Beiträge von Thomas Pape

    Es gibt eine Steigerung von Allemande, Courante zu Sarabande und Gigue.

    Ich will gar nicht mal sagen Steigerung; nach der Gigue wirkt die Partita abgeschlossen. Man beachte auch das Verhältnis der ersten vier Teile zur Chaconne: 15 min vs. 15 min, die Chaconne dauert so lange wie die übrigen vier Sätze.


    Axels Anregung folgend habe ich heut die Aufnahmen von Alina Ibragimova gehört. Eine Geigerin der leisen Töne. Ein schönes klares Spiel, gleichzeitig aber atmend, was mir gut gefällt. Sie beton das rhythmische der Tänze, spielt sie aber nicht ausgelassen, eher zurückhaltend in sich gekehrt. Für die Gigue gilt das nicht, die spiel sie regelrecht ausgelassen. Die Gigue ist ja auch so ein richtiger Kehraus-Satz (ich danke dann an Bachs op.1 Nr.1 z.B.). Und hier könnte die Partita zuende sein, ist sie aber nicht. Die Chaconne beginnt Alina Ibragimova nachdenklich, fast flüsternd. Für kurze Zeit nimmt sie richtig Tempo auf um dann doch wieder nachdenklich wehmütig zu werden. Das ist das eigentliche Faszinosum der Chaconne, diese unfassbare Ausdrucksstärke. Diese Aufnahme zählt für mich neben der von Viktor Pikaizen zu den innigsten. Was bei Pikaizen zur Hälfte der Chaconne sich in eine Wehlklage wendet ist bei Ibragimova Wehmut oder Melancholie. So richtig finde ich keinen Zusammenhang zwischen der Chiaconne und den übrigen Sätzen der Partita. Wahrscheinlich wird sie deswegen auch oft Solitär gespielt und betrachtet.


    Einstweilen muß ich meine Höreindrücke der letzten Tage sortieren, musiziert hatten Arthur Grumiaux, Johanna Martzy, Henrik Szering, Karl Suske, Viktor Pikaizen, Jaakko Kuusisto, Alina Ibragimova und Giuliano Carmignola. Für Shunske Sato muss ich mir noch Zeit nehmen. Hier ein Link zu der CD von Alina Ibragimova:



    Karl Suske, wen wundert's, ist schon wieder vom Markt, aber für günstig Geld leicht zu bekommen:



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ich mag diese Künstlerin sehr. Nach dem Interview weiß ich jetzt auch, wieso

    Sie ist ja auch Mitglied des Chiaroscuro-Quartetts, dessen Aufnahmen ich sehr mag. Bei der Partita Nr. 2 muss ich mich an das Spiel gewöhnen, aber davon besser im geeigneten Thread. Durch Deine Anregung bin ich in den vergangenen Tagen wieder an die Violine gekommen und mache mich über die Grumiaux-Box her., aktuell die CD mit Sonaten von Leclair, Vivaldi und Veraccini. Das würde man heute wohl nicht mehr s spielen, fürchte ich, aber es gefällt mir gut. CD 14 ist das:



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Bei mir gibt's weiterhin Bach, ich beiße mich an den Violinsonaten fest. Da die Suske-Aufnahme einigermaßen süchtig macht, habe ich da alles sechs durchgehört. Nun eine finnischer Geiger, Jaako Kuusisto, der die sechs Sonaten 2019 aufgenommen hat.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Mir waren die Tempi oft zu schnell, was möglicherweise mit der "Sozialisation" der Virtuosi die Roma zu tun haben könnte.

    Die Virtuosi unter Roberto Fasano waren ja ein recht prominentes Ensemble, ich versteh, daß Dir die Aufnahme gefallen hat. Bei mir kamen nach Münchiger die venzianischen Musici hinzu. Die Aufnahme aus 1963 gibt's sogar als Remaster, prominent bestetzt von vorne bis hinten, ich finde allerdings Felix Ayo nicht:



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Alternativ kauft man eine Gesamtbox (früher eigentlich weniger üblich als heute)und hört nur 3 Aufnahmen daraus.

    Tja, die Boxen sind irgendwann in Mode gekommen. Viele große Pianisten der Vergangenheit kamen indes damit nichts am Hut. Ein paar Mozart-Konzerte hatten die auf dem Programm, und auch HAebler, Anda und Barenboim kamen erstmal als Einzel-LPs auf den Markt. Die Boxen folgen wohl eher dem enzyklopädischen Sammeldenken, sind mir allerdings oftmals zu lästig.


    Offen gestanden, auch als großer Freund von HIP-Aufführungen stehen bei mir Aufnahmen von Anda, Rubinstein und Haebler hoch im Kurs, ebenfalls jene von Christian Zacharias. Von den Brautigam-Aufnahmen habe ich einige, mit denen ich durchaus sympathisiere, wohingegen ich mit Schoonderwoerd gar nicht klar komme. Wahrscheinlich muss man den live hören. Lubin gefällt mir bei den Klaviersonaten außerordentlich, das ist ein ganz neues Mozart-Erlebnis. Seine Aufnahmen der Klavierkonzerte man auch einzeln kaufen, was mich freut, die Sofronitzka kann man sich immerhin einzeln runterladen (was aber, wenn man nicht nur streamt, teurer ist als die ganze Box).



    Die Frage mit dem Stil der Zeit ist berechtigt, in meinen Ohren auch keine Frage ästhetischer Theorien sondern eher die Frage der Vertrautheit. Ich berücksichtige jetzt, daß ich das Cembalo mag und seit gut dreißig Jahren oftmals Musik auf historischen Flügeln (und auch Orgeln) höre. Dies alles bedacht stellt sich unter den mir bekannten HIP-Aufnahmen vor allem bei Viviana Sofronitsky das Gefühl von Vertrautheit. Ein kleiner Wermuthtstropfen (auf die Idee kann man auch nur als nachgeborener Plattenhörer kommen): Sie spielt alle Konzerte auf ein und emselben Fortepiano, Lubin wechselt die Instrumente je nach Entstehungszeit. Der guten Ordnung halber muss man natürlich fsthalten, daß, hätte man zur Mozartzeit ein solches Konzert hören wollen, ein Gang zu einer Konzertveranstaltung (so man zugelassen worden wäre) unerlässlich gewesen wäre. Und der Pianist hätte auf dem Instrument gespielt, das da war. Das Hören wäre beschränkt auf diese Aufführung, gefordert war die Erinnerung, in der sich der Klang auch verändert hat. Nix da vergleichend ein paar Aufnahmen des selben Werkes nacheinander anhören. Allein damit sind wir ja weit weg von dem Geist der Mozartzeit.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    In Vorfreude auf den heutigen Abend Mahler 3 unter Lennie Bernstein, die frühe Aufname mit den New Yorkern.

    Großartigeres, Seelnbewegenderes und Erdabgelösteres, Entrückenderes als der sechste Satz dieser Sinfonie ist wohl nie komponiert worden. Zu Studienzeiten hatte ich den immer auf Cassette im Auto. Wenn ich von Bochum abfuhr machte ich das Radio mit der Cassette an, und Bernstein brauchte dafür genauso lang wie ich, um nach Dortmund zu kommen. Heute Abend höre ich die 3. im Dortmunder Konzerthaus.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Auch wenn ich Bach vorzugsweise in neueren HIP-Aufnahmen höre sind meine liebsten Aufnahmen die von Karl Münchinger und seinem Stuttgarter Kammerorchester. Münchinger hat die Werke insgesamt drei mal aufgenommen, zunächst in den späten 1940ern mit seinem damaligen Konzertmeister Reihold Barchet, zwanzig Jahre später in stereo mit dem Primgeiger Werner Krotzinger und später noch einmal, als er von DECCA zu Intercord gewechselt hatte. Mit den mono-Aufnahmen bin ich aufgewachsen, zu denen greife ich auch heute noch. Im Bestand habe ich alle drei, Münchinger ist sener Sichtweise allerdings über die Jahrzehnte treu geblieben, man hört eher Veränderungen im Orchester und, bei Intercord, Veränderungen bei der Art der Aufnahme.


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    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ich poste ihn mal hier, da ich Klaus Schulze in meiner Plattensammlung zur Klassik sortiert habe. Einfach aufgrund der Komplexität seiner frühen bis mittleren Platten. Jahrelang hatte ich ihn aus den Ohren verloren, bis ich ihn etappenweise wiederentdeckte. "Silhouettes" ist seine letzte Platte, kurz vor seinem Tod veröffentlicht. Das man bei den vier ausladenden Stücken (typisch Schulze) bei der Stange bleibt liegt wohl an der technischen Meisterschaft Schulzes, der hier völlig entschleunigt und meditativ unterwegs ist. Gibt's auch als Doppel-LP, was bei Schulze, wie ich lernen musste, wenig Sinn macht:



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Da die Kirche eh nicht geheizt war - sie war erst kurz vorher überhaupt erst wieder zugänglich gemacht worden - bekämpfte die Problemlösung gleich zwei Übel..

    Und das gehörte nicht in diesen thread....... :)

    Aber interessant zu lesen, danke für die Aufklärung. Ist es bei Silbermann-Orgel nicht ohnehin so, daß nicht alle Tonarten darauf spielbar sind (weswegen Bach in Streit mit Silbermann geriet)?


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Gestern von uns gegangen: der Pianist Tamas Vasary (11.08.1933-05.02.2026). Vasyry hae ich als Star der späten 1960er wahrgenommen, war bim Gelblabel unter Vertrag, was seine Prominenz förderte und vor allem war er ein exzellenter Chopin-Interpret. Seit 1971 trat Vasary auch als Dirigent auf. Von seinen Platten ist heute kaum noch etwas greifbar. Beruhigend für mich, daß ich seine Chopin-(LP)Box besitze. Möge er in Frieden ruhen.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Der zentrale Punkt ist das Vcp. Drumherum sind es St. Thomas Strasbourg, Silbermann-Orgel, Albert Schweitzer und Kammerton als Stichworte.

    (Da ich seinerzeit darüber schrieb, sind diese Punkte nur die Haltestellen im Text gewesen, sie tun hier nichts zur Sache)

    Wäre aber schön, wenn diese kryptischen Zeilen aufgelöst würden. Bach arbeitete mit Silbermann zusammen, kritisierte aber seine Orgeln (obwohl er deren Klang rühmte), Schweitzer war u.a. Bachforscher und Organist und auch am Bau von Orgeln beteiligt, aber wie hängt das zusammen und was möchtest Du uns mitteilen? Zudem erwähnst Du einen tet aus Deiner Feder, wovon handelte der? Von BWV 6, St. Thomas in Straßburg und der Silbermannorgel, dem Kammerton und Albert Schweitzer oder allem zusammen? Und mit Vcp meinst Du bestimmt nicht den Verband Christlicher Pfadfinder, oder?


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Orff wiederum muss sie eigentlich gekannt haben, sonst hätte ich keine rechte Erklärung für die verblüffenden Ähnlichkeiten.

    Deswegen legte ich die Noces auf (die ich zuvor, trotz Ansermet-LP-Box) noch nicht gehört hatte. Klang und Rhythmik sind tatsächlich ähnlich zu den Orffschen Carmina, aber Orff macht mehr draus (das Themenspekrtum ist da aber auch weiter gefasst). Strawinsky seinerseits scheint mir bei den "Noces" auf sein "Sacre" zurückgegriffen zu haben (Entstehungsbeginn der Noces liegt ja dicht beim Sacre).


    Die Carmina höre ich am 21.2. im Dortmunder Opernhaus in einer Kombination aus Musik und Ballet.


    Für beide Werke war es eindeutig zu spät, jedenfalls für einen Erstkontakt. Aber ich gebe nicht auf. Vielleicht heute Abend Prokofieff mit Martinon.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ich habe nur eine Aufnahme der der Metamorphosen

    Ich habe mehrere und greife meist zu dieser. Karajan bercihtete in einem Interview, daß er Strauß änderungen vorschlug, die dieser auch einarbeitete. Ich finde die Aufnahme auch technisch sehr elngen. Horenstein schätze ich sehr mit diesem Werk, ist aber mono und Strauss zählt zu den Orchesterkomponisten, die man am besten live hört oder in bestmöglicher Aufnahmequalität (wenngleich das bei den Metamorphosen noch geht). Rudolf Kempe wäre noch eine Wahl, steckt in dieser Box:



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Hatte ich mir zuletzt immer mal wieder angehört, in der Hoffnung, dass es vielleicht mal "klick" macht. Machte es aber nicht.

    Das ging mir gestern Abend mit diesen Werken:



    Hier waren esdie "Noces", die so gar nicht bei mir verfangen wollten, da ziehe ih die "Carmina Burana" deutlich vor (ich habe auch keine Ahnung von russischen Hochzeitsbräuchen und -gedichten), sodann zur 7. Sinfonie Prokofieffs gegriffen, in dieser Aufnahme:



    War auch nicht meins. Schlechte Voraussetzungen allerdings für beide: eigentlich war ich müde und dachte: hör' noch ein bisschen Musik. Ein paar Töne auf einer Cavailler-Colle-Orgel oder etwas von Bach wäre besser gewesen.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    In Dortmund werde ich morgen Mahlers Dritte hören.


    • Mahler Chamber Orchestra
    • Mitglieder der MCO Academy am Orchesterzentrum|NRW
    • Knabenchor der Chorakademie
    • Frauenstimmen des Jugendkonzertchor der Chorakademie
    • Jugendmädchenchor der Chorakademie
    • Frauenkonzertchor der Chorakademie
    • Frauenstimmen des Konzertchor Westfalica der Chorakademie
    • Riccardo Minasi Dirigent
    • Marianne Crebassa Alt

    Freue mich schon riesig drauf.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Michael Wolffsohn - sehr streitbarer Herr, gelinde gesagt. Ignatz Bubis hielt schon vor über 30 Jahren nichts von ihm.

    Und vice versa. Es wäre ganz hilfreich, nicht von vornherein mit politischem Kastendenken zu argumentieren (ich habe den Wikipedia-Artikel über ihn gelesen). Die Arbeiten von Kater und auszugsweise Prieberg habe ich seinerzeit gelesen; es kann nur besser werden.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Eine Aufnahme, die sich beim ersten Hören direkt ins Herz gespielt hat, ist die von Viktor Pikaizen. Pikaizen stammt aus Kiev (erstaunlich, was die Ukraine an hochrangigen Musikern hervorgebracht hat), war hochrenomierter Geiger, Schüler von David Oistrach, den er verehrte, und startete seine Karrierein den 1950ern. Sein Ruhm allerdings verbreitete sich leider vornehmlich in den Ostblockstaaten, seine Aufnahmen sind leider kaum nioch zu beschafen. Um 1970 nahm er die sechs Violinsonaten von Johann Sebastian Bach auf. Die Aufnahme ist sogar im Westen erschienen, bei Melodia-Eurodisc. Qobuz hat sie leider nicht, Thomas aber die LP. Pikaizen nimmt sich für die berühmte Chaconne viel Zeit, sein Ton ist makellos und das Spiel sehr poeteisch. Diese Chaconne, das sind 18 min für die Ewigkeit.







    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Danke für den Hinweis, lieber Christian. Das liest sich in der Tat interessant. Mit diesen Informationen geht unser Werbepartner sparsam um. Das scheint in eine ähnliche Richtung zu gehen wie diese positiv besprochene Neuerscheinung:



    Das Buch von Kiesel steht auf meiner Merkliste.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Diese Interpretation von Karl Suske, der auch in Leipzig wirkte, möchte ich als Neuankömmling im Tamino-Universum, guten Gewissens empfehlen.

    Herzlich willkommen und herzlichen Dank für diesen Hinweis. Von Karl Suske habe ich aus Interesse einige seiner Eterna-LPs, der (auch huete noch teure) Bach ist mir noch nicht untergekommen, habe die Partita mit Interesse und Vergnügen angehört. Ausfällig ist sein Spiel der Ciaccona, bei der ers tatsächlich in der Mitte schafft den Rhytmus in Richtung 3/4-Takt (eigentliches Maß für Ciaccona und Passacaglia) hzu rücken. Habe ich so noch nicht gehört.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello: