Beiträge von thdeck

    Der Kandidat heißt William Callow (1812-1908). Hat offensichtlich gesund gelebt. Und ist herumgereist: "Callow machte ausgedehnte Reisen über die Niederlande, Belgien, eine Rheinreise und danach durch die Schweiz nach Italien." (Wikipedia) Die deutsche und die schwedische Wikipedia nennen auch ein paar Bilder, die aus diesen Reisen entstanden sind. Das hier gefragte ist zwar nicht dabei, aber man findet es auch so:


    Mainz (1895)

    https://www.kunstkopie.de/kunst/william_callow/mainz.jpg


    Angeblich im Besitz von Christie's, London. Also einfach hinfahren, Kreditkarte zücken, und das Werk anschließend im Wohnzimmer aufhängen.


    PS: Peter Cornelius (1824-1874): geboren und gestorben in Mainz. Ich bin demnächst aber in Wiesbaden...

    Eigenzitat: "Aber Künstler sind definitiv nicht dazu da, den Willen des Komponisten auszuführen. Das wäre die Aufgabe von Musikwissenschaftlern."


    Damit meine ich: Musikwissenschaftler können eine historisch "korrekte" Aufführung beschreiben. Der Idealvorstellung des Komponisten entsprechend.


    Die Umsetzung kann dann aber keine Kunst mehr sein, das ist reines Handwerk. Das wird dann ein Mal gespielt, auf einen Datenträger überspielt, und dann war's das. Irgendwann übernimmt das ein passend programmierter Computer, neudeutsch "künstliche Intelligenz" genannt.


    Mit Kunst hat das aber nichts zu tun. Das ist Wissenschaft, mit handwerklicher bzw. (in Zukunft) Software-Unterstützung. Natürlich hochinteressant. Aber halt nur so lange, wie man auf der Suche nach dem Endergebnis ist. Sobald man dieses hat, kann man es irgendwo abspeichern und sich mit neuen Dingen beschäftigen.

    Hinweis: Im Parsifal gibt es keinen Antisemitismus.


    Falls zufälligerweise neue "Belege" aufgetaucht sind, bitte nennen. Und zwar so, dass man sie nachlesen kann.



    Davon abgesehen, ist es natürlich sinnvoll, sich mit dem Willen des Komponisten zu beschäftigen. Aber Künstler sind definitiv nicht dazu da, den Willen des Komponisten auszuführen. Das wäre die Aufgabe von Musikwissenschaftlern.


    Künstler sind dazu da, Kunst zu machen, also etwas Neues zu kreieren. Wissenschaftler sind dazu da, Dinge zu analysieren.


    Zum Thema HIP und Barock:

    Hier betätigen sich Musiker (also Künstler) als Wissenschaftler, und das ist immer problematisch. Kunst ist subjektiv, Wissenschaft ist objektiv. Das lässt sich nur schwer unter einen Hut bringen.

    Die hier erwähnten Musiker (also Künstler) sind immer bestrebt, etwas Neues, und vor allem auch Interessantes zu machen. Das bleibt auch so, wenn sie sich wissenschaftlich betätigen. In der Wissenschaft ist es aber so, dass bei der Untersuchung herauskommen kann, dass man nichts Neues findet. Oder man findet etwas Neues, aber es ist langweilig, oder banal, oder irrelevant. Es war dann wissenschaftlich interessant, aber in der Praxis nutzlos. Für einen Künstler ist so etwas natürlich inakzeptabel...

    Als Mathematiker und Ingenieur sehe ich das rationaler. Wobei ich das natürlich(!) auch schon getestet habe. Rational heißt: Auch potenziell "irrationalen" Thesen nachgehen. In meinem Fall erschien es aber rational: "Passende" Bach-Kantaten nach dem Tod meines Vaters. Funktionierte nicht.


    Mir ist mittlerweile klar:


    - Für akute Probleme hilft eine "geeignete" Methode der Verarbeitung. Wobei man leider keine allgemeingültige Tipps geben kann. Das hängt vom konkreten Ereignis ab (Trennung, Tod, Vergewaltigung, etc.) und von der Psyche der jeweiligen Person. Musik kann helfen, muss aber nicht. In meinem Fall (s.o.) war es eine Woche Urlaub mit meiner Mutter.


    - Bei grundlegenden Problemen, also solchen, bei denen man keine konkrete Ursache ausmachen kann, gibt es auch nichts, was man "verarbeiten" kann. Da lautet die Lösung: Beschäftigung mit einem Thema, das einen anregt und ausfüllt. Das ist leider leichter gesagt als getan. Aber es ist der Grund, weil Musik manchmal helfen kann. Du lernst einen neuen Komponisten kennen, und du bist monatelang begeistert und damit beschäftigt. Nicht nur während des Hörens, sondern auch vorher und nachher. Sogar im Bett vor dem Einschlafen. Also auch zu den Zeiten, zu denen du vorher "depressive" Gedanken hattest.


    Das funktioniert im Prinzip mit jeder anderen Sache genauso: Neue Partnerschaft, neuer Arbeitsplatz, neue Stadt, neue Urlaubsregion, neue Sportart.

    Aber auch hier gibt es kein Patentrezept. Erstens ist die Wirkung bei jeder Person anders. Zweitens besteht das Dilemma, dass die Person in der Regel gerade nicht die Kraft hat, etwas Neues anzufangen.


    Übrigens ist das ein grundlegendes Problem der Menschheit, von Anfang an. Adam und Eva haben sich im Paradies gelangweilt. Ihnen fehlte der Sinn. "Draußen" fanden sie ihn dann. Der Mensch braucht Herausforderungen bzw. Aufgaben. Egal ob körperlicher oder geistiger Art. Genau das haben die Autoren der Schöpfungsgeschichte erkannt. Es ist also egal, ob man die Schöpfungsgeschichte glaubt oder nicht. Die Aussage bleibt gleich: Der Mensch braucht eine Aufgabe.

    Ich bin kein Experte im Bereich des zeitgenössischen Musiktheaters, aber eine relevante Oper des 21. Jahrhunderts kenne ich: Aribert Reimanns "Medea", uraufgeführt 2010 in Wien. Ich habe das Werk vor einigen Jahren in Essen gesehen.

    Interessant. Das Werk hat einen Wikipedia-Artikel, und es gibt Aufnahmen davon.


    Mir fällt gerade ein weiteres Kriterium ein. Einer der umfangreichsten Opernführer ist Avant Scène Opéra:

    https://www.asopera.fr/fr/17-operas-publies


    Die haben satte 237 Bände. Reimann ist sogar dabei, aber nur mit seiner Oper "Lear" (1978).


    Es gibt aber auch einen Band mit dieser Oper:

    Thomas Adès: The Tempest (2004)

    https://www.asopera.fr/fr/oper…ies/2268-the-tempest.html


    Des weiteren:

    George Benjamin: Written on Skin (2012)

    https://www.asopera.fr/fr/oper…/163-written-on-skin.html



    Kennt jemand diese Opern?

    Meine eigene CD-Sammlung hört beim Thema "Musiktheater" im Jahr 1997 auf: "The Lion King"


    Das muss nichts heißen. Gehen wir meine London-Besuche durch. Da gibt es tatsächlich ein paar Treffer:

    We Will Rock You (2002)

    Jersey Boys (2005)

    Legally Blonde (2007)

    Billy Elliot (2005)

    Matilda (2010)

    The Book of Mormon (2011)


    Das war alles ziemlich gut, teilweise sehr gut (aufgrund der Performance der Darsteller). Aber ich befürchte, keines der genannten Werke wird man in 100 Jahren noch spielen.


    Relevante Opern aus den letzten 22 Jahren kenne ich nicht.


    Bzgl. Musical wird "Hamilton" (2015) sehr gelobt. Steht beim nächsten London-Besuch auf der Liste. Hat wenigstens dieses das Zeug, sich längere Zeit auf dem Spielplan zu halten? Gibt es weitere Vorschläge?

    Das Problem fängt schon an mit der Wahl des passenden Unterforums:

    Oper: nicht zwangsläufig

    Musical: nicht zwangsläufig

    Zeitgenössische Musik: führt in die Irre


    Worum geht es: Das aktuelle Jahrhundert hat schon mehr als 2 Jahrzehnte hinter sich. Und ich frage mich:


    Welche bedeutende Werke bzgl. Musiktheater (Oper, Operette, Musical) sind in der Zeit entstanden?


    Die Frage wäre einfach zu beantworten, wenn wir 1800-1822 oder 1900-1922 nehmen würden. Aber 2000-2022: Hat jemand Vorschläge?

    Das wäre schön, aber es steht zu befürchten, dass diese dutzende Male wiederholte Ankündigung auch diesmal nicht eingehalten wird.

    Natürlich nicht. Sein Problem: Er gehört auch zu den Alten. Pensionär mit zu viel Zeit. Warum führt er nicht einfach seinen Hund spazieren? Hat er keinen? Das ist schlecht.


    Ich bin übrigens für Rente ab 70. Das würde so manche Problematik entschärfen...

    Ob es in 50 Jahren weltweit irgendwo noch eine laufende Inszenierung von Zeffirelli gibt oder ob noch irgendetwas von einem Bieito läuft (sofern man den dann noch kennt). Ich tippe auf ersteres.

    Davon ist auszugehen. Ich sag's ja die ganze Zeit: Für "werktreue" Inszenierungen braucht man keine Künstler. Da nimmt man einen begabten Handwerker, und wenn der einmal eine gelungene Inszenierung gemacht hat, ist es völlig sinnlos, diese nochmal zu ändern.


    Zeffirelli-Inszenierungen wird es also in 50 Jahren noch geben. Aber 99,9% der Inszenierungen werden neu sein. Wie genau sie sein werden, weiß keiner. Aber sicher ist: Euer 50er-/60er-Jahre-Stil wird es nicht sein.


    Insofern machst du alles richtig: Du hast weder in deiner Blütezeit noch jetzt irgendetwas unternommen, um das RT abzuschaffen. Nach dessen Abschaffung wird nämlich etwas kommen, was dir genauso wenig gefällt. Es wird eigentlich alles immer nur noch schlimmer.


    Übrigens, was ihr nicht wissen könnt:

    Ich treffe mich regelmäßig mit Joseph Haydn (der hält uns alle für bekloppt), und gelegentlich auch mit Gott (wenn er mal Zeit hat). Einmal fragte ich ihn, warum er unsere durchschnittliche Lebenszeit auf 80 Jahre festgelegt hat. 1000 Jahre wären ja auch möglich gewesen. Oder 10000. Oder wenigstens 200.

    Seine Antwort:

    "Da würdet ihr euch noch mehr über die uneinsichtige Jugend aufregen. 80 Jahre sind eigentlich schon 30 zu viel. Also bring mich mal nicht auf falsche Gedanken."


    Das hab ich mir dann doch zu Herzen genommen...

    Nicht jeder Ü50 ist pessimistisch und depressiv wie thdeck. Man sollte nicht von sich selbst auf andere schließen. Die wahre Macht liegt bei genau dieser hier abgeschriebenen Generation Ü50 (schon bei allen Wahlen). Von daher werden diese vermeintlich irrelevanten Alten das Ende des RTs einleiten, sollte es kommen. Und überhaupt: Kürzlich erreichte eine französische Dame das stolze Alter von 118, eine andere kam gar auf 122. Das Leben ist nicht vorbei mit 60, 70 oder 80.

    Also wenn du Libretti genauso sorgfältig liest wie meinen Beitrag, auf den du dich hier beziehst, werden deine Aussichten, das RT abzuschaffen, noch geringer, als sie eh schon sind.


    Erstens bin ich weder pessimistisch noch depressiv. Wer pessimistisch ist aufgrund von Dingen, die schon immer bekannt waren, dem ist eh nicht mehr zu helfen.


    Das Problem liegt bei euch: Ihr seid nicht in der Lage, sich mit den Folgen der Naturgesetze abzufinden.


    Übrigens sage ich nicht, dass die "Jüngeren" nicht in die Oper gehen. Ich sage nur, dass sie das RT nicht abschaffen werden. Sie könnten es, aber sie tun es nicht. Ihr dagegen wollt es, aber könnt es nicht. Ihr könnt es nicht mehr, weil ihr zu alt dazu seid.


    Es hilft jetzt nicht, mich für diese Aussage zu kritisieren. Dadurch wird das RT nicht abgeschafft. Ihr müsst es abschaffen. Dadurch wird es abgeschafft. Indem ihr es abschafft. Also: Ran an die Arbeit!

    Ich bin jetzt Mitte 70 und entdecke immer noch Neues: Calixto Bieito, Olivier Py habe ich erst vor wenigen Jahren kennen und schätzen gelernt und Christof Loys Inszenierungen gefallen mir (meistens) seit 30 Jahren.

    Du entdeckst Neues. Aber erschaffst nichts Neues.


    Du bist durchaus in der Lage, in deinem Beruf produktiv weiter zu arbeiten. Das, was du schon kannst, weiter zu verbessern. Aber du wirst nichts mehr grundlegend Neues entwickeln.


    Aber ich sehe schon: Wir haben hier ein psychologisches Problem. Und es lässt sich nur psychologisch lösen.


    Wobei, ihr habt möglicherweise recht:

    Für manche Leute ist es zwar besser, sich mit dem Unabänderlichen abzufinden.

    Aber andere (auch jüngere) fühlen sich besser, wenn sie protestieren können, egal wie gering die Erfolgsaussichten auch sind. Interessanterweise handelt es sich bei letzterem meistens um junge Linke. In unserem Fall sind es dagegen eher ältere Konservative...

    Danke schön, wünsche Dir alles Gute. Ich finde es schon sehr impertinent, einen solchen Satz zu schreiben.

    Es ist schlicht und ergreifend die Wahrheit. Und man lebt besser, wenn man sich damit abfindet, glaub mir's.


    Ich konnte mal 6000er besteigen. Jetzt kann ich's nicht mehr. Soll ich jetzt heulen, weil noch allzu viele 6000er von mir unbestiegen sind?


    Oder etwas näher an eurem Problem:

    Früher gab es viele "Wirtschaften" (in den Dörfern so genannt) bzw. "Eckkneipen" (in den Städten). Jetzt nicht mehr. Die Jungen interessiert das nicht, die Alten sind zu wenig, um sie am Leben zu erhalten. Und die Alten sind auch in willens oder in der Lage, solche Gaststätten selber zu betreiben. Obwohl sie theoretisch die Möglichkeit hätten. Also müssen sie sich mit dem abfinden, was es gibt. Und das ist anders als das vor 40 Jahren.


    Die Zeiten ändern sich. In 20 Jahren bin ich "statistisch" tot. Wenn ich Pech habe, noch früher. Und ich habe definitiv keine Lust, die Zeit bis dahin mit Schimpfen oder Jammern zu verbringen.


    Bzgl. Opern habe ich wohl einfach "Glück". Ich finde die heutigen Aufführungen nicht schlechter als die früheren. In der "Provinz" sind sie sogar besser geworden. Sehr gut ausgebildetes Personal (Sänger, Musiker, Regisseure, etc.) ist heute flächendeckend vorhanden.


    Aber es bleibt dabei: Die Welt wird laufend umgestaltet. Und die Hauptakteure dieser Umgestaltungen sind unter 50. Auf die haben wir nur begrenzten Einfluss, egal in welche Richtung.

    Außerdem habe ich in meinem Leben 50 Jahre lang in Top-Chören gesungen, und zwar so viel Chormusik, von der ihr wahrscheinlich das meiste nicht mal dem Namen nach kennt.

    Davon kannst du ausgehen. Und deine "Top-Chöre" kennen wir auch nicht. Keiner kennt die, und keiner will die kennen lernen.


    Aber du hast ja deinen "Schreibtisch". Da kannst du das alles ausführlich beschreiben. Deine 60.000 Fans werden begeistert sein. Und Alfred auch. Also tu ihm und uns den Gefallen. Berichte von deinen sämtlichen Heldentaten. Aber bitte nicht hier. Nutze deinen "Schreibtisch" dafür. Danke.

    Der Kandidat hat 100 Punkte.


    Eine Sache noch (wo ist eigentlich moderato, wenn man ihn braucht):

    Virginia Woolf kritisiert "theatralische Details wie das übertrieben angehobene Bein des Soldaten an der Stufe". Sie checkt's mal wieder nicht. Der Soldat ist fast blind und kann daher die Höhe der Stufe nur schlecht abschätzen.


    Davon abgesehen hat Kunst immer auch etwas "Theatralisches". Sie soll/will Wirkung erzielen. Ist bei den Werken von VW ja auch nicht anders...


    Das Bild hängt in London im Imperial War Museum. Einen Besuch desselben kann ich nur empfehlen.

    Nach einiger Zeit hat Alfred dann den Antrag angenommen und den "Schreibtisch" freigeschaltet.

    Weißt du eigentlich, warum er das gemacht hat?

    Er wollte den Quasselstrippen eine Spielwiese geben, damit sie die produktiven Threads nicht so belasten.


    Jetzt sagst du: "Das funktioniert aber nicht, wie man hier sieht."

    Dann sage ich: "Aber ohne deinen Schreibtisch würdest du noch viel mehr nerven."


    Alfred weiß schon, was er tut.

    Und trotzdem weiß ich immer noch nicht, warum es das RT noch gibt.

    Ich hab's schon mal erklärt, aber ihr seid echt stur. Also noch mal:

    Die beteiligten Leute sehen sich als Künstler und machen zwangsläufig etwas Neues. Was ihr als "werktreu" bezeichnet, ist schlichtweg der Inszenierungsstil der 50er bis 70er Jahre. Und der wird nicht wieder kommen. Weil "alt".


    Eine interessantere Frage lautet:

    Warum finden sich keine Leute, die "werktreue" Inszenierungen machen, obwohl das leichter und billiger zu bewerkstelligen ist?


    Wisst ihr eigentlich, was euer Hauptproblem ist: Ihr könnt euch nicht damit abfinden, dass ihr alt seid und bald sterben werdet.


    Geht mir genau so. Ich bin nämlich in einer ähnlichen Situation. Zwar "erst" 58. Aber seit ca. 5 Jahren merke ich, dass die Jüngeren ganz anders ticken als meine Generation. Gleichzeitig stelle ich fest, dass die Schaffenskraft ihren Höhepunkt zwischen 40 und 50 Jahren hat. Danach kann man das Niveau noch halten, aber zu grundlegenden Umschwüngen ist man nicht mehr fähig.


    Und das ist der eigentliche Grund, dass es keine Renaissance der "werktreuen" Inszenierungen geben wird: Die Jüngeren interessiert das nicht, die ticken anders. Und die Älteren fehlt es an Schaffenskraft. Es reicht nur noch zum Nörgeln. Was aber für die unter 50jährigen keine Relevanz hat.

    Das ist einer dieser Engländer aus dem 18. Jahrhundert. Findet man in der Regel im Tate Britain in London. Den hier halt nicht, sonst wär's zu einfach.


    Die Lösung: Thomas Gainsborough, Thomas William Coke (1752-1842) 1st Earl of Leicester


    Vom Stil her müsste das Bild vor der Französischen Revolution, also vor 1791 entstanden sein.


    Hängt in der Holkham Hall in Norfolk. Ich will sie schon seit Jahren besichtigen...

    Ich habe auch einen möglichen Grund gefunden, kann und will aber weitere Gründe nicht ausschließen. Siehe dazu meinen Beitrag #151.

    Da schreibst du nur, dass das Publikum das RT-Theater duldet, weil ihm nichts "Besseres" geboten wird.


    Die Frage lautet dann aber: Warum gibt es nichts "Besseres"? Und die habe ich beantwortet:


    Erstens theoretisch. Wonach Künstler tendenziell "besser" sind als Handwerker.


    Zweitens praktisch. Wenn meine Definition von "besser" (=kreativer) abgelehnt wird, muss sich irgendwo im deutschen Sprachraum ein Theater finden lassen, in welchem dieses andere, "besser" (="werktreu") erfolgreich realisiert wird. Es gibt nämlich reichlich Theater, die sich eine bessere Auslastung wünschen. Die würde man genauso subventionieren wie die RT-Häuser, wenn sich die erhoffte Auslastung einstellen würde.


    Du liest doch auch Zeitung. Fast überall zerbricht man sich den Kopf, wie man mehr Leute ins (Musik-)Theater bringt. Und da soll keiner auf die Idee gekommen sein, einfach mal 100% "werktreue" Opern zu spielen? Das funktioniert halt nicht. Oder genauer: Die Entscheidungsträger glauben nicht, dass es funktionieren wird. Die RT-Gegner sind zwar meinungsstark, aber nicht hinreichend überzeugend.

    Die Frage Warum überlebt das Regietheater so lange? interessiert überhaupt nicht mehr.

    Diese Frage habe ich bereits final beantwortet. Und es nervt mega, dass ich es nun wiederholen muss. Ich werde Alfred um eine Gehaltserhönung bitten müssen.


    Also:

    Das Regietheater ergibt sich daraus, dass die Opern von Künstlern inszeniert werden. Und die schaffen definitionsgemäß immer etwas Neues. Kunst ist immer schöpferisch.


    Du kannst also nur fragen: Warum werden anstelle von Künstlern keine Handwerker beauftragt?


    Das erkläre ich dir jetzt auch noch:

    Geeignetes Personal ist zwar reichlich vorhanden. Aber selbst die größten Fans von "werktreuen" Inszenierungen sehen keine Chance, dadurch dauerhaft die Theater zu füllen. Wenn es anders wäre, hätten sie es nämlich schon längst versucht. Es gibt nämlich sowohl Theater mit zu geringer Auslastung als auch hinreichend begabte Musiker/Sänger, die sich über ein entsprechendes Engagement freuen würden. Jeder Kommunalpolitiker würde Luftsprünge machen, wenn ihm jemand glaubhaft versichern könnte, dass mit "werktreuen" Inszenierungen die Auslastung ansteigen würde oder gar mehr Touristen kommen würden.


    Warst du schon mal in Venedig? Dort gibt es Vergleichbares bzgl. Orchestermusik in kleiner Besetzung. Also hinreichend talentierte und ausgebildete Musiker, die jeden Abend einen kleinen Konzertsaal füllen wollen. Und zwar mit populärer Klassik. Vivaldi, Mozart, etc. Das funktioniert auch. Aber halt nur in Venedig. Und nur mit Touristen, die nicht wegen der Musik die Stadt besuchen. Diese Konzerte besuchen weder Einheimische noch klassikinteressierte Touristen. Die Stücke sind einfach zu langweilig. Jedenfalls dann, wenn sie von "Handwerkern" gespielt werden, und seien sie noch so gut. Genauso würde es bei "werktreuen" Inszenierungen ablaufen: Man sieht sich das alle 10-20 Jahre mal an. Ansonsten bevorzugt man die CD oder die DVD.


    Damit füllt man kein Theater.

    Das kann durchaus sein. Das müsste man genauer untersuchen. Das kann ich aber jetzt nicht machen, weil ich das auch nicht greifbar habe. Ich habe mich schon lange nicht mehr damit beschäftigt und habe es daher nicht einfach so drauf. Aber vielleicht hast Du recht. Wobei sie für diese Stelle nicht 15 sein muss. Aber es kann schon sein, dass sie jünger ist als Alfonso. Das wäre im Ernstfall genauer zu prüfen. Ich vermute, dass sich gibt keine eindeutige Antwort her, was bedeutet, dass man sich so oder so entscheiden kann. Immerhin halte ich das Argument der Symmetrie für ein gewichtiges, das man bei einem so sehen geometrisch gebauten Stück nicht außer Acht lassen sollte.

    Despina ist definitiv eine Generation jünger als Alfonso. Aber auch deutlich älter als die beiden "jungen Frauen". Ich schätze sie zwischen 20 und 30.


    Es ist aber richtig, dass sie auch von einer älteren Sängerin gespielt werden kann. Sie ist definitiv reifer als die beiden "Mädchen", und der Abstand zu Alfonso ergibt sich auch rein aus der unterschiedlichen gesellschaftlichen Hierarchiestufe. Und mangelndes Selbstbewusstsein kann man ihr wirklich nicht vorwerfen...

    Meine Bekannte die gestern einige Beiträge in diesem Thread durchgelesen hat meinte nur, das man sich kaum vorstellen kann, das hier Erwachsene und gebildete Menschen schreiben bei dem Umgangston.

    Da hat sie auf alle Fälle recht.


    Nur leider wird deine Bekannte, nichts, rein gar nichts unternehmen, um diesen Mangel zu beheben. Selbst wenn sie sich aufraffen würde, hier mitzuschreiben: Nach 2 Wochen wäre sie wieder weg. Eher früher.


    Ja, auf gewisse Art sind da "die Männer" schuld (Hintze nicht hauptsächlich, das war vorher auch nicht groß anders). Aber von Frauen geführte und dominierte Foren scheinen irgendwie auch nicht so der Renner zu sein.


    Wobei, wie schon mal in anderem Zusammenhang erwähnt: Ein gewisses Optimierungspotenzial hat Tamino da schon noch. Jenes "Konkurrenzforum" bindet nicht nur auch Leute, die noch etwas anderes als Klassik hören (hatte ich bereits woanders geschrieben). Es zieht auch Frauen an. Und zwar vor allem in den eher "sachlichen" Unterforen, z.B. bei den einzelnen Instrumenten. Mich persönlich interessiert das zwar weniger. Aber ich stelle fest, dass dort der Frauenanteil recht hoch ist, und dass es der Attraktivität des Forums durchaus hilft.


    Mir ist allerdings nicht klar, wie sich das "dort" mit dem Frauenanteil in den Instrumentalforen ergeben hat. Ich stelle nur fest: Im Instrumentenbereich ist die "Konkurrenz" besser aufgestellt. Und das hängt irgendwie mit dem Frauenanteil zusammen...

    In dem von Saul Friedländer herausgegebenen Band "Richard Wagner im Dritten Reich" spricht sich nach meiner Erinnerung einer der Autoren ziemlich deutlich für eine jüdisch-antisemitische Zeichnung des Mime aus.

    Das ergibt sich zwingend aus dem Titel des Buches. Ist somit also irrelevant.


    Du kannst auch ein Buch "Antisemitismus bei Mozart" schreiben. Dann ist z.B. Don Giovanni mit Sicherheit ein Jude. Sarastro auch.


    Mime ein Jude, wie lächerlich. Wenn überhaupt, dann Alberich. Obwohl, der auch nicht, Juden sind ja angeblich sexgeil. Dann Klingsor. Aber der ist ja auch sexuell frustriert.

    Der Grund ist viel einfacher. Ich hab's übrigens schon mehrfach erklärt:


    Zur Realisierung von Opernaufführungen engagiert man Künstler. Und die machen etwas Neues. Grundsätzlich und immer. Das ist ein unabänderliches Naturgesetz. Es ist nämlich die Definition von Kunst. Kunst ist: "Das Ergebnis eines kreativen Prozesses."


    Solange ihr Künstler engagiert, habt ihr keine Chance, dem zu entgehen, was ihr "Regietheater" nennt.


    Einen Ausweg habe ich euch auch schon mehrfach gezeigt. Und ihr solltet eigentlich auch selber draufkommen: Anstelle von Künstlern müsst ihr Handwerker engagieren. Oder "potenzielle Künstler", die kein Problem damit haben, auch mal nur handwerklich zu arbeiten. Solche Leute gibt es zu Zigtausenden in guter Qualität. Einfach mal die Anzahl aller Musikhochschulen mit der Anzahl der jährlichen Absolventen multiplizieren. Darunter gibt es mit Sicherheit hinreichend viele "Willige", mit deren Hilfe man die Welt mit einer nahezu unbegrenzten Zahl von "werktreuen" Inszenierungen beglücken könnte. Diese Leute würden sogar weniger kosten als künstlerisch arbeitende Personen, weil der schöpferische Teil ja wegfällt und man daher schneller am Ziel ist.


    Die Frage ist, ob damit langfristig die Theater füllen könnte.


    Nein, ich weiß es wirklich nicht. Probiert's einfach aus. Das wäre übrigens wesentlich zielführender, als innerhalb unserer "Internet-Blase" hier seinem Unmut Luft zu machen.

    In allen Aufnahmen, die ich besitze, ist im Booklet keine Herkunft des Themas erwähnt.


    Wie auch immer, es sieht tatsächlich so aus, als wäre das eine Originalkomposition von Paganini. Er wollte offensichtlich einen bestimmten "liedartigen" Stil haben.