Beiträge von Gunter Hämel

    Als Chorsänger habe ich in vielen Jahren sehr viele unterschiedliche Werke gesungen, aber meine Rangfolge ist nach wie vor:


    Brahms, Requiem
    Verdi, Requiem
    Beethoven, Missa
    Dvorak, Requiem
    Mendelssohn, Elias
    Haydn, Schöpfung
    Berlioz, Requiem
    Honegger, Johanna und König David
    Orff, Carmina
    Mozart, Requiem


    wie einige meiner Vorredner geht es mir aber auch so, dass die Werke, die grad einstudiert werden, im Laufe der Zeit immer mehr begeistern, daher gehören auch - trotz meiner nicht so grossen Liebe zu Barockmusik - das Weihnachtsoratorium und die Matthäus-Passion von Bach und der Händelsche Messias zu Lieblingswerken.


    Dann kommen die "interessanten" Stücke, wie Brittens War Requiem, Mahlers 2. Sinf., Bruckner, Berlioz Faust, Rossinis Stabat Mater und Petite Messe, Faures Requiem usw.


    Ein weiteres Lieblingsstück - aber leider nie gesungen - wäre Mahlers 8. Sinfonie.


    Wie man sieht - ich kann eigentlich nicht genug kriegen...

    Gestern geriet ich beim Stöbern in diese Diskussion, die ja mit einem Beitrag über Maria Callas begonnen wurde.
    Ich denke, dass es zwar "überschätzte" Sänger gibt, aber jeder vielleicht einen anderen Maßstab ansetzt, wenn er "schätzt" und wen er als "überschätzt" ansieht.
    Jemand, der die unbedingte Stimmschönheit als non plus ultra ansieht, findet vielleicht Callas, Rysanek, Mödl, Silja u.v.a. als "überschätzt", ein anderer , der die Gestaltung der Rolle als erste Kunst ansieht, wird Tebaldi, Sutherland, Caballe u.w. "überschätzt" finden. Weitere können es nicht ertragen, wenn ein Sänger zu tief oder zu hoch singt, die finden dann Prey, Mödl, Rysanek u.a. als "überschätzt". So wird jeder seine eigene Definition dieses Begriffes haben.
    Ich persönlich finde z.B. die heutigen Sänger , die in Bayreuth die großen Partien, wie Tristan/Isolde, Sieglinde/Brünhilde, Siegmund/Siegfried, Tannhäuser, Parsifal singen als "überschätzt", weil sie sich selber oder/und die Agenten und Betriebsbüroleiter sie überschätzen - aber ohne sie würden wohl die großen Werke nicht mehr aufgeführt werden. Dagegen sind die Sänger der mittleren und kleineren Rollen heutzutage genau so gut , oder sogar besser, als früher.
    Dann spielt auch die Zeit eine Rolle, Sänger die in ihrem Zenit als wegweisend angesehen wurden, wie FiDi oder Schwarzkopf werden heute doch schon wieder kritisiert und ihre Rolle für die Kunst wird weit weniger singulär gesehen.
    Bei den heute überaus "geschätzten" Sängern, wie Netrebko, Garanca, Bartoli, Georghiu, Alagna, Villazon muss man abwarten, was in einigen Jahren über sie geschrieben wird, bei einigen sieht man ja heute schon, dass vom grossen Ruhm nur noch Bruchstücke vorhanden sind.
    Daher abwarten und Tee trinken !

    farinelli,
    e
    da teilt A.R. das Schicksal mit vielen anderen in der letzten Zeit verstorbenen Opernsänger, wie z.B. Schwarzkopf, Varnay, Bjoner, Grümmer usw. - immer nur kurze, mehr oder weniger wohlwollende Nachrufe. Bei Film- und Popstars gibts immer ganze Sendungen.
    Wir Opernfreunde sind wohl doch nur eine Minderheit im TV-Geschäft !

    Auch ich bin ja mit A. R. "aufgewachsen" und mir haben ihre Sendungenim TV damals gut gefallen. Wenn ich sie mir heute im Theaterkanal anschaue, bin ich weniger froh, aber das war eben der Zeitgeist damals. Ihre Rolle als Mentorin junger Künstler wurde allerdings zwiespältig gesehen. Ich habe einige der Nachwuchssänger persönlich kennengelernt und da war man oft nicht so begeistert, allerdings lag das mehr an ihrem wohl sehr geschäftstüchtigen Ehemann, als an ihr selber !
    Auf der Bühne habe ich sie leider nur einmal als Opernsängerin erlebt, in Salzburg als Fiordiligi in der Cosi, das war für mich eine "Nummer zu groß", nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Dann habe ich sie einige Male mit Liedprogrammen gehört, die mich auch nicht ganz glücklich gemacht haben, einiges gelang ihr sehr schön, aber bei anderen klang es oft sehr nach Operette.
    Ihr Aufnahmen waren immer sehr gut, wenn sie ihre Glanzrollen, wie Susanna, Sophie, Oscar, Adele und auch Rosalinde sang, auch Konstanze fand ich gut, immer wenn es etwas dramatischer wurde, fand ich stimmlich leicht angestrengt. Natürlich hat sie alles auf hohem Niveau gesungen, sie stilistisch sehr sicher und was auch sehr gut war, immer sehr wortverständlich.
    Insgesamt beurteile ich sie auf jedenfall positiv und im Vergleich mit vielen anderen , die ihr nachgefolgt sind, war sie eine singuläre Künstlerin.

    Von den "Big Drei" war mir Placido immer der liebste, weil sein Timbre mir am besten gefiel, trotz der sagenhaften Höhe von Pavarotti. Auch seine schauspielerische Leistung auf der Bühne war phantastisch.
    Ich habe ihn auch vor vielen Jahren in Berlin als Stolzing erlebt und seine Gestaltung und die _Schönheit der Stimme hat mich die schlechte Aussprache vergessen lassen.
    Ich persönlich kenne keinen Tenor , der so viele Jahre in dieser Qualität gesungen hat (vielleicht Alfredo Kraus - gleichwertig) und auch heute in seinem Alter (da streiten sich ja die Experten, ob er nicht noch älter ist, als angegeben) singt er doch immer noch gut.

    Ich habe J.K. zum ersten Mal bewusst als Florestan in der Züricher Aufführung des "Fidelio" gehört. Ich war gespannt, denn gelesen hatte ich bis dahin immer, dass er ein leichter, lyrischer Tenor wäre. Da ich auch C. Nylund aus ihrer Zeit in Hannover und als Konzertsängerin kannte, war ich sehr gespannt. Ich fand es sehr schön, dass einmal ein junger, schlanker Mann den Florestan sang und auch eine ansehnliche Leonore, der man die Maskierung auch abnahm. Etwas eigenartig berührte mich dann doch die gelegentliche Transponierung von Tönen nach unten, aber insgamt war ich angenehm überrascht.
    Später hörte ich ihn hier und da im Rundfunk und fand ihn interessant.
    Dann begann der "Hype" um ihn und ich wollte ihn endlich auch live erleben. Das gelang mir vor 2 Jahren in Schwarzenberg, ich fand ihn hervorragend mit dem Programm "Die Bürgschaft von Schubert" (fast eine kleine Oper, mit den Michelangelisonetten von B. Britten (die ich bis dahin nur von P.Pears kannte - eine ganz andere Tenorstimme) und dann die Strausslieder - ich war begeistert. Natürlich wurde er von einem Teil des Publikums hinterher mit Wunderlich verglichen, nicht zu seinem Vorteil. Ich finde das kann man auch nicht, Wunderlich bleibt einmalig und war ein ganz anderer Sänger-Typ.
    Als Opernsänger kenne ich ihn bisher nur aus dem TV oder Rundfunk, so als Lohengrin in München - da hatte ich den gleichen Eindruck wie ein Vorredner hier, erst im dritten Akt wurde er wirklich gut ! Dann Don Jose aus Mailand, sehr gut gepsielt, gut gesungen. Schön seine Mischung in die Kopfstimme beim Piano. Zuletzt hörte ich ihn in der Rundfunkübertragung aus der MET als Caravadossi, in die ich erst später eingeschaltet hatte, da hatte ich Mühe herauszufinden, wo er eigentlich sang, so dunkel/baritonal klang er, dass ich erst glaubte, das ist Scarpia.
    Inzwischen habe ich auch das TV-Interview von Voigt/Wunderlich mit ihm gesehen, sehr sympatisch muss ich sagen und da ja auch die Frau an seiner Seite vom Fach ist, hoffe ich, dass er sich nícht verheizen lässt, es wäre wirklich schade.
    Nun bin ich gespannt auf seinen Bayreuther Lohengrin, den ich leider mangels Karten nur im Rundfunk hören werde.
    Ich hoffe nun sehr, dass es mir gelingen wird ihn demnächst mal auf der Opernbühne direkt zu erleben, vielleicht in Berlin oder München.

    Auch ich möchte hier mal "eine Lanze brechen" für S. J. - ich habe ihn sowohl in München, als auch in Bayreuth gehört, Lohengrin, Tristan, Stolzing, Loge und auch Siegmund und Siegfried, und fand ihn da jeweils gut. Vor allen Dingen in dem Müllerschen Tristan mit Waltraud Meyer war er glänzend. Aber vielleicht waren das jeweils seine guten Tage und an schlechten war er vielleicht schlecht. Ich hatte das Glück ihn nur an guten zu hören.
    Er beeindruckte natürlich immer ob seiner physischen Präsenz und kluger Darstellung.
    Das er "eigentlich" auch kein echter Heldentenor war (wie Kollo und Hofmann ebenfalls) ist sicherlich richtig, aber wen gab es zu seiner Zeit denn sonst noch ? Die drei wechselten sich - zumindest an den größeren Häusern - doch ab, dass da immer Aufführungen dabei waren, wo einer nicht so gut (oder sogar schlecht) war, ist doch nachzuvollziehen. Mir war er jedenfalls immer lieber als Peter Hofmann.
    Ich besitze von S.J. nur die Schallplatten aus seinen ersten Jahren, mit den üblichen Arien, die gefallen mir auch heute noch.


    Ob er als Hochschul-Rektor gut oder schlecht war, kann ich natürlich nicht beurteilen. Mittlerweile ist er ja im Ruhestand und wenn er singt, dann Ägisth oder Herodes -also die Altersrollen für Tenöre !


    Ich bin jedenfalls dankbar, dass es dank ihm damals möglich war, die großen Wagneropern überhaupt aufzuführen.

    der Tenor Norbert Schmittberg ist der lebende Beweis dafür, was aus guten Stimmen werden kann, wenn der "Stimmbesitzer" permanent über seine fachlichen Möglichkeiten hinaus singt. Ich kenne N.S. auch seit vielen Jahren, er hat in "meinem" Chor als Solist gesungen und ich habe ihn mehrfach in verschiedenenn Opernhäusern gehört. Grade als "Paul" in der Toten Stadt war er einmal wirklich sehr gut, aber sein Tristan in Münster oder sein Florestan in Bielefeld vor einigen Jahren waren schon katastrophal.
    Er ist ja noch gar nicht so alt , also altersbedingt kann sein Abstieg eigentlich noch nicht sein.


    übrigens : einen Tenor mit dem Namen Schmidtmann gab es auch socn mal (Paul S.) , allerdings ist der schon lange tot !

    da ich den Stuttgarter "Parsifal" nicht gesehen habe, auch keine Ausschnitte auf YouTube, sondern nur Kritiken gelesen habe, kann ich dazu nichts sagen. Aber nach dem Lesen derselben habe ich keinerlei Lust verspürt, nach Stuttgart zu fahren, zumal ich seit dem Schlingensiefschen Parsifal in Bayreuth äußerst vorischtig mit dem Besuch dieses Werkes bin - erstmalig hat mich da auch die Musik nicht mehr getröstet !
    Ich halte es bei solch aktualisierten Inszenierungen mit dem "Altmeister der Kritik" Joachim Kaiser, der schreibt:
    ...unbedingte Werktreue ist genauso ein abstrakter Idealtyp wie die Vorstellung von völliger Interpretationsfreiheit.
    Für problematisch halte ich auch die menschenfreundliche Einstellung, einen Klassiker unbedingt aktualisieren zu wollen und ihn aus seinen historischen Gegebenheiten herauszulösen, um ihn in unsere Zeit zu versetzen, damit er jungen Leuten angenähert werde. Machen diese Anachronismen die Stücke wirklich verständlicher ? Eigentlich doch eher unverständlicher, verwirrender, weil DAS TUGENDSYSTEM UND DIE GESELLSCHAFTLICHEN UMSTÄNDE; DIE ZU ZEITEN DES WERKES BESTANDEN; NICHT MEHR EXISTIEREN.....


    Dieser letzte Absatz ist für mich wirklich Masstab in der Beurteilung einer Inszenierung. Ein Negativ-Beispiel für mich z.B. ein Othello von J. Flimm an der Berliner Staatsoper, die Damen als moderne Frauen gekleidet und sich bewegend, aber inhaltlich Shakespeare/Verdi verpflichtet , also sich diametral verhaltend, wie es heutige junge Frauen tuen würden.


    Ich bin nur froh, dass es trotz allem noch konservative und trotzdem spannende Inszenierungen gibt und zur Not schaue ich mir auch den Schenkschen "Ring" aus der Met an !

    Da fällt mir eine Geschichte über die Sopranistin Rita Streich ein.
    Als sie ihre Opernkarriere schon beendet hatte und an der Folkwang-Schule unterrichtete, sange sie noch häufig Konzerte.
    Sie war ja zeitlebens nicht nur eine gute Sängerin , sondern auch eine wirklich schöne Frau - aber eben daher auch sehr eitel.
    Um sich noch attraktiver zu machen, steckte sie sich bei einem dieser Konzerte zwei kleine Röllchen aus "Tempo-Taschentüchern" in die Nasenlöcher.
    Es kam wie es kommen musste, bei einem hohen Ton ihrer Konzertarie flogen die beiden Tempo-Röllchen im hohen Bogen von der Bühne in den Konzertsaal. Das Publikum war amusiert !

    Da mein Vorredner dieses Thema jetzt wieder aufgegriffen hat und ich ebenfalls erst seit gestern Mitglied des Forums bin, erlaube ich mir, jetzt auch noch dazu meine Meinung zu sagen:


    Es ist sicherlich richtig, dass sich Chöre an Projekte wagen, denen sie nicht gewachsen sind, aber das ist dann doch wohl in den meisten Fällen die Schuld des Chorleiters.
    Wenn ein Laienchor einen guten Chorleiter hat, kann dieser durchaus sehr gute Ergebnisse mit diesem Chor erziehlen.
    Mein "Stammchor" , einer der tradionellen Chöre , die Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet wurden, hatte nach dem 2. Weltkirieg einen Chorleiter, der alle Voraussetzungen erfüllte. Selber professioneller Sänger gewesen, durch die Schule von W. Pitz gegangen , mit einer Konzertsängerin und Gesangslehrerin verheiratet - besser ging es nicht.
    Viele Sänger hatten bei der Ehefrau Gesangsunterricht (wie ich auch) und die Stimmbildung machte er permanent während der Chorprobe.
    Wir haben in der Zeit seines Wirkens große Konzerte (z.B.auch in Salzburg und Berlin) gesungen, haben Schallplatten eingespielt und der Westdeutsche Rundfunk hat Konzertmitschnitte jahrelang gesendet.
    Alles dies wurde von einem Laienchor bewältigt !
    Obwohl es heute viel schwieriger ist, junge Leute für den Chorgesang zu begeistern, als früher, haben wir unter einem neuen Dirigenten, der mehr der Orchestermann ist, unser Niveau weitestgehend halten können und haben weiterhin Erfolg.
    Ich denke, dass , wenn der Chorleiter/Dirigent die entsprechenden Ansprüche stellt und dem Chor die Möglichkeit gibt, sich weiter zu bilden, dann haben auch Laienchöre eine hohe Berechtigung , die grossen Werke der Literatur aufzuführen.
    Wie viele der Vorredner schon betont haben, würden diese Werke einem grossen Publikum vorenthalten , wenn sich nur die Profichöre damit beschäftigen dürften, die ja flächendeckend nicht überall vorhanden sind. Oder die Hörer müssen sich auf die Tonträger beschränken.
    Ich kann nur hoffen, dass sich die Freude am Singen in Laienchören erhält oder , wenn möglich, sogar wieder verstärkt .
    Wer noch nie selber ein grosses Werk der Musikliteratur erarbeitet und aufgeführt hat, kann gar nicht ermessen, welche Freude und Befriedigung das auslöst.

    Liebe Frau "Ingrid" -


    nachdem ich ja schon zu dem Thema "Sir Peter Jonas" meine Meinung gesagt habe (Ehemann oder nur Lebenspartner) möchte ich auch noch mal auf die Rosenkavalier-Inszenierung von Otto Schenk kommen.
    Nach dem Abschied von G. Jones als "Hausmarschallin" der Münchner Staatsoper strebte ja L.P. den Fachwechsel zur Marschallin an, zu der Zeit dirigierte noch Carlos Kleiber den Rosenkavalier, nach der ersten Bühnenprobe hat er ja den Taktstock weg gelegt und ist aus dem Orchestergraben gegangen und hat dieses Werk in München nicht mehr dirigiert. Er soll mit dem Wechsel von Sophie zur Marschallin nicht einverstanden gewesen sein, obwohl er ja auch privat eine Zeitlang ein "inniges" Verhältnis zu L.P. hatte. Ich musste ihm später Recht geben, als ich L.P. in dieser Rolle gesehen habe, so sehr ich sie liebe, aber da war ihr Naturell ungeeignet, sie war eben keine "Primadonna" oder "Grand Dame" - auch privat überhaupt nicht. Gesanglich hat sie die Partie später gut bewältigt und auch schauspielerisch dazugewonnen, aber ich sah halt immer wieder die Sophie vor mir, ähnlich ging es mir bei"Figaros Hochzeit".
    Ob Sir Peter die alte Inszenierung wegen ihr im Spielplan liess, kann ich nicht beurteilen, ich denke es lag auch daran, dass das Publikum sie so sehr liebte. Beim öffnen des Vorhangs zum zweiten Akt gab es jedesmall Szenenapplaus für das Bühnenbild. Die Inszenierung wurde dann ja von Brigitte Fassbender - nachdem sie denn Octavian abgegeben hatte - aufgefrischt und lief ja noch viele Jahre lang , aber nie mehr mit so einer "Stammbesetzung" wie unter Kleiber (der ja am liebsten immer alle "seine" Sänger um sich haben wollte und keine Umbesetzungen liebte)

    Danke "Titan" für den Hinweis auf Sena Jurinac - die muss ich dann auch noch haben !


    Was Christine Schäfer anbelangt, müsste ich das einmal hören, vielleicht gefällt mir die Sängerin dann endlich , bisher hab ich mich für sie nicht begeistern können (obwohl ich ihren Cherubino in Salzburg gut fand, aber sonst ist sie mir zu akademisch kühl - aber ich bin lernfähig, ich höre ja heutzutage auch schon Counter , die ich früher ganz furchtbar fand !
    Gruss G.H.

    Liebe Mme. Cortese,


    auch ich bin begeistert von Mitsuko Shirai - eine Sängerin, die zwischen Sopran und Mezzo pendelt und übrigens mit dem fantastischen Pianisten Hartmut Höll verheiratet ist, der sie oft begleitet hat.
    Soviel ich weiss ,unterrichtet sie, so wie auch ihr Mann und singt daher nicht mehr so häufig.


    Soeben sehe ich, dass andere das auch schon geschrieben haben - sorry - ich hatte nicht so weit gelesen.

    Da das klassische Kunstlied für mich der Einstieg in die Klassik überhaupt bedeutet hat, möchte ich meine Meinung zu diesem Thema auch sagen.
    Meine Mutter hatte eine sehr schöne Sopranstimme und sang, ohne Noten , aus dem Kopf , zu Hause bei der Hausarbeit Kunstlieder (nicht Küchenlieder).
    Ich bin selber begeisterter Chorsänger geworden und hatte einige Jahre Gesangsuntericht. Da fing man mit Lieder an, nachdem die ersten technischen Probleme behoben waren. So begann meine Begeisterung für das Kunstlied. Damals gab es in jedem Konzertzyklus in den unterschiedlichen Städten immer einen Liederarbend - heute nicht mehr einen einzigen ! Die Veranstalter begründeten das damit, dass die Hörer nur kämen, wenn Dieskau, Prey, Schwarzkopf u.ä sängen, nach deren Ausscheiden aus dem aktiven Sängerleben schlug ich mal z.B. Margare
    t Price vor - Antwort "aber die kennt doch niemand" !!
    Lieber Herr Schmidt - sie schreiben weiter oben, dass damals doch nur die wenigen berühmten Sänger Lieder sangen, heute doch viel mehr --
    ja, es gibt eine Menge , die sich mit Liedgesang befassen, aber neben den von Ihnen genannten gab es damals doch auch noch, Rothenberger, Janowitz, Ludwig, Dermota, Seefried, Haefliger, Stader, Köth und und ... also doch gar nicht so wenige.
    Heute sind es wirklich eher "Nischen" wo noch der Kunstliedgesang gepflegt wird, wie Schwarzenberg/Hohenems und einige kleine Festivals.
    Wir haben hier das Glück, das mehrmals im Jahr Studierende der Musikhochschule Detmold mit einem Lied-Professor Konzerte veranstalten, so dass wir immer die Möglichkeit haben, Lieder zu hören.


    Ansonsten teile ich auch eher die pessimistischen Gedanken der meisten Forumteilnehmer, dass die langsam schwindende Bildung in der Bevölkerung das Verständniss und die Liebe für Liedgesang minimieren wird. Wer kennt denn heute noch die Texte der Lieder, da niemand mehr Gedichte lernt oder auch nur liest.
    Bei der Vorliebe der jungen Leute für grosse Lautstärken bleibt halt das kleine Lied auf der Strecke !

    Ich glaube, dass man da keine wirkliche Rangfolge machen kann, es ist doch immer sehr vom Hörerempfinden abhängig, welche Stimme, welches Tempo man nun am liebsten hat.
    Für mich sind diese Lieder fast "täglich Brot" - ich muss sie immer wieder hören und habe einige Aufnahmen davon:
    Schwarzkopf (Ackermann +Szell)
    della Casa (Böhm)
    Normann (Masur)
    H. Harper
    Lucia Popp (Tennstedt)
    te Kanawa (A. Davis)
    Soile Isokoski
    Melanie Diener
    Barbara Krieger
    Barbara Bonney (Klavierfassung)
    und noch einige auf MC - die ich erst suchen müsste.
    Wenn ich mir diese Liste ansehe, dann muss ich gestehen, dass ich
    am meisten höre:
    Schwarzkopf, della Casa, Isokoski und Lucia Popp (die ich kurz vor ihrem Tod bei einem Konzert hier in Gütersloh damit hörte, was im Nachhinein ja besonders berührend wirkte).

    Nachdem ich nun einmal hier aufgenommen wurde, werde ich jetzt erst einmal "stöbern" - dabei stiess ich auch auf Franz Fehringer.
    Er wurde mir in den 50ern als Rundfunksänger bekannt, vor allen Dingen im Westdeutschen Rundfunk mit Aufnahmen unter Franz Marzalek . Erst später hörte ich von seinem Schüler Harald Stamm, dass er ja auch sehr viel Oper gesungen hat.
    In dem Buch "Als Orpheus wieder sang" - der Wiederbeginn des Opernlebens in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg", kann man nachlesen, in wievielen Häusern er - neben seinem Stammhaus Frankfurt - gastiert hat.
    Seine Stimme hatte den spezifischen Klang, den man braucht, um berühmt zu werden.

    Sehr geehrter Herr Kral,
    ich bin ganz neu hier im "Tamino" , der Grund meines Eintritts ist ein Besuch im Forum dieser Tage, wo ich die Diskussion über lucia Popp mit großer Freude gelesen habe.
    Jetzt meine Frage an Sie "sind sich sicher, dass Sir Peter Jonas und L.P. verheiratet waren ? Ich habe L.P. - und Ihren späteren Ehemann Peter Seiffert - in München kennengelernt, da eine Freundin Ensemble-Mitglied an der Staatsoper war und viel mit L.P. gemeinsam gesungen hat, bei Premierenfeiern und anderen Treffen lernte ich L.P. dann persönlich kennen. In dieser Zeit habe eigentlich von allen immer nur gehört, dass sie mit Sir Peter "liiert" war - wie man so schön sagt - aber nie sprach jemand von Heirat ?? Würde mich interessieren.
    Ansonsten kann ich die Elogen die hier auf sie gesungen werden nur wärmstens unterstützen, sie war eine wunderbare Sängerin und eine reizende Frau, ohne jedes Primadonnengehabe !
    ich werde z.B. nie den Abend des Todestages von HvK vergessen, wo wir zusammentrafen und sie in klugen und bewegenden Worten die Persönlichkeit HvK beschrieb ohne ihn gleich zum "Gottvater" zu erklären.
    Ich habe mich später immer bemüht, sie zu hören, wenn sie in erreichbarer Nähe auftrat, so noch im Jahr vor Ihrem Tod auf einer Konzerttournee mit den Bambergern, wo sie - wohl schon um ihre Erkrankung wissend - ganz wunderbar die "Vier letzte Lieder" von R. Strauss sang - unvergessen !