Beiträge von Thomas Pape

    Bei mir Beethovens "Missa Solemnis". Von Otto Klemperer sind mir drei Aufnahmen bekannt, die bekannte Columbia/Electrola-Aufnahme, die mono-Aufnahme für VOX und nun die Rundfunkaufnahme für den WDR aus dem Jahre 1955. Hier reizt mich besonders das Sängerquartett: Anneliese Kupper, Sieglinde Wagner, Rudolf Schock und Joseph Greindl. Rudolf Schock ist sehr gut durchhörbar, fast zum mitschreiben, was bei den Tenören in der Missa nicht immer gegeben ist, ist aber kein Oratorien- oder Messensänger. Mit der Missa Beethovens, die den Worten der Liturgie sehr emotional nachspürt, ist das allerdings, wie ich finde, sehr gut vereinbar. Bei mir die DLP des Labels Cetra mit brauchbarer Klangqualität. Der WDR veröffentlichte die Aufnahme als remasterte CD. Möglicherweise gibt's da Qualitätsverbesserungen. Trotz der Einschränkungen dieser Aufnahme ein Ohrenschmaus.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Mein Plattendeaeler hat im Sauerland eine größere Sammlung ausgehoben, mehrheitlich Opernaufnahmen (soweit ich das beurteilen kann vorzügliche, vielfach auch historische Aufnahmen), was nicht so ganz mein Ding ist. Aber ein paar Brosamen (knapp 50 LPs) sind dann auch für mich abgefallen, unter anderem diese feine Aufnahme, die ich nur in Auszügen kannte:



    Sollte jemand Interesse an den Platten haben, sie sin zu finden im "Archiv", Dortmund, Hohe Str. 34


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Honneggers „Cantate de Noel“ in einer Aufnahme mit Ernest Ansermet. Die Studio-Version ist als CD erhältlich.
    Auf meinem Plattenteller dreht sich eine Besonderheit: am 18.12.1968 dirigierte Ansermet sein letztes Konzert, darunter auch die „ Weihnachtskantate“. Das Konzert wurde mitgeschnitten und viele Jahre später als Privatpressung der Ansermet-Gesellschaft veröffentlicht.


    liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Nunja, 20 mal k. 27 wäre mir persönlich lieber gewesen 8). Ich gestehe allerdings, dass ich die Sonaten Scarlattis vorzugsweise am Cembalo gespielt höre. Zur chinesischen Wasserfolter hätte ich indes einen ALternativvorschlag:



    23 h wundervolle Repetition eines Basslaufes.:untertauch:


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Immerhin, lieber nemorino, hat KSM sein Urteil begründet. Ich muß es ja nicht teilen. Wir sind hier im Thread mono oder stereo und müssen zusätzlich zur Technik auf ein paar Dinge hinweisen: die Musikwissenschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten Erkenntnisse zu Aufführungspraxis, Werkgestalt (etwa Beseitigungen von Streichungen), Gesangstechnik, Ensemblegrößen etc. hervorgebracht, die in der mono_Ära noch nicht vorhanden waren. Günter Wand hat wohl als erster Nachkriegsdirigent die Beethovensinfonien von seiem Gürzenich-Orchester in der -mehr oder weniger- Originalform spielen lassen, eine Missa Papae Marcelli aus den 1950er Jahren ist für heutige Ohren schwer verdaulich, weniger, weil's mono ist, sondern weil es zeitgemäß grauenhaft musiziert wird. In den alten mono-Aufnahmen begenen wir allerdings intensiven Suchen, etwa wenn Ender der 1920er Bach weiter erschlossen wird , wenngleich die erste Aufnahme des WTC auf Klavier erfolgte, aber immerhin. Eine revidierte Fassung des Messias wie die von Thomas Beecham würde man heute wohl nicht mehr spielen oder aufzeichnen (erhältlich ist sie immer noch). Der junge Fricsay dürfte auch noch mit anderem Notenmaterial gearbeitet haben als der ältere. Manchmal ist ein Werkzugriff so betörend. dass man vielleicht beklagen mag, daß es nicht stereo ist, aber Böhms mono-Aufnahme der Missa Solemnis möchte ich nicht missen.


    Vor dem Hintergrund der Entwicklung von wissenschaftlichem Zugang zu den Werken und der Veränderung der Aufführungspraxis lässt sich KSMs Urteil wahrscheinlich nüchtern nachvollziehen, emotional kann ich's nicht teilen. Aber das erwartet er ja auch nicht.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ich höre gerade mono. Ein Klavierrecital eines meiner großen Idole Samson Francois. Ein sehr verdienstvolles Label hat eine CD herausgebracht, auf der er die "Symphonischen Etuden" ein paar Mazurken, eine Etude und die Polonaise mit dem vorangehenden Andnate Spianato spielt. Soweit, so vertraut bei diesem Pianisten. Und nun der Hammer: ein früher Tod hielt ihn davon ab, die h-moll Sonate im Studio einzuspielen. Live tat er es wohl schon. melo classic hat nun diesen Schatz gehoben und zugänglich gemacht. Ich schwelge!!! Und da ist es mir völlig piepenghagen, ob mono oder stereo. Zum Hintergrund: Francois war ein Verehrer von Bach, Chopin, Prokoviev, Ravel und Debussy. Und eben auch Liszt. Die beiden Klavierkonzerte liegen sowohl mono als auch stereo und das erste auch in verschiedenen live-Aufnahmen vor, die EMI verdienstvollerweise zugänglich gemacht hat. In den mittleren 5oern spielte er auch die 12 ungarischen Rhapsodien ein. Wäre er nicht schon 1970 verstorben. Genug der Konjunktive. Zwischen 1948 und 1970 hat er Beeindruckendes vorgelegt, dass melo classic nun noch Rundfunkschätze hebt freut mich ungemein. Es geht um die Musik und ihre Aufführung. Das macht das Leben lebenswert. Und sorgt so manches mal für tiefes Glück. Mal mono, mal stereo.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Lieber Thomas,

    Grau, grau ist bekanntlich alle Theorie :untertauch:. Entscheidend ist doch letztlich das Ergebnis, also das, was der Regisseur letztlich aus dem Stoff machen kann. :hello:

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Wie man's nimmt. Wagner hat seine Opern vor 150 Jahren geschrieben (so ca.). Da waren die brandaktuell. Heute darf man schon über die Textgestalt -nicht den Inhalt- schmunzeln (eiawagawoguduwellewagezurwiege) und auch der Rest kommt aus vergangener Zeit nach vorne, der Denken und Fühlen, deren Zeitmaß, deren gesellschaftliche Struktur nicht teilen. Ich sehe schon eine gewisse Notwendigekeit, die Werke des tageaktuell geschuldeten Chichis zu entkleiden (wie auch bei der Bibel) und ihren überzeitlich wirkenden Kern freizulegen. Daraus können dann letztlich stimmige oder unstimmige Inszenierungen entstehen. Oder solche, die den Kern mit heutiger Tagesaktualität umleiden (die sind dann wohl auch nur eher Tand, aber das ist meine private Meinung). Jedenfalls gibt es schon einen kulturpolitischen Auftrag des Erhaltes der Werke und des Erhaltes ihres Sinns, der wie beim "Ring" seine Aktualität nie verlieren wird. Unsere ganze schäbige Gesellschaft findet sich dort wieder, und fast glaube ich, daß die gar bnicht ertappt werden wollen, daß die den "Ring" im 19. Jahrhundert lassen wollen, damit er nicht verräterisch wird.


    Jedenfalls, lieber Hans, hat sich bereits Lessing intensiv Gedanken über das Drama und seine Abgrenzung zur bildenden Kunst. Ich würde nicht auf die Idee verfallen, den "Laokoon" oder die "Hamburger Dramaturgie" als graue Theorie zu bezeichnen. Oder Herders "Kritische Wäldchen". Und, und und....


    Oper und Schauspiel sind herausfordernd. Und wenn's weh tut, dann ist das so und muss so sein. Oper einfach nur zu konsumieren wäre fatal. Dann hättet das Theater tasächlich kulturpolitisch versagt.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ein Musterbeispiel war für mich seine Verteidigung des Bayreuther Tannhäusers, ohne ihn gesehen zu haben,

    Würde er mit gleicher Kompetenz, wie in seinen Klavierbeiträgen schreiben, wäre ich der erste, der darüber froh wäre.

    Ich mische mich ungerne in diese unersprießliche Diskussion ein, möchte aber anmerken, dass ich -glaube ich- als erster einen langen Bericht über den Tannhäuser eingestellt hatte, den ich sehr wohl gesehen und später auf meiner Festplatte gespeichert hatte, um beim Schreiben einzelne Szenen noch einmal zu prüfen; das Ergebnis waren allerdings aus einer bestimmten Fraktion in der Hauptsache dumme Sprüche und letztlich die immer wieder gleichen pseudo-theatertheoretischen Ausführungen. Nur zum Hintergrund, der Dir -wenn nicht Dir wem sonst- bekannt sein sollte: es gibt das akademische Fach Theaterwissenschaften, Theorie von Schauspiel und Instzenierung war zu meiner Zeit Prüfungsstoff im Abitur. Du kannst nicht so tun, als diskutuere Holger aus einer unfundierten Position heraus. Die aufführungstheoretische Debatte ist zur Einordung und Verständnis von Opernstoffen unabdingbar notwendig. Ich komme ja auch nicht auf die Idee, die Bibel wörtlich zu nehmen, sondern betrachte sie als Teil des literarischen Weltkulturerbes, dass sich bedauerlicherweise der wissenschaftlichen Diskussion über die Bedeutung für die Jetztzeit aus dem Verständnis der Texte in Bezug auf ihre Entstehungszeit stellen muss.


    Ich verstehe dieses Forum als eines, in dem sich Beiträge zu einen nachvollziehbaren Ganzen ergänzen. Das Abbürsdten theatertheoretischetr Beiträge, weil sie einem nicht recht in den Kram passen, halte ich für unangemessen und auch respektlos denjenigen gegenüber, die dieses Wissen hier sachbezogen gratis zur Verfügung stellen.


    Was Regisseure letztlich daraus machn steht wieder auf einem anderen Blatt.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ich habe mich glaube ich schon mehrfach geoutet, dass mir der Klang zwar wichtig ist, aber nicht dass Maß der Dinge. Und ich zähle zu den wenigen, die auch noch Schellacks hören. Dazu ist ein eigenständiges Equipement nötig. Für die akustischen Schellacks einen Nadel mit einer Verrundung von 120 µ, die elektrisch augenommenen Platten ab 1927 mit einer Verrundung von 90 µ, Platten nach 1945 mit einer Verrundung von 65 µ. Das reduziert das Rauschen deutlich, bezieht sich teilweise auch auf die verwendete Masse, den sogen. Kuchen. Rauschreduktionsversuche hat es zu Schellackzeiten verschiedentlich gegeben, zumal die ja auch schon elektrisch verstärkt werden konnten (gab nicht nur Schalldose und Tröte). Einig amerikanische Schellacks laufen schon erstaunlich ruhig. Nach 1945 wurde eine neue Schellackmasse verwednet, zudem änderte sich der Rillenschnitt. Was eine länger Spieldauer der Platten ermöglichte und nochmal den Klang verbesserte. Schellacks fordern aufgrund ihrer eingeschränkten Spieldauer (ca. 5 min bei einer 30 cm-Platte) mehr Aufmerksamkeit. Man kann die nicht nebenbei laufen lassen, sondern hört recht konzentriert, da man ja regelmäßig umdrehen muss. Um den Klang nochmal zu berbessern kann man die Platten waschen, allerdings nur ohne die für Vinyls übliche Reinigungsflüssigkeit. Ich lege sie auf meine Plattenwaschmaschine, reinige sie mit Wasser, arbeite ggf. mit einem Mikrofasertuch vor und sauge das Wasser dann hernach ab. Die Ergebnis ist sehr überzeugend.


    Für die in den 1950er Jahrne gepressten mono-Vinyls gibt's übrigens auch eine eigene Nadel von Orthofon. Als die Platten geschnitten und gepresst wurden dachte niemand an stereo-Abtastung.


    Meine jüngste mono-Erwerbung ist eine frühe Aufnahme des 7. Streichquartetts von Ludwig van Beethoven mit dem Quartetto Italiano. Es gibt so einige mono-Lieblinge, die ich nicht missen möchte: Brahms KK1 Backhaus/Boult (Schellack-Album), Beethoven KK5 Kempff/van Kempen, Beethoven 9 Horenstein, Beethoven 9 Furtwängler, Beethoven Missa Solemnis Böhmm Schubert 9 Knappertsbusch, Schubert 9 Furtwängler und, ebenso wie Holger, die ganze Phalanx fabelhafter Klavieraufnahmen.


    Ich freue mich über stereo, brauche es aber nicht für den Hörgenuss.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    So kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, daß eine "Monofassung der Stereoausgabe vorzuziehen" sein soll. Damals (bis ca. 1965) wurden alle Neuaufnahmen sowohl in Mono- als auch in Stereofassung angeboten, bis die Hersteller ganz einfach auf ihre Plattentaschen schrieben: "Stereo, auch mono abspielbar", was dann dazu führte, daß der größere Abtastsaphir für Mono die Stereoplatte nach mehrmaligem Abspielen zerstörte, worauf Alfred schon hingewiesen hat. Da aber die Käufer sich sehr rasch mit neuen, Stereo-tauglichen Plattenspielern versorgten, erledigte sich dieses Problem bald von selbst.


    Tatsächlich hatten die Beatles ihre Anstände mit stereo, auch wenn sie in ihren letzten Jahren die Technik weidlich ausgenutzt hatten. Aber: alle ihre Platten erschienen auch in mono und es war wohl John Lennon, der die mono-Fassungen bevorzugte.

    stereo ist natürlich fein, aber die Interpretation ist mir ebenso wichtig. Der Anteil mono-Platten in meiner LP-Sammlung dürfte recht hoch sein. Ist sicher auch eine Generationenfrage; ich selbst war 13, als ich zum ersten mal stereo in einem Plattengeschäft hörte (und mich wunderte, warum das so anders klang als daheim). Ob tatsächlich so schnell auf neue Plattenspieler umgestellt wurde damals? Immerhin gab es Anfang der 1950er schon einmal so eine Umstellung von Schellack auf Vinyl, parallel dazu die Schallbandkassette TefiFon. Und die nicht unbeliebten Spulentonbandgeräte. LPs waren teuer, die Geräte waren teuer, bei stereo wars auch nicht nur mit dem Plattenspielertausch getan, das ganze Equipement musste getauscht werden, und das war damals nicht billig. Dank DDR-Import war dann in den späten 1970er Jahren ein einfacher stereo-Plattenspieler erschwinglich. Aber ich hatte damals schon einige mono-Platten im Bestand. Meine Lieblingsaufnahme von Beethovens 9. (Horenstein) und seinem 5. Klavierkonzert (Kempff/van Kempen) gibt's eben nur in mono.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Am Dienstag habe ich die Stimme von Dortothee Mileds zum ersten Mal gehört und war baff, hin und weg. Sie sang mit dem Collegium Vocale Gent in Dortmund unter Herreweghe die Marienvesper Monteverdis. Im Nachgang diese CD erworben, und die ist ad hoc die Weihnachts-CD des Jahres für mich. Vor allem Johann Theilles "Nung ich singe, Gott, ich knie" ist von unglaublicher Schönheit.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Da kann ich wohl aushelfen: bei den Aufnahmen handelt es sich um diejeniggen, die Schuricht für das Label Concert Hall gemacht hatte. Die sind seinerzeit sowohl mono als auch stereo erschienen. Augenommen wurden sie wohl mehrheitlich in stereo, und es sind einige Aufnahmen dabei, die ich zu Referenzaufnahmen (Bruckner 7) zählen würde. Da ich die LPs alle habe, brauche ich die Box nicht; empfehlenswert ist sie allemal.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ich bleibe bei dieser Box und greife zu CD 27. Alicia de Laroccha spielt hier die Mozart-Konzerte Nr. 22 und Nr. 19 (in dieser Reihenvolge. Kein Bonus auf dieser CD, aber außerordentlich bezaubernd gespielt. Nr. 22 ist mir das Liebste der Mozartkonzerte, vor allem der dritte Satz, der so voller praller Lebensfreude ist.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Aus dieser feinen Box derzeit die CD Nr. 8. In der Nase stachen mir Khatchaturian und César Franck. Und was höre ich nun zu meiner großen Freude? Auf der CD ist als Bonus (was ich gar nicht gesehen hatte) die h-moll Sonate von Franz Liszt in einer regelrcht beglückenden Aufnahme.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Hier wird doch wirklich mit Kanonen aus Spatzen geschossen!

    ...

    Was soll also die ganze Aufregung hier?

    Da zitiere ich doch mal einen schweizerischen Lateinlehrer: "Es grenzt an einem Verbrechen mit welchem geistigem Zustand du hier auftauchst!" Speziell bei Dir ist der Intellekt zu vermuten, genau zu wissen, womit gespielt wird, absichtsvoll in unterschiedlichen Weisen. Um es klar und deutlich zu sagen: die Haltung Einzelner hier zum modernen Theater ist hinlänglich bekannt. Die Dinge lassen sich auch kaum ändern. Ich billige denjenigen auch ihren Zorn zu. Die Art indes, wie damit umgegangen wird, verrät vor alem eines: Kinderstube. Gilt für alle an der Diskussion Beteiligten.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Dass die Schmähreden eines Böhmerman (die er sich auch nur von deutschem Boden aus traut) oder die Beleidigungen gegenüber Frau Kühnast Gerichtsbestand haben, macht die Vorgänge weder gut noch richtig. Die Absender dieser Schmähungen widern mich an und ich verbinde das nicht mit dem, was ich mir unter gesellschaftlichem Parkett vorstelle. Wenn das nun Diskussionskultur bei Tamino sein soll, sei es direkt ausgesprochen oder über trojanische Pferde wie dem oben genannten Link hereingeschafft, dann hat das in diesem Kreis auch nur so lange Bestand, bis sich die Schmähung gegen die jetzt Goutierenden wendet. Spätestens dann wird wieder nach der Moderation gerufen. Also bitte, Contenance und notwendigen Respekt untereinander. Das wäre nett.

    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Dass hier reine Verweise auf eine Schilderung, die im öffentlichen Netz nachzulesen ist, auf Grund des Einspruchs eines Andersdenkenden gelöscht werden, zeugt tatsächlich von einer neuen Tendenz im Forum, möglichst die freie Meinung derjenigen, die solche Verunstaltungen ablehnen, zu unterdrücken. Dann ist das tatsächlich - wie von MJoho gesehen - ein Grund, aus diesem Forum auszuscheiden.

    Gerade Du kannst Dich nicht beklagen, Deine Meinung in größtmöglicher Breite hier kundtun zu können. Die fraglichen Beiträge sind übrigens nicht gelöscht sondern lediglich deaktiviert. Bei dem von Dir zitierten "Medium" handelt es sich um das Privatvergnügen eines Herrn Dieter Hansing, Hannover, der für sich in Anspruch nimmt, Privatmeinungen, auch in einer durch Kunstfreiheit gedeckten Überzeichnung vom Stapel zu lassen. Ich zitiere die Seite im Wortlaut: "Wir verstehen unsere Besprechungen und Kommentare nicht als Kritik um der Kritik willen, sondern als Hinweis auf nach unserer Meinung zu Geglücktem oder Misslungenem. Neben Sachaussagen enthalten unsere z.T. sarkastischen Texte auch Überspitztes und Satire.

    Für diese nehmen wir den Kunstvorbehalt nach Artikel 5 Grundgesetz in Anspruch.

    Zur Meinungsfreiheit westlicher Gesellschaften zählt das Recht zur missverständlichen Überzeichnung.
    04.01.2010 - dradio.de"


    Der Beitrag ist also durch keine wie auch immer geartete Redaktionsentscheidung publiziert sondern hat mehr oder weniger die Qualität eines Blogbeitrages. Es ist die Ansage, sich alles herauszunehmen bis hin zur Schmähung gesellschaftlicher Gruppen, um sich später hinter Grundgesetz und dem Satz, dass da was missverstanden wurde, zurückzuziehen.


    Insofern war die Bitte, den Link zu entfernen, durchaus nachvollziehbar. Dass Du ihn nun in Deiner halsstarrigen Art wieder einstellst, zeigt nur Deine Respektlosigkeit auch Forumsfreunden gegenüber.

    Ihr Lieben, ich hoffe, ihr lest das, auch wenn ich niemanden zitiere. Ich beginne mit Holger. Ich habe Deinen Eintrag zu Liszts Ungarischer Rhapsodie Nr. 2 nun gelesen und freue mich sehr, dass wir hier absolut einer Meinung sind (ist ja nicht so oft der Fall, da ich eher emotinal höre, nicht wirklich abstrakt, was daran liegt, dass ich ein besessener Konsument bin, der die mangelnde Notenkenntnis durch eine Vielzahl von Vergleichseinspielungen kompensiert). Das Erzählende bei PBS ist auffällig, wenn man sich durch die Box seiner frühen Aufnahmen hört, auch bei der Kammermusik. Da haben sich offenbar gleichgesinnte Seelen getroffen, die wundervoll Schubert, Haydn und Beethoven spielen. Die Ungarische Rhapsodie ist durch ihre Verhunzungen ein fragwürdiges Machwerk geworden. Dass die pianistisch faszinierend sein kann, habe ich durch die alte Aufnahme eines meiner Pianisten-Idole, Samson Francois, erfahren (war nicht ganz einfach, an die LP-Box ranzukommen; der Verkäufer war Israeli und nicht unbedingt willens, einem Deutschen etwas zu verkaufen. Hab's dennoch geschafft). Samson Francois spielt das Werk nicht wirklich effektheischend, gleichwohl ausgesprochen virtuos. Bei PBS ist das spür- und hörbar, was Du schreibst, lieber Holger: der erzählt eine Geschichte. Mit seiner Demut vor dem Werk reiht er sich ein in die Reihe der Pianisten, die ich schätze: wie Backhaus, Ciccolini oder Kempff ist PBS ein Musiker, der dem Werk dient.


    Und nun zu Dir, lieber Nemorino. Hab' herzlichen Dank für Deine Auführungen. Für die Geschichte der Plattenlabels haben wir keinen eigen Thread, Erörterungen dazu tauchen immer wieder auf. Die von Dir genannten Sachverhalte zur DGG waren mir nicht bekannt, danke für die interessanten Informationen. Indes bleibt der Sachverhalt bestehen, dass das Unternehemen über sein Unterhaltungsgeschäft genügend Geld verdiente. Auch direkt nach dem Krieg. Für mich als 1963 Geborenen ist es in der Rückschau immer wieder erstaunlich, wie vergnügt die Unterhaltungsmaschienerie direkt nach dem Krieg funktionierte, im Westen wie im Osten, die rabiate Trennung kam erst Jahre später. Der Bedarf an Klassikplatten dürfte sich proportional ähnlich verhalten haben wie vor dem Krieg. Die Anschaffung kompleter Sinfonien oder anderer Werke war auch zu Vorkriegszeiten ein Unterfangen, das sich nur wenige leisten konnten und das durch die Unterhaltungsmusik quersubventioniert wurde. Das änderte sich erst, als LP und Vinyl-Single erschienen. Das heißt aber auch, dass mit dieser Technik die großen Unternehmen alle in einer Stunde Null neu starten mussten. Auch die nationalen EMI-Töchter. Elektrola in Berlin-Novaes war zerstört, man siedelte sich in Köln-Braunsfeld an. Und buhlte wechselseitig um Künstler. Lass' mal viele Produktionsstätten zerstört gewesen sein, nach dem Krieg gab es genug Möglichkeiten, Musik in Rillen zu pressen, hüben wie drüben. Die wahre Herausforderung war die Erfindung der LP. Da waren alle Label tatsächlich gleichzeitig am Start. Die DGG hat sich vor allem in West-Deutschland als wichtiger Player etabliert mit Electrola als schwergewichtigem Gegenspieler. Bertelsmann mit Ariola und Eurodisc war noch ein wichtiger Gegenspieler, der sich auf das Geschäft mit Aufnahmen aus dem Osten verstand. Und alle schauten sie auf den deutschen Absatzmarkt.


    Und die Zeit war fruchtbar für Künstler: Label wie Westminster, Concert Hall und VOX waren über Abos zu beziehen. Und vor allem: die haben alle nicht an die Ewigkeit gedacht. Sondern nur an die perfekte Aufführung eines Werkes.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello: