Beiträge von thdeck

    Bach-Kantaten scheinen hier kein Schwerpunkt zu sein, die weltlichen schon gar nicht.


    Anlass zu dem Thread ist eigentlich nur eine Frage zum zweiten Satz. Als Werkbeschreibung möchte ich immerhin erwähnen, dass das Werk einerseits recht sopranlastig rüberkommt. Es gibt nämlich nur diese eine Stimme, also den Sopran. Nichtsdestotrotz muss man zugeben, dass der Meister sich mit Erfolg bemüht hat, die Sache abwechslungsreich zu gestalten.


    Nun zum 2. Satz: Spielet, ihr beseelten Lieder


    Darin kommen mir viele Wendungen sehr bekannt vor. Frage also an die Experten: Von welchem seiner Werke hat Bach sich da bedient? Weihnachtsoratorium?

    Hier ein Hörbeispiel:

    youtube.com/watch?v=tHe0vn2kxSg

    Z.B. ab 0:14


    Konkret die Tonfolge gis-a-d-cis


    Es handelt sich übrigens um eine Barock-typische Da-Capo-Arie. Kennt man auch von Händel. Wie im Barock üblich, etwas lang geraten.


    Mein Favorit dieser Kantante ist übrigens der 6. Satz: Schweigt, ihr Flöten, schweigt, ihr Töne

    youtube.com/watch?v=i5LEoP3Tg_8


    Ist auch nicht gar so lang. Wobei die Ironie schon bemerkenswert ist: Die Flöte ist hier absolut dominant. Die Sängerin muss noch an ihrer Überzeugungskraft arbeiten.


    Jetzt hoffe ich aber erst mal auf die Erleuchtung zu meiner Frage bzgl. Satz 2...



    Thomas

    Lieber moderato,


    ist das abgebildete Mischwesen nicht vielmehr ein Satyr oder (römisch) Faun? Ich bin kein Experte in tierischen Extremitäten, aber die Beine scheinen doch eher einem Ziegenbock zu gehören als einem Pferd.

    Konkret handelt es sich um Pan, den Erfinder der dargestellten "Panflöte". Das Kind ist eine Anspielung auf Daphnis. Es ist aber nicht Daphnis selbst, sondern eine Art "Waldkind", zu erkennen an den kleinen Höckern auf seiner Stirn.


    Thomas

    Nun ja, bei Haydn kann ich nicht schweigen, zumal ich von der Reihe die Schöpfungsmesse habe. William Blake ist natürlich auch so erkennbar.


    Nach einer kurzen Recherche ergibt sich, dass der ansonsten übliche Billigflug nach London nicht ausreicht, um das Original zu sehen. Man kann erst bei der übernächsten Hauptstadt Richtung Westen aussteigen. Als Kind dachte ich, dort gibt es Schinken. Der Nachrichtensprecher erzählte immer etwas von "Wurschinkten". Ok, Schinken wird es dort wohl auch geben. Aber auch jede Menge Museen. Würde man diesem Kuhdorf (kaum größer als Dortund) gar nicht zutrauen. Wir reden also von diesem Werk:


    William_Blake_-_The_Great_Red_Dragon_and_the_Woman_Clothed_with_the_Sun_-_Google_Art_Project.jpg


    William Blake: The Great Red Dragon and the Woman Clothed with the Sun, 1805 ca., Washington, National Gallery of Art


    Der Maler ist ein Jahr nach Mozart geboren und im selben Jahr wie Beethoven gestorben. Die Londoner Premiere von Haydns Schöpfung im Jahr 1800 könnte er sogar miterlebt haben. Dieses Werk von ihm ziert das Cover einer Aufnahme von Haydns Schöpfung:

    220px-Europe_a_Prophecy%2C_copy_D%2C_object_1_%28Bentley_1%2C_Erdman_i%2C_Keynes_i%29_British_Museum.jpg


    Thomas

    Das Gemälde ist zwar nicht in jedem Detail gleich (z.B. der Knoten der Fliege), aber das muss es ja auch nicht. Die These mit dem Foto als Vorlage ist jedenfalls plausibel.


    Vielleicht findest du (oder jemand anderes) noch den Maler. Aber wenn die These stimmt, wird der Maler nur ein Handwerker sein.


    Ich könnte mir vorstellen, dass zumindest das Foto (also ein Abzug davon) im Dvorak-Museum in Prag zu sehen ist. Mit etwas Glück sogar das Gemälde...



    Thomas

    Domingo hat zusätzlich das Pech, ein alter weißer Mann zu sein. Damit hat er eh schlechte Karten. Da geht es einfach um Verwertbarkeit. Wäre er jünger und auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft, würden sie um ihn he­r­um­schar­wen­zeln und sich in seiner Strahlkraft sonnen. Aber jetzt, mit fast 80, ist er für die meisten Leute nutzlos.


    Ich bin jetzt 55. Immer noch guter Steuerzahler. Letztes Jahr Reha, nach Unfall. Wollte 3 Tage Verlängerung. Kein Problem. Wer in die Rentenkasse einzahlt, ist wichtig. Haben die mir genau so erklärt. Mit 70 hätte ich die Verlängerung nicht bekommen. Wieder was gelernt...



    Thomas

    Also der Vergleich mit Judenhetze ist unmöglich.

    Der Vergleich mit der Judenhetze ist genau der richtige. Es ist der gleiche Typ Mensch, der hier agiert. Immer nach denen treten, die gerade zum Abschuss freigegeben sind. Da muss ja was dran sein, nicht wahr.


    Das hat übrigens mit Politik nichts zu tun. Eher mit Anstand. Gerechtigkeit. Fairness. Menschlichkeit.


    Selten anzutreffende Tugenden. Damals wie heute.



    Thomas

    Es haben einige Organisationen in Spanien den Kontakt zu Domingo abgebrochen, darunter auch das Teatro de la Zarzuela.

    Geplant sind hingegen nach wie vor Vorstellungen des Sängers in Spielstätten wie der Arena di Verona, der Wiener Staatsoper, dem Maggio Musicale in Florenz oder der Mailänder Scala.

    So haben sie es in den 30er Jahren mit den Juden gemacht. Immer schön das Fähnchen nach dem Wind hängen. So etwas verursacht bei mir Würgreiz.


    Teatro de la Zarzuela. Klar, in dem Schuppen wird Domingo eh nicht mehr auftreten. Die hatten sich nur mit seinem Namen geschmückt. Wie billig, wie abgeschmackt. Aber das dumme Volk jubelt. Und ich muss kotzen.



    Thomas

    Das ist gegenüber dem Stand vom 2. Januar 2020 immerhin noch ein Minus von 10%. Da gibt es bessere ETFs. Aber das hat rein gar nichts mit dem Thema Nur Oper-Konzert-Theater - Museum zu tun

    Ich hab's doch gerade erklärt. Du, ich und der Rest formulieren Einzelmeinungen. Die Börse spiegelt dagegen die Summe aller Meinungen wider.


    Es gibt übrigens keine "guten" und "schlechten" ETFs. Jeder ETF repräsentiert einen bestimmten Index, also einen bestimmten Markt. Der von mir genannte eben den Gesamtmarkt. Natürlich nur näherungsweise, weil nur börsennotierte Unternehmen ab einer gewissen Größe enthalten sind. Aber eine bessere Annäherung an die Weltwirtschaft gibt es nicht.


    Die Kultur, insbesondere die hier so geschätzte "Hochkultur", hängt zu 100% von der Wirtschaft ab. Das betrifft Künstler und Publikum gleichermaßen.


    Meine Aussage ist, dass wir mittelfristig wieder den alten Zustand haben werden. Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass sich strukturell etwas ändern wird.



    Thomas

    Es werden zwei gegenläufige Tendenzen miteinander konkurrieren:

    Zum einen wird es einen Ansturm in Urlaubsregionen, Restaurants, Konzerthäuser, Theater, Museen, etc. geben. Zum anderen wird ein Teil der Leute knapp bei Kasse sein.


    Auf mittlere Sicht wird sich das Bedürfnis nach Konsum (egal ob Shopping, Essen oder Kultur) durchsetzen. Parallel dazu wird natürlich auch wieder lange und hart gearbeitet werden. Das BIP wird steigen. In spätestens 3 Jahren wird es höher sein als Anfang 2020.


    Die Aktienkurse sind übrigens jetzt schon wieder am Steigen. Seht euch nur mal diesen ETF an:

    https://www.finanzen.net/etf/i…ci-world-etf-ie00b4l5y983


    Ich habe zu folgenden Kursen (in Euro) gekauft: 43,85 - 47,95 - 51,30. Aktuell sind wir bei 50,50. Tiefststand war bei knapp über 40.


    Börsen bilden nicht die Zukunft ab, sondern die Zukunftserwartungen. Aber basierend auf den Daten der Gegenwart. Und die deuten nun mal auf Erholung hin. Falls sich die Daten ändern (z.B. zweite Infektionswelle) sind die heutigen Zukunftserwartungen natürlich Makulatur. Egal ob bzgl. Theater/Konzerte oder bzgl. Börsen.



    Thomas

    Hallo moderato,


    Raffael und Cranach sind korrekt, Franceso Raibolini passt leider nicht ganz, aber das Werk kommt mit Sicherheit aus seinem Umkreis.


    Emanuel de Witte könnte passen, oder auch Hendrik van Vliet. Das konkrete Werk habe ich aber nicht gefunden.


    Aber einen Treffer habe ich jetzt doch noch, dank deiner Hilfe:

    Die Paradiesdarstellung (du meinst wahrscheinlich Mittelteil, zweite Reihe von unten, rechter Rand) ist das hier:


    garden_of_eden.jpg


    Jacob Bouttats (ca. 1660-1718): Garten Eden, Privatsammlung


    Jetzt hätte wir also drei.


    Falls du nicht weiteres mehr findest, kannst du das nächste Rätsel stellen. Wenn dir aber noch jemand zuvorkommen würde, wäre das ein echter Held.


    Vorschlag: Du wartest (oder suchst) noch bis heute um Mitternacht. Wenn bis dahin noch jemand etwas findet, ist er der Gewinner. Ansonsten stellst du morgen das nächste Rätsel.



    Thomas

    Historisches-Museum-Frankfurt-Das-Morgensternsche-Miniaturcabinet-I-Ffm-658.jpg


    Dann geht die Bitte an dich, das nächste knifflige Coverbild-Rätsel zu stellen.

    Ok, jetzt machen wir es mal so:

    Gesucht sind möglichst viele Werke aus dem oben abgebildeten Morgensternschen Miniaturkabinett. Also nur das obige (es gibt noch 2 weitere).


    Das zentrale Bild ist einfach, beim Rest habe ich mir die Zähne ausgebissen. Ein einziges weiteres habe ich gefunden. Sieger ist also, wer insgesamt mindestens 3 findet. Titel und Maler würden reichen.



    Thomas

    Jetzt fiel mir's wieder ein:

    Es gibt zwar Christian Morgenstern als Maler: https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Morgenstern_(Maler)


    Aber das führt nicht zum Ziel. Man muss vielmehr akg-images bemühen: http://www.akg-images.de


    Dort "Morgenstern" eingeben. Der Kandidat heißt Carl Morgenstern (1811-1893). Entfernter Verwandter vom Christian. Hier das Werk:


    AKG385812.jpg


    “Sonnenaufgang am Rhein bei Rüdesheim mit dem Adlerturm”, um 1838/43

    Frankfurt am Main, Kunsthandlung J.P.Schneider jr.


    Den Laden gibt's wirklich. Ob sie mir einen Corona-Rabatt geben?



    Thomas

    Es geht die Einladung an thdeck oder wen auch immer den Namen des Malers zu nennen.

    Der Maler heißt Morgenstern. Hast du uns ja mehr oder weniger explizit mitgeteilt. Orfeo ist jetzt schlichtweg zu bequem, die Sache zu Ende zu bringen. Obwohl er tatsächlich etwas zur Lösung beigetragen hat. Im Gegensatz zu mir. Hab ja nur deinen Hinweis ausgewertet.


    Jetzt hätten wir also den Maler. Aber das Werk hatte ich letztens nicht abgespeichert. Muss ich jetzt von vorne suchen? Geht wohl nicht anders...



    Thomas


    PS: Wir sollten mal zusammen ein Museum besuchen. Zumal ich in der Schweiz noch ziemlich viele dunkle Flecken habe. Kenne ein bisschen Basel und Zürich, aber das war's dann. Leider ist private Kontaktaufnahme hier nicht möglich. Manche würden sagen: Zum Glück. Hm...

    Wenn du das nächste Rätsel stellst, geht es in diesem Thread weiter.

    Aber nur wenn. Also gut. Wegen Corona mal was Einfaches:


    http://cps-static.rovicorp.com/3/JPG_500/MI0001/011/MI0001011020.jpg?partner=allrovi.com


    Gesucht wie üblich Maler und Museum, in dem das Werk ausgestellt ist.


    Für Fleißpunkte, dieses hier ist bekannter. Hier hat unsere Julia schöne Muskeln, so muss es sein:

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2d/Francesco_Hayez_053.jpg/417px-Francesco_Hayez_053.jpg


    Wo kann man das bestaunen?


    Ich muss übrigens zugeben, dass ich, obwohl schon weit rumgekommen, bisher keines der beiden Bilder real gesehen habe. Dabei hängt das zweite nur stark 300 km südlich von München...



    Thomas

    Ihr klammert euch an den letzten Strohhalm. In diesem Fall ist es aber einfach: Nach Corona wird das Regietheater eher aufblühen. Man hat ein neues Thema. Und die Theater werden sich zunächst von alleine füllen, wg. Nachholbedarf. Man muss also nichts "Populäres" bringen.


    Allgemein rate ich dazu, die Naturgsetze zu beachten. Die "Alten" werden erst pensioniert, d.h. sie sind nicht mehr künstlerisch aktiv, dann sterben sie, d.h. sie fallen als Publikum weg. Ersetzt werden sie durch die "Jungen", und die machen eben das, wozu sie Lust haben. Ob uns das passt oder nicht. Ganz sicher werden sie keine Texte von irgendwelchen Rentnern lesen, so weise diese auch sein mögen. Selbst wenn sie den größten Blödsinn machen: Das ist dann eben die neue Normalität.


    Biologie eben.



    Thomas


    PS: Es ist sogar noch schlimmer: Die jungen Regisseure haben jetzt viel Zeit, um sich "kreative" neue Inszenierungen auszudenken. Macht euch auf was gefasst...

    Keine Ahnung habe ich, wer der Maler sein könnte.

    Der Mann im Vordergrund mit dem roten Umhang und Hut mit Feder sitzt lässig die Beine übereinandergeschlagen. Er trägt Stiefel, die eine weite Öffnung haben. Sind es Reiterstiefel? Er raucht eine weisse Tonpfeife in seiner Linken haltend. Im Hintergrund ist seitlich ein Schimmel mit einem Reiter, der zwischen einem Baumstamm und einer schrägen Steinwand steht. Links ist ein Stück Himmel zu ahnen. Rechts unten kauert ein bärtiger Alter mit einem Krug. Vor ihm ist ein Fass oder ein anderes zyindrisches Gebilde. Perspektivisch geht die Darstellung für mich nicht auf. Sind das Teile einer Rüstung? Links vom alten Mann schaut ein Kopf hervor. Hinter dem Schriftzug ranken vermutlich Blumen eines Heckengewächses...


    Moderato stapelt mal wieder tief. Sicher hat er schon die Lösung und lässt uns schmoren. Oder er ist in Urlaub. Oder gar krank? Hoffentlich nicht!

    Eigentlich darf ich die Lösung nicht präsentieren, ich habe nämlich geschummelt. Aber da schon 2 Tage vergangen sind...


    Mein Problem ist: Ich tippte auf einen Caravaggio-Nachfolger, also erste Hälfte 17. Jahrhundert. War ja nicht ganz falsch. Und doch viel zu wenig. Dann bin ich irgendwie auf das Buch "Les cadets de Gascogne" von Véronique Larcade gestoßen. Dort ist das Bild auf dem Cover.


    Mit dieser Info suche man bei http://bibliofolie.canalblog.c…/2017/01/20/34811406.html



    Und was sehen meine trüben Äuglein da, wenn man auf das rechte Bild klickt:

    "En couverture: Osteria au fumuer de pipe dit Halte de bohémiens et de soldats (vers 1640-43), par Sébastien Bourdon. Musée Fabre, Montpellier"



    Thomas