Beiträge von WolfgangZ

    Der letzte Beitrag von Ulli - zusammen mit seinem Bezugstext - war für mich sehr aufschlussreich, weil ich mich gerade bei diesem Konzert, das mich durchaus anspricht, immer gefragt habe, wo da die spezifischen Probleme liegen. Und das wird hier ganz zwanglos beantwortet. :)


    Ich habe allerdings nicht gewusst, dass Marius Casadesus - oder jemand anderer - das Konzert dem erst Zehnjährigen zugeschrieben hatte.


    Pfiffigerweise habe ich vor Jahren mit einem ordentlichen Hobby-Geiger dieses Konzert mal am Klavier dilettiert.

    @ Victor Bendix

    Das deckt sich mit meinen Eindrücken von der 2. Sinfonie und dem ersten Satz der 4. Sinfonie. Nordische Hochromantik, die mich an Gade aber auch Tchaikovsky erinnert. "Hübsch" trifft es ganz gut, ohne die Musik abwerten zu wollen. Da geht es z.T. auch dramatisch zur Sache, hält sich jedoch meist im Rahmen.

    Ja, so ist es wohl. - Ich finde die Musik wirklich nicht schlecht. Aber ich habe keine Idee und glaube es eher nicht, ob sich ein Personalstil herauskristallisieren würde, würde man mehr von ihm kennen. Das ist für mich ein wesentliches Kriterium, solange jemand nicht (zum Beispiel) Beethoven heißt. Da verschwindet die Relevanz eines Personalstils - der sicher dennoch gegeben ist -, wenn (zum Beispielt) jede Klaviersonate unverwechselbar ist. :yes:

    Und da ich jetzt am Fertighören bin: Beethoven hätte es wohl nicht anders geschrieben!


    Das gehört unbedingt in den Anhang einer modernen vollständigen Ausgabe!


    Gestern habe ich im Vergleich das zweite Streichquartett von Edward Grieg gehört. Zwei Sätze original - zwei weitere Sätze in Ergänzung von Julius Röntgen. Beides hat seine Berechtigung und darf nebeneinander bestehen, solange nicht geblufft wird - wie bei so manchem Klarinettenkonzert des 18. Jahrhunderts ... ;)

    Das zweite Klavierkonzert mag ich besonders gerne:



    Dreierpack - ich habe die relevante CD vor längerer Zeit einzeln erworben und kenne die dritte, die Du auch oben verlinkt hast, nicht. Aber es gibt vom Klavierkonzert noch weitere Einspielungen.


    Doch vermutlich kennst Du das Klavierkonzert sowieso. Das erste ist noch nicht so markant.

    ... das hat mir jetzt sehr gut gefallen. Allen voran das Violinkonzert, was durchaus auch namhaften Interpreten gut zu Gesicht stehen würde IMO.

    Schöne CD auch aus meiner Sicht! Unbekannt war mir Gottfried Schneider nicht und Du findest einen informativen Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia. Aber ich weiß schon, dass Du mit "namhaft" noch einmal eine andere Kategorie im Auge hast.


    :) Wolfgang

    Ist es nicht so, dass dieses Anfangsgrollen - vielleicht vergleichbar mit dem analogen Bassgrummeln in der letzten Klaviersonate - eine typisch Schubert'sche Todesahnung verkörpert? Ich habe da nie den Anfang einer dramatischen Entwicklung wahrgenommen, sondern quasi einen Fremdkörper, einen ganz bewusst eingesetzten. Letztlich tut er dem Divertimento-Charakter keinen Abbruch. Aber kommt dieses Grollen nicht gegen Ende - ganz am Ende nicht - wieder? Wirklich im Ohr habe ich das Oktett im Moment nicht.

    [...] Da gefallen mir die Prager und die 39 wesentlich besser. [...]

    Doch, mir auch. Die Prager ist formal origineller und birgt auch sonst manche Überraschung, die Nummer 39 erscheint mir melodisch-harmonisch besonders raffiniert.


    Das hat mit der besonderen Bedeutung der Jupiter-Sinfonie - und dem auch für mich kaum zu übertreffenden Finalsatz - überhaupt nichts zu tun. Vielleicht ist es rein subjektiv - aber ich meine, dies begründen zu können.

    Dank an Ulli für die interessanten Ergänzungen! Mit der Nummer 8 - das müsste ich nachsehen, habe ich jetzt nicht mehr im Hinterkopf. Ja, man hätte bei der Großzügigkeit der Auswahl von "The Symphonies" in der Tat diese Nummern aufnehmen können. Es hätte nicht einmal einen "Appendix" benötigt, denn das Booklet liefert ja die relevanten Hintergründe auch bei den diversen anderen Werken, die nicht unter 1 mit 41 fallen respektive nicht so ganz korrekter Mozart sind oder eigentlich keine Sinfonien.

    Die Hogwood-Integrale besitze ich schon länger und sie ist äußerst großzügig und musikalisch gelungen. "Mozarts" "zweite" und "dirtte" Sinfonie - wenn ich mich jetzt nicht täusche bezüglich der Zahlen - sind trotzdem nicht enthalten und ich habe sie mir anderweitig zugelegt. Platz wäre dafür auch noch gewesen, Sinn ebenso - nicht mehr und nicht minder Sinn als bei der Faden-Sinfonie. Ich bitte hierbei darum, alle Gänsefüßchen zur Kenntnis zu nehmen. :P:)

    Kann ich sehr gut nachvollziehen; der unerwartete Tonartenwechsel nach der Fermate, der ohne Übergang am besten zur Geltung kommt. Auch im ersten Satz gibt es schon diesen Wechsel von G- zu Es-Dur (T. 49), was ich auch besonders mag. Am meisten aber mag ich im Kopfsatz die nachfolgenden Takte 57/58, die ein bisschen was Don-Govanni-haftes haben (wegen der Halbtonerhöhung bei gleichzeitigem Ostinatobass; dort T. 2/3 des Allegro-molto-Teils der Ouvertüre). Ich verlinke mal das gleiche Video ab kurz vor T. 49 Kopfsatz:


    Das fiel mir Halblaien (45 Prozent) bislang zwar nicht auf - aber: Stimmt schon! :thumbup:

    Ja, ich meine, dass bei Mozart'schen Klavierkonzerten so unendlich viel zu entdecken ist, dass sich immer wieder quasi Verschiebungen ergeben - oder man halt dezent die nicht entsetzlich große Sinnhaftigkeit von detaillierten Rankings zur Kenntnis nehmen darf. (Was haltet Ihr hier von diesem Modalverb?)


    Übrigens würde aktuell und schon länger KV 271 bei mir eine Position viel weiter vorne einnehmen als vor Jahren - nur, weil von ihm bereits die Rede war heute, will ich das hier anfügen. Und das liegt auch nicht nur am verfrühten Klaviereinsatz. :thumbup:;):)

    11) Nr. 17 KV 453 (weiter unten als hier im Durchschnitt)


    Ja, in der Tat meine Nummer 1!


    Es liegt - ganz merkwürdig eigentlich - nicht zuletzt an Satz 2, Takt 95. Der harmonische Kontext hat mich scheint's gefressen. ;)


    Mediante von C aus, Untermediante von G ... oder so ... Bitte um Präzisierung oder Berichtigung!

    Du kennst den wichtigsten Komponisten unseres Jahrhunderts nicht?

    ;)

    https://www.ricordi.com/en-US/…1/Expert-survey-Haas.aspx

    Vorhin hatten wir den bedeutendsten jungen Dirigenten des Jahrtausends. Ein Tag der Meilensteine!


    Im Ernst: Ich kenne nichts von Georg Friedrich Haas, was ich schon mal ändern wollte und auch wirklich sollte. Wo ich doch überdies die Spektralisten mag und hin und wieder jemanden zum Spektralisten ernenne, der das eigentlich nicht ist ... :untertauch:

    Nun, 503, 537, 482 und 456 habe ich übewiegend wegen der Mittelsätze ausgewählt. 459 als Ausnahme wegen des Kopfsatzes. 537 insgesamt aber auch wegen der schönen Chromatik. Bei 453 stimme ich mit dir überein, wobei mir aber auch besonders das rasante Finale gefällt.

    8-)

    Alles klar! :cheers:

    503, 537, 482, 459, 453, 456. Reihenfolge variabel.

    Vielleicht würde mein Ranking von 2015 mittlerweile anders aussehen, aber wie ich sehe, hast Du es mehr mit den prächtigen Nummern, ich vielleicht mehr mit den raffinierten Mittelsätzen - Ausnahme ist 453, für mich der genialste Mittelsatz. Aber beide nennen wir nicht die Moll-Konzerte an erster Stelle ... ^^

    Ich nehme gerne an den Ranking teil, weiß aber nicht alle KV Nummern auswendig. Ich werde die traditionelle Nummerierung verwenden [...]



    In meinem Beitrag von vor auch schon wieder bald neun Jahren wollte ich Dir gewiss nicht zu nahe treten, werter Kollege - habe auch längst bemerkt, dass Du ein Kenner bist. Daher nur kurz: Respekt - denn mir geht es genau umgekehrt - wobei ich mich mittlerweile meist schon imstande sehe, auch mal schnell rück- oder vorzuzählen (s.u.) ... solange ich weiß, wo genau ich damit anfangen muss respektive, was nicht mitzählt und was eben doch ... Und manchmal vergesse ich das ... ;)


    Merksatz: 20 = 466 ...

    Alle solchen Kandidaten sind neuerdings immer gleich Jahrhundertphänomene. Das geht mir auf den Schnürsenkel. So manches dieser Phänomene der letzten Jahrzehnte - keine Ahnung freilich, wie lange man diesen modischen Superlativismus schon betreibt - ist erschreckend schnell in der Versenkung verschwunden, Einzelne, weil sie den Ruhm nicht verkraftet haben ... Das war jetzt nicht zum Faden gehörig, meint gewiss nicht nur Geiger.

    nochmals @ Adolph Henselt: Klavierkonzert - letzter Beitrag von astewes

    Zitat

    Der dritte Satz klang für mich an manchen Stellen "rein" virtuos.

    Ich glaube gut zu verstehen, was Du meinst! Bei Pontis kraftvollem Spiel empfinde ich das trotzdem als eher positiv, die Musik als hörbar schwer und nicht heruntergespielt, weil man das als Spitzen-Pianist eben beherrscht. Ein ähnlicher Effekt, wie ich ihn schon mal hatte (und hier berichtet habe) mit dem Konzert von Joseph Marx bei Marc André Hamelin und im Vergleich Jorge Bolet (eine Aufnahme, die außer mir wohl kaum jemand kennt - dank Michael Schlechtriem) und David Lively! Hamelin spielt das Konzert zu locker flockig - und das ist nicht gut. Grundsätzlich bin ich aber schon ein Verehrer - live zweimal erlebt - des kanadischen Überfliegers.

    Adolph (von) Henselt - aus grob meiner Heimat, nämlich Mittelfranke - stammt aus Schwabach. Aber behäbig, unterkühlt und mild ironisch wie bisweilen die Franken ist an dieser Musik nichts. Sauschwere und wirkungssichere, aber niveauvolle Virtuosennummer.


    Wahrscheinlich kenne ich nur die Einspielung mit Michael Ponti. Das war ein glänzender, kraftvoller, quasi auch ehrlicher Pianist, aber die Aufnahme bewegt sich nicht auf höchstem klangtechnischen Niveau und das Orchester - Philharmonica Hungarica, geleitet von Othar Maga - ist wohl auch noch zu überbieten.


    Der Finalsatz gerät dann auch kompositorisch fast ins Stolpern, meine ich. Was hast Du gemeint, Axel?


    Oder habe ich mir auch die Hyperion-Scheibe besorgt? Da müsste ich direkt mal nachsehen ... :untertauch:


    https://www.discogs.com/de/rel…e-Romantic-Piano-Concerto


    Deine Aufnahme - mit dem mir allenfalls namentlich bekannten Paul Wee - besitze ich nicht.