Beiträge von thdeck

    Der Künstler ist wichtig.

    Immer. Und doch müssen wir prüfen. Weil wir durch das Prüfen weitere Erkenntnisse gewinnen. Der Künstler gibt das Stichwort, bzw. er macht eine Aussage, und wir reflektieren das. Egal ob Regietheater oder Malerei. Wir sollen nicht urteilen, nur reflektieren.


    Jaja, der Vergleich Regietheater-Saenredam ist vielleicht etwas weit hergeholt. Aber beide regen zum weiteren Nachdenken an.


    Ich habe jedenfalls fest vor, beim nächsten Amsterdam-Besuch den Vergleich der beiden "Grote Kerk" von Amsterdam und Haarlem zu machen. Die Zugfahrt von Amsterdam nach Haarlem dauert ca. 20 Minuten...



    Thomas

    Das war der Sohn von Jan Saenredam, weshalb er Pieter Jansz. Saenredam hieß. Vom Vater gibt es eine nette Serie von Kupferstichen zu den 5 Sinnen (nach Hendrick Goltzius), die man in der Albertina in Wien auf Anfrage zu sehen bekommt. Die Wiener rücken normalerweise nämlich nichts raus, im Gegensatz etwa zu den Londonern. England hat die ältere Demokratie.


    Der Sohn (1597-1665) spezialisierte sich in der Tat auf Architekturmalerei, insbesondere auf Kircheninnenräume. Das gesuchte Bild heißt:


    Innere der Grote Kerk, Amsterdam (ca. 1637)


    Es gehört der National Gallery in London. Derzeit ausgestellt in Raum 16. Eintritt frei. Es handelt sich schließlich um Volksbesitz.

    http://www.nationalgallery.org…the-grote-kerk-at-haarlem



    Thomas

    Warum ist es nicht möglich, dem kulturinteressierten Steuerzahler die Möglichkeit zu schaffen, es nachhaltig zu sehen und zu hören (CD/DVD) ?

    Selbstverständlich ist es möglich. Die wollen einfach nicht. Dieses "aus urheberrechtlichen Gründen" ist sinnfreies Geschwurbel. Der wahre Grund ist ihnen peinlich, daher verschweigen sie ihn. Ich vermute, die haben irgendeinen Vertrag unterschrieben, und jetzt schämen sie sich dafür. Vielleicht haben sie die Aufführung sponsern lassen. Oder was auch immer.


    Wir bräuchten ein paar Insider, die genaueres wissen...



    Thomas

    Aber in der französischen Fassung des Werkes, die Richard Strauss eigens angefertigt hat, damit seine Oper auf den originalen Text von Oskar Wilde gesungen werden kann, wird der Name durchgängig auf der letzten Silbe betont

    Nur als Hinweis:

    Im Französischen wird immer(!) alles(!) auf der letzten Silbe betont. Das gilt auch für Eigennamen, egal aus welcher Sprache sie stammen. Egal ob Städtenamen, Personennamen oder sonst was. Egal ob Deutsch, Englisch oder Hebräisch. Egal ob mit oder ohne Akzent. Immer die letzte (gesprochene) Silbe.


    Im Deutschen wird Salome auf der ersten Silbe betont, im Englischen übrigens auf der zweiten, jedenfalls laut Wikipedia. Die Italiener betonen den Namen komischerweise auf der letzten Silbe, daher schreiben sie "Salomè". Analog die Spanier, sie müssen allerdings "Salomé" schreiben.



    Thomas

    Hier mal das Statement eines Unbeteiligten:


    Letztendlich sind beide Parteien problembehaftet. Beide suchen nach Anerkennung. Warum eigentlich? Weil sie in einer Kreativitäts- bzw. Schaffenskrise sind. Die Begeisterung der ersten Jahre ist vorbei. Neue, inspirierende Beiträge gehen nicht mehr so leicht von der Hand wie früher. "Damals" war das anders. Man war begeistert, bekam auch entsprechendes Feedback und hatte gar keinen Bedarf an Konflikten oder an expliziten Lobhudeleien. Die Anerkennung ergab sich automatisch aus der Resonanz auf die eigenen Beiträge.


    Rücktrittsandrohungen sind letztendlich nur der Versuch eines Rückzugs ohne Gesichtsverlust. Dabei braucht man sich gar nicht zu schämen, wenn man nicht mehr so viel Elan hat wie früher. Das ist einfach der Lauf der Dinge. In Internetforen (ich kenne sie seit dem Jahr 1992) herrscht immer eine gewisse Fluktuation. Ein Forum muss das verkraften, und zwar dergestalt, dass immer wieder neue User dazukommen.


    Also was tun: Einfach sich selbst eine Pause gönnen, etwas Abstand gewinnen. Und danach mit frischem Schwung zurückkommen.



    Thomas

    Richtig. Das Bild hängt im Louvre, Richelieu-Flügel, 2. Etage, Raum 839.


    Das Werk ist moralisierend, es wird die Reinheit des Wassers (Krug vorne links) mit der Ausschweifung des Festes konfrontiert. Der Bläser ist zweideutig (auch wieder typisch Barock): Einerseits verkörpert er das Festliche und den Prunk, andererseits handelt es sich um eine Anspielung auf die Trompeten der Apokalypse.


    Ich persönlich sehe darin auch die barocke Doppelmoral, ähnlich wie bei den heutigen "Klimaschützern". Ständige Mahnungen, ein "tadelloses Leben" zu führen, aber gleichzeitig wird geprasst, als ob es kein Morgen gäbe. Es wird unaufhörlich gefordert, und es muss immer von allem mehr geben: Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Kitas, mehr ÖPNV, mehr Bildung, mehr Infrastruktur, mehr Wohnraum, mehr Fachkräfte, mehr Zinsen, mehr Kultur, mehr Innovation, mehr Internet. Mehr, mehr, mehr. Es hat in keiner Phase der Menschheitsgeschichte eine Jugend gegeben, die mehr konsumiert und mehr Energie verbraucht, als die heutige. Und immer noch wollen sie mehr.



    Thomas

    Ich schätze, daß ich wieder mal dran bin mit der Rätselerstellung. Glücklicherweise waren bei der letzen Lieferung 3 geeignete Cover dabei - somit kann ich meine "Alternativlösung auf später verschieben.

    Und wieder ist die Frage: Wer ist der Maler und was wird hier dargestellt

    Im konkreten Fall handelt es sich um ein Ereignis, wärend dessen ein weiteres, darin eingebettetes Ereignis stattfindet...

    Will hier keiner? Also gut:


    Anton Radl: Verlosung eines Hammels in der Umgebung von Frankfurt am Main (Kirchweihszene), 1802

    Ereignis: Kirchweih

    eingebettet: Hammelverlosung


    Gibt's in Frankfurt, im Städel, in der graphischen Sammlung. Muss man sich vorher anmelden.


    Ich kann mich noch an Vereinsfeiern in meinem Dorf erinnern (ca. Ende 70er Jahre), in denen man lebende Tiere gewinnen konnte, zwecks späterer Schlachtung. Insbesondere Hühner oder Hasen. Heute wäre so etwas undenkbar...



    Thomas

    Der Maler ist Franz Anton Maulpertsch (auch Maulbertsch geschrieben) 1724-1796

    DAs Bild heisst: Die heilige Sippe - bzw Die heilige Familie


    Es hängt in der "österreichischen Galerie" im Belvedere.

    Perfekt.


    Ich sollte noch hinzufügen, dass zwar die Nicolai-Messe 17 Jahre später als das Gemälde entstand, aber die andere Messe auf der LP (Missa brevis F-Dur Hob. XXII:1) sogar ein paar Jahre vorher. Das Bild wurde also durchaus mit Bedacht gewählt.


    Wikipedia nennt Maulbertsch einen "Maler des österreichischen Spätbarock". Mein italienischer Kunstführer dagegen "uno dei più interessanti interpreti del rococò europeo". Rokoko passt natürlich besser zu Maulbertsch, und auch zu Haydn, der ja hauptsächlich zur Zeit des Rokoko lebte. Auf alle Fälle trifft letzteres bei den Kompositionsdaten der beiden Messen zu: 1749/50 und 1772.



    Thomas

    Meine eigene Recherche führte mich bei dem rechten ovalen Bild, das sich in ziemlich undeutlicher Wiedergabe auf dem Cover des Rätsel befindet, zur 1981 geborenen italienischen Malerin und Kopistin Elisa Berardinelli. Demnach soll sie einen Reni, der ja mehrere Christusdarstellungen hinterlassen hat, als Vorlage benutzt haben. Was hat es nun damit auf sich?

    Elisa Berardinelli ist halt eine Kopistin, die zufälligerweise auch die "Reni-Neuinterpretation" kopiert hat. Also Kopie von der "Kopie". Aber wie gesagt, das ovale Bild eine Neuschöpfung eines unbekannten Malers, inspiriert von Reni.


    Um die Leser nicht weiter zu langweilen, löse ich jetzt mal auf. Das gesuchte Bild gehört der National Gallery in London und hat die Inventarnummer NG271.


    Zitat:

    This painting was inspired by one of the numerous versions of this subject painted by Guido Reni (such as that in Paris, Louvre). The picture, which may have been painted as late as the early 18th century, has a provenance from the collection of Cardinal Valenti Gonzaga in Rome. It can be seen in a painting by Giovanni Paolo Panini which shows a view of Valenti's gallery, painted in 1749 (Hartford, Wadsworth Athenaeum).


    Das erwähnte Bild von Panini findet man leicht auf dieser Webseite:

    http://argus.wadsworthatheneum…gusNet/Portal/public.aspx

    (dort nach "Panini" suchen)


    Oder mit etwas geringerer Auflösung hier.

    Der Christuskopf hängt in dem Feld neben der rechten Säule, dort am linken Rand (also direkt neben der Säule) das 3. Bild von oben. Das Gemälde von Panini ist von 1749.



    Thomas

    Wenn das Original gesucht ist - so hndelt es sich um ein Bild von Guido Reni

    Richtig! Hier der Link:

    http://cartelen.louvre.fr/cart…r_not_frame&idNotice=1672


    Also Louvre, Denon-Flügel, Raum 727: Guido Reni, Ecce Homo


    Aber das ist eben nicht die Variante von der Haydn-LP. Das andere Museum schreibt zum gesuchten Bild:

    "... inspired by one of the numerous versions of this subject painted by Guido Reni"


    Der (unbekannte) Künstler hat also durchaus ein eigenes Werk geschaffen. Man fragt sich, warum nicht das von Reni auf dem LP-Cover gelandet ist. Hier der direkte Vergleich (Reni links, Künstler des LP-Covers rechts):


    1958_p0007235.001.jpg401348.jpg


    Ich finde die Reni-Lösung etwas kitschiger. Der Christus rechts wirkt schmerzvoller. Aber klar, das sind Nuancen. Jedenfalls liegen 60-70 Jahre dazwischen. Wobei das rechte Bild immer noch 20-30 Jahre vor Haydns Geburt entstand...



    Thomas

    Es ist wohl wirklich etwas schwierig, daher ein paar Tipps.


    Es handelt sich um einen Barockmaler. Wobei auf der Webseite des Museums erklärt wird, dass es von einem unbekannten Maler "nach xxx" geschaffen wurde. xxx ist besagter Barockmaler. Das mutmaßliche Original enstand ca. 1640 und hängt im Louvre im Raum zzz. (Erst wollte ich die Raum-Nummer angeben, aber dann wäre es zu einfach. Es hängt jedenfalls im Denon-Flügel.)


    Das gesuchte Bild entstand Anfang des 18. Jahrhunderts. Mit den passenden Suchbegriffen auf Google findet man übrigens viele ähnliche Bilder, darunter auch das "Original" aus dem Louvre. Die "Neuinterpretation" auf meinem LP-Cover findet man erst, wenn man zu den Google-Suchbegriffen noch den (falschen) Maler hinzufügt.



    Thomas

    Hier also die Wahl für eine meiner Haydn-Aufnahmen:


    51C4Zll4SpL.jpg

























    Ich befürchte, dass es doch nicht ganz einfach ist. Dieses Mal musste ich nicht selber recherchieren, da die Quelle auf dem LP-Cover angegeben ist. Aber hier gibt es ja Kunstexperten...


    Tipp: Das Gemälde befindet sich ein einem der bedeutendsten Kunstmuseen Europas, ist derzeit aber leider "Not on display".



    Thomas

    Das Bild hängt in einem Gebäude westlich von Paris, in einem Ort namens Versailles. Das Gebäude nennt sich "Château", dort muss man sich in die "Aile Midi" begeben, und dann die "Salles Empire" aufsuchen.


    Maler: Antoine-Jean Gros (1771-1835)

    Dargestellt: Comtesse Legrand, geboren als Henriette Scherrer (1795-1848)

    Stil: Klassizismus



    Thomas


    PS: Heute Abend versuche ich, ein geeignetes Cover-Bild aus meinen Haydn-Aufnahmen zu finden.

    Ich hatte mich auf ein Detail konzenztriert, eigentlich auf wei, Zu, einen war da aud dem Cover, eine dunkle Ecke, die ich für das ende der Tischplatte hielt. Ich habe nur dieses Detail gesucht und die übrigen Teile der Bilder gar nicht angesehen.....

    Das mit der "dunklen Ecke" hatte mich seinerzeit auch wahnsinnig gemacht. Wie kann man ahnen, dass das in Wirklichkeit zu einer blauen(!) Vase gehört.


    Ich sucht dann irgendwann ganz stur nach Bildern des "Blumenbrueghels", und irgendwann fand ich es dann...



    Thomas


    PS: Hier der direkte Link zum Standort: http://www.khm.at/objektdb/detail/353

    Es ist also derzeit im Saal XII zu besichtigen.

    Eigentlich sollte ich keine Tipps geben, ich stand nämlich genauso wie ihr "vor dem Berg". Besagte CD befindet sich in meinem Besitz, und ich habe die Manie, sämtliche Cover-Bilder meiner sämtlichen CDs irgendwann auch mal live zu sehen. Jedenfalls dann, wenn das Werk in einem Museum zugänglich ist. Aber dazu muss man erst mal herausfinden, um welches Werk es sich handelt. Irgendwann bekam ich es dann heraus.


    Als Tipp erst mal nur so viel:

    Nicht die Pflanzen erraten und danach googeln, sondern den Maler. Wenn ihr den Maler habt, dann kommt ihr früher oder später - mit Hilfe von Google - auch auf das Bild...



    Thomas

    Der Kapellmeister Storch gibt ja zu, dass er nicht ganz an der Spitze steht. Solche Bescheidenheit ist mir fremd.


    Ich bin höchstwahrscheinlich nicht nur Europa-, sondern auch Weltmeister, und zwar bei diesen beiden Haydn-Opern:


    Il mondo della luna: 11 mal gesehen
    Orlando paladino: 10 mal gesehen


    In jeweils unterschiedlichen Inszenierungen.



    Thomas


    PS: Die Gesamtzahl meiner Opernbesuche liegt nur bei ca. 200-220.

    PPS: Den Kapellmeister habe ich mal in Berlin vor der Staatsoper getroffen. Müsste 2007 gewesen sein, Don Carlo.

    Zum Vergleich Regisseur vs. Koch sind 2 Dinge zu beachten:


    1. Wer eine "Schwarzwälder Kirschtorte" bestellt, kann nicht erwarten, die "originale" (werktreue) Schwarzwälder Kirschtorte zu bekommen. Selbst wenn es ein entsprechendes Rezept (Libretto) geben sollte. Der Konditor wird die Torte vielmehr so machen, wie er das für richtig hält. Also mit den originalen Zutaten (Oper: Text+Musik), aber in der Gestaltung der Torte wird er sich gewisse Freiheiten nehmen. Warum tut er das? Weil er es kann! Wer sollte ihn daran hindern?


    2. Bei der Oper kommt erschwerend dazu, dass der Regisseur (wie auch der Rest der Truppe) sich als Künstler versteht. Künstler sind kreativ, Kunst ist definitionsgemäß(!) neu. Immer. Sonst wäre es keine Kunst. Das ist der Unterschied zur Schwarzwälder Kirschtorte. Der Konditor hat irgendwann die aus seiner Sicht perfekte Lösung, die wird er dann nicht mehr ändern. Bei einem Regisseur kann diese Situation niemals eintreten. Von 5 Inszenierungen derselben Oper desselben Regisseurs wird keine der anderen gleichen. Falls ein Regisseur die "endgültige" Lösung gefunden hat, wird er die einmal umsetzen und dann nie mehr. Das muss so sein, weil es Kunst ist. Alle Künstler machen das so. Das unterscheidet sie vom Handwerker.



    Thomas