Beiträge von heinz.gelking

    Es gibt eine wundervolle Einspielung von ihr mit dem op. 42, "Frauenliebe und Leben", von Schumann. Habe ich vor wenigen Tagen noch gehört. Begleitet wird sie von Geoffrey Parsons. Ich habe die auf LP, vermute aber mal, dass sie irgendwo auch auf CD erschienen ist.


    Freundliche Grüße


    HG

    Zitat

    Original von Hildebrandt


    Wieso schließen sich Zweiwegerich und Standbox aus?


    (...)


    Tun sie gar nicht. Behaupte ich aber auch nicht, bzw. beinhaltet die Formulierung "...pauschaliere ich grob... ... wird in der Regel..." doch, dass das nicht immer so ist.


    Ich habe selbst zum Beispiel eine Audiophil Cantata und die Ikon Akustik Antea gehört. Das funktioniert, gar keine Frage. Aber in der Regel kommen in einem Zwei-Wege-Lautsprecher ein Hochtöner und ein Mittel/Tieftöner zum Einsatz - und der kann mangels Membranfläche normalerweise keinen richtig tiefen Bass. Das besondere, beispielsweise an der Antea von Ikon Akustik ist, dass im Grunde ein echtes Bass-Chassis (mit großer Fläche) und ein Hochtöner den gesamten Übertragungsbereich unter sich aufteilen.


    Cantata und Antea sind ebenso wie der Lautsprecher auf der lautsprechershop-Seite sehr spezielle Produkte und entsprechen in keiner Weise "normalen" Zwei-Wege-Lautsprechern.


    Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass 80 % aller Zwei-Wege-LS kleine Kompaktboxen ohne Tiefbass und 80 % der Drei-Wege-LS große Standboxen sind?


    Freundliche Grüße von


    Heinz

    Zitat

    Original von m-mueller
    (...)
    Meine Boxen haben 4 Chassis (2 mal Baß, 1 mal Mitte, 1 mal Höhe) und schon gute Dreiwege-Systeme haben Probleme, da mitzuhalten. 2 Wege scheinen mir nun dann Sinn zu machen, wenn man wenig Platz hat.


    Hallo,


    nur um die Begriffe einmal klar zu machen: Die Anzahl der Treiber und die Anzahl der "Wege" sind nicht identisch, d.h. der Lautsprecher mit vier Treibern kann durchaus ein 3-Wege-Lautsprecher sein - und ist es mit großer Wahrscheinlichkeit sogar.


    Das Musiksignal kommt im Lautsprecher an und wird in der Weiche auf die verschiedenen Treiber verteilt, gewöhnlich gibt es dabei zwei Übergabefrequenzbereiche, einmal zwischen dem Mitteltöner und dem Hochtöner (z.B. bei 2,5 Kilohertz), einmal zwischen dem Mitteltöner und dem Bass (z.B. bei 200 Hertz) - es gibt also drei Wege, weil das Signal an zwei Stellen aufgetrennt wird. Mit großer Wahrscheinlichkeit spielen die beiden Bässe zusammen und decken gemeinsam den selben Frequenzbereich ab. Ein Zwei-Wege-Lautsprecher hat im Vergleich dazu meistens zwei Treiber und per Definition nur einen Übergabefrequenzbereich.


    Man kommt bei der Beurteilung von Lautsprechern mit pauschalen Aussagen nicht weit. Aber es gibt zwei Faustregeln: 1. Je mehr Treiber, desto besser kann der einzelne Treiber auf die Aufgabe hin optimiert werden, einen ganz bestimmten Frequenzbereich zu übertragen. 2. Je weniger Chassis, desto geringer ist die Gefahr, dass der Übertragungsbereich des Lautsprechers akustisch in "Zuständigkeitsbereiche" zerfällt.


    Und jetzt pauschaliere ich ganz, ganz grob: Der Zwei-Wege-Lautsprecher wird in der Regel homogener klingen, aber keinen Tiefbass (z.B. unterhalb von 60 Hertz) reproduzieren können. Der große Standlautsprecher mit vier Treibern und drei Wegen hat mit dem Tiefbass keine Probleme (die Grenze vieler großer Standlautsprecher liegt bei etwa 35 Hertz), aber es kann sein, dass man dabei auf kurzer Hördistanz das Gefühl hat, ein Konzertflügel stehe auf einer Korpusseite und die tiefen Töne kämen von unten (wo die Bass-Chassis des Lautsprechers sind) und die hohen Töne kämen von oben (wo sich der Hochtöner des Lautsprechers gewöhnlich befindet).


    Freundliche Grüße,


    Heinz

    Meine Vermutung: Das hat überhaupt kein Redakteur geschrieben, sondern ist - mindestens zu großen Teilen - eine Pressemitteilung des Veranstalters, die eben ohne redaktionelle Überarbeitung online gestellt worden ist.


    Ich würde da nicht jedes Wort auf die Waagschale legen.


    Freundliche Grüße


    Heinz

    Abbado ist auch ein hervorragender Debussy-Dirigent, weil er nicht nur auf Klangsensualismus setzt (wie Karajan) und nicht nur auf Struktur (wie Boulez). Es gibt eine sehr gute Aufnahme der Nocturnes aus den frühen 70ern mit dem Boston Symphony Orchestra (auf DG) und die erst wenige Jahre alte La mer-Aufnahme aus Luzern ist hervorragend.


    Freundliche Grüße


    Heinz

    Zitat

    Original von van Rossum
    Kennt jemand von euch eine Quelle für alte Melodiyas?


    (...)


    In Berlin gibt es einen Internethändler, der regelmäßig Melodiyas hat, allerdings nach meiner Beobachtung eher gängiges Repertoire. Möglicherweise lohnt sich trotzdem ein gelegentlicher Blick in seine Liste:


    http://www.33rpm.de


    Zur Qualität von Ware und Service kann ich nichts sagen; ich habe da noch nie gekauft, aber vor längerer Zeit mit dem Inhaber mal telefoniert. Schien nett und extrem kompetent.


    Freundliche Grüße sendet


    Heinz

    Luca Lombardi hat eine Oper mit dem Titel "Dmitri" geschrieben. Die beiden Protagonisten: Schostakowitsch und Stalin. Stalin wäre natürlich als einer der großen Verbrecher des 20. Jahrhunderts ein Kandidat für den größten Schurken in der Oper. Wobei solche realen Personen gegenüber fiktiven Personen "außer Konkurrenz" laufen müssten.


    Hitler scheint derzeit zwar für eine verfilmbare Person der Geschichte gehalten zu werden, aber es gibt meines Wissens noch keine Oper, in der er auftaucht (Theaterstücke schon, u.a. von Achternbusch).


    Grüße,


    Heinz


    Das stimmt. Material wäre genug da. Er hat ja viel eingespielt - nicht nur in Cleveland... Sawallisch und Kempe wären ähnlich gelagerte Fälle: Es gibt jede Menge Aufnahmen, zum Teil sogar erhältlich und nicht gestrichen - aber es gibt keine "Gemeinden" wie bei Bernstein, Karajan oder Celibidache. Andererseits haben sie auch nicht den Geheimtipp- oder Außenseiter-Status von Gielen oder Zender. Marketingtechnisch scheinen sie damit ein wenig durchs Raster zu fallen: Zu "normal" für einen Kultstatus.


    Gilt irgendwie auch für wichtige DDR-Dirigenten wie (Kurt) Sanderling und Herbert Kegel: Herausragende Aufnahmen - verhaltene Publikumsresonanz.


    Was die Chancen für eine Spätkarriere wie Wand angeht: Dohnanyi dürfte, nachdem Sawallisch ja nicht mehr dirigiert (sagt jedenfalls Wikipedia...?) neben Skrowaczewski der dafür aussichtsreichste Kandidat sein. Aber sowas lässt sich nicht planen. Beruhigend: Der NDR wird vermutlich alle Konzerte dokumentieren und archivieren. Es ist ja ein Rundfunksender mit den entsprechenden Möglichkeiten.


    Allen ein schönes Wochenende!


    Heinz

    Hallo,


    ja, ein ganz wichtiger Dirigent. Mal ein paar Vermutungen: Vielleicht liegt es an seiner zwanzigjährigen Abwesenheit, dass er in Deutschland und Österreich nicht die Popularität erlangt hat, die er vielleicht verdient hätte (wobei er mir wie jmd. vorkommt, dem das schnurz ist...). Das könnte in Amerika anders sein... Vielleicht war außerdem in Deutschland auch nur Raum für einen Dirigenten seines Typs, und diesen Raum hatte vielleicht jahrelang Günter Wand besetzt? Vielleicht liegt es - dritte Vermutung - am Ende doch auch an seiner Art zu musizieren: eher nüchtern und sorgfältig, eher weniger großzügig und mitreißend. Damit wird man nicht so populär wie Bernstein.


    Noch ein CD-Tipp: Die Klavierkonzerte von Schumann/ Grieg mit Arrau und dem Concertgebouw und Dohnanyi, 1963 aufgenommen.


    Freundliche Grüße


    HG


    Es gibt von Komponisten und Pianisten in Personalunion einiges auf Welte-Mignon, beispielsweise Aufnahmen von Enrique Granados, Max Reger, Richard Strauss. Die sind bei Tacet auf CD erschienen. Einer der am besten dokumentierten Pianisten/Komponisten dürfte Rachmaninow sein, da gab es mal eine Box mit 2 CDs beim Label RCA (BMG). Das ist allerdings ja auch schon einer, der den überwiegenden Teil seines Lebens im 20ten Jhdt. verbracht hat.


    Freundliche Grüße von


    Heinz Gelking

    Zitat

    Original von Theophilus


    Es soll auch gelegentlich in Tonstudios Klimaanlagen geben...


    Klar. Wobei ich mich ja auch gar nicht festlege, dass es eine Klimaanlage ist. Es gibt einfach Nebengeräusche, die in einem schallisolierten Studio nicht auftauchen würden. Habe mal nachgesehen: Die Aufnahme fand im Fishercenter for the performing arts at Bard College statt.


    Grüße,


    HG

    Hallo,


    es beginnt ja schon mit der Wahl des Mikrofons, seines Abstandes zum Interpreten, ja überhaupt der Frage wie viele Mikrofone eingesetzt werden, wie der Interpret in den Raum gestellt wird, ob in einem "natürlichen" Raum aufgenommen wird oder in einem Studio und so weiter und so fort. Der Toningenieur oder Tonmeister hat auf das, was wir hören, einen großen Einfluss. Mir hat ein früher DG-Mitarbeiter mal erzählt, dass nach seiner Vermutung der etwas gläsern-fragile-durchsichtige Klang von Wilhelm Kempff bei den Einspielungen der 60er-Jahre auf aufnahmetechnischen Problemen beruhe und Kempff eigentlich einen kraftvollen und tragfähigen Klavierklang erzeugt hätte. Das Klangbild beeinflusst unsere Wahrnehmung der musikalischen Leistung - wir können's nicht ändern, sollten uns dessen aber bewusst sein.


    Im Moment geht die Tendenz nach meinem Eindruck stark dahin, in "natürlicher" Akustik aufzunehmen, ja vielfach wird direkt im Konzertsaal live aufgenommen. Dabei spielen natürlich auch Kostenfaktoren eine Rolle: Es ist schlicht und einfach billiger ein Konzert mitzuschneiden als ins Studio zu gehen. Aber selbst Studioaufnahmen finden mittlerweile nicht mehr in Studios statt. Dabei nimmt man vermehrt sogar Nebengeräusche in Kauf. Natalie Zhus und Hillary Hahns Einspielung der Mozart-Sonaten für Klavier und Violine sind beispielsweise voll davon, wenn man sie mit einem Lautsprecher hört, der wirklich tiefe Frequenzen wiedergeben kann. Wenn ich mich richtig erinnere, konnte man zwischenzeitlich eine Klimaanlage hören. Ich finde diese Tendenz, in "normale" Räume zu gehen, übrigens ganz gut und habe keine Sehnsucht nach dem aseptischen und "perfekten" Klang der 80er-Jahre.


    Freundliche Grüße


    Heinz

    Ja, das passende Thema zu Weihnachten! Ich schätze L'enfance du Christ auch sehr, habe allerdings nur eine Aufnahme. Die aber finde ich toll. Hier die Besetzung und ein paar Infos:


    Maria – Janet Baker
    Joseph – Thomas Allen
    Erzähler – Eric Tappy
    Herodes – Jules Bastin
    Hausherr – Joseph Rouleau
    Zenturio – Philip Langridge
    Polydorus – Raimund Herincx


    Flöten – Richard Taylor, Francis Nolan
    Harfe – Renata Scheffel-Stein


    Chor – John Alldis Choir
    Orchester – London Symphony Orchestra


    Gesamtleitung – Colin Davis


    Philips 5-LP-Kassette 6768002


    Wenn man etwas gegen die Einspielung einwenden will, dann vielleicht, dass Colin Davis (im Aufnahmejahr 1977 noch ohne "Sir") auf ein groß besetztes Orchester setzt. Er weiß diesen riesigen Orchesterklang des LSO sehr delikat zu formen, aber Abschnitte wie die Szene im Stall, wo die Musik ja doch bewusst "einfach" gehalten ist, die klängen mit einem Kammerorchester wohl überzeugender. Wobei ich gar nicht weiß, was Berlioz nun in der Partitur gefordert hat.


    Die Sänger der Aufnahme sind ausnahmslos großartig.


    Ich finde den Hinweis auf die "filmische" Werkanlage sehr interessant. So habe ich das nie betrachtet. Aber vor allem für den ersten Teil passt das gut. Da wird die Gefahr wird aufgebaut und über mehrere "Szenen" immer konkreter. Andererseits werden hier im ersten Teil eine ganze Reihe an Personen eingeführt, Herodes eingeschlossen, die während des Stücks dann aber nie wieder auftauchen. Das würde einem guten Drehbuchautoren vermutlich nicht passieren...


    Freundliche Grüße und schöne Feiertage


    Heinz

    Hallo,


    wenn ich's nicht überlesen habe, dann hat noch niemand das Fauré-Requiem genannt. Victoria de los Angeles, Dietrich Fischer-Dieskau, Dirigent: André Cluytens. Bei EMI. Wo hier schon von Engelsgesang die Rede war: Das Pie Jesus ist göttlich. Etwas süßlich (komponiert, nicht gesungen), aber göttlich.


    Und sie hat in Cluytens "Faust"-Aufnahme (Gounod) die Marguerite gesungen. Gedda, Christoff,... - tolle Besetzung!


    Grüße,


    Heinz


    Ja, das kann sein. Das kannst Du besser beurteilen. Aber man muss ja nicht nicht spielen. Man kann ja auch mal schlecht spielen oder einen Einsatz verpassen, weil einem kollektiv übel wird oder so.


    Wenn ein Intendant einen Trompeter entlassen würde, weil ihm übel geworden ist und sich - rein zufällig natürlich - ein paar Blue Notes in sein Spiel eingeschlichen haben, als es galt, in Nürnberg zum krönenden Abschluss des Konzerts jenen Marsch zu spielen, mit dem Hitler aufzutreten beliebte, dann halte ich es für wahrscheinlicher, dass am Ende der Intendant geht, während der Trompeter bleibt. Ich habe da durchaus Vertrauen in die Demokratie und in die Rechtsprechung.


    Übrigens, die Bundeswehr behandelt den so genannten "Badenweiler" wie einen Vorbehaltsfilm, das bedeutet: Aufführung nur kommentiert oder im Rahmen der historischen Darstellung oder so ähnlich.


    Hier weitere Infos (xx = tt):


    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Badonviller-Marsch


    Freundliche Grüße


    Heinz


    Ja, danke für den Hinweis auf "würde ich Thielemann nicht bezeichnen dürfen". Das stimmt. Ich habe das abwertende Adjektiv durch "schlimmer als unklug" ersetzt. Das soll ja dann wohl von der Meinungsfreiheit gedeckt sein und nicht in den Bereich der Beleidigungen fallen...


    Grüße,


    Heinz

    Zitat

    Original von Armin Diedrich


    Das ist meines Wissens immer noch der Fall - es ist ja schon aufällig, daß er bislang von den meisten seiner Wirkungsstätten im Krach schied. In Nürnberg leistete er sich ja auch eine seiner klassischen Instinktlosigkeiten mit dem berüchtigten "Silvesterkonzert". Preußische Militärmärsche - na gut, was anderes als immer die "Blaue Donau" darf schon mal sein. Aber als krönenden Abschluß und ausgerechnet in Nürnberg den "Badenweiler Marsch" zu bringen, dazu gehört schon entweder eine gravierende Unkenntnis oder unverschämte Chuzpe...


    Ja, das er ist schlimmer als unklug oder dreist oder beides.


    Mich würde ja mal interessieren, wie Thielemann (dessen "Fünfte" von Bruckner aus München und dessen "Alpensinfonie" aus Wien ich sehr schätze) sich gegenüber den jeweiligen Orchestern durchsetzt. Ich meine, da sitzen doch intelligente Menschen hinter den Notenpulten, die sich vielleicht auch eine eigene Meinung leisten... Und wenn genügend Leute im Orchester sich einig sind, müsste man sowas wie den "Badenweiler" in Nürnberg schon aus dem Orchester heraus stören können. Ich kann mir - zumindest für Orchestermitglieder mit längerer Dienstzeit - nicht vorstellen, dass das arbeitsrechtliche Konsequenzen hat.


    Wie seht Ihr das?


    Freundliche Grüße,


    Heinz


    Editiert von mir: Sicherheitshalber habe ich einen vielleicht unter Beleidigungen einzusortierenden Begriff durch "schlimmer als unklug" ersetzt.

    Zitat

    Original von Armin Diedrich
    (...) Man kann und soll Pfitzner ja durchaus spielen ; aber an diesem Ort...?


    Die Frage ist berechtigt, und am Ende liegt die Entscheidung beim Hausherrn, was er in seinen Räumen stattfinden lässt. Ich gebe im Zusammenhang mit Pfitzners Kammermusik aber zu bedenken, dass das eben nicht nur die Kammermusik eines antisemitischen Komponisten ist, sondern zugleich auch Kammermusik, die von jüdischen Künstlern uraufgeführt und von jüdischen Konzertbesuchern gehört wurde. Als Beispiel ließe sich die Uraufführung des Klavierquintetts C-Dur op. 23 durch das Rosé-Quartett (zusammen mit Pfitzner am Klavier) nennen.


    So, und jetzt setze ich dieses Klavierquintett ins Programm (es ist nicht auf dem Münchner Programm) und nenne das Programm: Vom Rosé-Quartett uraufgeführte Kammermusik. Jeder fände das eine gute Programmidee, auch und gerade für das jüdische Kulturzentrum. Dabei hat sich an der Musik nichts geändert. Wird das Dilemma klar?


    Und noch etwas: Während zum Beispiel Arno Breker, nach allem, was man weiß, kein Antisemit war, aber Skulpturen in einer Nazi-Ästhetik geschaffen hat und im Nationalsozialismus Karriere gemacht hat, war Pfitzner ohne Zweifel ein Antisemit, hat aber nicht in einem Nazi-Stil komponiert (die jedenfalls mochten lieber die Fünfte oder die Neunte von Beethoven als Pfitzner hören) und unter den Nazis auch keine Karriere gemacht (wurde 1934 gegen seinen Willen pensioniert).


    Was die Stellungnahme des Zentralrats zu Metzmachers Konzert angeht: Mit Metzmacher schlägt man wirklich auf den Falschen ein, und dann gleich mit so einem großen Knüppel. Das ärgert mich.


    Konzert plus Diskussion - eine gute Lösung!


    Freundliche Grüße,


    Heinz

    Ein kleines Portrait findet man auf der folgenden Seite:


    hxxp://www.freunde-mdrrundfunkchor.de/Chor/wirerinnern


    Kegel hat auch einen kompletten Beethoven-Zyklus eingespielt (mit der Dresdener Philharmonie), und er hat nicht nur DDR-Komponisten eingespielt, sondern z.B. auch Karl Amadeus Hartmann.


    Ganz klar: Herbert Kegel ist eine (Wieder-)entdeckung wert. Obwohl, richtig "vergessen" war er eigentlich nie: Seine Aufnahme der "Klugen" (Orff) gehört beispielsweise zu den von Plattensammlern sehr gesuchten LPs.


    Bei der Eterna, dem Klassiklabel des VEB Schallplatten, hat er ziemlich viel aufgenommen.


    Freundliche Grüße


    Heinz

    Hallo,


    es liegt natürlich ein gewisser Widerspruch darin, von einem 250 Jahre alten Cembalo zu behaupten, es sei "original". Denn vor 250 Jahren war es eben kein 250 Jahre altes Cembalo. Sondern ein ganz neues Cembalo. Sind darum vielleicht die Neubauten sogar die originaleren Originale?!


    Freundliche Grüße


    Heinz

    Hallo,


    Eduard Strauß: Gut heil! - Turnermarsch


    Johann Strauß I: Wettrennen-und-Wilhelm-Tell-Galopp


    Josef Strauss: Turner-Quadrille


    Alexander Tscherepnin "Training op. 37 Nr. 2"


    Arthur Honegger "Skating Rink" und "Rugby"


    Charles Edward Ives "The Yale-Princeton-Footballgame"


    Bohuslav Martinu "Half-Time"


    Freundliche Grüße,


    Heinz


    Ja. Und das Phänomen gibt es auch umgekehrt. Man hört tiefe Töne, die eigentlich nicht da sind. Hier ein Textabschnitt aus dem Artikel, dessen Vorbereitung der Anlass für meine Frage war:


    "Hören, was nicht da ist: Residualtöne


    Obertöne bestimmen nicht nur die charakteristischen Klangfarben von Instrumenten. Sie beeinflussen auch unsere Wahrnehmung sehr tiefer Töne. Gibt ein Lautsprecher, den (die Tonhöhe bestimmenden) Grundton nicht mehr wieder, weil er zu tief liegt, so rekonstruiert das Gehör diesen Grundton aus den zu ihm gehörenden Obertönen. Darum können wir Töne in einer Lage wahrnehmen, die unser Lautsprecher eigentlich gar nicht mehr wiedergibt. Beim Hören fügen wir den Grundton unwillkürlich hinzu..."


    Vielen Dank für die vielen Antworten auf meine Frage!


    Heinz



    Hallo,


    ja, das ist vermutlich eine Frage der Herkunft. Karl Suske war Konzertmeister in (Ost-)Berlin und Leipzig und ist dem entsprechend eher in der ehemaligen DDR bekannt. Suske ging 1977 von Berlin nach Leipzig und wurde dort Primarius des Gewandhaus-Quartetts (sein Sohn Conrad Suske spielt im aktuellen Gewandhaus-Quartett Violine II). Sein vorheriges Quartett (eben das "Suske-Quartett") bestand bis zu seiner Dienstübernahme in Leipzig, also bis 1977, in Berlin.


    Das Suske-Quartett hat Beethoven komplett und von Mozart etliche Quartette eingespielt. Karl Suske war auch ohne "sein" Quartett recht aktiv, u.a. Mozart-Sonaten, Beethoven-Sonaten, Bach Sonaten & Partiten. Die Solo-Aufnahmen finde ich aber nciht so überzeugend wie die Quartett-Einspielungen.


    Das Suske-Quartett war nach meiner Ansicht besser als das (zu "weich" klingende) Quartetto Italiano oder das (strähnig klingende) Amadeus-Quartet. Ohne Frage: Ein Weltklasse-Quartett. Nur nicht weltweit bekannt.


    Ich empfehle sehr die Mozart-Aufnahmen und den "mittleren" Beethoven (für die Experimentierfelder der letzten Quartette mag ich auch lieber das ABQ). Spottbillig bei Berlin Classics (Vertrieb: edel), falls nicht vergriffen.


    Freundliche Grüße


    Heinz


    Hallo,


    das Repertoire von Ingrid Haebler war schon noch weiter als "nur" Mozart. Es gibt Aufnahmen mit Musik von Haydn, Schubert, Schumann und - wenn ich mich richtig erinnere - Beethoven.


    Übrigens nahm sie nicht nur für Philips auf (wie hier vorhin anklang), sondern vorher für VOX und später für DENON.


    Freundliche Grüße


    Heinz

    Ach Leute, seht das doch mal ein wenig entspannter.


    Ich werfe mal eine Definition in den Raum:


    High End beginnt für mich da, wo der Entwickler eines Hifi-Gerätes in erster Linie die Klangqualität in sein Bemühen stellt und seinen Ehrgeiz daran setzt, dem Kunden ein gegenüber dem Durchschnittshifi gesteigertes Hörerlebnis anzubieten. Ein typisches High End-Gerät klingt besser, sieht besser aus, besteht aus besseren Bauteilen und ist besser verarbeitet als Massenware. Dafür ist es dann allerdings auch teurer. Manchmal ein wenig teurer, manchmal extrem teurer. Es gibt Tonabnehmer für 10000 Euro - wohlgemerkt: Verschleißteile für 10000 Euro. Aber das ist die Spitze. Darunter geht es in einem vernünftigeren Rahmen "unvernünftig" zu.


    Aber eben nicht unbezahlbar. Geräte von Creek, Rotel, Marantz oder NAD mögen teurer als Elektromarkt-Ware sein, aber man kann sich eine hübsche kleine Anlage schon dadurch ersparen, dass man einen Astra oder Focus fährt und keinen Vectra oder Mondeo. Man muss eben wissen, was man will: Gut Musikhören oder gut Autofahren. Persönliche Bemerkung am Rande: Meine (private) Anlage kostet viel mehr als mein 14 Jahre altes Auto mit 75 PS. Man muss eben Prioritäten setzen. Ich hätte auch für jeden Verständnis, der sich einen Bösendorfer ins Wohnzimmer stellt und dafür ansonsten in IKEA-Möbeln wohnt. Zugegeben, die Branche lebt nicht von Astra- oder Focus-Fahrern. Sondern von Leuten, die sich Luxusprodukte leisten können und wollen und auf ein Gerät allenfalls dadurch sparen, dass sie den X5 oder 5'er-Komib "nur" in der Basismotorisierung und ohne Ledersitze bestellen.


    Sicher, niemand "braucht" High End. Aber es braucht auch niemand eine mechanische Armbanduhr, rahmengenähte Schuhe oder ein japanisches Kochmesser. Das alles ist Luxus. Ich habe das alles nicht, aber ich habe Verständnis für Menschen, die das haben wollen (eher als für Leute, die sich mit einem SUV in den Stau stellen).


    Aber der Luxus beim High End besteht ja nicht nur in Äußerlichkeiten wie polierten Chromfronten. Eine sehr gute Anlage ermöglicht auch tiefere Einblicke in die Musik*. Das Klangbild trägt mehr Informationen und weniger Fehler. Man erfährt hörend mehr über die Qualität der verwendeten Instrumente, die Größe des Aufnahmeraums, die dynamischen Abstufungen im Spiel von Interpreten. Darum geht's. Jedenfalls eigentlich.


    * Zugegeben, die Sache ist schon wieder komplexer: Den Unterschied zwischen einer Toscanini- und einer Furtwängler-Aufnahme der "Fünften" von Beethoven hört jeder Depp übers Autoradio. Dafür braucht's kein High End.


    Freundliche Grüße an alle!


    Heinz

    Infraschall - lesenswert: h**p://de.wikipedia.org/wiki/Infraschall


    Darin:


    "Die Orgelpfeifen eines echten, also nicht nur „akustisch“ realisierten, 64'-Registers erzeugen in der tiefsten Oktave (Subsubkontraoktave) Töne im Infraschallbereich. Bei einem voll ausgebauten 64'-Register – bisher sind weltweit zwei solche Register bekannt – hat der tiefste Ton, das Subsubkontra-C, eine Frequenz von 8,2 Hz."


    Interessant. Jetzt habe ich meinen tiefsten Ton...


    Vielen Dank an alle, die sich an der Diskussion beteiligt haben!


    Heinz

    Zitat

    Original von jaaan
    Hört man sich die 2. Sinfonie Mahlers an, dann meint man auch an manchen
    Stellen, einen extrem tiefen, mit der Orgel erzeugten, Begleitton zu hören.
    Ist das wirklich eine Orgel oder evtl. mit Pauken erzeugt?


    :hello:


    Eines der vier Fagotte, die da zum Einsatz kommen, ist ein Kontrafagott. Vermutlich ist es das, was Du da hörst. Dessen Tonumfang reicht - je nach Bauweise - bis zum Subkontra B. Hier Infos: h**p://de.wikipedia.org/wiki/Kontrafagott


    Freundliche Grüße


    Heinz

    Hallo,


    vielen Dank für die ersten Infos.


    @Benjamin, wegen der Bezeichnung meines Cs als C/3:


    c' = erstes c unter dem Kammerton (262 Hertz)


    c = zweites... (131 Hertz)


    C = drittes... (65 Hertz)


    C/1 = viertes... (jenes C, das im Bass-Schlüssel 8 bassa gekennzeichnet ist, es müsste ein C mit einer tief gestellten 1 sein, das kann ich aber mit der Tastatur nicht darstellen... - /1 ist eine Krücke und soll "tiefgestellte 1" heißen...), jedenfalls liegt dieses C/1 drei Oktaven unter dem c' (32 Hertz)


    C/2 = fünftes... (16 Hertz)


    Gibt es darunter also noch eine Oktave, die mit C/3 = 8 Hertz beginnt? Die größten Konzertflügel hören bei C/2 = 16 Hertz auf, wie ich hieraus schließe: h**p://de.wikipedia.org/wiki/Frequenzen_der_gleichstufigen_Stimmung. Eine Orgel müsste doch noch tiefer gehen als ein Klavier, oder?


    Zum Hintergrund: Ich suche eine Information darüber, mit wieviel Hertz der tiefste, regulär in der Musik vorkommende Ton schwingt - elektronische Musikinstrumente ausgenommen.


    Freundliche Grüße und herzlichen Dank


    Heinz

    Hallo Orgelkenner!


    Was ist der tiefste Ton auf einer Orgel und mit welcher Frequenz schwingt er?


    Ich habe folgende (hoffentlich nicht zu laienhafte) Berechnung angestellt:


    C/1, 8-Fuss-Pfeife (2,4m lang) = 32 Hertz


    C/2, 16-Fuss-Pfeife (4,8m lang) = 16 Hertz


    C/3, 32-Fuss-Pfeifen (9,6m lang) = 8 Hertz


    Meines Wissens ist 32-Fuss das größte noch gebräuchliche Maß für Orgelpfeifen. Stimmt das? Und ist das C/3 (eine Oktave unterhalb des C/2 = 16 Hertz) wirklich der tiefste, auf einer großen Orgel spielbare Ton? Kennt jemand eine Komposition, die diesen Ton enthält?


    Freundliche Grüße


    Heinz