Beiträge von rodolfo39

    Nachdem ich im Februar schon mal die Cenerentola gesehen habe , hab ich gestern noch mal eine Aufführung gesehen, diesmal mit anderer Besetzung. Das Publikum bestand hauptsächlich aus jungem und mittelalter Publikum im fast ausverkauftem Duisburger Haus. Grade bei so einer Inszenierung hab ich gedacht das die ältere Generation häufiger vertreten ist. Die bildhübsche und bezaubernde Valerie Eickhoff sang in dieser Vorstellung die Cenerentola und hat im Gegensatz zu Maria Kaataeva im Februar einen deutlich helleren Mezzo. Aber sie verfügt über eine enorme Bühnenpräsenz und ihre Stimme sitzt perfekt und sie hat auch mit dem Finale keinerlei Probleme. Ihr Prinz war Patrick Kabongo, der laut einer Musikzeitschrift die Tenorentdeckung im Belcanto Fach ist. Im Gegensatz zum Don Ramiro von Alasdair Kent im Februar, ist seine Stimme kräftiger und auch etwas sicherer. Es gab schon nach dem ersten Teil seiner Arie lautstarke Bravos, die sich dann zum Ende hin steigerten. Er hielt den hohen Ton am Ende bis fast zum Schlusstakt an. Wie im Februar wurde der Dandini von Jake Muffett gesungen, der das Zeug hat zum Publikums Liebling zu werden. Er ist zwar noch sehr jung, aber schon ein Erz Komödiant und verfügt über einen raumfüllenden warmen Bariton. Mit den nächsten beiden Bässen war das meine mehr als erfreulich Erstbegegnung . Pablo Ruiz war ein schmieriger Bilderbuch Don Magnifico und gab dem Affen richtig Zucker , vor allem im zweiten Akt im Duett mit Dandini . Er verfügt über einen etwas raueren dunklen Bass und eine perfekte Stimmführung. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger im Februar sang er die hohen Noten am Ende seiner Arien aus und bekam jedes mal lautstarke Bravos. Die Entdeckung für mich war der kurzfristig eingesprungene Bass Chao Deng , der nächste Spielzeit zum Hamburger Ensemble gehören wird. Auch er hat einen raumfüllenden warmen Bass und darf seine Arie vor dem Vorhang singen. Auch bei ihm gab es schon lautstarken Applaus nach dem ersten Teil und am Ende sogar einige Bravissimos . Ebenfalls kurzfristig eingesprungen ist der Dirigent Marco Alibrando. Er hatte alles im Griff und dirigierte eine flotte Cenerentola und er dirigierte auch sehr sängerfreundlich. Eine feste Bank wie immer der Herrenchor der Rheinoper. Am Ende gab es sehr lange stehende Ovationen und lautstarke Bravos und Bravis für alle und selbst als das Licht noch an war, wurde weitergeklatscht.

    Lieber Hans, danke für deinen Bericht. Ich hatte am Osterwochenende die Qual der Wahl an der Rheinoper. Ich hätte Karfreitag in den Parsifal gegen können, hab mich aber für die Cavallaria Rusticana und den Bajazzo am Samstag uns die Neuproduktion von Eugen Onegin am Ostermontag entschieden.

    Hab grad Karten bekommen für die Vorstellungen Cav. Rusticana und Bajazzo am 21.4. und la Traviata am 13.4. mit Adela Zaharia als Violetta sowie eine Karte für den 23 März la Cenerentola mit einer anderen Besetzung .Am 1. April sehe ich dann noch die Neuproduktion von Eugen Onegin. Kennt jemand die Operette Märchen im Grandhotel von Paul Abraham ? Bin jetzt nicht der Operettenexpexperte , lohnt sich ein Besuch der Aufführung?

    Lieber Hans, ich hab die Übertragung im fast vollen Kino auch gesehen und kann dir nur zustimmen. Eine fast perfekte Besetzung bis auf Escamillo dessen Stimme leider keine Durchschlagskraft hatte. Was ich das Dirigat von Herrn Rustioni hat mir sehr gut gefallen. Mit der Inszenierung kann man sich auch anfreunden.

    Lieber Dr. Pingel, kann der Förderverein nicht darauf einwirken, das mehr Oper gespielt wird ? Oder hat man ganz einfach das Ensemble dafür nicht ? Wenn das MIR was kann , dann Musical und Operette. Vielleicht sollte man nur Musical und Operette und selten gespielte Opern spielen um sich von den anderen Opernhäusern abzugrenzen. Ein großes Problem ist das das Haus viel zu groß ist und die Sitze im Rang viel zu eng sind. Ich komme mir immer vor wie nach einer Bergbesteigung, wenn ich oben im 2. Rang an meinem Stammplatz bin, zahle aber dafür nur 15 Euro und habe eine Super Sicht. Alles was jetzt kommt, ist leider nichts für mich. Und Mozart spielt bei mir nur die zweite Geige und grade mit Cosi fan tutte kann ich gar nichts anfangen.

    Gestern Abend fand im fast ausverkauften großen Haus die Premiere von Hello Dolly statt. Das Publikum war eine guten Mischung aus jung und alt. Die Inszenierung das stammt von Carsten Dr Kirchmeier. Er hat es geschafft mit wenigen Requisiten und Kostümen die zu der Zeit passen, die Premiere zu einem Triumph für das MIR werden zu lassen. Der Lebensmittel Laden von Horace Vandengelder bestand aus einer riesigen alten Registrierkasse, wo die Auf und Abtritte stattfanden. Mollys Hutgeschâft bestand aus vielen Pappschachteln, einer großen offenen Kiste und einem riesigen Hut an dem lange Fransen runter hängen, worunter man sich versteckten konne. Das Restaurant im zweiten Akt bestand aus 2 Tischen, die jeweils an der Seite platziert waren. Um die Tische herum gab es bewegbare Wände. Zu Hello Dolly kam Anke Sieloff auf einem über großen Teelöffel sitzend auf die Bühne geschwebt. Dafür gab es lautstarken Szenen Applaus. Ganz hervorragend das Ensemble und das Ballett des MIR. Die einzelnen Rollen waren perfekt besetzt. Anke Sieloff war eine Bilderbuch Dolly , wo einfach alles gepasst hat. Als Molly glänzte Julia Haiser, mit einer perfekten Musical Stimme. Sebastian Schiller als Cornelius Hackl konnte mit einem raumfüllenden Bariton begeistern. Peter Kattermann war ein ausgezeichneter Dirigent, der immer alles im Griff hatte. Während der Aufführung gab es schon große Begeisterung, aber am Ende gab es stehende Ovationen mit lautstarken Bravos, rhythmischen Klatschen und Pfeifen. Auch für das Regieteam gab es laut starke Bravos. Und am Ende gab es noch ein Meadly zum mitgeklatschten. Bei Hello Dolly würde auch mitgeklatscht. Die Dialoge waren auf deutsch und gesungen wurde auf Englisch.

    Das Haus war gestern ausverkauft. Sehr stark vertreten war das junge und mittelalter Publikum. Die ältere Generation war so gut wie gar nicht anwesend . In meinen Anfänger Jahren war das Besucheralter beim Rosenkavalier ab 60 aufwärts. Das hat sich zum Glück geändert. Und die Jugend geht mit Freund oder Freundin oder in Gruppen in die Oper. Über die Schenk Inszenierung muss ich ja nichts mehr schreiben. Der Dirigent war Axel Kober, der den ersten Teil des ersten Aktes sehr laut dirigiert hat, aber es wurde dann besser. Die Sänger hatten im ersten Teil Mühe, gegen das Orchester anzusingen. Anna Harvey war ein sehr spielfreudiger Octavian mit einem für meinem Geschmack sehr hohen Mezzo. Vielleicht liegt das an ihrem jungen Alter. Lavinia Damens verzauberte als Sophie mit einem glockenklaren Sopran, der sich mühelos in die höchsten Lagen aufschwingen konnte. Liana Aleksanyan war eine Bilderbuch Marschallin. Sie hat mich ja schon als Adriana und als Madama Butterfly mit ihrem dramatischen Sopran begeistert. Sie kann aber auch mühelos die leisen Passagen singen. Star des Abends war aber der Ochs gesungen von Peter Rose. Was für ein Bass. Der Ochs war bei ihm nicht grobschlächtig und polternd, sondern eher menschlich und auf Manieren und Anstand bedacht, zumindestens das , was er dafür hält. Bewundernswert wie lange er mühelos den tiefen Ton am Ende des zweiten Aktes anhalten kann, und zwar bis zum schließen des Vorhanges. Was neu ist und ich sehr gut finde, das am Ende der jeweiligen Akte auch die Sänger der kleineren Partien ihren Schlußapplaus bekommen. Ist in Wien der Mohammed eigentlich auch weiß ? Ich meine mich zu erinnern das er früher an der DOR dunkelhäutig war. Und was ich immer noch nicht verstanden hab ist der Schluss. wonach Mohammed eigentlich sucht. Es gab schon nach den einzelnen Aktes lautstarke Bravos, aber als am Ende Sophie und Octavian vor den Vorhang traten , gab es einen lautstarken Bravosturm und es gab fast 10 Minuten stehende Ovationen mit Bravos und Bravis für alle Beteiligten.