Beiträge von Maurice

    Deutschlandfunk Kultur | Beitrag vom 26.05.2021


    Das Artemis Quartett (Felix Broede)


    Seit 1989 spielt das Artemis Quartett auf den Bühnen dieser Welt. Doch in der Coronapandemie kam nun das Ende.


    Die Musiker verabschieden sich auf unbestimmte Zeit und werden in der bisherigen Besetzung nicht mehr zusammen spielen.


    Das unbedingte Spiel, die Hingabe, auch die Risikofreude aller Musiker haben die Konzerte mit dem Artemis Quartett immer zu etwas ganz Besonderem gemacht. Im Laufe der Jahre hat es auch immer wieder Umbesetzungen gegeben, zuletzt 2019, als mit dem Cellisten Eckart Runge das letzte Gründungsmitglied das Quartett verließ.

    Mit der neuen Konstellation schienen die Musiker auch neuen Lebensmut gefunden zu haben. Deshalb kommt die Nachricht von der quasi Auflösung umso überraschender.


    Keine einfache Entscheidung

    Der Bratscher Gregor Sigl stieß 2007 zum Artemis Quartett und ist damit das dienstälteste Mitglied. Er sagt, dass die Entscheidung keine einfache war:

    „Wir haben zwar viele Monate gekämpft und hart gearbeitet. Dann hat aber leider ein sehr schwerer Krankheitsfall in der ganz engen Quartettfamilie dazu geführt, dass es nicht mehr geht. Da war dann plötzlich eine Hürde, die auch für ein Artemis Quartett nicht überwindbar war.“Für Sigl ist jedoch klar, dass es eines Tages weitergehen wird. Für ihn und die Geigerin Vineta Sareika sei das Artemis Quartett seit langer Zeit der musikalische Lebensmittelpunkt.


    Besetzungswechsel als Markenzeichen

    Außerdem seien Besetzungwechsel über die Zeit eine Art Markenzeichen geworden, also werde das Quartett auch den nächsten überstehen:

    „Für mich wäre das eine wunderbare Sache, wenn es in 60 oder 100 Jahren immer noch ein Artemis Quartett gibt. Und wenn man dann immer noch die grundsätzliche Philosophie und Herangehensweise an die Musik spüren kann, die das damals junge Artemis Quartett auf so unglaublich starke und überzeugende Weise begonnen hat.“

    Das Fono-Forum meldet:

    Abschied vom Auryn-Quartett

    Die Musiktage Mondsee 2021 stehen unter dem Motto: „Adieu, Auryn Quartett". Nach 40 gemeinsamen Jahren in unveränderter Besetzung beendet das Auryn Quartett 2021 für immer seine Konzerttätigkeit. Für diesen Abschied gibt es mehrere Gründe, aber vor allem möchte das Quartett auf der Höhe seines Könnens aufhören. Die künstlerische Leitung der Musiktage Mondsee übernahm das Quartett 2010. Ab 2022 wird Noch-Primgeiger Matthias Lingenfelder die Programmierung des Festivals weiterführen.


    Es wird ein musikalisch brillanter Abschied, ein vielstimmiges und vermutlich auch ein wenig melancholisches Adieu. In diesem Sommer steht daher das Ausnahmequartett selbst im Mittelpunkt des Konzertprogramms, das - beginnend mit den Anfängen im Jugendorchester - verschiedene Aspekte und Stationen seiner Laufbahn im Rahmen der einzelnen Programme beleuchtet.


    Für diese Reise in die eigene Vergangenheit hat sich das Auryn Quartett prominente Freunde und Wegbegleiter eingeladen. Darunter finden sich herausragende Musiker wie die Bratschistin Tabea Zimmermann, die Sopranistin Ruth Ziesak, der Klarinettist Julian Bliss oder der Cellist Christian Poltéra.


    Die Konzerte in Mondsee gehören zu den letzten, die das Quartett spielt. Was bleiben wird, sind die großartigen und preisgekrönten Aufnahmen. Doch der Geist dieses Ensembles wird ab 2022 bei den Musiktagen Mondsee trotzdem weiterhin gegenwärtig sein. Dann nämlich wird der Noch-Primgeiger Matthias Lingenfelder die Programmierung des Festivals übernehmen.

    Arbeiten in den Ferien?


    Für Antonín Dvořák war das kein Widerspruch. Während seines amerikanischen Sommerurlaubs komponierte er eines seiner berühmtesten Werke: das bis heute inspirierende „Amerikanisches Quartett“.


    Außerdem entstanden dort die Sinfonie No 9 »Aus der neuen Welt« sowie das Te Deum.


    September 1892 trat er seine Stelle in New York an – Vertrag für zwei Jahre, der jedoch nochmals verlängert wurde – um im April 1895 wieder nach Hause zu reisen.


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    Øyvind Holmstad - Eigenes Werk



    Einige Empfehlungen zu op 96:


    Lieber Kalli, mit Dohnanyi und Abbado hast Du bereits zwei sehr gute, ausgewogene GA's! Dohnanyi ist zwar schon etwas älter …;

    Gardiner jedoch finde ich sehr frisch und vor allem spannend musiziert – ab und zu was Neues darf ruhig mal sein … :yes:


    Leider finde ich hier mit der Suchfunktion nichts wenn ich "Gardiner Mendelssohn" eingebe nichts, der Thread zu den GAs ist leider sehr kurz und schon älter.


    Wenn Du bei JPC ›Mendelssohn Gardiner‹ eingibst, kannst Du auch in die Einzelaufnahmen + Kritik reinlesen … :hello:

    Für Freunde des Fagotts wäre noch diese Aufnahme zu empfehlen:



    Fagottquartette op 46 No 1 und No 2.


    Mit Überraschungseffekten, Witz und Brillanz präsentiert sich das Fagott-Programm der Krommer-CD.


    Zwar entsprechen die für cpo eingespielten Quartette für Fagott, zwei Bratschen und Violoncello op. 46 dem konventionellen Satzaufbau, öffnen aber trotzdem alle künstlerisch-kreativen Freiräume. Und dass Krommer den Vergleich mit Vorbildern und »Großmeistern« nicht zu scheuen braucht, das dokumentiert die ebenfalls auf der CD eingespielte Sonate für Fagott und Cello KV 292 von W. A. Mozart.

    Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847)


    Italien inspirierte Felix Mendelssohn zu seiner populärsten Symphonie. Als 21-Jähriger bricht er im Jahr 1830 zu dieser großen Reise auf. Träume, Visionen, Ideen treiben ihn um. Doch was er an Italien am meisten schätzen und lieben würde, damit hätte Mendelssohn nicht gerechnet.

    Felix Mendelssohn Bartholdy ist aufgeregt. Erst am Tag zuvor hat er seine Reformationssinfonie fertig komponiert – und schon muss er wieder los, auf seine zweite Reise. Die finanzieren ihm seine Eltern.


    Fünf Monate war Mendelssohn daheim in Berlin. Seine erste Bildungsreise hatte ihn nach England und Schottland geführt. Die Erwartungen, die seine Eltern in ihn gesetzt hatten, hat er erfüllt. Mehr als erfüllt! Kontakte zu Musikern, Verlegern und zur englischen Aristokratie hat er hergestellt. Vor allem aber zum Publikum! Mendelssohn ist 21 und bereits auf der Höhe seiner Kunst: das Publikum liebt ihn, vergöttert ihn: als einen der besten Dirigenten, einen der einfallsreichsten Pianisten, und einen der interessantesten Komponisten der Zeit.


    Allerdings lässt sich Mendelssohn Zeit mit seiner Italienreise. Über Dessau und Leipzig fährt er per Kutsche erst einmal nach Weimar, um Goethe wieder zu sehen. Dann geht es weiter nach München, Salzburg und Wien. Endlich Italien. Venedig, Florenz und Rom. Dazwischen schreibt er Briefe an die Eltern, hunderte begeisterte Briefe. Die italienische Musikszene behagt ihm gar nicht – zu wenig Kunstverstand, zu verdrießlich, schreibt er. Aber diese Natur! "Da steckt die Musik drin, da tönt's und klingt's von allen Seiten."


    Ein halbes Jahr bleibt Mendelssohn in Italien, saugt die Landschaften und die Lebensart ein, komponiert seine "Italienische" Symphonie und reist dann weiter, in die Schweiz, nach Paris, immer weiter …


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    Einige empfehlenswerte Silberscheiben dazu: