Beiträge von Thomas Pape

    Bei allem Respekt, lieber Holger: in unserem Zusammenhang ist es nicht von Bedeutung wie ein Steinway D konstruiert ist und was für Zugkräfte auf und in diesen Instrumenten wirken. Auch ist Liszt nich in der Berliner Philharmonie aufgetreten. Die Wiener Mechanik lässt sich ja auch durch Anschlag nicht so ausreizen, dass es vorstellbar ist, dass ein Flügel mitten entwei bricht. Und das gleich an einem Abend dreimal. Dass das Instrument hernach unspielbar sein mag, das dürft wohl unstreitig sein, für den mittenzwei durchgebrochenen Flügel hätte ich dann doch gerne einen Literaturbeleg.


    Wir müssen uns glaube ich nicht groß darüber unterhalten, dass das Pianoforte ein neuartiges Instrument zum Ende des 18. Jh. war, das mit dem Cembalo eigentlich nur die Tatsache gemein hat, ein Tasteninstrument zu sein. Schon wegen des völli ganderen Klangs neige ich denen zu, die die Bachschen Werke selbstverständlich mit einem Cembalo hören mögen (und bitte auch keine Cavailler-Colle-Orgeln). So charmant vile wunderbare Aufnahmen mit modernem Flügel sind: es sind eben Transkriptionen für ein klanglich und mechanisch anderes Instrument.


    Auch die frühen Pianofortes mit ihren bis zu sechs Pedalen (bis hin zum eingebauten Janitscharnzug) hatten eine eigenständige Klangtypik, die ihre vollständige Berechtigung neben Aufführungen auf Steinway D haben. Moderne Instrumente berauben den Werken, die eigentlich nicht für sie geschrieben wurden, ihre Intimität (zumal Klavier-Aufführungen in Riesensälen wohl kaum vorkamen).


    Das Ungestüm eines Franz Liszt ist für mein Verständnis vom heutigen Flügel aus zurückzudenken, sondern am Erproben der Möglichkeiten der damals fast neuartigen Pianofortes. Was den Instrumenten nicht imer gut bekam.


    Imerhin sind wir uns in dem Punkt einig, dass genau dieses Ausloten und Bisandiegrenzengehen zur Entwicklung unserer Flügel geführt hat. An dene aber offenbar immer noch gearbeite werden kann, wie das von Dir genannte Beispiel des Barenboim-Flügels zeigt. Oder vor knapp 50 Jahren die Bemühungen von Monique de la Bruchollerie.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ich verstehe nicht ganz, wie man sich an einer Anekdote wie dem zerstörten Flügel aufhalten kann. Bei flüchtiger Recherche stoße ich darauf, dass Liszt wohl drei Flügel am Start hatte, wenn er auftrat. Die waren z.T. ziemliche Sensibelchen. Zumindest den Erard hatte Liszt wochl so malträtiert, dass während der Abends gerissene Seiten getauscht werden mussten, verstimmt war der Erard auch schnell. Das Letzte ist nicht so ungewöhnlich bei den alten Instrumenten. Da muss man nur mal Arthur Schoonderwood hören, wenn er ein Beethoven-Konzert aufführt. Da kann zwischen den Sätzen schon nachgestimmt werden.Insofern wird das Vorhandensein von drei Flügeln unterschiedlicher Mechanik schon den Sinn gehabt haben, ein Recital durchspielen zu können. Unterschiedliche Klangtypik kommt auch noch dazu, wahrscheinlich auch die Attitude "Schaut her, was ich alles an Instrumenten spielen kann" Instrumente regelmäßig hinzurichten dürfte von wenig kaufmännischem Geist zweugen, denn die müssten ja wieder neu beschafft werden, und irgendwann streikt der gönnerhafteste Klavierbauer.


    Dass dieser neue Komponisten- und Musikertyp für den Instrumentenbau eine ziemliche Herausforderung war will ich wohl gerne glauben. Und da sind wir auch schon wieder bei der Aufführungspraxis zurück. Wenn es so ist, dass die Flügel der Zeit Beethovens, Schubert und Liszts tatsächlich schnell zu überfordern waren, hat das ja Auswirkungen auf die Spielkultur. Offenbar wuchs das Spekturm der Oktaven zwar, aber nicht in gleichem Maße das Spektrum zwischen p und f. Vielleicht war Liszt der erste, der diese Möglichkeiten bis zum Exzess ausreizen wollte. Es wäre schon interesstant zu sehen, ob andere zeitgenössische Pianisten oder Komponisten ähnliche Probleme mit den Instrumenten hatten.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ihr Lieben, es dürfte deutlich sein, dass aus den vorliegenden Beiträgen eine hohe Sach- und Fachkompetenz spricht. Ich wäre ausgesprochen dankbar, wenn diese Kompetenzen untereinander respektiert würden. Zu den unterschiedlichen Sichtweisem werde ich am Montag mein Scherflein beitragen. Für die Smartphonetastatur sind meine Finger nicht so sehr geeignet. Ich freue mich über das hier ausgebreitete Fachwissen.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Lieber wok, ich habe bisher noch gar nicht gewusst, dass sowohl Adrian Aeschbacher als auch Friedrich Wührer die B-dur-Sonate eingespielt haben. Ich muss sie zwar beide streamen, da sie als CD nicht zu bekommen sind, aber streamen, indiesem Fall bei Amazon, ist für mich kein Problem. Ich werde dann nach meiner laufenden Reneznsion Adrain Aeschbacher erst vorziehen, da er ja im Alphabet vorne steht.


    Liebe Grüße und angenehme Ruhe


    Willi:)

    Friedrich Wührer hat bei VOX eine Gesamtaufahme der Schubert-Sonaten vorgelegt. Seine Aufnahme von D. 960 rangiert bvei mir ganz oben, vor allem des Schlußsatzes wegen. Die drei LP-Boxen habe ich. Den Hinweis darauf danke ich einem Austausch mit Frank-Georg Bechyna.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ich habe ja so meine Anstände, Koons' Werke als Kunst zu betrachten. Volle Zustimmung zu Michales Stellungnahme dazu. Wünschen wir dem Investor einen schnellen Werverlust des Objektes um mindesten 90%.


    Das Ärgernis hier wie anderswo ist die Kapitalisierung von eigentlich Nichtkapitalisierbarem. Wie etwa bei wertvollen Geigen. Eine Stradivari gehört in die Hand eines Geigers und nicht in einen Tresor. Punkt. Man die Liste des kapitalistischen Unsinns fortsetzen, um dann irgendaqwann bei Rohstoff-Zertifikaten zu landen, die dafür sorgen, dass der Weizenprioes um 100% ansteigt mit der Konsequenz, dass die Menschen hungern, weil sie das Getreide nicht bezahlen können, das derweil in Tresoren und Lagern herumliegt. Oder seine Endprodukte im Laden vergammeln. Auf die Frage: "Wer hat's erfunden" die Antwort: Goldmann-Sachs, 1998.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Peter Alexander fällt insofern aus der Reiher heraus, als er nicht selber getextet oder komponiert hat. Ein bemerkenswerter Unterhaltrungskünstler war er allemal und ein Meister der liebevollen Beschreibung, etwa in "Die kleine Kneipe". Der Einzug des Chansonhaften scheint mir typisch für die 1970er Jahre zu sein, ebenso die deutschen Adaptionen französischer Chansons. "Ca va changer tout le mondes" von Charles Dumont heißt bei Peter Alexander "Irgendwann verblüh'n die Rosen". Sozialkritisch wäre von den von operus Genannten am ehesten Reinhard Mey, was er aber zumeist in satirische Texte verpackt. Auf seinen Platten begleitet ihn das gleiche Orchester, das auch Udo Jürgens begleitet, nämlich die Pepe Lienhard Band.


    Mein Lieblingslied von Udo Jürgens, das mich tatsächlich schon seit 1969 begleitet:



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Nun, bei den Abschriften wäre ich jetzt mal nicht so kleinlich, das Problem betrifft wohl nicht nur Scarlatti. Wenn ich das richtig gelesen habe gibt es mittlerweile 555+ Sonaten, weil witere Zuschreibungen erfolgt sind.


    Tasächlich glaube ich auch nicht, unseren Kunstbegriff auf die weit zurückliegenden Zeiten übertragen zu können. Virtuos ist auch nicht nur eine Frage des Tempos. Für bestimmte Werke müssen bei dem ausführenden Künstler bestimmte körperliche Voraussetzungen vorhanden sein. Für Wilhelm Kempff wäre ein Guteil der Werke Liszts nur mühevollst spielbar gewesen, seiner kurzen Finger wegen. Zhou Xiao Mei spielt die Kunst der Fuge um den Preis schmerzender Finger. Über Pagannini las ich, dass er seine Werke aufgrund einer Brustkorbdeformation so einfach spielen konnte. Wie beim Klavier so haben auch bei der Violne spätere Generationen entsprechende Fingersätze entwickelt, um diese für Zeitgenossen unspielbar wirkenden Werke spielen zu können.


    Und die Frage nach dem "Warum" des Komponierens? Die Komponisten waren Handwerker in Lohn und Brot eines Fürsten oder Bischofs. Als Gegenleistung lieferten sie eine ANzahl von Werken ab (was die enorme Werkfülle bei einigen Komponisten erklärt). Das schmälert den Wert der Werke und den Respekt vor den Komponisten nicht. Gewiss haben Komponisten auch fürs private Kabinett geschrieben. Man muss sich da aber auch fragen, ob etwa die großen späten Variationenwerke Bachs für eine Aufführung vorgesehen waren? Oder wurden die nur in Bibliotheken und Seminaren studiert? Letztlich musste mit der Kunst Geld verdient werden, vulgo, sie musste verkauft werden, um etwa einem Ludwig van Beethoven, der als Musikunternehmer gewiss cleverer war als etwa Mozart, sein Einkommen zu sichern.


    In der Kunstgeschichte verhält es sich ähnlich: van Eyck, Rogier, Memling ebenso wie Rembrand oder Rubens, sie waren Kunstunternehmer. Teilweise unter Zuhilfenahme wunderbarer Reproduktionstechniken wie Radierung oder Kupferstich (vor allem die Radierung, die es erlaubte, die Lockerheit von Zeichnungen einzufangen und zu reproduzieren, wie etwa Jaques Callot).


    Es scheint mir durchaus geraten zu sein, von der Vorstellung Abstand zu nehmen, in der Kunst und ihren materiellen Äußerungen einem gleichsam seherischen Akt beizuwohnen.


    Weitere Fragen wären zudem noch anzusprechen, wie etwa die des Instrumentenbaus. Weder Bach, noch Scarlatti, noch Händel kannten unsere modernen Flügel. Das Spielen ihrer Werke auf modernen Flügel würde ich als Transkription zur Diskussion stellen. Und Beethoven und Schubert hatten andere Instrumente im Ohr als die, auf denen ihr Klavierwerk heute gespielt wird. Besteht die Virtuosität darin, diese spezifischischen Instrumente zum Klingen zu bringen? Die Auswirkungen der technischen Eigenheiten eines Instrumentes (Mechanik) sind nicht zu unterschätzen.


    Harry Mulisch spricht in seinem Roman "Höchste Zeit" ein ähnliches Phänomen, diesmal aus der Schauspielkunst an. Es genüge nicht, für die die Aufführung eine alten Stückes in die zeitgenösische Kleidung zu schlüpfen. Die Kleidung des frühen 19. Jh. gab dem Körper nicht die Bewegungsfreiheit, wie es heutige Kleidung tut. Diese Einschränkungen haben hinwiederum Auswikungen auf Gang und Bewegung, so daß Gehen und Bewegen in historischer Kleidung zusätzlich für eine solche Aufführung gelernt werden müssen.


    Es ist mir bewusst, dass mittlerweile neben der Frage nach dem Virtuosen auch noch die Fragen von Zeitgenossenschaft und Authentizität im Raume stehen, aber das scheint mir untrennbar miteinander verbunden zu sein.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Das sympathische Neumitglied hat sich wahrscheinlich den Tort nicht angetan, alle 109 Beiträge vor dem Seinen durchzulesen (was ich gut verstehe). Neben der -blödsinnigen- Tippfehleranmerkung kann man aber immerhin darüber diskutieren, auf welcher Silbe nun die Betonung liegt. Das hat mit Erbsenzählerei ebensowenig zu wie mit einem Angriff gegen irgendein Mitglied. In solche Schützengräben pflegen sich Neumitglieder üblicherweise nicht zu begeben (wenn sie schlau sind). Also, besser nicht totlachen.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ihr Lieben, aus dem Katja Bunjatishvili-Thread habe ich die Beiträge in einen neuen Thread gescoben, da sie sich mit einem Thema befassen, dass von der Pianistin wegführt und sich mit dem Klaviervirtusentum beschäftigen. Diese Debatte taucht auch bei anderen Pianistinnen auf, jüngst noch bei Yuja Wang, der Frau mit den fliegenden Fingern, wie es reisserische in Dortmund auf einem Plakat steht. Opfer des virtuosen Gemtzels ist ja gerne der Hummwelflug, über den es Einträge im Guinnes-Buch gibt, wer den denn nun am schnellsten schafft und wer den Rekord des Vorgenannten in der Lage war einzustellen. Tempo um des Tempos willen also?


    Aber es gibt genug zum Virtuosen zu diskutieren. Hier soll nun der Ort dafür sein.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Ihr Lieben, als Liebhaber des G-Dur Konzertes habe ich ein Suchanfrage an Euch. Kennengelernt habe ich das Werk im Rundfunk in einer Aufnahme mit Dinorah Varsi und dem Kölner RSO unter Zdenek Macal. Das Band, auf dem ich das mitgeschnitten hatte, ist mir leider abhanden gekommen, Plattenaufnahmen mit Dinorah Varsi jahrelang Fehlanzeige. Nun kommt eine Komplettbox Dinora Varsi auf den Markt und...genau diese Aufnahme ist nicht drin. Ich erinnere mich an einen unglaublich schön gespielten zweiten Satz und würde diese Aufnahme gerne noch einmal hören. Ist die jemandem hier schon einmal als Tonträger untergekommen?


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Auch hier, lieber Will, halte ich fest, dass er für meinen Geschmack viel zu schnell spielen lässt. Da kommt bei mir vom Werk nichts an, und ich greife lieber zu Furtwängler oder Kna. Oder Böhm (hoffentlich werde ich jetzt nicht verhauen). Geht mir übrigens ähmlich mit der Sonaten-GA Beethovens von HJLim. Das kann man sich leise im Hintegrund anhören, zumal sie sehr präzise spielt, aber nach dem Resonanz-Mehrwert der Aufnahme fahnde ich noch. Aber wir schweifen ab. Hier geht's ja eigentlich um Yuja Wang.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Also gut, lieber Holger, dann höre ich mir den Cziffra noch mal an. Mit dem Virtuosentum habe ich tatsächlich meine -wie Du es nennst- spiessbürgerlichen Probleme, ganz gleich, was ich sonst von dem Pianisten halte (gilt auch für die verehrten Herren Francois und Rubinstein). Virtuosenliteratur dürfte schon dann herausfordernd genug sein, spielt man sie in optimalem Tempo, maximales Tempo ist dann eben Selbstzweck des Interpreten. Im Konzertsaal ist dieser Kelch bislang an mir vorbeigegangen. Ich hoffe, dass das auch so bleibt. Nur so am Rande bemerkt: mir graust es auch bei jeder Aufnahme, die ich bislang von Roger Norrington gehört habe. Da sind dann halt Geschmäcker verschieden.


    Du hast freilich recht, dass man, wenn man denn schon derart schnell meint spielen zu müssen, gestalten können sollte. Das erwarte ich. Oder man lässt es. Und nochmal: ich persönlich mag das nicht.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Die Vergewaltigung besteht in meinen Ohren darin, ein Werk so schnell zu spielen, als es die Finger hergeben. Wer da am Hummelflug herumgeschrieben, transkribiert und paraphrsiert hat, ist mir in dem Fall vollkommen gleichgültig. Es ist die Art des Spiels, lieber Holger, die ich persönlich ablehne, oder, sagen wir besser, nicht mag. Yuja Wang (bei der es mir übrigens auch gleichgültig ist, ob sie ein zartes Persönchen ist oder nicht) erliegt dieser Versuchung wie so einige andere Pianisten auch.


    Die Cziffra-Box fängt übrigen tasächlich mit einer Einzelstück-CD an, wahrscheinlich die in den 1950ern noch üblichen und durchaus sehr verkausfsträchtigen Singles und ihre Rückseiten, allerdings ohne den "Hummelflug". Ich habe sie mir gerade aus dem Ragal geholt und miene mich zu erinnern, dass mir die tasächlich gefallen hat. Der "Hummelflug" dürfte sich dann auf einer der LPs in einer Cziffra-Box befinden, die aus Platzgründen im Keller lagert.


    Beim "Hummelflug" muss ich allerdings hinzufügen, dass das Stück bereits an meinen Nerven sägt, seit ist es vor über 40 Jahren zum ersten Mal gehört habe. So richtig überzeugende Aufnahmen sind Mangelware, wenngleich -ich gebe es zu- das Stück in der Orchesterfassung sehr bildwirksam ist. Aber es überbieten sich alle möglichen Instrumentalisten sich damit, es auf ihren Instrumenten so schnell als möglich zu spielen. Was sich bereits bei einer Marimba komisch anhört. Und der Pianist gockelt dann auch: schaut her, ich kann's. Nimm's mir nicht übel, ich mag sowas einfach nicht.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Das ist mal wieder typscher m-mueller-Quatsch.

    Ich muss Freund Müller allerdings recht geben. Den Kommentar sehe ich nicht als Quatsch an, sondern als Feststellung zu einer Werkvergewaltigung. Dabei ist es völlig unerheblich, von wem die Bearbeitung steammt. Das macht die Sache nicht besser. Oder anhörbarer. Es ist, wie Willi schon richtig anmerkt, reine Zirzensik. Muss ich wirklich nicht haben. Die große Cziffra-Box hat ja die eine oder ander CD, wo diese Zirkusnummern enthalten sind. Die lasse ich üblicherweise in ihren Hüllen.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Liber Will,


    persönlich habe ich durchaus eine Schwäche für die Originalinstrumente. Dass Beethoven wohl für andere Instrumente geschrieben hätte, hätte er sie gekannt oder imaginieren könne, ist ebeno richtig wie es ein Konjunktiv ist und bleiben wird. Sowohl bei Bach (Cembalo, Orgeltyp) als auch bei Beethoven und Schubert dürften die klanglichen Spezifika der den Komponisten bekannten Instrumente berücksichtigt worden sein. Groß ist die Auswahl an Aufnahmen auf Original-Instrumenten nicht. Falls noch nicht besprochen hätte ich hier die Aufnahme, die Paul Badura-Skoda für Astree seinerzeit gemacht hatte. Ich hoffe ja sehr, dass angesichts seines 90. Geburtstages auch diese GA wieder ans Tageslicht befördert werden wird.



    Eine weitere GA der Sonaten -ich meine, es wäre die erste vollständige auf Original-Instrumenten gewesen, stammt von Malcolm Binns. Leider kein youtubevideo zu finden und auch vom Plattenmarkt ist sie fast verschwunden. In dieser Box allerdings taucht die GA wieder auf:



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Die Frage lässt sich grundsätzlich immer stellen. Sogar beim Schaffen von Kunst. Man kann indes vereinfacht festhalten, dass das Kind in Afrika -um bei dem symbolträchtigen Bild zu bleiben- nicht deshalb keine Mahlzeit hat, weil hier ein Opernhaus gebaut oder eine Kirche restauriert wird. Es hätte dies Mahlzeit auch ohne diese Ausgaben nicht. Und daran sind nicht die Afrikaner schuld. Sondern durchaus die Konsumgesellschaften. Aber dieses Fass möchte ich hier nicht aufmachen.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Objekte des Massentourismus sind die meisten innerstädtischen Kunstdenkmäler heute, sie es zur Unkenntlichkeit reastaurierte wie die Wartburg (die allerdings außerhalb Eisnachs) oder gut erhaltene wie die historische Innenstadt von Florenz. Und dieser Massentourismus nagt an den Kunstwerken. Viele Fresken mögen die Feuchtigkeitsausdünstungen der Unmengen von Glotzneugierigen nicht (klever Museusee haben Hygrostaten istalliert und kapen ab einem bestimmten Grad an Luftfeuchtigkeit den Zutritt, wie etwa der Adlerturm in Trient). Die Ghiberti-Türen im Florentiner Baptistrium sind schon seit Ewigkeit in der Dom-Opera, da der Autoverkehr sie frisch gereinigte Bronzen umgehend wieder schwärzt. Das Arno-Hochwasser in den 1960ern hat einig Giotto-Fresken in Mitleidenschaft gezogen. Sowas führt zu Restauratorendebatten, ob man ein Erhalt des Status Quo betreiben soll oder tatsächlich wiederherstellen. Das sind dann interne Fachdebatten. Ob unsere Wahrnehmung alter Kunstwerke immer so richtig ist, sei dahingestellt. Da in Kirchen immer schon viele Kerzen abgefackelt wurden ist eine Veränderung der Kunstwerke durch entsprechende Ablagerungen unausweichlich. Restauriert, resp. reinigt man die Bilder geht ein Aufschrei durch die Liebhaberschaft (etwa die Restaurierung der Sixtinischen Kapelle oder die Fresken Andrea Orcagnas).


    Mich hat's immer verdrossen, wenn man in einer kleinen Gruppe von Kunsthistorikern oder Kunstliebhabern vom Marketingerzeugten Massenandrang beläästigt wurde, Menschen, die sich nicht die Bohne für das interessieren, vor das man sie führt. Bestes Beispiel: Botticellis Gburt der Venus. Mitte der 1980er Jahre aufwendig restauriert uind in den Uffizien ausgestellt. Daneben ein Fernseher mit den Erklärungen zu Bild und Restaurierung. Mit sowas hält man in der Tat den Platz vorm Gemälde frei. Denn der Fernseher war umlagert, das Original nicht. Mehr solcher grünen Elefanten bitte neben gute Kunstwerke.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Er bringt so doch zum Ausdruck, dass die Löschung ihm ein Anliegen ist, insofern habe ich diese Äußerung mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen.

    Auch als unerschütterlicher Optimist will mir dieses Wohlwollen mit Blick auf Trump -der mit seinem präsidialen Rat lt. Handelsblatt Notre Dame sicher zum finalen Einsturz gebracht hätte- wahrlich nicht in den Sinn kommen.


    Tragische Kar-Woche, denn nicht nur Notre-Dame brennt resp. brannte: die drittheiligste Mosche der Welt, die Al-Aqsa Mosche, brannte gestern zeitgleich zu Notre Dame. Die Mosche liegt in Jerusalem auf dem Tempelberg, dicht benachbart zum zweiten Tempel, dem wichtigsten Denkmal des Judentums.


    Lt. Newsweek und "New Arab" "the fire broke out in the guard's room outside the roof of the Marwani Prayer Room, and the fire brigade of the Islamic Waqf handled the matter successfully."


    Gleichzeitig ließ das Büro von Mahmud Abbas vermelden, "its deep regret Monday over the fire that broke out at the historic Notre Dame Cathedral in the center of the French capital of Paris, which caused the collapse of the cathedral tower." "The Presidency confirmed its solidarity and sympathy with our friends in France over this incident," the outlet added. (Newsweek).


    Ich hoffe sehr, dass die Schäden nicht so massiv sind, wie man von außen vermuten mag. Italien, die ja gute Erfahrungen in Wiederaufbau und Restaurierung mit zerstörten oder schwerst beschädigten Kunstwerken und Gebäuden haben, soll bereits Unterstützung für die nun anstehenden Arbeiten an Notre Dame angeboten haben.


    Der ivorische Journalist Ange Aboa postet gestern Abend, kurz bevor die Feuerwehr ankündigte, den Brand in den Griff bekommen zu können


    Notre Dame de Paris... la Sainte couronne d’épine.....sauvée du feu ... Deo gratias ♥️♥️♥️♥️🙏🏾🍀🍀🍀Opus Dei!!!!

    https://scontent-dus1-1.xx.fbc…b6bc4f95282a7&oe=5D43E42257015728_10218509010613529_3212428481329627136_n.jpg?_nc_cat=100&_nc_ht=scontent-dus1-1.xx&oh=28d992c3c397b4c5d66b6bc4f95282a7&oe=5D43E422


    Hoffen wir für beide Gebäude.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Beethoven nun bei mir. Uns zwardie letzten drei Klaviersonaten. Persönlich bin ja den Klang moderner Flügel gewöhnt. Der Spruch, dass van Beethoven solche Instrumente für seine Musik gewollt hätte ist indes ähnlich spekulativ wie Jesu Auferstehung. Beethoven schrieb für das, was er kannte und was er -ertaubt- als Klang erinnern konnte. Insofern ist es faszinierend, die Sonaten auf Originalinstrumenten zu hören, solchen also, die Beethoven kannte und nutzte. Malcolm Binns hat das Neue Testament vor einigen Jahren aufgenommen; die Schallplatten von damals sind nun in einer üppigen Box abgetaucht, aber gottlob wieder verfügbar. Fragt sich freilich, wie lange. Die anderen Oiseau-Lyre Boxen werden teilweise zu Mondpreisen gehandelt, da die Auflage vergriffen ist. Daher nun aus dieser Box von Ludwig van Beethoven op. 109:



    Liebe Grüße vom Thomas :saint:

    Bartok ist eine gute Idee; bei mir der Uraufführungsmitschnitt des Vk 2 mit Zoltan Szekely und dem Concertgebouw Orchestra unter Willem Mengelberg. Bei mir die LP aus der Bartok-Edition von Hungaroton. Gebraucht beim Schlangefluss zu Mondpreisen, daher hier zum Nachhören das Ganze auf youtube:



    Einen interessanten Kommentar finde ich bein youtube-Kommentaren unbd kopiere ihn hierher:


    "Actually, I had the original part in my hands (don't remember if it was the original or a copy), Gàbor Takàcs-Nagy showed it to me. The corrections Székely made are visible, and the 2 notes of the violin entrance were his idea. It is SO hungarian, I love it and think it should absolutely be played like he does it! I think even the metronomical indication in the actual parts are Székelys speads. The third movement is absolutely incredible. Thank you Lupot, this is magical!"


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Als die Box erschien, enthielt sie -was damals schon bemerkenswert war- den "ganzen" Chopin. Dem Plattensammler ist Harsiewicz wohl hauptsächlich als Chopin-Interpret bekannt. Auch das legitimerte den Ruf der Box. Was gab's zu der Zeit (um 1970 herum) noch in Deutschland auf dem Markt? Tatsächlich Rubinstein, Novaes nur für Plattenclub-Abonnenten, hochgerühmt waren die Aufnahmen von Vasary und Stefan Askenase. Samson Francois spielte in Deutschland keine Rolle (was Chopin betraf, die Platten kamen erst in den späten 1970ern als Budget-Pressungen nach Deutschland). Sicherlich ist auch Harasiewicz nur so komplett, wie es der Kenntnisstand in den späten 1950ern und den 1960ern ermöglichte. Und zurück zu den bisher genannten: alles haben keine wirkliche GA der Klavierwerke Chopins vorgelegt. War wohl auch den Kosten für LP's geschuldet. Wenn ich den Blick über meine Plattensammlung schweifen lasse, findet sich dort wohl keine volumige Box, die in dieser Form früher als in den späten 1960ern erschienen ist. Die GAs -verteilten sich auf Einzel-LPs, die dann später zu einer Box zusammengefasst wurden (wahrscheinlich nach Auslauf der Ertverwertung). Auch Bernsteins Mahler verteilte sich zunächst auf drei Einzelboxen, bevor dr Klotz mit allen Mahleraufnahmen kam. Auch die Aufnahmen der Harasiewicz-Box asind zunächst als Einzelaufnahmen erschienen, bevor sie dann als Box auf den Markt kam. Irgendwie scheint bei den Menschen ab den 1970er Jahren das Geld lockerer gesessen zu haben.


    Alles in allem eine feine Box und ein ausgezeichntere Einstieg in das Schaffen Chopins. Unweigerlich werden Dir einzelne Werkgruppen besonders gut gefallen und Du wirs dann da zu Vergleichsaufnahmen greifen. Viel Spaß beim Entdecken dieses Cosmos.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello: