"Kleiner Bruder" ist zu viel gesagt, aber während es in der Winterreise für mich persönlich kaum Lieder gibt, die ich als "schwächer" empfinde, gibt's in der "Müllerin" Lieder, die mich nicht sooo berühren (wie gesagt: Persönliche Empfindung!) Die "Danksagung an den Bach" oder die "Ungeduld" zählen nicht gerade zu meinen Lieblingsliedern. Andererseits gibt es viele Lieder, die ich "zum Sterben schön/ ergreifend" finde ("Der Neugierige"/ "Pause"/ "Die liebe Farbe"/ "Trockne Blumen"/ "Der Müller und der Bach"/ "Des Baches Wiegenlied").
Lieber sagitt, besonders hat mich Deine positive Kritik zur Blochwitz-Aufnahme gefreut, eine meiner LieblingsCDs. Ich habe bislang geglaubt, mit meiner Meinung alleine dazustehen! Schade, dass seine Karriere nur so kurz gedauert hat. Aber, wie er zB die Zeile aus "Des Baches Wiegenlied" "...und der Himmel da oben, wie ist er so weit..." singt, hat für mich "Gänsehautqualität".
Ein Erlebnis zur "Müllerin" möchte ich noch erzählen: Ich habe diesen Zyklus vor einigen Jahren relativ knapp hintereinander LIVE von Peter Schreier und danach von Wolfgang Holzmair gehört. Das war für mich sehr spannend: Auf der einen Seite Schreier, der so viele Nuancen in die Lieder brachte aufgrund seiner langjährigen Gesangserfahrung, dessen Stimme dann trotzdem für diesen jungen Müllersbursch schon zu "erfahren" war. Auf der anderen Seite die junge Stimme von Holzmair, der sicher nicht Schreiers Interpretationsbandbreite hatte, dessen "Stimmalter" aber gut gepasst hat. Ich könnte überhaupt nicht sagen, welche Version mir besser gefallen hat, weil's so unterschiedlich war! Insgesamt ein tolles Erlebnis, dieser Vergleich!
Liebe Grüße aus Wien
vedriel
