Beiträge von Isis

    Du hast völlig recht lieber musicophil - genau das "fast alles" ist das Problem :yes:
    Wer erfindet endlich den 36-Stunden Tag um all die Kostbarkeiten, die wir uns um viel Geld zulegen, auch zu hören....

    LG
    Isis

    Einer so charmanten Aufforderung - siehe Rideamus im Thread Verdis vergessene Juwelen - kann ich natürlich absolut nicht widerstehen.
    Ich weiss nicht ob ich wirklich werten kann welche Verdi-Oper mir am besten gefallen hat/gefällt (Tagesverfassung, Stimmung, Stimmungstief, Altersstufe...) aber ich versuch es einmal


    1. Oberto, Conte di Bonifacio------Punkte:1
    2. Un giorno di regno---------------- Punkte:3
    3. Nabucco------------------------------ Punkte:4
    4. I Lombardi alla prima crociata--- Punkte:5 (Jerusalem 6)
    5. Ernani-----------------------------------Punkte:5
    6. I due Foscari--------------------------Punkte:7
    7. Giovanna d'Arco---------------------Punkte:7
    8. Alzira------------------------------------Punkte:3
    9. Attila------------------------------------Punkte:10
    10. Macbeth-----------------------------Punkte:10
    11. I masnadieri-------------------------Punkte:3
    12. Il corsaro-----------------------------Punkte:6
    13. La battaglia di Legnano----------Punkte:4
    14. Luisa Miller---------------------------Punkte:7
    15. Stiffelio-------------------------------Punkte:3
    16. Rigoletto-----------------------------Punkte:5
    17. Il Trovatore-------------------------Punkte:5
    18. La Traviata--------------------------Punkte:5
    19. I vespri siciliani----------------------Punkte:7
    20. Simon Boccanegra----------------Punkte:10
    21. Un ballo in maschera-------------Punkte:6
    22. La forza del destino-------------- Punkte:4
    23. Don Carlo----------------------------Punkte: 10 (Don Carlos auch 10)
    24. Aida-----------------------------------Punkte:3
    25. Otello---------------------------------Punkte:10
    26. Falstaff-------------------------------Punkte:9


    ..aber morgen könnt es eventuell auch ein bissi anders ausschauen ;)
    LG
    Isis

    Das ist eine wirklich schwierige, fast unbeantwortbare Frage. Ich habe immer jene Aufführung "im Ohr" die ich gerade in einer guten Besetzung gehört habe. Aber es gibt sicher Opern, die mich mehr als andere begleiten - kurzer Auszug ohne subjektive Reihung


    Mussorgsky: Chowantschina (Abbado, Ghiaurov, Kotscherga....)
    Rossini: Il Viaggio a Reims (Abbado, auf CD und alle Aufführungen der Wr.Staatsoper live!)
    Verdi: Macbeth (Sinopoli; Zampieri, Bruson) ungeschlagen!
    Verdi: Simon Boccanegra (Abbado, Freni Ghiaurov, Cappuccilli)
    Verdi: Otello (Karajan; Del Monaco, Tebaldi)
    Verdi: Attila (Sinopoli, was sonst....)
    Schostakowitsch: Lady Macbeth von Msensk


    und, und, und....... :jubel:


    LG
    Isis

    Definitv Originalsprache, ohne dies zur Conditio sine qua non zu machen. Meine erste Lady Macbeth von Msensk war in der Wiener Volksoper auf deutsch und war sehr beeindruckend. Janacek ist bei uns auch meist deutsch zu hören, Jenufa ist mir aber tschechisch deutlich lieber obwohl ich die Sprache nicht kann. Ich finde der Komponist hat die Sprachmelodie in seine Komposition miteinbezogen, als Test wie schrecklich diesbezüglich Übersetzungen sein können empfehle ich den Parsifal auf italienisch (immerhin mit Callas als Kundry) oder so manchen Rossini auf deutsch. Verdi mag ich in den französischen Fassungen auch nicht so gern obwohl das oft "original" ist und greife dann oft zu den italienischen Rückübersetzungen.
    LG
    Isis

    "Unsere" Tosca ist glaub ich die älteste noch laufende Produktion. Die Zefirelli Boheme kam danach - und ist so schön dass man sie eigentlich unter Denkmalschutz stellen sollte.
    Die Tosca staubt zwar schon ein wenig, ich habe aber an anderen Häusern schon so schreckliche Inszenierungen gesehen, dass ich nur hoffen kann sie bleibt uns erhalten. Daher wünschen wir ihr zum 50er: ad multos annos !
    LG
    eure "staubige" Isis

    Traviata Wiener Staatsoper 23.4.08


    Endlich mein erstes persönliches Rencontre mit Piotr Beczala :)
    Gestern abend hat er (spät aber doch) Alfredo in der Traviata an der WSO gesungen. Ich war schon sehr neugierig da ich diesen Sänger bislang nur aus kurzen Fernsehausschnitten und schwärmerischen Berichterstattungen in div.Opernzeitschriften kannte.
    Also - er wird mir ans Herz wachsen! Obwohl er sichtlich noch nicht ganz fit war (die erste Aufführung der Serie hat er abgesagt) eine wunderschöne Strimme, ich hab nur noch nicht ganz herausgefunden wie er es macht - technisch scheint die Stimme keinen wirklichen Kern zu besitzen, trotzdem klingt er wunderschön. Glückliches Zürich ;)
    Sehr gut gefallen hat mir auch Zeljko Lucic als Vater Germont, er hat eine wenn auch ungeschliffene, so doch beeindruckende Stimme die mir timbremäßig sehr gefällt. Vom Publikum leider meist unterbewertet, von mir jedoch ausserordentlich geschätzt, Krassimira Stoyanova als Violetta. Es ist sicher nicht ganz ihre Rolle, vor allem der erste Akt nicht, aber sie hat ein so wundervolles Timbre dass einem jedesmal das Herz aufgeht. Sie hat keinerlei Starallüren, daher ist die Reaktion des Publikums meist zurückhaltender als der Leistung angemessen wäre.
    Wäre nicht das langweilige, zerdehnte Dirigat (Palumbo) zu bemänglen könnte ich sagen meine erste Begegnung mit Beczala hat in würdigem Rahmen stattgefunden.
    LG
    Isis


    P.S. Sorry Gurnemanz, ich hab den reply auf den Idomeneo/Heidelberg erwischt, wollt eigentlich zu Re:Kurznotizen aus den Opernhäusern.

    Ich habe eine Battaglia mit Gardelli, Ricciarelli, Carreras auf CD, ist aus der Philips Serie die irgendwann in den 70ern aufgenommen wurde. Meines Wissens gibts die CD noch im Handel.
    LG Isis

    Dem kann ich mich nur anschliessen - man kann gar nicht genug Verdi Aufnahmen haben (auch wenn es fürchterlich ins Geld geht, bei mir ist allein Verdi auf ca. 2 lm CD-Regal ausgewuchert) :)
    Lombardi die 2. gibt es zumindest 2 Aufnahmen (Jerusalem mit Scandiuzzi, nicht so toll, Gerusalemme die ital. Fassung mit Aragall). Don Carlos gibts mittlerweilen den Wiener Mitschnitt mit Vargas, Tamar, Miles auf DVD und CD)
    LG
    Isis

    Ich freu mich dass der Thead zu selten gespielten Verdi Opern wieder aufgenommen wurde. Ich habe so ziemlich alle Aufnahmen die genannt wurden und liebe vor allem die Due Foscari sehr.
    Von der Urfassung Macbeth von 1847 habe ich nur eine Aufnahme - die BBC Produktion mit Peter Glossop. Gibt es noch andere? ich finde die BBC Version nicht so toll - obwohl mit Tomlinson ein sehr ungewöhnlicher Banquo besetzt ist. Da ich von fast allen Werken mehrere Einspielungen hab hätte ich zum Vergleich gerne noch eine andere. Ich kann allen Verdi Fans nur empfehlen auch die alte Fassung als Vergleich zur gängigen Version zu hören, es ist faszinierend wie Verdi daraus mit gar nicht so vielen Änderungen eines seiner größten und düstersten Meisterwerke geschaffen hat.
    LG
    Isis

    Danke, ich wusste von dem Recital noch nichts. Habe Saimir Pirgu schon oft in der Wiener Staatsoper gehört, er hat sich in wenigen Jahren von "nette, eher kleine aber elegante" Simme zu einem ausgezeichneten Tenor mit guter Bühnenpräsenz entwickelt. Liebestrank hat er in Wien schon oft gesungen, er kommt auch über das recht grosse Haus gut rüber. Besonders gut hat er mir in Cosi fan Tutte und Don Giovanni gefallen, den Don Ottavio können momentan nicht viele mithalten. Ich freu mich jedenfalls immer ihn zu hören und hab noch keinen "schlechten" Abend von ihm erlebt.


    Wenn man sein jugendliches Alter bedenkt hat er hoffentlich eine wirklich grosse Karriere vor sich.
    LG
    Isis

    Danke für den Tipp, ich mag Uusitalo sehr, habe seinen Ausfall in der Wiener Walküre Premiere sehr schmerzlich miterlebt, umso mehr freu ich mich auf die CD.
    Kann mir jemand aus dem Forum vielleicht einen Rat geben? Ich suche Aufnahmen des Macbeth in der Urfassung von 1847. Den BBC Mitschnitt mit Peter Glossop hab ich schon, gibt es noch andere?
    LG
    Isis

    Kurznotiz zum Thema Wortdeutlichkeit:
    War gestern in der WSO im Rosenkavalier, dank des Dirigates von Runnicles ein durchaus netter wenn auch nicht aussergewöhnlicher Abend. Ärgerlich war die Besetzung der - an sich ja eher kleinen Rolle - des Faninal mit Alan Opie. Auch nicht-native Speaker könnten eine Rolle zumindest phonetisch lernen (was z.B. auch bei Jane Archibald als Sophie zu bemerken war), was Faninal gestern sang bleibt ein Geheimnis. Auch stimmlich schrecklich - da sollte man doch im Bestand der Staatsoper bessere Leute haben. Dabei glaube ich mich zu erinnern dass mir Alan Opie vor einigen Jahren als Balstrode im Peter Grimes ganz gut gefallen hat.
    Der Rest des Abends ist rasch berichtet. Ricarda Merbeth war stimmlich ganz gut aber darstellerisch ist sie von der Fürstin Resi leider noch weit weg. Sie war eine perfekte Daphne, als Marschallin fehlt ihr noch die Persönlichkeit. Wolfgang Bankl aus dem Hausensemble mag an kleineren Häusern einen erfolgreichen Baron Ochs abgeben, im grossen Haus fällt das Fehlen einer profunden Tiefe aber sehr schmerzlich auf. Darstellerisch ist er der Rolle noch nicht wirklich nahe gekommen. Bleibt der immer wieder erfreuliche Oktavian der Angelika Kirchschlager. Man ging also trotz mancher Widrigkeit zufrieden nach Hause.
    LG
    Isis

    Nicht mit "konservativ" oder "provokant" abzuhandeln. Für mich gibts Inszenierungen die das Stück erzählen und den Eindruck der Musik noch verstärken. Das sind (meist noch) eher konservative Ansätze, es gibt aber eine grosse Zahl excellenter sehr moderner Regiearbeiten die für mich einen sehr starken Eindruck machen (Pountney die Wiener Jenufa, Konwitschny der Don Carlos, Willi Decker Billy Budd....). Und dann gibts Regietheater der übelsten Sorte, nämlich jenes welches die Musik sogar noch konterkariert. Beispiele gefällig: aus Wien Pountney die neue Forza del Destino, Barry Kosky der Lohengrin.


    Aber wie bei allem-die Schönheit liegt im Auge des Betrachters, wenn wir alle den gleichen Geschmack hätten - worüber würden wir hier dann diskutieren ;)


    LG
    Isis

    Manrico ist so eine Sache. Tenorale Leichtgewichte neigen zu überkippendem Kikeriki, baritonalen Stimmen mit breiter Basis fehlt meist (zumindest ein wenig) die Höhe. Habe daher leider schon zu viele Tenöre an dieser Szene scheitern gesehen. Auf der Bühne selbst erlebt und ungeschlagen die Nr. 1 (wiewohl ich mich Severinas Vorbehalten sonst durchaus anschliesse) Franco Bonisolli :D The one and only bezüglich Machismo, Schwertschwingen und grandiosen hohen Cs.
    Auf Tonträger Pavarotti, Björling und Corelli.


    LG
    Isis