Beiträge von operus

    Bernd Weikl hat seit kurzem einen eigenen You Tube Kanal. Dort stellt er künstlerische Beiträge, Auszüge aus seinen Vorträgen und Büchern aber auch seine diskussionswürdigen Ansichten und Thesen über Oper, Regie, Gesangskunst und Zukunft der Kunst ein. Aus meiner Sicht lohnt es sich die Aussagen und Ansichten des berühmten Sängers kennenzulernen, sich aber auch an seinen Standpunkten zu reiben. Ich habe mir ein Interview, dass Weikl mit dem damals über 90-jährigem Marcel Prawy führte angesehen. Interessant, aufschlussreich und amüsant.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Die Sängerin Gabrieli forderte von Katharina der II. freie Wohnung, Equipage und jährlich 10.000 Rubel. "Soviel verdient keiner meiner Feldherren" erwiderte die Zarin. Die Primadonna empfahl: Dann lassen Sie doch bitte Ihre Feldherren singen!"


    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Auf der Messe wird ein neuer Computer vorgestellt. Die Hersteller schildern ihn als neue Spitzenklasse. Ein Interessent verlangt dafür einen Beweis und fragt?: "Wo ist mein Bruder" Der Computer arbeitet: "Gegenwärtig im Modehaus Rüsen in Hannover und möchte einen Anzug kaufen". Der Kunde ist beeindruckt, möchte jedoch einen zweiten Leistungsbeweis. "Wo ist mein Vater?" Der Computer antwortet blitzschnell. "Ihr Vater sitzt an der Unterelbe und angelt." "Danke, da liegt Ihr Wundercomputer aber völlig daneben. Mein Vater ist seit 5 Jahren tot." Die Computerfachleute sind irritiert, programmieren nochmals und lesen: "Der Gatte Ihrer Mutter ist seit 5 Jahren tot. Ihr Vater jedoch sitzt an der Unterelbe und angelt".

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Ludwig der XIV hörte Lullys "Miserere" auf den Knien. Er hatte sich vorsorglich Kissen hinlegen lassen. Der Hofstaat dagegen gezwungen seinem Beispiel zu folgen, ging unvorbereitet auf den blanken Boden. Als der Sonnenkönig nach der Aufführung den Herzog von Gramont fragte, wie ihm die Musik gefallen habe, antwortete dieser:

    "Sie ist weich für das Ohr, aber hart für die Knie"

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Auf der Bühne erlebt habe ich ihn allerdings auch nicht erlebt. Ich habe auch Caruso nicht auf der Bühne erlebt. ;)

    Je länger ein Sänger von uns gegangen ist, bleibt all denen, die den Künstler nicht mehr auf der Bühne erlebten, nichts anderes für die Beurteilung übrig als die Tonaufzeichnung. Insofern tut man auch Jürgen Kesting unrecht, wenn kritisiert wird, dass er fast nur auf -grund von Tonaufnahmen urteilt. Was bleibt ihm denn sonst übrig?

    Im Fall von Wolfgang Windgassen hatte ich das Glück ihn sehr häufig auf der Bühne zu erleben. In guten und in weniger guten Aufführungen. Er war jedoch unbestreitbar, die gelungene Inkarnation des neuen Wagner-Tenors und Wagner Stils, der von Bayreuth aus angestrebt und initiiert wurde. Wessen Ideal allerdings ein hochkarätiger Heldentenor ist, der wird Sänger wie Melchior, Lorenz, Suthaus, Treptow, Hans Hopf und sogar Hans Beirer usw. bevorzugen.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Lieber Willi,

    vorstehende Meldung muss sofort mit allem Nachdruck dementiert werden. Es stimmt, dass unser Holzwurm an Bord des sinkenden Schiffes war. Seine Intelligenz und Empathie hat er hier im Forum schon lange unter Beweis gestellt. Diese Fähigkeiten halfen ihm auch in dieser Situation. Als das schlaue Tierchen merkte, dass mit dem Schiff etwas nicht stimmte, bohrte er sich mit höchstem Tempo in ein loses Brett. Mit diesem dümpelte er dann ruhig und entspannt und kam in Holland unbeschadet und mit Proviant versorgt an Land. Von dort kam nun die beruhigende Meldung, dass unser Holzwurm in einer einer Holzmühle einen Entspannungs- und Vitalurlaub angetreten hat.

    Sofort nach erfolgter REHA-Erholung wird er wieder hier bei uns im Forum seine beliebte Tätigkeit wieder aufnehmen.:jubel::jubel::jubel:

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Für mich schwer zu entscheiden was 1. und 2. Tenorrolle ist: Nehmen wir z. B. Lortzings "Zar und Zimmermann" Peter Iwanow hat mehr zu singen, Chateauneuf darf dafür die schönste Tenorarie singen. Wer ist nun 1 oder 2? ich würde für mich die Arie des Marquis wählen.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Der Beitritt von Danielle Krause, eines Sohnes des berühmten Baritons Tom Krause, den ich herzlich in unserer Mitte begrüße, ist ein Gewinn für's Forum. Jemand der so eng mit der Oper verbunden aufgewachsen ist und Höhen und Tiefen einer Künstlerkarriere miterlebt hat kann uns sicher manches aus erster Hand berichten. Ich freue mich schon auf solche Beiträge.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Alfred - seine Erfolge als Filmproduzent und die Träumereien des Tamino-Holzwurms ganz aktuell zu lesen unter "Allen Taminofreunden zur Freude und Erheiterung." Da Alfred demnächst die Einführung der Tamino-Matura (Für Piefkes des Tamino Abiturs) plant sind die heutigen Meldungen eine wichtige Einführung in die qualifizierende Thematik.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Heut' ist wieder Holzwurm-Tag


    Unser Holzwurm hat Blut geleckt,

    weil Alfred sein Interesse geweckt.

    Als Hauptdarsteller möchte er in Alfreds Filmen agieren

    und diese durch sein Multi-Talent noch weiter profilieren.

    (Kontaktaufnahme und Honorarverhandlungen nur über seinen Generell-Manager Operus)


    Ein Holzwurm, ziemlich jung an Jahren

    und musikalisch völlig unerfahren,

    starb früh an an kognitiver Demenz,

    er war nicht bei Tamino - das ist die Konsequenz!


    In einem Flügel im Diskant,

    da saß ein Holzwurm ganz gebannt

    und lauschte auf eines Taminos Spiel

    bis ihn erschlug des Hammers Stiel.


    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Der Bärenreiter-Verlag hat eine ganzen "Corona"-Katalog mit durchweg arrangierten und kleinen Besetzungen herausgegeben. Morgen Abend haben wir beim Heilbronner Sinfonie Orchester Programmsitzung, da werden genau solche Konzerte mit kleineren Besetzungen diskutiert und verabschiedet. Orchesterbesetzung, traditionelle Beethoven-Besetzung 32+. Es wird eine Konzertreihe mit solchen Klein-Besetzungen diskutiert, die den Brückenschlag zum irgendwann wieder erlaubten großen Klangkörper geben soll. Wobei ich glaube, dass Konzerte mit kleineren Besetzungen Standard im Repertoire werden, um sich dann auch ein-oder zweimal die großen Brocken leisten zu können. Ich bin Optimist weil unsere Musiker glühen, um endlich wieder regelmäßig spielen zu können.Wir als Publikum auch und wir als Vorstände haben nur eine Aufgabe, die Voraussetzungen zu schaffen, damit sich aufblühendes Konzertleben wieder entwickeln kann.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Gut ist der Mensch nur, wenn ihm das Leben schlechthin,

    das der Pflanze, und das des Tieres, wie auch des Menschen heilig ist.


    Lieber ein Licht anzünden, als über die Finsternis jammern.


    Geld im Haus beruhigt,

    aber erst durch ein gütiges Herz

    wird man wirklich reich.


    Herzlichst

    Operus (Hans

    In diesen Witzen ist der Wurm drin!


    Unser Tamino-Holzwurm hat Hunger und fängt an, ein holzgerahmtes Plakat anzuknabbern. Fragt seine Holde: Na, wie schmeckt's?"

    "Ausgezeichnet" sagt der zufrieden schmunzelnde Holzwurm. " So richtig gut abgehangen"


    Warum haben Hexen ständig eine Wut auf Holzwürmer?

    Weil die Holzwürmer immer ihre Fluggeräte anknabbern.


    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Bei einer Diskussion von Intendanten, die alle auch selbst inszenieren, bei der Gottlob Frick Gesellschaft, sagte der Intendant eines mittleren Hauses ganz offen: "Ich muss auch manchmal eine ganz schockierende Inszenierung machen, danach können wieder 3 - 4 ganz normale folgen." Theaterpraxis, die wenn man die Berichte aus Lieberec/Reichenberg verfolgt, wahrscheinlich auch dort praktiziert wird.

    Lieber Chrissy, wenn das stimmt, dann werden die nächsten Premieren Dich wieder erfreuen.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Fröhliche Menschen sind nicht bloß glücklich, sondern auch in der Regel gute Menschen.


    Höflichkeit ist Klugheit, folglich ist Unhöflichkeit Dummheit.


    Hass und Zank hegen oder erwidern, ist Schwäche,

    sie übersehen und mit Liebe zurückzuzahlen, ist Stärke.


    Herzlichst Operus (Hans)

    In einer Verwandlung während einer "Bohème Aufführung wurde Caruso von einer umstürzenden Kulisse verletzt. Nach einer Pausenverlängerung stand er wieder auf der Bühne.

    "Wenn der invalid g'wesen war" sagte der Bühnenmeister zu Baron Speidel, dem Intendanten, "hätt' mern derschlagen müssen, denn für den hätt' mer nie aufkomme können.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Hallo,


    auch wenn man es mir nicht glaubt: Es ging mir viel weniger darum, hier meine bekannten Vorbehalte zu Rudolf Schock aufzuwärmen, sondern vielmehr darum, endlich mal wieder eine lebhafte Diskussion in Gang zu bringen. Und wenigstens das ist mir doch glänzend gelungen!

    Lieber Nemorino,

    das ist Dir zweifelsfrei gelungen. Es wird auch differenziert über die stimmlichen Qualitäten von Rudolf Schock diskutiert und die Unterschiede in den einzelnen Schaffensperioden seines Wirkens herausgearbeitet. Und oh Wunder es gelingt ganz ohne große Auseinandersetzungen, Kontroversen und persönliche Angriffe. Unser Diskussionsstil hat sich verbessert, dazu trugen auch wesentlich die neu zu uns gekommenen bei. Chapeau!

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Vielleicht weißt Du, lieber Operus, mehr, ob Frick schon in der Rennert-Zeit in Hamburg aufgetreten ist? Philipp? Marke

    Lieber Peter,


    leider bin ich nicht so ordentlich wie Du, denn Du hast eine eigene Opern-/Sänger- Datei. Ich bin leider kein Aufheber, Archivar und Sammler. So kann ich leider keine Auskunft auf Deine Frage geben. Wenn die Zeiten gepasst haben, dann hat Frick sicherlich in der Rennert- Ära auch in Hamburg gesungen, denn die beiden schätzten sich sehr. Frick hat seinen legendären Philipp in Königsberg mit Rennert erarbeitet und war dem großen Regisseur für diese Zusammenarbeit immer dankbar. Es gab eine Rennert Ehrung Jubiläum oder ähnliches, da ist Frick noch im sehr reifen Sängeralter zu dieser Veranstaltung gefahren und hat als für Rennert völlig unerwarteter Überraschungsgast mit Hagens Wacht gratuliert.

    Danke für Deine Blumen zu meinem Bassartikel, der allgemein eine sehr gute Presse bekam.

    Wenn Du möchtest sende ich Dir gerne meine kleine Biographie über Gottlob Frick zu, dazu müsste ich allerdings Deine Postanschrift wissen. Wenn Du die mir bitte nennst geht das Büchlein sofort nach Finnland.

    Übrigens bist Du fürs Forum und mich ein Gewinn, weil Du uns mit Deinem großen Wissen, das auf reicher Opernerfahrung gründet bereicherst. Auf viele weitere so positive Tamino-Kontakte.

    Herzlicht

    Operus (Hans)

    In diesen Witzen ist der Wurm drin:


    Zwei Holzwürmer haben sich gerade durch einen Schrank gefressen, da fragt er eine den anderen: "Hast Du Lust auf einen Nach-Tisch?"


    Was fragt unser Holzwurm seine Kinder vor dem Essen?

    Nicht: "Was magst Du gerne?" sondern: "Was nagst Du gerne ?"


    Warum haben die Kinder unseres Holzwurms keine Bauklötzchen aus Holz.

    Weil Papa Ihnen streng verbietet, mit dem Essen zu spielen.


    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Nun auch noch 3 Nachmeldungen von Interpreten, die in diesen Rollen zu meinen Sängerlieblingen gehören:


    Rolle: Faust in der gleichnamigen Oper von Gounod

    Sängerliebling: Waldemar Kmentt.


    Rolle: Souchong in "Land des Lächelns" von Franz Lehr

    Sängerliebling: Vincent Schirrmacher


    Rolle: Marcel in die "Hugenotten" von Meyerbeer

    Sängerliebling: Gottlob Frick


    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Lieber Otello,

    zunächst waren es Künstlerbegegnungen im Hause Frick, dann kam die Gottlob Frick Gesellschaft mit jährlich bis 200 - 250 Gästen aus dem Gesamtbereich der Oper dazu, darüberhinaus konnte ich in den 45 Jahren als 1. Vorsitzender des HSO eine ganze Reihe der Großen zu Freundschaftshonoraren engagieren. Wenn man da nicht zu viel falsch macht und die Kontakte pflegt kommt ein imposantes Netzwerk zusammen. Die Kollegenfreundschaften waren für Gottlob Frick und seine Frau typisch. Wer war nicht alles Gast im Haus Waldfrieden. Mit Fritz Wunderlich war es fast ein Vater/Sohn-Verhältnis. Durch Frick war Wunderlich zur Jagd gekommen. Er hatte sogar ein eigens für ihn ständig reserviertes Zimmer im Haus Waldfrieden. Manchmal schenkt man dem Operndörfle Ölbronn sogar den Ehrentitel "Mekka der Basssten". Wenn Frick nicht die Beliebtheit unter seinen Kollegen gehabt hätte, wäre es niemals möglich gewesen, dass bis auf Kurt Rydl

    fast alle seine großen Kollegen schon bei uns waren und Rydl bedauert es sehr, dass es bisher noch nicht geklappt hat. Noch zwei kleine Begebenheiten dazu. Ein Sänger meinte ob es möglich sei, Herrn...einzuladen, er sei allerdings nur Chorführer gewesen. Selbstverständlich luden wir diesen Herrn ein. Er schwärmte direkt von Frick. Er erzählte: Bei schwierigen Choraufritten, wie der Mannenszene in "Götterdämmerung" hätten die Sänger, wenn es vollbracht war, schon auf die anerkennende Geste des Hagen gewartet, die hätte nie gefehlt. Nur seine liebe Kollegin, Christel Goltz sah es etwas kritischer: Sie meinte: "Ach, der Lobl, der war zu gut für diese Welt und merkte gar nicht, wie er ausgenutzt wurde." Ich fragte nicht nach Beispielen, weil ich wusste, dass es stimmte und finde es gut, weil sein Wesen ebenso war und er sich in allen Phasen seiner Karriere immer treu blieb.

    Vielleicht sind solche Wesenszüge bei großen Künstlern nicht selten. Um wieder auf Rudolf Schock zurückzukommen. Er soll ja aus eigener Tasche das Studium Von Karl Ridderbusch finanziert haben. Chapeu!

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Lieber Otello 50,

    Er war vor Fritz Wunderlich oder neben diesem der populärste Tenor in Deutschland.Man höre sich bitte nur seine frühen Opernaufnahmen an. Eine Stimme mit wunderschönem goldenen Klang, betörendes Timbre und ungemein persönlicher Färbung. Dies ergab einen enorm hohen Wiedererkennungswert. Einmal Schock gehört, nie wieder vergessen und immer sofort erkannt. Alles Fähgkeiten eines Ausnahmesängers. Mit seinem "Ach, ich hab' in seinem Herzen da drinnen..." hat er Millionen Menschen Freude geschenkt.

    Ich hatte einmal eine sehr persönliche Begegnung mit dem großen Tenor. Wir waren bei Familie Frick eingeladen, weil Rudolf Schock mit Gattin zu Besuch waren. Nach dem Kaffee-Trinken wollte man Einen größeren Spaziergang durch den direkt an Fricks Haus angrenzenden Wald machen. Als Frick dann eine Pistole einsteckte fragte Schock, "Du Lobl willst Du etwas schießen?" "Nein, aber man weiß ja nie und überhaupt, ein Jäger geht niemals ohne Waffe in den Wald." Schock wandte sich plötzlich an mich und sagte: "Herr Hey möchten Sie gerne mit mir spazieren gehen?" und ob ich wollte. Es wurde eine Tour von eineinhalb Stunden, in denen ich eine völlig offene, kommunikativ überzeugende, freundlich,sympathische Persönlichkeit mit Tiefgang kennen lernen durfte. Es gab noch zwei weitere Begegnungen eine in Stuttgart nach einem Konzert und bei einer Aufnahme der "Verkauften Braut" in der akustisch hervorragenden Schlosskirche in Schwaigern wo eine ganze Reihe von Musikern unseres Heilbronner Sinfonie Orchesters mitspielten. Nach einer Aufnahmesitzung verbrachten wir den Abend mit dem ganzen Solistenteam. Seitdem zählen die Begegnungen mit Rudolf Schock zu unseren schönen, unvergesslichen Künstlerkontakten.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Lieber Peter,

    danke für den interessanten Zustandsbericht. Zunächst erstaunte mich, wie

    viele Festivals Finnland besitzt und welch prominente Künstler sie leiten. Ansonsten scheint es wie bei uns zu sein, dass man ganz langsam und vorsichtig wieder aus dem Corona-Tiefschlaf erwacht und wie ein Erwachender langsam ins Leben zurücktaumelt. Wobei ich befürchte, dass es für viele mittlere und kleine Kulturträger kein Erwachen mehr gibt und das wäre eine äußerst bedauerliche Ausdünnung und Verarmung der Kulturszene.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Lieber Erich,

    selbstverständlich muss der Sänger auch ökonomisch mit seiner Stimme umgehen. So darf sich z. B. ein Hagen in der Mannenszene nicht so verausgaben, dass im nachfolgenden Akt und in der so wichtigen Schwurzszene nur noch heiße Luft kommt. Nur und das ist das Entscheidende man darf die Sparbemühungen nicht merken und bei Windgassen hat man es oft sehr gemerkt. Allerdings ich erlebte ihn auch schon ganz anders: Ich hatte bei einem Jubiläum Windgassen und Frick für den gesamten Karfreitagszauber aus "Parsifal" engagiert. Was die beiden Freunde hier im Konzertsaal boten, war sängerisch und auch stimmungsvoll Wagner-Gesangskunst in Vollendung, vor allem deshalb weil beide alles gaben. Standing Ovations von dem nicht Wagner gewohnten Heilbronner Publikum. Selbstverständlich hat sich auch das Heilbronner Sinfonie Orchester bei solchen Gästen selbst übertroffen. Eine ähnlich außergewöhnlich spektakuläre Leistung boten die beiden auch wieder im Karfreitagszauber konzertant in Paris. Davon gibt es eine Fernsehaufzeichnung.

    Das Herz von meiner Frau und mir geht halt mehr in Richtung große Stimmen. Sie flippt bei Corelli aus und kann mit Alfred Kraus weniger anfangen. Ich erbebe bei Melchior, Treptow, Suthaus, Treptow, Hopf usw. Der Verstand muss jedoch einräumen, das Sänger, wie Kollo und Vogt und vor allem Windgassen für die gewandelte Sicht Oper als Gesamtkunstwerk, die weit geeigneteren Künstlerpersönlichkeiten waren und Windgassen war sogar der herausragendste Vertreter dieser Richtung. (Lieber Hansl Hopf verzeih. Ich höre mir dafür oft Deinen Radames, Pedro undDon José an.:saint:. Aber wenn man bei Tamino diskutiert und ab und an nimmer noch Rezensionen schreibt solle man sich wenigstens halbwegs um Objektivität bemühen.)

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Lieber Lustein,

    so ist's richtig. Auch die Gegenmeinung soll, muss sogar geäußert werden, wenn wir in eine echte Diskussion im Sinne von These und Antithese kommen wollen. So ist dies auch bei der Analysen der Stärken und Schwächen der Künstlerpersönlichkeit von Wolfgang Windgassen. Als kompetenter Stimmenkenner hast Du exakt die Punkte herausgearbeitet, die bei Windgassen in der Tat als Schwächen gesehen werden können. Ich will diese hier nicht wiederholen. Dennoch greift diese Betrachtung zu kurz. Windgassen ist die Inkarnation eines Gesangsstils bei den Sängern, der von Neubayreuth ausging und von Wieland und Wolfgang Wagner geprägt wurde. Als neues Ideal wurde der Sängerschauspieler gefordert, der weg vom bisherigen Wagnerstil leichter, belcantischer und beweglicher singen sollte. Vor allem musste er in der Lage sein, die Interpretation des Regisseurs darstellerisch umzusetzen. Deutliches Beispiel dafür ist, dass ein Heldentenor-Kaliber wie Ludwig Suthaus ein neuerliches Engagement bei den Bayreuther Festspielen selbstkritisch ablehnte, mit der Begründung, er passe nicht mehr in die gewollte Richtung. Musikalisch wurden die großen pathetischen Klanggemälde der Pultheroen Furtwängler, Klemperer, Knappertsbusch usw. von einem leichteren, transparenteren Wagnerklang abgelöst, gut erkennbar im kammermusikalischen Ansatz von Rudolf Kempe im Wolfgang Wagner Ring 1960 -64. In dieser Inszenierung wurde auch die Bühne völlig entrümpelt. Das ganze Weltendrama spielte sich auf einer nahezu leeren Scheibe ab, die im Fortgang der Ring-Trilogie immer mehr zerklüftete und sich am Ende wieder schloss. Genial. Die für mich eindrucksvollste Realisierung des Rings. In diesen Ringaufführungen sang Hans Hopf übrigens einen fabelhaften Siegfried. Ich habe die Schmiedelieder noch nie besser und rhythmisch exakter gehört als von ihm. Übrigens genießt Hans Hopf z. B. im englisch-sprachigen Bereich eine weit höhere Wertschätzung als bei uns, den vom Meinungsmacher Bayreuth beeinflussten deutschen Landen. Aber die Entwicklung ging weiter, weg vom stimmgewaltigen Heldentenor hin zum Sängerschauspieler a là Windgassen, Kollo und Florian Vogt. Zweifellos war Windgassen der Primus inter pares dieser Epoche. In der letzten Zeit scheint das Pendel durch Tenöre wie Piotr Beczala und vor allem Andreas Schager wieder mehr in Richtung heldisch zu schwingen.

    Wie schön, wenn man wie ich die Gnade hat, das alles mitzuerleben und mit Euch, liebe Freunde, qualifiziert zu diskutieren. :hello::jubel:^^

    Herzlichst

    Operus (Hans)