Beiträge von Stefan.M

    Hallo zusammen,


    ich habe die oben von Lullist erwähnte Box der Mannheimer Schule (zum Glück in einem wesentlich schöneren Design). Die Interpretation reisst mich nicht wirklich vom Hocker, könnte etwas spritziger sein. Aber das ist auch so o.k. Entscheidend sind die Tondokumente. Ich finde es immer besonders wichtig und verdienstvoll wenn Labels und Interpreten sich Werken annehmen, die sonst (mangels Verkaufzahlen) keiner bringt.
    Werke folgender Komponisten entält die Box (natürlich alle mit Orchesterbegleitung):
    Carl Stamitz:
    Klarinettenkonzert Nr. 7 + Nr. 10 + Nr. 11
    Klarinettenkonzert Nr. 6 (wohl von Johann Josef Beer bearbeitet)
    1 Konzert für 2 Klarinetten
    1 Konzert für Bassetthorn
    1 Konzert für Klarinette, Fagott
    Franz Danzi:
    Konzert für Klarinette, Fagott
    Sinf. Conert. op. 41 für Klarinette + Flöte
    Georg Friedrich Fuchs:
    Sinf. Concert. für Klarinette + Horn
    Franz Anton Dimmler
    Konzert für Klarinette
    Peter von Winter
    Sinf. Concert. für Violine, Klarinette, Horn und Fagott
    Franz Tausch
    Konzert für Klarinette
    Matthäus Blasius
    Konzert für Klarinette
    Josef Fiala
    Konzert für Klarinette + Englischhorn
    Johann Sebastian Demar
    Konzert für Klarinette


    Die Box ist mit 5 CD´s (ca 27 €) ein wichtiger Beitrag zum Thema Mannheimer Schule, die ja bekanntermaßen die Wiener Klassiker beeinflusste.
    Fazit: Durchaus empfehlenswert und (erfreulicherweise) Preisgünstig.



    herzliche Grüße
    Stefan.M

    Hallo zusammen,


    auch ich gehöre zu den glücklichen Empfängern eines 5 € Gutscheines von JPC (gemessen an dem was ich da alles schon gekauft habe.... aber na ja). Ich habe mir jedenfallls eine CD von Vivaldi bestellt, Dirigent Fabio Biondi. Mit verschiedenen Konzerten also die hier:



    Kenne ich bisher nur vom reihören, aber andere Biondi-Aufnahmen kenne ich und finde sie einfach klasse. Das ich manche Titel dadurch schon 3 oder 4 fach habe stört dabei am wenigsten.


    Herzliche Grüße aus N.


    Stefan.M

    Zitat

    Original von tukan


    Besonders ans Herz gewachsen sind mir dabei die wunderbaren Vivaldi-Aufnahmen von Fabio Biondi und Europa Galante mit Carmignola an der Sologeige.
    Aber auch die vielen schönen Bläser-, besonders Flötenkonzerte jener Zeit vermitteln pure Lebensfreude.


    Hallo Tukan,


    die Aufnahmen mit Bondi sind wirklich große Einspielungen. Auch die Auswahl der Werke auf den CD´s sind bestens getroffen. Ich bin der HIP an Anfang sehr kritisch gegenüber gestanden (hier wieder Vaters Prägung), muss aber sagen dass angesichts einer ganzen Reihe renomierter HIP-Großmeister dieses Vorurteil ausgeräumt ist. Einer meiner Lieblingsdirigenten diesbezüglich ist übrigens Federico Maria Sardelli. Seine Vivaldi-Interpretationen gehen mir ins Mark. Neben Instrumentalkonzerten hat er auch u. a. 4 Vivaldi Opern eingespielt.
    Viele Grüße aus dem hohen Norden


    Stefan

    Hallo alle zusammen,


    letzter Beitrag in diesem Thread war 2007 im Juni. Werde also den ersten Beitrag für 2008 schreiben, mal sehen, villeicht bleibt er ja nicht der letzte (wäre ja schön!!)
    Mein Verhältnis zur Barockmusik ist seit langer Zeit ein sehr intensives. Darauf gestossen bin ich in der gigantischen Schallplattensammlung meines Vaters. Mein Vater war sehr Beethovenlastig (alleine über 10 verschiedene Einspielungen sen 9 Sinfonien), so kann ich sagen, dass ich natürlich sehr wohl Bezug zur Musik bis ins frühe 20. Jh habe. Schon deshalb, weil ich lange Zeit in verschiedenen guten Laien-Orchestern gespilet habe. Da kommt einiges zusammen.
    In besagter Plattensammlung fand sich eine Schallplatte mit Musik von Vivaldi. DGG Archiv-Produktion. Absolut faszinierende Aufnahme mit dem Kammerorchester Emil Seiler (letzterer war Professor in Freiburg/Br.) Auf der LP befanden sich das berümte Flautinokonzert C-Dur, das Konzert für Viola d´amore, Laute und Streicher, Das Cellokonzert in c-moll (RV401) und das Violinkonzert mit der Echo-Violine (Violino per eco in lontano). Das hat mich so beeindruckt, dass Vivaldi mich seit dieser Zeit viel beschäftigt hat, sowohl klanglich als auch theoretisch.
    Natürlich habe ich eine vielzahl von Tonträgern mit barocker Musik verschiedenster Komponisten. Un d zu guter letzt sollte man bedenken, dass die sog. "Klassische Musik" und ihre Nachfolgegattungen auf dem fundament gerade auch der Barockmusik stehen. Deshalb ist ein Vergleich nicht nur unangebracht (z.B. zwischen Barock und Wiener Klassik) sondern eigentlich nicht wirklich möglich.
    Herzliche Grüße


    Stefan.M

    Zitat

    Original von Cassiodor
    Hallo Stefan M im hohen Norden,


    meinst Du die Regensburger Aufnahme von 1972 unter Hanns Martin Schneidt mit Papstbruder Georg Ratzinger als Chorleiter? Die beeindruckt mich auch schon seit Jahrzehnten, obwohl dieser Aufführungsstil wohl längst überholt ist. Dennoch für mich eine der packendsten Aufnahmen geistlicher Musik und bei mir die mit Abstand meistgehörte Schütz-Aufnahme. Gewiss ein Original!


    Hei Cassiodor,


    genau die habe ich gemeint, tja das war wohl nix mit dem Gedächtnis, vielen Dank für Deine Hilfe (besser: tusen takk pa din hjelpe!)


    Med venllig hilsen


    Stefan fra Byglandsfjord

    Hallo zusammen,


    ich bin Mitte 40 (jünger und/oder alt genug???) und habe da sehr wohl Wünsche. Wage die Kühne Behauptung aufzustellen, dass ich trotz meiner "Jugend" doch diesbezüglich ein alter Hase bin!


    1.) Antonio Vivaldi: aus der Serie "Archiv-Produktion"
    Konzert für Flautino C-Dur RV 443
    Solist Hans-Martin Linde
    Konzert für Viola d´amore, Laute und Streicherd-moll RV 540 ,
    Solist Emil Seiler
    Konzert für Violoncello, Streicher und B.C. c-moll RV 401
    Solist Klaus Storck
    Konzert für Violine und Streicher mit B.C. und "Violine per eco in lontano" A-Dur, RV 552
    Das Kammerorchester Emil Seiler


    2.) Heinrich Schütz: Die Psalmen Davids
    Münchner Bach -Orchester, Regensburger Domspatzen
    Dirigent Karl Richter
    (müssten wohl 2 CD´s sein)


    Schade, dass so wertvolle und hervorragende Einspielungen wohl kaum eine Chance auf eine Renaissance haben dürften.
    Bedauernswerter Kommerz!


    Viele Grüße aus dem hohen Norden


    Stefan.M

    Hallo Ulli und alle anderen,


    diesen Thread finde ich sehr gut! Sehr interessantes Thema, vor allem weil sich da die letzte Zeit in der Tonträgerindustrie was getan hat (ist ja bekanntermaßen leider nicht immer so).
    Ich möchte hier durch eine kleine übersicht beisteuern was ich so habe. Es sind einige absolute Perlen dabei, ich sage nur Reicha und Vranicky. Aber auch sonst ist das ein großes Thema, für mich besonders, weil das Cello mein Instrument ist.


    Um mich keines Regelverstosses schuldig zu machen, habe ich alles "moderne" aus der Liste entfernt. Interpreten, Labels und Verfügbarkeit fehlen auf der Liste, da ich sie eigentlich für meinen persönlichen Gebrauch (zwecks Übersicht) geschrieben habe.
    Urteile und Kommentare zu den einzelnen Werken liefere ich auf Wunsch natürlich gerne nach.


    Werke für Violoncello und Orchester
    Bach Carl Ph. E. (1714-1788)
    Konzert für Violoncello und Orchester Es-Dur Wq 172
    „ a-moll Wq 170
    „ Es-Dur Wq 171
    Bach Johann Christian (1735 – 1782)
    Konzert für Violoncello und Orchester c-moll
    Boccherini Luigi (1743-1805)
    Konzert für Violoncello und Orchester Nr.1 Es-Dur G 474
    „ Nr.2 A-Dur G 475
    „ Nr.3 D-Dur G 476
    „ Nr.4 C-Dur G 477
    „ Nr.5 D-Dur G 478
    „ Nr.6 D-Dur G 479
    „ Nr.7 G-Dur G 480
    „ Nr.8 C-Dur G 481
    « Nr.9 Es-Dur G482
    « Nr.10 D-Dur G483
    « C-Dur G 572
    « Nr.11 C-dur G 573
    « Nr.12 Es-Dur
    Cirri Giovanni Battista (1724 – 1808)
    Konzert für Violoncello und Orchester Nr.1 A-Dur Op.14
    « Nr.2 G-Dur Op.14
    « Nr.3 D-Dur Op.14
    « Nr.4 Es-Dur Op.14
    « Nr.5 F-Dur Op.14
    « Nr.6 C-Dur Op.14
    Fiorenza Nicola (? – 1764) Konzert für Violoncello, Streicher & B.C. F-Dur
    „ Konzert für Violoncello, Streicher & B.C. a-moll
    Garth John (1721-1810)
    Konzert für Violoncello und Orchester Nr.1 D-Dur
    „ Nr.2 Es-Dur
    „ Nr.3 A-Dur
    „ Nr.4 Es-Dur
    Nr.5 d-moll
    „ Nr.6 G-Dur
    Haydn Joseph (1732-1809)
    Konzert für Violoncello & Orchester Nr.1 C-Dur Hob VIIIb:1
    „ Nr.2 D-Dur Hob VIIIb:2
    „ Nr.4 D-Dur Hob VIIIb:4
    Hoffmann Leopold (1738-1793)
    Konzert für Violoncello und Orchester D-Dur D3
    „ C-Dur C3
    „ D-Dur D1
    C-Dur C1
    Kraft Anton (1749 – 1820) C-Dur op. 4
    Lalo Edouard (1823-1896) Violoncellokonzert d-moll
    Leo Leonardo (1694-1744)
    Konzert für Violoncello, Streicher & B.C. Nr.1 in A-Dur
    „ Nr.2 in D-Dur
    „ Nr.3 d-moll (1738)
    „ Nr.4 in A-Dur (Nr.2)
    „ Nr.5 f-moll
    „ Nr.6 c-moll (1737, Sinf. Concertata)
    Molter Johann Melchior(1696-1765) Konzert für Violoncello, Streicher & B.C. C-Dur MWV VI/7
    Monn Matthias Georg (1717 – 1750) „ g-moll
    Offenbach Jaques (1819 – 1880) Concerto Militaire für VCL und Orchester
    “ Konzertrondo für Violoncello
    Pleyel Ignaz (1757 – 1831)
    Konzert für Violoncello und Orchester C-Dur Ben 104
    “ C-Dur Ben 106
    “ C-Dur Ben 108
    “ C-Dur Ben 101
    “ D-Dur Ben 105
    Porpora Nicola (1686 – 1768) Konzert für Violoncello, Streicher & B.C. G-Dur
    Raff Joseph Joachim (1822-1882)
    Konzert für Violoncello und Orchester Nr.1 d-moll op. 193
    „ Nr.2 G-Dur op. posth.
    Reicha Joseph (1752-1795)
    Konzert für Violoncello und Orchester Nr.1 A-Dur Op. 4
    “ D-Dur
    „ f-moll
    „ G-Dur
    „ E-Dur
    „ C-Dur Op.2,2
    Konzert für Violine, Violoncello und Orchester D-Dur Op. 3
    Rubinstein Anton (1829 – 1894)
    Konzert für Violoncello & Orchester Nr. 1 op. 65
    “ Nr. 2 op. 96
    Sabatino Nicolo (1705 – 1796) Konzert für Violoncello, Streicher & B.C. G-Dur
    Schumann Robert (1810-1856) Konzert für VCL & Orch. a-moll op.129
    Stamitz Carl (1745-1801)
    Konzert für Violoncello & Orchester Nr.1 G-Dur
    „ Nr.2 A-Dur
    „ Nr.3 C-Dur
    Tartini Giuseppe(1692-1770) D-Dur
    Tricklir Jean-Balthasar (1750 – 1830)
    Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 3 C-Dur
    „ Nr. 4 D-Dur
    „ Nr. 5 A-Dur
    „ Nr. 6 G-Dur
    Vieuxtemps Henri (1820-1881)
    Konzert für Violoncello Nr. 1 a-moll op. 46
    “ Nr. 2 h-moll op. 50
    Vivaldi Antonio (1678 – 1741)
    Konzert für Violoncello, Streicher & B. C. C-Dur RV 398
    „ C-Dur RV 399
    „ C-Dur RV 400
    „ c-moll RV 401
    „ c-moll RV 402
    „ D-Dur RV 403
    „ D-Dur RV 404
    „ d-moll RV 405
    „ d-moll RV 406
    „ d-moll RV 407
    „ Es-Dur RV 408
    „ e-moll RV 409
    „ f-dur RV 410
    „ F-Dur RV 411
    „ F-Dur RV 412
    „ G-Dur RV 413
    „ G-Dur RV 414
    „ g-moll RV 416
    „ g-moll RV 417
    „ a-moll RV 418
    „ a-moll RV 419
    „ a-moll RV 420
    “ a-moll RV 421
    “ a-moll RV 422
    “ B-Dur RV 423
    „ h-moll RV 424
    “ Konz. für 2 Violoncelli und Orchester g-moll RV 531
    Volkmann Robert (1815-1883) Konz. für Violoncello und Orchester a-moll op. 33
    Vranicky Antonin (1761 – 1820) Konz. für Violoncello und Orchester d-moll
    Wagenseil Georg Chr. (1715 – 1777) Konz. für Violoncello und Orchester A-Dur
    „ „ C-Dur
    Weber Carl Maria von Grand Potpourie für VCl u. Orchester op.20
    „ Konz. für Violoncello und Orch. D-Dur op 78


    Ist mit dem Kopieren nicht immer einfach, aber es geht so von der Übersicht.
    Wers ganz übersichtliche will, der kann die Liste gerne als Word Datei von mir bekommen, brauche dann aber eine Mail Adresse.
    Ich hoffe ihr könnt damit was anfangen.
    Grüße aus dem hohen Norden


    Stefan.M

    Ich höre gerade das wunderschöne "Quod in Orbe" op. 88 von Johann Nepomuk Hummel in der hervorragenden Interpretation mit dem Collegium Musicum 90 unter Richard Hickox. Mein monentaner Beschäftigungsschwerpunkt liegt zur Zeit auf Hummel bzw. Vivaldi (letzterer eigentlich schon seit 30 Jahren).


    Gruß aus Norge
    Stefan.M

    Lieber Ulli,


    laut Wikipedias Freimaurerauflistung war J.N.H. Freimaurer. Ich habe ein umfangreiches Werk über Freimaurerei zuhause, hier ist er nicht erwähnt. Mir drängt sich der Eindruck auf, dass es zu jener Zeit wohl eine Sache des Ehrenmannes war, auch Freimaurer zu sein. Wie aktiv die einzelnen das betrieben haben, welchen Einfluss sie hatten bleibt dahingestellt. Werde mich weiter damit befassen und gegebenfalls aktualisieren.
    Welcher Loge Hummel angehörte, nennt die o. g. Aufzählung nicht.


    Viele Grüße


    Stefan.M

    Hallo zusammen,


    oben ist ja schon von euch viel gesagt worden. Da hummel zu meinen Favoriten gehört möchte ich trozdem was zum besten geben. Was ihr schon wisst werdet ihr sicher großzügig überlesen, der Rest (wenn einer da ist) bringt villeicht noch infos.


    Johann Nepomuk Hummel war ein österreichischer Komponist und Pianist. Geboren am 14. November 1778 in Preßburg (heute Bratislawa, Slowakei), studierte er anfangs bei seinem Vater und wurde im alter von acht Jahren Schüler von Wolfgang Amadeus Mozart. 1787 gab er sein erstes öffentliches Konzert, darauf folgte eine vierjährige Konzertreise mit dem Vater Johann Hummel durch Deutschland, Dänemark, England und Schottland. Im Anschluss an diese Konzertreise nahm er Unterricht bei Antonio Salieri, Johann Georg Albrechtsberger und Joseph Haydn. Zu diesem Zeitpunkt begann seine lange und intensive Freundschaft mit dem großen Rivalen Beethoven. Man kann Hummels Musik dem geläufigen galanten Stil der Wiener Klassik zurechnen. Dennoch entwickelte Hummel, von seinem Lehrmeister Mozart beeinflusst, einen eigenen kompositorischen Stil. Von 1804 bis 1811 stand er als Stellvertreter bzw. Nachfolger Joseph Haydns in Diensten der Familie Esterházy in Eisenstadt (siehe Arbeitsblatt zu Joseph Haydn). 1811 heiratete er die bekannte Sängerin Elizabeth Röckel mit der er zwei Kinder hatte.
    Ab 1816 hatte Hummel die Stelle als Hofkapellmeister in Stuttgart übernommen. Diese, nur kurze Zeit, war für ihn sehr unglücklich. So ging er als Großherzoglicher Kapellmeister mit seiner Familie 1819 nach Weimar in Thüringen, wo er mit Johann Wolfgang von Goethe Freundschaft schloss. In den zwanziger Jahren des 19. Jh. unternahm er weite Konzertreisen auf denen er u. a. 1827 erneut nach Wien kam. Er tat dies aber hauptsächlich um seinen sterbenden Freund Beethoven zu besuchen, auf dessen Wunsch er ein Gedenkkonzert gab. In diesem Konzert improvisierte er aus verschiedenen Themen Beethovenscher Musik.
    Hummel, der stets durch seine große Improvisationskunst beeindruckte, schrieb auch eine "Ausführliche Anweisung zum Pianofortespiel". Im Laufe seiner letzten drei Lebensjahre musste er aufgrund seiner schlechten Gesundheit seine Aktivitäten stark einschränken. Als er am 17. Oktober 1837 in Weimar starb sah man das Ende einer Ära gekommen.
    1884 erwarb die British Library 54 Manuskriptbände mit den Werken Johann Nepomuk Hummels.


    Wichtige Werke: Zu seinen wichtigsten Werken gehören sieben Klavierkonzerte, die eine Vorstufe zu Chopins Klavierkonzerten darstellen, darüber hinaus Klaviersonaten und Kammermusikwerke, vor allem das Septett d-Moll. Weitere beliebte Werke sind das Trompetenkonzert in E-Dur und das Klavierquintett f-Moll op. 87. Weiterhin sind etliche Kammermusikwerke erhalten. Außerdem schrieb Hummel etliche Messen und andere geistliche Musik.


    Wer zu den Werken weiter Infos will, ich habe ein kleines Werkregister (noch nicht ganz vollständig) verfasst (für eigene Zwecke) und gebe es gerne weiter (als Mail-Anhang im Word-Format z.B.). Für hier ist es wohl zu umfangreich.


    Es grüßt Euch aus Norge


    Stefan.M

    Hallo zusammen,


    ich möchte Euch eine Einspielung mit dem Consortium Classicum ans Herz legen. Und zwar eine CD mit Bläser-Serenaden.
    Folgende Werke sind drauf:


    1. Serenade für 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Hörner, 2 Fagotte und Kontrabass Es-Dur


    2. Concertino für Oboe und Flöte, 2 Klarinetten, 2 Hörner, 2 Fagotte und Kontrabass F-Dur (auch als op. 102 bekannt, hier mit Oboe und Orchester mit dem Titel "Introduktion, Thema und Variationen")


    3. Sextett für 2 Klarinetten, 2 Hörner, 2 Fagotte und Kontrabass F-Dur


    4. Okett-Parthia für 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Hörner, 2 Fagotte und Kontrabass in Es-Dur


    Das Ensemble ist brillant, Meisterhaft und harmonisch zusammengespielt!
    Diese sehr empfehlenswerte CD für Freunde der Harmonimusiken ist bei Daringhaus und Grimm erschienen. Kostet (z.B. bei JPC) 18,99 € die sich lohnen!


    Beste Grüße aus dem hohen Norden


    Stefan.M

    Hallo Tamino´s!


    Ich habe eine hervorragende Aufnahme mit Milos Sadlo Violoncello und den Musici de Praga unter der Leitung von Mario Klemens. Eingespielt ist hier das Violoncellokonzert d-moll von A. Vranicky. Eine absolute Perle des Klassischen Cellokonzertes. Souverän und brillant gespielt, von dem Prager Celloprofessor Milos Sadlo. Ebenfalls auf der, leider schon lange nicht mehr erhältlichen, Pranton-CD (Label von Supraphon) ist das Cellokonzert in f-moll von Josef Reicha. Groß angelegt, Stimmungsvoll, die Tonart ist aussergewöhnlich (wüsste von keinem anderem f-moll Cellokonzert, deren ich sehr viele habe). Josef Reicha und die beiden Vranicky-Brüder, meiner Meinung nach völlig zu unrecht vergessen!


    Beste Grüße aus Norge,


    Stefan.M

    Lieber Thomas,


    vielen Dank für Deinen interressanten Kommentar. Ich finde es sehr gut, wenn jemand seine Gedanken so klar darlegt. Zweifelsohne hat die HIP gerade auch bei Vivaldi gute Dienste geleistet, - ich denke hier zum Beispiel an F. M. Sardelli. Seine diversen Vivaldi-Einspielungen finde ich großartig. Ich hab ihn mal in einem Konzert im Regensburger Dom (mit Modo Antiquo) gehört. Klasse, reines Konzertprogramm.
    Was die langsamen Sätze betrifft gebe ich Dir durchaus recht. Sie sind oft sehr melodisch, einfühlsam und nicht so hektisch.
    Einen kleinen Regelverstoss erlaube ich mir durch das Geständniss, dass gerade der langsame Satz aus dem "Winter" es mir z. Zt. ganz besonders angetan hat.


    beste Grüße,


    Stefan.M

    Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Ja hier gibt es schon die erste Frage: Gibt es überhaupt jemanden, den Vivaldi "fasziniert" ? (Ich fpr mein Teil würde die Frage eindeutig mit JA benatworten)


    Liebe Leser von Tamino,


    ja, ich finde Vivaldi faszinierend. Ums gleich vorneweg zu sagen: Faszination übt nur die Sache aus, mit der ich mich auseinander setze. Denn reden kann man ja nur über das, was man kennt. Aber ich verstehe auch diejenigen die außer den Jahrezeiten kaum was finden was man "auswendig Pfeifen" kann (mir geht es bei anderen Komponisten genauso). Meine Empfehlung, schlicht und einfach: Beschäftigung mit Vivaldi!
    Was mich an Vivaldi fasziniert ist die Vielfalt seiner Werke. Man bedenke die Tatsache, dass er für fast jedes Instrument komponiert hat. Ein Verdienst, den absolut nicht jeder Konponist für sich verbuchen kann.
    Dass Vivaldi Vielschreiber war und sich oftmals selbst zitierte, darf einen nicht verwundern. Sein Vertrag mit dem Ospedale della Pieta verpflichtete ihn zur Ablieferung eines neuen Werkes pro Woche. 30 Jahre Ospeadale (wenn auch Unterbrechungen da waren) liefern da eine Menge Stoff.


    Zur Übersicht stelle ich (ungekürzt) einen älteren Text von mir ein (entstanden für ein Musikseminar):


    Wichtige Werke: Vivaldis Werk, das erst 1926 durch einen bedeutenden Handschriftenfund erschlossen wurde, umfasst ca. 450 Solokonzerte mit ein , zwei oder mehr Soloinstrumenten, ca. 90 Sonaten und Trios, 90 Opern (nicht alle erhalten), ca. 60 Sinfonien und Orchesterkonzerte (ohne Soloinstrument) sowie zahlreiche geistliche und weltliche Vokalwerke, darunter das Oratorium Juditha triumphans (1716), Messesätze und Motetten. Zu seinen bekanntesten Werken zählen u. a. die Opern Orlando furioso (1727), Griselda (1735) und Catone in Utica (1737) sowie die zwölf Triosonaten op. 1 (1705), die zwölf Violinsonaten op. 2 (1709), die zwölf Konzerte L’Estro armonico op. 3 (1711), die zwölf Violinkonzerte La stravaganza op. 4 (um 1714), die zwölf Violinkonzerte Il cimento dell’armonia e dell’inventione op. 8 (1725; darunter die berühmten Vier Jahreszeiten) und die zwölf Violinkonzerte La cetra op. 9 (1727). Charakteristisch für alle Kompositionen ist die Dreisätzigkeit, ferner eine farbenreiche Instrumentation mit effektgeladener Melodik und Rhythmik. Die Mittelsätze sind hingegen oft in langsamen Tempi gehalten. Vivaldis Instrumentalwerke hatten nicht nur großen Einfluss auf seine italienischen Zeitgenossen, sondern auch auf das Musikschaffen in Deutschland: Sein, etwas jüngerer, Zeitgenosse Johann Sebastian Bach studierte intensiv viele der Werke Vivaldis. Einige der Violinkonzerte und Sonaten Vivaldis existieren als Transkriptionen von Bach, meist für Cembalo. So hat Bach manches Solokonzert. von Vivaldi bearbeitet, uminstrumentiert.
    ----
    Eine genaue Übersicht über die Werke von Vivaldi bietet das handliche Buch von Michael Stegemann über A. V. (erschienen als rororo-Monografie). Der Titel ist noch lieferbar, Preis ca. 7,50 €.


    Herzliche Grüße aus Norwegen


    Stefan.M

    Zitat

    Und nun kommen wir zum Kernpunkt des Themas:
    Welche weltlichen Konzerte habt Ihr in Eurer Sammlung und welche haben euch beeindruckt, bzw welcher Interpret ?
    Geistliche Musik und Oper sind ausgeklammert, ebenso "Le quattro Stagione",denen ja bereits ein eigener Thread gewidmet ist, es geht aber um alle anderen Konzerte des "prete rosso" Zitat von Alfred



    Liebe Taminoianer,


    aus eigener Erfahrung weiß ich sehr gut, wie man in einer Diskussion vom "hundertsen ins tausendste" kommt. Alfred wollte wohl einen Thread über die weltlichen Werke Vivaldis entfachen. Ich bin gerne dabei.
    Ich habe mir Zeit genommen um eure Beiträge zu diesem, für mich sehr interessanten, Thema zu lesen. Auch in meiner Vivaldi-Jugend hat natürlich I Musici di Roma, Felix Ayo & Co. eine große Rolle gespielt. Da gab es zum Vergleich noch die Aufnahmen mit Claudio Scimone (auf Erato) und den Solisti Veneti. Die "Edizione Vivaldi" von Phillips war der ganze Stolz meinerJugend-Plattensammlung.
    Ich meine, dass kein anderes Ensemble als I Musici, so zur modernen Vivaldi-Verbreitung beigetragen hat.
    Natürlich hat sich siet dieser Zeit eine Menge getan. Zum Glück! Es gibt, wie wir alle wissen, eine Fülle von Einspielungen aller diverser Gattungen die bei V. zu finden sind. Ich habe eine übersicht (nach dem Ryom-Verzeichnis) im Thread "Die großen Werkverzeichnisse" gestellt.
    Titel: Ein Vivaldi, viele Verzeichnisse doch dann: Das Ryom-Verzeichnis


    Ich stelle hier nochmal die Übersicht über die weltlichen Instrumentalwerke ein (es gibt natürlich auch weltliche Vokalwerke)


    A: Werke für ein Instrument und Basso Continuo


    1.) Sonaten für Violine und B.C.
    2.) Sonaten für Violoncello und B.C.
    3.) Sonaten für Traversflöte und B.C.
    4.) Sonaten für Blockflöte und B.C.
    5.) Sonaten für Oboe und B.C.
    6.) Sonaten für verschiedene Instrumente (sind als Werke von le Cadet identifiziert worden)


    B: Werke für 2 Instrumente und Basso Continuo


    1.) Sonaten für 2 Violinen und B.C.
    2.) Sonaten für 2 Traversflöten und B.C.
    3.) Sonaten für 2 Oboen und B.C.
    4.) Sonaten und Trios für 2 versch. Instr. und B.C.


    C: Werke für mehr als 2 Instrumente und Basso Continuo


    1.) Konzerte für mehr als 2 Instr. und B.C.


    D: Werke für Streicher und Basso Continuo


    1.) Konzerte und Sinfonien


    E: Werke für 1 Instrument, Streicher und B.C.


    1.) Konzerte für Violine, Streicher und B.C.
    2.) Konzerte für Viola d`amore, Streicher und B.C.
    3.) Konzerte für Violoncello, Streicher und B. C.
    4.) Konzerte für Mandoline, Streicher und B.C.
    5.) Konzerte für Traversflöte, Streicher und B.C.
    6.) Konzerte für Blockflöte, Streicher und B.C.
    7.) Konzerte für Flautino, Streicher und B.C.
    8.) Konzerte für Oboe, Streicher und B.C.
    9.) Konzerte für Fagott, Streicher und B.C.
    10.) Konzerte für Cemablo, Streicher und B.C.


    F: Werke für zwei Instrumente, Streicher und B.C.


    1.) Konzerte für 2 Violinen, Streicher und B.C.
    2.) Konzerte für 2 Violoncelli, Streicher und B.C.
    3.) Konzerte für 2 Mandolinen, Streicher und B.C.
    4.) Konzerte für 2 Traversflöten, Streicher und B.C.
    5.) Konzerte für 2 Oboen, Streicher und B.C.
    6.) Konzerte für 2 trompeten, Streicher und B.C.
    7.) Komzerte für 2 Hörner, Streicher und B.C.
    8.) Konzerte für 2 versch. Instr., Streicher und B.C.


    G: Werke für mehr als 2 Instrumente, Steeicher und B.C.


    1.) Konzerte für mehr als 2 Violinen, Streicher und B.C.
    2.) Konzerte für mehr als 2 versch. Instr., Streicher und B.C.


    H: Werke für ein oder mehrere Instrumente, zwei Orchester und B.C.


    1.) Konzerte für Violine, 2 Orchester und B.C.
    2.) Konzerte für mehrere Instr. , 2 Orchester und B.C.



    Ich bin allerdings ebenfalls der Meinung, dass man nicht alle Konzerte von Vivaldi kennen muß, um sich eine kompetente Meinung über Vivaldi bilden zu können. Das (oft zitierte) Stravinsky-Wort über Vivaldi zeigt doch höchstens wie wenig jener sich mit Vivaldi befasst hat. Denn welche Aufnahmen gab´s, die ihm zu solch einer Aussage gerbracht haben?
    Rossini sagt von seinen Overtüren übrigens "wenn Sie eine gehört haben, kenne Sie alle" (frei aus dem Gedächtnis zitiert). In beiden Fällen mag etwas dran sein, in beiden Fällen gibts beachtliche Ausnahmen (die ja bekanntlich die Regel bestätigen).
    Nun noch ein paar Worte zu meinen Favoriten in Vivaldischen Aufnahmen.


    Sehr gut sind alle Einspielungen mit F. M. Sardelli (gibt auch Opernaufnahmen).
    Dann wäre da noch die Aufnahme der "Manchester"-Sonaten mit dem Ensemble "Romanesca".
    Die Fagottkonzerte empfehle ich mit Klaus Thunemann (Phillips).
    Cellokonzerte hat Ofra Harnoy recht passabel eingespielt.
    Die div. Einspielungen von Naxos haben mich degegen nicht sehr überzeugt. Egal ob man die Traditionalisten oder Einspielungen der HIP wählt. Abgewinnen kann man jeder Fassung eine ganze Menge!
    Herlziche Grüße aus dem hohen Norden



    Stefan.M

    Hallo miteinander,


    ich habe immer wieder im Laufe von vielen Jahren in diversen Schriften (Bücher und auch Schallplattentexten) gelesen, Saint-Saens würde im Musikleben keine (wichtige) Rolle spielen. So ist z. B. in Reklams Klavierführer (Bd. 2) zu lesen, dass es bei Saint-Saens lediglich einige rauschende Arpeggien zu hören/spielen gibt. Das ist ein Urteil. dass ich nicht nachvollziehen kann. Es drängt sich hier der Eindruck auf, dass solch ein Urteil aus mangelnder Sachkenntnis ensteht. Man sollte das Werk eines Komponisten einigemaßen kennen, um ihn objektiv (wenn´s das überhaupt gibt) beurteilen zu können. Richtig ist es schon, wir finden bei Saint-Saens rauschende Arpeggien. Das ist aber lange nicht alles. Die Neigung zum großangelegen Orchester ist eine Frage des Stils, des Geschmackes, der zur Verfügung stehenden Mittel und der Zeit in der die Musik entstanden ist. Das findet sich nicht nur bei den französischen Impressionisten! Ich denke, wir kennen alle genug Beispiele aus der Musikwelt, wo das genauso ist (in allen Epochen). Hoffe niemanden zu verärgen, es lag mir auf der Seele dies mal so auszusprechen.
    Viele Grüße, euch allen, aus dem hohen Norden.


    Stefan.M

    Leber Frank Georg,


    ich gebe Dir in allen Deinen Ausführungen zu den Aufnahmen mit den Klavierkonzerten recht. Mein Vater hatte mir schon in meiner frühen Jugend die Klavierkonzerte in den Aufnahmen mit Ciccolini liebgemacht. Auch das Konzert Nr. 2 mit Rubinstein ist Meilenstein in den Aufnahmen von Saint-Saens. Ich habe oft festgestellt dass es von der Einspielung abhängt, ob diese Musik (gilt auch für die anderen Orchesterwerke) überladen wirkt, oder nicht. Mir geht es z.B. bei den Klavierkonzerten mit der Aufnahme von Gabriel Tacchino (Klavier) und Louis de Froment (Leitung) so. Aber das ist natülich sehr subjektiv. Sicherlich spielen hier die Tontechniker der Studios eine gewisse Rolle.
    Ich persönlich schätze auch die Einspeilungen von P.Roge und C.Dutoit.
    Mehr Informationen über Saint Saens gibt es übrigens in der rororo-Monografie von Michael Stegemann (Sehr empfehlenswert)!
    Herzliche Grüße aus dem hohen Norden


    Stefan.M

    Lieber Peter,


    bei Teuzzone handelt es sich um genau das gleiche Problem wie bei "I Cinesi". Bei Vivaldi haben die Darsteller natürlich italienische Namen.
    So ist z.B. Troncone "imperadore delle Cina", Teuzzone sein Sohn, usw.
    Die Musik ist (wie in allen anderen Opern Vivaldis) italienischer Barock Anfang 18.Jh. Also beschränkt sich die Handlung darauf "Chinoiserie" zu sein.
    Man kann sagen: wie üblich, oder was hat das allseits bekannte "Rondo alla turca" mit türkischer Musik zu tun?


    Herzliche Grüße



    Stefan.M

    Hallo tukan und alle anderen,


    ich will so gut wie möglich auf deine Fragen antworten. Erst jetzt finde ich etwas Zeit dazu, entschuldige bitte!
    Dur fragtest nach der Zuordnung von RV 401. Das ist das Violoncellokonzert in c-moll (wenn bei Vivaldi von Konzert die Rede ist, kann man immer vom gennanten Soloinstrument in Belgleitung mit Basso Continuo ausgehen).
    Das vorgenannte Werk ist also folglich dem Buchstaben E: Nummer 3 zuzuordnen (E = Werke für ein Soloinstrument, Streicher und B.C.,
    3 = Konzerte für Violoncello, Streicher und B.C.
    Nach diesem Schema kann man die einzelnen Kompositionen recht sinnvoll einordnen. Bei näherer Beschäftigung kann man gut erkennen wie schlüssig das Ryom-Verzeichnis erarbeitet worden ist.
    Die große Ausgabe des Ryom-Verzeichnisses ist das umfassendste Werk über Vivaldi in deutscher Sprache und hilft Dir auf jeden Fall in den meisten Detailfragen weiter. Empfehlendswert ist auch Lübbes Vivaldi Lexikon von Walter Kolneder. Kolneder hat hier mehr Hintergundinformationen verabeitet. Leider konnte er sich nicht dazu durchringen seine Werke auf das Ryom-Verzeichnis zu stellen. Er verwendet nur die Pincherle-Nummern, was das Benutzen seiner sehr wertvollen Bücher doch erschwert.
    Die von mir genannte Gruppen-Einteilung findest du auch in der rororo-Monografie über Vivaldi von Michael Stegemann (noch lieferbar, Preis ca. 8 €). Würde ich dir zum Einstieg deiner Beschäftigung mit Vivaldi sehr empfehlen.
    Ich hoffe dir mit diesen Informationen geholfen zu haben.
    Herzliche Grüße von hier zu euch allen!


    Stefan.M


    Eine generelle Frage noch (an alle). Wird es gewünscht Fragen (Themen usw.) zu Vivaldi zu behandeln? Wenn ja, gibt es ein Thread dazu oder wäre es Sinnvoll einsolches zu eröfnnen? Ich bin, wie jeder sehen kann, ein "Frischling" bei Tamino (fühle mich aber schon sehr wohl) und kenne mich noch nicht so gut aus.
    Für alle Antworten jetzt schon herzlichen Dank!

    Schönen guten Tag allen,


    Der Einleitende Bericht (der Lullist) über chinesische Ambitionen im barocken Mitteleuropa ist große Klasse, sehr informativ! Hat mich doch daran erinnert, dass ich etwas zum "Fachchinesisch" beitragen kann.


    Einen sehr interessanten Beitrag zum Thema Chinoiserie hat (der als Opernkomponist noch weitgehend unbekannte) Antonio Vivaldi geschrieben: "Il Teuzzone" RV 736. Das Textbuch stammt von Apostolo Zeno.
    Il Teuzzone ist z.Zt. in einer Einspielung von Brillant Classics sehr günstig zu haben. Deutsches Textbuch fehlt leider, Einleitung auf englisch, Texte auf italienisch.
    Die Oper ist ein sog. Pasticcio, d.h. Vivaldi hat Anleihe aus eigenen, älteren Opern genommen. Auch einige Passagen von anderen Komponisten entlehnt (zum Beispiel von Giuseppe Maria Orlandini). Das schmälert diesen venezianischen Beitrag zum Reich der Mitte aber keineswegs.
    Man muß bedenken, dass dies in der Blüte des Italienischen Barocks durchaus gängige Praxis war.
    Genauere Informationen über die entlehnten Arien liefert das 2008 erschienene neue
    "Vivaldi Werkverzeichnis" von Peter Ryom.
    Aber die Oper ist hörenswert wie alle anderen Opern von Vivaldi auch!


    Herzliche Grüße aus dem hohen Norden!
    Stefan.M

    Guten Tag an alle Taminorianer,


    ein interressantes Kapitel der Musikwissenschaft sind die diversen Werkverzeichnisse über Antonio Vivaldi. Ich möchte versuchen einen kurzen Überblick zu geben. Stützen tue ich mich hierbei auf verschiedene Literatur (großteils leider vergiffen), besonders aber ist zu erwähnen, dass das Ryom-Verzeichnis (lange Jarhrzehnte nur in der sog. "Kleinen Ausgabe" erhältlich) nun bei Breitkopf & Härtel erschienen ist. ISBN: 978-3-7651-0372-8
    Für jeden der Vivaldi kennt und schätzt ein Fundus an Informationen auf über 600 Seiten.


    Die Opus-Zählung umfasst die Werke die schon zu Lebzeiten von V. gedruckt wurden.
    Sie umfasst 12 Opusreihen, wobei immer 6 oder 12 Werke zusammengefasst sind.


    Op. 1
    12 Sonaten für 2 Violinen und B.C.


    Op. 2
    12 Sonaten für Violine und B.C.


    Op. 3
    12 Konzerte L`estro armonico für versch. Soloinstrumente und B.C.


    Op. 4
    12 Konzerte La Stravaganza für Violine und B.C.


    Op. 5
    6 Sonaten für 1-2 Violinen und B.C.


    Op. 6
    6 Konzerte für Violine, Streicher und B.C.


    Op. 7
    10 Konzerte für Violine und 2 Konz. f. Oboe, Streicher und B.C.


    Op. 8
    12 Konzerte Il cimento dell`armonico e dell`inventione f. Violine, Streicher und B.C.


    Op. 9
    11 Konzerte La Cetra für 1 Violine und 1 Konzert für 2 Violinen, Streicher und B.C.


    Op. 10
    6 Konzerte für Flauto trav., Streicher und B. C.


    Op. 11
    5 Konzerte für Violine und ein Konzert für Oboe, Streicher und B. C.


    Op. 12
    5 Konzerte für Violine und 1 Konzert ohne Solist, Streicher und B. C.


    Es gibt also Verzeichnisse von:


    a.) Mario RINALDI = Rin
    b.) RICORDI (Verlag in Mailand) = Ric
    c.) Antonio FANNA = Fanna
    d.) Marc Pincherle = PV
    e.) Peter RYOM = RV


    Das Verzeichnis von Marc Pincherle umfasst nur die Instrumentalmusik und ist (naturgemäß) unvollständig da Pincherle schon 1974 starb. Allerdings darf man seine Leistung nicht unterschätzen, da er unermüdlich geforscht hat und zudem noch durch den Krieg stark behindert war (seine, 1913 begonnene, Erfassung der Vivaldischen Werke ging durch einen Hausbrand im Krieg verloren).


    Letztlich hat sich das Verzeichnis des dänischen Musikforschers Peter Ryom durchgesetzt (gennant RV = Ryom-Verzeichnis) Es umfasst insgesamt 809 Nummern und hat einen Anhang von 134 Nummern.
    Macht insgesamt 943 erfasste Werke. Mal sehn was aber noch alles so auftaucht.
    Ryom hat sein Verzeichnis nach Gattungen gegliedert, nicht nach der (oft nicht einzuordnenden) Entstehungszeit der Werke.
    Daraus ergibt sich folgende Gliederung:


    A: Werke für ein Instrument und Basso Continuo


    1.) Sonaten für Violine und B.C.
    2.) Sonaten für Violoncello und B.C.
    3.) Sonaten für Traversflöte und B.C.
    4.) Sonaten für Blockflöte und B.C.
    5.) Sonaten für Oboe und B.C.
    6.) Sonaten für verschiedene Instrumente (sind als Werke von le Cadet identifiziert worden)


    B: Werke für 2 Instrumente und Basso Continuo


    1.) Sonaten für 2 Violinen und B.C.
    2.) Sonaten für 2 Traversflöten und B.C.
    3.) Sonaten für 2 Oboen und B.C.
    4.) Sonaten und Trios für 2 versch. Instr. und B.C.


    C: Werke für mehr als 2 Instrumente und Basso Continuo


    1.) Konzerte für mehr als 2 Instr. und B.C.


    D: Werke für Streicher und Basso Continuo


    1.) Konzerte und Sinfonien


    E: Werke für 1 Instrument, Streicher und B.C.


    1.) Konzerte für Violine, Streicher und B.C.
    2.) Konzerte für Viola d`amore, Streicher und B.C.
    3.) Konzerte für Violoncello, Streicher und B. C.
    4.) Konzerte für Mandoline, Streicher und B.C.
    5.) Konzerte für Traversflöte, Streicher und B.C.
    6.) Konzerte für Blockflöte, Streicher und B.C.
    7.) Konzerte für Flautino, Streicher und B.C.
    8.) Konzerte für Oboe, Streicher und B.C.
    9.) Konzerte für Fagott, Streicher und B.C.
    10.) Konzerte für Cemablo, Streicher und B.C.


    F: Werke für zwei Instrumente, Streicher und B.C.


    1.) Konzerte für 2 Violinen, Streicher und B.C.
    2.) Konzerte für 2 Violoncelli, Streicher und B.C.
    3.) Konzerte für 2 Mandolinen, Streicher und B.C.
    4.) Konzerte für 2 Traversflöten, Streicher und B.C.
    5.) Konzerte für 2 Oboen, Streicher und B.C.
    6.) Konzerte für 2 trompeten, Streicher und B.C.
    7.) Komzerte für 2 Hörner, Streicher und B.C.
    8.) Konzerte für 2 versch. Instr., Streicher und B.C.


    G: Werke für mehr als 2 Instrumente, Steeicher und B.C.


    1.) Konzerte für mehr als 2 Violinen, Streicher und B.C.
    2.) Konzerte für mehr als 2 versch. Instr., Streicher und B.C.


    H: Werke für ein oder mehrere Instrumente, zwei Orchester und B.C.


    1.) Konzerte für Violine, 2 Orchester und B.C.
    2.) Konzerte für mehrere Instr. , 2 Orchester und B.C.


    II. Vokalwerke, geistl. Werke auf liturgische und andere Texte


    I: Messen und Messeteile
    J: Psalmen
    K: Bibl. Lobgesänge
    L: Hymnen, Sequenzen u.a. liturgische Texte
    M: Motetten
    N: Introduzioni
    O: Oratorien
    P: sonstige geistliche Vokalwerke


    Weltliche Werke:
    Q: Kantaten für 1 Stimme und B.C.
    R: Kantaten für 1 Stimme, Instrument und B.C.


    1.) Kantaten für Sopran
    2.) Kantaten für Alt


    S: Sonstige weltl. Vokalwerke
    T: Serenaten und sonstige größere Vokalwerke
    U: Opern und Opernakte
    V: Werke die nicht eingeordnet werden können


    Dies ist nur eine SEHR grobe Übersicht über die Werke von A.V. wer sich näher informieren will, kann sich Literatur besorgen. Es gibt einige Titel im Buchhandel über Vivaldis Leben und Werk.
    Für heute einstweilen:
    Herzliche Grüße aus Norwegen


    Stefan.M

    Hallo miteinander,


    nachdem Saint-Saens lange Zeit einer meiner Lieblingskomponisten war (und noch ist) verfüge ich über eine Anzahl guter Aufnahmen der Werke um die es bisher ging (und noch mehr).
    Grundsätzlich ist es natürlich immer sehr schwierig, Frühwerke (wie die Sinfonie A-Dur von 1850) mit späten Kompositionen zu vergleichen. Das dürfte für viele Komponisten gelten.
    Was man bei Saint-Saens gut beobachten kann (gerade an den Sinfonien) ist eine nach und nach Entwicklung des Kompositionsstiles. Man bedenke: Die Sinfonie A-Dur hat er mit 15 Jahren komponiert. Absolut beeinflusst von (wie oben schon erwähnt) Mozart/Beethoven und Co. Dieses Werk wurde bei der Uraufführung (er war hier 17 Jahre alt) bejubelt, als aber das zarte Alter des Komponisten bekannt wurde, wurde die Stimmung deutlich kühler. Die Sinfonie F-Dur "Urbs Roma" von 1856 komponierte er für einen Komponistenwettbewerb der
    Sadt Rom, daher der Name "Urbs = Stadt" (lat). Diese Sinfonie ist groß angelegt und weitschweifig. Ich verstehe aber die Argumente, dass gerade die beiden Jugendwerke nicht nachhaltig beeindrucken. Die Sinfonier Nr. 1, Es-Dur hat schon viel mehr den Charakter des späteren Saint-Saens. Und das, obwohl sie vor der "Urbs" entstanden ist!!


    Folgende Sinfonien hat Saint-Saens geschrieben:


    Sinfonie B-Dur (nur 1.Satz vollendet) von 1848 (mit 13 Jahren)
    Sinfonie A-Dur von 1850
    Sinfonie Nr. 1 Es-Dur, Op. 2 von 1853
    Sinfonie F-Dur "Urbs-Roma" von 1856
    Sinfonie Nr. 2 a-moll, Op.55 von 1859
    Sinfonie Nr. 3 c-moll, Op.78 von 1886 "Orgelsinfonie"


    Und auch für die beiden Cellokonzerte sollte man bedenken, dass zwischen dem Entstehungsjahr des a-moll Konzertes Nr. 1 Op. 33 (komponiert 1872) und dem Konzert d-moll Op. 119 (komponiert 1902)
    eine Zeit von 30 Jahren liegt.
    Das zweite Konzert ist in der Tat spröder und hektischer, steht an Qualität dem ersten aber sicher nicht nach! Hier kann man auch den Reifeprozess des Komponisten und seines Stils verfolgen.


    Noch ein Wort zum Carneval. Die Plattenindustrie stellt ja gerne Verkaufsschlager her. Es ist ja ganz amüsant die vielen musikalischen Zitate aus dem Carneval herauszuhören. Saint-Saens hatte ihn aber Zeit seines Lebens nicht veröffentlichen mögen, weil er (ich meine zurecht) um seinen guten Ruf fürchtete.
    Fazit: Es gibt, gerade in der Kammermusik, wesentlich bessere und auch wichtigere Kompositionen von Saint-Saens. Gerade auch hier gilt, dass das Spätwerk (weil anspruchsvoller) schwerer zu verstehen ist als die leichtfüßigen frühen Kompositionen. Gilt dies nicht auch z. B. für Beethoven oder Schubert?
    Es gilt auch zu bedenken: Saint Saens starb erst 1921 und er war bis zum Schluß aktiv.
    Kammermusik (eine Auswahl):


    Op. 14 Klavierquintett a-moll
    Op. 16 Suite für Violoncello und Klavier
    Op. 18 Klaviertrio Nr. 1, F-Dur
    Op. 32 Violoncellosonate Nr. 1 c-moll
    Op. 38 Berceuse für Violine und Klavier
    Op. 65 Septett für Trompete, Klavier und Streicher Es-Dur
    Op. 75 Violinsonate r. 1, d-moll
    Op. 112 Streichquartett Nr. 1, e-moll
    Op. 123 Violoncellosonate Nr. 2, F-Dur


    Es gibt natürlich noch div. Sonaten für Blasinstrumente und Klavier.
    Ein besonderer Verdienst von Saint-Saens ist es, auch für Instrumente komponiert zu haben die sonst sehr Vernachlässigt sind (z.B. Harmonium, Posaune, Xylophon usw.).


    Dies war für heute mein Versuch etwas zu diesem Kapitel der Musikgeschichte beizutragen. Ich hoffe, es ist was brauchbares dabei.


    Herzliche Grüße aus dem hohen Norden!


    Stefan.M

    Sorry,


    du hast wohl recht. Es war Gerlad Moore der die Arpeggione-Sonate begleitete. Kennst du auch die Aufnahme des Haydn´schen D-Dur Konzertes mit Feuermann (Aufgenommen in London 1935)? Habe eine CD auf der Haydn und Dvorak erschinen ist. Dvorak ist 1928 aufgenommen, interressant auf dieser CD von "Naxos Historical" sind Bonus-Tracs vom Ende des 1. Satzes und die ersten 8 min. vom langsamen Satz (Dvorak). Ansonsten wäre ich dankbar für biografische Hinweise über Feuermann.


    Grüße aus dem hohen Norden!


    Stefan.M

    Zitat

    Original von Fairy Queen
    Lieber Stefan, ich unterschreibe auch, und habe ja schon deutlich betont: besser zuviel als zuwenig Niveau.
    Davon gibt es tatsächlich genug.
    Und ich heisse dich vor allem besonders willkommen- auch in der stillen hoffnung, dass du vielleicht Edvard Griegs Lieder im Original verstehst. Es gibt da so einen Thread im Kunstlied-Forum.....sogar mit ein bisschen Niveau..... :D


    Liebe Grüsse vom nciht zugefrorenen Rhein mit seiner Moseltochter in den norwegischen Schnee


    Fairy Queen.


    Hallo Fairy Queen,


    einen herzlichen Dank für so einen freundlichen Willkommensgruß!!!


    Viele Grüße aus Norge


    Stefan.M

    Hallo Milletre,


    gerade die Arpeggione-Sonate mit Myra Hess am Klavier ist ein ausgezeichnetes Beispiel für den Techniker Feuermann. Die (heute als unzeitgemäß erscheinenden) Glissandi sind wohl kaum zu überbieten. Ich kenne einige Einsprielungen der besagten Sonate und meine, dass die Aufnahme mit E. Feuermann troz des hohen Tempos irgendwo ins Mark trifft. Apropos Tempo: Rostropowich, Karajan und Co. können das genauso gut. Ich habe eine CD mit den Cellokonzerten von Haydn und Kraft mit Anner Bylsma. Er spielt so atemberaubend schnell das man sicher davon ausgehen kann, Haydn kann es so auch nicht gemeint haben.


    Gruß


    Stefan.M

    Richtig getroffen, Byglandsfjord liegt im schönen Aust-Agder in Norwegen. Ca 70 km von der Hafenstadt Kristiansand entfernt. Tamino ist für mich ein wahrer Glücksfall, da es hier leider keine wirkliche Klassik-Szene gibt.
    Nicht mal eine gute CD Auswahl hat´s. Dafür ist alles andere Top. Alles hat eben auch seine guten Seiten.


    Gruß aus dem, inzwischen verschneiten, Norwegen


    Stefan.M

    Hallo alle miteinander,


    wollt Ihr zum Thema Niveau mal etwas von einem ganz neuen lesen?
    Ich finde das Niveau durchaus angemessen. Ich habe in den letzten Monaten immer wieder mal reingestöbert und mich gefreut so gute Beiträge, zu den unterschiedlichsten Themen der Musik, zu finden.
    Auch ich bin nur ein Laie aber ich denke doch beitragen zu können. Jedenfalls habe ich vor dies zu tun (habe auch schon im bescheidenen Maß beigetragen). Wenn mal was daneben geht, was solls!? Wer kennt nicht den schönen Spruch: Wo gehobelt wird, fallen Späne. Im übrigen gibt´s genug Foren wo es einem einfach keinen Spass macht zu lesen oder zu schreiben. Warum? Weil kaum Niveau vorhanden ist!!


    Herzliche Grüße aus dem hohen Norden.


    Stefan.M

    Hallo Gerd!


    Herzlichen Dank für den obigen Hinweis über Karl Richter. Habe diese Box auch richtig im Onlinehandel gefunden. Mit den Antiquariaten ist das hier in Norwegen leider etwas schwieriger als in EU-Land. Aber wenn man den Zoll in Kauf nimmt kann man zumindest alles was das Herz begehrt bekommen.


    Gruß


    Stefan.M

    Seit gestern neu hier im Forum, freue ich mich etwas zum Thema Hummel und sein Werk beisteuern zu können. Wenn man mal von dem berümten Trompetenkonzert Es-Dur absieht, sind auch die Klavierkonzerte von ausgesuchter melodischer Vielfalt und Schönheit. Interressant ist auch das Konzert Nr. 4, E-Dur op. 110 mit dem romantischen Titel "Les adieux", das Hummel Anno 1825 als Abschlußkonzert für eine Reihe von Konzerten in Paris gegeben hatte. Entstanden ist dieses Konzert wohl schon um 1814. Hier kann man übrigens gut die Leichtigkeit der Mozartschen Werke nachempfinden, hört aber auch den Hummel`schen galanten fast Salonhaftigen Stil heraus. Der Vergleich zu Mozart drängt sich vor allem durch das ausgeklügelte Wechselspiel zwischen Bläsern und Streichern auf. Als vergleichendes Beispiel mag hier der Finalsatz von Hummels op. 44 (C-Dur-Konzert) und Mozarts Finalsatz des Klavierkonzertes KV 450 B-Dur dienen. In allen Klavierkonzerten aber kann man aber auch gut den Hang zum wuchtigen empfinden. Das Orchester ist immer groß angelegt. Trotzdem wird es nie mühsam zuzuhöhren (wie z.B. bei manchen Romantikern). Der Schußsatz, ein Rondo mit der Temopezeichnung Allegro Moderato ma con brio, ist eingängig und setzt sich fest. Gut für sentimentale Empfindungen, einfach schön - galant - elegant.
    Empfehlenswert sind die Einspielungen der Hummelkonzerte mit Howard Shelley und den Londoner Mozart Players (Label: Chandos). Wenn Ihr die Webside von Chandos öffnet (über Suchmaschine leicht zu finden) könnt ihr auch direkt aus dem Netz herunterladen. Ist doch günstiger als eine Original CD. Bezahl-Prozedur mit Kreditkarte. Die Booklets kann man als PDF-Datei herunterladen. Sehr gute Seite!


    Ebenfalls sehr zu empfehlen ist die CD mit S. Hough (siehe obige Beiträge)der die Konzerte Op. 85 und Op. 89 eigespielt hat (Chandos). Die Aufnahme mit H. Chang und dem Budapest Chamber Orch. (Naxos) ist auch gut, aber nicht so brillant wie die von Hough.
    Wer übrigens Brillanz mag, sollte sich das Klavierkonzert in A-Dur S4/W24 nicht entgehen lassen. Auch hier gibt es nur die Aufnahme mit H. Shelley (Chandos), die hat es aber in sich. Shelley ist ein Meister der Technik und auch der Gestaltung. Er versteht es hervorragend klassische Eleganz und musikalische Tiefe zu vereinen.


    Zu guter letzt ein Tipp für alle Hummel-Freunde: Das Werkregister


    Dieter Zimmerschied
    Thematisches Verzeichnis der Werke von Johann Nepomuk Hummel
    Verlag Hofmeister, Leipzig
    ISBN 3-87350-022-1
    207 S, Einband Gewebe, Preis ca. 40,00 €


    ist erfreulicher Weise noch Lieferbar!
    Und: http://www.hummel-gesellschaft-weimar.de/


    Mit freundlichen Grüßen aus Norwegen
    Stefan.M