Beiträge von WolfgangZ

    Wurde Gloria Coates (geb. 1938) schon genannt? Mich faszinieren ihre raffinierten Orchesterfarben, der beinahe manische und vielfach beängstigende Duktus (wörtlich gemeint!), irgendwo zwischen Minimalismus und expressionistischer Archaik. Das ist wirklich spannende Musik. Zwei Beispiele:


         


    Wieder in eine andere Richtung geht Per Nörgard (geb. 1932). Es sind ebenfalls relativ groß angelegte moderne Sinfonien und entscheidend scheinen mir auch hier die Farbschattierungen. Die Musik ist komplexer, wohl auch uneinheitlicher als die von Coates, wobei ich seine mathematischen Überlegungen naturgemäß nicht wirklich nachvollziehen kann. Aber das muss es ja nicht. Wiederum zwei Beispiele:


         


    Gloria Coates hat auch 2018 komponiert, bei Nörgard weiß ich das auf die Schnelle nicht.


    Von den diversen oben genannten Komponisten kenne ich schon eine klare Mehrheit nicht nur dem Namen nach und ich kann auch den allermeisten etwas abgewinnen. Ich bin da völlig offen zwischen, sagen wir, Daugherty und Lachenmann.


    Zeitgenössische Kammermusik ist mir nicht unbekannt, aber weniger vertraut.


    :)Wolfgang

    HIP ist es wohl nicht..

    Beinahe, würde ich sagen. Es sind recht spannende Einspielungen - präzis, differenziert in Dynamik, Tempo und Agogik, frisch. Auch ich habe mir für zwanzig Euro die mp3-Variante zugelegt und das Booklet ausgedruckt (ohne könnte man auch leben, es wird ja bei kaum jemandem von uns die einzige Einspielung sein).


    Der Preisverfall ist merkwürdig und dürfte den einen oder anderen ärgern. So ging es mir anno dunnemals mit den Haydn-Quartetten und Buchberger. So schlecht sind die nun auch wieder nicht und der Einzelkauf war bereits ein Schnäppchen. Aber eben keineswegs das Schnäppchen der Integrale !! Da durfte ich froh sein, dass ich die wenigen mir fehlenden Nummern noch einzeln erhalten konnte.

    Achtung: Wichtige Korrektur! :P

    Hallo, Rolo!


    Nachdem ich jetzt verstanden habe, dass nicht Beethoven, sondern dessen Violinsonaten als neues Dorf metaphorisiert werden, muss ich meinen Vergleich von weiter oben eine Stufe höher setzen, was dann wohl wie folgt liefe: alter Markt - anderes Dorf etc. :untertauch:


    Und beim Zimmer würden wir uns irgendwie doch wieder treffen ...


    :hello: Wolfgang

    Ein Neujahrskonzert gönne ich mir heute noch, eines der für mich gelungensten dieses Jahrtausends:



    Das habe ich heute auch mal wieder gehört und ich gebe Dir gerne Recht. Wenn ich mich nicht irre, hast Du an anderem Ort festgestellt, Thielemanns Sicht des Ägyptischen Marsches würde eben nicht an Pretre heranreichen. Auch falls es jemand anderer gewesen sein sollte: Ich sehe es jetzt nach den jüngsten Hörerfahrungen von heute und von vor fünf Tage genauso!


    :hello:Wolfgang

    Ich bin nun nicht der größte Verehrer von Christian Thielemann und sehe mich auch nicht befugt, bezüglich der schon weit oben benannten Werke, welche angeblich anderweitig besser aufgeführt wurden, Kontra zu bieten. Allenthalben fand ich das Konzert indes gelungen, vielleicht gerade dann, wenn der Zugriff hätte knackiger sein können und stattdessen eine angenehm melancholisch verhaltene Note ins Spiel kam.


    Wer allerdings die Meinung vertritt, Thielemann sei zu militärisch vorgegangen, der hat entweder die Veranstaltung wirklich nicht zur Kenntnis genommen oder sein Urteil in der Tat vorher unwiderruflich gefällt. Denn das stimmt einfach nicht, absolut nicht!


    :hello:Wolfgang

    Unter den vielen Kleinmeistern des frühen 19. Jahrhunderts war Ries einer der sehr kleinen.

    Bezüglich der Streichquartette darfst Du keine Verve erwarten. Die kenne ich nicht - und möglicherweise wird sich das nicht ändern, denn dazu ist mein Musikgeschmack zu weitreichend.


    Die Sinfonien offenbaren aber gewiss keinen sehr kleinen Kleinmeister. Ich verweise spaßeshalber nur mal auf den ersten Akkord der ersten Sinfonie ... :P


    :hello:Wolfgang

    Isa Krejci


    Wobei ich ergänzen muss, dass die Komposition in meiner Radiomitschnittjugend auf BR recht häufig gespielt wurde. Da gab es eine Aufnahme mit dem hochbetagt erst vor ein paar Jahren verstorbenen tschechischen Dirigenten Josef Hrncir. Das Orchester müssten, wenn ich nicht irre, die Nürnberger Sinfoniker gewesen sein, die gerne solche unterhaltsamen Petitessen aufgenommen haben und dies wohl auch noch tun. Jedenfalls ist mir die Nummer von Anfang an im Ohr geblieben.


    Zwei CDs gibt es also mindestens. Und damit der Thread stimmt, höre ich mir nachher meine an - auch erst vor ein paar Jahren erworben:



    Karel Ancerl hat sie ebenso eingespielt.


    :hello:Wolfgang

    Ein wirklich vergnügliches und unmittelbar effektvolles Kabinettstück mit böhmischem Flair ist dafür die Serenade von Isa Krejci.


    :thumbup:Wolfgang

    Ist für Dich Michelangeli die Überreferenz oder Francois oder noch jemand anderer, Holger? :) (Wolfgang teletons Entremont-Einspielung lässt aber eigentlich auch keine Wünsche offen.)


    Meinerseits halte ich Bavouzet (natürlich neben anderen Sub- und Superreferenzen ( ;) )) mit seinen Bartok-Konzerten für ganz ausgezeichnet, auch bezüglich der klanglichen Durchsichtigkeit. Könnte also gut sein, dass die von FidiX angeführte Einspielung ihre Meriten durchaus hat.


    Trotzdem werde ich, wenn irgend möglich --- :rolleyes: ---, weder ein weiteres Bartok-Klavierkonzert noch ein solches von Ravel erwerben. Jeweils mehr als eine Hand voll, das reicht.


    :hello: Wolfgang

    Zitat

    Im Grunde ist sowas gar nicht mein Repertoire [...]


    Mir scheint nicht, Meister Garaguly, dass gar so vieles nicht Dein Repertoire ist, und meine Meinung dazu ist klar: :thumbup:
    :hello: Wolfgang


    NB: Was ich gerade höre:



    ... und zwar die dritte, welche ich mittlerweile interessanter finde als die bisher von mir bevorzugte vierte Sinfonie. Das Cover der Integrale ist ein anderes; ich besitze wohl eine andere Auflage.

    Ein Musterbeispiel, wie man sich mit Kleinigkeiten in die Haare kriegt. Ich schwanke zwischen Lachen, Aufregen und Schulterzucken...


    Nun, da gibt es schon einen lange schwelenden, wenn auch hier nicht direkt erkennbaren Hintergrund, - was nichts daran ändert, dass Du ganz fürchterlich Recht hast! Aber welchen Sinn siehst Du in Hosenrolles Frage?


    :hello: Wolfgang


    Auch das ist so'n Hit, der Romantiker dahinschmelzen lässt und der den etwas wehmütigen Blick in die eigene (Tanz- und Schmuse-)Jugendzeit versetzt!


    Eine so bekannte wie pfiffige Melodie, deren Witz sich in der auffälligen Chromatik äußert. Ein anderes Beispiel wäre Michelle von den Beatles. Auch wenn Melodien allein kene bedeutende Musik machen, so ist das per se ein Qualitätsmerkmal.


    :hello: Wolfgang

    Deine emotionale Antwort zeigt mir, dass wir tatsächlich aneinander vorbeigeredet haben. Aber doch auch interessant, andere Deutungen meiner Frage weiter oben zu lesen. :)


    Ich kann Dir nicht folgen.


    Wo sind "andere Deutungen (...) weiter oben"? Es hat doch niemand sonst sich mit Dir unterhalten als ich?


    Und worauf wolltest Du eigentlich hinaus?


    Ich behaupte mal ganz frech, dass wir keineswegs aneinander vorbeigeredet haben.


    Aber wir müssen uns nicht streiten und können hier gerne aufhören. So wichtig ist mein Geschwätz auch wieder nicht.


    :hello: Wolfgang

    Was steckt denn anderes hinter Deiner Frage als die Erwartung, dass man Strauss nicht mit den gleichen Instrumenten spielen könne als Mozart? Nun, ich wüsste keinen Grund, der dagegen spricht. In seinem späten Oboenkonzert hat Strauss klassizistischen Geist nachempfunden; es ist für eine kleine Besetzung geschrieben, vielleicht für eine kleinere sogar als Mozarts späte Sinfonie und es hat viel mehr mit Mozart zu tun, als Dir offenbar bekannt ist. Ein gutes Orchester wird Mozart heute sicherlich nicht mehr in großer romantischer Besetzung interpretieren, aber warum sollte es dazu die Instrumente wechseln? Es wird sehr wohl in der Lage sein, in kleinerer Besetzung eine Mozart-Sinfonie ganz anders zu gestalten als in größerer Besetzung eine Tondichtung von Strauss - nur hat das Oboenkonzert halt so gar nichts mit dem Ausdruckswillen seiner Tondichtungen zu tun.


    Ich habe ganz bestimmt nichts dagegen, Mozart in einer frischen, hippen Deutung zu hören. Dazu höre ich auch gerne historische Instrumente, aber ich muss das nicht. Vor allem aber möchte ich weiterhin die Möglichkeit haben, ohne irgendwelche Scheuklappen gemischte Orchesterkonzerte mit Begeisterung und Verständnis live zu hören.


    Das Orchester und der Dirigent werden sich bei ihrer Programmplanung etwas gedacht haben. Accuphan hat das Konzert offenbar genossen. Wenn Du dazu nicht in der Lage bist aus ideologischen Gründen, ist das nur bedauerlich.


    :hello: Wolfgang

    Wie gesagt, werter moderato - es war quasi Stilvermutung. Das Gemälde habe ich gar nicht erst gesucht, da Du nicht danach gefragt hast; insofern hat mich die Farbverzerrung auch nicht irritiert.


    Ein neues Rätsel stelle ich gerne. Der Maler ist gar nicht so unbekannt. Ob ich ihn am Stil erkannt hätte, sei allerdings dahingestellt.


    Wer hat auf dem Cover dieses meines Neuerwerbs das Bild gemalt?



    Herzliche Grüße,


    Wolfgang

    Werter moderato!


    Ärgern wollte ich Dich natürlich nicht - ich ahne auch, dass Du die Stunden gerne investiert hast. Deine Recherche-Hinweise waren auch für mich sehr interessant, der ich im Augenblick besonders gerne Musik von Harald Genzmer höre.


    In jedem Fall liegst Du mit der Lösung goldrichtig und möchtest uns vermutlich ein neues Rätsel stellen.


    Beste Grüße,


    Wolfgang

    Das Gemälde kenne ich schon sehr lange aus einer bebilderten Familienausgabe mit Erzählungen und Gedichten von Theodor Storm:


    Adolf Menzel: Balkonzimmer, 1845


    Ein schönes Beispiel meines Erachtens, um die biedermeierlich-realistische Perspektive von der romantischen zu unterscheiden. Einen Lufthauch, vom Balkon kommend, kann man sich vorstellen, weitere Andeutungen des Natürlichen fehlen, es gibt auch keinen Blick aus dem Fenster, stattdessen die Spiegelung des Interieurs.


    Ob nun allerdings das Bild in meinem Buch oder der Ausschnitt auf dem CD-Cover spiegelverkehrt gezeigt wird, müsste ich erst noch überprüfen.


    :hello: Wolfgang


    Das ist mit Karajan immer das Problem. Der Mann hat schon immer polarisiert. Entweder hat man ihn zum musikalischen Heilsbringer stlisiert oder ihn weit über jedes Maß hinaus verdammt. Natürlich ist Herberts Mozart meilenweit von jedem modern-progressiven Mozart-Stil entfernt. Dick ist er schon, Karajans Mozart, auch wuchtig. Ich muss gestehen, schon lange keine vergleichsweise so wuchtige 29. Symphonie mehr gehört zu haben wie die unter Karajans Stabführung aus oben gezeigter Box. Aber ist das deswegen schlechte Musik? Bestimmt nicht. Es ist eine Frage des persönlichen Geschmacks - über den sich dann bekanntlich allzu gerne streiten lässt, wiewohl solche Geschmacksstreitereien eh' zu nichts führen, weil man sich doch sowieso nicht überzeugen lässt von jemandem, der einem an Kopf wirft, dass das, was man mag furchtbar doof, altbacken und geschmacklos sei.
    Karajsn und die Berliner Philharmoniker waren, als sie das in den 1970er Jahren einspielten, Vollblutkünstler, die natürlich Mozart nicht kaputt gemacht haben. So eine Barbarentat hätten die begangen, vielleicht per se gar nicht begehen können. Karajans Mozart ist dem Riccardo Mutis und der Wiener Philharmoniker, Anfang der 1990er Jahre aufgenommen, nicht unähnlich. Muti würde ich - nach diesem ja nicht direkten "Vergleich" (habe gestern mal Mutis Mozart gehört) etwas mehr Feuer und treibende Kraft attestieren. Aber Karajans Lesart, muss ich sagen, gefällt mir gut. Es hat mir großen Spaß gemacht, diese Aufnahmen zu hören.


    Grüße
    Garaguly


    Abgesehen davon, dass ich Dir nicht wirklich widersprechen will, kann ich auch nicht recht. :thumbup:


    :) Wolfgang

    Auch der folgende Mozart, den ich mir jetzt wieder einmal zu Gemüte führen werde, ist keineswegs zu verachten (EDIT: bezieht sich auf den Vorvorbeitrag ...):


    (recht teuer geworden, vor allem die Einzelscheiben ...)


    Ich beginne mit dem erstaunlichen KV 16.


    PS: Mit Karajan bin ich zu wenig aufgewachsen und habe stattdessen viele Vorurteile und Klischees mitbekommen. Das prägt irgendwie und sollte aber nicht ...
    PPS (EDIT): Die Schumann-Sinfonien waren jüngst an der Reihe (mit dem Odense-Orchester).


    :hello: Wolfgang

    Zitat

    ... genauso sinnlos [sic!] wie auf diesen völlig überflüssigen Beitrag einzugehen.


    Hat zweiterbass ja auch nicht verlangt. Aber eine Freud'sche Fehlleistung, die tief blicken lässt, ist diese Replik allenthalben.


    Und jetzt bin ich auch schon wieder raus. Kaletha stiehlt mir keine Zeit mehr.


    :D Wolfgang