Beiträge von Thomas Pape

    Defintiv eine Empfehlung,die Platte habe ich auch in meiner Sammlung und schätze sie sehr.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Es gibt ja dieses seltsame Klassendenken "Brucknerianer vs. Mahlerianer", das ich nicht befürworte, trotzdem stelle ich fest, dass ich eine deutlich stärkere Verbindung zu Bruckners Musik habe.

    Geht mir ähnlich, indes bin ich an Mahler nicht vorbeigekomen, weil zwei Dirigenten, die ich sehr schätze, grandiose Exegeten beider Komponisten waren,Jascha Horenstein und Otto Klemperer. Im Laufe der Jahre ist Mahler mir dann doch vertrauter geworden. Mit LvdE und der Sinfonie Nr 10 kann ich nix anfangen, beide Werke ignoriere ich in meinem Ranking. Der Rest ist zäh genug, so daß sich die Liebe zu einzelnen Werken oftmals aus einzelnen Sätze ergibt. Andersherum: die Werke erschließen sich mir Satz für Satz. Da ich es nicht mit Rezeptionsliteratur habe konnte mir bislang Adorno nicht in mein Musikhören hineinpfuschen.


    Mit Blick auf meine Platten- und CD-Sammlung ist Mahler immerhin der Komponist, der angesichts meines langwährenden Geringinteresses mit den meisten Aufnahmen vertreten ist. Irgendwie hat er ja was, der gute Mahler, aber es ist zäh, da ranzukommen. Da ich auf dem vorhin beschriebenen Weg in diesem Jahr vor allem Nr. 9 gehört hatte, setze ich die auf Platz 1

    1. Sinfonie Nr 9 (Abravanel, Klemperer, Horenstein, Walter. Am Ende bleiben Klemperer, Horenstein und Walter, diese drei. Aber Horenstein mono 1952 ist der Größte unter ihnen,ohne dabei Stenz, Rattle Bernstein -NY-, Tennstedt oder Kubelik zu schmähen).

    2. Sinfonie Nr 2. Wurde nie von Horenstein dirigiert, ein Jammer, aber Klemp und Benrstein sind schon eine Wucht. Und Tilson-Thomas Und auch Stenz. Nicht zu vergessen Abravanel.

    3. Sinfonie Nr. 4. Als Bub im Radio gehört und sofort eingefangen. Seit damals immer wieder Kubelik.

    4. Sinfonie Nr. 3:verkürze ich gerne auf den 6. Satz, bleibt auch mit den übrigen 5 Sätzen auf diesem Platz. Bernstein, NY ist hier meist die Platte der Wahl, Horenstein und Abravanel.

    5. Sinfonie Nr 1. Mitrpoulos hier, natürlich, gerne auch Scherchen, Horenstein.Wenn's stereo sein soll Abravanel und Bernstein.

    6. Sinfonie Nr. 5: Die 5. Sinfonie wähle ich an den 7. Platz wegen des unverschämt schönen Adagiettos und dem darauf folgenden Finalsatz. Das ist schon unbeschreiblich schön. Definitv hier die Abravanel-Platte, Bernstein fast zu kitschig aber trotzdem schön, Suitner oder Stenz.

    7. Sinfonie Nr. 7 Hier beginnt die Verteilbeliebigkeit der letzten Plätze, weil mir die ab jetzt genannten Sinfonien nicht so sehr geläufig sind. Aber Garaguly hat so unverschämt von Nr. 7 geschwärmt, dass ich sie gerade höre, während ich hier schreibe. Klemp natürlich, Kondraschin wäre eine Wahl für heute Abend oder Abravanel.

    8. Sinfonie Nr 6. (Noch) nicht ganz mein Fall, daher auch keine zu benennende Aufnahme. Wahrscheinlich würde ich es mit einer der Horenstein-Mitschnitte versuchen, ganz sicher mit Abravanel oder auch Kondraschin.

    9. Sinfonie Nr. 8. Da grausts die Maus. Mich jedenfalls. Mit Horenstein starte ich immer wieder Versuche, hab's auch mit Bernstein probiert. Jaja, und diversen anderen. Liegt wohl auch weniger an den Dirigenten und Musikern sondern eher am Werk dass sich so ungemein dagegen sperrt, von mir geliebt zu werden. Bitte, wer nicht will der hat schon.


    Kann freilich morgen schon wieder anders sein. Unter den Gesamtaufnahmen schätze ich die von Maurice Abravanel am höchsten, Horenstein gibt's ja leider nicht vollständig wegen der fehlenden Nr 2, Bernstein NY schätze ich sehr, ebenso die GA von Kubelik und Stenz. Ganz und gar nicht mag ich Solti. Hab mir die Plattenbox für günstigst Geld zugelegt und nach einem Hörquerschnitt in die B-Sammlung (Keller) befördert.


    Soviel von mir zum Thema.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Soeben ist Bd.20 des Gebhardt Handbuch der "Deutschen Geschichte" erschienen. Dauert alles ein wenig länger als ursprünglich geplant. 2001 habe ich den neuen Gebhardt bei der Wiss.BG subskribiert, die Info über das Erscheinen von Band 20 hatte ich vor einer Woche im Mail-Kasten. Dafür erhält der Gebhardt in seiner 10 Auflage zusätzliche Facetten und in Vergleich zur 9. Auflage neue Wissensgebiete, die in Teilen auch erst nach 1990 und dem damit verbundenen Zugang zu Archiven des Ostens möglich war. Wenn ich meine Bibliothek recht überblicke fehlen jetzt noch die Bände 4 und 24.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Nicht bei Andersch erwähnt, aber von mir seinerzeit während der Lektüre von "Die Rote" gehört: das 2. Klavierkonzert von Johannes Brahms. Und bei einer melancholischen Beschreibung eines nebligen Venedig hob er an, der sanft klagende Gesang des Cellos, der den dritten Satz einleitet. Und dann die Bruchollerie, die sich gleichsam präludierend an ihrem Flügel darüber hinweg träumt. Das Buch -auch wenn's nicht hierher gehört- hat mich so fasziniert, dass ich mir anfangs der 1990er über ein Kölner Antiquariat die Erstausgabe besorgt habe. Zurück zur Bruchollerie:die Aufnahme entstand 1953 für das verdienstvolle Label VOX, naturgemäß mono, wurde später von der deutschen Ariola recycled (meine Platte), immer noch mono. Die japanischen Tower-Records haben die drei Ariola-Platten der Bruchollerie als Doppel-CD herausgebracht. Zu beziehen beim Werbepartner.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Dem folgte das Streichquartett von Claude Debussy. Die Platte hatte ich vor vielen Jahren erstaunlich günstig erstanden, die neuerliche Hörsitzung verriet auch, warum das so war:ein hörbarer, wenngleich auch leiser Kratzer am Ende von Satz 1 und Anfang von Satz zwei.Dennoch schöne, sehr luftig musizierte Aufnahme.


    307197405_8443932345624508_6886779342556107719_n.jpg?_nc_cat=104&ccb=1-7&_nc_sid=730e14&_nc_ohc=Ua05E-aG-IsAX9IrlrS&_nc_ht=scontent-muc2-1.xx&oh=00_AT9xVTB2YWufP0qNRNWXPq0O8HLjlVmSFjGgkhuYOVYPwg&oe=6332790B


    307691971_8443932348957841_2650525781358769777_n.jpg?_nc_cat=106&ccb=1-7&_nc_sid=730e14&_nc_ohc=NhkRwhDaIvoAX-BqA4k&tn=qFF8r89omOB7Ci7w&_nc_ht=scontent-muc2-1.xx&oh=00_AT92al7ZPFELXnJFT3i5tljw_BXTXe9-Conz9ZqwjBUK5A&oe=6331E4F9


    Wenn einer meiner lieben Moderatoren-Kollegen weiß, wie man die Bilder schrumpft darf er gerne eingreifen.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Hörsitzung von vorgestern Abend nachgetragen. In seinem Roman "Die Rote" lässt Alfred Andersch den Fabio diese Aufnahme aus dem Jahr 1953 rühmen. Das Quintetto Quigiano widerstünde dem möglichen Pathos und spiele klar und sachlich. Ich will dem nicht widersprechen. Die Chigis gehörten zu den wohl wenigen Formationen, die sich als Klavierquintett gegründet hatten, ein feines Ensemble, von dem es leider nur eine handvoll mono-Aufnahmen gibt. Tolles Werk, tolle Aufnahme.



    307130964_8443925818958494_5050627400074981627_n.jpg?stp=dst-jpg_s600x600&_nc_cat=104&ccb=1-7&_nc_sid=730e14&_nc_ohc=d3eODcB0IpcAX93VZ7L&_nc_ht=scontent-muc2-1.xx&oh=00_AT81dBl9gC2uZPQ4Pqo8Rfg2eG-ssnvXmW4NtMdRwzSIzw&oe=6332E6F2


    307015449_8443925815625161_8246316360792530121_n.jpg?_nc_cat=104&ccb=1-7&_nc_sid=730e14&_nc_ohc=iiSC0ISTpdQAX-ImCo1&tn=qFF8r89omOB7Ci7w&_nc_ht=scontent-muc2-1.xx&oh=00_AT9ZLqOIyp9AQ6RraZxtpn25n32xi8Ab-97VFGKyBD1zJA&oe=6331EEF3


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ich habe verschiedentlich erwähnt, dass ich Karl Böhm seit Kinder- und Jugendtagen sehr schätze. Das Wort Fan gebrauche ich nur ungern, zumal im Bereich Klassik. Dennoch freut mich bei dem nachstehenden Video nicht nur der Probeneinblick des greisen Karl Böhm und die Aufführung sondern ganz besonders der Jubel der Japaner, den den alten Mann noch auf die Bühne zurückruft, als die Musiker schon gegangen sind. Danke für die Musik.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    trotzdem habe ich das Gefühl, als würde diese Standardkopplung niemals verschwinden. Ich habe bestimmt auch um die 7-8 CDs mit genau dieser Stückkombination im Regal. I

    Das Label Philips brachte es 1982, in eine 10LP Box mit Klavierwerken von Robert Schuman, gespielt von Claudio Arrau, eben diese Kopplung als erste Platte zu legen. Das mag für die Einzel-LP, ja in Ordnung sein, in der Box fand ich das -so schön die Aufnahme auch ist- doch eher befremdlich.


    Bei mir gerade Mendelssohn-Bartholdy und seine geistliche Chormusik"Verleih' uns Frieden gnädiglich"



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    dann kann da mMn wirklich nicht vom "Besten, was man an Bruckner-Aufnahmen bekommen kann" gesprochen werden, tut mir sehr leid!

    Lieber Amdir, die Bemerkung galt allerdings nicht ausschließlich auf die 5. bezogen, sondern seine Sicht auf Bruckner insgesamt. Dass die Aufnahmen in ihrer Gesamtheit kaum zu greifen sind finde ich schon beklagenswert. Bruckner hat in der Sowjatunion keinen großen Stellenwert gehabt, Svetlanov nahm die 8. auf, dder sehr katholische Mravinsky durfte die 9. aufnehmen (ich empfinde es als Bosheit von Melodija, dass die nicht das Scherzo geschnitten haben, sondern den dritten Satz).


    Was das Finale von Nr. 5 betrifft wirst Du sicher recht haben. Von den großen Sinfonien war das diejenige, die ich am längsten beiseite geschoben habe (und ich höre Bruckner seit 45 Jahren). Manchmal kommt dann ein zündender Funke, diese Finalfeinheit ist mir indes noch nicht in der von Dir beschrieben Form aufgegangen Material zum Nachhören habe ich genug.


    Danke für den Hinweis und liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Das möchte ich so auf dem guten Rozhdestwensky nicht sitzen lassen. Ich hatte Rozhdestwensky im Zusammenhang mit dem Klang sowjetischer Orchester erwähnt. Mann muss ihn mögen, ich persönlich weiß ihn sehr zu schätzen. Es gibt bei Tamno einen eigenen Thread dazu, der eher zufällig heuer wieder aktiviert wurde:


    Russischer Orchesterklang - Nur eine Frage der Instrumente?


    Wir sind mittlerweile an hochpolierte Aufnahmen gewöhnt, die massiv geschnitten und nachbearbeitet werden. Und auch an einen orchestralen Wohlfühlsound. Das gab's bei Furtwängler, Knappertsbusch, Ansermet, Schuricht und Co nicht. Wäre ich boshaft würde ich von einer Karajanisierung des Orchesterklanges sprechen. Die alten sowjetischen Orchester, von den niemand so recht weiß, wie die heute heißen, ob sie überhaupt noch existieren oder in Um- und Neugründungen aufgegangen sind waren so ziemlich das Gegenteil von diesem Klangideal. Das von Rozhdestwensky dirigierte USSR Ministry of Culture Symphony Orchestra war zudem ein reines Schallplattenorchester und stand nur für die Plattenaufnahmen Rozhdestwenskys zur Verfügung. Es steht außer Frage, dass dieser Klang für unsere Ohren zunächst mal ungewohnt ist. Das gilt dann auch für die Sibelius-GA Rozhdestwenskys. Was mich technisch an den Aufnahmen stört ist der permanente Hall, der keine Zutat der CD-Umschnitte ist, sondern auch auf den Platten zu hören ist. Schadet aber nix. Die Aufnahme insgesamt zählt zu den von mir sehr geschätzten. Interessieren würde mich die von Joseph II. genannte japanische Aufnahme mit Rozhdestwensky: die dürfte wahrscheinlich einen völlig anderen Grundklang haben, oder?


    Für die Liebhaber der 5. hier noch ein Extrembeispiel: knapp 5 min länger als Celi und ein Orchester, das wohl kaum jemand auf dem Radar hat:


    Horst Stein und das Wuppertaler Sinfonieorchester:



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    MC0zODgzLmpwZWc.jpeg

    Lieber Rüdiger, genau diese Platte habe ich in meiner Sammlung, mit die packendste Aufnahme des Werkes, die ich kenne. Im Vergleich zu der deutlich älteren Studio-Aufnahme explodiert der betagte alte Herr im ersten Satz regelrecht.


    Ich gestehe frei heraus, dass ich seit Kindestagen große Sympathien für Böhms Aufnahmen hege. Stand eine Entscheidung Karajan vs. Böhm an, habe ich immer zu Böhm gegriffen. Das hat sich auch nicht geändert, als Jahrzehnte später die Verweise auf seine NS-Biographie kamen.Ich halte es für einigermaßen anmaßend, aus dem zeitliche Abstand sich zum Richter über einen Künstler aufzuspielen, der schon längst nicht mehr unter uns weilt, der aber über seine gesamte Karriere hinweg stets musikalische Höchstleistungen erbracht hat. Hintergrund sind wohl die Bücher von Kater und von Prieberg, von den ich Kater sehr skeptisch sehe. Seine Vorwürfe wirken immer wieder fadenscheinig konstruiert. Dass jpc da wieder sowas ausbudelt lässt vermuten, dass der Text von einem woken Praktikanten geschrieben wurde.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Roshdestwenski nimmt sich allerdings deutlich mehr Zeit, was gleichwohl auf seine Art zu überzeugen weiß.

    Das scheint ein Alterstempo zu sein.Ich habe gestern seine Aufnahme mit dem USSR Ministry of Culture Symphony Orchestra gehört, da ist er deutlich zügiger unterwegs. Bei Rozhdestwensy muss auch nach die Urfassung der Achten gefahndet werden. Die bei Melodija erschienene DLP enthält die geläufig bekannte Fassung (gotteidank). Ich bin mir gar nicht sicher, ob die ganzen Aufnahmen, die ja alle zu Zeiten der Agonie der Sowjetunion entstanden, tatsächlich alle in Vinyl gepresst worden sind. Einige davon sind recht einfach zu greifen (00, 0, 1 (Linz), 2, 3, 4 (Mahler-Bearbeitung), 5, 6, 7, 8 und 9 mit einem Finale der Vierten, nicht das Volksfestfinale).


    Alle Aufnahmen sind an entlegener Stelle in zwei Sets von insgesamt 16 CD veröffentlicht worden und da finden sich dann


    CD1

    [1-4] Symphony No.1 “Linz red.”

    CD2

    [1-4] Symphony No.1 “Viena red.”

    CD3

    [1-4] Symphony No.2 (1877 red.)

    CD4

    [1-4] Symphony No.3 (1877 red.)

    CD5

    [1-4] Symphony No.3 (1873 red.)

    CD6

    [1] Symphony No.3 (1876 red.) – Adagio

    [2-5] Symphony No.3 (1889 red.)

    CD7

    [1-4] Symphony No.4 (1874 ver.)

    CD8

    [1] Symphony No.4 – Volksfest Finale

    [2-5] Symphony No.4 (red. G.Mahler)

    Vol.2

    CD1

    [1-4] Symphony No.4 (1878-1880 red.)

    CD2

    [1-4] Symphony No.5

    CD3

    [1-4] Symphony No.6

    CD4

    [1-4] Symphony No.7

    CD5

    [1-4] Symphony No.0

    [5] Symphony No.8 – I.

    CD6

    [1-3] Symphony No.8 – II. III. IV.

    CD7

    [1-3] Symphony No.9

    CD8

    [1] Symphony No.9 – Finale (Samale, Mazzuca rec.)

    [2-5] Symphony No.00 (red. 1863)


    Es fehlen also die Schalk-Fassung von Nr. 5, die ja dann in Japan aufgenommen wurde, und die Urfassung der Nr. 8.


    Sorry für die kleine Abschweifung, aber Rozhdestwensky gehört mit zum Besten, was man an Bruckner Aufnahmen bekommen kann, und kennengelernt habe ich seinen Bruckner tatsächlich über seine Aufnahme der 5. Zum Nachhören hier:



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ich könnte in Versuchung geraten. Erato bringt eine Box mit allen Aufnahmen, die Michel Corboz für Erato gemacht. Enthalten sind auch alle Mehrfachaufnahmen (3x die h-moll-Messe). Ich hörte gestern Abend noch seine Aufnahme mit den Sinfoniae Sacrae von Giovanni Gabrieli und dachte bei mir, dass man das heute so wohl nicht mehr spielen würde. Würde man wirklich nicht? Gabrieli spielte bei seinen Kompositionen perfekt mit den Gegebenheit des Markusdoms, und ich gehe davon aus, dass diese Wucht und strahlende Pracht, die Größe des Chores und des Orchesters auch so gedacht waren. Leider enthält die Box nur die Aufnahmen von Musik der Renaissance un des des Barock. Es fehlen leider die Aufnahmen, die mich überhaupt erst auf Corboz gebracht hatten, nämlich die Aufnahme der Psalmen Mendelssohn-Bartholdys. Schade, vielleicht gibt das noch eine zweite Box, denn Corboz waren auch Romantik und das 20. Jh. nicht fremd.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ich gestehe, dass ich unterschiedliche Formen von "Moden" wahrnehme, diejenigen hier im Forum, die tatsächlich um Komponisten kreisen, wie eine zeitlang etwa um Franz Ries, immer wieder werden auch unbekannte Komponisten (Weinberg dürfte außerhalb unseres Forums nicht die größte Öffentlichkeit haben) zum emsig präsenten Thema. Moden außerhalb unseres Forums drehen sich wohl eher um Künstler. Eine neue CD von Lang Lang, Yuya Wang und anderen, da ist es fast egal, was die spielen. Immerhin beruht der frühe Rum von Lang Lang auf Aufführungen von Tschaikowskis KK 1. Aus der Mode ist Tschaikowski gewiss nicht. Irgendeines der Tschaikowski-Ballette ist zwischen Dortmund und Essen immer zu finden, zur Not in Aufführungen tourender Petersburger Ballett-Truppen. Das Violinkonzert hat die fiese Hanslick-Kritik bravourös überlebt und die Oper "Eugen Onegin" taucht immer wieder auf Spielplänen auf. Betrüblich ist eher, dass das Werk Tschaikowskis in meiner Wahrnehmung vor allem auf die Ballette, das KK 1 und die letzten beiden Sinfonien nebst ein paar reizenden Orchesterstücken zusammenschnurrt.


    Die hinreissenden Streichquartette, die meiner Wahrnehmung nach auch im Plattenangebot unverdient unterrepräsentiert sind, wurden schon angesprochen. Von dem Klavier-Trio gibt's eine feine Aufnahme mit dem Trio Rubinstein-Heifez-Piatigorski. Auch das Klavierwerk enthält wahre Perlen, etwa mit den Jahreszeiten. Holgers Richter-Empfehlung kann ich da nur unterstreichen.


    Unbedingt hinweisen möchte ich auf das Geistliche Chorwerk, etwa die Chrisostomos-Liturgie:



    Das die Zählung der Sinfonien sich auf sechs beschränkt, klammert die viersätzige Auseiandersetzung mit Lord Byrons "Manfred"-Stoff aus. Dimitri Kitaenko hat mit diesem Werk die Reihe seiner Tschaikowsky-GA mit dem Kölner Gürzenich eröffnet. Tolle Aufnahme übrigens und hochdramatisch überdies: Kitaenko läßt den drohenden Paukenwirbel am Ende des ersten Satzes durch ein Tam-Tam verstärken (was ich weder bei Svetlanov, noch bei Markevitch oder Rozhdestwenski finde). Immerhin hat die Anzahl der Manfred -Aufnahmen deutlich zugenommen.



    Man könnte sich den Petersburger Meister gewiss vertrauter machen, als das derzeit der Fall ist, aber aus der Mode ist er wohl kaum


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Als gebürtiger Dortmunder muss ich da doch widersprechen. Das Konzerthaus ist kleiner als die Kölner Phil (500 Plätze weniger) und von der Akustik eher trocken. Bei eher kammermusikalischen Veranstaltungen wird der Hörerraum verkleinert (dann nur noch 990 Plätze), das passt auch ganz wunderbar zu der Stimmung.


    Ich finde allerdings schon, dass solche Musik mit ihrer Magie eher in Kirchen gehört.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Hier hört offenbar kaum jemand regelmäßig Radio. Dafür sind fast alle Sammler von Aufnahmen, stimmt's?

    Radio hat mich immer begleitet, mal mehr, mal weniger. Wenn ich morgens oder vormittags Auto fahre höre ich grundsätzlich Deutschlandfunk. Und da gibt's keine Dudelmusik (nicht, daß ich nicht zuweilen auch Pop oder Rock hören würde, aber diese Abteilung meiner Plattensammlung heißt nicht ohne Grund "Schmuddelkinder" und läuft stets Gefahr, bei Platzbedarf für Wertiges aus den Regalen in Kisten verbannt zu werden).


    Naturgemäß ist mein liebster Klassiksender WDR 3. Als Jugendlicher war ich meist bemüht, ein unbespieltes Tonband zur Hand zu haben, um flink etwas mitschneiden zu können. Später waren es Rundfunkhörspiele, die mich vors Radio gezogen haben. Grundsätzlich steht das Radio in meiner Gunst ein Vielfaches über dem Fernsehen. Zum Gesungenen: das Terrain erobere ich mir als eine Art Corona-Beifang. Wahrscheinlich auch eine Alterserscheinung, für dieses komplexe Gebiet mehr Geduld aufzubringen. Und es ist nichts, was ich so ohne weiteres nebenbei hören könnte. Das geht ohnehin nur bei Werken, die mir sehr vertraut sind.


    Für Musik braucht's Zeit. Egal ob von der Schallplatte oder aus dem Äther. Da ist es mir dann schon lieb, dass spannende Dinge dann gesendet werden, wenn ich Zeit habe. Oder ich nutze den digitalen Radio-Rekorder.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello: