Beiträge von WolfgangZ

    NB: Nimm sie hin denn, diese Lieder ...


    :) Als Ratespiel war das Ganze zwar wirklich nicht gedacht, aber ich habe jetzt doch nicht lang gebraucht, um die Sache formal zu lösen.


    Man beachte im folgenden Video mit Partitur das dritte Thema des Finalsatzes der 2. Sinfonie ... zum Beispiel ab 32'36'' und später:



    Es war in einer Radiosendung über diese Schumann-Sinfonie, dass ich vor ein paar Jahren darauf gestoßen wurde. Wie das bisweilen so ist, kannte und kenne ich das Imitat besser als das Original. Und natürlich war dieses (Quasi-)Zitat Schumanns kein Zufall. Aber dazu erinnere ich mich nicht mehr genauer. Es hatte wohl biographische Hintergründe.


    Und gar so oft habe und hatte ich sie mir wohl doch nicht angehört, die Zweite! [Oder sagen wir so und vermutlich ist das auch banal: Je mehr Musik ich kennenlerne, desto schwerer fallen mir Zuordnungen - sie mögen noch so geläufig sein.]


    Und jetzt freue ich mich umgekehrt über die neuen Quasi-Zitat-Tipps zum Selbersichten! ;)


    :hello: Wolfgang

    Der Kollege astewes trägt die Schuld, dass dieser Penderecki bei der nächsten Partnerbestellung mitgeht. :thumbup:


    Bislang kenne ich nur das erste Quartett in einschlägiger Darstellung:


    R-4690276-1555107055-1775.jpeg.jpg


    So einschlägig riesig sollte das Cover nicht erscheinen, aber ich kriege das technisch erst mal nicht anders hin ...


    :) Wolfgang

    Lieber Helmut,


    danke für Deine freundliche Antwort auf meinen kurzen Beitrag weiter oben und die sich anschließenden Ausführungen, bei denen insbesondere das Irrlichtern durch die Tonarten ausgehend von C-Dur mich weitergebracht hat, ist dieses quasi Eusebius zuzudenkende Eindunkeln einer nur scheinbar gänzlich lichtvollen Florestan-Welt doch schlechthin auch ein Konzept der literarischen (Spät-)Romantik und lässt sich für mich überzeugend auf die Gedankenwelt eines E. T. A. Hoffmann projizieren.


    Das Fragmentarische im Verein mit dem Kommunikativen, welche romantische Kunst idealerweise sowohl als autorübergreifend wie als unabschließbar definieren, sind in der Tat Kriterien, deren Übertragung von Musik auf Literatur und umgekehrt sich stets anbieten - noch einfacher formuliert, konstituiert dies - auch - die unscharfe Abgrenzbarkeit der Künste als vielleicht wichtigstes Wesensmerkmal des Romantischen. Allerdings ist es für mich immer wesentlich einfacher, dies an literarischen Werken nachzuvollziehen als an Musik, noch dazu an absoluter Musik, die im vorliegenden Fall von außen keinerlei Bildlichkeit assoziieren lässt.


    So wird dieser Thread jetzt erstaunlich spannend für mich über die neue Bekanntschaft mit Aufnahmen hinaus. Gegen Letztere habe ich natürlich nichts ... :)


    PS: Das von Dir benannte Beethoven-Zitat ("Nimm sie hin denn, diese Lieder") spielt in Schumanns Sinfonik ebenfalls eine Rolle. Es müsste die zweite oder die vierte sein ... da bin ich mir jetzt nicht sicher.


    Ein Dankeschön darüber hinaus an den Starter und an die anderen Beiträger bislang!


    :) Wolfgang

    Das ist mein Lieblingsklavierwerk von Robert Schumann. Ich schätze den hochfliegenden, beinahe spätromantischen oder doch lisztischen (:)) oder eben florestanischen Gestus des Beginns, der zwar bereits elementare Virtuosität auslebt, die aber am Ende des Werks noch einmal deutlich gesteigert wird - dort ist es dann auch nicht mehr schwer, die pianistischen Anstrengungen selbst der Großen wahrzunehmen. Acoma hat es ja bereits auf den Punkt gebracht!


    Ein paar Male werde ich CD-Einspielungen wohl finden, vor allem in Samplern, auf Anhieb fallen mir derer zwei ein, recht unterschiedliche Deutungen, so unterschiedlich wie die beiden Ausführenden per se quasi:


        Robert Schumann (1810-1856): Sämtliche Klavierwerke, 13 CDs


    :) Wolfgang

    Dank an moderato für den Hinweis auf das so schöne wie ausgedehnte späte Klarinettenquintett von Franz Schmidt. Mit einer vollen Stunde ist man dabei ...


    Die "Nr. 1", die der youtube-Eintrag vermerkt, verstehe ich allerdings nicht. Wenn man denn nummerieren möchte, dann ist es entweder das dritte oder das zweite - je nachdem ob man die Besetzungsdifferenzierungen (Streichtrio mit Klarinette und Klavier respektive Streichquartett und Klavier) berücksichtigt. Schmidt hatte nach der Komposition dieses Quintetts 1938 nicht mehr lange zu leben.


    ;) Es gibt von Friedrich Wührer zu zweien dieser drei Quintette Fassungen für das Klavier zu zwei Händen - und nicht nur für die linke Hand, geschrieben für den nach Weltkriegsteilnahme versehrten Paul Wittgenstein, den Bruder des Philosophen Ludwig. Wenn man da ganz besonders spitzfindig wäre, dann könnte man die "Nr. 1" tatsächlich rechtfertigen. Es wäre dann das erste - und einzige - Quintett für Klarinette, Klavier beidhändig und Streichtrio des Österreichers. Vielleicht, vielleicht eher nicht ...


    Denn es handelt sich dann trotzdem nicht um die Originalkomposition von Franz Schmidt - und bei der von moderato verlinkten Aufnahme eben auch nicht um diese neue Version, welche zwar dem Pianisten Erleichterung verschafft, sich aber wohl nicht durchgesetzt hat, wenn man die drei oder vier Einspielungen des A-Dur-Quintetts auf Tonträger in Erwägung zieht ...


    [Jetzt hoffe ich nur noch, dass ich mit meinen Sophistereien wenigstens richtig liege ... :untertauch::)]


    :) Wolfgang

    Zitat

    Als ich neulich die "Platzhalter" Links in diesem Thread ausbesserte [...]

    Da sage ich Norbert gerne mal Danke zwischendurch!


    :hello: Wolfgang

    Vielen Dank, Axel, für Deine Antwort zu Sabanejew!


    Dass beide Komponisten befreundet waren, ist ja schon mal interessant.


    Wie gesagt: Klaviermusik von Skrjabin höre ich augenblicks viel und die Lettberg-Einspielungen schätze ich sehr ... neben anderen natürlich. Vielleicht bei Gelegenheit mehr. Wir haben ja hier auch einen Faden oder sogar zwei zum Thema - da war ich recht aktiv damals.


    :) Wolfgang

    Schönen Dank für diese Anregung! Gleich in den Wartebereich geschoben!


    Da ich zur Zeit viel Klaviermusik von Skrjabin höre, ist mir allein schon durch die Hörproben so etwas wie eine mögliche Geistesverwandtschaft aufgefallen. Dann habe ich unter den Kommentatoren etwas von einer Mischung aus diesem Russen und Fauré gelesen. Das scheint eine pointierte Einschätzung zu sein.


    Muss unbedingt ins Haus!


    Sehe ich das richtig - vgl. die Hörproben -, dass alle Sätze mit einer Art Idée fixe einsetzen?


    Besten Gruß insbesondere an Axel!


    :) Wolfgang

    Naja - ich sehe da keinen Widerspruch zu dem, was ich vorher gesagt habe, sondern eben ein wieder anderes Bewertungsspektrum, dem ich auch keineswegs widersprechen möchte.


    Aber wir müssen uns da nicht streiten. :)


    :hello: Wolfgang

    Zum schnellen Vergleich - eine keineswegs akademisch lupenreine Variante, eher witzig manipuliert, aber eben auch rhythmisch sauber:



    So sauschwer ist die Nummer ja nicht - ich habe sie vor etlichen Jahren von zwei unserer damaligen Abiturientinnen gehört. Ein bisschen vorsichtiger und quasi nicht authentisch südamerikanisch - und trotzdem besser, als was Freire und Argerich oben geboten haben.

    Dass auch ich Nelson Freire und Martha Argerich sehr hoch taxiere, sei vorausgeschickt. Das folgende Exempel der einschlägigen Samba von Milhaud erweckt allerdings den Eindruck, dass die beiden sich eine zumindest einmalige Probe geschenkt haben und/ oder dass sich Martha Argerich in besonderer Weise profilieren wollte. Denn dass beide die Musik im Zweifelsfall beherrschen, wird man annehmen dürfen.



    :S:) Wolfgang

    Trotzdem, werter Karl, kann ich mir unabhängig von der jeweiligen pianistischen Sichtweise nicht vorstellen, wie man etwa bei der b-Moll-Sonate in ihrer Komplexität und Dunkelheit - beachte das gespenstische Finale - oder bei den Abgründen der Balladen an "kraft- und bedeutungslose[]" Unterhaltungsmusik denken kann. Bei vielen der Nocturnes wiederum verblüffen harmonische Raffinessen, ganz abgesehen davon, wie unterschiedlich diese Werkgruppe erscheint.


    Das waren jetzt nur Beispiele. Die Walzer mögen das Klischee vielleicht noch am ehesten erfüllen ... was sie sicher nicht erfüllen, ist das bloß Tänzerische. Und auch Humorlosigkeit kann man ihnen nicht vorwerfen.


    Ich glaube, dass Rezeptionsvorurteile da sehr prägend sind.


    :) Wolfgang

    Vielen Dank an Caruso für die Threaderöffnung!


    Als Kafka-Liebhaber hat mich damals zugegebenermaßen der Titel Odradek - die absonderliche Figur aus seiner Parabel Die Sorge des Hausvaters aufgreifend - motiviert. Nun - ganz so rätselhaft wie der Vorlagen-Text ist die Musik zwar nicht, aber atmosphärisch dicht allenthalben.


    Bildkräftige Postmoderne im großorchestralen Stil. Das letzte Werk - der Tiento - sagt mir ebenso ganz besonders zu ... sicher nicht, weil es am wenigsten weit sich vorwagt in die Avantgarde, sondern umgekehrt wegen seines faszinierenden Umgangs mit der Tradition:


    Cristobal Halffter (geb. 1930): Orchesterwerke, CD


    https://www.discogs.com/de/Cri…ral-Works/release/5144561


    Die Streichquartette wären gewiss mal eine Idee. [An Opern müsste ich erst so manches Ältere mir erschließen... :untertauch: ]


    :) Wolfgang

    Lassen wir's rautavaaren, wie asteves an anderem Ort so schön gesagt hat.


    Ich mag die etwas modernistischeren Sachen von ihm lieber, wenn nicht nur Dreiklangsequenzen mild clusterig aufgepeppt werden. Also etwa das Orgelkonzert oder die fünfte und sechste Sinfonie eher als sieben und acht oder die Klavierkonzerte. Das heißt nicht, dass ich die anderen genannten Sachen nicht hören will. Doch daher zunächst Annunciations aus der folgenden Box:



    :) Wolfgang

    @ Adriano: Ich danke Dir ganz herzlich für den Link und werde ihn mir ausdrucken.

    @ Wolfgang Z: Auch Dir möchte ich danken; ich hatte gehofft, die Smileys hätten gezeigt, dass ich hier ironisch sein wollte. Das hat wohl nicht so ganz geklappt. Zur Sache: Bruns ist für mich nicht ganz neu, ich hatte sie schon vor langer Zeit gekauft, als nämlich Holger sehr enthusiastisch darüber schrieb und in der Tat hat die Musik mich - zumindest teilweise - gepackt. Ich werde also fortschreiten...


    :hello:

    Kein Problem, werter musikwanderer! Ich bin sehr gerne ironisch, habe aber Deinen Smiley leicht anders verstanden, nämlich dahingehend, dass Du Angst hast, die Musik könnte für Dich zu modern sein, und Dir das zugleich ein klein wenig peinlich ist.


    Macht ja nichts! :)

    Danke für Deine Replik, lieber Adriano. Was Du zu der "interessanten Entwicklung" von Brun andeutest, lässt mich frösteln.e:untertauch:

    Aber: ich werden tapfer fortschreiten und auch Deine Einführungstexte lesen - wenn ich sie denn finde... :baeh01:

    So interessant die Entwicklung von Fritz Brun ist, so wenig muss es Dich dabei "frösteln", Meister musikwanderer. Das mittlere Werk hat kleine Schärfen, die Dich nicht abschrecken werden, da bin ich mir sicher. Und die letzten zwei oder drei Sinfonien sind eher klassizistisch im Zuschnitt.


    Ehrlich! ;):)

    Brittens Serenade für Tenor, Horn & Streicher ist eines meiner Lieblingswerke dieses Komponisten, und ich entnehme Deinem Beitrag erfreut, dass Du auch an einer analytischen Betrachtung dieser Lieder arbeitest. Gerade die von Dir genannte Dirge greift mich emotional immer sehr an, und natürlich die im Zentrum dieses Zyklus stehende Elegie, in der Britten eines der schönsten Gedichte von William Blake kongenial vertont hat.

    Sehr schön, liebe Kollegen Bertarido und vor allem natürlich Helmut Hofmann!


    Denn ich muss - dies allerdings eher zu meiner Schande - gestehen, dass ich diese Serenade sicher öfters gehört habe als etwa Schuberts komplette Winterreise. (Über die Gründe will ich mich jetzt lieber nicht auslassen - es gibt aber auch in der Winterreise vielleicht drei oder vier Ausnahmen; da wird's dann sicher zweistellig und der Grund waren vor allem schulische Zwecke.)


    Sei's drum: Danke - und rasche Umsetzung des neuen Materials meinerseits versprochen. Die Hölderlin-Fragmente sind schon bestellt.


    :) Wolfgang

    Besten Dank, Meister Apollon, für diese Anregung.


    Ich dachte, ich hätte einen breiten Überblick über das Instrumentalwerk von Darius Milhaud -, und hatte nie etwas mitbekommen von diesem Ballett, von einem blauen Zug also.


    :) Wolfgang

    Doch - ein schöner Vergleich. Ich assoziiere Eichendorff oft mit den Bildern von Caspar David Friedrich, was auf der Hand liegt aus verschiedenen Gründen.


    Und die Schubert-Neunte höre ich mir dann wohl mal wieder an - vielleicht mit Harnoncourt:


    Die von Dir verlinkte cpo-Auswahl kenne ich auch seit ein paar Monaten.

    Ich war ebenfalls überrascht von der Professionalität und Eigenständigkeit dieser drei Streichquartette. Und ebenso von den klanglich wie interpretatorisch exzellenten Aufnahmen - gut, das ist heutzutage erfreulicherweise nicht mehr so überraschend.


    Hast Du mir auf dem Gebrauchtmarkt noch eine Hyperion übriggelassen, lutgra? ;)


    :) Wolfgang

    Ist das nicht eher ein Esel?:pfeif: Vielleicht der, auf dem die hochschwangere Maria in Richtung der dann eine gewisse Berühmtheit erlangenden Bethlehemer Stallung ritt?


    Grüße

    Garaguly

    Da magst Du Recht haben, Garaguly! Hundertprozentig sicher war ich mir wirklich nicht, aber für mich ist jedes Säugetier, das kein Elefant, kein Nager, kein Raubtier und kein Affe ist, eben ein Pferd. Reines idiolektales Geplänkel aus Schulzeiten. Da konnte man jemanden Bestimmten im Kollegium mit ärgern, einen besinnungslosen Pferdenarren ... ;)


    Beste Grüße,


    Wolfgang

    Amdir hatte den Schmidt breits angesprochen gehabt. Ich möchte dort anschließen und noch einen Schritt weitergehen, FWM Einspielung des Oratoriums "Das Buch mit sieben Siegeln" genießt bei mir absolute Referenz. Zugegeben, kein Standardwerk und dann auch noch mit Gesang. Trotzdem, ein hochinteressantes Werk mit ernormen Ansprüchen an die Ausführenden. Und hier ist FWM Aufnahme das Nonplusultra, gekonnt begegnet er diesem riesen Oratorium und ist auch hinsichtlich der dramatischen Steigerungen dem Stück nichts schuldig. Von wegen langweiler oder ähnlichen Attitüden, hier zumindest nicht.



    Meine Empfehlung:

    Dank an Apollon für die Empfehlung. Ich besitze noch keine Einspielung dieses gigantischen Werks, das immerhin als Zenit des Schaffens von Franz Schmidt gilt, und will diesen Zustand endlich ändern.


    Ob es oft gehört wird? Da hätte ich meine Zweifel.


    Die folgende Aufnahme besitze ich aber:


    Schmidt / Lpo / Welser-: Symphony No 4 / Variations On, CD


    :) Wolfgang