Beiträge von Peter Pasdzierny

    Robert Schumann sagte einst über Mendelssohn, dieser sei der "Mozart des Neunzehnten Jahrhunderts" - das trifft was mich angeht die Sache im Kern und ist der Grund, warum ich Mendelssohn sehr schätze.


    Mendelssohns Musik ist ähnlich geistreich, nicht behäbig, erhebend und abwechslungsreich wie Mozarts. Der frühromantische Kontext macht dann den Unterschied aus - sonst hätten wir ja beinahe einen zweiten Mozart. Aber bei Mendelsohn kann ich das Romantische bestens "verkraften". Denn es bleibt immerhin mittelt zum Zweck zu schönster Musik, die für sich selber spricht.


    Man nehme im allgemeinen z.B: das erste Klavierkonzert.


    Und folge im Speziellen dem Hinweis auf den letzten Satz des dritten Klavierquartetts Opus 3. Dem Werk gemäß steht der Satz in h-moll - ein ganz außergewöhnliches, sehr dichtes Energiebündel. Wohlgemerkt von einem 15-jährigen Komponiert [sic!]

    Nun, wenn Mozart Ersatzstücke für fremde Werke komponierte, liegt es auf der Hand das in erster Linie für die eigene Gunst gehandelt wurde. ABer KV 175 ist immerhin sein eigenes Werk und er spricht doch in seinen Briefen oftgenug über seinen feinen Musikgeschmack und seine feinen Ohren. Also könnte man in Erwägung ziehen, dass ihm seine eigenen Werke zu wertvoll sind um sie bloß der Publikumswirkung willen zu "verunstalten" - sicherlich auch dieses, aber doch (zumindest für ihn selbst) auf seinem hohen Niveau - will sagen nichts, was ihm nicht selbst genügt. KV 382 tut das als Satz selber sicherlich - aber meine Frage zielte ja auf die Kombination mit den ersten beiden Sätzen von KV 175. Also nehme ich an, dass erauch seine musikalischen Gründe hatte (und nicht NUR äußere) - daher die Frage ob sich seine Vorstellung in diesem Fall von unserer unterscheidet.


    :hello:


    Peter

    Zitat

    Original von Ulli
    Was das nachkomponierte Variationen-Rondo KV 382 betrifft, so finde ich es - für sich betrachtet - ein sehr reizendes Stück, aber leider nicht zu KV 175 passend. Mir persönlich gefällt der originale Finalsatz wegen seiner (wenn auch nicht besonders ausgedehnten) Kontrapunktik weitaus besser (ich war zeitweise besessen von diesem Satz). (...) Wirklich passen tut KV 382 hingegen nicht. Ich finde, man merkt die zeitliche Differenz zwischen den beiden Kompositionen sehr deutlich. Ich höre KV 382 immer separat und KV 175 in seiner Urfassung.
    Ulli


    Das handhabe und sehe ich genau so. Mit dem originalen Schlussatz ist KV 175 ein in sich geschlossenes Meisterwek. KV 382 ist genau so genial, aber eben auf ganz anderer Weise. Daher scheint er auch mir nicht recht zu den ersten beiden Sätzen von KV 175 passen zu wollen. Ich frage mich, ob Mozart das ähnlich gesehen hat, aber trotzdem aus "Geschäftstüchtigkeit" (und hintersinnigem Vergnügen?) den alternativen Schlusssatz komponierte, oder ob hier sein Geschmack und seine musikalische Vorstellung mit der unseren (heutigen) auseinander gehen.



    Zitat

    Original von Ulli
    Weiter hält Flothius nach den Vorbildern Michael und Joseph Haydns auch eine Ausführung auf der Orgel für möglich.
    Ulli


    Gibts es eine solche Aufnahme? Das wäre sicher mal interessant (auch wenn ich e smir ehrlich gesagt schwerlich passend vorstellen kann)


    Gruß,
    Peter

    In der nächtlichen Ruhe erklingt bei mir gerade einmal mehr besagtes Konzert. Ich schätze es sehr und offensichtlich gibt es noch keinen Thread in dem es besprochen wird (zumindest hab ich keinen finden können). Also befand ich es für an der Zeit einen solchen zu starten:


    Das Konzert in D-Dur für ein Klavier und Orchester hatte lange Zeit einen besonderen Ehrenplatz unter allen Konzerten Mozarts inne: Es galt als sein erstes echtes Solokonzert. Zwar hat es diesen "ersten Platz" eingebüßt, seit der Datenschwindel mit den Violinkonzerten aufgedeckt wurde, aber das schmälert nicht seine Bedeutung und seinen Wert als Mozarts echtes erstes Klavierkonzert.


    Erste Gehversuche auf dem Gebiet des Klavierkonzertes hatte Mozart zwar bereits getan - er bearbeite unter Mithilfe des Vaters Klaviersonaten von Raupach, Schobert, Honauer und C.P.E. Bach, sowie drei Jahre später Sonaten von J. C. Bach (KV 37, 39, 40, 41 sowie KV 107) zu "Konzertchen" für Klavier und Orchester um. Dabei komponierte er jedoch sehr wenig selbst, sondern arrangierte vielmehr und schuf Orchesterbegleitungen, wobei er jedoch durchaus bereits einiges Geschick bewies. In der Tat wurde diese Werke lange Zeit alle als original Werke Mozarst angesehen.


    Mit KV 175 betritt Mozart dann jedoch die eigene große Kompositionsbühne des Klavierkonzertes - einer Gattung die noch recht jung war und zu deren Entwicklung Mozart (wie nach ihm Beethoven) maßgeblich beigetragen hat. Die Beschäftigung mit dieser (meiner liebsten :-) ) Musikgattung zieht sich durch sein gesamtes Leben bis in sein Todesjahr 1791. In er Zeit entstanden 21 vollständige Konzerte, sowie zwei Konzerte für zwei, bzw. drei Klaviere und Orchester. Dank dieser lagen Beschäftigungszeit kann man an den Klavierkonzerten natürlich sehr viel von Mozarts musikalischer Entwicklung nachvollziehen.


    Dennonch möchte ich behaupten, dass KV 175 keineswegs ein schlichter, einfacher oder gar nur mäßiger Einstieg sei. Ganz im Gegenteil. Mozart stürzte gleich einige Konventionen um und entfaltet so ein ansehnliches jugendliches Meisterwerk. Bei seiner Vollendung war Mozart 18 Jahre alt.


    In der barocken Festtonart D-Dur setzt Mozart ein recht großes Orchester mit Pauken und Trompeten ein (darüber hinaus zwei Oboen, zwei Hörner und Streicher).


    Vergleicht man das Konzert mit den späteren Werken so sind alle drei Sätze recht kompakt (auch kurz) und sehr dicht komponiert. Das verleiht dem Konzert viel Energie und ein stetes vorwärts treiben. Außerdem ist es durchaus sehr virtuos. Beides trifft in Maßen auch auf den langsamen Mittelsatz zu, der dennoch ein schön kantabel ist und Raum hat zum Atmen.


    Der Schlusssatz ist kompositotisch recht innovativ und anspruchsvoll. Es heißt gelegentlich er überforderte die damaligen Zuhörer, so dass Mozart später einen alternativen Schlusssatz komponierte - das Rondo KV 382 (welches allerdings eigentlich gar kein Rondo ist, sondern ein Variationssatz). Ganz im Gegensatz ist dieser alternative Schlussatz eine völlig "harmlose" Komposition, dessen Thema an Simplizität kaum zu überbieten ist. Trotzdem (und hier sieht man Mozarst entwickelte Kunst) ist es eigentlich sehr genial und witzig. Man mag Mozart hier sicherlich keine schlechte (weil so eingache) Komposotion vorwerfen, sondern gewisse hintersinnige Gedanken - was sich eben in der Witzigkeit des Satzes audrückt.


    Dieser neue Schlusssatz ist erst 1782 in Wien entstanden, was zeigt, dass Mozart selbst das Konzert sehr schätze. Nachdem er es schon in Mannheim (und vermutlich auch in München) 1777 wieder hervorgehohlt hatte, spielte er in in seiner regen Konzerttätigkeit in Wien zumindest noch in zwei Akademiem. In allen Fällen schrieb er nach hause, wie sehr das Rondo gefalle. Auch Mozarts angebete Aloysia Weber hörte das Konzert in Mannheim. Ihr hingegen gefiel der langsame Mittelsatz so gut, dass Mozart es in der Konzertarie KV 294 (für Aloysia) zitiert. In Mannheim/München arbeitete Mozart die Obenstimmen und die erste Hörnerstimme nochmals um.


    Vermutlich ebenfalls erst 1782 enstanden (zusammen mit dem neuen Schlusssatz) sind die für den ersten und zweiten Satz (sowie für KV 382) überlieferten Kadenzen zu diesem Konzert. Beide sind in leicht alternativen Versionen vorhanden.


    Spieltechnisch sieht man den Noten noch die beschränkten Möglichkeiten der damaligen Istrumente an: Der Klavierpart beschänkt sich auf den Tonraum von A - d3.


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    Ich persönlich schätze das Konzert wie erwähnt sehr. Es bewegt sich zwar kaum nach moll, aber trotzdem ist es nicht bloß leicht und heiter. Es hat sein Gewicht und einen wie ich finde ganz eigenen Charm, den keines der späteren Konzerte nochmals aufweist. Die Virtuosität und die überschäumende Energie bereiten einen würdigen ersten großen Auftritt für den großen Komponisten und Pianisten Mozart. Das lässt es in meinen Augen bereits zu einem größeren Meisterwerk geraten als die beiden nachfolgenden Klavierkonzerte (KV 238 und 246 in B und C), obwohl auch diese schlichteren Werke ihre Qualität und ihren wieder eigenen Charm haben.


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    Ich besitze folgende Aufnahmen:


    - Daniel Barenboim mit den Berliner Philharmonikern
    - Derek Han mit dem Philharmonia Orchestra
    - Vladimir Ashkenazy mit dem Philharmonia Orchestra
    - Matthias Kirschnereit mit den Baberger Symphonikern unter Frank Beerman


    Erstere Aufnahme war die erste, die ich von diesem Werk hatte - und sie wird noch lange einen festen Platz in meinem CD Spieler behalten. Barenboim als Routinier hin oder her - auf eine ganz besondere Weise ist Mozart bei ihm immer gut aufgehoben (heute auch als Dirigent, besonders von langsamen Sätzen - z.B. KV 467 Andante, oder das Adagio aus der Gran Partita - da ist er einer der ganz großen).


    Im ganzen und wesentlichen meiner Mozartvorstellung entspricht jedoch die Aufnahme von Matthias Kirschnereit - Das gillt nicht nur für dieses Konzert, sondern für die ganze Box mit allen Konzerten. Man vergleiche dazu das Vorwort im Begleitheft - könnte ich geschrieben haben ;-)


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    So...
    ...nun bin ich gespannt wer von euch Mozarst erstes Klavierkonzert ebenfalls so schätzt (und auch wer nicht!) und was es noch alles zu ergänzen gibt, was ich natürlich vergessen habe *Ulli herbei zitier* :jubel:


    :hello:


    Gruß,
    Peter

    @ Ulli: Ok ok ich sehs ja ein ;-)


    Hier also noch mal als "auswertbare Liste" (die aber je nach Stimmung variiert - also eine momentane Liste):


    12 Punkte - Mozart KV 595 - B Dur
    11 Punkte - Mozart KV 466 - d-moll
    10 Punkte - Mozart KV 450 - B-Dur
    9 Punkte - Mozart KV 365 - Es Dur
    8 Punkte - Mozart KV 175 - D Dur
    7 Punkte - Mendelssohn Nr.1 - g moll
    6 Punkte - Chopin Nr. 2 - f moll
    5 Punkte - Beethoven Nr. 4
    4 Punkte - Beethoven Nr. 3
    3 Punkte - Beethoven Nr. 5
    2 Punkte - Beethoven Nr. 2
    1 Punkt - Beethoven Nr. 1


    Zufrieden Ulli? ;-)

    Zitat

    Original von Karin H.
    Ohne Frage sind mir Mozarts Klavierkonzerte am liebsten.


    Da bleibt mir nichts weiter als dem ganz uneingeschränkt zuzustimmen! Ich kann zwischen Ihnen eigentlich keine Prioritäten führe, das würde der Sache auch einfach nicht gerecht.


    Dazukommen ohne Frage die 5 Konzerte Beethovens, sowie besonders das erste von Mendelssohn und die beiden von Chopin.

    Nun, ein großer Komponist wie Schubert wird mit seiner von Ulli zitierten Frage wohl mehr auf die Kunst an sich, als auf ihre Wirkung abgeziehlt haben. Und da Musik als Kunst für sich genommen (wie jede andere Kunst auch) meiner Ansicht nach nicht lustig sein kann, stimme ich dem "Ich nicht" Schuberts vollends zu. In der Wirkung kann, wie vllt. andere Werke auch, dieses Klavierkonzert von Mozart bei oberflächlichem Hören "lustig" erschdeinen. Aber da würde ich einwenden das Leichtigkeit wohl kaum pauschal mit lustig gleichzusetzrn sei. Dies sei zumindest angemerkt, auch wenn das wohl keineswegs Ullis Absicht war. Denn ein gewisser geitreicher Witz geht von diesem Werk natürlich durchaus aus! Aber ich erachte es keinesfalls als lustig!


    Was an diesem Werk, bzw. am Thema des dritten Satzes weiter auffällt, ist eine gewisse Vorwegnahme der nur allzu bekannten "Papageno, Papagena" Arie aus der Zauberflöte. Und noch auffälliger ist es, dass auch der dritte Satz des vorvergehenden Konzertes KV 456 in F-Dur die selbe Arie thematisch vorrausahnt! Mich erfreuen solcherlei Stellen immer sehr :-)


    Lustiger Weise habe ich diese beiden Konzerte erst spät vollends entdeckt, bzw. ihre Schönheit voll erkannt. Zuvor endeckte ich mich wieder und wieder die Schönheit der anderen Konzerte, doch KV 456 und KV 459 blieben etwas außen vor. Ich schaltete gerne weiter wenn sie im CD Spieler an der Reihe waren, obgleich sie mir nicht missfielen.


    Inzwischen mag ich kaum noch Präferenzen über Mozarst einzelne Klavierkonzerte oder einzelne Sätze daraus äußern. So lieb und gleichwertig erscheinen sie mir alle. Allerdings glaube ich inzwischen (wenn man auch auf spätere Zeiten schaut), dass KV 467 in C-Dur sein großartigstes Konzert ist (nicht unbedingt das schönste und auch nicht unbedingt das genialste - aber sein großartigstes) :jubel: :jubel: :jubel:


    Nun ja, um beim Thema zu bleiben, nochmals meine These:


    KV 459 - geistreicher Witz: JA! - lustig: NEIN!


    :hello:

    Schon vor ein paar wochen erworben:



    Darauf enthalten:


    Op. 36 - Konzert für Klarinette und Orchester in Es-Dur


    sowie:


    Op. 35 & 91 - Konzerte für zwei Klarinetten und Orchester, ebenfalls in Es-Dur.


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    Wie bei vielen von Mozarts Zeitgenossen zwar auf jeden Fall schöne Musik. Aber ob diese Konzerte dann doch eher zu den Bildern gehören in denem man im Musuem eher vorbeigeht muss jeder für sich entscheiden.


    Die C.M.v. Weber ähnliche Virtuosität der Klarinetten Parte ist jedenfalls durchaus reizvoll - ebenso wie einige deutliche Anklänge an mozartsche Wendungen und der ehrgeizig-schwungvolle Einsatz der Pauken, welche den schnellen Sätzen stetiges Vorwärtsdrängen bescheren.


    Die langsamen Sätze stehen durchweg in moll mit einigen Pathos geladenen Stellen, die aber nicht immer den ganzen Satz durch ihr angemessenes Gleichgewicht finden

    Naja, KV 502 oder 503 hin oder her...machen wir doch weiter :-)


    Mit KV 549 hat Ulli sich ja typischer Weise mal wieder was ganz Delikates rausgesucht, was die Komplexität der das Werk betreffenden Fragen angeht :D


    KV 549 ist eine durchaus ganz reizende sog. Canzonetta, die aller Vermutung nach für die Verwendung im Hause Gottfried von Jacquins entstanden ist; jenem guten Freund Mozarts, mit dem er in den späteren Wiener Jahren viel verkehrt hat - sowohl durch Briefe, als auch durch viele Besuche in geselliger Abendrunde, bei denen es wohl durchaus recht lebhaft (um nicht zu sagen wüst) zu ging.


    In G. v. Jacquin liegt KV 549 betreffend auch das "Problem", denn das Werk ist in mehreren Punkten stritig. Es steht in F-Dur und ist für 2 Sopran sowie eine Bassstimme geschrieben (Text von Piedro Metastasio). Ergänzt wird es durch drei Basetthörner als Begleitung (Bassethörner/Klarinetten).


    Erstens ist diese letztere Begleitung zweifelhaft. Es existiert kein Autograph und es scheint dass die Begleitstimmen erst später hinzugefügt wurden - zudem wird eben die Autorschaft Mozarts derselben bezweifelt.


    Aber auch die Singstimmen sind nicht 100% gesichert von Mozart. Denn unter anderem von Konstanze werden die Singstimmen eben Gottfried von Jacquin als Komponist zugeschrieben. Es existieren zwar auch Hinweise die doch auf Mozart deuten, aber bislang gibt es keine Klarheit und zumindets sind Konstanzes Bemerkungne nicht einfach pragmatisch von der Hand zu weisen.


    Vielleicht wird die Mozartforschung eines Tages Klarheit bringen...so lang ist es einfach ein reizendes kleines Stückchen Musik.


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    Da Ulli uns ja immer wieder auf den SPaß des Mozartforschens Hinweist hier auch ein nicht ganz gewöhnlicher Fall als nächstes Stück:


    KV 402


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    PS; Hier passts ja eigentlich besser deshalb hier noch mal: Man vergleiche mal die Anfänge (ca. 5 Sekunden) von KV 334 und KV 537 =) als kleine Freude für alle, die es noch nicht gehört haben.

    Fand Sakows Idee eigentlich ganz nett (ganz aufschlussreich oder zumindest interessant wer hier dann welches Werk vorschlägt) und vergnüglich.


    Hier also ein Versuch das Spielchen wieder zu beleben. Zur Erinnerung: Jemand nennt ein Werk und der Nachfolger kann mehr oder minder ausführlich nach seinem Belieben sich dazu äußern um anschließend selber ein anderes Werk vorzubringen:



    Ich wähle KV 452 (hatte ich eigentlich auch vor, aber dann hat ein Zufallsgriff in das 1024 seitige Köchelverzeichnis Just mich eben auf der Seite zu KV 452 landen lassen.


    Was das nichts heißt ;)


    Also bitte:


    Wer teilt meine innige Begeisterung für dieses großartige Werk?

    Ein Punkt der inzwischen vllt. weniger spektakulär klingt aber in meinen Augen eigentlich einer der wesentlichsten ist (schließlich sind viele Inhalte der Anekdoten etwas banal oder zumindest für Mozarts Musik eigentlich uninteressant - wahrheitsgemäß hin oder her), ist die weit verbreitete Vorstellung Mozart habe tatsächlich rein im Kopf komponiert und die im Geiste fertigen Kompositionen schlichtweg nur auch zu Papier gebracht.


    Sicher, ich zweifle kaum daran, dass er ein Meister auf diesem Gebiet gewesen sein dürfte - und mit großer wahrscheinlichkeit gillt diese These durchaus für einige, wenn nicht viele der kleineren (Gelegenheits-) Werke.


    Aber nicht zuletzt die neueren Studien des Mozartforschers Ulrich Konrad (vorwiegend im Rahmen der "Neue Mozart Ausgabe" entstanden) haben zu Tage gebracht, dass Mozart zumindets bei gewichtigen Kompositionen sehr wohl in mehreren Arbeitsschritten und Etappen komponierte:


    So bestand der erste Schritt oft tatsächlich durch gewisse Skizzierungen des Werkes, bzw. einzelner musikalischer Ideen oder thematischer/motivischer Abschnitte.


    Anschließend komponierte Mozart (z.B. bei einem Solo-Konzert) die Solostimme und die grundlegend wichtige Basslinie. Dazu kamen an verschiedenen Stellen das harmonische Grundgerüst, besondere Wendungen oder die wesentlichen Begleitstimmen.


    In diesem Status betrachtete Mozart das Werk oft als bereits fertig komponiert. Den letzten Tätigkeitsschritt, nämlich das vollständige Ausführen der Begleitung (also der Instrumentalstimmen) betrachtete oder bezeichnete er meist lediglich als "das schreiben".


    Auf diese Tatsache bezieht sich also Mozarst einigermaßen viel zitierter Satz: "Componiert ist schon alles, aber geschrieben noch nicht."


    Teilweise hat er dieses "schreiben" garnicht selbst vorgenommen, sondern wie zu der Zeit üblich den geübten Copisten überlassen. Zumindest wohl wenn er auf Reisen oder in Eile war. (Für letzteren Absatz hab ich gerade keine Quellen parat)



    Wie gesagt meiner Meinung nach handelt es sich hier um eine der wichtigsten fälschlichen Vorstellungen um Mozart. Zumindest was sein Ansehen als "genialer" Komponist betrifft.


    Liebe Grüße,
    Peter



    PS: Man vergleiche die ersten ca. 5 Sekunden von KV 334 und KV 537 - Zufällig gerade gehört, als kleine Freude für die, die noch nicht darauf gestoßen sind.

    "Neues"
    ausführliches thematisches und so gut als möglich chronologisches Verzeichnis sämtlicher Werke
    Wolfgang Amadé Mozarts
    Nebst aller zweifelhaften, verlorenen oder fragmentarischen Kompositionen und Skizzen soweit diese bekannt sind
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    Liebe Taminoaner und Mozartfreunde,


    die Idee ein solches neues Mozartverzeichnis zu erarbeiten, kam mir aufgrund der Überhohltheit der "aktuellen" 6. Auflage (7. & 8. Auflage = unveränderte Nachdrucke) naheliegender Weise schon vor einigen Monaten. Doch wie es immer so geht packt man so etwas nie an; lässt sich abschrecken von der vielen Arbeit die dahinter steckt und schiebt die Idee immer weiter vor sich her.


    Doch jetzt, nach einigen Monaten hab ich mich endlich aufgerafft und mit der Arbeit begonnen.


    Die Gründe warum ich mir diese ganze Arbeit machen möchte sind verschiedene:


    - Zum einen hätte ich gerne ein Mozartverzeichnis das meinen besonderen Vorstellungen und Ansprüchen genügt, was das Köchelverzeichnis (veraltet hin oder her) generell nicht in allen Punkten tut.


    - Desweiteren geht es natürlich tatsächlich darum ein (möglichst) vollständiges und dem aktuellen Stand der Mozartforschung Rechnung tragendes Mozartverzeichnis zu haben - denn auch wenn man die Informationen auch heute immer irgendwo finden kann ist es doch sehr kontraproduktiv ein veraltetes Werkeverzeichnis zu verwenden...was durch andere Literatur ergänzt werden muss um an alle relevanten Informationen zu kommen.


    - Mein Hauptgrund ist jedoch eigentlich ein persönlicher, nämlich dass ich als Mozartliebhaber durch die Erarbeitung eines aktuellen Werkeverzeichnis mich notwendiger Weise mit jedem Schnipsel Musik, der je Mozarts Geist und Feder entsprang (sofern noch vorhanden :D ) beschäftigen MUSS. Und ich somit ein noch umfassenderes Wissen über seinen Werkbestand erlange, auch jedes Werk endlich zu Gehör bekomme, falls ich es doch noch nicht kenne, mich auch mit allen Werken die ich bereits kenne erneut auseinander setzen muss, mehr über die Entstehungsgründe zu seinen Werken erfahre (im Detail), und mich intensiv mit den Datierungs- und Echtheitsfragen auseinandersetzen muss.


    All die Aspekte des letzten Punktes sind für mich Grund genug ein neues Verzeichnis zu erarbeiten, deshalb hoffe ich, das dieser Thread nun nicht mit Hinweisen überschwemmt wird die da lauten: "Warum machst du dir so eine Arbeit, es kommt doch eh bald eine neue, aktuelle Version des Köchelverzeichnisses" etc. Das ist mir natürlich durchaus bewusst, aber wiegesagt weiß ich ja nicht, ob das neue aktuelle KV dann meinen Vorstellungen entspricht (s.o.) und außerdem geht es mir wie dargelegt besonders um die Tatsache, dass ich dadurch Mozarts Werk noch viel eingehender kennenlerne und mir Überblick verschaffe.


    Außerdem warte ich nicht gerne :-P
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    Nachdem ich nun dargelegt habe worum es geht nun zum eigentlich Sinn dieses Theads:


    Um dieses Projekt realisieren zu können brauch ich natürlich jede Menge Informationen bezüglich der Werke Mozarts. Das Problem ist offensichtlich, dass diese Informationen über so viele Bücher, Werkverzeichnisse, Einzelaufsätze oder Zeitschriften und CDs verteilt sind, dass es schwierig ist sie alle zusammen zu tragen, bzw. die wichtigen herauszufiltern und zu besorgen.


    Und hier ist der Punkt an dem ihr mir helfen könnt, sofern ihr an Mozarts interessiert seid und dieses Projekt unterstüzenswert findet:


    Natürlich habe ich schon die wichtigsten Quellen zusammengesucht etc. etc. etc. pp aber ich kann hier jede noch so kleine Informationen gebrauchen und bin dankbar für jeden weiteren Tipp den ihr mir geben könnt. Ihr könnt also in diesem Thread alles posten, wovon ihr denkt, dass es mir bei meiner Arbeit weiter helfen kann.


    Im Folgenden geb ich mal einen groben Überblick an Informationen die ich brauchen kann (denn naheliegender Weise brauche in diesem Thread keine Informationen à la "Mozart war linkshänder", oder "Mozart kleidete sich so und so"):


    1. Muss ich alles zusammentragen was je duch Mozarts Feder ging, bzw. mit ihm und seiner Musik inzusammenhang steht: vollständige Kompositionen, Fragmente, Skizzen


    -> egal ob gesichert, zweifelhaft, unterschoben, verloren, fragmentarisch, Bearbeitungen fremder Werke, abschriften fremder Werke, Werke von Mozart die von anderen Komponisten bearbeitet wurden, andere Komponisten die Werke von Mozart abschrieben.....
    einfach ALLE Werke/ die man irgendiwe mit Mozart oder seiner Musik in Verbindung bringen kann.


    2. Brauch ich dann natürlich zu jedem einzelnen Werk wieder möglichst viele Informationen, also Datierungs- und Echtheitsfragen, Entstehungsgrundfragen, Quellenfragen etc. (Autograph vorhanden j/n, was ist sonst die Quelle usw.), kurz ALLES was für jedes einzelne Werk interessant ist.


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    Natürlich ERWARTE ich nicht, dass hier irgend jemand was schreibt, und schon gar nicht, dass einzelne von euch hier seitenweise Informationen zusammen tragen. Viel mehr denke ich einfach, dass jeder der meint, hier seinen Senf dazu geben zu können dies in beliebiger Form und beliebiger Länge tun kann.


    Dabei braucht ihr euch nicht den Kopf zu zermartern welche Quellen, Bücher, CDs usw. ich wohl schon kenne/habe und welche nicht, sondern ihr könnt ohne Rücksicht ob doppelt oder dreifach Nennung alles schreiben, was euch in den Sinn kommt.


    Ihr könnt also z.B: Bücher nennen von denen ihr denkt, dass sie gute Informationen bezüglich irgendwelcher Mozart Werke enthalten, genauso aber auch detaillierteste Detailinforamtionen nennen ^^(wie z.B. " die Satzbezeichnung "Andante" vom zweiten Satz von KV 450 stammt nicht original von Mozart, sondern wurde von fremder Hand hinzugefügt"). Beides ist mir geichermaßen wertvoll, egal ob die Information vollständig ist oder nur HInweise und überlegungen enthält.


    Genauso dürft ihr mich gerne aufmerksam machen auf CDs die Fragmente Mozarts enthalten (!!), auf Facsimile Ausgaben die gerade erschwinglich irgendwo zu haben sind, auf diverse Werkverzeichnisse von Mozarst Werken, die euch irgendwie und irgendwo in den Sinn kommen egal ob offizielle oder private die das von Ulli hier im Forum
    ; außerdem auf informative CD Booklets,Webseiten mit Informationsgehalt; oder was sonst euch immer auffällt und einfällt, was Informationen zum Thema Mozarts-Werke enthält.


    Wie gesagt ich ERWARTE hier gar nichts, freue mich aber über jeden Fitz den jemand hier beitragen möchte!! Selbstverständlich könnt ihr diesen Thread auch nutzen um das ganze Vorhaben zu kommentiere, oder sonstige ANregungen/Kritik/Meinungen anzubringen.


    Liebe Grüße,


    Peter



    Anmerkung: Besonders geht es mir jetzt zu Beginn um eine möglichst vollständige KV deest Liste (also alle Werke die NICHT im Köchelverzeichnis enthalten sind). Alle anderen Werke listet das KV ja freundlicher Weise auf und erspart mir schonmal viel Arbeit, was es angeht die Werke Mozarts zusammen zu suchen.

    Das sind ja interessanter Weise schon mal zwei sehr unterschiedliche Antworten.


    Ich will hier noch anmerken, dass ich Don Giovanni nun zum ersten Mal gesehen habe - und deswegen natürlich allgemein der Schönheit und Meisterschaft dieser "Oper aller Opern" verfallen bin. Ich wollte daher keinen Vergleich zu etwaigen anderen Inszenierungen ziehen und sagen man solle sich gerade DIESE (weil sie die beste sei etc.) ansehen muss. Vielmehr bin ich ohne Vergleiche einfach sehr begeistert und würde die Inszenierung daher sehr weiter empfehlen!


    Es ging ja ansonsten in erster Linie um den Hinweis dass Don Giovanni ÜBERHAUPT gerade noch ein mal gespielt wird (für die, die es nicht wussten). Aber auch wer Freude an Mozarts Musik und Kunst hat kann mit dieser Inszenierung nichts falsch machen - daher meine Empfehlung auch an "eingefleischte alte Mozarthasen".


    Liebe Grüße,


    Peter

    Hallo Taminoaner,


    wie ihr vielleicht mitbekommen habt wurde die Inszenierung von Mozarts Don Giovanni in Frankfurt vor kurzem zum letzten Mal (!) wiederaufgenommen. 5 Aufführungen sind es, davon sind drei nun schon wieder vorbei.


    Ich lege es jedem hier, egal ob Mozart Liebhaber oder nicht ans Herz sich wenn möglich diese Inszenierung anzuschauen. Ich war gestermn abend dort und bin... nein, nicht hellaufbegeistert; eine solche Hysterie wäre so unendlich großer Kunst nicht angemessen. Man scheint eher ein wenig um Fassung zu ringen und sich selbst nicht zu sehr herab zuwürdigen vor diesem Meisterwerk (und dieser Inszenierung). Jaja, ich gebs zu, dass ist jetzt genau so hyterisch :-) Aber etwas Pathos muss ja erlaubt bleiben!


    Es handelt sich um eine Inszenierung der Art, dass das Bühnenbild "Modern" ist, aber es ist genau meiner Vorliebe entsprechend, dass wenig durch das Bühnenbild und anderes "herumexperimentiert wird, sondern, dass durch das schlichte Bühnenbild die Sinne wieder auf das Wesentliche (also die Musik und den Gesang) gelenkt werden. Man konzentreirt sich also sehr auf die eigentliche Kunst - was einen dann die Meisterschaft der unbeschreibbaren Schönheit von Mozarst Musik nahe bringt. Einderseits unheimlich bewegend und doch andererseits darüber erhaben nur plumb die Gefühle anzusprechen - sondern als geistige Kunst aufgefasst zu werden!


    Ich will hier gar nicht zu viel reden (und manches am Ende verraten), sondern noch einmal wieder hohlen, dass ich hier jedem nahe legen würde sich diese Inszenierung in Frankfurt nächsten Mittwoch oder am darauffolgenden Sonntag als die letzten beiden Möglichkeiten überhaupt anzusehen......bzw. anzuhören!


    Ich werde an beiden Tagen dort sein, würde mich freuen, mal jemand aus dem Forum dort zu treffen. Falls jemand kommt - mein PN Fach wartet auf euch :-)


    Liebe Grüße,


    Peter

    @ Ulli: Mit KV 365a hast du mich nun auch neugierig gemacht.


    Denn soweit ich in Erfahrung bringen konnte handelt es sich bei dem Werk mit dieser Nummer (parallel auch als KV Anh. 11 gelistet) um ein Rezitativ und eine Arie, die Mozart mitten an der Arbeit am Idomeneo in München (1780/1781) für eine Sängerinn aus der Schauspieltruppe von Schikaneder geschrieben hat (für die die es nicht wissen: Ja, für DEN Schikaneder, dem Späteren Direktor des Freihaustheaters auf der Wieden in Wien, mit dem Mozart die Zauberflöte geschaffen hat). KV 365a/KV Anh. 11 sollte wohl für eine deutsche Bearbeitung von Carlo Gozzis "Le due notte affannose (Die beiden schlaflosen Nächte)" gedacht sein.


    Das Werk ist verschollen und daher meine Verwunderung: Ich dachte ja erst, dass Ulli es auch auf einer seiner "Geheimdvds/-cds" gefunden hat und im Gegensatz zu uns allen kennt. Aber wenn es verschollen ist dürfte das ja kaum möglich sein.


    Also Frage an Ulli: Was weißt du noch über dieses Werk und wieso kamst du darauf es hier anzusprechen? Bin dir dankbar für alle Informationen!


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    Damit wir nicht vom Sinn abkommen ein Nächstes Werk für unser Spiel:


    "An Chloe", KV 524. Ein herrlich unbeschwertes Rondino. Und daher große Kunst in kleiner (unscheinbarer) Form

    Anmerkung um bei meinem beabsichtigten Thema zu bleiben:


    Es ging mir nicht um die Behauptung, dass man mehrere Interpreationen kennen muss/sollte um ein Werk besser zu verstehen/kennenzulernen.


    Vielmehr ging es mir um die Tatsache, dass es ein auf (zum. frühere) klassische Musik bezogen ein unnatürlicher Vorgang ist EINUNDDIESELBE Interpretation eines Werkes beliebig oft hören zu können.


    Mal als bewusst provokante These:


    Wenn man immer nur eine Interpretaiton hört ist das genau so "tot" wie wenn man Musik immer nur von CD und nicht live im Konzert hört!



    In diese RIchtung sollte das Thema eigentlich abzielen - was ihr dazu denkt. Und weniger ob man mehrere Aufnahemn kennen muss um mehr aus einem Stück hören zu lernen!


    Peter

    Hallo liebe Musikfreunde,


    eine Frage die hier immer wieder auftaucht, kommentiert wird oder anderweitig erörtert wird ist ja das Thema "Brauchen wir noch eine Aufnahme dieses Werkes?" (z.B. die Symphonien von Beethoven).


    Es scheiden sich dann die Geister ob man aus verschiedenen Aufnahmen mehr aus einem Werk herauszuhören lernt, oder ob man durch alternative AUfnahmen lediglich die Wirtschaft unterstüzt hat (sprich, dass man nicht im Bezug auf das Werk davon profitiert).


    Das läuft parallel meist daraufhin hinaus, dass verschiedene Aufnahmen angehört werden und dann aber eigentlich garnicht unabhähngig (und somit unvoreingenommen) wahrgenommen werden, sondern sogar absichtlich und gezielt verglichen werden; also auf "besser" oder schlechter" untersucht und reduziert werden (zumindest eingestuft werden).


    Inzwischen höre ich mehr und mehr von CD, aber ich habe lange Zeit meine klassische Musik mit Apples Programm iTunes verwaltet und fast schon akribisch katalogisiert. So hatte ich also eine sorgsam vollständige Bibliothek in der nach Handarbeit alles im gleichen Stil benannt war. Bei iTunes ein DOrn im Auge war es mir da allerdings immer verschiedene Versionen eines Werkes unterzubringen. Das bedeutete mehr Handwarbeit und war im Grunde genommen gegen mein Sortierungskonzept.


    Das bedeutet zwar nicht, dass ich deswegen lange vermieden habe doppelte Aufnahmen eines Werkes zu erstehen (das lässt sich ja teilweise gar nicht verhindern). Aber es lief oft darauf hinaus, dass ich versucht habe die verschiedenen Versionen des Werkes zu vergleichen und nur die Verison jeweils einzusortieren, die ich als am besten erachtete. Das wiederum störte mich, weil ich dann nicht meine vollständige Musik in iTunes in der Bibliothek hatte und nicht so leicht komplett durchsuchen konnte.


    Das klingt jetzt alles sehr bürokratisch, aber der Computer ist immer der einzige Ort, wo ich richtige Ordnung halte :) Außerdem bin ich Perfektionist :-)


    Aus einem anderen Anlass (nämlich die Interpretationsweise gleich zu Beginn jedes Satzes wegen und der verwendeten Stimmungshöhe des Orchesters) hab ich dann vor einigen Wochen sechs verschiedene Einspielungen von Mozarts Klavierkonzert Nr. 20 in d-moll KV 466 verglichen. Außerdem war ich in diesen Tagen mal wieder in live Konzerten (z.B. in Marburg in der Stadthalle: die beiden Klavierkonzerte in a-moll von Schumann und Grieg - in ihrer Ähnlichkeit - und dazwischen die erste Symphonie von Schumann "Frühlingssymphonie" - ein geniales Konzert!!)


    Beides brachte mich mal wieder zum nachdenken und -grübel über das Wesen von Musik. Und da viel mir auf, bzw. wurde mir endgültig nochmal Folgendes klar:


    Da wir hier ja zumeist von klassischer Musik sprechen muss man Folgendes immer bedenken:


    All die Musik die wir wir hören wurde nicht dafür geschrieben um in irgendeiner Form "konserviert" zu werden - sprich auf CD oder Schallplatte aufgenommen zu werden. !! Sie war wirklich rien dafür konzipiert, dass sie allein durch "live" Erfahrung gehört und wahrgenommen werden kann. Also entweder durch das theoretische Studium und durchblättern der Noten oder in original-Besetzung, sowie als Transkription (zumeist für Klavier - evt. zu vier Händen).


    D.h. man kann zwar das selbe Werk theoretisch auch im Konzert oder anders immer wieder hören aber eben stets "live. Niemals jedoch wäre es eigentlich möglich gewesen DIESELBE EINE INTERPRETATION eines Werkes beliebig oft zu hören.


    Es ist ja gerade das besondere Wesen der Musik, dass die quasi zweimal geschaffen wird: EInmal durch den Komponist als Komposition und Idee und einmal durch die Interpreten als Umsetzer und Praktiker. Diese Form wird nur noch duch das Theater geteilt und ist somit viel spezieller als andere Kunstformen.


    Das bedeutet doch, dass die künstlerische Idee, die dauerhaft fasziniert in der Komposition an sich zu suchen ist (denn es geht ja um die Komposition DIESES Komponisten) und nicht in einer bestimmten Interpretation. Eine spezifische Interpretation ist immer mit Stimmung verbunden - und Stimmugn bedeutet hier übertragen nichts anderes als Moment. Und da jeder Moment einzig und eigentlich nicht replizierbar ist, ist es also auch eigentlich ganz vernünftig und logisch, dass man eine Interpretation auch nur einmal hören kann. So wie man auch jeden anderen Moment nur einmal erleben kann.



    Dieser Gedanke hat mich so überzeugt, dass ich nun erstens fast nur noch von CD höre (und somit nicht mehr meine Festplatte und iTunes quäle) und zweitens gerade an möglichst vielen Aufnahmen jedes Werkes interessiert bin. Und eben nicht mehr um diese alle zu vergleichn und die beste zu finde, sondern um sie möglichst oft möglichst abwechselnd ind variabler Reihenfolge zu hören und GERADE NICHT zu vergleichen, sondern mich jedes Mal von neuem auf die Stimmung und somit eben jenen Moment den der Interpret festgehalten hat einzulassen.


    Auf diese Weise hat man wenigstens ETWAS Abwechslung und stumpft sich nicht an der immer gleichen Interpretation ab. Lezteres kann ja teils so weit gehen, dass man sich so in eine Interpretation eingehört hat, dass man keine Andere AUfnahme des gleichen Werkes mehr akzeptieren kann, bzw. hören möchte. Und das ist doch eigentich ein fürchterlich einschränkendes Armutszeugnis für den "falschen" Gebrauch" und Genuss dieser Musik. Zumindest steht das den ABsichten der klassischen Komponisten wie schon angedeutet völlig unangemessen und dimetral gegenüber.


    Ich mache auf diese neue Art und Weise die schönsten Erfahrungen im Musik-Hören, die teils meine Freunden an vielen Werken noch sehr gesteigert hat. Und einer ersten Beobachtung nach auch länger erhält!


    Auf diese Art und Weise mildere ich also das Problem, was ALfred in seinem neuen Thread auch wieder thematisiert: Mit einer solchen hörweise ist man für alle Moden stets offen und unterliegt keiner "modebestimmen" Einschränkung im Bezug auf ein Werk. Ich kann seine Haltung nun bestens nachvollziehen und teile sie hiermit auch offiziel! :)


    Für mich erübrigt sich nun also jede Frage, ob sich "denn noch eine Aufnahme der Beethoven Symphonien" lohnt --- im Gegenteil: Ich sage jetzt "Immer her damit"........




    Würde mich sehr faszinieren, was ihr zu dieser Thematik denkt!



    PS: Der Pianist Matthias Kirschnereit schreibt im Begleitheft seiner Gesamtaufnahme der Klavierkonzerte Mozarst zusammen mit den Bamberger Symphonikern unter Beermann als Dirigent auch zu diesem Thema und dieser Frage. Sehr interessant in diesem Sinn und ich teile auch seine Ansicht! (Übrigens ist dieser Text sowieso sehr gut - auch im Bezug auf eine Spielweise und Interpretationssicht auf Mozart allgemein!)

    @ Ulli:


    Als Erstes: Ich bin mir nicht sicher, ob es eine rhethorische Frage oder eine direkte Frage (an mich) sien sollte: Ich meine nicht, dass Dur immer fröhlich und moll immer traurig sein muss. Wie beschrieben faszinieren mich ja gerade die so verschiedenen möglichen Nuancen von Dur und moll. ABER: Ganz grundlegend bin ich schon der Ansicht, dass vom grundlegenden Charakter her Dur mit Fröhlichkeit und Leichte - moll hingegen mit Ernst und schwere in Zusammenhang steht. Trotzdem würde ich auch sagen, dass es "molliges" Dur und "duriges" moll gibt. Aber eben im Rahmen von Nuance. Zu behaupten dass man das durch Kompositions-Belieben definiert und also qausi fast umgekehrt" erreichen könnte; der Charakter von Dur und moll also quasi eine reine Frage der Kompositionskunst des Künstlers ist würde ich jedoch entschieden ablehnen. ZUMINDEST, was die Musik des Barock, der Klassik und der (Früh)-Romantik angeht. Denn diese Beliebigkeit, bzw. neue Definition würde dann höchstens in den moderneren Bereich fallen - aber spätestens bei der Zwölftton-Musik löst sich dieses Problem der Harmonik ja eh in ganz anderer Hinsicht.


    Dur und moll einen beliebigen CHarakter zuordnen zu wollen käme für mich der Behauptung gleich, dass die verschiedenen Tonarten keinen jeweils eigenen Charakter haben. Auch über diese Frage kann man sich ja streiten - ich gehöre zu denen, die der Ansicht sind, dass dies der Fall ist. Wie also auch dort keine Beliebigkeit herrscht, finde ich auch, dass bei Dur und moll keine Beliebigkeit herrscht - aber das tolle und interessante sind eben die vielen verschiedenen NUANCEN.


    (Anmerkung: Das sind so allgemein meine Gedanken zu dem Thema - keine Anschuldigung an dich!! Denn das hast du ja garnicht so behauptet - also keine Wiedere an dich, sondern neue Gedanken ;-) ).


    ---


    Was den Schluss des dritten Satzes von KV 466 angeht, bin ich alleridngs tatsächlich anderer Meinung als Du. Bzw. habe ich da wie beschrieben ein anderes Empfinden. Ich finde dass ist zwar auch so eine Wendung nach Dur die so mozart-genialisch unerwartet auftaucht, ABER an dieser Stelle geschieht es ja nicht so "wie nebenbei" und "zufällig" wie es oft sonst so toll erscheint, sondern hier ist es ja vollste gewollte Absicht nach einer Zäsur. Ich empfinde es eher so, dass das Dur im ersten Satz und die anderen Dur-Stellen im Verlauf des dritten Satzen, das diese STellen zwar auch das moll gewichtig kontrastieren, aber das DIE nicht wirklich fröhlich und freudiges Dur - sondern trotzt ihrer Kontrastfunktion noch dem ernsten und gewichtigen moll verhaftet sind - damit in Zusammenhang stehen und im Satzbau ihre Funktion erfüllen. Der Schluss hingegegn ist in dieser Form unkontionell - und genau so auch hier ein ganz anderes Dur: Mir kommt es immer so vor, als hätte man hier (eben im Gegensatz zu den anderen Dur Stellen) das moll schlagartig hinter sich gelassen und vergessen und artet in vollendete Fröhlichkeit aus (keine HEITERKEIT, da stimme ich dir zu, so viel wirkt das moll noch nach), aber doch echte Fröhlichkeit.


    Man muss bedenken, das KV 466 der selben Welt wie Don Giovanni entspringt: Das bedeutet, dass trotzt allen molls und aller gewichtiger Ernsthaftigkeit oder fast dämonischer Gewichtung, dass Werk wie die Oper eine tragische Komödie ist. Und dieser Schluss ist eben dann doch das komödienhafte Ende des Werkes. Unerwartet und ein totaler Bruch mit der tragischen Ernstehaftigkeit des restlichen Werkes. Wirklich ein absoluter Gegensatz - zwei verschiedenen (klanglichen) Welten angehörend.


    So in der Art empfinde ich den Schluss - Verstünde man es noch als vom moll überlagert, wäre da weniger diese tolel Zäsur und der große Kontrast. Dann wäre es eben einfach das Ende halt nochmal in Dur, was aber noch vom vorigen moll überlagert wird. Das wäre meiner Empfindung nach ein geringerer Schluss.


    (Das klingt jetzt vielleicht merkwürdig denn es ist ja der selbe Schluss :-) Ich kann mir ja dein Gefühl dazu nicht vorstellen, weil ich es ja eben anders empfinde. Aber wenn ich mir versuche vorzustellen es so zu empfinden würde ich doch meine Empfinfung vermissen.)


    Was Du beschriebst empfinde ich eher im ganzen Werk KV 595. Das steht hingegen ja sogar in Dur. Aber es ist so abgeklärt und entrückt, dass ich hier auch im Dur keine echte Fröhlichkeit mehr finde, sondern alles etwas von einem moll-Schleier durchwebt ist. Andererseits ist es bei weitem ja auch kein richtiges moll Werk und scohn garnicht tragisch - eigentlich auch nicht melancholisch. Eher resignativ - das beschriebt es ambesten. Und so würde ich mir dann auch den Schluss von KV 466 vorstellen wie du ihn empfindest. Dass das Dur am Ende doch resigniert vor dem (über)gewichtigem moll zuvor. Aber das Werk empfinde ich wie gestern beschrieben als alles andere als resigniert. Eben trockenes, etwas dämonisches und sehr tiefes moll. Das empfinde ich keinen Platz für resignatives Dur, sondern eben den totalen Kontrast eines so komisch, aber echt fröhlichen Dur am Ende.
    Eben ein mögliches Ende einer tragischen Komödie (könnte ja auch erst lusitg und das Ende traurig sein).


    In dieser Hinsicht hat Mozart in diesem Konzert in der Dur-moll Dualität seiner Meisterschaft in ganz besonderer Hinsicht Rechnung getragen.


    Peter


    PS: Tragische KOMÖDIE: deswegen im Schluss aich die FAST lustige, heitere Nuance - eben fast komödienhaft. ABER ein klein wenig doch eben dem moll noch verhaftet, so das es sich nicht ganz ins lustige heitere wenden kann, sondern ohne Lustigkeit aber in echter Fröhlichkeit verweilt.

    Ja...so ein Thread über ein bestimmtes Werk ist wie die Aufnahme eines Werkes auf CD: Mal beschäftigt man sich tagelang damit und dann wieder kommt alles zur Ruhe und wird für einige Zeit zugunsten anderer Werke und Themen "vergessen". Aber so muss das natürlich auch sein, sonst würde das große Übel der Gewohnheit schließlich ganz verhindern dass man dem Werk auch beim x-ten Male noch aufgeschlossen und nicht schon ganz und gar voreingenommen gegenüber steht.


    Gerade bei einem so grandiosen wie interessanten Werk wie Mozarts d-moll Klavier-Konzert, dem dieser Thread ja dediziert ist, sind solche Hörpausen meines Erachtens sehr von Nöten. Ich nutze nicht gerne Superlative wie "schönstes, bestes oder genialstes" Konzert, aber meines Erachtens nach ist dieses Werk hier ein ganz ausgezeichnetest und in der Tat ein sehr geniales Werk.


    Für mein Empfinden ist es äußerst Facetten reich - mehr als die anderen Klavierkonzerte von Mozart - und auch in anderer Weise. Auch wenn das Werk natürlich ein harmonisches Ganzes ist, so unterscheiden sich die einzelnen Sätze von ihrem CHarakter her stärker als in anderen Werken Mozarts. Ich schätze Mozarts Musik besonders ihrer Harmonik wegen, mit ganz besonderem Augenmerk für die Wechsel zwischen Dur und moll. Für mich hat Mozart in dieser Hinsicht eine Meisterschaft gezeigt, die zumindest in dieser Form nicht wieder erreicht worden ist. Dazu sei natürlich gesagt, dass für mich (der ich weniger ein Freund der Musik der Moderne oder gar Zwölfton-Musik bin) neben allen anderen Facetten von Musik-Charakter die Dur/moll Thematik und ihre Auswirkung auf die Harmonie mit am wichtigsten ist. Das besonders geniale finde ich daran die so simple "Unauffälligkeit" (manchmal fast wie "Zufälligkeit" erscheinende) Art, wie Mozarts Musik häufig von Dur nach moll (oder natürlich andersherum) wechselt. Dieser Kunst höchste Form zeigt sich bei Mozart denke ich besonders z.B. in der Durchführung des ersten Satzes vom letzten Klavierkonzert in B-Dur (KV 595).


    Darüber hinaus ist das Interessante finde ich die unendlich variable Charakteristik von Dur oder moll. Es gibt ja nicht nur "Dur" und "moll", sondern eben endlose Variationen und Nuancen.


    Das besondere an dieser Hinsicht an KV 466 finde ich also nun, dass Mozart nicht "nur" wie in anderrn seiner Werke eben auch auf so meisterhafte Art von Dur nach moll wechselt, sondern dass hier in ein und demselben Werk eine größere Bandbreite der Nuancen von Dur und moll zum tragen, bzw. zur "Anwendung" kommt.


    Gerade das moll des erstens Satzen lässt sich sehr schwer Charakterisieren, fasziniert dadurch aber auch in äußerstem Maße. Es ist definitiv nicht melancholisch (das wäre z.B. das Adagio von KV 488 ), genauso wenig ist es resignativ (das wäre in Andeutungen vielleicht der dritte Satz von KV 491). Auch würde ich es nicht als tragisch bezeichnen wollen, dazu fehlt mehr bewegte Emotion. Es hat definitv ein wenig etwas geheimnisvolles, aber das würde mich trotzdem nicht dazu verleiten es "dämonisch" nennen zu wollen. Dazu ist es letztlich doch noch zu "natürlich und geerdet". Damit meine ich, dass es nicht irgendwas abgehobenes hat, sondern ein sehr geistiges und "vernunftdurchwobenes" moll ist. Natürlich ist es auch emotional getragen, aber trotzdem würde ich den Romantikern etwas widersprechen, dass es REIN emotionales, persönliches Leid ausdrückendes o.Ä. moll sei. Pessimistisch korreliert mit melancholisch und tragisch - also das auch nicht. Andererseits ist es auch nicht aggressiv - so viel Resignation steckt dann doch darin. Neben den erwähnten gewissen Nuancen der genannten Dinge würde ich es eher als "direktes" moll charakterisieren, dass quasi die moll Vorstellung und das schlichte moll Empfinden direkt anspricht, ohne große emotionale Nebenaspekte (aber eben doch Spuren). VIelleicht könnte man also sagen, dass es ein trockenes, d.h. in diesem Fall direktes und eigentlich (trotz Geheimnisumwobenheit) schlichtes moll ist. Das Erleben dieses schlichten molls wiederum ist sehr intensiv (wohlgemerkt nicht zu verwechseln mit aggressiv!). Vielleicht deswegen doch auch einfach die schlichte Bezeichnung: sehr sehr ERNSTES moll.


    Das moll der Romance (Mittelteil) hingegen ist ganz anders. Hier ist es wirklich emotional lebendig (bzw. aufgewühlt - wenn auch immernoch nicht in dem Maße wie KV 491) und durchaus dämonisch und energisch (wiederum nicht zu verwechseln mit aggresiv). Es wirkt viel weniger vernünftig und durchdacht (also vergeistigt) als das moll des ersten Satzen. Hier spielen Emotionenen und innere Vorstellungen ein zentrale Rolle, die einen Gegensatz bilden zu dem beschwichtigenden, und versöhnlich-simplen Thema der Romance.


    Man vergleich hier den Gegensatz in nur einem Satz! Und dann den Gegensatz zu den beiden anderen Sätzen (die wieder je unterschiedlich sind!).


    Und nochmal Augenmerk auf das Thema der Romance. WAS FÜR EIN THEMA! So schlicht und versöhnlich - so ein unglaublicher Gegensatz zu dem trockenen, düsteren Ernst des ersten Satzes. Auch das ist ein Zeugnis von Mozarts unglaublicher Meisterschaft - und berührt wieder mein liebes Thema der Dur/moll Thematik. Jedes Mal empfinde ich es als einen sehr bewegenden Moment wenn dieses Thema erklingt. Ich mag es noch so gut kennen, ich bin immer wieder erstaunt und so tiefgründig erfreut und zufrieden ob dieser Versöhnlichkeit die da ausgestrahlt wird.


    Und dann der letzte Satz: Hier ein wieder anderes moll. Diesmal wirklich energisch! Mit Feuer, hier fast wirklich ein wenig aggressiv (ohne WIRKLICH aggressiv zu sein). Aber wieder vergeistigter und vernünftiger-durchdachter als das emotionalere moll des Romance-Mittelteils. Trotzdem weniger trocken und ernst, sondern eben mehr energisch mitreißender und bewender.


    Schließlich dieser Schluss in Dur: Auch sehr interessant und unendlich schön: Der Art von Dur die dort am Ende einsetzt gelingt das Kunststück eines Dur Klanges der FAST witzig und locker fröhlich klingt, ABER gerade noch nciht wirklich witzig ist sondern gerade noch die reinste echteste Schönheit und ehrliche Fröhlichkeit ausdrückt. DAS IST Fröhlichkeit schlechthin möchte ich fast sagen (aber wiederum bodenständig und durchdachte Fröhlichkeit - nicht so überirdisch und fast abgehoebn schön wie etwa das Andante von KV 467 "Elvira Madigan"). Einfach REINE FRÖHLICHKEIT - ohne himmlisch, aber auch ohne extra Portion Emotion - einfach pure Fröhlichkeit.



    Man kann also sagen, das zumindest innerhalb von Mozarts schaffen dies ein Werk mit besonders großer Vielfalt und Viel"art" von Gegensätzen ist. Ein deswegen unglaublich geniales und bewegendes Stück - das sicherlich trotz meiner Vermeidung von Superlativen zu den ganz großen Werken überhaupt gehört!.
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    Ja so ist das mit Musik - man empfindet (und denkt durchaus auch) so viel wenn man Musik hört und kennt - aber will man darüber schreiben oder sprechen, so scheitert man meist doch kläglich - ist es einem doch meist garnicht möglich WIRKLICH das auszudrücken, was ein eigentlich meint.


    So merke ich auch hier, wie schwierig es ist diese verschiedenen Charakteristika auch nur annähernd richtig zu beschreiben.


    Wenn ich euch dieses Werk mit diesem Beitrag vielleicht auch wieder mal in die aktuelle Erinnerung gehohlt habe - so wäre es doch sehr schön, wenn andere versuchen hier anzuknüpfen und z.B: ihre Sichtweise zu Dur und moll und den Gegensätzen dieses Konzertes darzulegen versuchen...


    Ich bin gespannt!


    PS:
    Ich weiß nicht ob folgendes hier bekannt ist, aber es begegnete mir eben zufällig und verdient (neben der jungen 13 Jahre des Pianisten) einen Blick auf die Kadenz. Ob im Positiven oder negativen Sinne liegt im Ohr des Betrachters. Mir geht die recht stark gegen meinen Mozart Gusto - wie Beethovens Kadenz sehr lang aber in meinen Augen weit weniger genial und passend. Aber zumindest ist sie interessant - wie jede Kadenz die man noch nciht kennt :-)

    Auch ich möchte hier mal kurz eine Empfehlung abgeben:


    Ich spreche jetzt mehr die "jüngeren" Musikhörer hier an, die nicht mal eben das Geld haben sich für 1000+ € Lautsprecher zu kaufen. Meiner Meinung nach ist man im späten Schul- und dem folgenden Studentenleben mit guten aktiven Boxen besser bedient, als mit großen gewichtigen passiven Standtlautsprechern. Denn letztere wollen qualitativ hochwertig ausgesucht und mit einem mindestens ebnso hochwertigem Verstärker versorgt werden. Beides zusammen geht in der erwünschten Qualitätsklasse dann meist hoffnungslos an für die jeweiligen Verhältnisse fast exorbitanten Preisen unter.


    Der Unterschied zu aktiven Boxen liegt dadurch direkt auf der Hand, dass diese günstiger sind (bei "gleicher" Qualität). Außerdem ist man mit aktiven Boxen deutlich flexibler. Einerseits weil sie durch ihre Technik und Art bestimmt (deutlich) kleiner sind und andererseits weil man keinen Verstärker braucht und bei der Aufstellung viel weniger auf perfekte Positionierung achten muss, weil sich die Boxen im Klang flexibler anpassen lassen.


    Man ist also gewissermaßen flexibler und kommt für deutlich weniger Geld an vergleichbare Qualität. Es müessen also zum hochwertigen Genuss von klassischer Musik nicht unbedingt AUsgaben von mehreren Tausend Euro getätigt werden.


    Ich besitze nun seit einem Jahr zwei Yamaha HS80M (aktive Studiomonitore). Diese bieten eben Monitoren gemäß eine noch moderate Größe und außerordentliche sehr sehr gute Klangqualität, die sehr natürlich ist und alle Frequenzen äußerst klar abbildet. Die haben auch einen deutlich ausreichenden Frequenzgang, so dass sie auch ohne Subwoofer für einen sehr guten Klassikmusik-Genuss taugen. Diese Lautsprecher gehen für im Moment +- 250 € das Stück über die Ladentheke (im Internet teils noch etwas günstiger). Ich betreibe sie an einem Mackie Onyx Satellite, welches die Qualität der Boxen sogar noch übersteigt! Es kostet im Moment etwa 160 € im Internet und bekommt eine ganz explizite Kaufempfehlugn von mir. Es ist ein Firewire Audiointerface, welches auch ein 2-Kanal Aufnahmegerät darstellt, was bei der geboten Qualität natürlich sehr lohneneswert ist, insbesondere, wenn man mal in die Verlegenheit kommen sollte Audioaufnahmen machen zu wollen.


    Gruß,
    Peter

    Der "abendlichen" (:-) ) Stunde angemessen erfreue ich mich gerade an einer Mozart Serenade und zwar die große in c-moll, KV 388.


    Ich liebe bei Mozart gerade die reinen Blasensembles. Meiner Meinung nach hat er hier (meist eben unter dem Namen Serenade "versteckt") einige seiner glänzendsten Perlen hinterlassen. Für mich Kunst auf höchstem Niveau.

    Hallo liebe "Mozartwissenschaftler".


    ich habe mich auch schon im Zuge meiner Mozartforschung mit der Frage der Echtheit von Kv19d beschäftigt. Wenn man sich das Werk einfach mal anhört ohne irgendwelche Vorbehalte im Gewissen, klingt es meiner Meinung nach teilweise schon sehr nach Mozart - andererseits enthällt es auch wieder Wendungen due mir nicht genug mozartisch erscheinen. Alles in allem ist es aber eine verlockende Vorstellung sie Mozart zuzuschreiben.


    So viel zum Klang. Aber ich finde wenn man vergleicht, was Mozart sonstiges in dieser Zeit komponiert hat ist für mich sofort ohne allen Zweifel klar, dass er das kaum als neunjähriger komponiert haben kann. In diesem Punkt wundert es mich sogar, dass die proklamierte Unechtheit der Sonate so bestritten wird. Sollte die Sonate tatsächlich von Mozart sein, kann er sie meiner Meinung nach nur deutlich später komponiert haben.


    Zur aktuellen Wissenslage und zum aktuellen Forschungsstand hänge ich hier mal den Begleittext der Groethuysen/Tal Einspielung an und verweise außerdem auf den kritischen Bericht in der "Neuen Mozart Ausgabe" ("dme.mozarteum.at" und dann dort 19d eingeben und suchen, dann den oberen der gefundenen Einträge anklicken und dann oben links auf "Kritischer Bericht" und dann runter scrollen). Die NMA ist ja weitestgehend der aktuellste Stand der Mozartforschung. Ich denke wenn man diese Texte studiert überwiegen die Zweifel doch deutlich.


    Letztendlich denke ich, dass es schweirig ist wenn man erstmal dachte das ein Werk von Mozart ist, sich dann einzugestehen, dass es doch nicht von ihm ist. Denn das würde ja bedeuten, dass man es ständig unter einer falschen Vorstellung gehört hat. Wobei es dann ja interessant ist, dass man es dann nicht mehr so gut gindet, wenn man plötzlich weiß, dass es doch nicht von Mozart ist (gehe jedenfalls einigen so, denke ich).


    Peter


    Hier der Text der Groethuysen/Tal Ausgabe:
    Klich Mich

    @ Alfred und âme:


    Ich denke, dass ihr beide recht habt, bzw. was richtiges gesagt habt: Ich schätze es auch oft, wenn eine original Kadenz von Mozart ertönt, einfach weil es dann natürlich auf jeden Fall gefällt und eben auch stilistisch passt. Ich hatte zwar noch nicht darüber nachgedacht, dass es vielleicht etwas stur ist immer nur Mozarts Kadenzen zu spielen, aber Alfred hat zumindest recht, dass einige Kadenzen völlig genügen um neue Aufnahmen der Konzerte zu rechtfertigen (zumindest als ein wichtiger Grund).


    Mit der Kreativität, bzw. der Qualität von Ideen der ausführenden Pianisten ist schon ein Problem angesprochen worden: Auch mich kann es sehr stören, wenn ich eine eigene Kadenz dann nicht als so gut erachte, aber andererseist fasziniert das ja gerade, wenn man eben noch nicht weiß wie die Kadenz sein wird. Denn wie Alfred sagt ist die Kadenz ja durchaus gerade als Raum für eigene (!) Improvisation des Interpreten gedacht. Wenn der Komponist die Kadenzen aufschreibt ist es insofern im Prinzip keine Kadenz mehr, sondern eben eine Solo-Stelle im Konzert, die der Komponist wie jeden anderen Takt des Konzertes auch fest und selber komponiert hat. (So wie es dann ja später in der Romantik üblich wurde)


    Ich denke deswegen Folgendes: Die Zeit von Mozarts Tod bis jetzt war natürlich so lang, dass wir heute ein völlig anderes Kunstverständnis und einen so anderen Stil haben. Deswegen vrmute ich, dass es zumindest dann stilistisch schwierig wird, wenn der Interpret tatsächlich währende der Aufführung/Aufnahme improvisiert (wird das überhaupt gemacht?). Aber andererseits kann man ja auch neue Kadenzen "komponieren" also eben nicht direkt improvisieren, sondern schon vorher kreieren und überdenken. Auf diese Weise mit Zeit und Verstand können dann natürlich durchaus sehr interessante und neue Kadenzen entstehen - und es besteht die Chance sie vorher auf ihre Wirkung und Qualität zu untersuchen um geneigten Mozarthörern negative Erlebnisse, wie von âme geschildert, zu ersparen.


    Zumindest mit letzter Methode also von mir ein klares Votum für Alfreds Ansicht, dass es etwas "stur" ist immer nur Mozarts Kadenzen zu spielen. Wobei es natürlich wieder auf den Grund ankommt: Wenn der Interpret sie nur spielt um nicht selbst improvisieren/komponieren zu müssen ist das eher als stur und negativ anzusehen. Wenn er aber einfach aus Ehrerbietung, oder aber aus ehrlicher Präferenz und Wertschätzung Mozarts eigene Kadenzen spielen will, so glaube ich doch, dass einem dann letztendlich doch das höchste Hörvergnügen mit den original Kadenzen zu Teil wird.


    Liebe Grüße,
    Peter

    Bevor hier alles einschläft will ich nochmal ein Missverständnis aus dem Weg räumen:


    Dieser Thread war nicht so gedacht, dass hier nur aufgelistet wird: Bei der Aufnahme spielt der und der die Kadenz etc. Vielmehr war eigentlich ein richtiger Diskussionsthread meine Absicht - in dem Stil, dass man dann konkrete Beispiele mit einbeziehen kann und auf dieser Weise ebenfalls einige AUfnahmen aufgelistet werden).


    Aber eigentlich geht es mir hier um die Kadenzen von Mozarts Solokonzerten an sich: Was ist an ihnen interesant/faszinierend? Was unterscheidet sie von anderen Kadenzen von anderen Komponisten und Epochen? Sind sie für euch intressant oder eher unwichtig? (Ich z.B. finde die Kadenzen immer sehr spannend..ich freue mich da quasi immer schon drauf wenn ich ein Stück höre...bei Mozart finde ich oft beosnders die Hinleitung zu r Kadenz sehr schön und interessant), Was macht den Reiz der mozarteigenen Kadenzen aus? Gegenüber Kadenzen von Interpreren oder andren Komponisten? Wie sind sie in den verschiedenen Konzerten? WIe sollte man sie spielen? Gefällt es auch sie, wie auf den AUfnahmen zu hören? Etc. Etc. ich finde da gäbe es einige interessante Meinungen auszutauschen...oder nicht?


    Also: Nochmal auf einen neuen Versuch diesen Thread den richtigen Lebenssinn einzuhauchen :)


    Peter