Beiträge von martello

    Lieber Alfred,


    wie ich dir bereits im klassikakzente-Forum geschrieben habe, hat mir die Aufführung und auch die Inszenierung sehr gut gefallen (ebenso einigen meiner Freunde).


    Willi Deckers Inszenierung ist meines Erachtens völlig klar und bedarf wirklich keiner Erklärung - eventuell aber Abstraktionsfähigkeit. Entscheidend ist für mich, dass ein Regisseur zum Kern eines Werks vordringt und nicht das Libretto bebildert. Und für mich ist der Kern der Traviata nicht ein Sittenbild des 1850er Paris sondern liegt in den Konflikten der Hauptpersonen und den Zwängen der ach so moralischen bürgerlichen Gesellschaft, die Menschen letztlich auch physisch vernichten kann.
    Ich muss aber anfügen, dass ich - und die genannten Freunde - unter 30 bin, was durchaus eine andere Zugangsweise zur Opernregie erklärbar macht.


    Ausführliches zur "Traviata" folgt demnächst.

    Halb so wild - das Werk ist nämlich ausgesprochen "opernhaft". Diesbezüglich sollte man bei Barockmusik ohnehin etwas Toleranz walten lassen.
    Und ich wage zu bezweifeln ob sehr viele Leute den Unterschied ohne Zusatzinformationen heraushören könnten.


    Bei Händel beispielsweise gibt es jede Menge Oratorien die ohne Probleme szenisch wie Opern aufgeführt werden können - und teilweise auch werden (Theodora, Saul).