Beiträge von operus

    Lieber Alfred, lieber Norbert,

    schon wieder eine Bitte an Euch. Melomane war der Schnellste und stellte hier einen Bericht über den Tod von Franz Mazura ein. Ich schrieb danach im Thread:"Erinnerung an Verstorbene" einen Nachruf. Könnte man diese beiden Beiträge in einem Franz Mazura gewidmeten Thread zusammenführen. Der vielseitige Künstler hätte es verdient. Danke.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Mit Franz Mazura ist wieder ein Opernstern erloschen.

    Vor einigen Stunden erhielten wir die traurige Nachricht, dass KS Franz Mazura kurz vor Vollendung des 96. Lebensjahrs heute am 23. Januar 2020 gestorben ist. Trotz kurzer Erkrankung kam das Ende überraschend. In der Frick-Opernfamilie witzelten wir oft, dass wir mit ihm seinen 100. feiern wollen. Der international bedeutende Bariton-Bass war Schauspieler, Sänger, Maler, Autor, Rezitator, Dichter usw. Seine größte Kunst war wahrscheinlich die Fähigkeit, dass er dem Tod so lange widerstehen konnte. Trotz zahlreicher Siege und scheinbar unvergänglicher Vitalität, einmal gewinnt doch der Andere. Ich hatte mit dem außergewöhnlichen Künstler für Sonntag 26. April 2020 ein Künstlergespräch beim Opernclub München vereinbart. Als mir die Präsidentin Frau Stenzel jedoch mitteilte, dass sie auf ihre Bitte um Terminbestätigung eine hinhaltende Antwort bekam, zweifelten meine Frau und ich auch an der Realisierung dieses Projekts. Glücklicher Weise hatten wir entgegen unserer Gewohnheit weder Hotel noch Fahrkarten reserviert oder gebucht. Also gut ausgegangen. "Ach wie so trügerisch..."in einem Punkt hat es uns doch erwischt. Die Fragen des vorgesehenen Interviews waren bereits formuliert. Schlimmer für einen Schwaben war, dass die Anschaffung des dem Sänger gewidmeten Buches "Franz Mazura - Der Sänger-Schauspieler "(Wernersche Verlagsgesellschaft) und der Decca CD "Moses und Aron" unter Sir Georg Solti umsonst war. Franz selbst hätte das mir widerfahrene Missgeschick mit einer unterdrückten Träne lächelnd kommentiert , frei nach dem Motto "Jede Medaille hat zwei Seiten". Es ist zu vermuten, dass er mit der Erfahrung seines langen Lebens die bessere Seite erkannt hätte. In der Trauerrede, die er als Sänger-Schauspieler für seinen Freund Jean Cox gehalten hielt, gelang es, bei der Betrachtung Unterschiede in der vielseitigen Persönlichkeit des großen Tenors aufzuzeigen. Genau diese differenzierende Würdigung beeindruckte die Anwesenden.Tschüss Franz- mach's gut. Obwohl Du in der Oper gute und böse Typenverkörpert hast, wünschen Dir Deine Freunde, dass ein Bassbariton wie Du mit seinen Fähigkeiten den Engelchor selbst im tiefdunklen Bereich der Gesangskunst wirkungsvoll verstärkt.


    Herzlichst

    Ingrid und Hans





    Die 3. von Magnard steht am 22. bis 24.1. insgesamt 3x auf dem Programm des Geraer Orchesters, dazu Schumanns Cellokonzert mit Sebastian Fritsch, das alles unter der Leitung von Ektoras Tartanis, der sich um die GMD-Stelle in Gera beworben hat und ein Bewerbungsdirigat abliefert. Leider kann ich das Konzert nicht besuchen, Krankheitsgründe.


    Herzlichst La Roche

    Lieber Ulli, liebe Hannelore,

    Schade, aber die Gesundheit ist wichtiger.

    Dazu alle guten Segenswünsche

    Herzlichst

    Operus (Hans und Ingrid)

    Magnard ist eine wirklich tragische Geschichte. Er starb im 1. Weltkrieg, als die Deutschen in Belgien einfielen und sein Haus abbrannten - mit vielen seiner Werke. Seine Symphonien sind wirklich sehr hörenswert - der Entdeckung wahrlich wert! Ich habe die Aufnahmen mit Thomas Sanderling. Schön, dass es wieder eine Neuaufnahme gibt!


    Schöne Grüße

    Holger

    Lieber Holger,

    schön, dass Du wieder an Bord bist. Gleich mit einem Nutzen stiftenden Beitrag in einem Bereich, der Deinen Widerspruchsgeist weniger reizt als Oper und Regietheater.

    Mit allen gute Wünschen zum neuen Jahr und der Hoffnung auf gute, gelassene, friedfertige Zusammenarbeit.:hello:

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Nun noch eine Bitte an einen Moderator: Sollten die beiden Threads "Enoch-Arden und meine "besonderen Perlen" zusammengelegt werden? Enoch ist speziell - die Perlen umfassender. Sollte ein Moderator entscheiden , vielleicht wenn dazu Reaktionen kommen. Danke.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Hingegen ist die Menge der Enoch-Arden-Einspielungen kaum zu übersehen. Nicht nur Dietrich Fischer-Dieskau Sänger hat das Werk erschlossen und damit viel für dessen Verbreitung getan. Mit seinem Namen hat er dafür gebürgt. Brigitte Fassbaender nahm "Enoch Arden" und "Das Schloss am Meere" 2013 im Rahmen der von ihr betreuten Gesamtaufnahme aller Lieder von Strauss für das Label Two Pianists Records auf

    Lieber Rüdiger,

    es lohnt sich, bei Tamino alles zu lesen. Da gibt es eine Aufnahme eines mir unbekannten Werkes und das sogar mit Gerhard Oppitz, dem ich als er 11 Jahre alt war, seinen ersten Auftritt mit dem Heilbronner Sinfonie Orchester gegen Widerstände vermitteln konnte. Seitdem sind wir befreundet. CD muss also sofort her und wenn ich wieder leichtsinnig bin, die von Frau Fassbaender dazu.


    Inzwischen ist auch mir ein Mitschnitt zugegangen, der mich beeindruckt. Ich höre zwar keine gravierenden Unterschiede zur Studioaufnahme im Rahmen der von ihr betreuten Gesamtaufnahme aller Klavier-Lieder von Strauss


    Die Fassbaender ist ausführlicher, lässt auch zu Beginn des zweiten Teils den Hinweis auf die beiden anderen Schiffbrüchigen, die mit Enoch das Unglück zunächst überlebten, dann aber starben, nicht weg - auch die drei oben zitierten Schlussverse nicht. Fischer-Dieskau verfährt anders und damit auch konzentrierter.

    Lieber Rüdiger,

    Deine Beiträge mit perfekter Verführung stärken meinen Leichtsinn. Wenn Ingrid ihr O.K. gibt wird auf den Putz gehauen und beide Aufnahmen bestellt.

    Ich habe am vergangenen Sonntag Wolfram Rieger und Brigitte Fassbaender im Wilhelma Theater in Stuttgart mit Enoch Arden erlebt. Es ist schon ein ganz eigenes Werk, so ein Melodram. Die Geschichte ist im Grunde genommen recht einfach. Wäre sie nicht so schön geschrieben, könnte sie in ihrer Edelmütigkeit auch von Hedwig Courths-Mahler sein. Aber sie greift - vor allem in der Intimität der Erzählung und mit der emotionalen und dramatischen Unterstützung des Pianos. Und die Geschichte greift den Zuhörer auch an. Die sonore Frauenstimme der Brigitte Fassbaender, die dem Ernst der Geschichte hervorragenden Ausdruck verlieh, war sehr beeindruckend.


    Habe die Sendung gestern Abend angehört. Mich hat die Musik und der Vortrag von Frau Fassbaender sehr beeindruckt.

    MfG Wilfrie


    Ich kenne es auch nicht, aber bei meiner Recherche fiel mir auf, dass der engl.Text des Erzählers länger ist als z.B. bei FiDi.

    Vielen Dank an alle, die diese bereichernden Beiträge einstellten. Fazit: Nie war Tamino so wertvoll wie heute:hello:

    Herzlichst

    Operus(Hans)

    Lieber Helmut, lieber Johannes,

    bei Euch beiden braucht man nur Musik zu denken und es sprudelt. Allerdings aus unterschiedlichen Quellen. Allerdings sollte es in diesem Thread um etwas anderes gehen.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Falls es so etwas selbst bei Tamino nicht gibt könnte in diesem Thread auf ausgefallene, besondere Ereignisse in der gesamten Musikwelt hingewiesen werden, wie z. B. auf das Melodram "Enoch Arden" von Richard Strauss. Der SWR 2 bringt dieses kaum aufgeführte Werk am 27. Januar ab 20.03 Uhr. Solistin Brigitte Fassbaender. Wer sonst außer Ihr? Dazu noch in einer Sprecherrolle!

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Danke lieber Helmut für den sprachlich und geistig brillanten Einfall. Sorry, das begreift sogar ein großer Vereinfacher. Boshaft wäre, wie ruhig und friedlich ist das Forum ohne die Theorien großen Philosophen.

    Herzlichst

    Hans

    Unsere oft kritisierten Politiker hatten bei der Debatte über die Organspende eine große Stunde. Frei vom Fraktionszwang hörte man ausgezeichnete Beiträge aus allen Parteien , die vor allem glaubhaft waren. Besonders beeindruckend, wenn Fallbeispiele geschildert wurden. Ein etwas gewagter Vergleich. Wir versuchten, im Tamino Forum, einen Adventskalender zu starten. Spielregel: Jeder User, der mitmachen wollte wählt einen Tag, an dem er dann einen Beitrag einstellen sollte. Schuss in den Ofen. Als der Titel in "Der Tamino-Adventskranz" geändert wurde kamen viele zum Teil sehr kreative Beiträge. Schlussfolgerung: Zwang engt ein - Freiheit beflügelt.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Lieber Operus,

    dann wollen wir hier doch auch Gottlob Frick zu Wort kommen lassen

    Liebe Mme. Cortese,

    danke für diesen unerwarteten Service. Beeindruckt bin ich über die Fülle des eingestellten Bildmaterials, sogar das letzte offizielle Bild mit etwa 84 Jahren ist dabei Chapeau! Von den Volksliedern wurde eine späte Aufnahme ausgewählt. Beeindruckend sind immer noch die Wortverständlichkeit,die Seelenwärme und das berückende Timbre. Stimmlich ist Mühe und Ringen um Stimmfluss und -führung deutlich zu hören. Auch eine perfekt sitzende Stimme altert trotz ständigem Training. Deshalb sind die jüngeren Volksliedaufnahmen stimmlich überzeugender, aber auch weniger berührend. Ich denken da an:

    "Das ist der Tag des Herrn" , Frühmorgens, wenn die Hähne kräh'n und vor allem die "Waldandacht". (Kurt Molls Lieblingsauaufnahme von Frick.) Alles bei You Tube zu hören.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Lieder und Gesänge aus der Jugendzeit Ich ging mit Lust durch einen grünen Wald

    Anon.

    Ich ging mit Lust durch einen grünen Wald,
    Ich hört die Vöglein singen;

    Ihr Lieben,

    oft ist man für das Schönste taub. Zum Beispiel ich: Als ich den Titel von den "Gefiederten Freunden" las, dachte ich: "Jeden Käs' musst Du nicht lesen!" Durch dieses unüberlegte Urteil verschloss ich, der immer auf seine Emotionen so stolz ist, mir den Zugang zu einem ganz wunderbaren Bereich hier im Forum. Wie schade, wo doch gerade Gottlob Fricks größte Liebe dem einfachen Volkslied galt. Lerneffekt: Urteile nicht zu schnell über etwas, was Du nicht kennst. Gerade dort, wo du es niemals vermutet, könnte der Goldschatz liegen, auf den Du solange wartest. Danke an alle, die ihn gesammelt und hier eingebracht haben.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Diese Dokumentation ist seit Jahren auf dem Markt und wird noch immer offiziell von Decca angeboten. Ich halte sie für eine der interssantesten ihrer Art. Leider fand nur die "Götterdämmerung" Berücksichtigung. Gewiss wären solche Filmaufnahmen auch von den anderen "Ring"-Teilen interessant gewesen. Der Produzent des gewaltigen Unterfangens, John Culshaw, hat ein Buch darüber geschrieben. Er war der Spiritus Rector und nicht Georg Solti, wie man der Aufmachung entnehmen könnte.

    Lieber Rüdiger,

    das sehe ich genau so. Dieser Teil war vielleicht deshalb so wichtig, weil man die Glanzleistung der nachgebauten Stierhörner demonstrieren konnte. Dafür musste der der arme Gottlob Frick bis zur Grenze der Belastung X-Mal das mörderische "Hoi Ho" wiederholen. Es könnte auch interessant gewesen sein, zu zeigen, wie man für absolute Präzision einen kooperativen Sänger schinden muss.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Lieber Willi,

    ich kann nicht widersprechen, obwohl man über Marianne Schech als Senta und sogar Fidi als Holländer lange diskutieren könnte.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Eine beeindruckende Traumszene ist in Wagners "Götterdämmerung" das Nachtgespräch Alberich/Hagen "Schläfst Du Hagen mein Sohn". Grandios gesungen und gestaltetet im Bayreuther Ring von Wolfgang Wagner/Kempe von Otakar Kraus und Gottlob Frick.

    Lieber Wolfgang,

    danke für die erweiternde Aufklärung. Das sind wichtige Gesichtspunkte vor einer Entscheidung, zumal Alexandra, die den Film "Herr der Ringe" mit Orchester in Australien sah, ähnliches berichtete. Aber 80 Mann Orchester! Wenn schon würde ich bei so einer Großbesetzung, dem eigenen Geschmack folgend, immer eher für Bruckner, Mahler und Schostakowitsch argumentieren.

    Liebe Grüße auch an Frau und Sohn

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Um meinen Frust von der Seele zu schreiben und aus Kummer über enttäuschte Erwartungen schrieb ich einen Verriss über die Aufführung "Herr der Ringe" und "Die Hobbits" in Heilbronn. (Beitrag Nummer 1) Mein Ziel war, auch etwas zu lernen, weil das Heilbronner Sinfonie Orchester ebenfalls an ein Konzert mit Filmmusiken -Zielgruppe junges Publikum - denkt. Ich hoffte Anregungen zu bekommen, die waren jedoch eher in der Art, wie man es nicht machen soll. Die Kritik in der " Heilbronner Stimme" lag in gemäßigter Form eher auf meiner Linie. Nun kommt das für mich nahezu Unfassbare: Die Publikumsreaktionen, vor allem in der Sonntagszeitung, nicht nur von jüngeren Besuchern, waren durchweg positiv, bis hin zu euphorisch. Meine Frau und ich verstehen die Welt nicht mehr. Schlussfolgerung: "Wir sind alte Leute, die aus der Zeit gefallen sind." Es ist also möglich, felsenfest von der Richtigkeit der eigenen Meinung überzeugt zu sein. Andere und sogar die überwiegende Mehrheit denkt jedoch völlig anders als geglaubt. (Problem der verinnerlichten Glaubenssätze). Heilsamer Lernprozess, auch für die Diskussionen hier in unserem Tamino Forum." Überlege genau: Was könnten die Anderen denken, vielleicht ist dies sogar die Mehrheitsmeinung?"

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Heut' ist wieder Holzwurmtag:


    Der Holzwurmsippe ganzer Stolz

    ist ihr Weihnachtsbaum aus weichem Holz.

    Sie wollen ihn behalten das ganze Jahr,

    denn das Holzmehl schmeckt so wunderbar.


    Der Holzwurm hat, was sehr gewagt,

    an der Gewerkschaft Holz genagt;

    die hat ihn, erst sehr aufgebracht,

    drauf schnell zum Funktionäre gemacht


    Ein Holzwurm -armer, kranker Tropf

    geriet in einen Blumentopf.

    Und seine Erfahrung war dann diese:

    Zu wenig Holz -zu viel Gemüse.


    Herzlichst

    Operus (Hans)



    In Heilbronn große Ankündigung: Klassik-Gala mit den weltweit bejubelten Film-Hits "Herr der Ringe" und "Die Hobbits". Ständiger Medienrummel: Großartig, fantastisch, zauberhaft, einmalig. Erzielte Wirkung auf den Klassikfreund: Da muss man dabei sein, sonst versäumt man wichtiges. Verstand vernebelt - Gier frisst Hirn. Also auf ins Auenland. Die "Herr der Ringe"Gala ist schnell geschildert: Man nehme ein namenloses Orchester, einen nicht genannten Dirigenten, einige Sänger*innen für einen Chor, eine Mini-Tanzgruppe von drei Damen, mehrere Gesangssolisten und dann als krönenden Höhepunkt eine kleine keltisch angehauchte Formation"Das Tolkien-Ensemble" und als Sprecher den Fernsehstar Sky du Mont, am bekanntesten durch seine Fernsehwerbung. Nach dem Einzug der illustren Künstlerschar heißt es alles aufgestanden: Eine Nationalhymne folgt, die niemand kennt. Ist das völliger Quatsch ? Nein, Eingeweihte nennen das Immersion, das ist ein Eintauchen in eine völlig fremde Welt. Nun darf jeder der Sängersolisten ein oder mehrere Liedchen trällern. Entschuldiung in Songs brillieren. Zwei junge Damen,die bei jedem Auftritt in neuen geisterhaften Roben die Zauberwelt der Elben, Zwerge, Trollen und Drachen schaffen sollen, wobei die Sängerinnen durchaus passable Musical-Stimmchen vorweisen konnten. Die Songs der Herren waren wohl bekannter, weil das sonst erstaunlich beifallsmüde Publikum hier etwas lebhafter wurde. Aber da war ja noch der Glaubwürdigkeit wegen mit dem Schotten ein Billy Boyd ein leibhaftiger Darsteller aus den Filmen da. Nur dieser Herr sprach bei seinen Auftritten ausschließlich englisch. Da es wie eigentlich erwartet keinen Film gab, sondern nur einige Dias, die bis zum Überdruss wiederholt gezeigt wurden, würde es sicherlich der versierte Sprecher Sky du Mont herausreissen. Das wäre sicherlich möglich gewesen, wenn man ihn verstanden hätte. Entweder war das Mikrofon so schlecht eingestellt, dass sich die Stimme überschlug oder das grob, undiszipliniert und viel zu laut spielende Orchester, stellenweise konnte man den Eindruck gewinnen, es wäre ein Paukenkonzert. Dabei bietet doch gerade der typische Soundtrack der Filmmusik und der gewählten Werke die Chance, die Zauberwelt des Auenlandes zart, melancholisch bis hin zum höchsten Forte beim Auftritt der Ungeheuer auszukosten. Die Chance wurde vertan, weitgehend musikalischer Einheitsbrei routiniert und uninspiriert herunter genudelt. Ein Horrorszenario? Weitgehend ja: Keine Regie erkennbar, unausgesteuerte Tonübertragung, blendende Lichtblitze vor allem ins Publikum, Dias statt erwartetem Film und ein Sprecher, der nicht durch die vielschichtige Handlung führte, sondern nur Bruchstücke erzählte, die zudem noch weitgehend unverständlich waren. Also völlige Pleite und das Geld zum Fenster hinausgeschmissen. O, nein es war für meine Frau und mich eine neue Erfahrung, ein enormer Lernprozess. Das Publikum akzeptierte diese klassische Mogelpackung, für die hohe Preise bezahlt wurden (unsere Karten mittlerer Kategorie kosteten € 69 pro Stück) ohne erkennbaren Frust, im Gegenteil der Murks wurde sogar noch gefeiert.

    Dieses Phänomen geht mir nicht aus dem Kopf. Für so etwas werden Preise bezahlt, die beide anerkannt guten Heilbronner Orchester kaum oder nur im Ausnahmefall realisieren können. Der große Saal in der Harmonie mit 2000 Plätzen ist fast ausverkauft überwiegend mit jugendlichen Besuchern, wobei die Heilbronner Orchester keine Kosten und Mühen scheuen und zum Teil mit speziellen Jugendkonzerten gerade diese Zielgruppe umwerben. Sie haben meistens ähnlich hohe Besucherzahlen, aber permanent gegen die Überalterung des Publikums zu kämpfen. Wo liegen die Gründe für diese kaum rational zu erklärende Tendenz? Oder wie gelingt es den Schotten, den ebenso sparsamen Schwaben für diese Mogelpackung so viel Geld aus der Tasche zu ziehen und klassischen Ramsch zu vergolden? :no: X( :cursing:

    Herzlichst

    Operus(Hans)

    Genau so ist es. Wenn ich es rational sehe, verwende ich im Verhältnis zu meinen sonstigen Aufgaben zu viel Zeit im Tamino Forum. Da ich Oper und Klassik jedoch restlos verfallen bin, ist es wie bei der Tafel Schokolade in der Schublade. Der Verstand sagt Nein nicht schon wieder, das Gefühl signalisiert süße Wunscherfüllung. Wenn Wunsch und Verstand miteinander ringen, dann siegt halt meist der Wunsch. Akzeptiert, dass es so ist , denn es gibt schlimmere Süchte als Alfred und sein Forum. :hahahaha:

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Wieder ist der Vorhang für einen der großen alten Sänger der Nachkriegsgeneration endgültig gefallen. Ich habe Schreier öfters auf der Bühne und als Liedersänger gehört. Er war einer der musikalisch und technisch perfektesten Sänger. Unvergessen ist mir sein Besuch bei der Gottlob Frick Gesellschaft und seine Mitwirkung in der Matinee. Wir saßen abends noch einige Zeit zusammen, da lernten meine Frau und ich einen grundgescheiten, gebildeten Herrn kennen, dem man sehr gerne zuhörte. Der große Sänger bedankte sich anschließend für den schönen Abend, indem er eine handgeschriebene Grußkarte sandte. Möge er nun in Frieden ruhen und einen Engelchor verstärken. Manche Leistung von ihm wird in Erinnerung bleiben.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Lieber Moderato,

    wenn Du es offenbaren willst: Hast Du mit Psychologie zu tun? Dann lägen wir fachlich nicht so weit auseinander. Ich habe eine Ausbildung als Andragoge (Erwachsenenbildner). Das ist schwerpunktmäßig zum einen Pädagogik und zum anderen Psychologie.

    Wobei meine Ausbildung schon über 50 Jahre zurückliegt. Ich habe jedoch während meines ganzen Berufslebens Zusatzausbildungen gemacht, z. B. Transaktionsanalyse, NLP, TZI usw.

    Herzlichst

    Operus (Hans)