Beiträge von Sven Godenrath

    Lohnenswert ist ein Wildschütz aus dem Jahre 1954, vor allem auch wegen des wunderbaren Ensembles, Heinz Rehfuß und Kurt Böhme unter der Leitung von Hans Müller Kray.
    Interessant ist auch die Adrianne von Walter W. Götz, der sich zum Beispiel bei der Arie Viola, jetzt alles wie damals, schonungslos bei Cilea bediente.
    Sein wunderbarer Fenton aus den lustigen Weibern von Windsor hat zwar nicht ganz den Schmelz von Alfons Fügel aber dennoch nimmt man ihm den Liebesrausch ab und auch der Rest des Ensembles, Otto von Rohr, Gerhard Hüsch und Hetty Plümacher lohnen das hören dieser Aufnahme.
    Schade nur, das die Sängerin der Anna, Bernie Rigg eine tremolöse Stimme vorzuweisen hat und zu dem so wenig charmant klingt.
    Mit seinem Almaviva kann ich mich leider weniger anfreunden, trotz der charmanten Sari Barbaras ( etliches von ihr soll dem Löschwahn zum Opfer gefallen sein )ist er zwar hörenswert, dennoch zeigen sich hier die Grenzen der Technik.
    Er weiß mit der Formelsprache eines Rossinis einfach nichts anzufangen.
    Vielleicht hätte er es, wenn er heute gelebt hätte und anders geschult worden wäre, besser gemacht.
    Besser ist er in der Cosi fan Tutte, ein herrliches Ensemble, Clara Ebers, Annelies Kupper und Karl Schmitt-Walter.
    Wunderbar die Arie vom Odem der Liebe, hervorragend auch die Ensembleszenen .
    Und selbst wenn er kleinere Rolle wie in Halevys Jüdin den Leopold oder im Zar und Zimmermann den Marquis zu singen hatte ist er hervorragend.

    Karl Friedrich wurde am 15.01.1905 in Wien geboren.
    Seine Stimme war von leichter baritonaler Färbung und wirkte auch immer etwas kehlig, ein Problem wie wir es von vielen deutschsprachigen Tenören kennen.
    Anders aber als Clemens Höslinger sehe hier weniger die Nähe, was das Stimmtimbre anbelangt zu Tauber, sonder viel eher zu Patzak und Traxel.
    Zu seinen besten Aufnahmen und auch zu den bisherigen offiziellen Veröffentlichungen des dieses Werke halte ich die Rundfunkproduktion von Korngolds toter Stadt, neben Maud Cunitz als wundervolle Marietta.
    Was sicherlich zum Teil auch an den weniger guten Besetzungen der Tenorpartie liegt, von Torsten Kerl einmal abgesehen.
    Die Stimme von Rene Kolle ist mir zu weißlich und zu phantasielos geführt und der Tenor der Naxosproduktion neigt dazu die Tön erst zu suchen bevor sie auf die richtige Höhe geschoben werden.
    Dieser Dehneffekt ist auf die Dauer ein klein wenig nervig.
    Was hätte werden können, wenn man in der Gesamtaufnahme des Lohengrin statt auf Rudolf Schock auf Karl Friedrich zurück gegriffen hätten, beweisen die Brautgemachsszene neben Judith Hellwig ( auch im Carmenduett zu hören ) und seine Gralserzählung unter der Leitung von Hans Schmidt-Isserstedt.
    Zwar hätte man sich hier eine sensiblere Textbehandlung gewünscht aber im großen und ganzen ein akzeptables Ergebnis.
    Wesentlich besser schneiden hier die Auszüge aus la Forza del Destino ( 1952 ) unter Wilhelm Schüchter ab.
    Hier erleben wir eine sensible und auch differenzierte Textbehandlung.
    Des weiteren zu empfehlen wären hier noch eine Daphne neben der wundervollen Maria Reining.
    Das ein guter Opernsänger auch ein guter Operettensänger sein kann, hiervon kann man sich beim Durchhören der Operettenaufnahmen dieses Sängers überzeugen.
    Auch dieser Sänger ist leider was seine Aufnahmen anbelangt unterrepräsentiert.
    Er starb am 08.04.1981 in Wien.


    CD: Arien CD, Die tote Stadt, Fedora, Madame Butterfly, Ariadne auf Naxos, Daphne, Paganini, Giuditta, eine Nacht in Venedig,

    Alfons Fügel wurde 19. August 1912 in Bonlanden geboren .
    Durch die Rundfunkübertragung einer La Boheme aus dem Jahre 1940 mit Trude Eipperle als Mimi wurde er über Nacht einem großem Publikum bekannt.
    Sehr zu empfehlen auch eine La Traviata mit Margot Guillaume ( Arien CD, Orfeo und Weihnachtslieder unterrepräsentiert ).
    Seine Stimme war eindeutig von lyrischer Prägung auch wenn er auf der Bühne den Calaf ( Turandot ) sang.
    Dies beweisen Rundfunkaufnahmen der Arien Keiner schlafe, oh weine nicht Liu oder auch die Arie des Cavaradossi perfekt gesungen die Stimme ist aber doch zu lyrisch.
    Zu seinen schönsten Aufnahmen zählen die Arien Freunde vernehmet die Geschichte wo er wahrscheinlich einer der besten Sänger dieser Arie nach Nicolai Gedda ist und in der Arie des Kleinzack disqualifiziert er viele Tenöre die diese Arie nach ihm gesungen haben.
    Wundervoll auch die Arie aus den lustigen Weibern von Windsor, Horch die Lerche singt im Tal.
    Ich kenne auch hier kaum einen Sänger außer Peter Anders , Joseph Schmidt, Richard Tauber und Nicolai Gedda die diese Arie auf gleichem hohen Niveau dargeboten haben.
    Gleiches gilt hier auch für seine Ausflüge ins Operettenfach wenn er zum Beispiele die Arie aus dem Obersteiger sie nicht bös anstimmt.
    Auch hier erleben wir einen geschmackssicheren Auftritt wie man ihn seit Elisabeth Schwarzkopf bei dieser Arie fast nicht mehr erleben durfte.
    Auch für die Operetten Arie Ich hab kein Geld bin Vogelfrei findet er den richtigen Ton.
    Das man Volksweisen nicht so tümlich anstimmen muß, wie es später Rudolf Schock oder Hermann Prey ( dessen Schuberlieder mit zunehmendem Alter auch immer tümlicher wurden ) getan haben, beweisen unter anderen 4 Aufnahmen der Lieder nach Texten von Hermann Löhns ( es gibt hier noch ein sehr ambitioniertes Album mit dem Rosenautrio ).
    Seine Liederaufnahmen habe ich leider nicht Hören können.
    Alfons Fügel konnte nach stimmlichen und auch gesundheitlichen Rückschlägen nach dem Krieg unverständlicherweise an seinen großen Erfolg und auch seine große Popularität , die er während des Krieges genossen hatte, nicht mehr anknüpfen.
    Er starb während eines Liederabends am 08.12 1960 in Esslingen.
    Er zählt zu den großen nicht genutzten Chancen der Schallplattenindustrie.
    Vom ihm hätte man sich gern mehr Aufnahmen gewünscht.


    CD: La Boheme, La Traviata, Lucia di Lammermoor ( Auszüge ), Freunde vernehmet die Geschichte, singt Oper, singt Operette, singt Volksweisen, singt Lieder,

    Heinrich Bensing wurde am 26.07.1911 geboren und verstarb am 30.12.1955.
    Die bisherigen Veröffentlichungen zeigen ein nicht ganz einheitliches Bild des Sängers.
    Zum einen finden wir wundervoll gesungene Arien, wie zum Beispiel die Arie des Kleinzack oder auch Oh wie in meiner Seel ( 1949 ),
    Sicherlich von den bisherigen Veröffentlichungen seine beste Aufnahme.
    Auch die Romanze des Manrico (Il Trovatore ) , wundervoll gesungen.
    Zum anderen finden wir aber in anderen Fällen auch sehr deutliche Hinweise auf seine sängerischen Grenzen.
    Diese lagen vor allen in der Ausdruckspalette des Sängers. Überall wo er wundervolle Legatobögen singen konnte war er perfekt.
    Wenn es aber um Ausdruck und Interpretation ging, dann wirkt er wie beim Duett mit der wundervollen Diana Eustrati als Azucena , unbeteiligt, hier wünschte man sich den temperamentvolleren Helge Rossvaenge als Partner.
    Die beiden Arien des Cavaradossi ( 1950 ) wo er sich die überflüssigen Schluchzer schenkt leiden ebenso wie das Duett mit Aaga Josten als Tosca unter dem gleichen Problem, obwohl auch hier berückend schön gesungen wird.
    Nicht zuletzt sein Ernani mit dem stellenweise sehr schleppend dirigierenden Hans Müller Kray.
    In all diesen Szenen treffen wir auf den gleichen Mangel an dramatischen Gespür, wie wir es Beispielweise auch immer wieder bei Franz Völker erleben.
    Er wirkt wie der Bote, nicht wie der betroffene selber.
    Vielleicht ist hier auch der Grund zu finden warum eine große Schallplattenkarriere nicht stattfinden konnte.
    Eine der wenigen Augenblicke, wo er aus seiner Lethargie zu erwachen schien war dann die Stretta im Trovatore .
    Bei der Arie aus dem Freischütz ( Nein länger trag ich nicht die Qualen ) schneidet er deutlich ab als zum Beispiel Hans Hopf ( zu enge Höhe, gequält klingende Töne ) oder Rudolf Schock ( eine seiner besseren Aufnahmen ), die Stimme klingt frei und vor allem gut geführt und verfügt über ein sinnliches Timbre.



    CD: Elektra, Rheingold, die Afrikanerin, Hoffmanns Erzählungen, Il Tabarro, Tosca, Ernani,
    Il Trovatore, Der Freischütz

    Miss Foley must be New Zealand’s greatest operatic find.
    Derjenige der dieses über diese Sängerin gesagt hatte war kein geringerer als Tito Schipa.
    Die Sopranistin wurde am 09.03.1930 geboren und ist am 21.01.2007 gestorben.
    Sie hatte ihre ersten Gesangsstunden bei Sister Mary Leo einer Dame die keine unbekannte sein dürfte.
    Schließlich hat sie auch die gesangliche Zukunft von Dame Kiri Te Kanawa , Malvina Major und Heather Begg entscheidend geprägt.
    Biographische Daten über Mina Foley sind spärlich gesäht.
    Sie schien lediglich bis 1961 gesungen zu haben.
    Ich konnte weder etwas über ihr Bühnenrepertoire noch über ihre Laufbahn in Erfahrung bringen.
    Ich muß mich daher bei der Beurteilung der Stimme auf zwei CDs verlassen.
    Miss Foley besaß einen angenehm timbrierten lyrischen Sopran mit einer guten Koloraturtechnik.
    Dieses tritt besonders bei den Arien Caro Nome , O luce de Quest’Anima ( Linda di Chamounix / teilweise mit Klavier, teilweise mit Orchesterbegleitung ), Arie der Königin der Nacht oder auch Ou ca la jeune indove (Lakme ) zu tage.
    Auch in der elegischen Arie Depuis le jour oder in Operetten Arien wie dem Nonnenchorus ( unereicht von Kiri Te Kanawa) findet sie den richtigen Ton.
    Weniger gut schneidet die Stimme hingegen bei Arien aus den Opern Ernani und La forza del Destino ab.
    Auch für die große Arie aus La Traviata zum Ende des ersten Aktes empfinde ich ihre Stimme, wenn auch brilliant gesungen, als zu leicht.
    Restlos überfordert ist sie hingegen mit der Casta Diva. Die Stimme besitzt nicht das nötige Volumen und ihre Koloraturketten, die einer Gilda angemessen wären, wirken in der hier vorgetragenen Art und Weise einfach nur deplaziert.
    Hier wäre sie besser Beraten gewesen, wenn sie diese Arie nie gesungen oder aber sich hinsichtlich der zusingenden Koloratur einen besseren Berater gesucht hätte.
    Die Lieder scheinen ebenso wie die Arien Mitschnitte aus Konzerten zu sein.
    Auf einer zweiten Cd sing sie Lieder, geistliche Gesänge und Weihnachtslieder zur Orgel und zum Klavier.
    Es ist schade, das es mir ihr kein einziges vollständiges Rollenporträt zu geben scheint aber vielleicht kommen ja im laufe der Zeit noch mehr Aufnahmen mit ihr ans Licht.
    Zu wünschen wäre es ihr, denn ins besondere ihr Gilda Arie macht hier Neugierig auf mehr.


    CD: The early Years / Songs for you

    Wie man mich netterweise hinreichend in Kenntnis gesetzt hat, ( Zuschrift auf : Von denen die im Rudeln singen ) hat Volker Bengl seinen Gesangstil zwei berühmten deutschen Opernsängern zu verdanken.
    Die Handschrift von Erika Köth konnte ich hier zwar bisher nicht entdecken, wohl aber die von Rudolf Schock.
    Während Erika Köth von ihrer Schallplattenfirma ärgerlicherweise in zweitklassigen Opernquerschnitten verheizt wurde, hatte Rudolf Schock noch das Glück trotz der großen Konkurrenz von: Traxel, Dermota, De Luca, Terkal, Friedrich, Kunz, Fehringer, Hofmann, Kozub und Pfeifle, zwischen den Jahren 1948 – 1960 in einigen guten Opernproduktionen mitwirken zukönnen. Besonders zu erwähnen sei hier ein Fideliomitscnitt unter Furtwängler neben Schlüter und Patzak. Auch durch Rundfunk und frühe Opernaufnahmen ist der junge Rudolf Schock recht gut präsentiert, zu erwähnen wären hier: Zauberflöte, Rigoletto, Capriccio, Der Barbier von Bagdad, Tosca, Eugen Onegin, La Forza del Destino, Freischütz, welche er unter Fricsay, Keilberth , Schmidt-Isserstedt und teilweise leider auch unter Schüchter machen konnte.
    In all diesen Produktionen liefert er zwar kein überragendes, aber doch immerhin ein hörenswertes solides Rollenporträt.. Allerdings fiel schon hier seine weniger ausfeilte Technik nicht gerade positiv auf.
    Hohen Noten wurden mit der Bruststimme gewaltsam noch oben gestemmt, wie wir es heute in beinahe allen Aufnahmen von José Carreras hören können ( sowohl in seinen frühen und erst recht in späteren ). Dieser Gesangstil mag in jungen Jahren noch mit jugendlich Schwung und Elan kompensierbar sein, mit zunehmenden Alter spiegelte sich bei Rudolf Schock diese Anstrengung auch in seinen Gesichtzügen während des Singens wieder. Thomas Quasthof hat dieses in seiner Biographie eindrucksvoll porträtiert.
    Rudolf Schock hatte es zu dem immer verstanden sich als bodenständigen und netter Kumpel von neben an zu präsentieren dieses färbte leider dann auch zunehmend auf seine Diskographie ab.
    Schließlich war Rudolf Schock ja auch nicht gerade für seinen differenzierten und nuancierten Gesangstil bekannt.
    Es folgten zweitklassige Opernquerschnitte, kurios anmutende italienisch gesungene Arien, drittklassige Operettenaufnahmen neben Renate Holm und Margit Schramm und so wundervolle Schallplatten wie geliebte Mutter und Wanderlieder.
    Er verstand sich als Künstler der Oper, der Operette, des Musical und eben auch des Schlagers.
    Hier bietet es sich jetzt an den Bogen zu seinem Schüler Volker Bengl zu schlagen, da sich dieser mit dem gleichen Werbeslogan feiern lässt.
    Seine Operettenausflüge sind immerhin im Vollplayback verfahren für Volksmusiksendungen und weniger Anspruchvolle Operettenabende für Fernsehen aufgenommen wurden, wo er in einer Kutsche durchs schönste Ambiente fährt und sich dabei mit Eva Lind über Rosen aus Tirol freut. Hierbei fällt die Stimme noch ganz angenehm aufs Ohr.
    Das mag aber wie schon im Vorfeld erwähnt am Vollplayback und an dem gut platzierten Studiomikrophon liegen.
    Denn da reicht es laut Christa Ludwig vollkommen aus, wenn man das Mikrophon hautnah an die Lippen nimmt um dann hinein zu säuseln, als guter Mikrophonsänger kann man auf diesem Wege wahre Wunder vollbringen.
    Auch erscheint es mir signifikant das zwar überall daraufhingewiesen wird das er 16 Jahre lang am Münchner Theater am Gärtnerplatz gesungen hat ,aber über sein dortiges Repertoire wird auf allen 4 Seiten der Mantel des Schweigens ausgebreitete.
    Die Grenzen der Stimme zeigen sich dann ohne Mikrophon. Ich erinnere mich hierbei noch zu gut an einen Ostseeabend in so illusterer Gesellschaft wie zum Beispiel Sandra Schwarzhaupt
    Dort wurde Live gesungen. In der Mittellage hatte die Stimme noch einen angenehmen Klang, wenn es jetzt aber um dynamische Abstufungen in der Lautstarke geht, hierzu sei auch auf ein Ave Maria bei Youtube verwiesen, zeigen sich schon die Grenzen der Stimme und stellenweise auch des guten Geschmackes. Beim Ave Maria schwellen Töne nicht etwa an sondern werden fast explosionsartig in den Raum transportiert und klingen zu dem stellenweise etwas leierig.
    Bei der Arie die er bei diesem Ostseekonzert zum besten gab, klang die Stimme in der Höhe gequetscht.
    Auch findet er selten verschiedene Nuancen für verschiedene Stücke, es klingt alles ziemlich uniform und gleich.
    Auch in seinen Operettenarien finden sich selten dynamische Abstufungen oder auch Interpretationsansätze, es klingt alles ebenmäßig, es wird nicht differenziert, es wird gesungen aber nicht interpretiert und das ist verglichen mit den Operettenaufnahmen eines Peter Anders, Richard Tauber, Nicolai Gedda, Wieslaw Ochman zu wenig.
    Hier scheinen sich die Ansätze seines Gesanglehrers Rudolf Schock sehr deutlich wiederzuspiegeln.

    Bei Lohengrin scheitern leider fast alle an der Titelpartie, enge Höhe, gequetsch, zu weißlich klingend und ohne jeglichen Charme. Soll wirklich so jemand klingen, wenn er wie von einer anderen Welt kommen sollte. Ich spreche hier von Welt, nicht Planeten.


    Lohengrin - Ivan Koslowsky 5 +( "Oh weh jetzt ist all unser Glück dahin", zum Niederknien und auch ansonsten er erfüllt alle klanglichen Attribute die ein Lohengrin haben muß. Perfekte gestützte Höhe, Durchschlagskraft und vor allen Dingen Charme, vom traumhaften Stimmtimbre einmal ganz zu schweigen )
    Elsa - Elisaweta Schumskaja 5
    Ortrud - Eugenia Smolenskaja 4,5 ( wenn es bloß Christa Ludwig 1965 aus Wien nicht geben hätte, daher 0,5 Punkte abzug )
    Telramund - Ilja Bogdanov 5
    König Heinrich - G. Troitski 5
    Heerrufer - Juri Galkin 5
    Dirigent - Samuil Samosud 5 ( hervorragender Orchesterklang )


    Lohengrin - Fanz Völker 4 ( 1936 noch in Höchstform, hier leider etwas zu spät / Wer die Gralerzählung komplett und einmal schmalzfrei erleben möchte dem sei ein Preiser Cd mit diesem Künstler zu empfehlen )
    Elsa- Maria Müller 4 ( Gewiss es mag charmante Sängerinnen geben haben ( Grümmer, Steber ), dennoch eine gute solide Leistung )
    Ortrud - Margarete Klose 4,5 ( die Ortrud schlechthin, sie rettete den Lohengrin mit Rudolf Schock, aber wie gesagt 1965 Wien, Christa Ludwig )
    Telramund - Jaro Prohaska 5
    König Heinrich - Ludwig Hofmann 5
    Heerrufer - Walter Großmann 5
    Dirigent - Robert Heger 5

    Hier muß ich von allen vorhandenen 5 Studioaufnahmen herausgreifen.
    Da Furtwängler mit Mödle und Klemperer mit Christa Ludwig schon mehrfach genannt wurden und wohl auch hier schon alles gesagt wurde halte ich mich an die verbliebenen 3 meiner persönlichen Hitliste


    Fidelio - Hilde Konetzni 5
    Florestan - Torsten Ralf 5 ( serh gute stimmliche Disposition, gleichhinter Vickers anzusiedeln )
    Rocco - Herbert Alsen 4
    Marzelline - Irmgard Seefried 5
    Don Pizarro - Paul Schöffler 5
    Don Fernando - Tomislav Neralic 4
    Jacquino - Peter Klein 4
    Karl Böhm - 5


    Fidelio - Helga Dernesch 5
    Florestan - Jon Vickers 5 ( unübertroffen, selten konnte man diese Arie so schmerzvoll gesungen erleben ohne in die peinliche Lage eines Voyeurs versetzt zu werden ( Sterbeszene La Boheme Carreras mit einem Geheul ohne Grenzwerte ) )
    Rocco - Karl Ridderbusch - 5
    Don Pizarro - Zoltan Kelemen 3,5
    Don Fernando - Jose van Dam 5
    Marzelline - Helen Donath 5
    Jacquino - Horst Laubenthal 4
    1- Gefangener - Werner Hollweg 4
    Herbert von Karajan - 4 ( einer der ganz wenigen Glanzpunkte in der Diskographie dieses Dirigenten )


    Fidelio - Deborah Voigt 4 ( weniger Sinn fürs Notengetreue auslegen und dafür mehr Interrpretation wäre besser gewesen )
    Florestan - Ben Heppner 5 ( nach Jahren wurde diese Rolle endlich wieder Rollendeckend besetzt )
    Marzellina - Elisabeth Norberg - Schulz 4
    Jacquino - Michael Schade 4 ( wunderbar auch seine Aufnahmen bei CBC )
    Rocco - Matthias Hölle 4
    Don Pizarro - Günter von Kannen 4
    Don Fernando - Thomas Quasthoff 4
    Colin Davis - 4 ( endlich mal wieder kein Langweiler am Pult, konnte im Gegensatz zu Harnoncour auf eine mehrseitige Entschuldigung für die Besetzung im beiliegenden Booklet verzichten, hier wird gleich vom ersten Ton an klar warum so Besetzt wurde und nicht anders )

    Was schon seit Jahren in der Popmusik floriert, stets austauschbar und immer wieder aufs neue Erfolgreich, findet jetzt auch mehr und mehr Einzug in die sogenannten Gefilde der klassischen Musik.
    Während die Goldesel dort Backstreetboys, Boyzone und Westlife hießen, tragen sie hier so klangvolle Namen wie German Tenors, Adoro, 10 Tenors, Il Divo, Blake, G 4 und Teatro.
    Es handelt sich hierbei um Formationen die wie die German Tenors zum Beispiel die Gefühlsebene von Ein Lied geht um die Welt über funiculi, funicula bis zu Una furtiva lagrima bedienen.
    Adoro hingegen erfreuen Herzen und Ohren ihres Publikums von „und wenn ein Lied“ ebenfalls bis hin zu Kanzonen und Arien , wobei hier großer Wert darauf gelegt wird, das jeder einzelne auch schon einmal auf einer Opernbühne gestanden und gesungen hat.
    Il Divo präsentieren ihre Hymen lieber auf spanisch, manchmal aber auch auf englisch, während Blake und G 4 der englischen Sprache treu bleiben.
    Es werden Popsongs in eleganten orchestralen Gewand geboten und klingen leider doch, obwohl teilweise mit leichtem Operngestus präsentiert, nicht besser als im original sondern werden musikalisch eingeebnet und klingen daher langweilig.
    Teatro hingegen bieten, wie der Name schon erahnen ließ, bekannte Musicalnummern welche man bedauerlicherweise von Michael Crawford, Michael Ball oder John Barrowman auch schon eindrucksvoller interpretiert gehört hat.
    Natürlich gibt es auch hier die eine oder andere Ausnahme, wenn zum Beispiel G 4 Crazy anstimmen oder Blake Chasing Cars, dann klingt das opulent und ausgefeilt in der musikalischen Begleitung und auch gesanglich sogar besser als das original. A
    Aber das eben leider nicht die Regel sondern die Ausnahme.
    Natürlich wird auch hier der Weg erfolgreich weiter beschritten welcher auch schon in der Popmusik vorgezeichnet wurde..
    Nachdem auflösen der Gruppe wird meist einer der Barden auserkoren und als Solokünstler herausgestellt.
    Bei G 4 zum Beispiel war es Jonathan Ansell.
    Hier zeigen sich aber schon die ersten Grenzen, denn als Solokünstler ist er schließlich nicht konkurrenzlos und erreicht einige auf diesem Sektor bereits etablierten Künstler nicht einmal annährend.
    Er trifft zum Beispiel auf Aled Jones, der in junge Jahren als Knabensopran ein gelungenes Album vorlegte, heute hingen anders als Bejum Metha ( Countertenor ), nicht den Sprung ins Opernfach geschafft hat, welcher auf seinen CDs Traditionales und Popsongs erfolgreich serviert.
    Des weiteren treffen wir auf hier Rhydian, der nach X-Faktor schon sein zweites anspruchvolles und sehr gelungen Popalbum vorgelegt hat.
    Des weiteren gibt es hier noch Russel Watson zu erwähnen, der zu Beginn seiner Karriere gar nicht häufig genug betonen konnte, das er sich endlich seinem Traum vom Erfolg als Operntenor erfüllen konnte und dessen You raise me up ( Alternativ Fassung zu Danny Boy, unschlagbar von Harry Connick jr. gesungen ) wahrscheinlich zu den besten Interpretationen dieser Version des Stückes zählt.
    Glücklicherweise erlag er drei Studioalben später der Erkenntnis, wir hingegen wussten es längst, das es für eine Karriere als Opernsänger wohl doch nicht reicht und legte ein geschmackvoll anrangiertes und gesungenes Album mit Titel von Frank Sinatra und stilistisch ähnlich gelagerten Arrangements vor.
    Ein zweites Album das ebenfalls in diese Richtung ging folgte relativ schnell.
    Als letztes wäre hier noch Tony Henry zu erwähnen, der mit seinem Album Modern Arias, uns selbstverständlich keineswegs mit Stücken von Stockhausen, Schönberg oder Riehm zu erfreuen suchte.
    Im Gegenteil hier treffen wir auf Klassikintros die über den Wiener Walzer bis hin zu anklängen an Richard Strauss reichen und bietet uns auf diesem Wege geschmackvoll interpretierte Popsongs wie „Hero“, „All by myself“ oder „I want to know what love is“, wenn auch in italienischer Sprache.
    Über Andrea Boncelli zu schreiben wäre müßig, da hier eh schon alles gesagt und geschrieben wurden. Nur soviel ein solider Popsänger der von der Oper besser die Finger lässt.
    Auf den deutschen Sektor geht es weniger einfühlsam zu.
    Volker Bengl singt mit enger Tongebung Operette und Oper zum abgewöhnen, Björn Casapietra ( Sohn von Celestina Casapietra und Herbert Kegel) schmalzt sich durchein Popalbum das es nur so trieft und zu guter letzt wäre hier noch Erkan Aki erwähnenswert, der uns immer mal wider mit dem Gefangenchor aus Nabucco erfreut und von allen dreien noch am besten Abschneidet.

    Nun ist es ja kein Geheimnis, das Komponisten als Dirigenten, nicht unbedingt die besten Interpreten ihrer eigenen Werke sein müßen.
    Nun ist es ja bekannt, das Bruno Walter als er an der Wiener Staatsoper als Opernkapellmeister verflichtet wurde, dieses Haus unter der Leitung von Gustav Mahler stand.
    Weiterhin ist bekannt das Leonard Bernstein Schüler von Fritz Reiner und Serge Koussevitzky war und später Assistent von Bruno Walter wurde.
    Somit hatte Bruno Walter das Wissen, wie die Musik Gustav Mahler zu klingen habe aus erster Hand erfahren und konnte dieses Wissen an Leonard Bernstein weiter geben.

    Sie zählt neben der 1918 geborenen und 2007 verstorbenen Zara Dolukhanova in Westeuropa zu den bekanntesten russischen Mezzosopranistinnen.
    Allerdings besaß Irina Archipova nicht die Geläufigkeit der Stimme für Rossini, wie sie Zara Dolukhanova ( La Cenerentola ) zu Gebote stand.
    Auch verfügt ihre Aufnahme der Lieder und Tänze des Todes ( Mussorgsky ), welche musikalisch sehr genau ist, nicht über die dramatische stimmliche eloquenz wie sie beispielweise die Sopranistin Galina Vishnevskaya für ihre Aufnahme der Lieder zu nutzen wusste.
    Sehr gelungen sind hingegen ihre Aufnahmen der Lieder von Tschaikovsky und Rachmaninov.
    Unübertroffen ihre Interpretation der Marie im Boris und der Marfa in Chovantschina.
    Sie hatte das Glück drei Aufnahmen ( Carmen, Boris, Krieg und Frieden ) unter einem der führenden Dirigenten der Musikgeschichte, Alexander Melik-Paschejew, machen zu dürfen .
    Zu ihren weiteren Opernaufnahmen zählen: Der steinerne Gast, Chonvantschina, Schneeflöckchen, Zarenbraut, Die Jungfrau von Orleans und Pique Dame.
    Ihre Stimme war frei von jenem bekannten slawischen flackern und reich an Farben.

    1964 gab er sein Debut in Glyndebourne und hatte seinen letzten Auftritt im Januar 2010 im Metropolitan Opera House, New York als Hexe in Humperndincks Hänsel und Gretel.
    Zu seinen Aufnahmen zählen unter anderem zweimal der Messiahs , Wozzek ( Abbado, Behrens ), Punch & Judy, Peter Grimes, Gloriana, Curlew River, Death in Venice, Il Borgomastro Di Saardam, Betley, Savitri, At the Boars, Schicksal, Figaro, Clemenza di Tito, Boris ( Abbado), Beggars Opera, Quo Vadis Les Boreades, L’enfant et les sortileges, Padmavati, Lady Macbeth von Mensk, Renard, Oedipus Rex, Rakes Progress, King Priam und Happy End.
    Besonders zu empfehlen, trotz der Konkurrenz des sicherlich unerreichbaren Peter Pear, sind seine Aufnahmen der Opern Benjamin Brittens ( Peter Grimes, Gloriana, Death in Venice und Curlew River ).
    Das er seine Mozartaufnahmen bedauerlicherweise unter Harnoncour machte, wird sicherlich die Fans dieses Dirigenten erfreuen, die übrigen werden von seinem langweilen Orchesterklang weniger entzückt sein.
    Auch hörenswert die Aufnahme The Rakes Progress.
    Das hören des Wozzek hat bisher die Teilnahme von Hildegard Behrens erfolgreich verhindert, über das Dirigat von Herrn Abbado hülle ich mal den Mantel des Schweigens.
    Auch zu empfehlen seine Aufnahmen des Messias ( Mackerras, Hickox )
    Philip Langridge, zuletzt verheiratet mit Ann Murray, besaß eine versierte Tenorstimme die leider nicht immer sehr eloquent geführt wurde.
    Er starb im Alter von 70 Jahren

    Diese Frage beschäftigte am 15. April 2010 die Welt.
    Nun wird uns ja allgemein vorgeworfen das, wenn wir schon anfangen zu jammern, dieses auf einem hohem Niveau tun.
    Leider kann man das Beklagenswerterweise aber nicht uneingeschränkt auf unsere Musikkritiker übertragen. Es wäre ja auch zu schön um war zu sein, wenn diese, wie es uns vorgeworfen wird, ebenfalls auf hohem Niveau klagen würden bzw. in diesem Falle loben oder kritisieren.
    Auch muß man hier einmal ganz kritisch hinterfragen, von welchen Fachleuten hier die Rede ist, denn so wie die Nutzer nicht alle über einem Kamm geschoren werden können und wollen, gilt gleiches natürlich auch für die Fachleute, Fairness muß in diesem Falle gewahrt bleiben.
    Wenn wir also von Fachleuten sprechen, sprechen wir 1. von Jürgen Kesting, Eleonore Büning, Alan Blyth und André Tubeuf hinter deren Kommentaren spürbar ein großer musikalischer Wissensschatz steht, oder sprechen wir 2. über solche die ihr, wie ich immer wieder feststellen muß, gefährliches Halbwissen im Kulturteil oder in vermeintlichen Fachzeitschriften weitergeben.
    Zu 1. lautet die Antwort ganz klar nein, Nutzer können hier das vorhandene Fachwissen nicht ersetzen.
    Im zweiten Fall hingegen ist ganz klar erkennbar, das die Beurteilungen, welche von Nutzern abgegeben worden sind nicht besser sind als die der zuletzt genannten Fachleute, nur sie sind im Umkehrschluß aber auch nicht schlechter.
    Dafür gibt jetzt zwei Möglichkeiten.
    Möglichkeit Nummer 1: Das Wissen der Fachleute, die heute beschäftigt werden, ist auf alarmierende Art und Weise geschrumpft oder aber und das wäre Möglichkeit Nummer 2: das Wissen jener die sich nur nebenbei mit der Thematik auseinandersetzen ist erheblich gestiegen.
    Dieses allerdings bedeutet, um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Können Nutzer die Urteilkraft der Fachleute ersetzen ?
    Bezogen auf die 2 Gruppe muß hier ein ganz klares Ja stehen.

    Die Sopranistin Christine Weidinger wurde am 31.03.1946 in Springville ( New York ) geboren.
    Nachdem sie einige Jahre als Sekretärin tätig war ließ sie ihre Stimme von Marlene Delavan ( Grand Canyon College ), Richard Dales ( Arizona University in Tempe ), David Scott ( Fernando State College ) und Margaret Harshaw ( Il Trovatore Met 47, Tannhäuser Met 54, Parsival Met 56, Tristan und Isolde Met 58, Lohengrin Met 59 / Indiana University in Bloomington ) ausbilden.
    Nachdem sie den Metropolitan Wettbewerb 1972 gewonnen hatte blieb sie diesem Haus bis 1976 treu und kehrt erst 1992 an die Met zurück.
    In der zwischen Zeit trat auf anraten Marilyn Horns verstärkt in Europa auf, namentlich in : Stuttgart, Salzburg, Bielefeld, Hamburg, Wien, Berlin, Wiesbaden, Monte Carlo, Venedig, Aix en Provence, Madrid , München, Mailand, Barcelona, Santiago, Cardiff und Bologna.
    Zu ihrem Repertoire zählen Rollen wie: Konstanze, Marcelline, Gretel, Musetta, Gilda, Violetta, Lucia, Leonora ( Trovatore ), Amina, Elvira ( L’Italiana in Algeri ), Susanna, Malvina, Norma, Elisabetta ( Maria Stuarda, Roberto Devereux ), Maria, Mimi, Rusalka, Lauretta, Elisabetta, Donna Elvira, Nedda, Margarethe, Bertha, Rachel, Arminda, Adele ( Comte Ory), Elettra, Vitellia, Rinaldo, Fiordiligi, Semiramide, Lucrezia, Odabella.
    Es war auch Marilyn Horn die ihr riet sie solle ihren Schwerpunkt auf die Rollen von Bellini und Donizetti setzen.
    So trat sie im Teatro la Venice in einer hervorragend besetzten Rinaldoproduktion ( Marilyn Horn, Cecilia Gasdia ) auf, die auch heute noch zu den Glanzpunkten jeder Sammlung zählt .
    Das Richard Bonyngne schon immer ein Gespür für gute Stimmen hatte bewies er nicht zu letzt als Architekt der Karriere seiner Frau Joan Sutherland. Eine frühes Recitel mit Sumi Jo und eine Gesamtaufnahme ( Live ) mit Mariella Devia und William Matteuzzi ( I Puritani ) sprechen hier ebenfalls für sich.
    So überrascht es nicht, das ein Recitel mit Donizetti Arien unter seiner Leitung gesungen von Christine Weidinger mit zu den besten Produktionen dieser Art gehören, die es auf dem heutigen Klassikmarkt zu kaufen gibt.
    Auch ein Recitel mit Verdi Arien kann sich hören lassen.
    Bei einer La Traviataproduktion die vermutlich um 1989 aus Bielefeld kommt, bietet sie ein herausragendes Porträt dieser Rolle.
    Das Publikum war so begeistert von ihrer gesanglichen Leistung, das sie den Schluß des ersten Aktes vor dem Vorhang noch einmal wiederhohlen durfte. Bedauerlich nur das dem Dirigenten das richtige Gespür für den zweiten Teil des zweites Aktes nachdem Ballett fehlte. Er ist wie viele andere Dirigenten, namentlich wären hier Toscanini, Karajan, Solti, C. Kleiber zu nennen, einfach zu schnell. Hier wird die Gefühlswelt Violettas gewissermaßen durchgerattert. Andere, wie zum Beispiel Serafi, Bartoletti oder Panizza waren hier feinfühliger und fanden das richtige Tempo.
    !989 sang sie in Bielefeld ihre erste Norma und bewies auch hier das sie sowohl das richtige Gespür so wie auch den nötigen Stimmumfang für diese Rolle besaß.
    Es folgten erst die Elisabetta 1992 in Barcelona neben Daniela Dessi und ein Jahr später 1993 in Buxton die Maria in der Donizetti Oper Maria Stuarda. Auch als Elisabetta in der Donizetti Oper Roberto Devereux bot sie ein ergreifendes Rollenporträt , wenn auch in der Schlussszene nicht ganz so ergreifend wie später Edita Gruberova, aber wer ( nicht einmal Sutherland, Caballe , vokal sicherlich nicht angreifbar), war das schon.
    Als Rossini Sängerin liegen uns immerhin zwei Mitschnitt, zum einen die Armida 1994 aus Tulsa und zum anderen die Demetrio & Polibio, vor. In beiden erweist sie sich als hervorragende Rossiniinterpretin.
    Den großen Schallplatten Verlage während Jahre 1990 – 2000 haben wir es zu verdanken das so gut wie keine neuen Bellini und Donizetti Opern einspielt wurden ( namentlich : Maria Stuarda, Lucrezia Borgia, Norma, Roberto Devereux ) und somit viele gute Sängerinnen ihre Paraderollen nicht haben aufnehmen können. Man könnte hier schon fast von russischen Zuständen sprechen, wo eine Oper nur alle 10 Jahre wieder neu aufgenommen wurde.
    Hier wurde wohl zunehmend auf den Katalog mit Sutherland, Sills und Caballe gesetzt,
    Christine Weidinger durfte für die Phillips lediglich Mitridate und Schuberts die Freunde von Salamanca aufnahmen.
    Andere kleinere Firmen setzen bei Bellini und Donizetti immerhin auf Ciofi, Devia und Gruberova .


    CD: Norma, Roberto Devereux, Maria Stuarda ( Elisabeth & Titelpartie ), Rinaldo, Mitridate, Die Freunde von Salamanca, Demetrio & Polibio, Armida, Donizetti Recitel , Verdi Recitel
    DVD: La Traviata ( dritter Akt fehlt )

    Die ungarische Sopranistin wurde 1970 geboren und studierte bei Erzsebeth Komlosi (Bank Ban, Die Spinnstube, Die Bluthochzeit, Ballo in Mascera ), Magda Laszlo ( Madame Sans Gene ) und Julia Hamari ( Matrimosio segreto, Orfeo, Giulio Cesare, Hänsel & Gretel, Don Sanchez, Cavalleria, Mose, Donna del Lago, Prima la musica, Onegin, Tito Manlio, Meistersinger, Oberon ) und gehört heute zu einer ganzen Reihe von hervorragenden Koloratursängerinnen wie Mosuc, Guttierez, Damrau, Dasch, Futral, Jo, Dessay um jetzt nur einige herauszugreifen.
    Sie verfügt über eine gut platzierte Stimme, eine gute, virtuose Koloraturtechnik gepaart mit sehr viel Charme und sie versteht es hervorragend mit dem Publikum zu spielen, wie sie erst kürzlich während einer ungarischen Comte Ory Aufführung im Thalia in Budapest ( März 2010 ), wurde aufgezeichnet, bewiesen hat.
    Das dieses kein einmaliger Zustand ist, beweist der Mitschnitt eines Konzertes wo sie neben Leo Nucci Arien und Duette aus Lakme, Dalibor und auch aus dem Barbiere singt.
    Gerade in dem Duett aus dem Barbiere de Seviglia bewies Erika Miklosa wieder einmal ihr komödiantisches Talent und ihr sicheres musikalisches Gespür, das uns vor geschmacklosen Entgleisungen bewahrte.
    Auch in einem 1998 mitgeschnitten Konzert wo sie Mozart Exultate Jubilate sang, bewies sie bereits ihr sicheres Gespür für die Musik Mozarts, auch wenn ich das Gefühl nicht loswerde das manche Höhe etwas weniger scharf hätte klingenden können.
    Überaus gelungen auch die Auszüge einer West Side Story neben dem ungarischen Musical Sänger Attila Dolhai ( vergleichbar mit Michael Ball und John Barrowman ), welche anlässlich mehrerer Aufführungen entstand. Mehrere Musical und Recitelaufnahmen zeugen vom hohen Rang den dieser Sänger genießt.
    Die deutsche Grammophone stellte sie 2006 mit einer ihrer Glanzpartien, der Königin der Nacht unter Claudio Abbado, heraus.
    Die Rachearie ist das einzige Musikstück mit welchem die gähnende Langeweile dieser Produktion für ein paar Minuten durchbrochen wird.
    Diese Produktion reiht sich somit mühelos in die Serie Christie, Norrington ein, kein Sänger tritt besonders deutlich hervor. Zu dem werden wenige musikalische Akzente gesetzt. Es ist eine nette, solide Aufnahme die man jedem Laien, der die Oper einmal auf seiner Hi-Fi Anlage hören möchte, gefahrlos empfehlen kann.
    Das es sich hierbei um eine Livemanipulation ( mehrere Abende wurden zusammengeschnitten )handelt, bemerkt der Hörer erst zum Ende der Aufführung wenn ihn ein aufbrandender Applaus aus der Lethargie der Aufführung reißt.


    CD: West Side Story ( Querschnitt ) / Evening with Erika Miklosa / Impression ( Mozart und Vivaldi ) / Zauberflöte ( Abbado )
    DVD: Kalman: Bajadere


    Sven Godenrath

    Georgina von Benza


    Sie wurde in der karpat-ukrainischen Stadt Beregszasz ( Ungarn) geboren.
    Sie singt ihre Rollen in deutscher, italienischer, englischer, russischer und französischer Sprache.
    Zu ihrem Repertiore zählen Aida, Abigaille, Leonora, Elisabetta, Amelia, Tosca, Cho Cho San, Manon und Mimi.
    Desweiteren singt sie Lieder, ist aber auch in Oratorien und Konzerten zu hören.
    Leichte Probleme mit dem richtigen Timeming traten bei ihrem Verdialbum leider zum Ende der Pace Arie auf, die ersten maledizione Rufe kamen zu schnell und waren zu wenig ausdifferenziert.
    Bei der Arie E strano aus La Traviata zeigte sich, das sie mit den dramatischen Zierfiguren wenig anzufangen wusste und diese ohne das nötige technisches finish von sich gab, was mir etwas unverständlich ist, schließlich hatte sie Meisterklassen bei Gabor Carelli ( La Traviata, Met 1955 & 1959 ), Lore Fischer ( Verdi : Requiem, Händel: Messiahs, Dvorak: Stabat Mater, Honegger: Le Roi David ) und Wilma Lipp ( Zauberflöte, Fledermaus, Martha ) absolviert und gerade letztere ist im Koloraturfach eine bekannte Größe.
    Bei ihrem Wechsel ins dramatische Fach, scheint man auch hier aus der Not heraus eine Tugend gemacht zu haben.
    Wir erleben eine ähnliche Fachüberschreitung, da die Stimme in der Höhe schnell scharf wird, wie wir sie unlängst bei Mirella Freni, Katia Ricciarelli und Renata Scotto erleben mussten.
    Wesentlich besser kommen ihre stimmlichen Möglichkeiten bei elegischer Musik zum tragen wenn sie zum Beispiel das Ave Maria aus Othello singt, auch bei ihrem Puccinialbum erleben wir die Qualitäten der Sängerin, die sie berühmt gemacht haben.
    Der Dirigent in beiden Aufnahmen ist Marco de Prosperis.
    Zu ihren größten Erfolgen scheint ein Auftritt als Aida im September 2003 im Worker-Stadion ( Peking) zu zählen.


    DVD: Tosca Budapest 2007
    CD: Verdi Arien / Puccini Arien


    Sven Godenrath

    Vor einigen Jahren sang die Sängerin Nena den Titel „ Unerkannt durchs Märchenland „ .
    Dieser Satz könnte auch auf die Sopranistin Eszter Sümegi zutreffen.
    Bereits 1992 gewann die Sängerin in Philadelphia bei der Luciano Pavarotti Voice Competition den ersten Platz
    Vor zwei Jahren sang sie an der Wiener Staatsoper neben Renato Bruson in einer umjubelten Tosca Aufführung die Titelpartie, diesen Erfolg konnte sie , als sie am 30 März 2010 für Silvia Ralik in der Ungarischen Staatsoper in Budapest in der gleichen Rolle einsprang, wiederhohlen.
    Eszter Sümegi hat sich, was den gesanglichen Ausdruck, ihre Bühnenpräsenz und die Textbehandlung anbelangt, in die Topliga der großen Sopranistinnen neben Puccini ( Tosca, Lauretta, Magda, Sour Angelika, Liu ),für das Straussfach ( Rosenkavallier, Daphne, Intermezzo, Capriccio ) und Wagner ( Eva, Elsa, Elisabeth, Sieglinde ) unserer Zeit gespielt.
    Besonders deutlich konnte man das bei der Toscal in einer der Schlüsselszenen des ersten Aktes bemerken, wenn Tosca zu singen hat „ und die Jungfrau sieht wie ich weine.“
    Viele Sängerinnen scheinen hier zu denken die Jungfrau müsse ebenso blind wie Justizia und stimmen einen Weinkanon erster Güteklasse an. Eszter Sümegi hat sich diese gesangliche Entgleisung geschenkt. Aber auch in der Detailarbeit ist die Sopranistin sehr genau, wie man zum Beispiel auch im zweiten Akt in einer Vokal weniger bedeutungsvollen Szene erhören konnte. Nämlich bei der Frage wo sie denn mit Cavaradossi hin wolle und sie bei der Nennung des Ortes ein geistesabwesendes Si hauchte.
    Die Stimme rutsch bei dramatischen Ausbrüchen ebenso wenig bei lyrischen Momenten aus dem Fokus oder wird scharf bzw. beginnt zu tremolieren. Das sie aber auch im Straussfach überzeugen kann bewies sie an der ungarischen Staatsoper einige Tage vorher, als sie in einer Neuinszenierung die Marschallin im Rosenkavallier sang. Das das Haus hier großen Wert auf ein homogenes Ensemble legte bewies nicht zuletzt das Schlussterzett wo alle drei Frauenstimme so homogen verschmolzen, wie man heute nur sehr selten zu hören zu bekommt. Selbst die Partie des Sängers wurde hier mit einem Tenor besetzt, welcher der Musik Bellinis, Donizettis und Rossinis höchste Ehre gereicht hätte. Auch hier schenkte sich Eszter Sümegi den wienerischen Dialekt und projizierte einen Straussklang erster Güte.
    Das man seitens der CD und DVD Branche so gut wie gar nicht auf dieses Ausnahmetalent aufmerksam geworden ist stößt arg befremdlich auf.
    Vom Festival St. Margarethen 2004 unter Ernst Märzendorfer liegt eine Aida DVD vor mit einem weniger angenehm aufs Ohr fallenden Ensemble.
    Eine Lohengrin DVD 2004 aus Budapest bietet immerhin Eva Marton als Ortrud auf.
    Und zu guter letzt unter der Leitung von Istvan Denes die CD Love, Blood and Fire, ein Puccini, Verdi und Wagner Programm.


    Sven Godenrath

    Um es noch einmal Aufzugreifen, das leidige Thema der Krise in der Gesangskunst, die wir nicht erst seit Frida Leider haben, welche keine Isolden Stimme besaß, oder seit Birgit Nilsson, deren Stimme für Studiozwecke zu durchdringend war. Herr Brug hat es letztens in der Welt " Opernschwindel" auf den Punkt gebracht. Die Krise liegt hier auch noch an einer anderen ganz entscheidenden Stelle . Nicht die Gesangskunst als solche steckt nämlich hier in der Krise, denn seinen wir doch einmal ganz ehrlich, wann haben sie denn zum letzten mal in der Tagespresse bei einer Opernkritik etwas über Gesangskunst lesen können. Ausführlich wurde doch immer nur etwas über die Inszenierung geschrieben und im letzten Zweizeiler, ja wer hätte es gedacht, während dieser Opernaufführung wurde auch gesungen. Wie ? Ganz nett, Höhensicher, etwas gequetscht, Rollendeckend, aber was heißt das? Ganz ehrlich, das hätte ihnen doch ihre 90 jährige Großmutter ebenso erzählen können, so wie auch ihr 11 jähriger Neffe. Und hier liegt er meiner Meinung nach begraben, der oft herbei zitierte Dorfköter. Wir haben es hier ganz offensichtlich mit Inszenierungsfachleuten zu tun bekommen, die den eigentlichen Musikfachkritiker abgelöst haben. Es scheint heute einfacher zu sein sich mit Inszenierungen auseinander zu setzen, als sich mit Gesangskunst und Gesangsinterpretation. Wir können uns heute zum Beispiel ein sehr genaues Bild darüber machen wie Frau Schröder-Devrient oder Jenny Lind geklungen haben müssen, da wir die Kritiken von Zeitzeugen und Opernkritikern haben, die sich detailliert mit ihrem gesanglichen und darstellerischen Wirken auf der Bühne auseinandergesetzt haben. Das bleibt vielen heutigen Sängern erspart. Der Primadonnenkult um Sänger und Dirigenten ist zu mindest in der Opernkritik dem der Regisseure gewichen. Und somit können unsere Nachfahren in 100 Jahren zwar noch sehr genau Nachlesen wie auf den Bühnen Inszeniert worden ist, nicht aber wie tatsächlich gesungen wurde, das geht aus den Kritiken kaum hervor. Aber dafür haben wir ja heute Gott sei es gedankt die Livemitschnitte, diese werden im Gegenzuge aber dafür dann von unseren Fachleuten der Fachpresse totgeschwiegen.


    Sven Godenrath

    In der Aprilausgabe des Fono Forum erklärte uns der als Klassikexperte bekannte Attila Csampai, bekannt auch durch die Opernbücher bei Rororo mit Herr Holland, das Anna Netrebko bei der viel herbeidiskutierten Krise der Gesangskunst in ein Vakuum vorstieß.
    Schon in den Rororo Opernbüchern hat sich Herr Csampai dadurch hervorgetan, das er die eine oder andere Aufnahme einfach als nicht existent abtat bzw. unerwähnt ließ.
    Diese Tugend hat er offensichtlich bis heute beibehalte.
    Ich habe mit erlaubt einmal 10 Minuten lang dieses Vakuum anhand meines CD Archives nach zu recherchieren, in welches Frau Netrebko vorgestoßen sein soll und mir tat sich dabei ein mehr als verblüffendes Vakuum auf, aber lesen sie die Namen selbst:
    THeodossiou, D. Jones, Boesinger, Coelho, Gasteen, Gauci, Orgonasova, Bayrakdarian, Lamoris, Mosuc, Cedolins, Flanigan, Mei, Weidinger, Dussmann, Harris, Goerke, Wolf, Stottler, Negri, Papian, De Vol, Futral, Kabatu, Herlitzius, Valayre, Patchell, Galvany, Ciofi, Rowland, Mirricioui, Serra, Montague, Kenney, Jo, Galante, Voulgaridou, Jaho, Isokoski, Meyer-Topsoe, Riedel, Barker....
    Kann man angesichts dieser Fülle von Namen wirklich von einem Vakuum sprechen und die Liste ließe sich noch weiter fortführen.
    Von welchem Vakuum sprach Herr Csampai also?
    Talentierte Sängerinnen gab es zur genüge, wollte er hiermit etwa die großen Plattenfirmen angreifen, die in ihren Katalogen dieses Vakuum selber herbei geführt haben und jetzt verzweifelt versuchen dieses mit nur einer einzigen Sängerin zu schließen?
    Eine antwort gab dieser Artikel darauf leider nicht.



    Sven Godenrath

    In einem Bericht der Welt wurde die Frage aufgeworfen, warum es denn keiner der Fachrezensenten der Klassik bemerkte, das hier einfach nur die Namen der Interpreten ausgetauscht wurden waren? Während es sich in Wahrheit um schon bereits seit Jahren existierende Aufnahmen gehandelt hatte, wie zum Beispiel die Mozartaufnahmen von Frau Haebler, die kurzer Hand unter dem Namen Hutto neu herausgegeben worden waren.
    Überblicken wir hier doch einem ganz kühl und sachlich den Klassikmarkt anhand einiger in Nordeutschland nicht ganz unbekannten Moderatoren im Radio und Autoren einer bekannten Deutschen Fachzeitschrift. Als ersten hätten wir da einen Herrn W. bei der in einer Zeitschrift verkündete das Filmmusik für ihn die neue Klassik sei, moderne Musik würde Sinngemäß sein Herz nicht erwärmen.
    Auf einem anderen Kanal verkündete unlängst eine Frau L. während einer Luciaübertragung sie wüßte jetzt nicht genau ob sich die Buhrufe nachdem senken des Vorhanges auf veraltete oder moderne Hörerfahrungen des Publikums zurückführen ließen. Auf eine Anfrage ob Peters oder Pons veraltet seien und Callas, Sutherland, Sills, Gencer modern wären. Oder ob diese Interpretationen ebenfalls veraltet seien und Gruberova und Devia zu den modern Sängerinnen zu zählen seien oder ob auch diese schon veraltet seien da es ja bereits Sängerinnen wie Guttierez, Dessay und Boesinger gebe? Man hüllte sich in schweigen. Aber es gibt ja auch noch Herr. M. der die Tenorale Gmbh und Co KG kennt, Villazon, Florez, Gheoghiu, Netrebko, Garanca, Lemula und den Chor der Deutschen Oper Berlin.
    Neue Hoffnungen können vielleicht die Herren der schreibenden Zukunft aufkeimen lassen, wie wäre es da mit Herrn P. der kennt laut einer seiner Brucknerbesprechungen immerhin neben der zu besprechenden noch 4 weitere Brucknerdirigenten ( Celibidache, Furtwängler, Knappertsbusch und Klemperer im Brucknerfach aber offensichtlich nicht) Bliebe noch Herr W. der von schätzungsweise 40 Salomeaufnahmen auf CD gerademal 9 zu kennen scheint.
    Und hier noch einmal die zu Beginn aufgeworfene Frage. Wer von den hier erwähnten hätte denn den Etikettenschwindel bemerken sollen?


    Sven Godenrath