Beiträge von Johannes Roehl

    Es ist ein Riesenunterschied, ob frühe Skizzen, deren Bestimmung ziemlich unklar ist, vorliegen, oder komplette Sätze oder (wie bei den entsprechenden Werken von Mozart, Mahler, Schubert und Bruckner) komplette Sätze + Skizzen bzw. Particell (quasi eine reduzierte Partitur, ähnlich einem Klavierauszug, nur eben kein nachtträglicher Auszug, sondern ein Entwurf). Ich habe ebenfalls Coopers bizarre "10." schon vor knapp 30 Jahren gehört.


    Nur mal als eiin Beispiel dafür, wie viel auf "Skizzen" zu geben ist. Relativ späte Entwürfe für Beethovens 9. hatten noch ein instrumentales Finale mit dem Material, das später für das (gut 6 min lange) Finale von op.132 verwendet wurde. D.h. wäre Beethoven damals gestorben, hätte jemand wie Cooper genau die zentrale Pointe der 9., nämlich das Chorfinale verfehlt.


    Am Rande noch: Ein Scherzo vervollständigen, zumal bei einem in solchen Sätzen recht schematischen Komponisten wie Schubert, ist was ganz anderes, als einen späten Beethovensatz, in dem nahezu alle Freiheiten (vgl. späte Sonaten, Quartette, Finale der 9.) denkbar sind.

    Was für eine Funktion hatte denn der T. Rex? ;)

    Ich kenne die zwar nicht, hatte aber mal eine andere Oper, ich glaube Serse/Xerxes aus dieser Reihe, die war mir, abgesehen davon, dass ich das Stück nicht sooo interessant fand, etwas "zu live", d.h. man merkte anders als bei manchen zusammengeschnittenen Liveproduktionen doch recht deutliche Unterschiede in der (Klang)qualität zu einer Studioproduktion. Das kann natürlich bei dieser Aufnahme anders sein oder es stört Dich evtl. überhaupt nicht.

    Die 10. und wohl letzte Folge der Gielen Edition ist angekündigt, Musik ab 1945. Insgesamt 6 CDs, ich hätte vom Umfang her fast mehr erwartet, aber gut, dass sie jetzt endlich kommt.:)


    Das muss aber ein "Rest" sein, der nicht auf älteren Folgen drauf war, bzw. hatten sie nicht die Rechte zu allem, was es da noch gibt. Es gab zB noch weiter Gielen-Stücke als Füller älterer Intecord-Aufnahmen oder Carters Klavierkonzert+ Konzert f. Orchester bei Arte Nova.

    Die Sonaten in c-moll in der Zeit sind op.10/1 und op.13 und ein Moll-Scherzo in einer Sonate in Dur wäre zwar nicht auszuschließen, vgl. op.27/1, aber eher unwahrscheinlich, außerdem gibt es wohl keine passende in C-Dur oder Es-Dur (op.2/3 und op.7 dürften zu früh sein).

    Sollte WoO 52 für eines dieser Werke gedacht gewesen sein, wundert mich nicht so sehr, dass Beethoven es letztlich weggelassen hat. op.10/1 ist in den Ecksätzen sehr knapp gehalten und beide sind in sehr schnellem Tempo, der Kopfsatz auch im praktisch ganztaktigen 3/4-Takt. WoO 52 hätte hier m.E. hier nicht gepasst, im Grunde nur verdoppelt, was schon in anderen Sätzen vorkommt und die Sonate insgesamt aufgebläht. Bei der größer angelegten Pathetique op.13 wäre ein zusätzliches Scherzo vielleicht eher denkbar, aber hier könnte ich mir vorstellen, dass Beethoven das eher spielerische Finale als Kontrast zu den pathetischen Sätzen 1+2 gereicht hat und ein weiterer Satz überflüssig erschienen wäre.

    Interessant ist aber, dass er das Stück nicht in die Bagatellensammlungen op.33 oder 119 aufgenommen hat, da hätte es vielleicht etwas mehr Verbreitung erfahren.

    Sowohl bei der Royal edition als auch der mit den Gemälden Eliettes finde ich "einheitlich" das einzig positive, was man dazu sagen kann.


    Die Originalcover in #49 sind auch sehr gemischt. Das mit den kostümierten Klarinettisten finde ich potthässlich und kitschig und Schneiderhans Gesicht und Knöpfe geisterhaft aus schwarz auf schwarz hervorleuchtend finde ich auch nicht besonders schön. (Überhaupt finde ich diese drögen Fotos von Künstlern, die etwas verlegen durch Chefbuchhalterhornbrillen in die Kamera starren, durchweg unattraktiv.)


    Tatsächlich hat die billigste DG-Edition, "Resonance" häufig in meinen Augen zwar unspektakuläre, aber oft passende und manchmal ziemlich schöne Cover. So etwas ist mir aber tatsächlich schon ziemlich lange egal, wenn es nicht sehr abstoßende Cover sind.


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    Die "Originals" u.ä. Reihen waren ja eine relativ neue Erscheinung. Normalerweise wurden schon im späteren LP-Zeitalter ältere Aufnahmen, wenn sie wieder aufgelegt wurden, meistens in einer der preiswerten (wie "Resonance") Reihen oder in Boxen günstiger angeboten. Das war im CD-Zeitalter dann ebenso, wobei man aufgrund der hohen Preise neu eingespielter CDs ja schnell drei Stufen etabliert hat. Es blieb aber dabei, dass günstigere Neuauflagen oft andere Kombinationen (was auch durch längere Spielzeit bedingt war) und deutlich anderes Design, bei DG bspw. nie mit dem gelben Schild in voller Größe wie bei Vollpreis/Originalsausgabe, hatten.


    Ein Sammler, dem es um Originale geht, muss sich eh um diese bemühen, eine "Originals"-Auflage mit gekippten Cover ist kein Original. Wenn es dagegen nur um die Aufnahme selbst geht, ist mir, solange ich keine mir wichtigen Kopplungen verpasse, egal, ob es sich um eine Originalausgabe, eine mit völlig anderen Cover oder eine der Art "Originals" handelt, obwohl mir aus Nostalgiegründen Originale am besten gefallen (und "Originals" besser als "Resonance" oder "Galleria", hat das keine Priorität für mich.

    Ja, und das ist ja auch sinnvoll. Es kann halt manchmal eine Kopplung auf der Strecke bleiben, wenn zB zwei LPs mit je ca. 45 min Spieldauer auf ca. 75 zusammen gebracht werden müssen.

    Die hier und oben genannten Aufnahmen gab es ALLE auf CD (Weber/Mozart, Schumann, Schubert 8 habe/hatte ich alle selbst auf CD), vielleicht die Liszt-LP nur in anderen Kombis oder in irgendwelchen KARAJAN-Boxen.


    Man sollte sich nichts vormachen. Wenn irgendwas Seltenes heutzutage nochmal auf CD erscheint, dann in einer Box mit typischerweise mehreren dutzend CDs. Einzeln wie bei Originals ist die 10. Neuauflage von Kempff mit Mondschein/Appassionata oder Karajans Brahms oder Kleibers Beethoven 5+7 wahrscheinlicher als etwas, das noch nie auf CD war.


    Was die DG m.E. verpennt hat, wobei auch hier eine Box weit naheliegender gewesen wäre, sind die o.g. Aufnahmen des "Koeckert-Quartetts", aber mono und Kammermusik interessiert einfach zu wenige. Dito das LaSalle-Quartett. Da hat man ein paar Sachen von Brilliant herausbringen lassen (später Beethoven) und dann die 2. Wiener Schule nochmal neu aufgelegt, aber man hätte zwei Boxen, eine mit Klassik/Romantik bis Brahms und Wolf und eine für das 20. Jhd. machen können. Das wären zweimal ca. 8-10 CDs gewesen.


    Aber DG schafft ja nicht einmal, ihre Aufnahmen des noch aktiven (wenn auch bei einem anderen Label) Hagen Q. nochmal aufzulegen.

    Es ist doch völlig normal, dass die meisten Künstler in Vergessenheit geraten. Die Meinungsverstärker wie Kritiker etc. sind da eher sekundär. Es entwickelt sich eben der Geschmack "dezentral" weiter. Ich glaube nicht, dass einzelne Kritiker dafür verantwortlich waren, dass zB Spohrs Faust oder Jessonda Ende des 19. oder die meisten Werke der franz. Grand Opéra in der Mitte des 20. Jhds. zunehmend von den Bühnen verschwunden sind.

    (Ein Indiz dafür sind berühmte polemische Kritiken wie zB Hanslick zu Tschaikowskys angeblich nach Fusel und Knoblauch stinkendem Violinkonzert, die dem Werk mittel- oder gar langfristig kein bißchen geschadet haben.)


    Wir haben heute eine völlig verzerrte Vorstellung, weil in der sog. klassischen Musik die letzten 100 Jahre völlig anders sind als jede vorhergehende Epoche.

    Bis zur Zeit Mozarts gab es praktisch überhaupt keine "Klassiker" in der Musik, es gab nur aktuelle Musik und vielleicht ein paar Stücke, die wenige Jahrzehnte alt waren. Wenn ausnahmsweise ein 50 Jahre altes Stück gespielt wurde, wurde es normalerweise bearbeitet (etwa Mozarts Bearbeitungen von Händel Vokalwerken). Erst im frühen bis mittleren 19. Jhd. begann sich eine Praxis zu entwickeln, in der zumindest einige Komponisten vergangener Zeiten als "Klassiker" betrachtet und weiterhin aufgeführt wurden (etwa Bach, Händel, Gluck, Haydn, Mozart, Beethoven). Es dominierte aber immer noch die aktuelle Musik. Musiker und andere Experten kannten mehr ältere Musik, aber in der Öffentlichkeit wurden im 19. Jhd. selbst von Mozart eine sehr überschaubare Anzahl von Werken gespielt. (Ich habe kein Zitat, aber es gibt angeblich Briefstellen zwischen Brahms und Joachim über Mozarts Sinfonia Concertante, aus denen hervorgeht, dass sie trotz ihrer Bewunderung für das Werk davon ausgingen, dass, wenn man sie überhaupt im Konzert spielen könnte, man sie bearbeiten müsste...). Die Arbeit der ersten Musikwissenschaftler damals bestand hauptsächlich in der Sammlung und kritischen Herausgabe älterer Musik (Händel von Chrysander, Bach von Spitta, später auch Schütz u.a. Komponisten des 17. Jhds). Ob überhaupt und was davon wieder aufgeführt würde, war offen, das war erstmal nur philologisch-editorische Arbeit. Natürlich war es auch verbunden mit einem Bewusstsein einer nationalen Musikgeschichte und -tradition und natürlich entsprechend geprägt. Und es hatte natürlich auch andere "Kinderkrankheiten" einer jungen Disziplin. (Man vgl. die frühe Archäologie im späten 19. Jhd. Zwar waren die damaligen "Profis" besser als Abenteurer wie Schliemann, aber verglichen mit späteren Methoden natürlich ebenfalls sehr grob, vorschnell in Hypothesen und Theorien etc.)


    Seit den 1920ern haben wir nun zwei völlig neue Phänomene, die es vorher nie gegeben hat: Die zunehmende Dominanz "alter Musik" ggü. (relativ) aktueller Musik. Und Tonaufnahmen, die zunehmend wichtiger werden als Musik live zu hören oder selber zu spielen. Dazu kommt, dass im frühen 20. Jhd. Musikwissenschaft als akademische Disziplin etabliert und mit großem Fleiß sehr viele Komponisten der Vergangenheit ediert und kommentiert wurden.

    Es ist nachvollziehbar, dass man bei ca. anderthalb Stunden Sendung, wenn man den Kesting als Gast hat, die Sänger in den Vordergrund stellt. Kesting deutet, als er Berlioz Lob für Agathes "Wie nahte mir der Schlummer" zitiert, an, wie hoch Berlioz das gesamte Werk und eben auch die Instrumentierung geschätzt hat.


    Die offenkundigsten Sachen wie die tiefen Klarinetten für das "Samiel"-Motiv und die hohe Klarinette für den "Blick in die Wolfschlucht" und dann das "Agathe-Motiv" in der gesanglich besten Lage des Instruments sind ja relativ bekannt, zumal das alles schon in der Ouvertüre drin ist. "Einst träumte" hatten sie nicht dabei, aber mir fiel beim Hören der Sendung auf, wie die Bratschen ebenfalls für die "unheimliche Musik" eingesetzt werden und in besagtem Lied gibt es ein Bratschensolo. Die groteske Piccoloflöte im Trinklied (evtl. auch wg. Kaspars Militärvergangenheit), quasi konzertante Oboe in "Kommt ein schlanker Bursch" u.v.a sind weitere Details, auf die zu achten sich lohnt.

    Man wird für vieles davon vereinzelte Vorbilder finden, zB. Fidelio Kerkerszenen, vermutlich auch Zeitgenossen, von denen ich praktisch nichts kenne (Cherubini, Spontini...)


    Durch den Fokus auf die Einzelszenen kamen auch die Ensembles etwas zu kurz. Das Finale des ersten Aktes (O diese Sonne etc.) wäre da m.E. besonders hervorzuheben


    Die Wiederkehr der Motive wäre nochmal eine andere Sache; klar ist das noch nicht wie bei Wagner (und es gibt bei Wagner selber natürlich eine Entwicklung dieser Technik) und angeblich geht Euryanthe (kenne ich nur oberflächlich) schon einen erheblichen Schritt weiter. Aber meines Wissens ist es eine Neuheit, die es, abgesehen von "Vorzitaten" in Ouvertüren (wie beim Don Giovanni), vorher so nicht gegeben hat und die für den Hörer auch recht gut nachvollziehbar (im Ggs. zu manchen Transformationen der Motive bei Wagner) und wirkungsvoll ist.


    Dass man da alte Instrumente benötigte, halte ich eher für "Werbung". Ich besitze die etwas ältere, meiner Erinnerung nach eher kritisch rezipierte historisierende Einspielung mit Bruno Weil in einer Sammelbox, habe die aber noch nie gehört... (die Box wg. anderer Stücke gekauft).

    Vielen Dank!

    Interessant, aber mit Kesting vielleicht wenig überraschend sehr stark auf die Interpretationen der Sänger fokussiert. Zwar auch einiges zum Werk selbst, aber für mich fehlt ein relativ wichtiger Aspekt: Instrumentation, der "romantische" Klang, den Weber hier quasi erfindet oder auch die "Leitmotive". Kann natürlich sein, dass das als allgemein bekannt vorausgesetzt wurde.

    Was mir noch auffiel: Das Trinklied Kaspars ist besser als die "Schweig, damit dich niemand warnt"-Arie, die ist ein bißchen flach, finde ich.

    Wie gesagt, "Filmmusik" ist etwas irreführend. Es waren ganz normale Aufnahmen, die dann knapp 20 Jahre später in dem Film verwendet wurden. Es sind hervorragende Aufnahmen aller drei Werke (ich persönlich finde das Trio und das Duo wesentlich interessanter als die Violinsonate). Eine weitere Top-Aufnahme, auch mit der frühen (posthum veröffentlichten) anderen Violinsonate gibt es mit den Capucons/Braley.


    Diese Box ist klanglich nicht durchweg ideal, aber größtenteils stereo und in akzeptablem Klang (es gibt noch einige ältere Aufnahmen, und mehrere spätere mit der Pianistin), aber jedenfalls ein sehr guter Einstieg und Überblick (besonders auch für "& Co.") mit Alicia de Larrocha, die als Spezialistin für dieses Repertoire gelten kann.


    Die Einspielungen, die für "Ein Herz im Winter" verwendet wurden, sind ERATO von 1973-74. Die müssten eigentlich auch unabhängig von dem Film mit anderen Cover mal als CD erschienen sein. Die Denon-Aufnahmen der Trios (+ Debussy, Fauré) waren mal bei Brilliant wiederveröffentlicht worden.


    https://www.discogs.com/de/Jea…rceuse-Sur/master/1489496


    Discogs hat ein Angebot der "Herz im Winter" CD (habe über diese Plattform aber noch nie gehandelt...)


    https://www.discogs.com/de/Rav…-Sonatas/release/10714275


    ASIN ‏ : ‎ B00J1FYFC4

    könnte die Ravel-CD sein. Würde ich ohne Bild aber auch nicht aufs Geratewohl bestellen. Ich besitze die CD, die Aufnahmen müssten evtl. auch noch mit anderem Cover zu finden sein. Allerdings haben die Musiker einige der Werke in anderen Kopplungen in den 1980ern noch einmal für Denon aufgenommen. Das sind andere Aufnahmen (und außerhalb Japans evtl. ähnlich schwer erhältlich...), aber das Ravel-Trio (das einzige, was ich davon kenne) ist auch in der neueren (Denon)-Aufnahme sehr gut

    Ich besitze 3 Einspielungen des Verdi Quartetts, obwohl ich es nicht zu meinen Favoriten zähle; es scheint mir eher eine Kuriosität. Ich habe die im Frühjahr mal alle gehört, erschienen mir alle sehr gut, ich konnte mich jedenfalls nicht entscheiden, eine auszusortieren.



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    Ein einziger Thread wäre besser gewesen, aber man kann auch zwei stehen lassen, zumal Alfred, glaube ich, anders als ich, nicht strikt für Zusammenlegung ist. Es gab damals eine lose Reihe "Alle reden über dasselbe Musikstück" und etwas überraschend wurde einmal Brittens Serenade dazu gewählt.

    So eine grotekst

    Aber mal wieder etwas ernster, romantisch könnte man es vielleicht nennen, wenn der Künstler der Meinung ist, seine Gefühle könnten zum künstlerischen Wert beitragen. Das ist für mich auch der Grund, warum mich solche Musik nicht wirklich interessiert. Mich interessieren beim Rezipieren nicht die Gefühle des Künstlers, sondern meine eigenen.

    Ich glaube nicht, dass jenseits von schlechten Programmheften oder Unterstufenmusikbüchern (und da hoffe ich es nicht), irgendjemand jemals solch eine groteske Karikatur als ernsthafte Charakterisierung der musikalischen Romantik verwendet hat. Irgendwie habe ich den Verdacht, dass Du Dir das gerade selber ausgedacht hast...

    Die Doku ist jedenfalls sehr interesant; ich habe sie vor Jahren mal im TV gesehen und es gibt auch ein Taschenbuch dazu, wenn ich recht erinnere.


    Was ich u.a. bei den Titeln der Comedian Harmonists interessant finde, sind die Bearbeitungen bekannter (leichter) Klassikstücke. Z.B. Donauwalzer, Ungarischer Tanz, Dvoraks Humoreske, Boccherinis Menuett und evtl. noch mehr.


    Und die "Übersetzungen"/dt. Texte amerikanischer Schlager, die oft nichts mit dem Original zu tun haben (hat man ja bis in die 1970er so gemacht, etwa "The night they drove old Dixie down" zu "Am Tag, als Connie Kramer starb" (Drogentoter)


    https://www.youtube.com/watch?v=eVfH8li3GpE


    Von den komischen Stücken ist mein Favorit (auch textlich) "In der Bar zum Krokodil". Denn Theben ist für Memphis, das was Lausanne für Gemf is...


    https://www.youtube.com/watch?v=Ihzj929kYGQ

    Es war eine halbprivate "Vorpremiere", die mit so wenigen Musikern auskommen musste. Es gibt keinen einzigen Hinweis darauf, dass eine so kleine Besetzung Beethovens Ideal gewesen oder auch nur noch einmal bei anderen zeitgenössischen Aufführungen (bewusst) wiederholt worden wäre.


    Die Besetzungen waren auch nicht generell kleiner; sie waren nur sehr unterschiedlich. Bei der Premiere der 7. und 8. Sinfonie 1813 war das Orchester sehr groß (inkl. doppelte oder dreifache Holzblläser), was Hogwood bei seinen Aufnahmen nachgemacht hat.


    D.h. Minimalbesetzung ist im wesentlichen ein Marketing-Gag, hat nichts mit historische Praxis oder Intention des Komponisten zu tun.


    Das ist eine sehr abwechslungsreiche und unterhaltsame Anthologie des Ensembles amarcord mit größtenteils relativ kurzen und zugänglichen Stücken, die gut als Einstieg auch für die, die bisher kaum oder weniger "Alte Musik" hören, geeignet ist. (Sehr erfreulich auch, dass sie anscheinend noch normal im Programm, wenn auch teuer, ist.)