und im Anschluß, ab 21.30 sind Kurt Moll und Maite Beaumont im Gespräch zum Thema "Wo kommt der Sängernachwuchs her?" So ein ähnliches Thema wurde vor einigen Wochen bereits im DLF behandelt mit Interviews von Professoren u.a. der Kölner MHS. Ich höre den Brummbären schon alleine gerne reden, deswegen werde ich an dem Tag wohl vor dem Lautsprecher sitzen.


    Grüße
    Sophia

    Das dauert noch etwas, trotzdem der Hinweis für Interessierte die das Konzert nicht live hören:


    Deutschlandradio Kultur 28.11.2005 20.03 Uhr


    Konzerthaus Berlin
    Aufzeichnung vom 23.11.2005


    Wolfgang Amadeus Mozart
    "La Clemenza di Tito", Dramma seria in zwei Akten KV 621
    Libretto: Caterino Tommaso Mazzolà (nach Metastasio)
    (konzertante Aufführung)


    Alexandrina Pendatchanska, Sopran (Vittelia)
    Sunhae Im, Sopran (Servilia)
    Marie-Claude Chappius, Mezzosopran (Annio)
    Bernarda Fink, Alt (Sesto)
    Mark Padmore, Tenor (Tito)
    Sergio Foresti, Bass (Publio)
    RIAS Kammerchor
    Freiburger Barockorchester
    Leitung: René Jacobs

    Noch in Erinnerung an den `all saints day` an dem mir ein Einheimischer einen Besuch auf einem großen Friedhof in Polen in der Dämmerung empfohlen hat. Mit den fröhlich kunterbunten Grablampen, die zu Tausenden aufgestellt sind und brennen, bekommt der 6. Satz von Brahms` Requiem und die Toten werden auferstehn eine völlig neue Dimension.



    In einer Kirche hörte ich vor einigen Tagen das Mozart-Requiem. Trotz Programmheft ist nicht rauszukriegen, welche Fassung aufgeführt wurde. (Polnisch spreche ich nicht, selbst das "Dzien dobry" für "guten Tag" ist schon ein echter Zungenbrecher.) Es klang nur schön-scheußlich, das mag allerdings auch an der Akustik/schlechtem Hörplatz gelegen haben. Übrigens ein Requiem mit Zugabe: weil das Publikum keine Ruhe am Ende gab wurde das "Lacrimosa" noch einmal wiederholt :yes:


    Sophia

    N´Abend allerseits,


    gar nicht so einfach, nach 12 Tagen in fernen Landen wieder nach Hause zu kommen. Immerhin blieb auch Zeit zum schmökern (das läßt sich nicht verlinken :motz: Heinemann: "Kleine Geschichte der Musik".



    Einiges ist nochmal nachzuarbeiten, ein Lexikon wollte ich wahrlich nicht auch noch mitschleppen. Um jedoch einen guten ersten Einblick zu bekommen wenn man bis jetzt nur `gehört` hat ist das Buch sehr lesenswert.


    Dann endlich, nachdem das noch nicht so richtig was geworden ist, die ersten 600 Seiten des



    Auch empfehlenswert für "Cosi fan tutte" Interessierte - in den Kapiteln 33 und 34 des 1. Teils `die Geschichte des grübelnden Fürwitzigen`. Hier geht es auch um eine Treueprobe die für keinen der Beteiligten wirklich glücklich ausgeht...


    Und dann natürlich :stumm: ...



    ... soweit es die bereisten Orte (und heraufgekraxelten Berge ;) ) betraf.


    Viele Grüße
    Sophia

    Heute auf besonderen Wunsch Mussorgskys` Bilder gehört ;)



    Das viele Pedal ist nicht unbedingt meine Sache. Am "bilderreichsten" sicher die letzte Promenade wo man meint, die Bilder laufen mit dem Komponisten aus der Ausstellung hinaus.


    Und dann noch auf eigenen Wunsch: Vladimir de Pachmann mit Nocturnes von Chopin. Eine schauderhaft knisternde CD und doch ein besonderes Lieblingsstück in meiner Sammlung.


    Sophia

    Zitat

    Original von Theophilus
    Jetzt kann man eine der schönsten Shakespeare-Verfilmungen endlich auf Englisch genießen!!!


    Und wieso ist der Titel auf dem Cover dann in deutscher Sprache :D? Ist ja eine seltsame Vermarktung :D ?(


    Sophia

    Hallo Maik,


    Kurt Moll habe ich einige Male auf der Bühne gesehen, bestimmt 4x in München als Gurnemanz und einmal in Hamburg als Ochs (allerdings nur die ersten beiden Akte). Außerdem bin ich ihm mal am Bühneneingang der Bay. Staatsoper begegnet wo er ewig mit einem Kollegen plauschte und mit seiner Rübezahlgestalt den Zugang versperrte ;). Das Foto daß Du hier postest ist sicher schon ein paar Jährchen alt, mein letzter Eindruck war, daß er schwer alt geworden ist und physisch abgebaut hat ;(, aber so ist das nun mal...


    War Moll nicht auch mal Professor an der Kölner Musikhochschule? Er hat so aus dem Gedächtnis damals am Bühneneingang davon gesprochen, auch davon daß ihm das langsam zuviel wird und er die Dozententätigkeit daher an den Nagel hängt resp. gehangen hat.


    Grüße
    Sophia

    N´Abend,


    Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Obwohl wir hier nicht direkt am Thema sind:
    Die eigentliche Vorlage "Le mariage de Figaro ou la folle journe" von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais wurde in Wien von Kaiser Joseph II verboten.


    War das nicht so, daß das Stück von Beaumarchais (Schauspiel) verboten war, der Figaro (Oper) aber erlaubt war, weil im Schauspiel das `niedere Volk` saß und durch den Fall des Aristokraten so vielleicht auf dumme Gedanken kommen konnte?? Ich meine mal gelesen zu haben, daß das auch eine Rolle spielte. Unabhängig von der Entschärfung des Stoffes durch daPonte.


    Grüße
    Sophia

    Hallo,



    Das Lied haben wir als Kinder auf Ausflügen mit der Schulklasse gesungen. Dabei stamme ich gar nicht aus dem 19. Jahrhundert, soooo alt bin ich noch nicht :D


    Sophia

    Endlich mal ein rundum gelungenes Konzert mit Markus Stenz heute in der Kölner Philharmonie:


    Rameau "Les Indes Galantes"
    Schumann "Violinkonzert"
    Haydn "Symphonie 104"
    und natürlich den 3. Akt


    Neben der neuen Musik hat Stenz nun etwas aufgeführt, das er für meinen Ohrengeschmack so richtig gut macht: die alte Musik ;). Und da das Gürzenich-Orchester ab diesem Konzert nach Schluß des Konzertes vom soeben gehörten die CD`s verkauft höre ich mir das gleich noch einmal an.


    Danach dann, wegen des aktuellen Händel-Fiebers:


    Grüße
    Sophia

    Heute abend ist in Essen die Premiere des "Orlando" (ohne mich ;(). Hat mich diese Oper bis jetzt nicht die Bohne interessiert, war ich in den letzten 2 Wochen zwangsläufig in 2 Einführungsvorträgen der Dramaturgin Dr. Kerstin Schüssler-Bach. Am ersten Abend war der Vortrag auch und vor allem auf die Vorlage des Ariost `Der rasende Roland` aus dem btw auch die Handlung der "Alcina" stammt, konzentriert. Da wurden dann einige sehr lustige Szenen behandelt. Z.B. wenn Orlando die Schnitzereien in den Bäumen von Medoro und Angelica findet und sich wundert, warum Angelica ihn, Orlando, nun Medoro nennt. Oder die Szene, daß der Diener(?) Orlandos zum Mond schickt um dort seinen Verstand, der dort in einer Flasche aufbewahrt wird, zurückzuholen. Orlandos Verstand hat natürlich nur in einer großen Flasche Platz während für den Verstand des Dieners eine kleine Flasche ausreicht....


    Jedenfalls hatte ich eine kurze Gelegenheit, in eine frühe Bühnenprobe hineinzuschauen, ausgerechnet in dem Moment wo die Sängerin des Orlando auf der Bühne stand und sang, bzw. mimte. Hin und wieder hat man das Glück, jemand auf einer Bühne zu sehen, der eine unglaubliche Präsenz ausstrahlt, dessen Stimme selbst nur in angesungenen Passagen einen regelrechten Zauber auf einen ausübt. Die Sängerin ist Ann Hallenberg. Kennt jemand vielleicht die Frau, hat sie schon einmal auf einer Bühne erlebt oder kann eine Aufnahme empfehlen? (Der Besuch des Orlando ist in dieser Spielzeit für mich aufgrund der Termine fast unmöglich.) Eine Einspielung des Orlando mit ihr habe ich nicht gefunden, und google hilft da auch nicht weiter.


    Vielleicht weiß hier jemand mehr?


    Besten Dank und Grüße
    Sophia

    Hallo Alfred,


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    Original von Alfred_Schmidt
    Wie wäre folgende (Zwei)Deutung ?


    "Du bist mir nicht geheuer" (Ich trau Dir nicht, kenn Dich zuwenig)


    ich denke, die Frauen geben hier ihrer Verwirrung Ausdruck. Mit `du bist mir fremd/nicht geheuer` sagt man auch, daß einem selber etwas fremd ist... Und sei es das eigene Verhalten.


    Viele Grüße
    Sophia

    Hallo Engelbert,


    Zitat

    Original von Engelbert


    Die Barcarole hat ihren Ursprung in der Oper "Les Fées du Rhin", die er in früherer Zeit komponierte, die aber wegen ihres uninteressanten Librettos in Vergessenheit geraten war.


    das würde ich etwas anders formulieren: die Oper wurde vor einiger Zeit mal im Radio übertragen. Die Handlung fand ich eher verwirrend, wer da von wem verzaubert wird und sich zu diesem Zweck wo verabredet. Ungefähr nach der Hälfte der Übertragung hatte ich damals - trotz Erläuterung des Moderators im Radio vor den Akten - den Faden verloren. Die einzig erhältliche Aufnahme ist mir einfach noch zu teuer, wird aber vielleicht nächstes Jahr, wenn der Saturn mal wieder vor der Inventur steht ;), mitgehen.


    Übrigens wurde das Stück m.W. in der vergangenen Spielzeit auch am Theater Trier aufgeführt.


    Grüße
    Sophia

    Moin,


    Zitat

    Original von Michael_Flaschberger


    p.S.: vago bedeutet ( zumindest laut diesem online-Wörterbuch ) schleierhaft=verschwommen=unbestimmt. Was wollte DaPonte damit wohl zum Ausdruck bringen ?(


    :D Das ist ja sehr interessant. Mit etwas Phantasie könnte da Ponte z.B. gemeint haben daß die Frauen sagen `du bist mir fremd`... Das ist ja himmelschreiend zweideutig.


    Meine (ausgeliehene) Partitur ist von Eulenburg.


    Grüße
    Sophia

    Vielleicht kann mir doch nochmal einer der italienisch-Experten helfen. Es geht um die Szene 16, wenn die beiden Paare auftauchen um zu heiraten.


    Der Text lautet:


    Ferrando, Guglielmo
    Sei pur bella!


    Fiordiligi, Dorabella
    Sei pur vago!


    Ferrando Guglielmo
    Che bei rai!


    Fiordiligi, Dorabella
    Che bealla bocca!


    Im Beiheft der Aufnahme heißt das
    F+G: Du bist so schön!
    F+D: Du bist so hübsch!
    F+G: Deine schönen Augen!
    F+D: Dein schöner Mund!


    In der Partitur steht
    F+G: Wie schön Du bist!
    F+D: Bist Du glücklich?
    F+G: Welche Augen!
    F+D: Welch edle Züge!


    Mir geht es vorrangig um die Übersetzung des Textes der Frauen, wobei die Übersetzung aus der Partitur meiner Interpretation wesentlich näher kommt. Schließlich besteht bei den beiden Übersetzungen ein himmelweiter Unterschied. Weiß jemand, was das nun wirklich heißt?


    Besten Dank und Grüße
    Sophia