Beiträge von S.Kirch

    Den Schubert Roman von Härtling kenne ich auch - die Lektüre liegt nur bestimmt schon einige Jahre zurück. Danach war mir jedenfalls der Begriff "Schubertiaden" klar :yes:
    Weiter geht es jetzt trotzdem erstmal wieder mit einem Buch von Martin Geck "Von Beethoven bis Mahler". Mir fehlt noch viel vom theoretischen Gerüst und damit Wissen. Das hören von Musik steht daher gerade etwas hinter dem lesen über Komponisten und deren Werke zurück ;(


    Sophia

    Hallo,


    als Einstieg möchte ich ein Buch über den Komponisten empfehlen dessen Musik mich seit einiger Zeit ständig beschäftigt. Es ist ein Buch über Leben und Krankheit von Robert Schumann. Der Roman ist in 3 Ebenen aufgebaut:


    Die erste Ebene ist die des Erzählers Härtling über das Leben Robert Schumanns. Die Kindheit in Zwickau, der frühe Tod des Vaters, sein
    unruhiges und rastloses Leben weiter in anderen Städten, seine Freunde und Freundinnen, die Ausbildung bei Wieck. Schließlich muß er wegen einer Verletzung an der Hand das Klavierspiel aufgeben und konzentriert sich auf das Komponieren. Die Verbindung und Heirat mit Clara gegen den
    Widerstand von Wieck und der Beginn der Krankheit.


    In der zweiten Ebene läßt Härtling eigene Betrachtungen über Schumann einfließen und es ist als würde die Handlung angehalten, die Zeit stillstehen in diesen Beschreibungen. Das klingt z.B. so:
    "Zu Beginn des Jahres 1836 hat er zwei Zimmer im "Roten Kolleg" bezogen, bei Frau Devrient. Er kommt nach Hause.
    Ich kenne mich in diesem Zimmer aus. Ich kann mit geschlossenen Augen in ihm umhergehen und würde nicht gegen die Möbel stoßen. So oft habe ich Beschreibungen gelesen. Das "rote Kolleg" wird zu einer Festung gegen Wieck und Clara. Von hier aus stößt er in die Welt vor und kehrt, so rasch wie möglich, in den Schutz der beiden Räume und in die Obhut von Frau Devrient zurück." (Kapitel 14, Novellete und drei Intermezzi).


    Die dritte Ebene handelt von Robert Schumann und seinem Pfleger Klingelfeld in der Klinik. Erzählt wird der schnell sich verschlechternde Gesundheitszustand, die geistige Verwirrtheit, die Ohnmacht der Ärzte und des Pflegers. Schumann verliert die Sprache, lallt immer mehr undeutliche Wörter und Sätze, die nur noch Klingelfeld versteht, der Tag und Nacht um ihn ist. Nur im letzten Kapitel vor seinem Tod läßt der Autor Clara Schumann in die Klinik kommen.


    Insgesamt hat das Buch 23 Kapitel, abwechselnd die Biographie (1. und 2. Ebene) und das langsame Sterben in der Klinik (3. Ebene). Wer sich für Leben und Werk von Robert Schumann interessiert dem möchte ich diesen
    Roman sehr empfehlen. Es ist natürlich *kein* Zufall, daß das Gürzenich-Orchester Köln mit seinem Kapellmeister Markus Stenz in der Spielzeit 2005/2006 einen Schumann-Zyklus spielt :]


    Sophia