Beiträge von WolfgangZ

    Besten Dank, Meister Apollon, für diese Anregung.


    Ich dachte, ich hätte einen breiten Überblick über das Instrumentalwerk von Darius Milhaud -, und hatte nie etwas mitbekommen von diesem Ballett, von einem blauen Zug also.


    :) Wolfgang

    Doch - ein schöner Vergleich. Ich assoziiere Eichendorff oft mit den Bildern von Caspar David Friedrich, was auf der Hand liegt aus verschiedenen Gründen.


    Und die Schubert-Neunte höre ich mir dann wohl mal wieder an - vielleicht mit Harnoncourt:


    Die von Dir verlinkte cpo-Auswahl kenne ich auch seit ein paar Monaten.

    Ich war ebenfalls überrascht von der Professionalität und Eigenständigkeit dieser drei Streichquartette. Und ebenso von den klanglich wie interpretatorisch exzellenten Aufnahmen - gut, das ist heutzutage erfreulicherweise nicht mehr so überraschend.


    Hast Du mir auf dem Gebrauchtmarkt noch eine Hyperion übriggelassen, lutgra? ;)


    :) Wolfgang

    Ist das nicht eher ein Esel?:pfeif: Vielleicht der, auf dem die hochschwangere Maria in Richtung der dann eine gewisse Berühmtheit erlangenden Bethlehemer Stallung ritt?


    Grüße

    Garaguly

    Da magst Du Recht haben, Garaguly! Hundertprozentig sicher war ich mir wirklich nicht, aber für mich ist jedes Säugetier, das kein Elefant, kein Nager, kein Raubtier und kein Affe ist, eben ein Pferd. Reines idiolektales Geplänkel aus Schulzeiten. Da konnte man jemanden Bestimmten im Kollegium mit ärgern, einen besinnungslosen Pferdenarren ... ;)


    Beste Grüße,


    Wolfgang

    Amdir hatte den Schmidt breits angesprochen gehabt. Ich möchte dort anschließen und noch einen Schritt weitergehen, FWM Einspielung des Oratoriums "Das Buch mit sieben Siegeln" genießt bei mir absolute Referenz. Zugegeben, kein Standardwerk und dann auch noch mit Gesang. Trotzdem, ein hochinteressantes Werk mit ernormen Ansprüchen an die Ausführenden. Und hier ist FWM Aufnahme das Nonplusultra, gekonnt begegnet er diesem riesen Oratorium und ist auch hinsichtlich der dramatischen Steigerungen dem Stück nichts schuldig. Von wegen langweiler oder ähnlichen Attitüden, hier zumindest nicht.



    Meine Empfehlung:

    Dank an Apollon für die Empfehlung. Ich besitze noch keine Einspielung dieses gigantischen Werks, das immerhin als Zenit des Schaffens von Franz Schmidt gilt, und will diesen Zustand endlich ändern.


    Ob es oft gehört wird? Da hätte ich meine Zweifel.


    Die folgende Aufnahme besitze ich aber:


    Schmidt / Lpo / Welser-: Symphony No 4 / Variations On, CD


    :) Wolfgang

    Ich bin noch beim ersten Satz.


    Nicht schlecht!


    Zehn Sekunden lang meint man Bartok zu hören.


    Alles in allem ein spätromantischer Gestus, aber gleichermaßen originell in der Kombination der instrumentalen Farbwerte wie in den originell stilisierten folkloristischen Anflügen. Immer wieder überrascht diese Musik sich aufbauende Rezeptionserwartungen. Da lohnt es sich, wirklich genau hinzuhören, was ich bislang wohl noch ein wenig versäumt habe.


    :) Wolfgang


    EDIT eine halbe Stunde später: Das Werk gewinnt noch an Humor und Spritzigkeit. Klassizistisches steht neben romantischer Emphase, die sich dennoch in gewissen Grenzen hält. Wenn man nicht wüsste, dass Reger, der eine Zeitlang mit Marteau befreundet war und zusammenarbeitete, sein Klarinettenquintett erst ein paar Jahre später schrieb, als die Zusammenarbeit nicht mehr Bestand hatte, könnte man sich eine gegenseitige Beeinflussung durchaus ausmalen ...

    Danke für die Zusatzinformation, Meister moderato. Das Quintett liegt mir vor, auf CD - die Interpreten sind die gleichen, die Zeitangaben analog, also wird die Aufnahme wohl die gleiche sein. Es ist eine Naxos-Produktion.


    Es wird aber genau aus dem von Dir genannten Grund jetzt gerne zum dritten (?) Mal gehört. Denn ich erinnere mich nicht an diese Eröffnung - und das ist in so einem Fall reizvoller für mich, als wenn ich Dir von vorneherein zunicken könnte. :yes:;)


    Schöne Grüße von Wolfgang

    Und diese drei Motetten werde ich mir jetzt gleich bestellen. Chormusik gehört ein wenig zu den Nebenprodukten meinerseits - ähnlich wie Oper und Jazz. Im Lied bin ich mittlerweile stärker drin - auch dank einiger Konzertbesprechungen, die ich zu Jan Kobov mit Rokoko, Schubert und Wolf schreiben durfte. Da will man informiert sein und bestellt gleich das Umfeld mit ... oder hört es endlich mal ...


    Ich nehme Dir Deine Begeisterung ohne Wenn und Aber ab, Meister Apollon, - ich bin mir hundertprozentig sicher, dass ich sie teilen werde. Die Sachen - die wir unterschiedlich schlecht, aber auf jeden Fall schlecht in den beiden Chören gesungen haben, wo ich einst dabei war - enthalten so viel Reizharmonik im (meist) polyphonen Gewebe - einfach erstklassig. Die noch einigermaßen zu bewältigenden Nummern - etwa der Satz Und unserer lieben Frauen Traum, an den ich mich gut erinnere - dürften diesen Reiz ebenso entwickeln wie die komplexeren.


    Aber ich will hier nicht mehr Wissen vortäuschen, als tatsächlich vorhanden. Gerade deshalb freue ich mich auf Deinen CD-Tipp.


    :) Wolfgang

    Ich habe mir jetzt aufgrund Deiner Empfehlung die Orgelwerke geholt. Immer, wenn ich in der Kirche Werke von Reger gehört habe, hat es mich umgehauen. :). Ich bin bei dieser Musik mit meiner Anlage zuhause etwas vorsichtig :/. Meistens habe ich Orgelmusik im Bonner Münster, wo ein damaliger Organist seinerzeit regelmäßige Orgelkonzerte veranstaltete (auch Messiaen und andere ) oder in St. Andreas in Köln oder sogar im Dom. Die Wirkung in solchen heiligen Hallen :hail: ist tatsächlich etwas anders, als bei mir zuhause. ;(


    Aber was soll's? Bei dem Preis probiere ich es mal aus.

    An diesem Wirkungsaspekt des Kirchenraums ist leider nicht zu rütteln, aber als nicht mehr ganz junges Kaliber habe ich jetzt schlicht das intellektuelle Bedürfnis einer sachgerechten Aufarbeitung. Das meine ich auch gar nicht ironisch, selbst wenn mir gerade auffällt, dass es arg danach klingt ...


    Sagen wir so: Ich kenne den Sound von Orgel-Reger. Das allein genügt mir nicht mehr - es hat mir vor dreißig, vierzig Jahren vollauf genügt. Bei Orgel-Messiaen ist das seltsamerweise immer noch anders ... aber um den es geht es hier nicht und ich will auch nicht die ganze Zeit über mich plaudern.


    Schön, dass Du's ausprobierst! Du merkst ja: Voraus bin ich Dir da nicht - und das hat immer auch eine Sonnenseite - für alle Beteiligten quasi!

    Vielen Dank an Axel für diese Verlinkungen.


    Orchestermusik steht sowieso im Zentrum bei mir. Da ist Reger keine Ausnahme. Seine Vaterländische Ouverture kenne ich erst seit kurzer Zeit und ich konnte da auch auf keine CD zurückgreifen - kennen muss man diese Nummer aber wirklich nicht.


    Hier die klanglich und interpretatorisch ordentliche Beinahe-Integrale, auch wenn es nicht ganz neue Aufnahmen sind, die vorher einzeln zugänglich waren:



    Ich habe bei Reger in den letzten Jahren trotzdem einen weitergehenden Riesensprung getan, indem ich mittlerweile nahezu einen Großteil der Kammermusik kenne. Die Trioserenaden, das Klarinettenquintett erschließen sich am schnellsten, die Violinsonaten zeigen am deutlichsten den Entwicklungsgang auf, die Streichquartette bieten die größte emotionale Bandbreite. Aber letztlich erschließen sich auch die Werke, die immer gerne als besonders spröde, komplex, unzugänglich deklariert sind. Man muss nur dazu bereit sein.


    Die Gesamtausgabe (da camera magna) habe ich versäumt und will sie jetzt nicht mehr kaufen - falls das überhaupt möglich ist -, da ich das meiste nicht mehr benötige - es liegt mir mit anderen oder sogar den selben Interpreten vor. Man muss fairerweise auch dazusagen, dass die Qualität nicht gleichwertig ist. Das weiß ich aus eigener Erfahrung und aus Rezensionen.


    Für Klavier habe ich alles zumindest ein einziges Mal gehört - da stehen viele Miniaturen neben grandiosen Großkompositionen:



    Markus Becker hat das Gesamtwerk auf 12 CDs eingespielt.


    Was die Chor- und Liedmusik anbelangt, kenne ich ein paar Nummern auch von Laienchorbemühungen unter meiner Beteiligung. Nun denn ... Diskographisch kann ich nur sporadisch mitreden.


    Jetzt muss ich endlich den Orgel-Reger in Angriff nehmen, auch wenn es sehr viele CDs sind. Schon vor vierzig Jahren gab es eine Handvoll Werke, die ich kannte, auch aus Konzerten im Kirchenraum natürlich, aber es war, von der geringen Werkanzahl abgesehen, quasi kein System und kein Zug dahinter. Und es fand auch kaum Erweiterung statt.


    Ich brauche halt dazu noch mehr Muße als zur Kammermusik. An sich habe ich kein Problem mit Orgelmusik - was ja durchaus verbreitet ist, diese Distanz. Eine Distanz, die vermutlich nahezu wörtlich zu nehmen ist. ;)


    Hier die kaum bislang von mir beachtete Anschaffung von vor über einem Jahr:



    :) Wolfgang

    Danke Dir, Garaguly, für Deine Ausführungen. Ich habe da auch im Wesentlichen keine andere Meinung dazu, respektive müsste ich ausholen, ausholen in verschiedene Richtungen. Das will ich nicht tun, und Du weißt warum. Ich halte meine Einstellung letztlich für eine hoffentlich erträgliche Mischung aus Pragmatismus und Idealismus. Zu 99 Prozent nur das eine oder nur das andere zu befolgen - es wird auch in Zukunft nicht funktionieren.


    Schöne Grüße,


    Wolfgang


    Bitte einen der beiden Beiträge löschen. Die Maschine war am Hängen.

    Natürlich sollten die Schranken zur Bildung abgebaut werden. Das darf nicht verwechselt werden mit dem Abbau der Bildung. Das sieht wahrscheinlich für den Ungebildeten identisch aus, ist es aber nicht.

    Eine solche Pseudo-Identität zu suggerieren, ist halt bequem. Besonders in modernen Lehrplänen. Garaguly weiß, wie das in der Schulpolitik funktioniert. Da schreibe ich hier bestimmt nichts weiter dazu. Dabei haben wir in Bayern im KuMi gar nicht so viele linke Bürokraten sitzen - Ministerialdirigenten heißen sie zum Beispiel, die sind meist Mitglieder der christlichbayrischen Einheitspartei ... ^^


    Aber jetzt bin ich raus an die frische Luft!


    Wolfgang

    Ich glaube schon auch, dass hinter all dem, was Ihr hier beschreibt und das ich nur unterschreiben kann, das Finanzielle steht. Ja, es geht letztlich nur ums "Abwickeln", für das so herzhaft viele verlogene Euphemismen zur Verfügung stehen. Zunächst verprellt man durch die Hintertür die von Hochkultur Begeisterten. Die für Hochkultur ohnehin nicht ernsthaft zu Gewinnenden gewinnt man aber nicht - will es wohl auch gar nicht. Und dann kann man nach allen Regeln der heuchlerischen Kunst behaupten, es interessiere sich ja nun wirklich niemand. Das kann weg und kostet nichts mehr. (Es hat schon vorher herzlich wenig gekostet im Vergleich zu vielem viel weniger mit positiven Werten Behafteten.)


    Es grüßt Wolfgang

    Du dürftest mit allem Recht haben, was Du schreibst, werter Garaguly.


    Etwas Sonderbares fällt mir trotzdem auf.


    Links und links muss eindeutig zweierlei sein. Ich hielt - und halte? - mich für einen Linken, für einen Salonlinken, das sowieso, da ich ein Haus auf dem Land besitze und mir das Überschaubare, das ich mir leisten wollte und will, auch immer leisten konnte und wohl weiterhin können werde.


    Aber ich merke schon lange, dass Du das Linke als Buhwort im Munde führst. Woran liegt das? Genau weiß ich es nicht. Vielleicht ist es die Idee der Egalität, die missbraucht wird von Leuten, die sich an diesem Missbrauch bereichern, in jeder Hinsicht bereichern. Doch, ich würde mir schon wünschen, dass eine bestimmte Form der Gleichheit existieren könnte, einer Gleichheit, die die ganze Lachhaftigkeit ad absurdum führen könnte, mit der eine bösartige Witzfigur wie Donald Trump wegen irgendwelcher technischer Barrieren nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnte ... und vielleicht so schnell auch nicht wird. Das nur als Beispiel.


    Damit wir uns nicht falsch verstehen. Es ist mir klar, dass noch so gut wie jede sozialistische Wunschform über mittellang oder eher kurz ins mehr oder minder große Verderben geführt hat. Eben wegen des Missbrauchs des Gleichheits-Gedankens durch jene, die keineswegs bereit waren, diesen Gedanken im Positiven weiterzudenken und sich vor allem selbst nicht auszunehmen.


    Soweit der Küchensoziologie eines fachlich nur bedingt Bedarften ... eines schon leidenschaftlichen ehemaligen Deutschlehrers halt. Ich hoffe, du verstehst, was ich sagen wollte. In der Sache, die Du ansprichst - in der Sache, die eigentlich auch ausschließlich im Rahmen dieses Forums zur Debatte steht -, sind wir vermutlich ohnehin keine fünf Zentimeter auseinander. ;):)


    PS: Ich habe zuletzt aus Verzweiflung über unsere SPD erstmals grün gewählt. Für diese Bockbärin oder wie sie heißt, kann ich mich denn doch leider nur schämen ...


    Und ohne Wenn und Aber: Bitte nichts für ungut!


    Herzliche Grüße,


    Wolfgang

    Besten Dank, Johannes!

    Das ist normal, dass Fremdwörter mit einem H am Anfang im russischen zu Wörtern mit einem "Г" (G) werden. Seltsamerweise werden sie nicht mit einem "X" (Ch) russifiziert.

    Aus Hamburg wird auch Gamburg.

    Ganover, Gitler etc.

    Jetzt wo Du es sagst: Der berühmte ach-Laut, auf Russisch wohl noch ein weniger achiger - gibt es ihn als graphemisches x? In der kyrillischen Schrift? Das sollte ich eigentlich wissen - indes, ich weiß es nicht. ;(


    Denn die Umwandlung in ein G leuchtet mir nicht ein - was an mir liegen könnte. Gepfleetscht mit Weh und Ach [ostfränkisch: = geheult] habe ich aber soeben erst ...


    Was ich nachher hören will - vielleicht das:


    Klavierkonzerte des 20. und 21. Jahrhunderts


    :):hello:

    Und jetzt noch ins 21. Jahrhundert. Verblüffend gelungen scheint mir das Konzert von Dieter Ammann. Bedingt avantgardistisch, oder sagen wir, sehr bedingt avantgardistisch [;):)] wird hier ein wahres Feuerwerk abgebrannt:



    Diese Gran Toccata entstand von 2016 bis 2019.


    Der Ravel schlägt sich wacker, der Bartok ist weniger interessant im Angehör der großen Konkurrenz.

    Als kleiner Nachtrag zu lutgras Beitrag weiter oben: Die Konzerte von Malcolm Williamson sind in der Tat äußerst originelll, witzig bis skurill.


    Das vermutlich bekannteste, das dritte, kann man auch mit dem Komponisten am Klavier erwerben. Er geht noch einmal unbekümmerter an die Materie heran - was keineswegs eine Abwertung des Solisten Piers Lane bei der anderen Einspielung bedeuten soll.


    Schön, dass der Faden aufgewärmt wurde.


    Noch nicht genannt hier wurde das Concerto in modo misolidio, also im mixolydischen Modus, von Ottorino Respighi aus dem Jahr 1925. Spätromantik, aber doch sehr spezifisch. Spannende, aber vor allem äußerst stimmungsvolle Musik, die ganz im Sinne des Meisters Gregorianik virtuos aufarbeitet. Das Farbspektrum ist breit, aber selbst mild jazzoide Rhythmik trifft man im finalen Abschnitt an. Zwei Einspielungen liegen mir vor, aber es gibt noch wenige weitere:


           im Rahmen der Orchestermusik-Sammlung auf 8 CDs - sämtliche ... ist leider wieder mal übertrieben ...


    Ich schätze dieses Klavierkonzert seit rund 45 Jahren - die erste Einspielung, ein Mitschnitt auf der längst funktionsuntüchtigen Bandmaschine, war mit Pietro Spada und dem Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Franz Allers. Ich habe sie, trotz ihrer Bedächtigkeit - wie ich jetzt weiß -, rauf und runter gehört eine Zeitlang. Tempi passati - um in Italien zu bleiben - also das Medium und die konkrete Einspielung, die Musik für mich gewiss nicht.


    :) Wolfgang

    [...] mit einer Prise Kitsch (Das erinnert mit an eine uralte Radiosendung "Die Kitschkiste" mit Peter Hey, deren Slogan lautete: "Kunst ist Traum und Schönheit - KITSCH)

    :D Die ist sicher mit an Bord, diese Kiste. Doch ich bin da mildtätiger und spreche von einem humoristischen Potential.


    Freut mich jedenfalls, dass ich bislang die richtigen Schwingungen bei Euch dreien (oder noch mehr) hervorgerufen habe. Ich glaube, das wollte ich auch ...


    Und danke an adriano für das Hochladen des Booklets!


    Schöne Grüße,


    Wolfgang

    Vielen Dank an adriano und Garaguly für Eure Kommentare und Informationen!


    Es ist eine ganz eigenwillige Komposition mit einem gewissen Hang zweifellos zur Stilmelange. Mozart steht neben östlicher Folklore - völlig zwanglos. Allein das finde ich schon reizvoll und in gewisser Weise auch humoristisch - aber da mögen die Meinungen auseinandergehen. Über Hurwitz höre ich immer mal wieder mehr oder minder Seltsames; ich kenne bislang aber seine Beiträge nicht und werde es wohl dabei belassen.


    :) Wolfgang

    Ich bin ziemlich empfindlich, was die Instrumentierung angeht und empfinde den moderneren (wie man das auch sehen will ;)) Zugang zu den Konzerten deutlich angenehmer.

    Vermutlich keinerlei Widerspruch!


    Hier im Forum gibt es ja bei Musik der Wiener Klassik eine gewisse Präferenz für die alte Schule - oder sagen wir lieber: zwei klare Lager mit im Vergleich weniger Fans von Vermittlung und Zwischenlösungen [;)] - sagen wir in Richtung Harnoncourt oder auch Norrington. Im Zweifelsfall mag ich es bei Mozart denn doch lieber transparent und pointiert; es darf auch gerne ein wenig schroff sein, solange diese Eigenart sich nicht zum Selbstzweck hochstilisiert.


    Was unseren Forenchef anbelangt, war ich schon vor vielen Jahren leicht verblüfft, dass er als Böhm-Fan dann zugleich diese Begeisterung für Schoonderwoerd mitbringt, der bei Beethoven Immerseel um Längen an Radikalität schlägt. ^^


    Ich will's dabei belassen, denn der Faden ist nicht der richtige und ich jetzt auch nicht in Stimmung für Details.


    :) Wolfgang

    Du hast also auch ein Faible für den Terminus des Kollegen (der Kollegin), Kollege astewes. ;):)


    Und die Einspielungen der Beethoven-Konzerte mit Meister Schoonderwoerd - dem ich mal umgeblättert habe ;) - gefallen mir durchaus - nur so möchte ich Beethoven nicht hören, so aber auch hin und wieder ... Die beanspruchte historische Relevanz mag nicht unstrittig sein, aber das steht in diesem Faden ohnehin nicht zur Debatte ...


    Ja - ich weiß auch noch, dass ich von den Aufnahmen hier erfahren und sie dann bestellt habe.

    Wie die Dinge doch unterschiedlich gelagert sind! - Clara Schumanns Klavierkonzert, das Dir nicht zusagt, ist bei mir positiv konnotiert. Auch dieses Werk muss ich mir kurzfristig wieder einmal zu Gemüte führen, wenn Du es schon ansprichst ..


    Grüße

    Garaguly

    Gerade läuft ja einer der hiesigen Fäden zu den romantischen Klavierkonzerten recht ordentlich. Ich glaube, dass solche Wertungen sehr schwierig sind, sehr subjektiv und vielleicht auch stimmungsabhängig, sobald wir die Ebene der unumstrittenen Meisterwerke verlassen. Stehe ich auf einfache Melodik oder auf big tunes, wie der Amerikanist sagt - und inwieweit sind gerade big tunes durchaus einfach? Wie viel Virtuosität erwarte ich mir und wieviel Leerlauf darf dabei sein, wie viel Eigenständigkeit im Stil, wie viel Originalität der Durchführungsarbeit? Welche Rolle spielen für mich Harmonik und Rhythmik und regionale Färbung? Welches überzeitlich wichtige Konzert geht mir gerade oder schon länger auf die Nerven - und sei es noch so wichtig? Und der Überlegungen mehr.


    Es nützt mir selber gerade nichts, dass Schumann ein wirklich bedeutendes Konzert verfasst hat - ich mag's nicht hören zur Zeit. Das völlig zweitrangige Konzert einer Lydia Auster gefällt mir, so dass ich es dreimal am Tag hören könnte - bis wann auch immer. Und auf Joseph Marx stehe ich schon lange - den Einwänden zum Trotze, die ich sogar selbst durchaus so empfinde. Und Brahms zwei könnte ich eigentlich auch immer hören ...


    Allmählich reizt auch mich der Francks Eduard diesbezüglich zum "Abchecken", wie der Liebhaber der deutschen Sprache sagt :pinch:. Ginge vermutlich auch über die Tube !?


    Ergänzen will ich noch, dass Klavierkonzerte mein Kerninteresse darstellen seit Langem. Denn ansonsten könnte man ja mein Geschwätz von soeben ziemlich beliebig generalisieren.


    Musik, die mir so gar nicht gefällt, gibt es nur wenig - das könnte ich mit Garaguly gemeinsam haben.


    Gestern habe ich ein Klavierkonzert entdeckt, das ich Euch zur Aufheiterung verlinken möchte. Sonst sage ich nichts. Vielleicht habt Ihr Lust - hast Du Lust, Meister Garaguly -, was dazu zu sagen. ;)




    :) Wolfgang

    Zitat

    Obwohl ich eigentlich in diesem Thread nichts zu suchen habe [...]

    Wo steht dieses geschrieben, Axel? :P


    Ich denke, dass Du ansonsten Recht hast. Falls - falls - solches aus meinem Geschwätz herauszulesen sein sollte: Ich will keinesfalls sagen, dass Anachronistisches in der Musik schwach sein muss - ganz abgesehen davon, dass es mir gefallen darf. Es fällt dann halt für den analytisch interessierten Hörer ein Kriterium mehr oder minder weg, das Kriterium der stilistischen Neuartigkeit und/ oder Unverwechselbarkeit. Das ist ja noch lange nicht alles, was zählt, wenn auch für mich nicht unwichtig ...


    Stichwort: Medtner - schwer zu sagen, ob er nur als Rachmaninoff-Epigone durchgehen würde. Die beiden waren ja befreundet, haben sich wohl auch gegenseitig moralisch aufgebaut, hatten wohl beide ihre Probleme mit der psychischen Verfassung. Medtners Musik ist hochinteressant - stilistisch war sie wohl nicht auf dem neuesten Stand und sie konnte auch nicht mehr Schule machen. Aber gerade dieser Komponist wird seit wenigen Jahrzehnten wieder- oder neu entdeckt.


    Rainer wird Medtner wahrscheinlich kennen - mir ist er noch gar nicht so lange geläufig, ein paar Jahre schon.


    Verlinken im Sinne dieses Threads will ich seine Klavierkonzerte außerhalb der Hyperion-Reihe, wo er auch erschienen ist - ich kenne diese Einspielungen nicht. Aber die beiden folgenden CDs sind exzellent:



    :) Wolfgang