Beiträge von Gunter Hämel

    Ich habe Schreier zum ersten Mal auf der Bühne in Salzburg erlebt, als Tamino, kurz nach Wunderlichs Tod und fand ihn ganz gut, aber hörte halt immer im Hintergrund die Stimme Wunderlichs - und da kam er doch einfach nicht mit. Später habe ich ihn einige Male als Evangelist und auch mit Liedprogrammen gehört, da fand ich ihn schon sehr gut. Allerdings hat mich immer etwas seine Art, die Vokale (besonders "e") sehr "offen" zu singen, gestört, das ging für mich immer etwas ins "meckern". Auf der Bühne, als Opernsänger, habe ich ihn später in München einige Male als "David" und auch als "Loge" gehört, das fand ich sehr gut, diesen Charakter-Tenor-Rollen bekam die Stimmfarbe besser, als den lyrischen - für meinen Geschmack jedenfalls !


    Trotz der Einwände ist er auch für mich einer der großen Tenöre der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts und ich besitze eine ganze Anzahl von Aufnahmen von ihm.

    Lieber Operus,


    da bin ich ganz Deiner Meinung! Holl war für mich das einzig erträgliche des Schlingensiefschen Parsifals. Im Herheim`schen sang ja dann der Koreaner Youn, der zwar eine schöne Stimme hat, aber die deutsche Aussprache ist doch sehr schwer zu ertragen, gerade beim Gurnemanz, der ja viel wichtigen Text hat!


    Ansonsten sind aber auch Moll und Crass meine Favoriten, Frick habe ich leider nicht gehört und Hotter wohl zu spät!

    Bei Guntram und Feuersnot ist er doch noch sehr der Epigone Wagners, auch wenn er schon eigene Wege zu gehen versucht, bei Salome hat er den eigenen Weg schon gefunden, trotz der von Wagner übernommenen Leitmotive, aber seine Bitonaltiät und die scharfen Dissonanzen weisen ihn schon als einen Komponisten mit eigenem Stil aus.

    Lieber Rodolfo,


    wenn Du nicht grad zur Eröffnungs-Premiere gehst, musst Du nicht unbedingt Smoking tragen. Es gibt mittlerweile, wie an jedem Theater der Welt, alles was getragen wird. Es kommt halt darauf an, ob Du dich in Jeans und Hemd wohl fühlst, wenn dann doch so ca 60 % der Gäste "elegant" gekleidet sind ? Ansonsten kannst Du auch in einer Kombination mit Krawatte erscheinen und Du wirst nicht des Platzes verwiesen ! Viel Spaß beim Thannhäuser !

    Da hast Du Recht !


    Aber mir kam die Musik doch ganz anders vor, als die von den typischen "Veristen" Mascagni, Leoncavallo usw. Irgendwie schon eine Rückkehr zu früheren Stilen. Was R. Strauss angeht, so hatte er doch immerhin schon "Guntram" und "Feuersnot" aufgeführt und "Salome" kam gleich danach !

    Ich fahre seit dem Ende der 70er regelmäßig - d.h. nicht jedes Jahr ! - nach Bayreuth und muss sagen, dass ich "Schicki-Micki" nur sehr selten und begrenzt erlebt habe. Vielleicht toben die sich bei der Eröffnungspremiere aus, wo sie ja eingeladen werden und nicht um Karten "betteln" müssen. in den normalen Aufführungen sind jedenfalls weit mehr gebildete Kenner zu treffen, als in jedem anderen Opernhaus !


    Dass die Orchesterleistung nur durchschnittlich ist, kann ich auch nicht bestätigen, grade das Orchester und der Chor sind für mich immer noch die Zugpunkte, ansonsten würde ich nicht mehr nach Bayreuth fahren, die Inszenierungen sind zu unterschiedlich in der Qualität und die Sängerleistungen sind an vielen Opernhäusern besser. Der Klang des Festspielhauses ist eben ganz anders, als an den "normalen" Häusern und man kann ihn natürlich nur dort wirklich beurteilen. Z.b. ist es mir immer wieder passiert, dass auch in den grossen Häuser´n wie Wien, München, Hamburg oder auch an der MET z.b. die Hörner bei den schwierigen Stellen "gepatzt" haben - in Bayreuth habe ich das nie erlebt.


    Außerdem hat die Stadt während der Festspielzeit ein besonderes Flair, irgendwie sind alle Bewohner involviert und sind auch kenntnisreich, etwas was mir selbst in Salzburg nicht so aufgefallen ist.


    Ich hoffe, dass es den beiden Schwestern gelingen wird für die Zukunft gute Mitwirkende auf allen Ebenen zu verpflichten, dann ist mir um den Fortbestand nicht bange !

    Ich muss gestehen, dass ich diese Oper zum ersten Mal jetzt bei der Übertragung in ARTE gesehen habe. Als sie seinerzeit in München mit Margret Price lief, hatte ich immer Terminprobleme und habe sie nicht gesehen.


    Ich war wirklich sehr angetan von der Musik, erstaunlich, dass von Cilea nur eine weitere Oper existiert. Es ist schon bemerkenswert, dass 1902 noch in einer solchen Art und Weise komponiert wurde, schliesslich war es ja schon nach Wagner und Während R. Strauss !


    Die Aufführung fand ich sehr gut, alle Partien waren hervorragend besetzt und sangen nicht nur gut , sonder spielten die Charaktere auch glaubhaft. Kompliment !

    Ich glaube, dass bei Aufnahmen die lyrischen Tenöre sicherlich von Vorteil sind. Aber bei Konzerten habe ich immer die Erfahrung gemacht, dass die lyrischen einfach nicht gross genug waren und in den lauten Stellen untergingen. Allerdings habe ich in Konzerten auch nie die "allererste" Garde gehört, die auch auf Aufnahmen vertreten waren, wie z.b. Wunderlich und Kmentt. Aber selbst renomierte Sänger wie Hermann Winkler, der damals im Opernfach schon das Zwischenfach sang, gingen unter.


    Im übrigen bedauere ich die Tenöre in diesem Stück generell etwas, der Mezzo oder Alt "räumt halt im Schlusslied ab", dann ist der Tenor vergessen.

    Liebe Knuspi,


    ich habe in meinem Leben doch einige Sänger persönlich kennengelernt und weiss, das die meisten mit den Einfällen der "Regie-Theater-Regisseuren" nicht einverstanden sind. Sie trauen sich aber nicht, dass öffentlich zu sagen, weil dann die Elite der Journalisten und die Herren Regisseure gleich die Keule schwingen und diese Sänger als einfach nicht intelligent genug bezeichnen, die genialen Ideen der o.g. zu verstehen. Nur ganz wenige, die "fest im Sattel" sitzen, haben gewagt, Ihre wirkliche Meinung zu sagen.


    Ich habe ja zu diesem Thema schon in den unterschiedlichen Threads meine Meinung genannt. Es ist ja nicht so, dass ich moderen Inszenierungen grundsätzlich ablehne und schlecht finde. Es hat ja zu allen Zeiten neue Sichtweisen gegeben, die oft zunächst wehement abgelehnt wurden und später "Kult" waren, siehe Wieland Wagner, Günter REnnert, O.F. Schuh oder Chereau. Aber wenn die Personen , die auf der Bühne stehen z.B. so aussehen und sich so bewegen, wie heutige Menschen, aber so handeln wie z.B. Menschen im Mittelalter, dann sträubt sich mein "Gefieder". Daher mache ich es seit einiger Zeit so wie viele andere hier auch, dass ich zunächst einmal die Besprechung der Premiere abwarte oder - wenn möglich - mir einiges in You Tube ansehe und erst dann entscheide, ob ich mir eine Aufführung ansehe, oder nicht. So habe ich z.B. auf Bayreuth-Karten von Katharina Wagners "Meistersinger" gern verzichtet oder auf weitere Besuche des Hamburger Rings .

    Nun, so unwichtig ist die Rolle des Wolfram aber nicht. Er ist sicherlich von den Minnesängern der herausragenste. Wegen seinem Lied an den Abendstern gehen manche Opernfreunde in den Tannhäuser. Ich habe neben den bereits genannten Sängern auch Wolfgang Brendel in Bayreuth in guter Erinnerung und kürzlich in Zürich sang Michael Volle. Wolfram ist ja auch ein Gegenspieler Tannhäusers in Bezug auf Elisabeth, obwohl er sein Freund ist.


    Die anderen Herren sind da ja auch sehr unterbeschäftigt, obwohl in der Züricher Aufführung Christopher Strehl als Walther von der Vogelweide im 2. Akt eine Arie singen durfte, die in anderen Fassungen gestrichen wird. Da er sehr schön sang, wurde das auch lobend anerkannt. Ansonsten sind die Minnesänger heutzutage - und auch in Bayreuth - oft mit wenig bekannten Sängern besetzt.

    Mit Interesse habe ich die vielen Beiträge der letzten Tage gelesen. Es ist ja immer wieder interessant, dass gerade dieses Thema so viel Meinungen auf den Plan bringt.


    Ich bin in fast allen Punkten genau der Meinung von Erich Ruther aus Wien, bis auf den einen, dass die Sänger der sog. "zweiten Reihe" früher nicht besser waren. Das kann ich nicht bestätigen. Wenn ich an meine Erfahrungen aus München und Berlin denke, die ich mit den Ensemblesängern gemacht habe, die immer wieder die grossen Stars ersetzen mussten, muss ich sagen, dass dieses in der heutigen Zeit nicht möglich wäre.


    Es ist aber auch so, wie z.b. Caruso schreibt, dass man unterscheiden muss, welches Musik-Genre gesungen wird. Da man heute an Bach, Händel und auch Rossini ganz anders herangeht, sind auch die Spezialisten unter den Sängern für diese Fächer ganz anders ausgebildet. Früher sangen ja alle (bis auf wenige Ausnahmen) diese Musik und das kann man heute nicht ertragen. Bei Musik von Wagner, Strauss, Verdi , Meyerbeer usw. sieht es schon ganz anders aus. Klar, es ist richtig, wenn gesagt wird, welche Zeiten vergleichen wir 1900-2000 und dann ab 2001 . Da gab es natürlich eine grössere Zahl Sänger in dem ersten Zeitraum, als jetzt in 10 Jahren. Aber mann kann schon die ersten hundert Jahre auch unterteilen und findet dann doch eine weit aus grössere Zahl wirklich g u t e r Sänger , die zur gleichen Zeit gesungen haben, als es heute der Fall ist. Andererseits habe ich den Eindruck , dass die heutigen Sänger in Bezug auf Musikalität, Notensicherheit, Intonation teilweise besser ausgebildet sind. Wenn man alte Aufnahmen von wirklich berühmten Leuten von früher hört, gibt es doch erschreckende Defizite, was diese Kriterien betrifft.


    Ich wiederhole daher noch mal, was ich oben bestätigt hatte. Die heutige Zeit ist für Sänger schwieriger geworden. Die Schnelllebigkeit, das Vermarkten einer Begabung ehe sie gereift ist, das fehlen von Agenten , Besetzungschefs und Dirigenten, die sich um den Nachwuchse kümmern, aber auch die guten Gesangs-Lehrer, die oft über viele Jahre ihre ehemaligen Schüler weiter begleitet haben, trägt maßgeblich dazu bei, dass die "heutigen" nicht mit den "früheren" mithalten können - Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel. So ist sicherlich im Bereich des Liedgesangs eine große Anzahl von wirklich guten Sängern unterwegs, allerdings sind sie in der Regel nicht so bekannt, wie die früheren, da sich das "Liedpuplikum" gewandelt hat. Es gab jalt früher eine viel größere Zahl von Liebhabern dieser Gattung als heute, daher werden Liedprogramme bei den großen Festivals und auch in den Meisterkonzert-Reihen der großen Städte kaum noch vorgestellt. Es gibt dafür dann halt die kleineren "Nischen" wie z.B. Schwarzenberg.


    Trotzdem bleibe ich weiterhin ein Liebhaber schöner Stimmen und höre aufmerksam zu, wenn sich neue, junge Sänger präsentieren und werde sie nicht immer sofort mit den früheren, von mir geliebten Kollegen vergleichen !

    Ich meine, dass man doch differenzieren muss, wer beurteilt eine Sängerstimme. Wer von den Opernbesucheren oder den Hörern von Aufnahmen ist denn in der Lage, Gesangstechniken zu beurteilen, Intonationsfehler zu hören, Stimmfächer zu unterscheiden usw. Fast alle die hier diskutieren, haben doch eine ganz andere Grundlage ! Aber wir sind doch eine kleine Minderheit im Vergleich zur Zahl der gesamten Opernbesucheren oder Hörern von Konserven.


    Ich kann behaupten, dass in meinem Freundes- und Bekanntenkreis sehr viele Opernliebhaber sind, aber die allermeisten von ihnen haben eine subjektive Beurteilung von Sängern, für sie ist es eine Geschmacksfrage. Da spielen nicht nur stimmliche Gründe eine Rolle, sondern auch das äußere, die Schönheit einer Person, die "Performance" wie man heute sagt und auch die mediale Bedeutung der Sänger.


    Wer sich - wie wir hier wohl alle - sehr viel intensiver mit den Möglichkeiten einer Sängerstimme befasst hat, vielleicht selber singt oder gesungen hat, entsprechende Literatur gelesen hat und auch über einen langen Zeitraum viele verschiedenen Sänger in den gleichen Rollen hören konnte, beurteilt eine Stimme doch ganz anders. Ich selber kann mich gut an meine Anfangszeit als Liebhaber von klassischen Sängern erinnern, als ich von Gesangstechnik, Stil, Komponisten usw. noch keine Ahnung hatte. Damals gefielen mir sehr viel mehr Sänger , als später. Ich hörte einfach keine Fehler und fand es nur toll, dass es Menschen gab, die solche Musik singen konnten. Erst durch lange Erfahrung kam dann die Differenzierung und die Möglichkeit der Beurteilung, ganz besonders, als ich selber einige Zeit Gesangsunterricht erhielt und dann doch viel häufiger gesangstechnische Fehler bei professionellen Sängern heraushören konnte.


    Da m.E. aber für den Fortbestand der Gattung "Oper" die reinen Liebhaber von Sängerstimmen, die nach ihrem Geschmack auswählen wichtiger sind, als Experten oder "gehobene" Konsumenten, denke ich ,dass die Geschmacksfrage letztendlich die ausschlaggebende sein wird.

    Ich habe in meiner Beurteilung der ARTE-Übertragung vom 5.4. ja schon geschrieben, dass ich kein besonderer Liebhaber dieser Art von Musik bin und daher auch keine große Vergleichsmöglichkeit habe - außer der Callas von 1957 und einer konzertanten Aufführung mit Gruberova. Ich bin auch nicht der große Verehrer von Anna Netrebko, allerdings bin ich froh, dass es heutzutage überhaupt noch einige (wenige) Sänger gibt, die solche Emotionen hervorrufen, wie man sie hier lesen kann ! Frau Netrebko ist sicherlich zur Zeit bemüht, ihre Möglichkeiten auszuloten, da kam ihr das Angebot von der Staatsoper Wien wohl sehr gelegen. Es hat doch in der Vergangenheit immer große Sänger gegeben, die einen Fachwechsel versucht haben und dabei am Anfang gescheitert sind. Auch Callas war nicht sofort in allen Rollen akzeptiert und es gibt genügend Livemittschnitte von ihr, wo man ihr ebensoviele Fehler vorwerfen kann, wie z.B. "Luca" hier Netrebko . Ich bin zwar auch einer derjenigen, der die "alten" den meisten "heutigen" vorzieht, aber man muss auch objektiv bleiben und nicht aus Verklärung heraus, alles loben, was da früher gesungen hat. Z.B. hatte mich das Konzert mit Gruberova trotz herrlicher Töne letztendlich sehr gelangweilt, die Musik berührt mich halt nicht sonderlich. Und ob ich mir Gruberova heute auf der Bühne in dieser Rolle vorstellen könnte, wage ich zu bezweifeln. Große schauspielerische Begabung hatte sie nie und heute kommt dann einfach noch das Alter dazu, das sie m.E. für eine solche Rolle nicht mehr geeignet erscheinen lässt.


    Was die vielen Hinweise darauf , wie man Belcanto zu singen hat oder wie man speziell Donizetti zu singen hat, betrifft kann ich nur auf meine Ausführungen von weiter oben zurückkommen. Donizetti hatte seine Partien gesanglich gar nicht so angelegt, wie sie viele Jahre lang später gesungen wurden. Es waren eben keine ausgesprochenen Koloratursängerinnen , an die er gedacht hatte. Das haben die Damen selber "erfunden", erst Callas hat ja daran etwas geändert , spätere wie Sutherland oder Caballe und Sills haben wieder einen Rückwärtsschritt eingelegt.


    Ich bin natürlich auch der Meinung, dass ein "Star" wie Netrebko schon richtig singen muss und keine laufenden Fehler begehen darf oder ständig intonieren könnte. Aber das habe ich in der Aufführung vom 5.4. auch nicht gehört und ich fand auch , dass sie schauspielerisch nicht schlecht war - im Rahmen dessen, was der Regisseur von ihr verlangt haben wird - . Da in meinem Freundes- und Bekanntenkreis sehr viele die Aufführung verfolgt haben und fast alle sehr positiv über die Sängerleistung der drei Damen /(Netrebko, Garanca und Kulmann) geurteilt haben, denke ich, dass es für normale Opernfreunde, die nicht über grosse Kenntniss von Gesangstechnik verfügen und auch kein absolutes Gehör haben, eine Aufführung war, die insgesamt erfreulich war .


    Manchmal kann auch zu grosses Wissen um Genuss bringen !

    Durch die erneute Aufnahme des Ring-Zyklus in Hamburg gab es ja hier viele neue Beiträge über diesen "Ring" in der Inszenierung von C. Guth. Ich bin vor zwei Jahren nach Hamburg gefahren , als eine Einzelaufführung der Walküre auf dem Programm stand. Obwohl ich generell die Arbeiten von Guth nicht besonders mag (z.B. auch nicht den Holländer in Bayreuth). Immer dieses ewige Treppenhaus (Holländer, Figaroo in Salzburg) hatte ich doch gehofft, dass ich vielleicht einmal wieder einen kompletten Ring in einem grossen Haus sehen könnte. Die Inszenierung fand ich grottenschlecht, das Bühnenbild lächerlich (Ikea-Küche mit Schwert in der Spanplatte) und was noch schwerwiegender für mich war, war die musikalische Seite. Das Orchester immer zu laut und die Sänger wirklich nur untere Mittelklasse. Viel zu alte Brünnhilde und Fricka - die früher ihre Meriten hatten, aber jetzt einfach nicht mehr akzeptabel waren. Sieglinde war einigermassen , die Herren durchweg schlecht. Vielleicht lags am Abend ?


    Jedenfalls habe ich mir dann kein weiteres Werk dieses Ringes angetan und schon gar nicht eine zyklische Aufführung ! Es ist einfach so, dass wenn man den Ring früher in Bayreuth und in grossen Häusern wie München, Stuttgart, Wien aber auch in Hamburg gesehen hat, ist man heute verdorben für alle Zeit ! Leider !

    Ich muss gestehen, dass ich mir gestern abend die Übertragung aus der Wiener STaatsoper nur wegen Netrebko/Garanca angeschaut habe, da ich nicht ein ausgesprochener "Donizetti-Fan" bin. Ich höre ab und zu mal gern die "Lucia", den "Liebestrank" oder "Don Pasquale" und habe auch einige Aufnahmen. Die Bolena kannte ich nur von dem Mitschnitt 1957 aus der Scala mit Callas/Simionato und durch eine konzertante Aufführung mit Gruberova. Ich habe mir im Vorfeld einige Literatur über die Oper gesucht und hatte gelesen, dass die Partie der Anna von Donizetti nicht für einen ausgesprochenen Koloratursopran geschrieben wurde, ebenso wie bei der "Lucia" wurden von den verschiedenen Interpretinnen Änderungen und Kadenzen je nach Stimmlage vorgenommen, so dass viele Jahre echte Koloraturpartien daraus wurden. Erst Callas und ihre Epigonen legten die Partie wieder dramatischer an. In diesem Zusammenhang muss man wohl auch die Interpretation von Netrebko sehen.


    Mir hat die Aufführung insgesamt gut gefallen , besonders die Duette zwischen den beiden Damen. Ich fand Netrebko gut, wenn ich auch wegen mangelnder genauer Kenntnisse des Werkes Fehler vielleicht nicht gehört habe. Auch ihre Interpretation war für mich stimmig. Garanca war wirklich gesanglich hervorragend, darstellerisch ist sie mir immer etwas zu "elegant" (daher kann ich sie mir auch als Carmen nicht richtig vorstellen). Die Herren waren stimmig besetzt, ich fand auch den König ganz gut, er müsste allerdings nicht immer so grimmig schauen. Den Tenor, den ich bisher nie gehört hatte, fand ich ganz ordentlich, aber nicht mehr.Die Elisabeth Kuhlmann als Page war wirklich sehr gut, erfreulich, dass auch eine so kleine Rolle so gut besetzt worden ist. Das war ja früher an den großen Häusern fast immer so, leider heute gar nicht mehr. Dirigat und Orchester waren für meine Begriffe gut, die Defizite, die hier vorgetragen wurden, kann ich nicht nachvollziehen.


    Kostüme und Bühnenbild waren sehr gut, alles passte zum Stück und in die Zeit. Die Regie war nicht umwerfend, ich denke, der Regisseur wusste, dass die Oper in der unterschiedlichsten Besetzung weitergespielt werden wird und er nicht allzuviel individuelle Personenführung wagen konnte. Das ist ja fast immer die "Krux" an den grossen Häusern, dass nach drei, vier Aufführungen ganz andere Sänger eingesetzt werden, die die Ideen des Regisseurs dann nur noch aus zweiter Hand mitgeteilt bekommen. In diesem Zusammenhang fand ich die schauspielerischen Leistungen der Sänger nicht schlecht.


    Alles in allem war ich recht zufrieden mit der Übertragung, für mich käme allerdings ein Besuch der Oper mit weniger guten Sängern in Zweitbesetzung nicht in Frage, da - besonders der erste Akt - mich dann doch etwas langweilte, aber das ist meine subjektive Einstellung zu dieser Musik im Allgemeinen.a

    Lieber Harald,


    wie schön für Dich, dass die konzertante Aufführung von "Oklahoma" in Köln so gut gelungen ist. Ich kannte das Werk bisher nicht von der Bühne sondern nur die bekannten Melodien , die früher ja oft im Rundfunk gesendet wurden. Daher freute ich mich, dass bei uns eine Aufführung des Landestheaters Detmold gepsielt wurde und besorgte mir Karten.


    Was dann dort zu sehen war, kann man leider nur mit "betrüblich" überschreiben, die Sänger waren gar nicht schlecht, teilweise Opernsänger aus dem Ensemble , aber auch wohl für das Stück "eingekaufte" Sänger (zwischen Musical- und Operette). Aber die Inszenierung war so was von grottenlangweilig ! Wir haben es nur bis zur Pause durchgehalten und sind dann gegangen, was bei uns wirklich sehr selten vorkommt. Ich weiss nicht, ob man diese Werke noch so auf die Bühne bringen kann, wie in der Mitte des vorigen Jahrhunderts, dafür ist das Thema doch zu einfach gestrickt. Wahrscheinlich ist man da bei einer konzertanten Aufführung besser beraten, wenn man gute Sänger hat, die die unbestritten schöne Musik gut interpretieren.

    Ich habe den sängerischen Werdegang von Edda Moser von ihren Anfängen bis heute miterlebt. Eine ihrer ersten Engagements war ja das Stadttheater Bielefeld. Dort musste sie verschiedene Partien singen, Operette, sogar Mezzo-Rollen. Sie war dort nicht sehr glücklich und dachte sogar an aufhören. Ende der 60-er Jahre sah und hörte ich sie in Salzburg in Karajans Ring. Sie sang eine der Rheintöchter. Durch ihre spätere Ehe mit einem Herrn aus dem Karajan-Lager gehörte sie dann zum engeren Kreis um den Maestro und die Karriere lief an. Ich fand sie als "Königin" und als Donna Anna (in dem Film) besonders gut, das lag ihrem STimmtyp, auch in den vier Frauenrollen im "Hoffmann" war sie großartig. Als Liedsängerin habe ich sie einige Male erlebt, da war ich nie so richtig glücklich, weder stimmlich noch in der Gestaltung. Sie kommt ja aus einer sehr musikalischen Familie, nicht nur der berühmte Vater, auch zwei Brüder (einer Sänger, einer Cellist) und die Schwägerin Edith Wiens waren ja Musiker, daher kommt ihr Wissen und sicherlich auch ihre Strenge als Gesangslehrerin. Vor einigen Jahren war sie Jurorin beim Bertelsmann-Wettbewerb und ihre Statements über die Nachwuchssänger waren "gepfeffert". Sie hat in ihrer Zeit als Professorin einige, heute ebenfalls berühmte Sänger/Innen als Schüler gehabt, die mit großer Begeisterung von ihr erzählen, also muss sich ihre Strenge wohl gelohnt haben !

    Ich freue mich, dass hier mal auf Manfred Jungwirth hingewiesen wird. Ich habe ihn in München einige Male erlebt, als Ochs und auch als Sachs, wo er meistens berühmteren Sängern "nachsingen" musste. Aber ich war nie unglücklich darüber, dass er - und nicht der prominentere Sänger - gerade in "meiner" Aufführung sang ! In Bersteins Wiener "Fidelio"-Aufnahme ist er ja auch der Rocco !

    Glaubst Du wirklich, dass Vitamin "B" auch noch nach 100 Jahren wirkt ?
    Dann würde ja Lully auch noch gespielt !
    Sicherlich ist der Zeitgeschmack auch ein Teil des ERfolges, aber ich denke es gibt ebensoviele Barockliebhaber wie es Liebhaber der Musik Wagners gibt - und das eine muss ja nicht einmal das andere ausschließen !

    Hallo C.


    Du fragst vor einiger Zeit "wer ist der Sohn von Ludwig/Berry ?" - ja , die beiden haben einen Sohn, der auch zunächst Gesang studiert hat, aber dann doch den Sprung auf die Bühne nicht gewagt hat, weil er wusste, dass er immer mit den Eltern verglichen werden wird. Er war dann einige Zeit bei Ralf M. Siegel in dessen Produktionsfirma tätig. Was er heute macht entzieht sich meiner Kenntnis.


    G.H.

    Auch ich erinnere mich sehr gern an K.Ch. Kohn, den ich noch einige Male in München gehört habe. Er gehörte zu den "Säulen" des Ensembles und sein substanzreicher, tiefer Bass würde heute in der ersten Reihe der Weltbassisten stehen, damals gab es einige davon !


    Sein Sohn ist eher Bass-Bariton und war einige Jahre Ensemble-Mitglied der Berliner Staatsoper, ob er heute noch irgendwo fest gebunden ist, weiss ich nicht. Er hat eine schöne Stimme, aber ebenso wie Florian Prey oder dem Sohn von Ludwig/Berry hat er nicht das Format seines Vaters. Aber es ist auch schwer bei einem solchen "Erbe" !

    Es ist zwar nicht gerade "gestern", dass ich in Zürich die Neuinzsenierung des "Tannhäuser"`s gesehen habe. Premiere war am 30. Januar und die von mir besuchte Vorstellung am 2. Febr. 2011. Durch eine Erkrankung komme ich erst heute dazu , darüber zu berichten.


    Gespielt wurde die Fassung der Wiener Aufführung vom 22.11.1875 mit Einschub Walther von der Vorgelweide im 2. Aufzug.


    Musikalische Leitung : Ingo Metzmacher


    Inzenierung: Harry Kupfer


    Bühne: Hans Schavernoch


    Kostüme: Yan Tax


    Hermann, Landgraf - Alfred Muff


    Tannhäuser - Peter Seiffert


    Wolfram - Michael Volle


    Walther - Christoph Strehl


    Biterolf - Valeriy Murga


    Heinrich d. Schreiber - Michael Laurenz


    Reinmar v. Zweter - Andreas Hörl


    Elisabeth - Nina Stemme


    Venus - Vesselina Kasarova


    Hirte - Camille Butcher



    1. Akt 1. Bild - Rotierende Glastürenwände mit roten Leuchtbändern , die unterschiedlich in Farbe und Form erschienen. Drehbühne, in der Mitte ein erhötes Podest für Venus und Tannhäuser, Balett, leichtbekleidete Damen und Herren, die sich mehr oder minder erotisch-lasziv bewegten. Tannhäuser mit elektr. Gitarre. Venus in Rot-schwarzem , dekolletiertem Abendkleid. Tannhäuser in dezenter Rockerkleidung (Leder)


    2. Bild - Verwandlung - ein Golfplatz, der Landgraf mit seiner Truppe - wohl Take That , die Robin Williams wiedertreffen - im Golfauto , die jungen Herren (alle gutaussehend, jung und schlank) mit elektr. Gitarren. Der Hirte war - warum auch immer - eine Krankenschwester .


    2. Akt - Halle - Die Halle war ein Stadion mit Zuschauertribühne aus Plastikstühlen, es wurde eine TV-Übertragung vorbereitet. Elisabeth im blauen Abendkleid, Tannhäuser im gleichen Outfit wie vorher. In der Mitte ein Flügel, auf dem sich E. gelegentlich räkelte. Nach dem Duett kamen die Gäste. Alles was Rang und Namen hat, Adel, Militär, Klerus und der einfache Mann. Man machte die Honneurs vor Elisabeth und dem Landgraf und sang den berühmten Chor. Dann begann der Wettstreit, die Herren -mit Gitarre - sangen ihre unterschiedlichen Auffasssungen von der Liebe bis zum Eklat und der Verbannung von Tannhäuser.


    3. Akt - Der Züricher Bahnhof - die Pilger kommen (per Bahn) aus Rom zurück. Elisabeth und Wolfram warten vergeblich auf Tannhäuser. Elisabeth geht zum Sterben ab, Tannhäuser kommt und singt seine Romerzählung. Venus erscheint noch einmal und sinkt entseelt zu Boden, als Tannhäuser sich dem himmlischen Heil zuwendet. Dann erscheint der hohe Klerus (Pabst - im Sonderzug ?) und der Krummstab ergrünt. Tannhäuser stirbt, Wolfram bleibt zurück.


    Soweit die Inszenierung.


    Musikalisch fand ich es sehr gut. Metzmacher ließ das Orchester sehr differenziert spielen, großes Forte und leisestes Pinanissimo. Die Soloinstrumente waren ohne Fehl und Tadel , wirklich wunderbar. Der Chor grandios in allen Lagen.´


    Zu den Leistungen der Solisten kann ich sagen, dass kein wirklicher Ausfall dabei war. Peter Seiffert stand die mörderische Partie sehr gut durch, hatte alle Reserven auch für den letzten Akt und spielte auch sehr intensiv ohne Rücksicht auf seine Stimme. Natürlich merkt man dieser Stimme auch sein Alter (Ende 50) und die Beanspruchung der vielen Jahre im Heldenfach an. Lange, laute Töne haben schon einen Wackler, aber es gelingt ihm immer wieder, die Stimme zu fokussieren und mit schönen Tönen zu begeistern. Die Venus der Kasarova sah verführerisch aus und sang auch entsprechend. Mir persönlich gefällt es nicht, wenn sie manche Töne mit "Glottis-Anschlag" singt, aber ihre Höhen waren grandios. Übrigens sangen alle sehr wortverständlich, so dass die deutsche (mit Engisch) Übertitelung eigentlich nicht notwendig waren.


    Nina Stemmes Stimme war in allen Lagen rund und schön, immer dunkel getönt. Sie spielte rollengerecht ausgeglichen und zurückhaltend. Zu REcht bekam sie sehr viel Beifall. Neben ihr die schönste Stimme hatte der Wolfram von Michael Volle. Den Abendstern sang er sehr schön, legato und Pianissimo, in den Zwiegesängen mit Tannhäuser hatte er die dramatische Wucht, die man dafür auch braucht. Alfreds Muff`s Landgraf prunkte mit sehr tiefen Tönen, ab und zu hörte man aber auch sein Alter. In den kleinen Rollen fiel als besonders gut der Walther von Christoph STrehl auf, wohl wegen ihm hatte man sicherlich die Fassung mit seinem "Meisterlied" im 2. Akt gewählt.


    Der Schlussbeifall war lang und laut, besonders eben für Stemme und Volle, aber auch für Seiffert.


    Ich muss sagen, dass mich die Inszenierung nicht so ganz furchtbar gestört hat, man konnte manches nachvollziehen, einiges war ja auch sehr konventionell. Wos wieder hakt, ist einfach, dass die Handlungsweise, die das STück nun mal vorschreibt, nicht zu den heutigen Personen passt. Wo würden heute in einem Stadion die Damen nach Hause geschickt, wenn ein Pop-Sänger solche Texte sänge, wie Tannhäuser (Venusberg - shoking !) Oder die Qualen der Pilgerreise, die Tannhäuser besingt, aber alle doch gemütlich im ICE von Rom (hier nach Zürich) zurückgefahren sind ??


    Musikalisch lohnt die Reise nach Zürich allerdings, das kann ich empfehlen !

    Wie schön, dass man sich hier auch an Theo Altmeyer erinnert ! Ich habe ihn einige Male als Solist bei unseren Chorkonzerten erlebt und auch mal eine Rundfunkaufnahme vom WDR - Bach`s Kantate zum 1. Weihnachtstag "Gloria in exelsis deo" zusammen mit Edith Mathis im Chor mitgesungen. Er hatte eine wunderschöne lyrische Tenorstimme und war hochmusikalisch, dabei zu uns Laien-Sänger sehr nett !


    Auf der Bühne hab ich ihn leider nicht gehört, kann es mir aber gut vorstellen, dass er auch dort sehr erfolgreich war.

    Obwohl ich erst am Samstagabend aus den Ferien zurückgekommen bin, habe ich mir noch den 1. Akt Rigoletto im ZDF angesehen und bin auch gestern bis 01.30 aufgeblieben.
    Mir hat die Inszenieirung im historischen Ambiente sehr gut gefallen , auch die Kostüme. Von den Sängern/Darstellern war im im großen Ganzen begeistert. Klar, Domingo ist und bleibt Tenor, auch wenn er die tiefere Partie sing. Das hat man ja schon beim Simone Boccanegra bemängelt. Aber er spielte die Rolle großartig und auch die stimmliche Interpretation war wunderbar. Leichte Defizite sind altersbedingt natürlich vorhanden - aber er sang ja auch einen alten Mann !
    Grigolo finde ich schon sehr gut , ich hoffe, er wird sich noch positiv weiterentwickeln, dann haben wir für das lyrische-italienische Fach wieder einen tollen Tenor. Raimondi beeindruckte auch als Darsteller und auch die Maddalena fand ich gut. Die Krone des Abends gebührt für meinen Geschmack aber der Gilda -ich hörte sie zum ersten Mal und bin begeistert. Ein lyrischer Sopran mit herrlichen Spitzentönen , aber keine "Zwitscherstimme" , mit der die Gilda früher häufig besetzt wurde.
    Auch darstellerisch berührend, ihr glaubte man die unschuldige Jugend wirklich. Ich bin gespannt, wie ihre Karriere weitergeht.


    Also - für mich haben sich die langen Abende und kurzen Nächte gelohnt!


    (Original Geschrieben von Gunter Hämel am 06.09.2010 um 11:51: und im Rahmen der Threadrestaurierung wieder hergestellt.)



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    Es ist ja eigentlich schon alles zu Christa Ludwig gesagt, aber ich will trotzdem "meinen Senf" noch dazugeben. Für mich ist und bleibt sie -bisher- in ihrem Fach die beste, die ich je gehört habe. Diese Vielseitigkeit, ihre Bühnenpräsenz , ihre Gestaltungsvielfalt beim Lied, ihre Präsenz in Soloquartetten bei Messen und Oratorien - ohne sich in den Vordergrund drängen zu wollen, das ist alles einmalig. Nicht umsonst hat E. Schwarzkopf immer ihren Namen genannt, wenn sie von Sängern gesprochen hat. Dazu war sie musikalisch hochgebildet, konnte Klavier spielen , wie eine professionelle Pianistin und war sehr klug in der Auswahl ihrer Rollen. Sosehr sie die "Primadonnen-Rollen" im Sopranfach geliebt hat, so selten hat sie diese gesungen, nur in homöopatischen Dosen sozusagen. Auch ihren drei Lieblingsdirigenten hat sie die Wünsche nach Isolden, Elektras und Brünhilden verweigert !


    Ich hatte das Glück, sie auch einmal privat zu erleben und kann nur sagen, dass ich selten einen so natürlichen und liebenswürdigen Sänger-Weltstar erlebt habe, wie Christa Ludwig !

    Was Lollo anging, gab es schon bei der Tosca-Verfilmung kritische STimmen, die nicht glaubten, dass sie selber gesungen hat. Sie hat zwar eine Gesangsausbildung gemacht, aber nie auf einer Opernbühne gestanden. Wahrscheinlich hat daher ihre Stimme für eine "Tosca" nicht gereicht.


    Über Sänger als Schauspieler bzw. umgekehrt gab es ja schon mal einen Threat. Von meinen Sänger-Freunden kenne ich eigentlich nur die Aussage, daß an den Hochschulen sehr wenig Schauspiel unterrichtet wird (oder nutzen sie vielleicht die Möglichkeiten nicht ?).
    Die Gesangslehrer sind ja häufig auch keine Bühnenleute und daher können sie ja auch da nicht viel vermitteln. Ich glaube, dass ein Sänger schon eine gewisse Begabung von Haus aus mitbringen muss, um auf der Bühne zu bestehen. Wer völlig unbegabt in dieser Beziehung ist, lernt es auch nicht auf einer Schule. Meine Erfahrung ist, dass die "Damen" uns da doch etwas voraus haben, ich kenne jedenfalls mehr schlechte Sänger-Schauspieler, als Sängerinnen-Schauspieler.

    Ich mag A.T.S. ebenfalls sehr gern. Sie war immer eine Dame auf der Bühne und für mich auch am besten als Marschallin, alls Arabella, Manon, aber auch in Verdi-Rollen. Ich weiß auch von verschiedenen Sängern, dass sie eine sehr gute Lehrerin sein muss,dabei nie "Primadonna" sondern liebenswürdige Kollegin ! Ob sie heute noch singt (sprich "tingelt") weiss ich nicht, aber sein kann es schon. Sie denkt vielleicht, so gut wie Mont`si bin ich doch auch noch ! Aber selbst wenn das so ist, bleibt sie für mich eine der ganz großen ihrer Zeit.