Beiträge von Uwe Schoof

    So lasst mich im Bunde derer, die es für lohnenswert halten, die Streichquartette Weinbergs kennenlernen zu wollen, der (bisher) Dritte hier sein.


    Zuerst einmal auch von mir Respekt für das Projekt des Danel Quartetts, sämtliche 17 Quartette des Komponisten einzuspielen, und das mit großer Sorgfalt und Qualität. Ähnlichen Mut und ähnliche Leidenschaft für das Interesse an (bisherigen) Randkompositionen würde ich mir bei so manchen renommierten Quartettformationen wünschen. Auch die Beihefte sind, wie bei CPO ja nicht unüblich, gut gestaltet.


    Den Vorschreibern des Tamino Forums verdanke ich meine Neugierde auf den Komponisten, die mich bereits veranlasst hat, die ersten beiden Folgen der Reihe zu erwerben. Ich habe diese durchgehört und bin überrascht über die Qualität der Musikstücke des mir bisher fast nur vom Namen bekannten Komponisten. Wie ich beim ersten Hören finde, ist in den frühen Stücken viel Bartok und einiges Schostakowitsch drin, und in den späten eher umgekehrt. Das ist für mich wohl eine der verheissungsvollsten Neuentdeckungen der letzten Jahre, was mich dazu führt, auch die restlichen 4 CD zu bestellen, um mir dann ein genaues Bild über Weinberg zu machen und auch hier mitreden zu können.


    Uwe

    Wie ich meine, ist es aus wirtschaftlichen Gründen wohl nachvollziehbar, aber dennoch nicht fein, den alten Namen zu behalten, sofern sich die "eigene" Spiel- bzw. Interpretationskultur im Zuge der Musikerwechsel verändert hat. Sollte es jedoch gelingen, das "Typische" im Spiel beizubehalten, dann sollte der Name auch gerne bleiben. Wenn aber das Borodintypische im Spiel bleibt, kann man gespannt sein, was dann das Neue ist, was in diesem Fall eine erneute Einspielung der DSCH-Quartette notwendig macht.


    Das dürfte dann - wie ich hoffe - spannend sein, besonders weil die DSCH-Quartette zu den Interpretationsschwerpunkten der Borodins gehören.


    Uwe


    Wie ich nun gelesen habe, hat das aktuelle Borodin Quartett eine erneute Gesamteinspielung der Schostakowitsch Quartette für die Decca im Plan. Da bin ich aber gespannt, das werde ich verfolgen. Eine erste CD mit den Quartetten Nr. 1, 8 und 14 ist bereits erschienen. Die "jetzigen" Borodins scheinen den bisherigen Schostakowitschweg also weiterzuschreiten...

    Uwe

    Einerseits bevorzuge ich die Zwölftonquartette Schönbergs und den modalen Miles Davis, gleichzeitig aber auch die "einfachen" Emotionen. So geschieht es immer wieder, dass ich den "Abendsegen" aus Humperdincks "Hänsel und Gretel" auflege. Ich liebe diese Stelle und könnte jedes mal fast heulen, weil sie bei mir wohl irgendwas Verletzliches (?) - oder ist es eine Sehnsucht (?) - anspricht.


    Gerade habe ich sie ein paar mal aus folgender Einspielung gehört:



    Uwe

    Am Samstag spielt das Atrium Quartett in der Hamburger Musikhalle alle Streichquartette von Schostakowitsch an einem Tag. Der Marathon beginnt um 14:00 und endet schätzungsweise um 2:00 nachts. 6 1/2 Stunden reine Spielzeit plus diverse Pausen. Sicher eine Extremherausforderung für Hörer und Musiker. Ich stelle mich ihr.


    Oha, das war ja wohl wirklich ein Hammerprogramm, und bestimmt interessant. Beschreibst Du bitte kurz, wie es so war bzw. wie Du es erlebt hast?

    Mit Genuss und einer gewissen Rührung lese ich die Berichte von moderato und Garaguly, beschreiben sie doch erinnernd persönliche Emotionen beim Kennenlernen der Musik in jüngeren Jahren. Ich vermute, dass dies intensive und bleibende Eindrücke sind.


    Mir erging es, ähnlich wie moderato, auch vor fast exakt 30 Jahren. Ich hörte im Autoradio eine ruhige, traurige und "einsame" Musik, die dennoch eine enorme Ausstrahlung und Kraft hatte. Da ich mitten im Stück einschaltete, konnte ich nicht hören, wer der Komponist des Stückes gewesen ist. Erst nach dem Erklingen nannte der Moderator den Namen "Dmitri Schostakowitsch", den ich mir sofort auf Papier notierte. Es handelte sich um das 15. Streichquartett.


    Kurz nach der Einführung von CDs auf dem Markt waren diese meist noch verdammt teuer. Ich kaufte also kurz nach dem besagten Tag sofort sämtliche Streichquartette Schostakowitschs vom Borodin Quartett in 5 oder 6 einzelnen CDs (Boxen waren damals noch nicht so üblich). Eine dieser CDs beinhaltete das gehörte 15. sowie auch noch das 5. Streichquartett. Diese Beiden wurden sofort meine Lieblingsquartette des Komponisten, und das sind sie bis heute geblieben. Der Komponist war damals noch Neuland für mich, mittlerweile kenne ich wohl alle seine Werke. Während ich auch die äußere Kraft der Sinfonien bewundere, liebe ich seine Streichquartette.


    Uwe

    Liebe Musikfreunde,


    Wie an anderer Stelle vereinzelt festgestellt wurde, ist es zugleich verwunder- wie auch bedauerlich, dass Othmar Schoeck nicht die Popularität genießt, die zumindest einige seiner Kompositionen dies erwarten lassen.


    Ob dies auch für das Kammermusikschaffen gilt, kann ich nicht genau sagen, da mir nur drei Werke in diesem Bereich bekannt sind, die jeweils im Abstand von 10 Jahren entstanden sind:


    Das erste Streichquartett op. 23 halte ich eher für unbedeutend und kraftlos. Ihm fehlt noch die Sicherheit und Eleganz. Das zweite Streichquartett op. 37 schätze ich dagegen etwas höher ein; größere Reife und Sicherheit sind diesem Stück anzumerken. Die Steigerung setzt sich jedoch fort und findet nach meinem Geschmack im "Notturno" op. 47 für Streichquartett und Singstimme (Bariton) ihren Höhepunkt. Das mehr als 30-minütige Werk ist erstaunlich stark, elegant und kraftvoll. Ich finde, dass es qualitativ in die oberste Kategorie gehört.


    Des Weiteren komponierte Schoeck noch drei Violinsonaten, eine Violoncellosonate sowie eine Bassklarinettensonate. Ich bin gespannt, ob Euch die Kammermusik Schoecks vertraut ist und wie Ihr diese beschreibt und bewertet.


    Gruß,


    Uwe

    Auf die Streichquartette Schoecks wurde oben ja bereits kurz hingewiesen. Eine - meiner Meinung nach auch qualitative - Erweiterung erfahren wir durch das "Notturno" op. 47 für Streichquartett und eine Singstimme (Bariton). Es ist ein Werk, das eigentlich erheblich populärer sein müsste...Zur Schoeckschen Kammermusik werde ich mich in Kürze im Kammermusikbereich äußern, allgemein finde auch ich es bedauerlich, dass Schoeck nicht in der vorderen Komponisteniege zu finden ist.


    Uwe

    Liebe Musikfreunde,


    Schostakowitschs letztes seiner 15 Streichquartette, op. 144 in es-moll, wurde vor 40 Jahren, am 15.November 1974, in Leningrad zum ersten Mal aufgeführt. Die Werktaufe sollte wie bei fast allen vorhergehenden Quartetten des Komponisten, eigentlich durch das Beethoven Quartett erfolgen, doch noch während der Vorbereitung des Werkes verstarb der Cellist, sodass die Erstaufführung kurzfristig dem Tanehew Quartett übertragen wurde.


    Und da sind wir auch schon bei den wesentlichen Themen des Werkes: Tod und Abschied. Wo bereits das ein Jahr vorher geschriebene 14. Streichquartett darauf hindeutete, ist das 15. Quartett von diesen Gefühlen von Anfang bis Ende beseelt. Sechs Adagiosätze, denen DSCH die Bezeichnungen "Elegie", Serenade", "Intermezzo", "Nocturne", "Trauermarsch" und "Epilog" mitgab, nehmen die Zuhörerschaft emotional derart mit, wie ich es nur bei wenigen Musikwerken kenne (vielleicht, um in der Quartettbesetzung zu bleiben, noch bei Beethovens "Heiliger Dankgesang" oder beim Adagiosatz von Mendelssohns letztem Streichquartett).


    Ich habe es bereits in einigen, nein: allen Aufführungen von Schostakowitschs letztem Quartett so erlebt: Es herrscht eine unglaublich intensive Atmosphäre während des Spiels. Und nach dem Verklingen des letzten Tons ist die emotionale Spannung fast sichtbar. Nach diesem Werk geht man nicht "einfach so" wieder nach Hause.


    Wenngleich mir das Werk verhältnismäßig gut vertraut ist, bin ich mir immer noch nicht im Klaren darüber, was mich so mitnimmt: Sind es die Gefühle des Todes, des Abschieds, der Ohnmacht, der Leere, der Einsamkeit der Hoffnungslosigkeit, der göttlichen Hingebung - oder auch einfach der wohltuenden Ruhe bzw. Zeitlosigkeit? Ich bin mir da nicht sicher; mal trifft es jenes, mal von Allem etwas, und mal kann ich auch gar nichts Konkretes zuordnen. Auf jeden Fall beschäftigte sich DSCH, wie in den Biographien zu lesen ist, im Umfeld des Werkes häufiger mit den Verlusten vertrauter Freunde durch den Tod, sodass darauf hinweisende kausale Verknüpfungen nicht an den Haaren herbeigezogen scheinen.


    Ich liebe dieses Werk sehr. Es gehört für mich zu den größten Musikkompositionen überhaupt. Noch niemals hat mich eine Liveaufführung dieses Werkes nicht intensivst mitgenommen. Dennoch verselbständigen sich diese Gefühle nie, sondern bleiben stets am Werk. Das belegt für mich die starke und kraftvolle Handschrift Schostakowitschs, so wie ich es nur bei wenigen Komponisten kenne.


    Ich bin mal gespannt, wie das Quartett von Euch, falls bekannt, aufgenommen wird.



    Gruß,


    Uwe

    Selbstverständlich - wenn wir die Quartette Beethovens oder Schönbergs haben, haben wir schon "alles". Aber da die Kunst uns "verrückt", wollen wir mehr...


    Ich habe dieses Jahr weniger CD gekauft, dafür habe ich häufiger Konzerte oder Opern besucht. Ein Konzertbesuch kostet zwar meist mehr als das dreifache einer CD (oder wie auch immer), ist meist aber vielfach eindringlicher - und damit effizienter.


    Nächstes Jahr werden bei mir aber wieder mehr CDs dazukommen; wahrscheinlich mehrere Streichquartette der letzten Jahrzehnte...


    Uwe

    Streichtrios empfinde ich, obschon Kammermusikliebhaber, etwas .....schlank. Mir fehlt da meist etwas an Abrundung und Dichte.


    Dennoch--das Trio Schönbergs ist wunderbar. Vielleicht scheint da nicht so viel zu fehlen, weil es nicht tonart- und damit harmoniebezogen ist. Eine tolle Einspielung:



    Uwe

    Gerade habe ich Beethovens Streichquartett op. 130 / Fugenschluss, eingespielt vom Takacs Quartett, auf meiner neu erworbenen CD gehört. Das ist, wie ich finde, auch eine sehr gute, interessante und an manchen Stellen eigenwillige Interpretation - an anderer Stelle nach mehrmaligem Hören mehr.



    Uwe

    Ich sehe es ähnlich wie Wolfram; das Stück wirkt eher wie ein Bericht denn ein Tauergestus oder eine sonstige emotionale Öffnung. Aber dennoch nicht wie ein nüchterner, sondern durchaus angespannter Bericht. Wenngleich ich kein Freund von Tonbandeinspielungen und froh bin, wenn Musiker möglichst ohne elektronische Hilfen auskommen, wirkt das Stück für mich durchaus emotional, auch - oder gerade deshalb - ohne äußerliche Ausschweifungen.


    Uwe

    Durch die obengenannte Einspielung des LaSalle Quartetts habe ich das erste Penderecki-Quartett kennengelernt. Ich habe die abgebildete CD mit eben diesem Cover. Ich sehe es so wie lutgra: Der damals ungefähr 27-jährige Komponist scheint sich klanglich ausprobiert zu haben. Als Geräuschmusik empfinde ich das Stück jedoch nicht so sehr; es wird weniger geschrammt, gekratzt oder geclustert als vielmehr gezupft und gemäßigt auf die Saiten geschlagen. Die LaSalles spielen dies ziemlich deutlich und klar, sodass der Verlauf des Stückes gut nachvollziehbar ist. Das Prinzip bzw. das Wesen der Komposition kann ich bisher nicht so recht erfassen.


    Übrigens beinhaltet die CD auch tolle Einspielungen der großen Quartette von Lutoslawski und Cage sowie das kleinere Stück von Mayuzumi.



    Uwe

    Bei mir läuft gerade die abgebildete CD mit Kammermusikwerken von Marc Monnet, wie sein Streichquartett, Hornquartett und, für mich klanglich schön, ein Stück für Klarinette, Fagott, 2 Bratschen, 2 Celli und 2 Kontrabässe, letzteres gespielt von Mitgliedern des Ensembles 2e2m.



    Uwe

    Soeben habe ich die abgebildete Box der späten Streichquartette Beethovens, eingespielt vom Takacs Streichquartett, bestellt. Eigentlich habe ich genügend Einspielungen dieser wunderbaren Werke; aber die Beschreibungen in diesem Forum haben mich dennoch neugierig gemacht...



    Uwe

    In Köln werde ich in den nächsten Tagen Detlev Glanerts "Solaris" in Köln besuchen. Deshalb lese ich zurzeit Lems Roman, der ja als Vorlage für die Oper dient.


    Gerne würde ich auch noch vor dem Opernbesuch das Opernlibretto lesen, weiß jedoch nicht, wie ich daran kommen kann (gerne käuflich). Hat jemand von Euch eine Idee?


    Uwe

    Insgeheim habe ich über diese Fragestellung auch schon gelegentlich nachgedacht, obwohl ich es nicht wollte.


    Bei meiner Beerdigung würde ich mit die ersten beiden Sätze aus Beethovens Streichquartett op. 127 wünschen. Da steckt viel von mir drin.


    Wenn ich das Glück haben sollte, mir für mein letztes Stündlein Musik zu wünschen zu können, wäre dies das Klarinettenquintett von Max Reger.


    Uwe

    Den Spagat zwischen Regulierung und Laufenlassen finde ich in diesem Forum ziemlich gelungen, wozu Alfred und die Moderatoren mit Mühe und Geschick sehr beitragen. Das heißt nicht, dass es in der Vergangenheit keine Fehler gegeben hat; aber ich schätze insbesondere Alfred so ein, dass er aus diesen lernen will, weshalb er auch in Threads wie diesen immer wieder mal hinterfragt.


    Ich gehöre wohl hier zu den wenigen, die Alfreds Meinung hinsichtlich der PN-Funktion teilen. Alleine die Möglichkeit, sich "verdeckt" auszutauschen, weckt Begehrlichkeiten, sich "außermusikalisch-zwischenmenschlich" zusammenzutun, und was dann noch schlimmer ist, andere auszugrenzen bzw. zu mobben. Das würde dann die Energie nehmen, sich "zwischenmusikalisch" auseinanderzusetzen, was einen Verlust bedeuten würde. Gerade Letzteres macht doch ein Musikforum lebendig. Das Nebeneinander von Austausch musikalischen Wissens und Austausch musikalischer Empfindung ist doch gerade das, was sowohl Kenner der Materie wie auch interessierte Laien anzieht und zusammenhalten kann.


    Und - nebenbei - gerade die Musik ist doch ein ausgezeichnetes und für Viele von uns eigentlich geeignetes Medium, an dem sich Emotionen und "Privates" festmachen und als Basis für leidenschaftlichen Austausch dienen kann; will heißen: die Musik trägt doch geradezu das "Menschliche", und im Austausch das "Zwischenmenschliche". Ich finde, dass die ersten Tamino-Jahre, in denen der persönliche Austausch hauptsächlich über die Musik ablief, dies belegen, zumindest darauf hindeuten.


    Ich meine, dass unser Forum prinzipiell ziemlich gut läuft, bedauere allerdings, dass in der Folge von mir nicht bekannten Geschehnissen (ich lese wenig Tritsch-Tratsch) vor einigen Jahren gerade viele Freunde der Kammermusik und Neueren Musik verschwunden sind. Das ist für mich persönlich ein Verlust; ich beneide die meisten hier, die sich besonders für Opern, Dirigenten, Sänger, Mozart und Bruckner interessieren...


    Uwe

    Ich finde, dass das SQ op.11 ein guter Einstieg in die Kammermusik wäre. Eingängiger geht es doch wohl kaum. Oder ist das dann zu eingängig?


    Für Viele ist es bestimmt ein guter Einstieg, allzu eingängig (im negativen Sinn) finde ich das erste Quartett allerdings nicht; immerhin ist der Rhythmus des erstes Satzes durch die Konzentration auf das Fünfermetrum und diversen Wechseln so gewöhnlich auch wieder nicht, und auch sonst ist die Handschrift Tschaikowskis alles andere als platt. Ich finde dieses erste Quartett eigentlich ganz schön. Nach dem ordentlichen Einleitungssatz gefällt mir das etwas süßliche Hauptthema des Andante ziemlich gut, wenngleich die Füllstimmen auf der "2" beim zweiten Thema (mit dem Pizzikato im Cello) etwas nerven. Wieder einmal gibt es einen einzigen Satz, der mich (nicht gerade allzu großer Freund der dritten und vierten Sätze) wegen seiner Unruhe einfach nur nervt; in diesem Fall ist es der kurze dritte Satz. Den Schlusssatz höre ich überraschenderweise wieder ganz gerne, da er nicht so hektisch ist.


    Ich habe die Streichquartette und das Sextett in der selben Ausgabe wie Johannes, nämlich der von "Melodiya". Das Borodin Quartett mit Rostropowitsch ist fantastisch; die Musiker spielen gleichsam sehr akzentuiert und deutlich wie auch lebendig. Da wirken auch die Frühwerke des Komponisten ziemlich rund.


    Uwe

    Celibidaches Interpretation habe ich mir in den letzten beiden Tagen mehrmals angehört, um, bevor ich mir eine Meinung bilde, mich nicht allzusehr von der Gewohnheit beherrschen zu lassen. Mir geht es hierbei beim Hören dieser Einspielung ähnlich wie Wolfgang. Ich kann dieser Langsamkeit in diesem Stück - bisher - nicht viel abgewinnen. Wie ich finde, lebt "Romeo und Julia" von der Dramatik durch die Geschwindigkeiten. Auch wenn ich das Stück als unprogrammatische Musik betrachte, erschließt sich mir seine Schönheit durch jugendlich-leidenschaftliche Gestaltung, die dem Wesen der dramatischen Geschichte in der Tat gut nachempfunden ist und den Titel insofern auch völlig zurecht trägt.


    Romeo und Julia - das hat für mich erst einmal mit Feuer, Leidenschaft und Begehren zu tun. Und bei dem dramatischen Schluss der Geschichte möchte ich als mitfühlender Leser mit klopfendem Puls am liebsten die Zeit anhalten - um die beiden Liebenden zusammenzubringen. Celibidache hält die Zeit von Beginn an fest und lässt erst gar kein Aufkommen von Begehrlichkeiten zu. In dieser Langsamkeit hätten sich Romeo und Julia wahrscheinlich erst gar nicht kennengelernt. Vielleicht hätten sich ihre Großeltern in dieser Entspanntheit wieder vertragen...


    Da ich seit mehreren Jahren gar keine Aufnahme zu Hause habe, ist nun die Abbado-Box zu mir unterwegs. Ich freue mich über das Interesse hier und bedauere, dass auf dem Markt so wenige Einspielungen erhältlich sind.


    Uwe

    Angeregt durch die Beiträge in dem von mir selbst gestarteten Thread über Tschaikowskis "Romeo und Julia" habe ich die abgebildete CD-Box bestellt, da diese hier ganz gut bewertet wurde. Ich selber habe seit dem Aufkommen der CDs und dem Verlust meiner LP-Sammlung keine einzige Einspielung mehr, habe das Stück immer nur "gelesen".


    Gleichzeitig lasse ich mir auch meinen Lieblings-Antonioni kommen (ich weiß, gehört nicht hierher).



    Uwe