Zwei "Vergessene" haben mich in dieser Rolle in den 60-iger Jahren beeindruckt:
in München Raimund Grumbach (Tannhäuser war Ernst Kozub) und in Berlin (Deutsche Oper) Barry McDaniel (mit Hans Beirer als Tannhäuser).
Was die beiden wohl heute machen ?
Viele Grüße
Santoliquido
Beiträge von santoliquido
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In diesem Zusammenhang fällt mir der Auftritt Ernst Haefligers als Alter Hirte im Tristan anläßlich der Wiedereröffnung der Bühne des Prinzregententheaters ein:
Sonntag, 10. November 1996, 17.00 Uhr
Musikalische Leitung Lorin Maazel
Inszenierung August Everding
Bühne Hans Schavernoch
Kostüme Tomio Mohri
Chöre Michael Gläser
Maske Rudolf Herbert
Licht Hanns-Joachim Haas
Tristan Jon Frederic West
Isolde Hildegard Behrens
König Marke Matti Salminen
Kurwenal Alan Titus
Brangäne Ann Murray
Melot Volker Vogel
Alter Hirt Ernst Haefliger
Junger Seemann Kobie van RensburgChor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Ernst Haefliger war damals 78 Jahre alt und erstaunlich präsent.Die Aufführung habe ich als TV-Übertragung erlebt.
Viele Grüße
Santoliquido -
Lieber operus,
Deine Beiträge über den von mir über alles verehrten Gottlob Frick haben mich dazu angeregt . Er hatte es ja faustdick hinter den Ohren , und das obwohl er nicht wie sein großer "Konkurrent" Kurt Böhme an der Münchner Staatsoper das Etikett Bass-Buffo trug.
Übrigens noch eine Anekdote - diesmal um Kurt Böhme und Co. :
Nach der Festaufführung des "Rosenkavalier" zur Ehren von Queen Elizabeth fand ein Empfang statt.
Die Queen drückte allen Mitwirkenden die Hand mit den Worten :"Danke - Sie haben sehr schön gesungen" ...... einschließlich Josef Keilberth......Viele Grüße
Santoliquido -
Ein bedeutender Beitrag zur Operngeschichte kann ja auch sein keine Oper zu schreiben - so hätte der "Linksdenker" Karl Valentin argumentiert.
Da wirds bei der Nennung der Komponisten (zumindest bis zur Spätromantik) schon schwer - spontan würde ich nennen
Johannes Brahms
Anton Bruckner
dann würde ich aufführen
Felix Mendelssohn-Bartholdy .... falsch - er hat ja die "Hochzeit des Camacho" geschrieben
Max Bruch .... auch falsch "Loreley"
Gustav Mahler ? Robert Schumann ? Mist - auch falsch !
Jedenfalls bleibt die Liste überschaubar.
Viele Grüße
Santoliquido -
Und zum Schluß noch eine Anekdote , die die Schlagfertigkeit meines Vaters belegt:
Bei einer Diskussion über die beiden großen Liedinterpreten Dietrich Fischer-Dieskau (den Intelektuellen) und Hermann Prey (den Volkstümlichen) verstieg sich eine Bekannte - nennen wir sie einmal Rosemarie - zu der Meinung , daß die Allgemeinbildung Prey´s durchaus noch ausbaufähig sei (diese hübsche Formulierung stammt nicht von mir , sondern von einer Reportage über Sarah Palin - die US-Kandidatin der Republikaner für den Außenministerposten).
Daraufhin antwortete mein Vater : " Liebe Rosemarie - könnte ich so singen wie der Prey - dann wäre ich gerne noch viel blöder !"Jetzt reicht´s aber
Viele Grüße
Santoliquido -
Zu Knappersbusch:
Der "Kna" soll einmal zu seiner Meinung über Pfitzners Oper "Das Herz" befragt worden sein:
"Ganz hübsch" meinte er "nur würde ich sie ´Der Darm ´nennen"
" ? ? ? "
" Weil soviel Sch..... dabei ist "Santoliquido
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Noch eins zu Erika Köth:
Erika Köth hatte eine große Leidenschaft : Fußball.
So war es verständlich , daß sie sich während einer Zugfahrt am Tag nach dem "Wunder von Bern" 1954 angeregt über den Ablauf des Endspiels unterhielt:" Und wie der Toni Turek den Elfer gehalten hat , das war schon Klasse......"
"Na das ist ja schön" murmelte ein hinter einer Zeitung verborgener Griesgram "wenn sich die holde Dämlichkeit an Diskussionen über Fußball beteiligt.Wer aber Mozart war , davon haben sie keine Ahnung"
"Genau" erwiderte die Köth "darum sing ich demnächst in Salzburg die Konstanze".....
Santoliquido -
Noch einer:
Erika Köth und Karl Böhm sind bei einem Gastspiel der Münchner Staatsoper in Japan nach der Vorstellung zum Essen eingeladen - mit Stäbchen.
Nach mehreren frustranen Versuchen meint Karl Böhm:
"Siehst Erika - mit nur anem Staberl kann ich mich besser ernährn"
Viele Grüße
Santoliquido -
Hallo,
eine Anekdote aus grauer Vorzeit der Münchner Staatsoper:
es gibt Lohengrin mit Julius Patzak (Lohengrin) und Ludwig Weber (König Heinrich).
Patzak hat bei seinem Auftritt im ersten Akt vor der Begrüßung König Heinrichs einen Frosch im Hals und versucht ihn vom Publikum abgewandt durch Räuspern loszuwerden.
Ludwig Weber deutet daraufhin mit dem Zeigefinger auf den Boden und murmelt : " Do speibst her ".
Patzak soll den nächsten Einsatz verpaßt haben...
Viele Grüße
Santoliquido -
Hallo,
noch eine Ergänzung zu Rudolf Kempe:
oft wird übersehen,daß er es war,der die Münchner Philharmoniker wieder zu einem Spitzenorchester formte.
Durch die anschließende Celibidache-Ära tritt die Leistung Kempes leider etwas in den Hintergrund.
Es ist Celibidache hoch anzurechnen,daß er kurz für seinem Tod das Verdi-Requiem dirigierte und es seinen beiden Vorgängern Fritz Rieger und eben Rudolf Kempe widmete.
Zu Kempes Zeiten hieß es bei den Münchner Philharmonikern . " Laut sind wir schon fast Weltklasse ". Kempe soll ergänzt haben :" Nicht nur das"
Viele Grüße
Santoliquido -
Theophilus Beitrag Kempe 6.9.2009
Hallo Theophilus,
zufällig ist mir Dein Beitrag über Kempe untergekommen.
Der Tod an Pult ist wohl eine Verwechslung mit Joseph Keilberth,der 1968 bei den Münchner Opernfestspielen während einer Tristanaufführung starb.
Kempe ist im Mai 1976 an den Folgen eines chronischen Leberleidens in Zürich verstorben.Sein letztes Konzert war einige Wochen zuvor das Faschingskonzert der Münchner Philharmoniker.
Ansonsten verbinden Kempe und Keilberth einige Parallelen :
Beide waren Chefdirigienten an der Münchner Staatsoper (Kempe bis 1954, Keilberth bis 1968 ); beide leiteten oft die Bamberger Symphoniker und haben dabei auch etliche Aufzeichnungen hinterlassen und schließlich waren beide Vertreter der berühmten "3 K - Ära" Münchens:
Kempe bei den Münchner Philharmonikern,Keilberth an der Staatsoper und Kubelik beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.Wenn man will,kann man noch 2 K´s dazuzählen,die es allerdings im Vornamen trugen: Karl Richter beim Bachchor und -Orchester sowie Kurt Eichhorn beim Rundfunkorchester des BR.
An diese Zeiten denke ich noch oft wehmütig aber auch dankbar zurück.
Viele Grüße
Santoliquido -
Hallo,
bei dem Begriff "Ranking" habe ich immer ein etwas mulmiges Gefühl,d.h. ich mag diesen Begriff nicht besonders.Für mich hat das etwas mit "Schubladen-Denken" zu tun - wir müssen immer etwas mit einem Etikett versehen,um eine Sache als gut oder nicht gut anzusehen.
Ich will mich aber damit nicht als besseren Menschen hinstellen,der sozusagen abgeklärt über der Materie steht und werde mir daher Mühe geben,meine Sichtweise einzubringen.
Grundsätzlich - und das gilt für jedes Musikstück - kann ich sagen , daß mir das beste oder liebste immer das ist , das ich gerade höre.
Dies gilt mit Sicherheit für die frühen Symphonien 1-6 , die bei allen epigonenhaften Anklängen immer wieder Überraschungen bieten und Schuberts Eigenständigkeit unterstreichen.
Bleiben also die beiden "Flagschiffe" : die "Große C-Dur" und die "Unvollendete" (ich verzichte hier auf die verwirrenden Nummerierungen - für mich bleibt die h-moll-Symphonie immer die Nummer 8,so ist sie halt in meinem Kopf abgespeichert).
Die große C-Dur war für mich lange Zeit die Symphonie schlechthin - das war sicherlich auch eine Art Prägung durch großartige Aufführungen mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Karl Böhm oder mehr noch mit den Berliner Philharmonikern unter Eugen Jochum (1968 live erlebt und zeitlebens nicht mehr vergessen).
Die Unvollendete kannte ich von Kindesbeinen an (eine meiner ersten LPs mit den Münchner Philharmonikern unter Fritz Rieger).Sie blieb mir anfangs,obwohl oft gehört,immer etwas fremd, wenngleich ich mich von ihrem exotischen Charme immer wieder angezogen fühlte.Ich konnte mich an Aufnahmen von Kempe,Jochum,Furtwängler,Kubelik,Carlos Kleiber (auch das hier ist kein Ranking,sondern eine Reihenfolge,wie sie mir spontan in den Sinn kommt) immer wieder begeistern.
Erst in den letzten Jahren ging mir auf,welch einzigartige Stellung diese Symphonie in ihrer Gattung einnimmt.
Bedenkt man,daß zum Zeitpunkt ihrer Entstehung Beethovens 9. noch nicht geschrieben war und die großen Symphoniker Brahms,Bruckner und Mahler noch in den Sternen standen,wird klar,welch bahnbrechende Leistung hier diesem Sonderling unter den Titanen gelungen war.
So wird es für mich erklärbar,warum Schubert diesen Monolithen "unvollendet" ließ - fast zwangsläufig ergibt sich daraus,daß das Werk 43 Jahre in einer Schublade Anselm Hüttenbrenners verschwand und erst von Robert Schumann wieder ausgegraben wurde.
Als ich dann vor wenigen Monaten eine Schellack-Aufnahme von Erich Kleiber mit den Berliner Philharmonikern zu Gehör bekam,dachte ich,ich hätte ein neues Werk vor mir (ich habe hier in diesem Forum unter "Schellackschätze der Vergangenheit" berichtet).
Soviel zu meinem "Ranking"
Viele Grüße
Santoliquido -
Hallo,
als Münchner fallen mir da Sänger ein,die am Gärtnerplatz-Theater engagiert waren und dort als eingespielte und eingesungene Interpreten ihren berühmteren Kollegen vom Nationaltheater oft weit voraus waren.
Stellvertretend seien genannt Anton de Ridder (m.E. einer der besten Hoffmann-Darsteller,die es je gegeben hat),Jon van Kesteren (auch ein hervorragender Oratorien-Sänger),Frederic Meyer,Heinz Friedrich (beeindruckender Darsteller der Bösewichter in Hoffmann),Richard Kogel (ein umwerfender Bass-Buffo;z.B. als Bartolo im Barbier)
Viele Grüße
Santoliquido -
Hallo,
einmal konnte ich Dorati live erleben - ich glaube es war 1968 - in einem denkwürdigen Konzert mit den Münchner Philharmonikern.
Zu Beginn wars eine Mozart-Symphonie (ich weiß nicht mehr welche ) - die Wiedergabe war eher durchschnittlich.
Dann ein erster Höhepunkt - das Mendelssohn Violinkonzert.Hier mußte der damalige 1.Konzertmeister Kurt Guntner für die erkrankte Susanne Lautenbacher einspringen - und er meisterte seine Aufgabe - offenbar zusätzlich von Dorati inspiriert - mit äußerster Bravour.
Die Krönung war dann Stravinskys "Sacre" - Dorati holte die letzten Reserven aus den Philharmonikern heraus - ich kann mich ein keine packendere Interpretation dieses Stücks erinnern.
Auffällig war noch die Schlagtechnik Doratis - als "Tiefschläger" hob er die Arme kaum über Brusthöhe hinaus - das Ergebnis war umso frappierender.
Noch ein Zeichen der damaligen Kollegialität unter den Münchner Dirigenten:
Rafael Kubelik und Rudolf Kempe wohnten gemeinsam gebannt den Proben zu Sacre bei.
Viele Grüße
Santoliquido -
Hallo,
ohne Wertung möchte ich noch einige in den bisherigen Beiträgen vergessenen (oder von mir übersehenen) Cellisten nennen:
Anja Lechner (Rosamunde Quartett , "Tango mortale" mit Peter Ludwig)
Antonio Meneses (Beaux Arts Trio)
Ludwig Hoelscher (u.a.Strub-Quartett,Elly-Ney-Trio;die Schnittstellen mit dem NS-Regime sollten nicht unerwähnt bleiben,sind hier jedoch nicht Gegenstand der Diskussion)
Mischa Schneider (Budapest Quartet)
David Soyer (Guarneri Quartet)
Peter Whiley (Beaux Arts Trio,später Guarneri Quartet)
Valentin Berlinsky (Borodin Quartet)
Viele Grüße
Santoliquido -
Hallo,guten Morgen,
bei den Münchner Philharmonikern gibt und gab es ebenfalls eine Reihe hervorragender Solisten,die immer wieder in verschiedenen Ensembles in Erscheinung traten/treten.
In der Vergangenheit waren dies z.B.das Sonnleitner-Quartett,das Herchenhan-Quartett oder das Pusl-Quartett (s.Thread "Münchner Kammermusikensembles);in neuerer Zeit v.a.das Rosamunde Quartett,das inzwischen leider seine Aktivität eingestellt hat.Im Rosamunde Quartett waren Helmut Helmut Nicolai,Bratsche und Simon Fordham,2.Violine Mitglieder der M`Ph.Beide waren neben ihrer Quartetttätigkeit immer wieder beim Consortium classicum (gegründet von Dieter Klöcker) in Erscheinung getreten.
Gerade das Consortium classicum setzt sich aus vielen Mitgliedern der Münchner Philharmoniker (neben Mitgliedern aus Bayerischen Staatsorchester und Rundfunk-Symphonie-Orchester) zusammen (die Besetzung wechselt von Mal zu Mal).
In diesem Zusammenhang sind zu nennen:
Werner Grobholz ,Dietmar Forster,Kurt Guntner,Violinen;Gernot Schmalfuß,Oboe,Gottfried Langenstein,Horn u.v.a.
Kurt Guntner ist außerdem Mitglied des Odeon-Trios (neben Angelika May und Leonard Hokanson).
Das Münchner Baryton-Trio (gegründet von dem Cellisten Jörg Eggebrecht) hat seine Wurzeln ebenfalls bei den Philharmonikern.
Nicht unerwähnt sollte bleiben,daß sich Karl Richter für sein Bach-Orchester immer wieder Solisten von den Philharmonikern holte,z.B.Konrad Hampe,Flöte;Fritz Kiskalt,Violoncello oder Siegfried Meinecke,Bratsche.
Dies ist nur ein kleiner Teil der solistisch tätigen Künstler der Münchner Philharmoniker.Auch die Mitglieder von Rundfunk-Symphonieorchester(z.T.bereits erwähnt) oder des Orchesters der Bayerischen Staatsoper finden sich vielfach im Kammermusikensembles wieder.
Viele Grüße
Santoliquido -
@Frank
Hallo,
da fällt mir noch ein berühmter gelernter Bratscher ein: Vaclav Neumann.
Vor seiner Dirigentenkarriere spielte er im Smetana-Quartett mit.
Viele Grüße
Santoliquido -
Mir fallen da noch zwei bemerkenswerte Bläser-Karrieren ein:
Rudolf Kempe begann als Oboist beim Leipziger Gewandhausorchester,
Siegfried Jerusalem als Fagottist beim Radio-Symphonie-Orchester Stuttgart.
Seiner Klarinette treu geblieben ist dagegen Eduard Brunner - der übrigens letztes Jahr 70 Jahre alt wurde . Er war sicher über 2 Jahrzehnte Solo-Klarinettist beim Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks und gehört zum festen Stamm des Kagan-Festivals in Wildbad Kreuth (zusammen mit Nathalia Guthman)
Santoliquido -
Hallo,
um bei den Wienern weiterzumachen:
Wolfgang Schneiderhan,zunächst Konzertmeister bei den Symphonikern,dann in gleicher Funktion bei den Philharmonikerm.
Ebenso Konzertmeister (und Dirigent) bei den Philharmonikern : Willi Boskowski
Folgende berühmte Streichquartette gingen aus den Philharmonikern hervor:
Schneiderhan-Quartett,Weller-Quartett und Küchl-Quartett.
Nicolaus Harnoncourt war Cellist bei den Symphonikern.Daß er jetzt auch die Philharmoniker dirigiert (was der "Böhmerl" wohl immer hintertrieben hat) ist für ihn späte Genugtuung.
Viele Grüße
Santoliquido -
Berichtigung:
natürlich Irena Grafenauer (nicht Graufenauer)
Sorry
Santoliquido -
Hallo,guten Morgen,
zu den Berliner Philharmonikern fallen mir spontan ein:
der Cellist Gregor Piatigorsky
der Geiger Szymon Goldberg (vorher bei der Dresdner Philharmonie)
- beide wurden von den Nazis aus dem Orchester vertrieben und starteten später eine Weltkarriere (Goldberg auch als Dirigent).
Weiter waren noch bei den Berlinern der Flötist Aurele Nicolet sowie die Streichquartette Drolc-Quartett (anfangs neben Eduard Drolc,Violine ausschließlich Philharmoniker,später auch Mitglieder vom RIAS) und Brandis-Quartett.
Aus dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks gingen u.a.hervor:
das Koeckert-Quartett und das Keller-Quartett (auf beide werde ich noch im Thread "Münchner Kammermusikensembles" eingehen).
Auch Sabine Meyer,Klarinette war ursprünglich beim SOBR bevor sie zu den Berliner Philharmonikern wechseln sollte,was dann zu einem Zerwürfnis zwischen Karajan und dem Orchester führte.Für Sabine Meyer war es der Start in eine glänzende Solo-Karriere.
Außerdem früher beim SOBR die Flötistin Irena Graufenauer.
Die Liste läßt sich noch deutlich verlängern;ich werde mal weiter grübeln.
Viele Grüße
Santoliquido -
Hallo,
dem Beitrag von Giovanni bezüglich der Mozart-Hornkonzerte möchte ich beipflichten.Die Interpretation durch Dennis Brain ist m.E. unerreicht - hier setzt er Maßstäbe , die ihn mit Fritz Wunderlich auf eine Ebene stellen (die beiden haben neben ihrer Affinität zu Mozart auch den frühen tragischen Unfalltod gemeinsam - Mozart, Wunderlich und Brain starben in etwa im gleichen Alter).
Das Verdienst von Karajan ist bei dieser Aufnahme , daß er mit dem Philharmonia Orchester zum kongenialen Begleiter wird.Viele Grüße
Santoliquido -
Hallo,
bezüglich Quartetto di Roma konnte ich meinen Schellackfundus erweitern und zwar um das Verdi-Streichquartett,ein Donizetti-Quartett in D-Dur (das ich allerdings keiner Opus-Zahl zuordnen kann) und 2 Stücken aus den Noveletten op. 15 für Streichquartett von Glasunow ( Orientale und Interludium in modo antico).
Die Electrola-Schellacks sind alle in erstaunlich gutem Zustand und trotz ihres Alters (etwa 70 Jahre,eher etwas mehr) noch gut abhörbar.
Die Wiederentdeckung dieser Quartettvereinigung hat sich wirklich gelohnt -
sie verfügen über Eleganz und Spielwitz gepaart mit einem Schuß Melancholie (ich habe das spontan "Marcello Mastroiani-Effekt" genannt) und erhalten dadurch eine sehr individuelle Note.
Ein Vergleich mit anderen zeitgenössischen Quartetten (z.B. Calvet , Budapest oder Lener) ist nur bedingt möglich, da sie ein anderes Repertoire spielen und die echt großen Brocken und Prüfsteine (z.B. Beethoven,Schubert) fehlen.
Ihre Interpretation der genannten "Quartettetinos" ( Verzeihung Guiseppe,das ist keine Abwertung !) rückt sie aber in meiner persönlichen Rangliste ganz weit nach oben.
Mit meinen Nachforschungen über den Scarlatti-Bearbeiter Bastini (Suite für Streichquartett) bin ich bisher noch nicht weiter gekommen.Ich bin daher weiterhin für Reflexionen dankbar.
Viele Grüße
Santoliquido -
Guten Tag,
im Rahmen dieses Threads möchte ich noch einmal darauf hinweisen,daß Jochum auch 3 Gesamtaufnahmen der Beethoven-Symphonien eingespielt hat.
Die erste mit für die DGG mit den Berliner Philharmonikern bzw. dem Symphonieorchester des BR , die zweite für Philips mit dem Concertgebouw Orchester und schließlich die dritte für EMI mit dem London Symphony Orchestra.
Für mich rangieren alle drei Aufnahmen in der vordersten Reihe der Gesamteinspielungen,wobei ich die Concertgebouw-Ausgabe für die in sich geschlossenste halte.
Dazu kommen noch 3 Beethoven-Symphonien aus der Schellack-Ära für Telefunken, nämlich die 3. und 7. mit den Berlinern sowie die 9.mit dem Hamburger Staatsorchester,die mich trotz ihrer naturgemäßen technischen Mängel in ihren Bann schlagen (insbesondere die 9.)
Viele Grüße
Santoliquido -
Guten Morgen,
Gottlob Frick , der überragende Hagen (neben seinen übrigen Glanzrollen)
Kurt Böhme ,vor allem als Ochs und in Buffo-Rollen
Josef Greindl,als Hunding (aber auch ein toller Osmin)
Franz Crass,phantastischer Petrus im "Mond"
Martii Talvela,als unvergessener Boris
und schließlich noch Theo Adam , der trotz seiner vielen Bariton-Rollen eigentlich ein echter Bass ist (war)
Viele Grüße
Santoliquido -
Nachtrag:
Ich sehe gerade,dass der Text auf dem Cover kaum zu erkennen ist.
Es handelt sich um "Notturno" op. 47 von Othmar Schoeck.
Christian Gerhaher - Bariton und das Rosamunde Quartett mit Andreas Reiner,Diane Pascal,Helmut Nicolai und Anja Lechner.
Erschienen ist die CD gerade bei ECM
Viele Grüße
Santoliquido -
Liebe Kammermusikfreunde,
dies ist die vermutlich letzte CD-Aufnahme mit dem Rosamunde Quartett
Viele Grüße
Santoliquido -
Hallo,
noch ein Plädoyer für die alte Schellackplatte.Vor kurzem fiel mir eine Aufnahme von Schuberts "Unvollendeter" mit Erich Kleiber und den Berliner Philharmonikern (Aufnahmejahr 1935) in die Hände.Und obwohl ich diese Symphonie sicherlich nicht das erste Mal gehört habe , dachte ich ich hätte zum Teil ein neues Werk vor mir.Den ersten Satz nimmt Kleiber mit einer unglaublichen Energie und einer an Brutalität grenzenden Dramatik , daß es mir heiß und kalt den Rücken hinunterlief. Zu ersten Mal fiel mir auf wieviel Nähe einzelne Passagen des schnellen Mittelteils zu der Komturszene im Finale von Don Giovanni (Zufall ?) aufweisen.Das Schellack-Knistern und Knacken war nach den ersten paar Takten nicht mehr wahrnehmbar und ich möchte diese Aufnahme nicht mehr in meiner Sammlung missen. Ein Vergleich mit der Aufnahme von Carlos Kleiber , dem genialen Sohn Erich Kleibers, und den Wiener Philharmonikern ließ mich in diesem Falle nachvollziehen , wie bedrückend der Schatten des Vaters manchmal auf Carlos liegen mußte.
Viele Grüße
Santoliquido -
Hallo,guten Morgen,
um den interessanten Thread wiederzubeleben ein paar Anmerkungen:
ich bin der Meinung,daß es durchaus begrüßenswert ist auch alte bis uralte Schellackaufnahmen wieder zu veröffentlichen,da es sich um unwiederbrindliche Dokumente vergangenen Kulturgutes handelt.
Daß die Tonqualität hierbei sekundär ist brauche ich nicht zu betonen - wobei ich mich natürlich freue , wenn der Erhaltungszustand der Platten optimal ist. Es ist dabei immer wieder erstaunlich , wie lebendig einige dieser 70 bis 80 Jahre alten Aufnahmen klingen.
Mein Hauptaugenmerk richtet sich hierbei auf historische Kammermusikaufnahmen - insbesondere Streichquartett. Es fällt mir dabei immer wieder auf , daß die früheren Ensembles wohl ausgeprägtere Individualisten waren als die derzeit musizierenden. Bei alller Bewunderung für die jungen und jüngeren Streichquartette (z.B. Emerson,Artemis,Jerusalem-Quartett,Quatuor Ebene um hier nur spontan einige zu nennen) fällt mir auf,daß sich mit der immer weiter sich steigernden Perfektionierung ein gewisser Einheitsklang herauskristallisiert.Auch hat der "Weltrekordversuch" der Emersons des Schlußsatzes von 59/3 mit Beethoven nicht mehr allzuviel zu tun, obwohl das atemberaubende Tempo natürlich fasziniert.
Es ist dann schon wohltuend , sich ab und zu einmal das Kontrastprogramm der "Alten" zu gönnen.
Sicher klingen manche Interpretationen heute äußerst ungewohnt (als Beispiel nenne ich hier op. 131 interpretiert vom Rose-Quartett);manche Aufnahmen aber die z.B. Lener-,Capet-,Budapest-Quartett vorlegen setzen Maßstäbe.
Die Interpretation von Beethoven 59/2 durch das Calvet-Quartett (ich glaube es wurde 1938 aufgenommen) wurde m.E. bisher nie wieder übertroffen.
Viele Grüße
Santoliquido -
Liebe Kammermusikfreunde,
nach längerer Zeit melde ich mich wieder unter diesem Thread - leider gleich mit einer betrüblichen Nachricht :
das Rosamunde Quartett beabsichtigt seine so vielversprechende und erfolgreiche Tätigkeit einzustellen . Der Grund ist nicht wie meist in zwischenmenschlichen Dysharmonien zu suchen , sondern in nicht mehr weiter überbrückbaren geographischen Distanzen , die sich zwischen Wien , München und Essen auftun und offenbar keine Lösung mehr zulassen.
So wird demnächst dieses herausragende und sympathische Quartett mit Andreas Reiner , Diane Pascal , Helmut Nicolai und Anja Lechner in dieser Form nur noch auf ihren (jetzt muß man sagen leider viel zu wenigen) CD - und Rundfunk-Einspielungen zu hören sein.
In der vagen Hoffnung auf einen Rücktritt vom Rücktritt werde ich zu einem späteren Zeitpunkt eine ausführliche Würdigung dieses Ausnahme-Ensembles bringen.
Euer betrübter Santoliquido
