Beiträge von Christian H.

    Hallo Klingsor,


    keine Imitation sondern echtes Geläut: Glocken Requiem Dresden von Johannes Wallmann, Live Aufnahme der Uraufführung vom 12. Februar 1995, also dem Vorabend des 50. Jahrestages des Zerstörung Dresdens.
    Wallmann hat 129 Glocken aus den 47 Dresdener Geläuten zusammen mit Helfern nach einer Art Partitur und über Funkverständigung läuten lassen.
    Das ganze wurde in der Musikhochschule Dresden live abgemischt und von einigen Radiosendern übertragen. Den Mitschnitt davon konnte ich mal gebraucht erwerben, da im Handel nicht mehr erhältlich.
    Ist natürlich keine Komposition im klassischen Sinne sondern experimentell. Durch das historische Datum auch eher vor diesem Hintergrund interessant. Und für mich natürlich eine Bereicherung meiner Requiem-Sammlung.


    Ach ja, in Mahlers Sechster kommen auch Kuhglocken drin vor. Und im fünften Satz seiner Dritten singt der Kinderchor in gewisser Weise ja auch Glocken imitierend „Bim bam ....“


    Gruß
    Christian

    Hallo Radagast,


    Tristan und Hoffmann im Ton jeweils PCM Stereo, Cosi Dolby Digital 5.1 oder PCM Stereo wählbar. Tristan und Cosi im Bild jeweils 16:9, Hoffmann 4:3.


    Trotz der Info auf der DVD-Hülle gibt es deutlich mehr als nur die deutsche Menü- und Untertitelsprache (englisch + französisch immer). Ich denke diese Info-Politik wird bewusst so gemacht, weil Agostini bei dieser Reihe meines Wissens nur die Lizenz für den deutschprachigen Markt hat.


    Wenn dann aber doch deutlich mehr Menü- und Untertitelsprachen drauf sind, spricht das meiner Meinung nach eindeutig dafür, dass hier das Arthaus-Original 1:1 übernommen wurde. Dafür spricht auch, dass sowohl Tristan als auch Cosi auf 2 DVD´s geliefert werden und auf der Cosi wie beim Original von Arthaus ein 22-minütiges "Behind the scenes" mit drauf ist.


    Die Bildqualität scheint mir auch nicht verändert zu sein. Allerdings kenne ich das Arthaus-Original nicht. Ich habe aber nicht den Eindruck, als ob hier reduziert worden wäre. Machte es denn Sinn die Bildqualität und damit die Datenmenge zu reduzieren und dann das Ganze doch auf 2 DVD´s zu bringen wie bei Cosi und Tristan?


    Im übrigen ist auch Figaros Hochzeit in 5.1-Ton. Mein Vergleiche haben ergeben, dass die technischen Angaben zu den Arthaus-Originalen, wie ich sich im Internet bei JPC und amazon einsehen konnte, und die technische Ausführung der Opernsammlung bisher immer identisch waren, auch wenn DeAgostini andere Informationen rausgibt.


    Dass die meistens DVD´s der Reihe nur in PCM Stereo sind, ein Wermutstropfen wie ich finde, ist letzlich aber auch wieder nur übereinstimmend mit den Arthaus-Originalen.


    Gruß
    Christian


    P.S.: Bei Hoffmanns Erzählungen handelt es sich übrigens um eine Bearbeitung des Stoffes, weswegen diese Aufführung auch den Titel "nach Hoffmanns Erzählungen" trägt. Ich stehe der Tatsache, dass man am Inhalt feilen muss, damit das Regie-Konzept passt, eher kritisch gegenüber, fand die Inszenierung aber dennoch ganz amüsant.

    Hallo Radagast,


    leider kann ich Dir das noch nicht bestätigen. Denn Agostini hinkt mit der Aussendung an die Abonnenten hinterher. Frag mich nicht warum. Aber ich erhalte ca. einmal im Monat 2 Sendungen am selben Tag, statt alle 14 Tage eine. Das heißt, ich werde meiner Einschätzung nach mindestens noch eine Woche warten müssen bis ich wieder beliefert werde. Ich habe das mal reklamiert, weil ich den Veröffentlichungsterminen eine Zeit lang noch länger hinterher war. An diesen Rhythmus habe ich mich jetzt gewöhnt und habe ihn akzeptiert.
    Ich melde mich sobald den Orpheus habe.


    Gruß
    Christian

    Ich bin in der glücklichen Lage in einer Stadt zu wohnen, in der es noch eine JPC-Filiale gibt. JPC ist damit mein Hauptlieferant, weil der Versandkosten wegen eben keine Mindestbestellmenge anfällt. Wer sich wie die Tamino-Gemeinde intensiv mit klassischer Musik beschäftigt, darf aber nicht zuviel hinsichtlich der Beratungskompetenz erwarten, weil man den Verkäufern an Erfahrung doch meist überlegen ist, was mich aber überhaupt nicht schmerzt. Ich freue mich lieber darüber, dass wir einen Laden mit einer Klassik-Abteilung in unserer doch eher überschaubaren Stadt haben. Hin und wieder kaufe ich auch bei Amazon ein, nehme dann oft auch die Dienste von Caiman in Anspruch. Dafür braucht man als registrierter Amazon-Kunde im übrigen keine Kreditkarte, weil die Abwicklung über Amazon erfolgt, die dann abbuchen.
    Manchmal, jedoch eher selten auch bei 2001.
    Zu Caiman habe ich noch eine Frage: hat schon jemand Erfahrungen mit Einfuhrzoll gemacht? Ich habe irgendwo gelesen, dass bei Bestellwerten von unter 22 Euro in der Regel kein Zoll erhoben wird. Da habe ich mich bei meinen Bestellungen bisher dran gehalten und habe noch nie Forderungen vom Zoll bekommen. Hat schon jemand was deutlich über 22,- Euro teures bestellt und musste dann Zoll entrichten?


    Christian

    Liebe Opernfreunde,


    ich muss zuerst ein wenig ausholen, um dann im weiteren Verlauf die Katze aus dem Sack zu lassen, warum ich die im Oktober anstehende Tannhäuser-Premiere in Minden eines eigenen Threads für würdig erachte.


    Das Stadttheater in Minden ist ein recht kleines Haus mit kleiner Bühne und sehr kleinem Orchestergraben. Auch verfügt es über kein eigenes Ensemble sondern wird von Tourneetheatern und der für Ostwestfalen zuständigen Landesbühne Detmold „bespielt“. Bis zur Renovierung vor einigen Jahren fanden hier auch die Abonnementskonzerte der Nordwestdeutschen Philharmonie (NWD) Herford statt, ebenfalls für die kulturelle Grundversorgung Ostwestfalens zuständig und auch bereits durch CD-Aufnahmen, z.B. bei cpo in Erscheinung getreten. Während der Renovierung ist die NWD Herford dann aber in die Stadthalle umgezogen und dort geblieben. Aber das nur am Rande.
    Aufgrund des Engagements der Theaterleitung, begann man vorsichtig den Schritt in Richtung Eigen- und Koproduktionen zu wagen. Zuerst im Theater-, dann auch im Musiktheaterbereich, hier vorweg Musical-Produktionen. Doch es dauerte nicht lange, bis eigene Opernproduktionen entstanden. Natürlich immer nur zu besonderen Anlässen. Der kleinen Bühne wegen, aber auch wegen des hohen organisatorischen Aufwandes, wenn man kein eigenes Ensemble besitzt und nicht zuletzt auch aus Kostengründen.
    Höhepunkte dieser Eigenproduktionen waren sicher die eigens zum 1200-jährigen Jubiläum Mindens in Auftrag gegebene „Preußen“-Oper „Friedrich und Katte“ von Wolfgang Knuth und im Jahr 2002 zum 100-jährigen Bestehen des und in Koproduktion mit dem Mindener Richard Wagner Verband (RWV) „Der fliegende Holländer“. Obwohl ich die Inszenierung damals nicht uneingeschränkt gelungen fand, konnte man nahezu mit Händen greifen, wie dieses Projekt die Stadt in ein Opernfieber versetzte.
    Das haben die Verantwortlichen vom Theater und RWV Minden zum Anlass genommen, für den Oktober diesen Jahres erneut eine Eigenproduktion auf die Beine zu stellen: den Tannhäuser. Erneut wird auch die NWD Herford Kooperationspartner sein.
    Bis hierher ist das nichts weiter als eine nostalgische Notiz eines Mindeners aus seiner Heimatstadt. Weswegen das Ganze aber bereits von überregionalem Interesse ist, ist die Tatsache, dass der international bekannte Regisseur Keith Warner, dessen Lohengrin-Inszenierung in diesem Sommer in Bayreuth letzte Spielzeit hat und der erst letztens im Londoner Covent Garden den „Ring“ auf die Bühne gebracht hat, als Regisseur verpflichtet werden konnte. Beim Anblick der Bühne und ihrer Größe hat Herr Warner ohne Häme oder Ironie gemeint, dies sei die letzte Herausforderung, der sich ein Regisseur stellen könnte.
    Dass ein renommierter Wagner-Regisseur von Rang in die ostwestfälische Provinz kommt, ist sicher schon etwas besonderes. Und so liegen bereits Kartenbestellungen aus der ganzen Republik vor. Die Schirmherrschaft hat übrigens Wolfgang Wagner übernommen.


    In weiteren Berichten möchte ich die Künstler vorstellen, Termine nennen, aber auch über den weiteren Verlauf der Vorbereitungen berichten, um vielleicht den ein oder anderen aus dem Umkreis zu animieren, sich diese Aufführung anzuschauen.


    Seit gestern bin ich übrigens indirekt beteiligt. Es wurden Freiwillige für Filmaufnahmen im Theater gesucht, die weißgekleidet ins Theater einziehen und dabei gefilmt werden. Termin hierfür ist Ende Juli. Das Ganze soll dann wohl als Zuspielung für den Anfang des zweiten Aktes dienen. Dafür bekommt man eine Freikarte für die Generalprobe. Ich bin dabei! Und ich bin schon sehr gespannt. Und ich werde berichten.


    Christian


    Ihr Lieben,


    Ich muss die Opernsammlung von DeAgostini gegen ungerechtfertigte Kritik in Schutz nehmen, allerdings trägt die schlechte Produktinformationspolitik des Unternehmens zu dem Eindruck bei, dass die DVDs technisch reduziert seien. Sind sie meiner Erfahrung nach aber nicht. Wenn beim Arthaus-Original 5.1-Ton drauf ist, ist er es bei der Agostini-Ausgabe auch. Es wird weder auf der Agostini-Homepage noch auf der DVD-Hülle richtig dargestellt, warum auch immer. Auch 16:9 Bild bleibt im Vergleich zum Original erhalten. Und wenn bei Arthaus das Werk auf zwei DVDs erscheint, wie jüngst beim Tristan, erhält man bei Agostini auch 2 DVDs; für 14,99 Euro. Ich finde das im Vergleich zum Originalpreis mehr als okay. Man ist ja nicht gezwungen, die Reihe zu abonnieren, sondern kann gezielt am Bahnhof oder wo auch immer kaufen. Obwohl ich solche Reihen für gewöhnlich nicht goutiere, habe ich mich hier in Absprache mit meiner Frau zum Abonnement entschlossen, weil ich ja sonst doch nur Wagner kaufen würde und wir so doch schon die ein oder andere Entdeckung machen konnten. Und mit Verdi, Mozart und Puccini eben auch etwas dabei ist, was meine Frau mehr anspricht als Wagner. In diesem Zusammenhang kann ich sagen, dass ich mich völlig zu Unrecht bisher noch nicht genug mit Puccini beschäftigt habe.
    Dass natürlich auch inszenatorischer Müll dabei ist, bleibt nicht aus. Aber insgesamt ist das Niveau doch recht hoch. Die Beihefte sind nicht besonders erwähnenswert und zudem schlecht gestaltet.


    Gruß
    Christian

    Die Symphonien Anton Bruckners üben eine große Faszination auf mich aus. Nahezu alle habe ich in mehreren Aufnahmen. Der Spitzenplatz gebührt aber der Achten, mit, seit heute (Haitink), 15 Aufnahmen:


    Karajan, Wiener Phil. 1989
    Wand, NDR SO (live in Lübeck) 1987
    Giulini, Wiener Phil. 1985
    Boulez, Wiener Phil. 1996
    Tintner, NSO Ireland 1996
    Welser-Möst, GM Jugendorchester, 2002
    Harnoncourt, Berliner Phil. 2001
    Inbal, RSO Frankfurt, 1983
    Wand, Berliner Phil., 2001
    Jochum, Berliner Phil. 1964,
    Solti, Chicago, 1992
    Wand, WDR SO, 1979
    Celibidache, Münchener Phil. 1993
    Skrowaczewski, RSO Saarbrücken 1996
    Haitink, Concertgebouw 2005


    Christian

    Hallo Markus,


    auch wenn dies heute mein erster Beitrag ist, muss ich doch gleich ungewöhnlich hart ins Gericht gehen. Eigentlich bin ich gar nicht so. Um es kurz zu machen: die Tannhäuser-Aufzeichnung aus Zürich krankt an einer desolaten Kameraführung und Bildregie.

    Musikalisch und was die technische Bild- und Tonqualität angeht, besteht kein Grund zur Klage.
    Wie hier aber scheinbar wahllos Großaufnahme an Großaufnahme aneinander geschnitten wurde, ohne dass man auch nur ansatzweise das große Ganze erfassen kann, wirkt, als wäre eine schulische Film-AG oder ein VHS-Kurs Videoschnitt am Werk gewesen: unprofessionell!
    Gleich zu Beginn: Großaufnahme Tannhäuser, dann Großaufnahme Venus, dann wieder Großaufnahme Tannhäuser usw. Man sieht nie, wie sich die Darsteller auf der Bühne zueinander bewegen, weil fast nur mit Großaufnahmen gearbeitet wird. Liegen sie nebeneinander oder sind sie zwanzig Meter von einander entfernt? Wir erfahren es nicht. Man sieht nie das ganze Bühnenbild.
    In einer der letzten Ausgaben der FonoForum wird anhand des Baden-Badener Parsifals erklärt, welche Probleme es bei der Aufzeichnung von Opernaufführung gibt. Ein Knackpunkt in jedem Opernhaus ist die Totale auf Augenhöhe von vorn, weil sich die Kamera dafür meist mitten im Zuschauerraum befinden müsste. Sie ist bei jeder Opernaufnahme die Haupt-, die Führungskamera.
    In der Züricher Aufnahme versucht man offensichtlich ohne diese Totale von vorn auszukommen. Die einzigen Einstellungen die etwas Bühnenbild zeigen, sind zwei Halbtotalen von rechts und links (bei denen man dann noch peinlicherweise die Bildschirme sieht, auf denen die Sänger dem Dirigenten folgen können). Dann gibt es noch eine Totale von oben in den Orchestergraben, eine Art Vogelperspektive, von wo die Kamera dann manchmal auf die Bühne schwenkt, diese dann aber mehr von oben als von vorne zeigt.
    Die Inszenierung als solche kann man deshalb gar nicht bewerten, weil man sie gar nicht wirklich sieht.
    Was ins Bild gesetzt ist, wirkt dann auch noch beliebig aneinander geklatscht: Großaufnahme Sänger, Großaufnahme Orchesterinstrument, Großaufnahme Sänger, Vogelperspektive auf den Orchestergraben. Der singende Wolfram geht aus dem Bild, die Kamera bleibt auf Tannhäuser, dann tritt Wolfram wieder ein. Die Bildregie wirkt mehr als einmal auf das Geschehen nicht vorbereitet. Dann ständig Einspielungen im Doku-Stil von den Sängern hinter dem Vorhang, wie sie sich auf den Auftritt vorbereiten, während das Vorspiel schon läuft. „Wird schon gespielt?“ „Nein der Vorhang ist noch unten.“ „Ach so, das ist Backstage.“ Dem Zuschauer wird jegliche Orientierung verweigert. Verzweifelte Versuche mit der Handkamera den Händen des Dirigenten zu folgen sind schon fast peinlich.
    Es tut mit leid; diese DVD wirkt, als habe man aus Versehen den Rohschnitt veröffentlicht oder die Postproduktion vergessen. Diese DVD ist ein Ärgernis. Wenn ich einen Tannhäuser sehen will, will ich auch die Inszenierung vernünftig eingefangen wissen, sonst kann ich mir auch eine CD kaufen. Hier lag offensichtlich kein Bildregie-Konzept bei der Aufzeichnung vor. Oder die Hauptkamera ist ausgefallen. Die künstlerisch Verantwortlichen der EMI müssen sich fragen lassen, ob sie so etwas hätten veröffentlichen dürfen. Schade eigentlich. Denn die Ensemble-Leistung ist wirklich gut und hätte eine bessere Aufzeichnung verdient.
    Zum Tannhäuser aus München mit Rene Kollo melde ich mich später wieder.


    Christian