Beiträge von operus

    Lieber Caruso,

    Du hast die Fähigkeiten dieser großartigen Sängerin detailliert und treffend beschrieben. Chapeau! Man kann nur wiederholen oder - und das tue ich gerne - mit Nachdruck bestätigen. Eine ganz wundervolle Sängerin mit allen gesanglichen Fähigkeiten reich gesegnet auf dem Weg zur absoluten Weltkarriere.

    Herzlichst

    Operus (Hans)


    ( Nur ganz schüchtern angedeutet: Wo ist der deutsche Sängernachwuchs mit solchen Potentialen?)

    Es ist aber nicht automatisch so, dass die besten Musiker auch die besten Musikpädagogen sind. Das würde ich zu bedenken geben.


    Schöne Grüße

    Holger

    Richtig ,lieber Holger, die große Gefahr ist, dass der Sänger seine Technik, seine Art des Singens, sein persönliches Erfolgsrezept auf alle seine Schüler übertragen möchte. Deshalb gibt es außer einigen Grundtechniken, z.B. das "richtige Stützen" nicht die Gesangstechnik. Die Ausbildung muss auf den Sänger und seine physischen Möglichkeiten genau und idividuell abgestimmt werden. Nur genau dafür scheint im Betrieb der Musikhochschulen zu wenig Zeit zu sein.

    Zum Risiko wenn ein Sänger als Lehrer arbeiten will zwei Beispiele, die ich selbst am Rande miterlebt habe. Gottlob Frick, der sich gegen alle Angebote sträubte, als Pädagoge tätig zu sein, entgegnete entwaffnend offen als er von den später erfolgreichen jungen Bassisten Hans-Bruno Ernst und Günter Missenhardt um generellen Rat gefragt wurde, "Worauf es beim Singen beim Bassisten ankommen würde?" Antwort "O Büble des weiß i doch selber net". Er nahm dann doch einen einzigen Schüler an, selbstverständlich einen Bassisten, mit dem er häufig und intensiv arbeitete. Schließlich resümmierte er entnervt. " Ich singe ihm alles X-mal vor aber er schafft es nicht." Damit waren Fricks Versuche, als Gesangslehrer tätig zu sein ein für alle mal vorbei. Viele Sänger berichteten, dass er jedoch "Goldene Tipps" gab , wenn er junge Sänger hörte oder mit ihnen zusammen auf der Bühne wirkte.

    Er hat auch eine ganze Reihe von Sängern ins Engagement oder an bestimmte Bühnen gebracht.

    Bedeutende Sänger hatten jedoch große nachweisbare Erfolge in der Lehrtätigkeit, allerdings weniger an den Musikhochschulen sondern mit Privatunterricht und vor allem in ihren Meisterkursen:

    Mir fallen ganz spontan ein: Elisabeth Schwarzkopf, Hilde Zadek, Anne Reynolds, Sylvia Geszty, Eva Randova, Inge Bork (Darstellung), Daphne Evangelatos und Brigitte Fassbaender. Bei den Männern: Hans Hotter, Josef Greindl, Horst Günter, Josef Metternich, Kurt Moll, Hans Sotin, Oskar Hillebrandt, Eike Wilm Schulte usw.

    Wie schon von Rheingold und Ascanio ausgeführt: Es werden zu viele Sänger an den Musikhochschulen angenommen, zu viel Theorie zu wenig Gesangsunterricht. Ausländische Sänger kommen bereits in den Heimatländern gut ausgebildet zu uns, werden auf Grund ihres bereits vorhandenen Könnes bevorzugt.

    Fazit: Die Gesangsausbildung in Deutschland muss auf den Prüfstand gestellt werden. Der unhaltbare Zustand, dass die meisten Sängerinnen und Sänger für die Arbeitlosigkeit ausgebildet werden, weil viel zu wenig Stellen angeboten werden, muss sich ändern. Aber und das sind die Fragen dieses Threads: Wie können die angesprochenen Probleme bewältigt werden? Welche Lösungsvorschläge gibt es?


    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Lieber Asciano,

    danke für Deine Reaktion auf meinen Beitrag über die "Not" der jungen Sängerinnen und Sänger, eine Karriere überhaupt zu starten und die Aussichten, ein Festengagement an einem Opernhaus zu erringen.

    Eine neue Studie der Bertelsmann- Stiftung untersuchte die Karriereaussichten für Nachwuchssänger im deutschen Musiktheaterbetrieb. Leider zeigt das Ergebnis der Untersuchung, aus der hier im Forum nur einige wichtige Erkenntnisse aufgeführt werden können, eine sehr ernüchternde Entwicklung auf:

    Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage klafft immer weiter auseinander. "Nur etwa 10 - 15% der Absolventen eines Gesangsjahrgangs finden eine dauerhafte Anstellung". Die Chancen als junger Sänger in eine geordnete Berufslaufbahn als Solist oder Chormitglied fest ins Ensemble eines Musiktheaters zu kommen gleichen einem Lottogewinn. Eine Tätigkeit als freischaffender Sänger scheint ein Ausweg zu sein, allerdings ein trügerischer, wie die Zahlen der Studie beweisen. " An den 24 Musikhochschulen Deutschlands werden zu viele Sänger ausgebildet. Für die insgesamt 48 Studiengänge werden immer mehr Bewerber angenommen: 2000 waren es 995, 2016 stieg die Zahl bereits auf 1624 bei weiter steigender Tendenz, obwohl die Zahl der freien Stellen für junge Sängersolisten und Chorsänger an den deutschen Opernhäusern im gleichen Zeitraum um 18% gesunken ist. Der Anteil freiberuflicher Opernsänger hat sich seit der Jahrtausendwende mehr als verdoppelt, ihr durchschnittliches Jahresbruttoeinkommen lag 2018 laut Auskunft der Künstlersozialkasse bei nicht einmal 10.000 Euro."

    Resümee: Die Freiberuflichkeit von jungen Sängern ist in vielen Fällen kaschierte Arbeitslosigkeit. Hart ausgedrückt: Die Gesangsausbildung in Deutschland produziert weitgehend prekäre Verhältnisse, drängt Absolventen eines kulturell hochstehenden anspruchsvollen Studiums in andere Berufe oder Hartz IV und schafft die Basis für nahezu programmierte Altersarmut.

    Die Zukunft des Sängernachwuchses beeinflußt in starkem Maße auch die Zukunft der Oper.

    Was kann zur Lösung dieser auch sozial unhaltbaren Zustände getan werden?

    Ich bin auf Eure Kommentare und Vorschläge gespannt, denn die zur Diskussion gestellte Problematik ist ein Dauerthema bei der Gottlob Frick Gesellschaft, die das Ziel Förderung junger Sänger hat. Auch beim diesjährigen Künstlertreffen am 12./13. Oktober wird es sicherlich wieder heiß diskutiert werden. Was kann ich als Ergebnis von unserer Diskussion im Tamino Klassik Forum dabei einbringen?

    Herzlichst

    Operus (Hans)
    Die Studie Opernsänger mit Zukunft!

    Karriereaussichten für Nachwuchssänger im deutschen Kulturbetrieb

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    Heut' ist wieder Holzwurmtag

    Der Holzwurm nagt ein Weinfass an

    und ging ans Werk mit viel Elan.

    er schluckt und säuft ganz ungehemmt,

    bis ihn der Wein hinweggeschwemmt.


    Ein Holzwurm der schon älter an Jahren

    war kreativ, erfinderisch und sehr erfahren.

    Dem Armen tat bei der Arbeit sein Bohrer oft weh,

    Deshalb erfand er Hartholz jetzt als Spray.


    Der Holzwurm las vom Esel und dem E -Roller

    und bekam bei dieser Diskussion fast einen Koller.

    Im Tamino Forum sollte es nie passieren,

    dass sich Beiträge im politischen Sumpf verlieren. :no::cursing::(


    Herzlichst

    Operus (Hans)




    Das Heilbronner Sinfonie Orchester hat in folgendem Programm am 10. November 2019 im Konzerthaus Harmonie Heilbronn :

    Weber: Freischütz - Ouvertüre

    Clara Schumann: Klavierkonzert a-Moll op.7

    Berlioz: Symphonie fantastique op. 14

    Stolz sind wir darauf, dass es uns im Clara Schumann-Jahr gelungen ist, mit Ragna Schirmer, die wahrscheinlich renommierteste und berufendste Pianistin für dieses Klavierkonzert zu gewinnen.

    Wenn es nicht zu viele werden kann ich interessierte Taminos als Ehrengäste einladen. Bitte bei Interesse melden. (07131/45659)

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Der Sommer geht

    Der Sommer geht - zum letzten Male

    gießt er die bunte Süße ins verwölkte Land,

    die Rosen streut er aus der Blütenschale

    an seines letzten Gartens Rand,

    dass sie ihn grüßen - wenn er schwand,

    vertrauten sie dem Zauber in dem gelben Tale.


    Der Sommer geht - ein großes Lied klingt aus

    - am Himmel weht ein grauer Vogelschwarm;

    gleich ihm ist jedes Herz auf Heimatsuche,

    trägt schwer an seiner Hoffnung Blütenstrauß,

    der mit dem Sommer blich, und im Erinerungsbuche

    füllt sich ein Blatt und macht es reich und arm.


    ( Dr. Rosemanrie Klotz-Burr)


    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Singen ist Hochleistungssport! Ich empfehle mal, einen anstrengenden Sport 2x durchzuführen, 1x mit Sex davor und 1x ohne Sex davor - dann merkst du selbst, wie absurd diese Vorstellung ist! Aber eine der Beschuldigerinnen hat das behauptet, eine Frau, ein Opfer, also muss es ja stimmen... :no:

    Hallo, Ihr Lieben,


    ich betreue seit rund 50 Jahren Sänger bei Anspielproben und vor ihrem Auftritt. Was ich erlebe ist Konzentration auf Bühne und Leistung. Oft zelebriert der Solist dabei bestimmte Rituale, darunter auch manchmal skurrile. Sexuelles Verhalten oder aktuelles Begehren in irgendeiner Form stellte ich noch nie fest. Ich bin auch zweifelnd ob dies überhaupt geschehen könnte, denn der Organismus reduziert in Spannungssituationen körperliche Reaktionen. Also der in allen Situationen sexelnde Star dürfte ein Märchen sein, wie das Ungeheuer von Loch Ness. Vielleicht gibt es solche Exzesse in der Popszene, da habe ich keinerlei Erfahrung. Die Klassik-Szene kann bei Sex vor dem Auftritt eher mit nahezu erzwungener Abstinenz glänzen.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Politiker müssen auf großem Fuß leben,

    weil man ihnen vieles in die Schuh schiebt.


    In früheren Jahren bediente man sich der Folter,

    jetzt bedient man sich der Presse.


    Der einzige Mann, der wirklich nicht ohne Frauen leben kann,

    ist der Frauenarzt.


    Herzichst

    Operus (Hans)

    Meine persönlichen Lebensumstände ( eine quasi Rund-um-die-Uhr-Pflege meines Vaters mit wenigen kurzen Unterbrechungen ) erlauben mir leider bis auf weiteres keine längere Abwesenheit von meiner Familie.

    Ein solcher idealistischer Liebesdienst. auch wenn er mit gewissen Entsagungen verbunden ist, wiegt diese bei weitem auf. Ich glaube ganz fest an das Gesetz von Ursache und Wirkung. Du wirst den verdienten Lohn bekommen und sei es durch verdiente Zufriedenheit in Deiner Lebensbilanz.

    Herzlichst

    Operus (Hans) :angel:<3:hello:


    Ich bin gerade eben Mitglied geworden, um in diesem Thread einen Beitrag aus eigener Erfahrung einzustellen.

    Lieber Ascanio,

    Ich konnte einige Tage nicht mitlesen. Daher erst jetzt meine Reaktion auf Deinen Beitrag, der mich ob seines Mutes und seiner Offenheit sehr berührte. Danke!

    Gleichzeitig bin ich froh, dass Du bei uns bist und Dich so aktiv einbringst. Bitte weiter so!


    Ich stelle hier mal einen Vertragspassus ein, den ich bei der Produktion von Spielfilmen strikt in meinen Verträgen umzusetzen habe.

    Lieber Christian B.,

    durch Deine konkreten Einstellungen und die nachfolgende Diskussion hat der Thread an grundsätzlicher Tiefe und Substanz gewonnen.

    Herzlichst

    Operus (Hans

    Lieber MDM,

    wenn Du nach Feuchtwangen reisen willst, dann verbinde es mit einem Besuch der Gottlob Frick Gedächtnisstätte. Liegt im Raum Pforzheim/Stuttgart. Wir könnten Deine Franken/Schwabentour auch noch mit dem Besuch eines Konzertes beim Heilbronner Sinfonie Orchester verbinden. Das Programm kann Du immer unter www. hn-sinfonie.de ansehen. Wenn Dir ein Konzert gefallen würde, wärst du mein Gast.

    Noch besser wäre es, wenn wir es mit dme Künstlertreffen Gottlob Frick Gesellschaft verbinden könnten. Allerdings sind wir an feste Termine gebunden. In diesem Jahr 12./13. Oktober und 2020 10./11. Oktober. Bei diesem Ereignis könntest Du eine ganze Reihe von Taminos antreffen. In diesem Jahr auch Hart.
    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Da fällt einem eigentlich nichts mehr ein. Nur finden das anscheinend viele genau richtig. Da fällt mir tatsächlich noch weniger ein. Es gibt einfach kein Diskussionsgrundlage mehr. Nur die Hoffnung, dass man vielleicht sehen wird, dass so Rechtsstaatlichkeit und praktisch alle moralischen und Verfahrensgrundsätze außer Kraft gesetzt werden können. Denn damit ist nahezu jeder Art von Verleumdung und Denunziation Tür und Tor geöffnet.

    Lieber Johannes,

    danke für den ausgezeichneten Beitrag, der klar aufzeigt wohin jede Einseitigkeit in dieser Debatte führen kann, ja führen wird. Ich bin voll Deiner Meinung. Holger und ich haben in früheren Beiträgen zumindest ähnlich argumentiert.


    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Quo Vadis Liedgesang?

    diese Frage stelle ich mir seit ich am 12. August 2019 Günther Groissböck, Bass zusammen mit Alexandra Goloubitskaia, Klavier als Liedersänger im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth erleben durfte. Prachtvoll und ungewöhnlich wie das Ambiente und die Atmosphäre des Aufführungsortes war auch dieser Liederabend. Bereits die "Vier ernsten Gesänge" von Johannes Brahms gestaltete Groissböck mit beeindruckender Klangfülle. Durch die ihm in höchstem Maße zur Verfügung stehenden unterschiedlichen Farben und Differenzierungen erhielten diese Lieder und auch alle nachfolgenden Stücke den Charakter von sorgfältig modellierten Mikro-Opern. Die 12 Gesänge aus Robert Schumanns "Liederkreis" Op. 39 gestaltete der Bass inniger und variabler. Doch wieder war es unverbrauchte, jugendliche Kraft, der in allen Lagen makellos strömenden Stimme, die außerordentlich beeindruckte und die Zuhörer magnetisch in ihren Bann zwang. Bereits zur Pause gab es für einen Liederabend erstaunlich starken Beifall und Bravorufe des anspruchsvollen Bayreuther Festspielpublikums. Im zweiten Teil, mit sorgfältig ausgewählten russischen Liedern, die Tschaikowsky und Sergej Rachmaninoff gewidmet waren, gelang sogar noch eine Steigerung. Der Sänger gestaltete die russichen Melodien mit enormer Leidenschaft und emotionaler Ausdruckskraft. Er ließ seinen Prachtsbass, der in der Tiefe noch an voll tönendem Volumen zugenommen hat, mit perfektem Legato und weit ausschwingenden Belcanto-Bögen strömen. Vorbildlich auch die klare Artikulation und dadurch erreichte hohe Textverständlichkeit. Zu all diesen Tugenden kam noch das nahezu blind funktionierende Zusammenwirken mit der versierten Liedbegleiterin Alexandra Goloubitskaia. Insgesamt ein restlos begeisternder Liederabend mit Ausnahmecharakter. Bei der unerwarteten Zugabe mit Wotans Abschied kannte der Jubel kaum mehr Grenzen. Dieses Stück war mehr als ein Appetitanreger für den Wotan, den Günther Groissböck im nächsten Festspielsommer gestalten wird. Es war das Versprechen auf eine spektakuläre Gestaltung der vielschichtigen Götterfigur. Die Frage, die meine Frau und ich nach diesem Erlebnis engagiert und ausführlich diskutierten war: Deutet dieses intensiv glühende Singen mit seinem nie versiegenden Kraftstrom einen Paradigmenwechsel im Liedgesang an? Kommt nach der langen Periode, in der beim Lied auf das Wort, die Ausformung des Textes der größte Wert gelegt wurde - Protagonisten dieser Auffassung waren Elisabeth Schwarzkopf und Dietrich Fischer-Dieskau - nun wieder eine stärkere Betonung der Musik und des Gesanglichen? Der überwältigende Liederabend von Günther Groissböck könnte in diese Richtung deuten. Gerade dieser Bassist konnte 2014 mit seinem Ochs bei den Salzburger Festpielen, der außergewöhnlichen Autorität, mit dem er den Pogner in Wagners "Meistersingern" zum gleichwertigen Partner des Sachs profilierte und ganz aktuell mit einem völlig andersartigen Kezal in der "Verkauften Braut" in München, wo er laut Presse ein "Bühnenurereignis" kreierte, völlig neue unerwartete Rollencharaktere schaffen. Wird diesem Ausnahmesänger, der noch nicht im Zenit seines Könnens steht und deshalb noch weitere ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten hat, eine weiterführende Evolution auch im Liedgesang gelingen? Die Latte der Herausforderung ist gerade in dieser Königsdisziplin des Gesangs hoch gelegt. Bisher konnte der Überflieger im Bassfach noch jede Hürde problemlos schaffen. Quo vadis Liedgesang?

    Herzlichst
    Operus (Hans)

    Ganz genau! Das gilt aber gerade auch für den Beschuldigten. Denn solche Aussagen sind nach so langer Zeit auch kaum mehr auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, wenn sie nicht justiziabel sind um so mehr. Und trotzdem soll der Jahrzehnte nach den Vorkommnissen, die nicht zu klären sind und oder die gesellschaftlichen Normen sich gewandelt haben, nun als schuldig gelten, gerade dann, wenn es zu einer Anklage nicht reicht was die Substanz der Anschuldigung angeht? Also an die Stelle des Rechts tritt ein MeToo-Volkstribunal? Und über Schuld und Verdammnis entscheidet die Anzahl von empörten MeToo Anhängern im Internet?


    Schöne Grüße

    Holger

    Lieber Holger,

    bezeichnend und neu ist der Begriff Me Too-Volkstribunal. Steigerung wäre die Lynchjustitz. Die muss nicht körperlich erfolgen. Sie kann einen Beschuldigten auch wirtschaftlich und gesellschaftlich zerstören.

    Herzlichst

    Operus (Hans)





    Nicht nur will MeToo offenbar Opernrien streichen sondern macht mobil, angeblich sexistische Gemälde aus Museen zu entfernen. Das ist leider kein Witz. Der amerikanische MeToo-Puritanismus will uns bevormunden wie einst die Kirche im Mittelalter! Nein Danke!

    Jegliche Art von nicht gesetzlich verankerter Volks- oder Selbstjustiz ist abzulehnen. Dadurch würde Zufall, Willkür und ideologischem Terror Tür und Tor geöffnet. Was für mich noch nicht klar ist ob diese Bestrebungen in Amerika aus dem rechten, linken Gedankengut stammen, oder religiös motiviert sind.

    Herzlichst

    Operus

    Nachdem ich mich aber in diesen unseligen Thread verirrt hatte, ist mir das total verleitet worden. Allein dieser sprachliche Tiefstand und diese rüden Umgangsformen sind mir zuwider. :no:

    Lieber Rüdiger,

    wenn Dir dieser Thread Deine Schreiblust verleidet, dann ignorie diese Thematik wirklich. Deine Beiträge gehören zur Kernsubstanz des Forums. Es sollte keinesfalls passieren, dass durch noch mehr Frust, Deine Aktivität für's Forum, Freunde, Mitglieder und Leser noch geringer wird, als sie es leider in letzter Zeit bereits geworden ist.


    Herzlichst

    Operus (Hans)

    :angel::hello::angel::hello::angel::hello:

    Die deutsche Sprache ist reich, eine Einteilung in "gehobene Sprache" und "Gossensprache" lehne ich dabei ebenso ab wie die Einteilung der Menschen in "Stände".

    Lieber Stimmenliebhaber,
    bei Ausübung der Sprache ist obenstehende Aussage durchaus zu akzeptieren. Es scheint fast ein Geheimnis gewandter Rhetoriker und Schreibender zu sein, dass sie auf der Klaviatur der Spracheebenen virtuos spielen und diese je nach gewollter Dramaturgie und Wirkung abgestimmt auf die Zielgruppe bewußt und gezielt einsetzen. Wer sich jedoch tiefergehend und qualifiziert mit Texten auseinandersetzen will, für den ist Kenntnis, Bestimmung und Zuordnung der Sprachebenen für eine gelungene Textanalyse von ganz wesentlicher Bedeutung. Obwohl ich Dir gerne eine gewandte Sprachhandlung und damit Beherrschung der Sprachebenen attestiere gebe ich eine einfach verständliche Übersicht.

    Hochsprache, - Umgangssprache (auch Normalsprache), - Gossen- oder Vulgärsprache (auch Slang.) In neueren Abhandlungen wird noch die Jugendsprache aufgeführt, die besonders die Zugehörigkeit zu einer Gruppe signalisert.

    Lieber Stimmenliehaber, ist unter den ausgeführten Prämissen nicht vielleicht doch etwas dran an den Sprachebenen?

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Damit Du mir nicht wieder vorwirfst, ich hätte hier nur was so "hingerotzt" mit freundlichen Grüßen

    Mein lieber Caruso,


    hier tust Du mir unrecht. Ich habe die Formulierung "hingerotzt" nicht verwendet. Im Gegenteil ich begrüßte die Einstellung des Artikels durch Dich, weil er weiterführende Gedanken aufzeigt. Ausserdem versuche ich, Begriffe aus der Gossensprache - auch wenn sie oft wirkunsvoll daherkommen möglichst zu vermeiden.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Die Unschuldsvermutu g als Misstrauen gegenüber nur mutmaßlichen Opfern und Kunst und Künstler sollen allein aufgrund einr ungeklärten MeToo-Anschuldigung boykottiert werden. Da kann man nur sagen: Siehe den Beitrag von Johannes Röhl!

    Hier sollte höllisch aufgepasst werden, dass das Kind nicht mit dem Bade ausgeschüttet wird. Nach Jahrzehnten sind solche Fälle nur äusserst schwierig -wenn überhaupt - aufzuklären.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Lieber Caruso,

    danke für die Einstellung dieses hochinteressanten Artikels. Die Betrachtung der Hierarichen und Machtstrukturen im Klassikbereich und die Möglichkeit des Machtmissbrauchs gehen weit über den Fall Domingo hinaus. Ich denke, dass ich mich um ein aufgeklärtes,tolerant-faires Frauenbild und eine ensprechendes Verhalten bemühe. Der Artikel und die zwar tendenziöse, aber klug nachvollziehbare Argumentation der Autorin zeigt mir, dass ich mich immer noch nicht frei von meinen Prägungen und Glaubensätzen machen konnte. Ich denke nach.


    Ich hätte mir gewünscht, man hätte diesen Thread ruhen lassen, bis es etwas substantiell Neues in dieser Sache gibt.


    Lieber Stimmenliebhaber,

    vielleicht sollten wir die Thematik erweitern oder einen neuen Thread über Hierarchien und Machtstrukturen im Klassik-Bereich starten. Dann bekäme die Thematik Brisanz, über Einzelfälle hinaus.


    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Der bekannteste Flatulenz-Künstler, so lautet der Fachausdruck für einen Furzkünstler sehr verehrter operus, war der Franzose Joseph Pujol (1857-1945).


    https://hpd.de/artikel/kunstfurzer-13621

    .

    Lieber Moderato,

    danke für die Aufklärung. Man lernt nie aus. Aber Dein Hinweis ist auch eine echte Lebenshilfe. Künftig werde ich in Notfällen oder peinlichen Situationen einfach sagen: Ich traniere als Flatulenz Künstler.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Es geht noch weit kurioser. Sogar Kunstfurzen soll es geben. Im Ruhrgebiet gab es einen Virtuosen ( auf welchem Instrument eigentlich), der den ganzen Radetzki- Marsch fehlerfrei wiedergeben konnte.

    Er war ein beliiebter Gag bei ensprechenden Patys und Festen. Gehört, gesehen und gerochen habe ich den Künstler nicht, allerding smehrmals von im und seiner Kunst gelesen. Es soll auch bei "Wetten Dass" eine Hörprobe angeboten haben, diese wurde allerdings abgelehnt.

    herzlichst

    Operus (Hans)

    Lieber nemorino,

    danke für die Reaktion und die kollegial, liebenswürdige Unterstützung. Ja, warum überhaupt eine Entschuldigung. Wahrscheinlich bin ich wie eine ganze Reihe von Taminos durch die Art und Weise mancher Diskussionen dünnhäutig und vorsichtig geworden und möchte jede kontroverse Auseinandersetzung vermeiden. Tatsache ist, dass zwei Taminofreunde aus meinem Beitrag Schlussfolgerungen gezogen haben, die ich so nicht meinte. Diese Mehrdeutigkeit wollte ich klären und ausräumen. Was ich allerdings schade finde ist, dass man im Tamino-Forum das Wort auf die Goldwaage legen muss, wenn man Angriffen aus dem Weg gehen will. Das bremst die Spontaneität und den Mut, blutvoll und offen zu argumentieren.

    herzlichst

    Operus (Hans)

    Lieber Willi,

    durch Abwesenheit komme ich erst jetzt dazu, Dir persönlich und im Namen der Gottlob Frick Gesellschaft für Deinen umgangreichen, treffenden und con amore geschriebenen Beitrag zum 25. Todestag von Gottlob Frick zu danken. Dem Anlass wurde in Presse und Rundfunk vielfach gedacht. An der Grabstätte wurde von der Gottlob Frick Gesellschaft in einer kleinen Feier ein Kranz niedergelegt. Bedauerlich, dass es nicht mehr Gesellschaften gibt, die Erinnerung an große Sängerpersönlichkeiten wachhalten. Wieviele hätten solch eine Würdigung verdient. Dies ist auch der Grund weshalb in der Gedächtnisstätte der GFG eine ganze Sängergeneration im Focus des Gedenkens steht.

    Herzlichst

    Operus (Hans)


    Schade, dass ich weiter oben bekundete hatte, mich inhaltlich nicht mehr zu äußern, aber das Frauen- bzw. Geschlechterbild, das in Beitrag 403 geschoben wird, lässt mich kopfschüttelnd zurück. :no::no::no: Ja, die Frauen sind es, die girrenden Frauen. Die Männer sind das Oper, nicht sie. Nichts anderes soll uns hier weisgemacht werden. :!:

    Lieber Rüdiger, lieber Melomane,

    ich war zwei Wochen bei Bayreuth im Urlaub und hatte keinen Zugriff auf meinen Computer, sonst hätte ich rascher reagiert. Mein Beitrag zu Placido Domingo war offensichtlich so indifferent formuliert, dass Schlussfolgerungen gezogen wurden, die ich so nie äußern wollte. Um Gottes Willen es lag mir völlig fern in diesem Zusammenhang grundsätzliche Aussagen über Frauen- oder Geschlechterbilder zu machen. Das müsste auch wesentlich grundsätzlicher dargestellt werden. Im Gegenteil ich begrüße es, wenn jegliche sexuelle Unkorrektheit angesprochen, untersucht und bei nachgewiesenem Fehlverhalten egal von wem auch verfolgt wird.

    Ich wollte Stimmenliebhabers Beitrag dadurch verstärken, dass auch ich glaube, dass Domingo so viel Liebe geschenkt wurde, dass er diese kaum übergriffig fordern musste. Allerdings und dabei bleibe ich, werde ich nachdenklich, wenn solche Vorwürfe erst nach vielen Jahren geäußert werden.

    Ich hoffe, dass mir meine Klarstellung abgenommen wird. Bitte, das Thema als erledigt zu betrachten und nicht nachzuhaken, ob Operus vielleicht nicht doch ein Macho mit verqueren Ansichten ist. Am liebsten wäre es mir, wenn der nicht geglückte Beitrag 403 gelöscht würde.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Ich kenne osgar die eine oder andere, die sich ihm höchst freiwillig ergeben hat - was natürlich sexuellen Missbrauch in anderen Fällen nicht auschließt, aber eigentlich musste er jahrzehntelang nur mit dem Finge schnippen und sie kamen. Insofern finde ich den Vergleich zu Levine doch recht geschmacklos!

    So sehe ich das auch. Einem berühmten Mann mit dem Aussehen und dem Charme von Placido Domingo wurde sicherlich Liebe geschenkt. Er musste diese höchst wahrscheinlich kaum erzwingen. Bei mir regen sich auch Zweifel, wenn sich Betroffene nach so langer Zeit melden. Verjährt und der Wahrheitsgehalt nicht mehr zu klären. Nur der Ruf einer bis dato nach meinem Wissensstand höchst geachteten Persönlichkeit ist beschädigt.


    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Sorry, aber was grad echt nicht verstehe, dass neuerdings darüber "bestimmt" werden möchte, wer hier was zu diskutieren hat. Ähnliches fand sich ja auch vor einigen Tagen im Tannhäuser-Thread. Sollte ich mir den Bregenz-Rigoletto anschauen - und sei es erst in einem hallben Jahr, weil ich jetzt keine Lust habe und mir die Aufzeichnung auf den PC lade - und mich dazu äußern wollen, werde ich dies tun. Und zwar ganz unabhängig davon, welcher Sinn oder Unsinn hier schon geschrieben wurde. Und wenn dann jemand diskutieren möchte, werde ich auch diskutieren.

    Lieber M. Schenk,

    voll einverstanden. In unserem Diskussionsforum sollten - nein müssen - alle Meinungen zugelassen werden, solange sie nicht gegen Forenregeln verstoßen. Nur das garantiert die Vielfältigkeit von Tamino und schafft dann wenn die Diskussion länger läuft einen gewissen Trend der Meinungbildung. Die Gratwanderung ist, dass durchaus kontrovers diskutiert werden soll, aber der Meinungsaustausch nicht in persönliche Kämpfe ausarten soll. Wo könnte eine Lösung liegen? Eine Möglichkeit ist, dass wir uns bemühen zum Thema des Threads zu dikutieren und Abschweifungen in andere Themengebiete vermeiden, bzw. zurück zum gewollten Thema kehren. Manchmal ist es fast erheiternd, dass man fast die Uhr danach stellen kann, wann egal bei welcher Operndiskussion die kaum lösbare Frage des Regietheaters aufflammt. Stimmt mein Eindruck, dass die Diskussionen in der letzten Zeit etwas sachlicher, themenorientierter geworden sind? Unerfreulich wäre es wenn für das Thema kompetente Taminos, das Handtuch geworfen hätten, weil sie des Streitens müde geworden sind und sich nicht länger an Endlosdiskussionen beteiligen wollen. Wie können wir dieses Geist-Kapital wieder zurückgewinnen und die Resignierenden motivieren mitzumachen, denn die umfassende Meinungsbildung ist praktisch unentbehrlich. Wiie wäre es, wenn wie den August zum Mitmachmonat erklären und uns alle bemühen im Opernbereich nur Beiträge zum Thema zu leisten?
    Herzlichst

    Operus (Hans)

    der jetzt eine Ermahnung verdient hätte, weil er in seinem Beitrag genau das gewünschte Verhalten nicht praktizierte. Nachsicht es ist eine Aufforderung zum Handeln. Auch Operus wird versuchen eng beim Thema zu bleiben.

    Ein Sänger, der zu seiner Verewigung eine Bildsäule nötig hat,

    ist auch dieser nicht würdig.

    Die ehrlichen Journalisten sind die Gewissensbisse der Menschheit.


    Wenn alles erhalten bliebe, was wir in Liebe und Hass so voneinander schwätzen, wenn Lügen Haare wären, wir wären rau wie die Bären und hätten keine Glatzen.


    Herzlichst

    Operus (Hans)