Beiträge von Dreamhunter

    Cari soci,


    vielen Dank für Euer Feedback und besonders an Rüdiger für den interessanten Link zum Artikel über die Carmen-Fassungen! Vieles davon war mir unbekannt.


    @ greghauser2002 - an diesem Abend war das Publikum gut durchgemischt. Zwei Drittel waren sicherlich 60+, allerdings sah ich auch etliche (geschätzte) Mit-40er mit ihren Kindern (bis Ende September hat die Volksoper ein Angebot für Kinder - nur EUR 1,- !! pro Karte), aber auch viele Menschen in ihren 20ern.


    Zur Originalsprache - bei Opern, die auch Sprachpassagen beinhalten, kann ich mir durchaus vorstellen, diese auf Deutsch zu präsentieren, den gesungenen Part aber in Originalsprache zu behalten. Insofern ist die VOP auch (und ich muss sagen Gott Sei Dank!) inkonsequent - bei den Vorstellungen von "Carousel" wurde fast alles auf deutsch gesprochen und gesungen, allerdings "You'll Never Walk Alone" sehr wohl auf Englisch.


    Was die Textverständlichkeit angeht, die auch als Grund für eine Übersetzung angegeben wurde... Nun, ich habe bewusst bei einigen Stellen der Oper die Augen zugemacht, damit ich nicht von den Übertiteln abgelenkt werde und versuchte, das Gesungene zu erfassen. Ich muss sagen, dass ich da vom Text genau nichts mitbekommen habe.. Insofern bleibe ich dabei, dass in diesem Fall die Originalsprache besser gewesen wäre.


    Natürlich gibt es Opern, die man durchaus auf Deutsch spielen kann. Mir fallen hier spontan Werke in tschechischer Sprache ein. Es gibt in unseren Landen nicht so viele Muttersprachler - und ich erinnere mich wie sehr z.B. José Cura mit der Sprache in der Produktion der "Le Villi" zu kämpfen hatte...


    Kurt

    Mein Programm für die nächste Zeit bis Ende Oktober -


    27.09. Konzerthaus Jean Rondeau(Cembalo) - Werke von J.S. Bach und Domenico Scarlatti

    29.09. Staatsoper Liederabend Jonas Kaufmann mit seinem Programm "Selige Stunde"

    06.10. Staatsoper Salome

    07.10 Staatsoper Don Carlos (franz. Fassung in der Konwitschny-Inszenierung)

    12.10 Volksoper Sweet Charity

    21.10 Staatsoper Don Pasquale

    22.10. Volksoper Cabaret

    26.10 Staatsoper Die Entfühung aus dem Serail

    28.10. Staatsoper Eugen Onegin

    Die Produktion „nach“ Guy Joosten (Inszenierung) im Bühnenbild von Johannes Leiacker ist konventionell, die Geschichte wird erzählt (warum ein Kind des Chores mit einem Skateboard herumläuft und sich zum Ende des 1.Aktes Carmen von Moralés anstatt von Don José losreißt kann ich zwar nicht nachvollziehen, aber das ist nur eine Randbemerkung). Alles ist etwas düster, kein Vergleich zur Zeffirelli-Inszenierung an der Staatsoper. Trotzdem ist es dem Regieteam sehr gut gelungen, die Massenszene zum Beginn des 4.Aktes gut umzusetzen, ohne die Bühne zu bevölkern. Weniger Stühle wären auch ein Plus gewesen, das Hin- und Hergerücke im 1.Akt störte doch sehr (aber so war zumindest der Chor beschäftigt). Dass die Requisiten von Männern, die einen Mund-Nasen-Schutz trugen, bewegt wurden – das war wahrscheinlich ein dem Covid 19 – Virus verschuldeter Gag. Im Vergleich zu Staatsoper wurden auch einige Stellen gestrichen (zum Beispiel im 2.Akt die Ballettszene), das fällt aber nicht ins Gewicht.


    Mit der Entscheidung der Verantwortlichen diese Produktion nicht in der Originalsprache, sondern auch Deutsch aufführen zu lassen, hat man niemanden etwas Gutes getan, am wenigsten den ausführenden Künstlern. Die französische Sprache hat eine ganz andere Sprachmelodie also das doch etwas harte Deutsch – und schmerzlich merkte man, dass Musik und Sprache überhaupt nicht zusammenpassten. Alles Sänger taten sich schwer damit und so ist es auch schwierig ein objektives Urteil über die Leistungen zu fällen. Es war so, als ob ein Sprinter beim 100m – Lauf mit einer Betonmanschette auf einem Fuß antreten musste. Dadurch wurde auch der Hörgenuss des Publikums beeinträchtigt, und dass es schwer ist, für solche solitären Produktionen Gäste zu gewinnen, steht auch außer Frage. Wer möchte sich schon die Arbeit antun, für vielleicht 4-5 Auftritte einen komplett neuen Text zu lernen? Durch die Übertitel ist es jedem möglich, den Text zu verfolgen – und von einem Opernbesucher kann man doch annehmen, dass er/sie in der Lage ist zu Lesen… Und wenn wir schon dabei sind – da könnte man auch den ORIGINALTEXT miterleben anstatt einer deutschen Übersetzung (in diesem Fall von Walter Felsenstein), die oft gar nichts mit dem Original zu tun hat. Ein Beispiel – in Carmens Auftrittsarie „L'amour est un oiseau rebelle“ wird das Wort „Zigeuner“ nie erwähnt (wenn man jetzt auch vergisst, dass dieser Ausdruck in Zeiten wie diesen politisch unkorrekt ist). Also – cui bono ?!???


    Ich entschuldige mich bei den Lesern für mein Abschweifen, aber ich denke, es sollte einmal gesagt sein.


    Die Vorstellung wurde von Anja Bihlmaier am Pult geleitet. Subtilität war ihre Sache nicht – das Orchester der Wiener Volksoper folgte ihren Anweisungen folgsam. Entzückend sang und spielte der Jugendchor und Kinderchor der Volksoper Wien, der übrigens nach Ende der Vorstellung den größten Applaus erhielt. Ein Lob auch an den Chor der Volksoper Wien.


    Als Carmen konnte Zoryana Kushpler, langjähriges Ensemblemitglied im Haus am Ring, darstellerisch absolut überzeugen. Es gelang ihr, die laszive und selbstbewusste Frau sehr gut zu verkörpern. Ihr slawisch klingender Mezzo hat ihre Stärken in der Mittellage und in den unteren Registern – ansonsten kann ich nicht wirklich ein endgültiges Urteil fällen, zu sehr hindert der deutsche Text die Entfaltung der Melodiebögen. Für die Künstlerin ist es sicherlich ein Genuss einmal im Mittelpunkt einer Aufführung zu stehen – was man ihr eindeutig anmerkte!


    Don José – nun, da gibt es zu berichten, dass es schön wäre, wenn man sich auf eine gemeinsame Aussprache des Namens einigen könnte. Micaela sprach über ihn als „Don Schosé“, andere benutzten „Don Chosé“ – das ist vielleicht eine Kleinigkeit, ich empfand das aber doch als störend – vielleicht findet man eine Lösung für die nächsten Vorstellungen. Für Mehrzad Montazeri ist der José stimmlich eine Grenzpartie – vielleicht hatte der Künstler nicht den besten Abend, doch es fiel auf, dass er bei den exponierten Stellen seine Stimme immer mehr zumachte – die Anstrengung fiel auf. Eine sehr schöne Mittellage zählt zu den positiven Seiten. Darstellerisch überzeugte er in den Eifersuchtsszenen, aber im 1.Akt hielt er sich sehr zurück, er wirkte wie ein schüchterner Bub. Dass er plötzlich für Carmen entflammt war eher unglaubwürdig.


    Eine der dankbarsten Rollen im Repertoire eines lyrischen Soprans ist die der Micaela – das junge Mädchen ist eine absolute Sympathieträgerin, der Bizet im 3.Akt eine wunderschöne Arie geschrieben hat – der an diesem Abend durch die deutsche Übersetzung (und ja, ich weiß, dass ich mich wiederhole) viel an Wirkung genommen wurde. Anja-Nina Bahrmann stellte die Micaela sehr glaubhaft dar.


    Alik Abdukayumov gastiert sei 10 Jahren immer wieder an der Volksoper und verkörperte wieder den Escamillo. Er sang ihn zufriedenstellend (entre nous – gab es seit Samuel Ramey einen Sänger, der in dieser Rolle mehr als zufriedenstellend war) und war auch ein Opfer der fürchterlichen Übersetzung.


    Als Schmuggler agierten rollendeckend Elisabeth Schwarz (Frasquita), Manuela Leonhartsberger (Mercédès), Karl-Michael Ebner (Remendado) und Marco di Sapia (Dancairo). Alexandre Beuchat als Moralès legte eine Talentprobe ab und verblüffte mit einem gelungenen Sprung über einen Stuhl. Positiv fielen auch Maximilan Klakow als Zuniga und in der im Vergleich zur Staatsopernproduktion aufgewerteten Rolles des Lillas Pastia Georg Wacks auf.


    Es war ein interessanter Abend, das Publikum war zufrieden – und ich möchte auch betonen, dass wir in Österreich uns glücklich schätzen können, dass die Theater (wenn auch eingeschränkt) wieder offen sind.

    Die aktuelle Produktion der „Regimentstochter“ ist seit 2007 im Repertoire und hat seitdem nichts an Charme verloren. Laurent Pelly (Inszenierung und Kostüme) und Chantal Thomas (Bühnenbild) erarbeiteten gemeinsam mit den drei Hauptdarstellern der Premiere, Juan Diego Flórez, Nathalie Dessay und Carlos Álvarez, eine vergnügliche Interpretation des Meisterwerkes von Gaetano Donizetti, die sich selbst nicht immer ganz ernst nahm und eben dadurch für viel Schmunzeln im Publikum sorgte.


    Von der Premierenbesetzung war an diesem Abend Carlos Álvarez dabei, der als Sulpice nicht nur in Wien, sondern auch an anderen Häusern für viel Lachen sorgt. Er war an diesem Abend in hervorragender Verfassung, ich denke sogar, dass ich ihn in dieser Rolle noch nie so überzeugend gehört habe.


    Meine letzte Begegnung mit der Darstellerin der Titelrolle, Jane Archibald, war am Tag genau vor 11 Jahren, als sie noch, als Ensemblemitglied engagiert, die Aminta in der „Schweigsamen Frau“ spielte. Seither hat sie eine beachtliche internationale Karriere hingelegt. Ihre Stimme ist gewachsen, sie war eine überzeugende Marie (die erste, die auch schauspielerisch an Dessay herankam). Mein Einwand ist der, dass sie (besonders im ersten Akt) ein wenig zum Tremolieren neigt.


    Was das Schauspielerische angeht wäre noch zu bemerken, dass offensichtlich sehr genau geprobt wurde – es waren kaum Änderungen im Vergleich zur Premierenserie zu bemerken. Die Inszenierung war ja auf Dessay und Flórez zugeschnitten – Archibald und (besonders) Camarena sind vom Körperlichen nicht mit dem Ursprungspaar zu vergleichen, kamen aber fast an diese heran.


    Der „Star“ des Abends war aber sicherlich Javier Camarena, dem das begeisterte Publikum sogar eine Wiederholung von „Ah mes amis“ abgerungen hat. Er hat eine bombensichere Höhe, ein wunderbares Timbre und eine grundsympathische Ausstrahlung. Die technisch viel anspruchsvollere Arie im 2.Akt sang er mit viel Einfühlungsvermögen – eine ganz kleine Unsicherheit sei verziehen. Er ist wahrlich einer der beiden Top-Sänger im Belcanto-Fach. Dass man schon leicht metallische Anklänge in seiner Stimme findet, sei auch bemerkt.


    In der Rolle der „Marquise de Berkenfield“ findet Donna Ellen, eine der „Überlebenden“ des Kahlschlages des vorigen Ensembles, ihre aktuell beste Rolle, in der sie die Erfahrung ihrer Karriere ausspielen und -singen kann. Eine hervorragende Diktion und ein akzentfreies Französisch gesellten sich zu einer charmanten und liebenswürdigen Darstellung. Ihr armer Hortensius lag bei einem anderen langjährigen Ensemblemitglied, Marcus Pelz, in bewährten Händen.


    Ein besonderes Lob ist auch an den Dirigenten Evelino Pidó auszusprechen – wie kaum ein anderer gelingt es ihm, das Orchester der Wiener Staatsoper dazu zu bewegen, auch in Belcanto-Opern sein Bestes zu geben. Richtigerweise wurde er beim Schlussapplaus auch mit „Bravo“-Rufen bedacht (man soll ja nicht „Bravo“ rufen, aber die Leistung – auch die von Archibald und Camarena, forderten diese Rufe heraus!!!). Der Chor der Wiener Staatsoper, hervorragend einstudiert von Martin Schebesta, ist ebenfalls auf der Habenseite zu verbuchen.


    Leider muss aber auch von einem veritablen „Flop“ berichtet werden. Warum man Maria Happel als „Herzogin von Crakentorp“ verpflichtete, das weiß höchstwahrscheinlich nur das Besetzungsbüro. Schon früher waren die Auftritte dieser Herzogin leider immer ein „Showstopper“ im negativen Sinne und unterbrachen den Fluss der Aufführung, auch wenn man da Weltstars wie Kiri Te Kanawa oder Montserrat Caballé im Spätherbst ihrer Karrieren noch einmal auf der Bühne erleben durfte. Aber warum eine Schauspielerin, die sich an einem Chanson von Edith Piaf (Milord) versuchen durfte? Noch dazu mikrofonverstärkt?? Wenn man sich auch ein wenig mit dem Ausdruck einer Piaf oder der am Tag der Vorstellung verstorbenen Juliette Greco beschäftigt hat weiß man, wie viele Lichtjahre in der Qualität der Interpretation von Happel und diesen Legenden liegen. Obwohl das Publikum doch viel Applaus spendete – ich fand dieses Intermezzo störend (war irgendwie wie der Überraschungsgast bei der Sylvester-Fledermaus).


    Von dieser Dissonanz aber abgesehen war es ein vergnüglicher Abend auf sehr hohem Niveau. Wer dieses Werk noch nicht gesehen hat oder noch einmal sehen möchte – es steht bis Ende September noch zwei Mal am Programm (und es sollte kein Problem sein zumindest einen Stehplatz zu bekommen – gestern befanden sich gezählte 15 Stehplatzbesucher auf der Galerie…)

    Eine neue Saison, eine neue Direktion, viele neue Stimmen (an die man sich in Zukunft gewöhnen muss) und eine „neue Altproduktion“.


    An diesem Abend also die 4.Aufführung der neuen „Madama Butterfly“, die die Produktion von 1957 ablöste. Und vorweg – wenn die weiteren neun angekündigten Neuproduktionen szenisch das gleiche Niveau mit sich bringen, dann können alle unheimlich froh sein!


    Der schon verstorbene Anthony Minghella bracht schon vor mehr als einem Jahrzehnt diese Inszenierung in London, New York und Vilnius heraus – und ich kann jetzt schon sagen – möge diese Sicht auf das Schicksal der Cio-Cio-San“ ein ähnlich langes Leben haben wie diejenige, mit dem das Wiener Opernpublikum über 60 Jahre lang glücklich und zufrieden war.


    Han Feng ist für die farbenprächtige Kostüme verantwortlich, die japanisch angehaucht sind (jetzt auf Details einzugehen, was nicht ganz 100%ig stimmt ist meines Erachtens nicht angebracht). Nicht ganz einverstanden bin ich mit der Phantasieuniform des Herrn Pinkerton…


    Die Witwe von Minghella, Carolyn Choa, hat auch in Wien Regie geführt. Ein extrem zurückgenommenes Bühnenbild (Michael Levine), das vor allem aus einem schwarzen Raum besteht (an der Bühnendecke ist ein Spiegel fixiert, der dem Publikum im Parkett eine ungewöhnliche Perspektive ermöglicht – leider von der Galerie nicht einsehbar…) ermöglicht die Fokussierung auf die Darsteller. Shoji-Türen werden immer dazu verwendet um den An- und Abtransport der wenigen Requisiten zu verdecken. „Bunraku“-Elemente waren schon in der aktuellen Produktion des „Tristan“ im Einsatz – es ist ein Puppentheater, wo die Puppen von schwarz gekleideten Menschen geführt werden (und die für den Besucher daher als unsichtbar zu gelten haben. Ein ähnliches Phänomen gab es ja auch im europäischen Theater des 18.Jahrhunderts – eine Verkleidung auf der Bühne, auch wenn sie nur ganz dezent angedeutet wird, muss sowohl für den Besucher als auch für den zu täuschenden Bühnencharakter als perfekt angesehen werden – als Beispiel dafür möchte ich „Cosi Fan Tutte“ erwähnen).


    Die Geschichte der Butterfly wird auf dankenswerter Weise so erzählt, wie sie geschrieben wurde – ergänzt um Tanzeinlagen zu Beginn des ersten und dritten Aktes (SolotänzerInnen – Tom Yang und Hsin-Ping Chang). Besonders die Tanzeinlage im dritten Akt kann so aufgefasst werden, dass Cio-Cio-San einen Wachtraum hat und ihr zukünftiges Schicksal, das sich ja am gleichen Tag erfüllen wird, vorhersieht. Eine wunderbare Ästhetik der Bewegungen und der Einbeziehung der Cio-Cio-San – Puppe…


    Ich bin bei meiner Rezension vom Februar 2020 ein wenig auf die historischen Hintergründe und ihren noch immer aktuellen Bezug der Handlung eingegangen – aber jedes Mal macht mich der Beginn der Oper, als Pinkterton und Sharpless plaudern, derartig zornig, dass für die nächsten Minuten die Musik fast nebensächlich ist. Dieses menschenverachtende Gehabe der beiden Amerikaner ist leider in weiten Teilen auch im 21.Jahrhundert noch gegeben. Natürlich nicht alle, aber wenn man an den aktuellen POTUS und seine Anhänger denkt, muss das einem schon bewusst sein. Ich bin 100% sicher – Pinkerton würde Trump wählen.


    Wie sah es musikalisch aus? Ich schätze Philippe Jordan sehr, gelingt es ihm doch bei seinen Einstudierungen immer wieder auf zu viel sentimentale Klänge aus dem Bühnengraben, der wie immer vom Orchester der Wiener Staatsoper besetzt war, zu verzichten. Positiv in Erinnerung bleibt bei mir in Erinnerung die Produktion von „Werther“. An diesem Abend hat er es aber für meinen Geschmack ein wenig übertrieben – es klang ein wenig distanziert. Diesen Eindruck hatte ich auch von der Darstellerin der Hauptrolle, von Asmik Grigorian. Sie war vor ein paar Jahren DIE gefeierte Salome in Salzburg und ist eher ein dramatischer Sopran. Man nahm ihr das Alter von 15 Jahren, die die Bühnenfigur hat, eigentlich nie wirklich ab, auch die Naivität wurde durch das doch selbstbewusste Auftreten konterkariert.


    Allerdings spielte und sang sie absolut glaubwürdig, wenn es um das Schicksal ihres Kindes ging.


    Das waren auch die stärksten und berührendsten Momente des Abends – und mit ein Grund die perfekt umgesetzte Idee, dieses Kind nicht in „Echt“ auf die Bühne zu stellen, sondern de facto zu abstrahieren und als Puppe von drei Puppenspielern (Eugenijus Slavinskas, Valentin Alfery, Emil Kohlmayr) zum Leben zu erwecken. Was diese drei Künstler an Emotion und Magie produzieren konnten – unglaublich. Die Puppenregie & Puppendesign stammen vom Blind Summit Theatre / Mark Down & Nick Barnes. Ein genialer Entwurf, perfekt durchgeführt bis zum Schlussvorhang. Schwer zu beschreiben – das muss man selbst vor Ort erlebt haben!


    Virginie Verrez blieb im Vergleich zu anderen Interpretinnen der Suzuki der letzten Jahre relativ blass (vor 13 Jahren konnte da Elisabeth Kulman eindeutig mehr Akzente setzen). Freddie De Tommaso hat eine sichere Höhe und gut geführte Stimme, dass er ein wenig hölzern wirkte ist vielleicht der Personenregie zu verdanken. Auch er ist neu im Ensemble – ein ungeschliffener Edelstein, der noch einiges zu lernen hat und an Ausstrahlung gewinnen muss.


    Einige Mitglieder des Opernstudios dürfen in dieser Produktion auch Bühnenluft schnuppern – die interessanteste Stimme für mich ist die des Stefan Astakhov (Yamadori), des weiteren fungierten Patricia Nolz (Kate Pinkerton) und Michael Rakotoarivony (Kaiserlicher Kommisär) als Stichwortgeber.


    Andrea Giovannini hatte besonders im 1.Akt als Goro die Möglichkeit, sein vorhandenes Potential anzudeuten, Evgeny Solodovnikov (Bonze) hinterließ keinen besonderen Eindruck (das Kostüm ja…).


    Unterstützt wurde die Aufführung vom Chor der Wiener Staatsoper unter Martin Schebesta , dem Bühnenorchester der Staatsoper und dem Europaballett St.Pölten.


    Insgesamt kann man von einem sehr gelungenen Abend sprechen, der Lust auf mehr machte.

    Liebe Mit-Taminos - ich habe kein entsprechendes Forum für Musical-Rezensionen gefunden, daher habe ich "Gestern in der Oper" (was ja sowieso stimmt) gewählt....


    Mit über 400 Vorstellungen ist dieses Musical von Cole Porter nach dem Buch von Samuel und Bella Spewack eines der meistgespielten Stücke dieses Genres an der Wiener Volksoper. Die zu rezensierende Vorstellung war die 49. der aktuellen Inszenierung, die 2012 ihre Premiere feierte. Wie in diesem Haus üblich, wird nicht in der Originalsprache gesungen, sondern es wurde die Übersetzung von Günter Neumann aus den 1950er-Jahren herangezogen – allerdings in einer Neufassung von Peter Lund.


    Cole Porter war nicht nur für die Musik, sondern auch für die Gesangstexte zuständig – und diese Text sind ein Kind der Entstehungszeit dieses Stückes, das in den späten 1940er-Jahren seine Premiere feierte. Ob in der heutigen Zeit, die von den Hohepriestern der Political Corectness geprägt ist, die eine oder andere Textzeile überhaupt noch möglich wäre – das wage ich fast zu bezweifeln – ein Beispiel des Originaltextes (in der Übersetzung noch einmal eindeutig zweideutiger..) aus „Where is the life that I lead? „


    “And lovely Lisa, where are you, Lisa?

    You gave a new meaning to the leaning tow’r of Pisa”


    Überhaupt erscheint die Handlung in Zeiten wie diesen unglaublich sexistisch (und nichtsdestotrotz erfreue ich mich immer wieder an dem Zeffirelli-Film der Widerspenstigen Zähmung mit Liz Taylor und Richard Burton immer wieder auf’s Neue – Bad Me !!!)


    Zum besseren Verständnis des Stückes hilft es, wenn „The Taming of the Shrew“ von Shakespeare geläufig ist (ansonsten wird es vielleicht schwer verständlich sein, wenn in der letzten Szene Katharina ihre Schwester insofern maßregelt, dass sie ihrem Gatten gefälligst untertänig zu dienen hat).


    Immer wieder kommt in dieser Bearbeitung auch das „Wienerische“ nicht zu kurz, was beim Publikum sehr gut ankam. Durch Covid-19 wurden naturgemäß starke Sicherheitsvorkehrungen getroffen, die Besucher hielten sich vorbildlich daran. Es bleibt zu hoffen, dass man zumindest ab 2021 wieder in den Genuss eines vollen Hauses kommen kann.


    Die Produktion ist schwungvoll, die Kostüme von Sue Blane sehr bunt, das Bühnenbild von Friedrich Eggert zeigt ein stilisiertes Padua und kostet die Möglichkeiten der Drehbühne voll aus, auch die Choreographie von Alonso Barros ist sehr gut gelungen. Bernd Mottl hat – im Gegensatz zur ziemlich misslungenen Vorgängerproduktion eine zeitgemäße Interpretation des Stückes geschaffen.

    Ursula Pfitzner überzeugte einmal mehr als temperamentvolle Lilli Vanessi/Kate, bombensichere Höhen und sie hat auch die Technik für den Musicalgesang. Ihr Fred/Petruchio wurde von Andreas Lichtenberger dargestellt, der mit einem wohltimbrierten Bariton überzeugte und nur beim allerletzten, etwas hohen Ton bei „Wo ist der Mann, der einst ich war“ zu kämpfen hatte, diesen Kampf aber schlussendlich doch gewinnen konnte. Man glaubte diesem Fred auf jeden Fall, dass er auch anderen Frauen durchaus nicht abgeneigt ist.


    Als Buffo-Paar erlebte man die in diesem Fach immer wieder erfolgreiche Juliette Khalil (Bianca/Lois Lane), die ihr Talent wieder zur Geltung brachte, und Peter Lesiak als Bill Calhoun/Lucentio . Wolfgang Gratschmaier war ein spielfreudiger Harry Trevor/Baptista und Thomas Sigwald ein überzeugender Harrison Howell.


    Einer der vielen Evergreens von „Kiss Me Kate“ ist auf jeden Fall „Es ist viel zu heiß“ – ein Stück, das komplett außerhalb der Handlung stattfindet, aber ein toller Beginn nach der Pause ist. Martin Bermoser hatte hier seinen großen Moment, auch ansonsten spielte er den Garderobier Paul mit viel Einsatz und Humor. Elvira Soukop gab als Hattie ihr Rollendebüt.


    Für viel Heiterkeit im Publikum (auch dank des wienerischen Zungenschlags) sorgten die beiden Ganoven Christian Graf und Jakob Semotan, die zusätzlich noch das Gustostückerl „Schlag nach bei Shakespeare“ performen konnten. Viel Applaus zum Schluss für beide Darsteller.


    Oliver Liebl und Jeffrey Terganza waren als als die zwei Freier besetzt und Georg Wacks komplettierte die Besetzung als Inspizient. Orchester, Chor und Komparserie der Volksoper und das Wiener Staatsballett trugen ihren Teil zum großen Erfolg des Abends bei, ebenso Dirigent Guido Mancusi. Man ist schon gespannt auf weitere Musical-Abende im Haus!


    Anbei noch ein Photo vom Schlussapplaus


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    Bereits zum 52. Mal stand die Produktion von Andrei Serban und Peter Pabst am Spielplan und hat sich recht gut gehalten – wenn man es mit den Videoaufnahmen der Premierenserie vergleicht, in der seinerzeit Anna Netrebko die Titelrolle gesungen hat. Aber auch nach 10+ Jahren muss man feststellen, dass dem Regisseur in punkto Choreographie des Chors absolut nichts eingefallen ist (und diesen – immerhin war er da konsequent – in den Orchestergraben gepfercht hat). Das sinnbefreite Herumgehopse zu Beginn des ersten Aktes erzürnt mich noch immer. Ich halte aber der Produktion zu Gute, dass die Geschichte erzählt wird und die Verlagerung des Geschehens in die 1930er Jahre gut gelungen ist.


    Das Staatsopernorchester war in den bewährten Händen von Frédéric Chaslin, der ja schon etliche Serien dieser Oper in Wien dirigiert hat. Das französische Fach – welch Wunder ? – liegt ihm und er war ein sensibler Begleiter der Sänger.


    Vor sechs Jahren sprang Jean-Francois Borras als Chevalier Des Grieux erfolgreich ein (seine Partner war damals Patricia Petibon), dieses Mal war er „gesetzt“ und seine Vorstellung war auf jeden Fall der Glanzpunkt des Abends. Neben einer klaren Diktion bringt er auch die Technik mit, die das französische Fach so „besonders“ macht. Sowohl bei den Stellen, die viel Gefühl verlangen, als auch dann, wenn er entsprechend in Richtung „spinto“ gehen musste, war er absolut sicher. Unüberhörbar hatte sich seine Stimme in den letzten Jahren weiterentwickelt und er gehört nach meiner Ansicht aktuell sicherlich zu den führenden Tenören in dieser Rolle.


    Zum ersten Mal tritt in dieser Vorstellungsserie die Amerikanerin Ailyn Pérez auf, die schon auf eine erfolgreiche internationale Karriere zurückblickt. Ihre Stärke liegt eher im dramatischen Bereich, bei den lyrischeren Passagen irritiere ein etwas nasaler Ton. Vom schauspielerischen her war sie absolut top. Was etwas verwundert ist, dass – egal welcher Typ eine Darstellerin nun ist – die Sänger in die Kleider der Darstellerinnen der Premierenserie gesteckt werden, ob sie jetzt vom Typ her dafür geeignet sind oder nicht. Die Perücke, die in den Akten vier und fünf von der Manon getragen werden müssen, passt sehr gut zu Anna Netrebko, allerdings so nicht zu Ailyn Pérez… Ebenfalls ein „Opfer“ war auch Svetlina Stoyanova, deren Kleid farblich zu ihrem Typ furchtbar unpassend war. (Ja, ich weiß, das mögen Kleinigkeiten sein, aber wenn man die Produktion schon oft gesehen hat, kann man sich auf sowas auch konzentrieren…)


    Bleiben wir gleich bei Svetlina Stoyanova (Javotte). Gemeinsam mit der immer jugendlichen Ileana Tonca (Poussette) und der Rollendebütantin Szilvia Vörös (Rosette) war sie ein Teil des liderlichen Frauentrios. Alle sangen und spielten tadellos – und an diesem Abend mussten sie auch nicht alle Blödheiten mitmachen, die ursprünglich von der Regie vorgesehen waren.


    Ein eingespieltes Team in dieser Produktion sind Thomas Ebenstein (Guillot de Morfontaine) und Clemens Unterreiner (Brétigny). Sie verstehen sich blind auf der Bühne, haben in all den Jahren die Rollen geprägt und waren ein großes Plus an diesem Abend. Orhan Yildiz als Lescaut war vom Schauspielerischen ebenfalls sehr präsent. Im ersten Akt wirkte er aber überzeugender als gegen Ende des Abends – da fehlte es etwas an Durchschlagskraft.


    Sehr überzeugend als Graf Des Grieux empfand ich Jongmin Park. Vielleicht möge ich voreingenommen sein, aber ich mag sein Timbre sehr. Im Vergleich zu seinem Rollenvorgänger Dan Paul Dumitrescu empfinde ich die Stimme ähnlich samtig, allerdings besitzt er mehr Durchschlagskraft.


    Thomas Lang hatte den Chor wie gehabt gut vorbereitet.


    Der Schlussapplaus war kurz und freundlich, der meiste Beifall ging mit Recht an Jean-Francois Borras, aber auch Ailyn Pérez und Jongmin Park wurden überdurchschnittlich akklamiert.


    Eine Anmerkung zum Schluss -

    In den letzten 15 Jahren habe ich den Galeriestehplatz noch nie so leer erlebt – von Anfang an schütter besetzt zählte ich nach der zweiten Pause insgesamt 12 Personen (viele Stehplatzbesucher hatten aber schon zuvor die Gelegenheit ergriffen, die vielen freigebliebenen Sitzplätze auf der Galerie zu belegen). Zum Schluss waren die Sitzplätze auf der Galerie Ganzseite leer. Und auch im Parkett taten sich viele Lücken auf (bemerkenswerter Weise war die Vorstellung auch nicht ausverkauft, im mittleren und hochpreisigen Segment konnte man immer noch Karten an der Kassa erwerben). Da dürfte die Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zugeschlagen haben – mir war das nicht unrecht, ich hatte viel, viel Platz….

    Es ist die älteste Inszenierung, die wir an der Staatsoper haben! Die Premiere war am 19.9.1957 !!! Also schon 63 Jahre alt !!!!!


    Und das war die Premierenbesetzung -


    Cio Cio San - Sena Jurinac

    Pinkerton - Giuseppe Zampieri

    Suzuki - Hilde Rössel-Majdan

    Sharpless - Rolando Panerai

    Dirigent - Dimitri Mitropoulos


    Es war gestern die 391. Aufführung in dieser Inszenierung!

    Nach etlichen Jahren besuchte ich wieder einmal eine Vorstellung dieser Puccini-Oper, die im Jahre 1904 ihre Uraufführung erlebte. Sie war zu jener Zeit eine zeitgenössische Oper, sowohl was den Inhalt, aber auch den Musikstil betrifft.


    Es hat mich überrascht, wie zeitgemäß und noch immer gültig dieses Stück, das man ja fast – was die Handlung betrifft – als Kammerspiel bezeichnen kann, ist. Es ist hochpolitisch und anti-imperialistisch, zeigt die teils menschenverachtende Einstellung der Personen auf, die Großmächte repräsentieren, und den Versuch von Menschen, die nicht von der westlichen Kultur geprägt sind, sich den neuen Herrschern / der neuen Zeit anzupassen und dabei ihre eigenen Wurzeln verlieren beziehungsweise versuchen zu verleugnen. Ich gebe zu, dass ich durch den Hintergrund des japanischen Teils meiner Familie da sehr sensibilisiert bin – andererseits denke ich, dass ich dadurch etwas mehr Einblick in diese, für Europäer noch immer sehr fremdartige, Kultur besitze.


    Das Stück spielt in der Meiji-Ära. 1853 wurde die, während der Zeit der Shogune der Edo-Ära ausgerufene Isolation gewaltsam durch amerikanische Schiffe durchbrochen, das Shogunat in Folge davon aufgelöst und schlussendlich die Meiji-Restauration begonnen. Tenno Mutsuhito erhielt etwas mehr politisches Gewicht als vorher (während der Shogun-Herrschaft hatten die Kaiser mehr repräsentative Aufgaben, wie auch heute sind sie ein wichtiger Teil der Shinto-Religion).


    Die Samurais wurden entmachtet, der Satsuma-Aufstand, in dem feudalistische Kreise versuchten, das vorherige Machtgefüge wieder zu etablieren, scheiterte. Das Land erhielt eine neue Verfassung, Handelsverträge mit westlichen Mächten wurden abgeschlossen und Botschaften installiert. Viele Samurai-Familien verarmten und wurden im wahrsten Sinne des Wortes „herrenlos“.


    Und hier setzt die Handlung dieser „Tragedia Giapponose“ mit dem Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica (die interessanter am Abendzettel nicht erwähnt werden) an. Cio Cio San wurde in einer wohlhabende Familie geboren, die danach verarmte (man kann davon ausgehen, dass es eine Samurai-Familie war), ihre Mutter musste sich dann als Geisha verdingen – es wird auch davon gesprochen, dass sie selbst als Geisha tätig war. Im Westen denken viele, dass – wenn man von Geishas spricht – es sich da um japanische Prostituierte handelt(e). Dem ist nicht so (obwohl die eine oder andere sehr wohl auch reiche Geliebte hatte), sie waren als Unterhalterinnen ausgebildet. Der Beruf wurde übrigens zu Beginn von Männern ausgeübt! Während der Meiji-Ära waren Geishas schon mehr „Bewahrerinnen der traditionellen Künste“. Zu jener Zeit begann die Ausbildung zu einer Geisha im Alter von ca. 6 Jahren, sechs Monaten und 6 Tagen (heutzutage erst ab dem 17.Lebenjahr!) und man lernt als sogenannte „Meiko“ (tanzendes Mädchen) Kalligraphie, Konversation, Tanz, mehrere Instrumente und die Teezeremonie. Auf Basis all dieser Tatsachen kann man den Zeitpunkt der Oper auf das Ende der 1880er-Jahre verorten.


    Nach diesem etwas lang geratenen Exkurs zurück zur Aufführung. Seit über 60 Jahren hält sich die Inszenierung von Josef Gielen im Repertoire, die Ausstattung wurde von Tsugouharu Foujita erstellt. Sie ist praktikabel, erzählt das Stück und kann mit diversen Kleinigkeiten aufwarten, die auch auf die korrekte Zeit, in der das Stück spielt, hinweist. Was von der ursprünglichen Personenregie übriggeblieben ist – das kann ich nicht sagen (ich weiß nicht, ob es von früheren Aufführungen Filmdokumente gibt). Was mir auffiel war, dass zum Beispiel das Schuhwerk der Frauen im 1.Akt zwar für die Bühne sehr praktikabel, aber eher „japanisiert“ als dem Original entsprechend, ist. Ebenso würde absolut niemand (gut, den B.F. Pinkerton und seine Kate nehme ich einmal davon aus, weil dieser „Herr“ sowieso einer der für mich widerlichsten Gestalten der Operngeschichte ist) in ein japanisches Haus mit Straßenschuhen gehen – zumindest Konsul Sharpless hätte das wissen müssen.


    So, jetzt einmal genug von diesen Kleinigkeiten, wenden wir uns dem musikalischen zu.


    Einen wirklich guten Abend konnte Fabio Sartori für sich beanspruchen. Er war der bei weitem überzeugendste Protagonist, hatte Kraft, sichere Höhen. Darstellerisch war in dieser Produktion nicht wirklich was von ihm verlangt, er konnte sich komplett auf den Gesang konzentrieren, was für ihn hilfreich war.


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    Gabriel Bermudez, Fabio Sartori. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn


    Der Rest der Herrenriege war ziemlich durchwachsen. Gabriel Bermúdez konnte sich nach der Pause steigern, davor war er schwer hörbar. Er stellte einen soignierten Gentleman dar (fast mehr Brite als Amerikaner), insgesamt hatte ich in dieser Rolle schon beeindruckendere Sänger erlebt. Michael Laurenz als Goro (ein weiterer mieser Charakter) wirkte stellenweise überfordert, über den Rest der Herrenriege breite ich lieber den Mantel des Schweigens.


    Valeriia Savinskaia, eine junge Russin, die aktuell als Stipendiatin von Novomatic im Ensemble mitwirkt, debütierte als Kate Pinkerton. Sie hat ein interessantes Timbre, es wäre interessant, sie einmal in einer Rolle zu hören, wo sie mehr als nur eine Stichwortgeberin ist. Figürlich entspricht sie vielen jungen Sängerinnen, die in der Meyer-Ära engagiert wurden.


    Ich habe Bonigwe Nakani schon in etlichen Rollen erlebt, überzeugen konnte sie mich nur ein einziges Mal – und das war an der Volksoper als Annie in Porgy & Bess. Ob es am Dirigat von Graeme Jenkins lag, der wie schon zu oft viel zu laut spielen ließ und so die Sänger oft zum Forcieren bewogen hat, oder an der Tatsache, dass die Staatsoper einfach ein zu großes Haus für sie ist, kann ich nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Ihre Suzuki hinterließ keinen bleibenden Eindruck.


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    Bongiwe Nakani. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

    Zum Abschluss noch einige Worte über Sae Kyung Rim, die seit über 10 Jahren die Rolle der „kleinen Frau Schmetterling“ interpretiert. Sie ist besonders in den dramatischen Stellen sehr überzeugend, wenn es um lyrischere Teile geht, ging ein wenig der puccinische Schmelz ab. Sie war aber – neben Sartori – ein gesangliches Highlight des Abends.

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    Sae Kyung Rim, Valeriia Savinskaia . Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

    Wieder einmal musste ich feststellen, dass neben wirklich guten Sängern der Hauptrollen immer wieder die Comprimarii derart stark abfallen, dass einem das Hörvergnügen auch bei sehr kurzen Rollen regelmäßig verdorben wird.


    Das Publikum zeigtes sich nichtsdestotrotz applausfreudig, die beiden Hauptdarsteller wurden entsprechend akklamiert.

    Nach einer überaus durchwachsenen Aufführung von „Leonore“ am Vortag, zu der meine Vorrezensenten alles gesagt haben, was es zu sagen gibt <X<X:cursing:, - https://onlinemerker.com/wien-…idelio-urfassung-leonore/ - konnte die erste Aufführung der aktuellen Elektra-Serie wieder versöhnen.


    Eines hat diese Produktion mit der vorher erwähnten aber gemeinsam – das, was Regisseur Uwe Eric Laufenberg gemeinsam mit Bühnenbildner Rolf Glittenberg und Kostümbildnerin Marianne Glittenberg auf die Bühne stellen, ist – um es mit den Worten des Philosophen Edwin Neugebauer zu sagen (und bitte die Lautsprecher einschalten) –


    https://www.youtube.com/watch?v=B2DQ651FtK0


    Weitere Worte dafür zu verlieren wäre verlorene Liebesmüh, daher gleich zum Musikalischen, und das entschädigte für das, was auf der Bühne geboten wurde.


    Michael Volle, der sein Rollendebüt an der Wiener Staatsoper feierte, gilt zu Recht als einer der aktuell hervorragendsten Vertreter seines Faches. Ich kann mich nicht erinnern in den letzten 15 Jahren einen derart überzeugenden Darsteller des Orest erlebt zu haben. Eine perfekte Diktion, toll geführte Stimme – er ließ an diesem Abend keinen Wunsch offen.


    An zweiter Stelle der „Hall of Fame“ möchte ich ex aequo das Orchester der Wiener Staatsoper und deren Dirigenten Semyon Bychkov nennen. 105 Minuten lang war Dramatik pur aus dem Orchestergraben zu hören – es gelang Bychkov aber auch, die kleinen Zwischentöne, die man in der Partitur auch findet, zum Erklingen zu bringen. Das war Spielkultur vom Feinsten!


    Simone Schneider (ebenfalls zum ersten Mal am Ring als Chrysothemis zu erleben) war ebenfalls umwerfend – da fand man eine der Elektra gleichwertige und starke Tochter des Agamemnon auf der Bühne, die allerdings – im Gegensatz zu der ihr verbliebenen Schwester – andere Vorstellungen von ihrer Zukunft hat. Schneider legte die Rolle dramatischer als viele ihrer Rollenvorgängerinnen an und überzeugte mit sicheren Höhen und präziser Aussprache. Auch sie erhielt den ihr zustehenden Applaus (den meisten heimste zu Recht Michael Volle ein).


    Ihr Debüt an der Staatsoper feierte die amerikanische Sopranistin Christine Goerke – und das mit einer durchaus beeindruckenden Leistung. Sie hat genug Kraft für die Rolle (immerhin steht sie fast ununterbrochen auf der Bühne) und überzeugte besonders in den tiefer gelegenen Passagen, während sie manchmal in der Höhe ein wenig schrill klang – ob gewollt oder ungewollt sei jetzt dahingestellt.

    Was soll man zur Leistung von Waltraud Meier sagen? Die Wagner-Ikone erinnerte zu Beginn ihres Auftrittes an vergangene Zeiten, aber mit Fortlauf der Aufführung konnte sie die Tatsache, dass ihre Karriere schon sehr lang dauert, nicht verleugnen. Aber wieder – für die Klytämnestra ist das absolut akzeptabel.


    Etwas enttäuscht war ich vom Aegisth des Abends, Norbert Ernst. Ich habe von ihm schon bessere Abende erlebt, an denen seine Stimme in der Höhe nicht flackerte.


    Die Comprimarii seien auch genannt – Thomas Ebenstein ließ als junger Diener aufhorchen, unauffällig Simina Ivan (Vertraute), Zoryana Kuspler (Schleppträgerin), Dan Paul Dumitrescu (alter Diener), Donna Ellen (Aufseherin), die Dienerinnen (Jung Won Han, Maria Isabel Segarra, Kaya Maria Last, Jozefina Monarcha, Sabine Kogler, Zsuzsanna Szabó). Die Mägde (die aktuell viel beschäftigte Monika Bohinec, Martrita Gritskova, Ulrike Helzel, Lydia Rathkolb und Ildikó Raimondi) konnten sängerisch und schauspielerisch überzeugen, von ihnen stach – dank ihrer Rolle als 5.Magd – Raimondi hervor.


    Nach dem Leonore-Desaster des Vortags versöhnte diese Vorstellung – ich hoffe, dass die Gerüchte stimmen und diese Laufenberg-Produktion gekübelt wird und die Vorproduktion wieder auf die Bühne kommt.

    Es war 2005 als ich Peter Schreier zum ersten und gleichzeitig zum letzten Mal live gehört habe. Es waren seine beiden Abschiedsvorstellungen im Musikvereinssaal - ein Abend "Winterreise" und ein oder zwei Tage später dann noch "Die schöne Müllerin". Seine allerletzte Zugabe beim zweiten Abend war das "Ständchen" - ich war sehr bewegt... R.I.P.

    Zum 18.Mal wurde die bekannteste Humperdinck-Oper in der aktuellen Produktion von Adrian Noble aufgeführt. Sie hatte im November 2015 Premiere und mauserte sich seitdem zu einem fixen Bestandteil des vorweihnachtlichen Repertoires. Und mit was? Mit Recht!!! Noble gelang eine wunderbar atmosphärische Inszenierung, erzählt das Stück (und interpretiert es nicht als ein Drama einer „poor white trash“-Familie – obwohl das durchaus möglich wäre – das Libretto von Adelheid Wette (übrigens die Schwester von Humperdinck) gibt durchaus diese Interpretationsmöglichkeit her) und irritiert niemanden. Was man vielleicht ankreiden muss – es ist alles ein wenig zu brav geworden. Ausdrücklich möchte ich Andrzej Goulding erwähnen, dessen Videos zum Erfolg der Aufführung beitrugen.

    An diesem Abend gab es einige Rollendebüts und kleinere (technische) Hoppalas. Zuerst zu den letzteren – der Krug im ersten Akt zersprang nicht (was dann etwas komisch anmutete, wenn darüber gejammert wurde, dass ebendieser in Scherben lag), und dann konnte die Tür zur elterlichen Hütte nicht verschlossen werden, was zu einigen Irritationen bei den Sängern beitrug, diese aber routiniert umschifft wurden.


    Boaz Daniel war ein sehr solider, sprachdeutlicher Peter Besenbinder, der sehr gut mit seiner zänkischen Frau Gertrud harmonierte. Diese wurde von der Rollendebütantin Stephanie Houtzeel überzeugend interpretiert. Durch die Tatsache, dass Houtzeel nicht ganz fit war, sprach ihre Stimme bei den tiefer gelegenen Tönen nicht so gut an, wie man es von ihr gewohnt ist. Das obere Register war makellos.


    Ein weiteres Rollendebüt bestritt Ileana Tonca – sie ist dem Haus schon seit einer gefühlten Ewigkeit verbunden und als Sandmännchen und Taumännchen kann sie in ihrer Biographie Rollen Nummer 64 und 65 an der Staatsoper verbuchen, wobei sie eine soliden, aber keine außergewöhnlichen Eindruck hinterließ. Als Sandmännchen war sie überzeugender.


    Monika Bohinec scheint aktuell als „Hexe von Dienst“ zu fungieren und ist daher sehr beschäftigt. Neben der Knusperhexe tritt sie auch in Persinette auf. Auch sie erweckte den Eindruck, nicht ganz gesund zu sein, trotzdem erhielt sie nach ihrem „Hexenritt“ Beifall (bis zum Schlussapplaus hielt sich das Publikum bei den anderen Künstlern zurück). Es gab im Auditorium auch viele Kinder, die, nachdem die Hexe in den Ofen gestoßen wurde (es wäre dabei interessant ob die Justiz die Tat der Kinder als Mord, Notwehr oder Notwehrüberschreitung abhandeln würde.) heftig akklamierten!


    Andrea Carroll (Rollendebüt als Gretel) und Margaret Plummer als Hänsel spielten, tanzten und sangen sich durch den Abend. Im Zusammenspiel merkte man, wie gut geprobt worden war, da passte alles sehr gut. Was auffiel war, dass beide stimmlich sehr ähnlich liegen und es oft schwer zu unterscheiden war, wer gerade sang. Insgesamt beide sehr solide, wobei Carroll einen nachhaltigeren Eindruck hinterließ.


    Nach einer Rusalka-Serie vor zwei Jahren kehrte Tomás Hanus wieder an die Staatsoper zurück. Ihm ist es zu verdanken, dass an diesem Abend das Staatsopernorchester den insgesamt besten Eindruck hinterließ. Die Zwischenspiele zeigten, wie nahe Engelbert Humperdinck an der Musik Richard Wagners ist – nicht einmal hatte ich das Gefühl, immer wieder Sequenzen zu hören, die ohne Problem in Opern des RW passen. Zudem unterstützte er die Sänger perfekt, nahm das Orchester zurück wenn notwendig, scheute sich aber auch nicht einen spätromantischen Klangteppich weben zu lassen, wenn es adäquat zu sein schien.


    Der Kinderchor der Wiener Staatsoper (Leitung Johannes Mertl) war bezaubernd und trug seinen Teil zum Gelingen des Abends bei. Der Schlussapplaus war sehr freundlich, aber sehr, sehr kurz.

    @ Alfred - zu Deiner Info gibt es jetzt CD-Boxen von fast allen Jazzgrößen, die einem quasi nachgeworfen werden. Geh auf amazon und gib "Milestones of a Jazz Legend" ein - da findest Du um ca. 12 Euro 10 CDs (auf denen bis zu 20 Original-Alben gepresst sind). So habe ich heuer zu einem wirklich günstigen Preis meine Jazz-Sammlung erweitern können! Begonnen habe ich die übrigens mit den Jazz-Aufnahmen von André Previn...

    Okay, wenn es für Dich okay ist werde ich dann in der nächsten Zeit etwas über Chet Baker und Bill Evans schreiben. Ich mag Cool Jazz sehr.


    Auch Theolonius Monk war ein ganz Wichtiger. Und wir dürfen natürlich nicht auf Duke Ellington vergessen...

    Ich denke, dass man nicht unbedingt mit aller Gewalt Handlungen in die Gegenwart umdeuten muss - ich denke, es sollte jedem Besucher zugestanden werden, seine eigenen Schlüsse daraus zu ziehen. Einer Holzhammermethode, wie einige - nicht alle ! - moderne Inszenierungen sich bedienen, ist nicht notwendig.


    Mein Beispiel - Tosca. Die Handlung ist zeitlich genau definiert, allerdings sind die im Libretto angesprochenen Grundprobleme auch "heutig". Das kann man (wenn man will) selbst rausfinden, Belehrungen sind da nicht notwendig...


    Just my 2 cents

    Ich hatte seinerzeit vergessen, meine Rezension auch hier zu veröffentlichen - ich will sie aber Euch nicht vorenthalten...

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    Leider musste ich schon zur Pause gehen, da ich gesundheitlich leider etwas angeschlagen bin und die Vorstellung nicht „zerhusten“ wollte. Daher nur die Eindrücke bis zur Pause –

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    Rachel Frenkel, Rafael Fingerlos. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn


    A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM

    Wiener Staatsoper, 9.10.2019

    Obwohl ich aus gesundheitlichen Gründen nur bis zur Pause anwesende war kann ich trotz allem sagen, dass diese Produktion eine der schönsten und besten der letzten 10 Jahre ist – Irina Brook die für die Bühne verantwortliche Noelle Ginefri-Corbel haben es geschafft, die Geschichte in der Gegenwart spielen zu lassen (ersichtlich an den Kostümen von Magali Castellan). Dadurch, dass die Bewohner der Elfenwelt aber „klassisch“ angezogen waren (ja, ein König mit Krone, Tytania so, wie es sich ein Fantasy-Fan vorstellt) ergab alles einen Sinn und war wunderbar anzusehen. Auch das Einheitsbühnenbild gefiel und durch klug inszenierte „Ortswechsel“ wurde der „Flow“ der Geschichte aufrecht erhalten. Eine wichitige Rolle dabei spielte die (im Libretto nicht vorgesehene) Schlange, die von zwei in schwarz gekleideten Gestalten (das erinnerte mich an die japanische Bühnenästhetik, die ja auch schon im aktuellen „Tristan“ gezeigt wird) getragen und bewegt wird.


    Für den Kinderchor der Wiener Staatsoper unter der Leitung von Johannes Mertl ist diese Produktion sicherlich eine große Aufgabe, die auch die Solisten (Emil Lang, Niklas Rudner, Mihaili Savenkov, Fabio Ringer) und das Blockflötenensemble (Zhang Kann, Linus Kölpl, Laurenz Zoglauer, Anna Barnas, Fabian Lucas Holzer, Florian Brosch) gut bewältigen.


    In den Berichten über die Premiere war zu lesen, dass Théo Touvet in der Rolle des Puck den größten Publikumszuspruch erhielt – es würde mich nicht wundern, wenn es auch an diesem Abend nicht anders gewesen ist. Touvet, der gemeinsam mit Martin Buczko für die Choreographie verantwortlich zeichnet, zeigte unglaubliche Körperbeherrschung und konnte Akrobatik mit kleinen, sehr ausdrucksvollen Gesten kombinieren. Dass sein Englisch nicht das Beste ist war auch schon anderswo zu lesen – obwohl man ihm das als Robin Goodfellow durchaus nachsehen kann. Diese Figur ist nun einmal nicht so „edel“ wie Oberon und die anderen Elfen, sondern auf seine Art und Weise ein Außenseiter, der mehr „bellt“ als spricht. Ob er in weiteren Serien (die hoffentlich kommen werden) zu ersetzen ist wage ich zu bezweifeln – zu sehr ist in einer Neuinszenierung eine Rolle wieder auf eine einzige Person zugeschnitten, was dann später nicht mehr funktioniert wenn andere Personen später übernehmen (als Beispiel kommt mir da die Mielitz-Inszenierung von Parsifal mit Thomas Quasthoff als Amfortas spontan in den Sinn).


    Nun zum Musikalischen – Simone Young und das Staatsopernorchester bringen die Partitur fast kammermusikalisch, jedes Instrument bekommt genügend Platz, um sich entfalten zu können. Teilweise erinnerte mich das alles an die Subtilität, die man in Capriccio vorfindet. Wäre auf der Bühne nicht so viel zu sehen könnte man geneigt sein, sich einfach zurückzulehnen, die Augen zu schließen und in die Klangwelt Brittens gänzlich einzutauchen.


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    Josh Lovell, Rachel Frenkel. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn


    Mit Lawrence Zazzo begegnet man einem Countertenor, der seiner Biographie zu Folge als Oberon schon einige Erfahrung hat. Er hat kein Problem das Haus mit seiner Stimmer zu füllen, doch hätte ich mir ein virileres Timbre (ja, das gibt es auch bei Countertenören) gewünscht. Erin Morley als Tytania hinterließ bis zur Pause keinen besonderen Eindruck. Die beiden Liebespaare spielten sehr gut (die Helena war vielleicht eine Spur zu exaltiert) und taten das ihre, den ersten Teil der Oper zu einem Erfolg werden zu lassen. Josh Lovell (Lysander), Rafael Fingerlos (Demetrius), Rachel Frenkel (die als Hermia den besten Eindruck von allen hinterließ) und Valentina Nafornita (Helena) wurden den Ansprüchen, die Britten an die Sänger stellt, überaus gerecht.


    Peter Rose (Bottom) zeigte wieder einmal seine komödiantischen und vokalen Fähigkeiten und war neben Touvet sicherlich die spielbestimmendste Figur bis zur Pause (um einen Ausdruck aus dem Fußball zu verwenden), kräftig unterstützt von Wolfgang Bankl (Quince), Benjamin Hulet (Flute), Thomas Ebenstein (Snout), William Thomas (Snug) und Clemens Unterreiner (Starveling).

    Es war ein vergnüglicher, aber ebenso auch nachdenklicher und poetischer Abend, dem hoffentlich viele in dieser Produktion nachfolgen werden.

    Der ORF ändert sein Programm in Fernsehen und Radio

    In memoriam Mariss Jansons bringt der „Kulturmontag“ , heute am 2. Dezember ab 22.30 Uhr in ORF 2 einen Nachruf auf Mariss Jansons, die „matinee“ zeigt am Sonntag, dem 8. Dezember, Robert Neumüllers Porträt „Mariss Jansons – Musik ist die Sprache von Herz und Seele“ (9.05 Uhr). ORF III plant unter anderem für heute Montag, dem 2. Dezember, eine „Kultur Heute“-Spezialsendung um 19.45 Uhr. Ö1 erinnert heute (2. Dezember) im „Pasticcio“ (8.20 Uhr) und in „Des Cis“ (11.30 Uhr) an Mariss Jansons. Am Samstag, dem 7. Dezember, steht „Apropos Klassik“ (15.05 Uhr) ganz im Zeichen des Dirigenten.