Beiträge von Thomas Pape

    Hallo Thomas,


    wie bewertest du den gesamten Zyklus? Gleichbleibend gut?


    Beste Grüße

    Christian

    Lieber Christian,


    von dem Zyklus kenne ich tatsächlich nur die 2.Sinfonie, kann für den Rest also nicht sprechen. Bislang habe ich mich bei Mahler zumeist auf die Sinfonien 1-4 beschränkt. So langsam beginne ich Sympathien für den Rest zu entwickeln und höre mich da erstmal durch den Bestand. Bei Nr. 2 ist heute noch die Aufnahme mit Jonathan Nott hinzugekommen. Den hatte ich -viele Jahre ist's her- mit Mahler 6 in Köln gehört und war recht angetan. Auf Nr. 2 bin ich gespannt.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Und einen Boogie-Woogie - ob es diese Etüde war, weiß ich nicht - spielte Cherkasky am 24.09.1991 im Großen Saal der Alten Oper Frankfurt. Es war die letzte der Zugaben und das Publikum hat getobt. Riesen Konzert, super Stimmung. Was er an weiteren Zugaben gespielt hat? Was auf dem Programm des Konzerts stand? Keine Ahnung! Der Abend aber bleibt unvergesslich.


    Und jetzt schaue ich mal, was das Archiv der AO hergibt...

    Liebe Accuphn,


    die "Boogie-Woogie" Etude hat Cherkasky bis ins hohe Alter immer wieder gespielt. Hier als Zugabe zu einem Konzert anlässlich seines 80. Geburtstags:



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Rolo folgend hänge auch ich meiner Leidenschaft fürs Klavier nach. Diesmal mit einem Pianisten, der mir seit Kindertagen bekannt ist, Shura Cherkasky, von dem ich -befremdlich genug- kaum mehr kenne als seine Aufnahme von Tschaikowskys b-moll-Konzert mit Leopold Ludwig. Auf meiner LP dann noch die beiden Zugaben "Boogie-Woogie-Etude" von Morton Gould und "The Zouaves Drill" von Augusta Mana-Zucca. Daher diese nette Hänssler-Box.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ohne die Unterhaltung bzgl. ABM stören zu wollen möchte ich bei den Remastern auf die Platte "X" von Klaus Schulze hinweisen. Die Platte ist mir seit Jahrzehnten ans Herz gewachsen. Klaus Schulze hatte immer sehr aufwändige Bänder produziert und abgemischt, allerdings auch sehr lange Stücke geschrieben. Allein zwei Werke des Doppelalbums (seinerzeit) sind knapp 30 min lang. Da Schulze viel mit Bass arbeitete hatte das Konsequenzen für die Platte: der Kalg musste komprimiert resp. die Bässe gestutzt werden, um diese Halbstünder in die Rille zu bekommen. Das gilt für das ganze Album, da die anderen Plattenseiten sich jeweils auch auf ein halbe Stunde Spielzeit addierten. Bei der ersten CD-Veröffentlichung hat man wohl die Bänder zugrunde gelegt, die für das Mastern der LPs gebraucht wurden. 2016 indes hat Schulze für das Remaster die Original-Bänder zugrunde gelegt. Und nicht nur das: das Stück "Frank Herbert", das für die LP auf 5 min gekürzt wurde, erklingt hier in voller Länge. Hier gebe sogar ich der CD den Vorrang vor der LP, das Ergebnis des Remaster ist formidable.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Auslöser, mir den Film anzuschauen, war die sehr melancholische auf dem Duduk gespielte Titelmelodie. Der Film lebt von seien wunderschönen Bilden, die erzählte Geschichte ist ebenfalls berührend. Ein alter, erblindeter Derwisch möchte zu einem Derwischtreffen, das nur alle dreißig Jahre stattfindet. Begleitet wird er von seiner kleinen Enkeltochter. Immer wieder werden kleine Geschichten inszeniert, die der alte Mann erzählt. Letztlich ist es eine Reise zu seiner endgültigen Bestimmung, seinem Abschied von der Erde.Habe gebannt vor dem Film gesessen. Die Sprache ist arabisch/persisch, es gibt aber deutsche Untertitel. Nicht unerwähnt bleiben sollte die wundervolle Filmmusik von Armand Amer.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Derzeit das erste Klavierkonzert von Johannes Brahms. Eine Studio-Aufnahme unter der Leitung von Jascha Horenstein gibt es leider nicht, dafür diesen feinen live-Mitschnitt mit Claudio Arrau -mir eine besondere Freude- am Klavier. Die Box selbst versammelt weitestgehend Studio-Aufnahmen Horensteins, mit der genannten Ausnahme.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Was für eine wunderbare CD und was für eine ebenso wunderbare Sängerin. Den gestrigen Tag begann ich tatsächlich mit ihrer Stimme, allerdings nicht Bach, sondern Mahler und dem "Urlicht", Satz 4 der "Aufterstehungssinfonie":



    Eine insgesamt exzellente Aufnahme.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ich kenne Brahem tatsächlich noch nicht sehr lange. MW ist er Komponist und Musiker. Sein Debut-Album war "Barzakh", das 1990 bei ECM erschien. Diese Album ist weitestgehend dem Oud gewidmet. Bei den weiteren Alben -so viele sind's ja nicht- kamen dann die Jazz-Formationen hinzu.



    Ob und wie ein Musiker wahrgenommen wird hängt wohl von Neugierde und Auseinandersetzungsbereitschaft von Zuhörern ab und der Vermarktungsfreude der Musiker. Der Duduk-Spieler Levon Menassian macht sich in einer Weise rar, dass er -obwohl ein Meister seines Instrumentes- nur auf nicht einmal einer handvoll Platten zu hören ist, ganz selten auf Konzerte und in den Filmmusiken des Filmkomponisten Armand Amer.


    Die Verbindung mit Instrument und Stimme findest Du bei Dhafer Youssef, auch ein exzellenter Oud-Spieler und gleichzeitig ein fabelhafter Sänger. Gestern wäre er in Frankfurt im Rahmen eines Konzertes auf die HR-Bigband gestoßen, aufgrund der aktuell geltenden Regeln fand das Konzert nur im Stream unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ein Plattentipp ist seine aktuelle Platte "Sounds of Mirrors" und als Anspieltipp das Stück "Humankind"



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Bei Brahem sollte vielleicht darauf hingewiesen werden,dass sein Instrument das Oud ist. Ein arabische Kulturraum durchaus gebräuchliches Instrument, in etwa vergleichbar mit der mittelalterlichen Kurzhalslaute. Brahem wohnt mW. schon des Längeren in Paris und schafft immer wieder eine wunderbare Symbiose zwischen der arabischen und der europäischen Klangwelt. Mein Lieblig: Leila au pays de caroussel von dieser wunderbaren Platte:



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Bei mir mahlert es:


    Die 9 Sinfonie, diesmal in der Aufnahme von Maurice Abravanel und dem Utah-Symphony-Orchestra. Auch eine jener Aufnahmen, die es verdienen, erhalten zu werden, aber wohl eher ein Fundstück aus meiner Plattensammlung. Zum Mithören hier ein Link zu youtube



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Leider ohne Bild, da bei jpc nicht verfügbar: Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 9 mit dem Pro Musica Orchester unter Jascha Horenstein, hieraus: der vierte Satz. So der Plan. Aber vielleicht nehme ich die digitale Nichtverfügbarkeit von Jascha Horenstein zum Anlass, entweder zu Stenz, Berrnstein oder Solti zu greifen (Bruno Walter hatte ich bereist gestern).



    meine Bernstein-Aufnahme steckt hier drin:



    oder



    Schwierige Wahl...


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Gustav Mahler unter Jascha Horenstein: die Sinfonie Nr. 3. Die bei unicorn erschienene Aufnahme ist tasächlich auch auf CD greifbar, ich bin entzückt. Bei mir dreht sich üblicherweise die Schallplatte. Die Platte ist auch in Japan als 4-Kanal-Pressung erschienen. Hört man beide im Vergleich, klingt doch die ursprüngliche unicorn-Platte um ein Vielfaches besser. Der 6. Satz wird von Horenstein sehr kammermusikalisch aufgeführt, weswegen ich die Aufnahme der von Bernstein mit den New Yorkern vorziehe (mein Erstkontakt mit dem Werk).



    Peinlich genug: jetzt war ich so lange nicht mehr bei Tamino, das mir entfallen ist, wie man den Link vernünftig setzt. Da bitte ich um dezente Hilfestellung.Danke schon jetzt.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Als jemand, der nach wie vor vorzugsweise Schallplatte hört, habe ich insofern eine anderen Blick auf das Thema, als es ja nun auch Aufnahmen gibt, die auf der einen Seite atemberaubend, sensationell und unwiederholbar sind, die auf der anderen Seite jedoch nicht für eine Veröffentlichung vorgesehen waren. So etwa Bachs 5. Brandenburgisches Konzert, 1942 in einem adventlichen Konzert von Wilhelm Furtwängler gespielt, mit ihm selbst am Klavier. Der Solopart ist zutiefst versunken und innig. Niemand würde das Werk heute so spielen, und das es diese Wirkung hat, ist wohl auf Furtwängler zurückzuführen. Mitgeschnitten wurde das Konzert allerdings auf Acetat-Platten. Jahre später wurden die von der französischen Furtwängler-Gesellschaft veröffentlicht. In dem Fall muss man eine gewisse Leidensfähigkeit mitbringen.


    Nun aber zu einem anderen Mitschnitt, leider auch nur auf Acetat-Platten überkommmen und ohne Bearbeitung von grausig schlechter Qualität: die vier letzte Lieder von Richard Strauß, mit Kirsten Flagstadt und Wilhelm Furtwängler. Mit ein wenig Nachbearbeitung tauchte die Aufnahme immer mal wieder auf, zunächst bei EMI, später beim verdienstvollen Gebhard-Label. Resigniert habe ich alle Bemühungen zur Kenntnis genommen (zuletzt ein ganz ordentliches Remaster, diesmal wieder bei EMI) und gedacht, besser wird's halt nicht. Allerdings hat sich mittlerweile Andrew Rose ans Restaurierungswerk gemacht und das Ergebnis ist phänomenal. Klar, eine High-End-Aufnahme wird das nicht, aber im Vergleich zu den alten Veröffentlichungen un Lichtjahre von denen entfernt. Die Störgeräusche sind nicht ganz zu entfernen, die technisch bedingte Tonhöhenschwakungen sind beseitigt und auch so ist an der Aufnahme einiges gemacht worden. Für Interessierte gibt's hier den Link dazu:


    https://www.pristineclassical.…twangler/products/pasc407


    Trotz aller Einschränkungen, die immer noch vorhanden sind, eine Aufnahme für die Ewigkeit.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Bei mir Beethovens "Missa Solemnis". Von Otto Klemperer sind mir drei Aufnahmen bekannt, die bekannte Columbia/Electrola-Aufnahme, die mono-Aufnahme für VOX und nun die Rundfunkaufnahme für den WDR aus dem Jahre 1955. Hier reizt mich besonders das Sängerquartett: Anneliese Kupper, Sieglinde Wagner, Rudolf Schock und Joseph Greindl. Rudolf Schock ist sehr gut durchhörbar, fast zum mitschreiben, was bei den Tenören in der Missa nicht immer gegeben ist, ist aber kein Oratorien- oder Messensänger. Mit der Missa Beethovens, die den Worten der Liturgie sehr emotional nachspürt, ist das allerdings, wie ich finde, sehr gut vereinbar. Bei mir die DLP des Labels Cetra mit brauchbarer Klangqualität. Der WDR veröffentlichte die Aufnahme als remasterte CD. Möglicherweise gibt's da Qualitätsverbesserungen. Trotz der Einschränkungen dieser Aufnahme ein Ohrenschmaus.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Mein Plattendeaeler hat im Sauerland eine größere Sammlung ausgehoben, mehrheitlich Opernaufnahmen (soweit ich das beurteilen kann vorzügliche, vielfach auch historische Aufnahmen), was nicht so ganz mein Ding ist. Aber ein paar Brosamen (knapp 50 LPs) sind dann auch für mich abgefallen, unter anderem diese feine Aufnahme, die ich nur in Auszügen kannte:



    Sollte jemand Interesse an den Platten haben, sie sin zu finden im "Archiv", Dortmund, Hohe Str. 34


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Honneggers „Cantate de Noel“ in einer Aufnahme mit Ernest Ansermet. Die Studio-Version ist als CD erhältlich.
    Auf meinem Plattenteller dreht sich eine Besonderheit: am 18.12.1968 dirigierte Ansermet sein letztes Konzert, darunter auch die „ Weihnachtskantate“. Das Konzert wurde mitgeschnitten und viele Jahre später als Privatpressung der Ansermet-Gesellschaft veröffentlicht.


    liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Nunja, 20 mal k. 27 wäre mir persönlich lieber gewesen 8). Ich gestehe allerdings, dass ich die Sonaten Scarlattis vorzugsweise am Cembalo gespielt höre. Zur chinesischen Wasserfolter hätte ich indes einen ALternativvorschlag:



    23 h wundervolle Repetition eines Basslaufes.:untertauch:


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Immerhin, lieber nemorino, hat KSM sein Urteil begründet. Ich muß es ja nicht teilen. Wir sind hier im Thread mono oder stereo und müssen zusätzlich zur Technik auf ein paar Dinge hinweisen: die Musikwissenschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten Erkenntnisse zu Aufführungspraxis, Werkgestalt (etwa Beseitigungen von Streichungen), Gesangstechnik, Ensemblegrößen etc. hervorgebracht, die in der mono_Ära noch nicht vorhanden waren. Günter Wand hat wohl als erster Nachkriegsdirigent die Beethovensinfonien von seiem Gürzenich-Orchester in der -mehr oder weniger- Originalform spielen lassen, eine Missa Papae Marcelli aus den 1950er Jahren ist für heutige Ohren schwer verdaulich, weniger, weil's mono ist, sondern weil es zeitgemäß grauenhaft musiziert wird. In den alten mono-Aufnahmen begenen wir allerdings intensiven Suchen, etwa wenn Ender der 1920er Bach weiter erschlossen wird , wenngleich die erste Aufnahme des WTC auf Klavier erfolgte, aber immerhin. Eine revidierte Fassung des Messias wie die von Thomas Beecham würde man heute wohl nicht mehr spielen oder aufzeichnen (erhältlich ist sie immer noch). Der junge Fricsay dürfte auch noch mit anderem Notenmaterial gearbeitet haben als der ältere. Manchmal ist ein Werkzugriff so betörend. dass man vielleicht beklagen mag, daß es nicht stereo ist, aber Böhms mono-Aufnahme der Missa Solemnis möchte ich nicht missen.


    Vor dem Hintergrund der Entwicklung von wissenschaftlichem Zugang zu den Werken und der Veränderung der Aufführungspraxis lässt sich KSMs Urteil wahrscheinlich nüchtern nachvollziehen, emotional kann ich's nicht teilen. Aber das erwartet er ja auch nicht.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ich höre gerade mono. Ein Klavierrecital eines meiner großen Idole Samson Francois. Ein sehr verdienstvolles Label hat eine CD herausgebracht, auf der er die "Symphonischen Etuden" ein paar Mazurken, eine Etude und die Polonaise mit dem vorangehenden Andnate Spianato spielt. Soweit, so vertraut bei diesem Pianisten. Und nun der Hammer: ein früher Tod hielt ihn davon ab, die h-moll Sonate im Studio einzuspielen. Live tat er es wohl schon. melo classic hat nun diesen Schatz gehoben und zugänglich gemacht. Ich schwelge!!! Und da ist es mir völlig piepenghagen, ob mono oder stereo. Zum Hintergrund: Francois war ein Verehrer von Bach, Chopin, Prokoviev, Ravel und Debussy. Und eben auch Liszt. Die beiden Klavierkonzerte liegen sowohl mono als auch stereo und das erste auch in verschiedenen live-Aufnahmen vor, die EMI verdienstvollerweise zugänglich gemacht hat. In den mittleren 5oern spielte er auch die 12 ungarischen Rhapsodien ein. Wäre er nicht schon 1970 verstorben. Genug der Konjunktive. Zwischen 1948 und 1970 hat er Beeindruckendes vorgelegt, dass melo classic nun noch Rundfunkschätze hebt freut mich ungemein. Es geht um die Musik und ihre Aufführung. Das macht das Leben lebenswert. Und sorgt so manches mal für tiefes Glück. Mal mono, mal stereo.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Lieber Thomas,

    Grau, grau ist bekanntlich alle Theorie :untertauch:. Entscheidend ist doch letztlich das Ergebnis, also das, was der Regisseur letztlich aus dem Stoff machen kann. :hello:

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Wie man's nimmt. Wagner hat seine Opern vor 150 Jahren geschrieben (so ca.). Da waren die brandaktuell. Heute darf man schon über die Textgestalt -nicht den Inhalt- schmunzeln (eiawagawoguduwellewagezurwiege) und auch der Rest kommt aus vergangener Zeit nach vorne, der Denken und Fühlen, deren Zeitmaß, deren gesellschaftliche Struktur nicht teilen. Ich sehe schon eine gewisse Notwendigekeit, die Werke des tageaktuell geschuldeten Chichis zu entkleiden (wie auch bei der Bibel) und ihren überzeitlich wirkenden Kern freizulegen. Daraus können dann letztlich stimmige oder unstimmige Inszenierungen entstehen. Oder solche, die den Kern mit heutiger Tagesaktualität umleiden (die sind dann wohl auch nur eher Tand, aber das ist meine private Meinung). Jedenfalls gibt es schon einen kulturpolitischen Auftrag des Erhaltes der Werke und des Erhaltes ihres Sinns, der wie beim "Ring" seine Aktualität nie verlieren wird. Unsere ganze schäbige Gesellschaft findet sich dort wieder, und fast glaube ich, daß die gar bnicht ertappt werden wollen, daß die den "Ring" im 19. Jahrhundert lassen wollen, damit er nicht verräterisch wird.


    Jedenfalls, lieber Hans, hat sich bereits Lessing intensiv Gedanken über das Drama und seine Abgrenzung zur bildenden Kunst. Ich würde nicht auf die Idee verfallen, den "Laokoon" oder die "Hamburger Dramaturgie" als graue Theorie zu bezeichnen. Oder Herders "Kritische Wäldchen". Und, und und....


    Oper und Schauspiel sind herausfordernd. Und wenn's weh tut, dann ist das so und muss so sein. Oper einfach nur zu konsumieren wäre fatal. Dann hättet das Theater tasächlich kulturpolitisch versagt.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ein Musterbeispiel war für mich seine Verteidigung des Bayreuther Tannhäusers, ohne ihn gesehen zu haben,

    Würde er mit gleicher Kompetenz, wie in seinen Klavierbeiträgen schreiben, wäre ich der erste, der darüber froh wäre.

    Ich mische mich ungerne in diese unersprießliche Diskussion ein, möchte aber anmerken, dass ich -glaube ich- als erster einen langen Bericht über den Tannhäuser eingestellt hatte, den ich sehr wohl gesehen und später auf meiner Festplatte gespeichert hatte, um beim Schreiben einzelne Szenen noch einmal zu prüfen; das Ergebnis waren allerdings aus einer bestimmten Fraktion in der Hauptsache dumme Sprüche und letztlich die immer wieder gleichen pseudo-theatertheoretischen Ausführungen. Nur zum Hintergrund, der Dir -wenn nicht Dir wem sonst- bekannt sein sollte: es gibt das akademische Fach Theaterwissenschaften, Theorie von Schauspiel und Instzenierung war zu meiner Zeit Prüfungsstoff im Abitur. Du kannst nicht so tun, als diskutuere Holger aus einer unfundierten Position heraus. Die aufführungstheoretische Debatte ist zur Einordung und Verständnis von Opernstoffen unabdingbar notwendig. Ich komme ja auch nicht auf die Idee, die Bibel wörtlich zu nehmen, sondern betrachte sie als Teil des literarischen Weltkulturerbes, dass sich bedauerlicherweise der wissenschaftlichen Diskussion über die Bedeutung für die Jetztzeit aus dem Verständnis der Texte in Bezug auf ihre Entstehungszeit stellen muss.


    Ich verstehe dieses Forum als eines, in dem sich Beiträge zu einen nachvollziehbaren Ganzen ergänzen. Das Abbürsdten theatertheoretischetr Beiträge, weil sie einem nicht recht in den Kram passen, halte ich für unangemessen und auch respektlos denjenigen gegenüber, die dieses Wissen hier sachbezogen gratis zur Verfügung stellen.


    Was Regisseure letztlich daraus machn steht wieder auf einem anderen Blatt.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ich habe mich glaube ich schon mehrfach geoutet, dass mir der Klang zwar wichtig ist, aber nicht dass Maß der Dinge. Und ich zähle zu den wenigen, die auch noch Schellacks hören. Dazu ist ein eigenständiges Equipement nötig. Für die akustischen Schellacks einen Nadel mit einer Verrundung von 120 µ, die elektrisch augenommenen Platten ab 1927 mit einer Verrundung von 90 µ, Platten nach 1945 mit einer Verrundung von 65 µ. Das reduziert das Rauschen deutlich, bezieht sich teilweise auch auf die verwendete Masse, den sogen. Kuchen. Rauschreduktionsversuche hat es zu Schellackzeiten verschiedentlich gegeben, zumal die ja auch schon elektrisch verstärkt werden konnten (gab nicht nur Schalldose und Tröte). Einig amerikanische Schellacks laufen schon erstaunlich ruhig. Nach 1945 wurde eine neue Schellackmasse verwednet, zudem änderte sich der Rillenschnitt. Was eine länger Spieldauer der Platten ermöglichte und nochmal den Klang verbesserte. Schellacks fordern aufgrund ihrer eingeschränkten Spieldauer (ca. 5 min bei einer 30 cm-Platte) mehr Aufmerksamkeit. Man kann die nicht nebenbei laufen lassen, sondern hört recht konzentriert, da man ja regelmäßig umdrehen muss. Um den Klang nochmal zu berbessern kann man die Platten waschen, allerdings nur ohne die für Vinyls übliche Reinigungsflüssigkeit. Ich lege sie auf meine Plattenwaschmaschine, reinige sie mit Wasser, arbeite ggf. mit einem Mikrofasertuch vor und sauge das Wasser dann hernach ab. Die Ergebnis ist sehr überzeugend.


    Für die in den 1950er Jahrne gepressten mono-Vinyls gibt's übrigens auch eine eigene Nadel von Orthofon. Als die Platten geschnitten und gepresst wurden dachte niemand an stereo-Abtastung.


    Meine jüngste mono-Erwerbung ist eine frühe Aufnahme des 7. Streichquartetts von Ludwig van Beethoven mit dem Quartetto Italiano. Es gibt so einige mono-Lieblinge, die ich nicht missen möchte: Brahms KK1 Backhaus/Boult (Schellack-Album), Beethoven KK5 Kempff/van Kempen, Beethoven 9 Horenstein, Beethoven 9 Furtwängler, Beethoven Missa Solemnis Böhmm Schubert 9 Knappertsbusch, Schubert 9 Furtwängler und, ebenso wie Holger, die ganze Phalanx fabelhafter Klavieraufnahmen.


    Ich freue mich über stereo, brauche es aber nicht für den Hörgenuss.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    So kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, daß eine "Monofassung der Stereoausgabe vorzuziehen" sein soll. Damals (bis ca. 1965) wurden alle Neuaufnahmen sowohl in Mono- als auch in Stereofassung angeboten, bis die Hersteller ganz einfach auf ihre Plattentaschen schrieben: "Stereo, auch mono abspielbar", was dann dazu führte, daß der größere Abtastsaphir für Mono die Stereoplatte nach mehrmaligem Abspielen zerstörte, worauf Alfred schon hingewiesen hat. Da aber die Käufer sich sehr rasch mit neuen, Stereo-tauglichen Plattenspielern versorgten, erledigte sich dieses Problem bald von selbst.


    Tatsächlich hatten die Beatles ihre Anstände mit stereo, auch wenn sie in ihren letzten Jahren die Technik weidlich ausgenutzt hatten. Aber: alle ihre Platten erschienen auch in mono und es war wohl John Lennon, der die mono-Fassungen bevorzugte.

    stereo ist natürlich fein, aber die Interpretation ist mir ebenso wichtig. Der Anteil mono-Platten in meiner LP-Sammlung dürfte recht hoch sein. Ist sicher auch eine Generationenfrage; ich selbst war 13, als ich zum ersten mal stereo in einem Plattengeschäft hörte (und mich wunderte, warum das so anders klang als daheim). Ob tatsächlich so schnell auf neue Plattenspieler umgestellt wurde damals? Immerhin gab es Anfang der 1950er schon einmal so eine Umstellung von Schellack auf Vinyl, parallel dazu die Schallbandkassette TefiFon. Und die nicht unbeliebten Spulentonbandgeräte. LPs waren teuer, die Geräte waren teuer, bei stereo wars auch nicht nur mit dem Plattenspielertausch getan, das ganze Equipement musste getauscht werden, und das war damals nicht billig. Dank DDR-Import war dann in den späten 1970er Jahren ein einfacher stereo-Plattenspieler erschwinglich. Aber ich hatte damals schon einige mono-Platten im Bestand. Meine Lieblingsaufnahme von Beethovens 9. (Horenstein) und seinem 5. Klavierkonzert (Kempff/van Kempen) gibt's eben nur in mono.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello: