Hallo,
ich finde diese Bach-Kantate bei jedem Hören wieder aufs Neue überwältigend. 
Zunächst der betrübte Beginn, der sich langsam im Verlauf der weiteren Teile aufhellt, um schließlich in dem herrlich, strahlenden Chorsatz "Das Lamm, das erwurget ist" zu gipfeln. Ich empfinde es bei jedem Hören so, als ob der homophone Satz, bevor die Fuge über "Lob und Ehre und Preis und Gewalt sei unser’m Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit" einsetzt, wie ein gewaltiger "Doppelpunkt" wirkt: "Seht her!! Stimmt alle mit ein!!" "Lob und Ehre und Preis und Gewalt sei unser’m Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit".
Besonders gut kommt dies für meinen Geschmack in der Aufnahme mit Ton Koopman zum Ausdruck:

Das flotte Tempo tut diesem Chorsatz sehr gut. Die Fuge über "Lob und Ehre und Preis und Gewalt sei unser’m Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit" hat vom ersten Ton ab einen unheimlichen "Drive". (Da verfliegt jede schlechte Laune.)
Weniger gewaltig klingt IMO der Chorsatz in der Aufnahme mit Philippe Herreweghe. Er wählt für meinen Geschmack das Tempo etwas zu langsam, besonders in der Fuge.

Viele Grüße
Sinfonie
