Beiträge von Gunter Hämel

    Danke, Wotan, für den Bericht über Münsters Fledermaus. Nach der Kritik in "Der Glocke" wollte ich nämlich schon umgehend in die nächste Aufführung fahren, so gut war die ! Jetzt werde ich erst mal die Berichte meiner Münsteraner Freunde abwarten, ob ich den Weg nach MS nehme. :D

    LIeber Theophilus,


    Du hast sicherlich recht, dass nicht die paar Auftritte in Salzburg für einige Sänger die stimmlichen Schwierigkeiten bereitet haben, sondern die daraus entstandenen weiteren Verpflichtungen. Aber bei dem großen Einfluss , den Karajan hatte, war es doch kein Wunder, wenn die Sänger diese Partien auch woanders angeboten bekamen und auch annahmen. Das letztendlich die Sänger selber entschieden haben, diese Partien zu singen ist natürlich auch wahr. Dernesch z.B. hätte ohne ihn keine Brünhilde gesungen, dass hat sie selber gesagt.


    Zu der Frage, wer denn unter Karajan´s "Bann" zu leiden hatte, haben ja einige andere schon Stellung genommen, ich weiss es konkret von Christa Ludwig (aus ihrem großen TV-Interview) von Astrid Varnay aus ihren Memoiren , Kollo ebenfalls (auch wenn dieser sicherlich einen Teil der Schuld selber trägt).


    Was seine Eitelkeit betrifft , kann ich nur sagen, wenn Du einmal bei den Osterfestspielen die Zeremonie des Auftrittes des Ehepaares von Karajan erlebt hast, dann weisst Du, was Eitelkeit ist. Auch ist es doch bekannt, dass er sich immer wieder Privilegien ausgedungen hat, wie z.B. die Toilette in Bayreuth. Oder dass die Deutsche Grammophon ihren Produzenten Otto Gerdes entlassen musste, weil dieser - der gelegentlich auch dirigierte - ihn mal als "Herr Kollege" angesprochen hat. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl von Beispielen.


    Trotzdem halte ich ihn weiterhin für einen der maßgeblichen Dirigenten des vorigen Jahrhunderts !

    Wenn man Musik eines bestimmten Komponisten nicht mag, hält man ihn wahrscheinlich immer für überbewertet. Ausschlaggebend ist doch aber, wie oft er aufgeführt wird und wie lange nach seinem Tode.
    Minderwertige Werke verschwinden von allein vom Spielplan der Theater mangels Publikum.
    Das gibt es doch in allen Künsten, nicht nur in der Musik. Maler und Bildhauer gab es auch wie Sand am Meer, die heute völlig unbekannt sind.
    Es ist eines der Dinge, die ich bedauere, daß ich nie erfahren werde, welcher der heutigen Komponisten in 100 Jahren noch aufgeführt wird.

    Liebe Theophilus und Josef II.,


    ich bin ganz Eurer Meinung, dass man einem Dirigenten, der mit der Leistung eines Sängers nicht einverstanden ist, nicht zumuten kann, mit diesem weiter zu arbeiten ! Bei HvK passierte es aber immer wieder, dass er sich einen Sänger für eine bestimmte Rolle wünschte. Wenn dieser das ablehnte, weil er glaubte, dass diese Rolle zu dem Zeitpunkt nicht zu ihm passt, wurde er - zumindest für eine Weile - von HvK "kaltgestellt". Dies kann man jedenfalls so in vielen Sängerbiografien lesen oder hat es bei Interviews gehört (z.B. Christa Ludwig). Dann gibt es auch noch die Beispiele, wo sich Sänger nicht wiedersetzten und die Partien sangen, was ihnen dann stimmlich sehr geschadet hat (Beispiel Riccarielli, Dernesch ).


    Was Domingo angeht, wollte ich nicht sagen, dass HvK ihn kaltgestellt hat, weil er Giovanni nicht singen wollte. Ich wollte nur sagen, dass es möglich war, dass Karajan diesen Besetzungsvorschlag gemacht hat, da er ja öfters ausgefallene Vorstellungen hatte.


    Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, will ich zum Schluss noch anmerken, dass ich durchaus ein Fan von HvK bin und viele seiner Aufnahmen nach wie vor als richtungsweisend betrachte, da ich aus diesem Grunde natürlich viel über ihn gelesen habe und ihn auch häufig selber am Pult erlebt habe, erlaube ich mir allerdings auch einige kritische Gedanken - und dass er unglaublich eitel war, ist wohl kein Geheimnis !

    Ich war in meinen frühen Jahren des Einstiegs in die Klassikwelt ein begeisterter Schock-Hörer, kein Wunder, es gab ja nur wenige andere Tenöre, die so präsent im Rundfunk und auf Platten war. Meine Aufnahmen, die ich von Schock habe stammen alle aus seinen frühen Jahren, wo er m.E. einer der besten deutschen Tenöre war. Seine späteren Aufnahmen von Operetten und Volks- und Wanderliedern waren zwar erfolgreich , aber doch oft sängerisch nicht mehr ganz so gut. Bei den Operetten prunkte er ja mit den hohen Kopftönen, die er zu seinem Markenzeichen machte, obwohl es ja eigentlich ein Defizit war, dass er die Töne nicht im gestüzten Piano singen konnte. Dass er den Erik irgenwo auf der Bühne gesungen haben soll, wusste ich bisher auch nicht, ich kenne nur die Aufnahme, die ich ebenfalls als sehr gut empfinde, so wie auch sein Stolzing besser war, als es manche heute glauben lassen wollen.

    Auch ich habe Peter Hofmann ja einige Male auf der Bühne erlebt - ausschließlich mit Wagner - und ich denke, dass es seine Erscheinung war, die damals so begeisterte. Sein Gesang war sicherlich nie auf höchstem Niveau, aber die Konkurrenz damals war ja auch nicht meilenweit überlegen. Dass er doch eine recht kurze Karriere hatte, lag sicherlich weniger an seinen Ausflügen als Rocksänger (den übrigens Kenner dieses Genres nie als wirklichen Rocksänger anerkannt haben) als einer doch wohl nicht sehr fundierten Ausbildung und des sehr frühen Wechsels in das Heldenfach. In seinen guten Jahren war er jedenfalls eine tolle Bühnenerscheinung und endlich mal ein Sänger, der so aussah wie die Typen, die er verkörpern sollte !

    zu HvK würde das wohl passen, gehört habe ich es allerdings noch nie. Karajan hat ja des öfteren recht eigenwillige Besetzungen gewählt und nicht selten wurden die Sänger, die seinen Wünschen nicht entsprachen dann von ihm "kaltgestellt" - schade, dass die Eitelkeit oft über die Intelligenz siegte !

    ich freue mich, dass P.A. Edelmann es offensichtlich geschafft hat. Bisher stand er ja wohl etwas im Schatten seines älteren Bruders Peter. Ich habe P.A. Edelmann 1995 beim Bertelsmann Wettbewerb gehört, er kam damals ins Semifinale. Es ist sicherlich nicht leicht für beide Edelmann-Brüder, die wahrscheinlich immer ein wenig mit dem berühmten Vater verglichen werden. Umso schöner, dass es für beide offensichtlich weiter nach oben auf der Karriere-Leiter geht !

    Wie schön, lieber Caruso - das hätte ich auch alles so berichten können, so ähnlich war mein "Werdegang" als Klassikhörer und Liebhaber auch ! Nur leider hatte ich in dem Alter noch nicht die Möglichkeit Grümmer mit Exner oder Schmidt zu vergleichen, ich musste da leider auf Seidler-Winkler zurückgreifen und konnte nur mit Radioaufnahmen vergleichen. Allerdings hatte ich Konya schon gehört, da dieser ja in Bielefeld angefangen hat ! Meine Vergleiche kamen dann später, als ich mir Reisen in die größeren Städte erlauben konnte und das habe ich dann auch weidlich genutzt. Leider musste ich dann natürlich meine Meinung zu einigen "großen" Sängern revidieren, die ich nur von Aufnahmen her kannte - und liebte - die dann auf der Bühne dann aber oft nicht an meine Erinnerungen herankamen !


    Ich finde es ebenso wunderbar, dass man hier die Meinungen von so vielen Musikliebhabern hören kann und auch die Beurteilung von Aufnahmen , deshalb bin ich ja hier !

    Vielleicht nicht das schlechteste, wenn er sich auf Regiearbeiten verlegt ! Sein Temperament und Spielfreude könnte da ja hilfreich sein und wenn er - zumindest für längere Zeit - nicht singen kann, hat er doch immer "ein Bein" im Musikgeschäft. Ich wünsche ihm viel Erfolg für diesen neuen Weg, denn ich finde ihn nach wie vor sympatisch, wenn auch nicht wirklich klug !

    Lieber Harald,


    da hast Du leider recht, nicht allzuviele haben die wirklich grossen Karrieren gemacht. Von den prämierten Siegern würde ich mal die folgenden nennen:


    Natalie Stutzmann (Siegerin 1. Wettbewerb), Andrej Dobber, V. Kasarowa, R. Pape, R. Treckel, Michael Volle, Hanno Müller-Brachmann, Samit Luttinen, Eteri Gvasava, Tigran Martirossian, Alexander Vinogradow, Franco Fagioli, Christiane Karg (zumindest auf dem Weg zu einer grossen Karriere), Martina Rebeka. Einige anderen sind gut an deutschen Opernhäusern angekommen.


    Aber unter denen ,die nicht in die Finali gekommen sind gibt es Namen, die heute durchaus international tätig sind:


    Reneé Morlock, Christiane Oelze, Endrik Wottrich, Petra Lang, Angelika Kirchschlager, Riccarda Merbeth, Violetta Urmana, Dietrich Henschel , Mac Emmanuel Cencic, Kristiane Opolais und noch einige andere.


    Natürlich gibt es sicherlich auch einige Preisträger, die in ihren Heimatländern wahrscheinlich recht bekannt sind, ich denke an die vielen Asiaten , US-Amerikaner und auch Russen, die teilgenommen haben und dann zurück in ihre jeweiligen Heimatländer gegangen sind. Aber es ist richtig, dass bei der Vielzahl der seit 1987 ausgezeichneten Sänger halt nur einige wirklich gross gewórden sind. Aber ich glaube nicht , dass dies ein spezifisches Problem von "Gütersloh" ist, sondern bei allen Wettbewerben ähnlich aussieht !

    Wie schön, mal wieder die Texte der ganzen Studentenlieder lesen zu können und sich erinnern. Ich selber habe zwar nicht studiert, daher auch kein Mitglied einer Verbindung, aber mein Vater gehörte der KV-Silesia an und bei uns zu Haus verkehrten viele seiner "Brüder", daher wurde bei Festlichkeiten immer gesungen - natürlich Studentenlieder. Daher konnte ich bei Zusammentreffen mit singenden Verbindungsbrüdern immer gut mitsingen, das hat Freude gemacht ! :D

    Da ich ja immer in der Nähe, heute sogar direkt in Gütersloh wohne, habe ich natürlich als begeisterter Sänger-Fan fast alle Wettbewerbe verfolgt und auch die Finali besucht. In den ersten Jahren waren ja nur Sänger, die in Europa studierten , eingeladen, da hatten es Deutsche noch etwas leichter. Seit die Vorauswahlen in der ganzen Welt stattfinden ist die Konkurrenz natürlich riesig.


    Es waren in den letzten Jahren kaum Deutsche, die es in die Endrunde in Gütersloh geschafft hatten, geschweige denn in die Finali. Im Jahr 2007 war es Krenare Gashi, die zwar keine Deutsche ist, aber in Detmold studiert hat, seit langem die erste, die ins Finale kam und einen Preis erhielt. 2009 war es der Bariton Julian Orlishausen, der die Deutsche Fahne hochhielt, aber nicht ins Finale kam, wohl auch, weil sein Vorsingestück nicht das richtige war. Er war im vorigen Jahr bei dem Meisterkurs, den die Bertelsmann-Stiftung immer im Jahr nach dem Wettbewerb veranstaltet und hat mir dort sehr gut gefallen. ER wird sicher seinen Weg machen.


    Ich bin gespannt, wie der Wettbewerb in diesem Jahr besetzt sein wird und ob dann mal Deutschstämmige oder in Deutschland studierende Sänger im Finale dabei sein werden.

    Ich bin glücklich, dass es mir noch vergönnt war, Carlo Bergonzi auf der Bühne zu erleben. Allerdings nur einmal. Das war im Jahr 1981 in N.Y. in der Met als Ricardo im Maskenball. Er war einfach wunderbar und das mit Ende 50 ! Ich habe in seinem Fach kaum jemanden gehört, der so schön sang, keine Knaller, aber wunderbar gestaltet - einfach eine Freude !

    Als es noch richtige "Ensembles" gab, konnte man an allen Opernhäusern sehr gute Sänger erleben, die in den kleineren Rollen begeistern konnten. Manchmal waren es Anfänger, die dann ihren Weg machten, manchmal blieben sie aber auch ein Leben lang an ihrem STammhaus, das lag nicht immer daran, dass sie nicht gut genug für die großen Häuser waren, sondern auch an den persönlichen Lebensumständen. 'Das Publikum liebte diese Sänger ganz besonders, man freute sich an den Leistungen und verzieh dann auch mal schlechte Tage.
    An den großen Häusern waren diese Sänger - wie Friedel Lenz in München - natürlich schon eine andere Klasse. Ich habe ihn oft in München erlebt und nicht selten war er besser als die großen Stars in den Titelrollen ! Neben und mit ihm gab es ja eine Vielzahl ausgezeichneter Sänger wie Claas H. Ansjöh, Raimund Grumbach,
    David Thaw, Kieth Engen, Margarete Bence, Gudrun Wewezow u.v.a.m.
    Diese Sänger garantierten das hohe Niveau, das die Bayr.Staatsoper hatte. Das gleiche kann man auch von den anderen größeren Häusern berichten. Hamburg, Berlin, Köln, Düsseldorf , Dresden, Leipzig usw. konnten mit Sängern aufwarten, die großartige Leistungen vollbrachten.
    Durch den heutigen Sänger-Betrieb kann sich leider keine Beziehung zwischen Publikum und Sängern mehr aufbauen und ich denke, dass dadurch auch die Leistungen in den meisten Fällen schlechter geworden sind und die Folge davon sind kürzere Karrieren.
    Schade !

    @Wotan -


    zuerst mal ein "gutes Neues Jahr" mit vielen tollen musikalischen Erlebnissen !


    Wegen dem "Wildschütz" werde ich am 22. Jan. fragen, dann bin ich in "Hänsel u. Gretel" in Bielefeld. Könnte sein, dass es aufgenommen wurde !


    Gruss G.H.

    Das Werk wurde zwar häufig von strengen Schubertianern als Kitsch bezeichnet und die Bearbeitung der Schubertschen Melodien durch Berté kritisiert, aber hatte trotzdem bis in die 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts große Erfolge zu verzeichnen, auch in England und den USA (Titel Lilac Time und Blossom Time). Erst danach wurde es still um dieses Werk und heute wird es wohl gar nicht mehr aufgeführt. Der Roman "Schwammerl", auf dem das Libretto beruht, hat sich um historische Genauigkeit nicht bekümmert, sondern diesen Teil aus Schuberts Leben sehr frei interpretiert.


    Ich finde aber, dass es durchaus hörenswert ist und Heinrich Berté s Verdienst ist es , dass er keine neue Melodien dazu erfunden hat , sondern sich auf Bearbeitung von -hauptsächlich- Schubert`scher Klaviermusik beschränkt hat. Ich habe eine LP mit Auszügen unter Rudolf Bibl mit Peter Minich als Schubert, Ernst Schütz als Schober, Heinz Holeczek (ein Bariton) als Vogl, Fritz Muliar als Vater Tschöll und Renate Holm als Hannerl Tschöll.


    Wenn ich mich recht erinnere gab es auch mal einen Film mit R. Schock und Hannerl Matz.

    Lieber Siegfried,


    das war sicherlich eine sehr schöne Aufführung, die Du da gehört und gesehen hast. Allerdings muss man ja auch berücksichtigen, dass es kein grosses Orchester war, über das die jungen Sänger/Innen slingen mussten. Außerdem ist man ja doch bei solchen Aufführungen viel "gnädiger", als bei professionellen Darbietungen, da hört man ja doch nicht so kritisch hin !


    Ansonsten kann ich hier nur Musica beipflichten, es gibt sicherlich bestimmte Werke, wo -besonders- Knabenstimmern stimmiger sind ,als erwachsene Frauen. So z.B. die Knaben der Zauberflöte, aber auch in Oratorien, wie "Elias" (der Knabe) oder auch im Honegggerschen "König David", die Alt-Arie des jungen David und noch einiges andere. Aber wenn ich Aufnahmen der Wiener Sängerknaben oder der Tölzer Knaben höre, dann kann ich den Chorsopranen und Choralten noch einige abgewinnen, aber den Solisten gar nichts. Ich finde sie passen auch nicht zu den "Männer-Stimmen" des Tenors und Basses. Weder der Klang noch die Interpretation ist für mich passend. Ich habe daher weitgehend auf Aufnahmen mit "Kindersolisten" verzichtet !

    Wie gut, dass es solche Aufnahmen aus den Opernhäusern der "Provinz" gibt. So manches Werk ist nur durch solche Aufnahmen der Nachwelt erhalten geblieben und auch viele gute Sänger sind nur in solchen Aufnahmen zu hören. Da ja die großen Plattenfirmen nur noch die Standartwerke mit den internationalen Stars aufnehmen, kommt dem Rundfunk oder auch Eigenproduktionen der Opernhäuser eine große Bedeutung zu. Bei den heutigen technischen Möglichkeiten ist es ja auch nicht mehr so schwierig für die Opernhäuser, Aufnahmen zu machen und diese dann auch zu vermarkten. In Bielefeld z.B. kann man immer Aufnahmen kaufen, die im Haus gemacht worden sind und ich denke, dass das in anderen Häusern auch so ist.

    Ich kenne Kurt Wehofschitz leider nur als Rundfunk-Operetten-Sänger. Meiner Erinnerung nach, war er bei Aufnahmen des NDR der "Gegenpol" zu Franz Fehringer beim WDR ( nach der Trennung der Rundfunkanstalten). Ich habe seine Stimme als angenehm in Erinnerung, aber auch nicht mehr.

    Ich glaube, dass alle Sänger-Freunde, die im "vorigen Jahrhundert" Radio- und TV-gehört und gesehen haben, die Mezzosopranistin mit Alt-Timbre nicht vergessen haben. Sie war ja nicht nur eine Säule des Ensembles der Hamburger Staatsoper sondern auch im NDR sehr präsent. Ich glaube auch, dass ich sie in einer grösseren Rolle im TV gesehen habe, weiss aber nicht mehr , was das war. Einige Platten-Aufnahmen mit ihr habe ich auch im Bestand.

    Wim Wenders ist ja auch ein Film-Regisseur, der eher die Kritiker begeistert hat, als die Kino-Gänger. Nur wenige seiner Filme waren kommerziell erfolgreich. Ich hoffe nur, dass - wenn er wirklich engagiert wird - sich mit dem Werk beschäftigt, damit er wenigstens weiss, was er macht. Zumindest ist Bayreuth durch diese Puplikation wieder im Gespräch, leider sind ja die musikalischen Höhepunkte in den letzten Jahren dünn gesäht gewesen, da muss man halt wieder mit einem spektakulären Szenekünstler aufwarten.

    Mir geht es so, wie Herbert Henn, ich liebe auch die Tenöre, die eine dunkle Färbung haben, deshalb war ich auch sofort von Jonas Kaufmann so begeistert. Mir ging es immer schon so, dass ich Domingo lieber hörte als Pavarotti. Trotzdem gab es Partien, in denen Pavarotti besser war, die nach seiner Stimmfarbe verlangten.


    Ich habe Jonas Kaufmann bisher noch nicht auf der Bühne erlebt (nur einmal in Schwarzenberg als Lied-Sänger) , kenne ihn sonst nur vom TV oder Radio/CD. Wenn man kritisch hinhört stimmt es schon, dass sein Piano nicht ganz sicher gestützt klingt, sondern oft gehaucht oder gesäuselt. Aber ich halte ihn für einen sehr intelligenten Sänger und glaube, dass er an sich arbeiten wird. Ich hoffe für ihn und für uns, dass er sich nicht übernimmt und nicht den Weg Villazon`s geht !

    Das ist wie bei des "Kaisers neue Kleider" , keiner will zugeben, dass ihm die Regie nicht gefällt, weil er befürchtet, als dumm und ingnorant zu gelten. Wenn man mal mit Kritikern spricht und sie auf die Diskrepanz zwischen der Inszenierung und dem "Zeitgeist", der entweder bei der Entstehung der Werke oder zu der Zeit, in der das Werk "eigentlich" spielt hinweist, bekommt man doch öfters mal Zustimmung, aber um Gottes Willen nicht öffentlich oder gar in der Zeitung !


    Auch können sich die Kritiker nicht in die normalen Zuhörer/Zuseher hineindenken. Sie haben die Werke häufig gesehen und finden die "werktreuen" Inszenierungen vielleicht daher langweilig und wollen immer neue Sichtweisen . Der "Normalhörer" hat vielleicht in seinem Leben nur 5 Mal die Gelegenheit "Tristan" oder "Fidelio" zu sehen und möchte Übereinstimmung zwischen dem ursprünglichen Werk und der Regiearbeit erleben. Ich persönlich habe sicherlich mehr Opernaufführungen als der durchschnittliche Höhrer gesehen und bin durchaus bereit, mir neue Deutungen anzusehen, aber - ich wiederhole mich - wie Joachim Kaiser sagt - darf "das Tugendsystem und die gesellschaftlichen Umstände, die zu Zeiten des Werkes bestanden" nicht völlig im Gegensatz zur Inszenierung stehen ! Das ist mein Credo und daran messe ich meine Zustimmung oder Ablehnung !


    Dass die Sänger oft Angst haben, sich gegen eine Inszenierung zu stellen ist logisch. Sie haben ja Angst, nicht mehr engagiert zu werden !

    Ich glaube, dass sich durch das singen von Opernrollen die Stimme verändert. Wahrscheinlich müssen oder wollen die Sänger unterschiedliche Partien singen und wenn dann dabei Partien zu bewältigen sind, die in den Bass-Bariton-Bereich gehen, wird die Stimme automatisch höher ?


    Ich konnte das bei unserer Freundin Wulkopf beobachten, die ich ja schon aus ihrer Studienzeit in Detmold her kenne. Damals war sie ein richtiger Kontra-Alt und die Stimme war am schönsten in dieser tiefen Lage. Sie hat dann in München ja zunächst auch Erda gesungen, auch Gaea oder die tiefste Walküre. Als dann die anderen, höher liegenden Partien kamen , entwickelte sie sich zu einem Mezzo und sang Waltraute, Brangäne ect. Obwohl sie immer noch eine grosse Tiefe hatte und auch diese Partien weiter sang war aber der Klang heller geworden. Die Vielseitigkeit hat eben auch zwei Seiten.

    Ich bin früher ja auch sehr viel rumgereist und habe immer versucht, Opernaufführungen zu besuchen. München und Berlin waren früher meine Favoriten, aber auch Hamburg, Köln und Stuttgart haben mir große Aufführungen beschert. Ich denke, das lag natürlich immer sehr an den großen "Kollektiven" wie Orchester und Chor unter den jeweils besten Dirigenten, da konnten die kleineren Häuser nicht mitthalten. Aber auch an den damals noch vorhandenen Ensembles aus denen die kleineren Rollen großartig besetzt werden konnten. Für die Hauptpartien holte man ja dort die Stars, die nicht immer in ihrer besten Verfassung sein konnten, aber natürlich auch gelegentlich Sternstunden bescherten.


    Neben den Besuchen der großen Häuser war ich aber auch häufig in meinen "Stammhäusern" wie Münster und Bielefeld oder auch in den Ruhrgebietshäusern Essen, Dortmund, Gelsenkirchen. In Bielefeld hat mich die Dew-Zeit natürlich besonders begeistert, wie auch Caruso hier anschaulich beschrieben hat. Damals reisten die deutschen Kritiker nach Ostwestfalen, da Dew die "vergessenen" Werke der Nazizeit reaktivierte oder seine manchmal umstrittenen, aber immer spannenden Neudeutungen der Klassiker aufführte. in Münster war für mich wohl die beste Zeit die Ära Humburg, mit "Ring" , Don Carlos, Meistersinger ect.


    Ob man Berlin heute als deutsche Opernhauptstadt titulieren kann, weiss ich nicht, so oft bin ich nicht mehr dort. Aber das, was man in den Feuilletons lesen kann, spricht eigentlich nicht dafür. Sicherlich sind Orchester und Chöre immer noch sehr gut und auch die Dirigenten gehören zur ersten Garde, aber ansonsten ? Ich wüsste aber auch nicht, wem ich die "Krone" aufsetzten sollte. München (gefiel mir entgegen der Meinung von Caruso während Sawallisch am besten) hat immer noch große Aufführungen , aber das sind Einzelfälle. Hamburg ist weder von den Inszenierungen, noch von der GMDirektorin , noch von den Sängern Spitze, sondern höchstens Mittelmass. Ich glaube, es wechselt heute, mal ist Stuttgart sehr gut, mal Essen, mal Frankfurt, vielleicht bald mal wieder Köln ? Aber vielleicht spricht das ja auch für die Vielfalt und die Qualität der deutschen Häuser, so dass wir eine "Opernhauptstadt nicht benötigen !

    Hallo Jolanthe,


    Lothar Odinius ist ein sehr guter lyrischer Tenor, der auch als Evangelist bei Bach seine Meriten hat. Ich hab ihn grade gestern hier bei uns im Weihnachtsoratorium gehört, sehr schön, er hat sowohl Evangelist als auch die Arien gesungen !


    Er ist nach Kutsch-Riemens 1972 in Aachen geboren und hatte sein erstes 'Engagement in Braunschweig hat bei verschiedenen Festivals gesungen , auch Schubertiade Hohenems-Feldkirch und gastiert ansonsten häufig als Tamino an verschiedenen Häusern. Ansonsten ist er wohl eher der Konzertsänger, als der Opernsänger.

    Hallo Musica,


    ich habe zwei Aufnahmen der Fledermaus, eine uralte von 1964 unter Robert Stolz, mit Wilma Lipp und Renate Holm, Rudolf Schock, Cesare Curzi, Walter Berry ect. Und dann die Kleiber-Aufnahme, wo mir Rebroff auch das Anhören "vermiest". Ich hatte die Münchener Aufführung unter Kleiber einige Male in München gesehen und sie war immer toll, wer auch immer sang. Gott sei Dank nie Rebroff !!!


    Ich weiss nicht, ob es von der Fernseh-Aufführung unter Karl Böhm mit Janowitz, Holm, Windgassen usw. eine DVD gibt, könnte aber sein. Wenn Du diese bekommen kannst, dann schaff sie Dir an. Hier ist selbst die sonst doch oft sehr kühle Janowitz ein "Knaller" - es lohnt sich !