Beiträge von Johannes Roehl

    Bei mir steht die letzte Sonate op.96 und die c-moll aus op.30 auf Platz 1, aber die Kreutzer ist schon ein Reißer (fällt m.E. nach dem grandiosen Kopfsatz etwas ab, mit dem zu langen, überladen verzierten Variationensatz und dem etwas flachen Finale).

    Mein Favoriten sind wohl Argerich mit Kremer und live mit Perlman (in so einer Argerich-Sammelbox, EMI, evtl. auch mal einzeln, vermutlich mit der Franck-Sonate gekoppelt).


    Zehetmair/Frager ist auch gut, wenn man histor. Instrumente "verträgt".

    meines Wissens hatte Kocsis mit lehel nur 1 und 2 aufgenommen. Es passen ja gut 2 von 3 auf eine LP, für die 4. Seite braucht man einen Füller. Wobei ich mir bei Pollini auch vorstellen könnte, dass ihm das 3. Konzert nicht modern genug war. Umgekehrt gibt es ja etliche Aufnahmen nur des 3., das wohl auch technisch leichter ist.

    Man fragt sich, wie man darauf gekommen ist, 61 ausgerechnet mit der frühen #5 zu koppeln? War da eine GA oder eine größeres Projekt bei Eterna geplant, aus dem dann nichts wurde, oder eine persönliche Vorliebe Masurs?


    Hogwood hat 61 in Folge 9 (leider nicht günstig gebraucht)


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    Eine weitere Einzel-Aufnahme gibt es aus den späten 60ern oder frühen 70ern mit Guschlbauer

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    und erstaunlicherweise noch eine mit 103 und dem 2. Cellokonzert


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    Anfang 2021 habe ich (fast, ein paar #3 in histor. Boxen habe ich weggelassen) alle meine Aufnahmen der Bartok-Quartette gehört.


    Ich fand keine davon nicht empfehlenswert. Der Favorit insgesamt war Fricsay/Anda; obwohl gut 60 Jahre alt, kann sich die Klangqualität immer noch hören lassen. Pollini/Abbado (1+2) stellen den modernen Aspekt noch stärker heraus, wobei sich die ungewohnten Klänge, besonders der ersten beiden Konzerte hier schon "normaler" anhören als bei Anda/Fricsay. Ebenso die Aufnahme des ganz jungen Kocsis mit Lehel (Anfang der 1970er, hungaroton/Capriccio). Von Kocsis späterer Aufnahme mit Fischer habe ich nur #3, das ist aber auch sehr gut.

    Kovacevich/Davis ist auch gut, aber nicht ganz auf dem Niveau der Vorgenannten. (Der manchmal beklagte zu direkte Klang hat mich allerdings nicht sehr gestört).


    Leider sind die Einzelausgaben der Kocsis/Fischer-Aufnahme nur gebraucht und nicht billig zu finden; die Originalausgaben dazu mit unkonventionellen Kopplungen (Scherzo, Rhapsodie, Musik für Saiteninstrumente). Die Ausgabe auf einer CD ist auch lange vergriffen. Selbst wenn die Aufn. mit Fischer besser sein dürfte, auch klanglich, als die alte mit Lehel, bin ich daher etwas zögerlich.


    Hurwitz ungewöhnliche Wahl in den top 3 ist sicher Bronfman/Salonen. Ich habe eine CD (2+4) aus Bronfmans Prokofiev-Konzerten, die mir auch sehr gut gefällt. Aber ich bin mit meinen Aufnahmen der Bartok-Konzerte eigentlich soweit zufrieden, dass ich die nicht auch noch brauche

    Ich bin nach wie vor nicht davon überzeugt, dass op.50 von Mozart (merklich) beeinflusst sein soll. Leichte mögliche Einflüsse von Mozart auf Haydn sehe ich höchstens später, etwa in op.54/1, 2. Satz, ein "allegretto", das mich an den Mittelsatz von Mozarts Konzert K 459 erinnert, zumal 6/8 allegretto kein so typischer "langsamer" Satz war. (op.54/2 ist dagegen wieder komplett un-mozartisch, ein beinahe "irreguläres", sehr originelles Quartett.)

    Man muss auch bedenken, dass Jazz inzwischen eine Geschichte von über 120 Jahren hinter sich hat, wobei ja die historisch vergangenen Stile wie Dixieland, Swing, Bigband, etc. weiterhin gepflegt werden. Es ist ein riesiges Feld, in dem durch eine große Nachfrage und expandierende Massenmedien sich viele Stilarten ausbilden konnten, zumal bis in die Mitte des 20. Jhds. Jazz ja keine Nische, sondern, zumindest in einigen Stilen, eine sehr verbreitete Populärmusik gewesen ist. Auch das ist für den Einsteiger leicht überwältigend.

    Ich habe treffenderweise in der 12. Klasse in der Schule in Musik ein Semester (oder ein halbes, weiß nicht mehr genau) Jazz durchgenommen, das hat mir vermutlich vom Schulmusikunterricht mit am meisten gebracht (denn, was wir zur Klassik durchnahmen, hätte ich mir wohl selber aneignen können, wenn ich es nicht eh schon wusste).


    Durch theoretische Informationen wie in dem verlinkten Thread oder den Büchern oder durch Anhören vieler unterschiedlicher Jazzklassiker wird man sich vielleicht annähern. Normalweise unterzieht sich solcher Mühe aber nur der, bei dem schon starkes Interesse besteht. Man kann es halt nicht erzwingen. Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen. Gilt für mich bei Jazz eher mehr als bei Klassik

    Für mich trifft das zu, aber nicht unbedingt, weil sich die Alben eines Interpreten zu stark unterscheiden würden. (Mit Ausnahmen wie Miles Davis 50er Jahre Cool vs. 70er Jahre Fusion oder so) Ich höre seit 30 Jahren, also nur wenig kürzer als Klassik, auch sporadisch Jazz, es ist aber nie mehr geworden als sporadisch. Mir gefallen einzelne Stücke, aber ich komme nur selten "rein". Jazz ist für mich zu oft zielloses "Genudel" ohne "große Bögen", obendrein Musik, der ich mich sozusagen nur über Stimmung nähern kann, weil ich nichts "verstehe". Das funktioniert halt nur sporadisch und ist insgesamt nicht tragfähig.

    M.E. sind Jazz und Klassik strukturell sehr unterschiedlich und es ist eher Zufall, wenn jemand beides sehr schätzt.

    In den späten 1980ern wollte DG natürlich einzelne CDs und neue Aufnahmen verkaufen. Da hatte Karajan die Brahms-Sinfonien mit dem "Laserstrahl"-Cover, die digital aufgenommen waren.

    Die 1970er Karajan-Aufnahmen waren auf einzelnen CDs in der "Galleria"-Reihe und die aus den 1960ern in der billigsten "Resonance"-Reihe, bzw. die 4. eben auch in der o.g. Edition mit den tollen Covern von HvKs Gattin.


    Es gab etwas später (1990er) eine Reihe von Boxen mit Symphonie-Aufnahmen Karajans nach Komponisten sortiert, die hatten pastell/rosa Cover. Hier wurden Brahms-Aufnahmen aus den 1970ern verwendet. D.h. die 1960er Aufnahmen waren zwar meistens auf CD erhältlich, aber nicht in einer Box, soviel ich weiß.


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    Guck mal, ob es Dir so passt. Man müsste wohl in dem alten Thread nochmal reinschreiben, dass es auch um "Klassiker der Vergangenheit gehen darf/soll, denke ich. D.h. ich würde den Thread dann eher so nennen wie diesen hier.


    Eine Abtrennung scheint mir nicht so sinnvoll. Wenn Dir das so gefällt, schließe und lösche ich irgendwann den hiesigen thread, bis dahin kann man organisatorische Sachen bzgl. Verlinkungen, Verschiebungen etc. noch hier besprechen.


    Beethoven - Pianisten von heute und morgen

    Ganz herzlichen Dank an Administrator Alfred, der mit diesem Thread und dem zur Sinfonie Nr. 55 nach, sage und schreibe, fast 14 Jahren* die letzte Lücke geschlossen hat. Damit gibt es nun zu jeder** Haydn-Sinfonie einen Thread im Tamino-Forum.


    *einige Threads sind noch älter, gehen bis ins erste Jahr des Forums 2004 zurück, aber die systematische Abdeckung wurde 2008, im Jahr vor dem Haydn-Jubiläum 2009, begonnen.


    **Halt, 107 und 108 (auch als "A" und "B" bekannt) fehlen noch. Aber das ist zu verschmerzen und wird irgendwann noch nachgeliefert werden.

    Alessandro Scarlatti war zwar hauptsächlich Vokalkomponist, aber es gibt, abgesehen von der Tastenmusik zwei "Sammlungen" mit Kammer/orchestermusik und weitere Werke.


    12 "sinfonie di concerto grosso" (manchmal auch als Flötenkonzerte bezeichnet) von 1715


    6 Concerti für Streicher (veröffentlicht 1740 in London, 15 Jahre nach dem Tod des Komponisten!)


    7 Sonaten/Concerti aus einer Sammelhandschrift


    Relativ überschaubar, alles zusammen (incl. einiger Einzelstücke oder der neu entdeckten, s.u.) vielleicht 4-5 CDs, aber seltsamerweise werden die von Barockensembles weitgehend ignoriert. Zumindest von den ersten beiden Werkgruppen gab es beinahe mehr Aufnahmen in der "Frühzeit" der Wiederentdeckung des Barock noch auf modernen Instrumenten: Beide mit Gracis/Neapel bei Archiv (nur die Streicherkonzerte als Füller für Stabat mater auf CD, soweit ich weiß), Ephrikian/Mailand ebenfalls um 1970 mit den 12 von 1715 und "I musici" ebenfalls mit beiden Sammlungen um 1980.

    "HIP" gibt es Aufnahmen der "sinfonie" bei Tactus (Casazza) und eine relativ neue (2014) bei Brilliant mit einem Schweizer Ensemble (anscheinend mit Blockflöte statt Querflöte). Die 6 Concerti wurden von Europa galante/Biondi (Virgin 2002) und der Academia Bizantina/Dantone (Arts, die haben eine weitere CD mit neuentdeckten Werken und wohl einer Auswahl der 1715 Sammlung, ich kenne sie nicht).


    Ein Grund könnte sein, dass sich mit einigen Ausnahmen wenig brillante Solostellen (wie oft bei Vivaldi) finden, aber das gilt auch für etliche Konzerte von Corelli und Händel u.a. Und wenn man sieht, was alles aus dem Barock ausgegraben oder an lange Bekanntem zum zigsten Male eingespielt wird, ist die Vernachlässigung etwas überraschend.

    Ich hatte schon lange die Streicherkonzerte, sowohl in der alten Gracis- als auch in der Biondi-Einspielung und eine cpo-Aufnahme mit 7 Sonaten,a ber auch keinerlei Überblick und die andere Sammlung von 12 Werken gar nicht auf dem Schirm. Hier kann man deren zweite Hälfte, sowie die ersten drei der Streicherkonzerte mit I musici hören:


    https://www.youtube.com/watch?v=4qecgReBbPE

    Auch Skrowaczewski, Schuch, Endres, egal ob bei Arte Nova oder Oehms sind sowohl in Klangqualität wie Interpretation locker auf dem Niveau der meisten "Majors". Dass inzwischen durch die zunehmende Bedeutung von Streaming etc. die Nischen für fast alles immer enger werden ist klar. Und "unabhängig" bleibt da auch kaum noch jemand. Andererseits konnte sich Naxos ja offenbar auch leisten, das Billigstsegment zu verlassen...

    Es stimmt, dass Arte Nova eine BMG Unternehmung war. Das sieht man daran, dass es deutlich später gemischte Boxen gab, die Sony/BMG und Arte Nova Aufnahmen enthielten, dass manches von Arte Nova auf einer Sony-Billigreihe später nochmal erschien oder auch, dass Zinman nach den ArteNova-Aufnahmen später beim "Hauptlabel" zB mit Mahler-Sinfonien erschien. Viele der Aufnahmen waren Coproduktionen oder stammten teils sogar aus Archiven der Rundfunkanstalten. Die Lyrische Sinfonie wurde vom SWF 1994 aufgenommen und dann von Arte Nova übernommen. Auf einigen anderen CDs finden sich noch deutlich ältere Aufnahmen aus den 1980ern, als Arte Nova offensichtlich noch nicht existierte.

    Der größte Teil wurde allerdings mit oft jungen oder noch nicht so bekannten Künstlern Mitte/Ende der 1990er produziert.

    Ja, das ist eine sehr gute Aufnahme (wobei ich das Stück mit ihr kennengelernt habe). Überdies sehr instruktiv, da der Satz aus Bergs Lyrischer Suite, der aus der Lyrischen Sinfonie zitiert, auch mit drauf ist (wobei der Nachteil dieser Orchesterfassung von Berg natürlich ist, dass nur die Hälfte des Streichquartetts enthalten ist).

    Ich meine James Johnson war/ist ein bißchen ein Zemlinsky-Spezialist, den ich um 2005 um in Berlin in der "Florentinischen Tragödie" gesehen hätte. Evtl. verwechsele ich aber etwas.

    Bei Arte Nova muss man manchmal etwas suchen; oft gibt es verschiedene Auflagen mit unterschiedlichen Covern und vieles (ich fürchte die aber nicht) dann nochmal unter "Oehms".

    Die Universal Italia boxen enthalten aber Stereo und Mono, oder?

    Meines Wissens hat Australian Eloquence die meisten Decca-Aufnahmen Ansermets in überschaubaren (Einzel- bis Tripel oder so) Portionen herausgebracht. Natürlich nicht so billig, aber dafür kann man eben kaufen, was man wirklich haben will bzw. noch fehlt.

    M.E. muss die erweiterte Besetzung auf eine (zumindest geplante) Aufführung außerhalb hindeuten, aber anscheinend ist man da auf Vermutungen angewiesen.


    Fey gibt es für 11-12 EUR, was früher ein günstiger Preis gewesen wäre. Oder Fischer in einer 5-CD-Box für 23 EUR (da lohnt aber vielleicht lieber gleich die komplette GA für weniger als doppelt so viel)

    Marc Coppey/Peter Laul

    Brahms: Cellosonate op.99

    Das Cover etwas dämlich, aber sehr gute Aufnahmen, die mir auch die nicht so geliebte F-Dur-Sonate schmackhaft machen. Die Anschaffung hat sich jedenfalls gelohnt, zumal ich die Bearbeitung der Violinsonate op.78 nicht mehr auf CD hatte (ich hatte mal Kliegel/Naxos, die ist mir bei einem Umzug o.ä. abhanden gekommen, jedenfalls nicht mehr da...)


    Vermutlich habe ich etliche dieser CDs schon irgendwo mal erwähnt, aber da vermutlich nicht all die cpo-Reihen (komplett) anschaffen wollen, wiederhole ich einige Empfehlungen mal hier, da sie zum Thema passen


    Oboenkonzerte (inkl. einiger mit weiteren Instrumenten und Kammermusik) mit Marcel Ponseele (die waren wohl ursprünglich verteilt auf mehrere CDs mit Stücken anderer Komponisten, d.h. für die Oboenenthusiasten wären evtl. die älteren Ausgaben sinnvoller) und die leider anscheinend einzeln nicht mehr so einfach erhältliche CD der Musica antiqua, mit einem der bekanntesten Telemann-Konzerte, für Quer- und Blockflöte in e-moll und einem klanglich faszinierenden Konzert mit zwei Chalumeaux (Klarinettenvorläufer)