Hallo,
die Aufnahme mit dem Amadeus Quartett und C.Aronowitz ist für mich eine der führenden - besonders der 3. Satz -Adagio wird hier besonders berührend gestaltet.
Dieser langsame Satz enthält für mich am Schluß eine der schönsten Passagen für die 2.Violine , die je geschrieben wurde - und Siegmund Nissel spielt diese einfach unvergleichlich.
Daneben hoffe ich auf eine Wiederveröffentlichung der alten Koeckert-Aufnahme mit Georg Schmid 2. Viola , die etwas robuster interpretiert wird,aber m.E. der Amadeusaufnahme ebenbürtig ist.
Viele Grüße
Santoliquido
Beiträge von santoliquido
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Guten Abend,
auf die Gefahr hin , noch ein paar Eulen nach Athen zu tragen,möchte ich auf Kubeliks Ausflüge an die Bayerische Staatsoper hinweisen.
Er hat dort Jenufa , Boris Godunow und die Zauberflöte dirigiert (bis auf die Zauberflöte konnte ich die Aufführungen live erleben).
Von der Jenufa gibt es bei Myto eine CD-Box -die Darsteller (allen voran Astrid Varnay , aber auch Hildgard Hillebrecht und der damals noch unbekannte William Cochran) sind einfach packend und Kubelik holt aus dem ihm ungewohnten Staatsorchester nie gekannte Farben heraus ( die anfänglichen Unstimmigkeiten mit der Xylophon-Einleitung machen die Aufnahme noch echter).
Den Godunow konnte ich wieder aus meinem alten Tonbandarchiv reaktivieren.Der denkwürdigen Aufführung u.a. mit Talvela,Crass,Cochran,Fassbaender und dem unvergleichlichen Gerhard Stolze folgte ein über 30-minütiger Schlußapplaus - das Nationaltheater war anschließend renovierungsbedürftig.
Viele Grüße
Santoliquido -
Anmerkung zur korrekten Schreibweise:
Der Name des Cellisten dieses Trios wird in unterschiedlicher Schreibweise dargeboten.
Das geht bereits beim Vornamen los - als gebürtiger Franzose heißt er eigentlich Maxim - bei den Italienern wurde Massimo daraus.
Der Nachnamen erscheint in unterschiedlichen Versionen :
bei DGG/MMS Amfitheatrof , bei divine art Amfiteatrov - wobei ich davon ausgehe, daß erstere Version korrekt ist.
Viele Grüße
Santoliquido -
Guten Tag,
vor einigen Monaten fielen mir auf einem Flohmarkt zwei Schellackplatten in die Hände , die ich erst gar nicht mitnehmen wollte. Zum Glück habe ich mich anders entschieden .
Auf dem Electrola-Label steht "Suite für Streichquartett" (Scarlatti - Bastini).
Quartetto di Roma : Zuccarini - Montelli - Perini - Silva .
Die Sätze : Allegro -Andante mosso- Molto allegro - Pastorale .
Beim Anhören (trotz einiger Knacker noch erstaunlich gute Klangqualität) war ich trotz aller Skepsis gegen viele Bearbeitungen vollkommen entzückt.
Es liegen Bearbeitungen von Sonaten offenbar von Domenico Scarlatti (dem "Sonaten-Scarlatti" im Gegensatz zu Alessandro Scarlatti) vor.
In der Streichquartett-Fassung klingen sie erstaunlich "modern" - man denkt oft eher an Mendelssohn als an einen Barock-Komponisten.
Die Interpretation durch das Quartetto di Roma ist mitreißend.
Diese Streichquartettvereinigung konzertierte wohl hauptsächlich in den 30-iger Jahren und nahm einige Schellackplatten auf (Resighi , Mendelssohn).
Nun meine Fragen :
Wer kann zu dem offenkundigen Bearbeiter Bastini (Vornamen unbekannt) nähere Angaben machen ?
Wer kennt die "Suite für Streichquartett" ? Gibt es eventuell noch mehrere Sätze (bei der Bezeichnung Suite gut möglich) ?
Wer kennt Aufnahmen mit diesem Quartetto di Roma ( nicht gemeint ist das Klavierquartett gleichen Namens mit Santoliquido - Pelliccia - Giuranna - Amfitheatrof).
Für sachdienliche Hinweise (klingt nach XY-ungelöst) bin ich dankbar.
Viele Grüße
Santoliquido -
Hallo Thomas,
vielen Dank für die Antwort auf meinen Beitrag über das Trio Santoliquido - dadurch hat sich mein Horizont über diese Künstler nochmals schlagartig erweitert - ich beginne die Vorzüge dieses Forums zu genießen.
Zur Ergänzung möchte ich noch eine Schellackaufnahme erwähnen , nämlich das Klaviertrio op. 87 in C-Dur von J.Brahms - auch wieder in der unnachahmlichen Art dieses Ausnahmetrios dargeboten.
Auf die Gefahr hin ,vom Thema abzuschweifen, möchte ich noch etwas zu meiner Abspieltechnik von Schellack- und Vinylplatten sagen.
Ich benutze dazu einen robusten DJ-Plattenspieler (Stanton 120) , der auch mit 78 UpM läuft - bei Schellack mit einer Spezialnadel (D 5127/ 78 ) und einem zusätzlichen Auflagegewicht.
Das Ganze überspiele ich auf Audio-CDs mit einem CD-Recorder - als Technik-Dinosaurier habe ich es noch nicht zum Digitalisieren auf Festplatte o.ä. gebracht.
Die Aufnahmen werden nicht gefiltert oder sonst in irgendeiner Weise bearbeitet- eine gründliche Reinigung der Platten ist natürlich absolute Voraussetzung.
Erstaunlich ist , daß nach kurzer Eingewöhnungsphase das Gehirn Rauschen und andere Nebengeräusche eliminiert - die Interpretation steht plötzlich ganz im Vordergrund.
Viele Grüße
Santoliquido -
Hallo,
zum Trio Santoliquido (dem Paten meines Benutzernamens) möchte ich folgendes erwähnen:
Für mich eines der besten Klaviertrios,die je existiert haben - stehen in einer Reihe mit der Trio-Legende Thibaud-Casals-Cortot !
Mit dem Auftauchen des ausgezeichneten Trio di Trieste ist das Trio Santoliquido (das sich zeitweise auch Nouvo Terzetto di Roma oder zusammen mit dem Bratscher Bruno Giuranna auch Quartetto di Roma nannte) leider zu Unrecht allmählich in Vergessenheit geraten.
Die Mitglieder waren: Arrigo Pellicia,Violine (manchem vielleicht aus Bratschen-
Partner von A.Grumiaux bei den Mozart-Duos und der Sinfonia concertante bekannt) - Massimo Amfiteatrov,Violoncello und Ornella Puliti Santoliquido ,
Klavier.
Bezüglich des Geistertrios op.70/1 von Beethoven ist der Traum von Thomas Pape bereits erfüllt worden.
2005 kam eine CD bei divine art HISTORIC SOUND mit Beethoven op.1/3 , op. 70/1 und den Kakadu-Variationen op.121 a heraus.
Es sind dies alles Aufnahmen , die bei DGG z.T. noch auf Schellack erschienen sind.Von Beethoven gibts auch noch eine DGG-Platte mit op.70/2.
Außerdem kam bei DGG mit diesen Künstlern das Mendelssohn-Trio op.49 sowie das Schubert-Trio B-Dur op.99 heraus. Und vor kurzem konnte ich - für mich eine kleine Sensation- eine komplette und gut erhaltene Schellack-
Aufnahme des Es-Dur-Trios op.100 von Schubert erwerben.
Zusammen mit Bruno Giuranna gab es die drei Klavierquartette von Brahms und schließlich erschien bei dem französischen Label Concert Hall (MMS) eine Gesamtausgabe der Beethoven-Trios (zusätzlich noch die drei Klavierquartette ohne Opuszahl mit dem Bratscher Bianchi).
Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt , daß auch eine Aufnahme des Tripel-Konzerts von Beethoven existiert , wobei die Violine statt Pellicia Manoug Parikian spielt ; das Orchester ist das Philharmonische Orchester Rom unter Walter Goehr.
Viele Grüße
Santoliquido -
Und das Trio Santoliquido mit seiner Einspielung des "Geister-Trios" von van Beethoven schlummert auch noch unveröffentlicht.
Wahrscheinlich gibt es da einige Schätze zu heben (wahrscheinlich besonders in der Mono-Ära).
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Hallo,
diesen Wunsch kann ich nur unterstützen ! Das Koeckert-Quartett zählt zu meinen absoluten Favoriten.
Auf dem CD-Markt sieht es mager aus ( 2 ORFEO-CDs mit Haydn,Schumann, Reger,Schubert,Smetana und Mendelssohn,1 CD mit dem Forellenquintett - Pianist Christoph Eschenbach -sowie das Es-Dur Notturno von Schubert bei DGG).
Beethoven op. 130 zusammen mit der Großen Fuge op. 133 gabs oder gibts bei ZYX (unter der großspurigen Angabe Beethoven-Edition) vom "Köckert -Quartett" ohne Angabe der Ausführenden - ein Hörvergleich mit den LP - Aufnahmen (Mono) läßt vermuten , daß diese Einspielung wohl eher vom Nachfolge-Quartett des Sohnes Rudolph-Joachim Koeckert stammt.
Nun meine Wünsche an die DGG:
1) Gesamtaufnahme des Streichquartette Beethovens : diese Mono-Aufnahme
ist in meinen Augen eine der schönsten , die je produziert wurde.Sie wurde durch die auch hervorragende Stereo-Einspielung vom Amadeus-Quartett verdrängt.
2) Haydn "Sonnenquartette" op. 20 1-6 (mit R.J.Koeckert-Sohn 2.Violine) sowie "Kaiser-Quartett" op.76/3 (mit W.Buchner 2.Violine)
3) Schubert "Der Tod und das Mädchen" - besonders im letzten Satz läßt hier das Koeckert-Quartett jede Konkurrenz weit hinter sich.
Die Wunschliste könnte natürlich noch verlängert werden ( Egk,Dvorak).
Lohnend wäre auch ein Anklopfen beim Archiv des Bayerischen Rundfunks: hier schlummern ungeahnte Schätze wie Live-Aufnahmen von Konzerten z.B mit Mozart-Werken , das Bruckner-Streichquartett (vom Koeckert - Quartett uraufgeführt !) aber auch Werke von Brahms,Reger,Janacek,Höller
Krenek oder Distler.
Viele Grüße
Santoliquido -
Sorry - natürlich Corea - bei der Himmelsrichtung bin ich orientierungslos
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Hallo-guten Abend,
wirklich eine Gewissensfrage - entscheide ich mich für Quartett A ,tue ich Quartett B Unrecht.
Um es gleich herauszusagen - ich bewundere alle Künstler,die es wagen sich in dieser wunderbaren Formation zu präsentieren.
Vielleicht nenne ich einen Lieblingsrepräsentanten aus folgenden Epochen:
1.Schellack-Ära 2.Nachkriegszeit 3.60-iger bis 80-iger Jahre 4.Gegenwart.
Also raus mit der Sprache:
zu 1) natürlich Quatuor Calvet (mit Abbitte an Flonzaley- und Buschquartett)
zu 2) als Münchner nenne ich natürlich das Koeckert-Quartett:von ihm gibts eine wunderbare Gesamtaufnahme der Beethovenquartette (nur noch als fossile Vinyl-Fundstücke zu haben , aber -zumindest was op.18 /1-6 angeht - unerreicht.)
zu 3) Amadeus-Quartett - hielt ich in meiner Jugend für das Maß aller Dinge (gilt zum Teil heute noch)
zu 4) Rosamunde Quartett - natürlich wieder dem Münchner Herz gehorchend- doch sie sind manchmal einfach phantastisch,besonders wenn sie neue Wege beschreiten (Burian,Silvestrov,Mansurian,Larcher - alles bei ECM erschienen.)
Das war meine spontane Auflistung - doch genauso könnten Pro Arte-,Juilliard-,Guarneri-,Alban-Berg-,Melos-,Janacek-,Arditti-,Borodin-Quartett in dieser Reihe stehen.
Zuletzt noch ein Quartett mit großer Zukunft : Quatuor Ebene - wenn die Chick Korea spielen , haut's dem etablierten Herkulessaal-Publikum sämtliche Sicherungen raus.
Soviel dazu
viele Grüße
Santoliquido -
Guten Tag,
zu den Beethoven'schen Streichquintetten gibt es für den ,der's mag,eine handliche Urtext-Ausgabe in der Reihe Studien-Edition vom G.Henle-Verlag.
Sie enthält neben den erwähnten Quintetten op.4,op.29,op.104 und der kurzen Fuge op.137 noch einen Quintettsatz ohne Opuszahl (Hess 40).Bis auf diesen letztgenannen Quintettsatz sind alle Werke - wie ja auch aus den bisherigen Beiträgen ersichtlich ist - schon irgendwann einmal auf LP oder CD erschienen.
Zunächst zu meinem LP-Fundus:
hier sind zunächst die Aufnahmen mit dem einzigen "echten" Streichquintett op.29.: Pascal Quartett mit Walter Gerhard (wohl aus den 50-iger Jahren) als US-Pressung der Chamber Music Society ; Budapest String Quartet mit Walter Trampler auf Columbia;Guarneri Quartet als junges Ensemble mit Pinchas Zukerman auf RCA,eine DDR-Aufnahme mit dem Erben-Quartett und Manfred Schumann bei Eterna sowie noch das Heutling-Quartett mit Heinz-Otto Graf bei EMI.
Gekoppelt sind die Platten mit Beethoven op.104 (Quatuor Pascal),Dvorak op.97 (Budapest),Mendelssohn op.87 (Guarneri),Beethoven-Sextett 81 b und Quintett-Fuge op. 137 (Erben) sowie Beethoven Streichquintett op 4 (nach dem Bläser-Oktett op.103) beim Heutling-Quartett.
Daneben liegt mir von op.104 noch eine Rundfunkaufnahme mit dem Berliner Westphal-Quartett und Siegbert Ueberschaer vor (ob sie jemals auf LP oder CD erschienen ist entzieht sich meiner Kenntnis).
Bei den CD-Aufnahmen sind es mit dem Suk Quartet und Karel Spelina op.4 und op. 104 (Supraphon),Academy of St.Martin in the Fields op.29 mit Bläsersextett op.71 und Sextett op.81 b (Philips),Tokyo String Quartet mit Pinchas Zukerman in einer Box mit den Streichquartetten op.18 (RCA),Wiener Streichsextett op.29 und Fuge op. 137 (zusätzlich Sextett von Ervin Schulhoff bei EMI),Amadeus Quartet mit Cecil Aronowitz (im Rahmen der Beethoven-Edition bei DGG).Außerdem gibt es noch eine Aufnahme der Fuge op.137 mit dem "Endres-Quintett" bei dem Chaos-Label ZYX (gekoppelt mit Streichquartett op. 130 und Großer Fuge op.133 mit dem "Köckert-Quartett" - sicher nicht identisch mit der alten DGG-LP vom Koeckert-Quartett;weder von Endres-Quintett noch vom Köckert-Quartett werden die Ausführenden namentlich erwähnt).
Nach meinem Geschmack die herausragende Interpretation ist die Aufnahme mit dem Heutling-Quartett und Heinz-Otto Graf (op.4 und op.29).Dieses heute fast vergessene Ensemble hat sich zusammen mit Graf gerade um die Quintett-Literatur äußerst verdient gemacht.Leider haben diese Quintett-Spezialisten nicht auch op. 104 und 137 eingespielt.
Es wäre ein Verdienst von EMI diese Reverenzaufnahmen wieder auf CD herauszubringen - bei der Gesamtaufnahme der Mozart-Quartette und Quintette ist dies ja schon geschehen (hier sind die Quintett-Einspielungen den Quartett-Aufnahmen um einiges überlegen - man hat den Eindruck,daß sich die "Heutlings" als Quintett wohler fühlen).
Sehr gut gefällt mir auch das Quatuor Pascal mit Walter Gerhard - auch hier gilt für mich das über das Heutling-Quartett Gesagte: als Quintett laufen sie zu großer Form auf (während die alte Gesamtaufnahme der Beethoven-Streichquartette nicht mit meinen Favoriten Koeckert-Quartett und Budapest String Quartet konkurrieren kann).
Amadeus Quartet und Guarneri Quartet lassen erwartungsgemäß nichts anbrennen , reichen aber in puncto Quintett nicht an die Heutlings heran.
Das Tokyo String Quartet spielt zwar wunderschön , wirkt aber wie so oft etwas glatt und farblos.
Die CD mit dem Wiener Streichsextett ist vor allem wegen der Schulhoff-Einspielung interessant;deutlich abfallend sind das Suk Quartett und die Academy of St,Martin in the Fields.
Insgesamt gilt für die Quintette das gleiche wie für die Beethovenschen Streich-Trios - die Beschäftigung mit ihnen ist lohnend und erleichtert manchmal den Weg zum Olymp seiner Streichquartette.
Viele Grüße
Santoliquido -
Guten Abend,
zum Thema "Papa" Haydn habe ich meine eigene Theorie.
Es ist ja bekannt,dass W.A.Mozart in Josef Haydn stets ein Vorbild sah,das er ohne Vorhalte verehrte und in mancher Hinsicht nachzuahmen versuchte.
Bezüglich der Streichquartette entwickelte sich aus diesem freudschaftlichen Verhältnis ein Aufblühen dieser damals noch jungen Form der Kammermusik,ohne die die weitere Entwicklung nicht denkbar wäre.
Ein früher Höhepunkt war die Zueignung Mozarts der sechs sogenannten "Haydn-Quartette" (KV 387,421,428,458,464 und 465) an seinen verehrten Freund. Ein Ergebnis "langer und mühevoller Arbeit" , wie Mozart in seiner Widmung schreibt.
Haydn wiederum war als der Erfahrenere und Ältere sich nicht zu schade, die Anregungen aus Mozarts Quartetten aufzugreifen und sie seinerseits wieder zu ungeahnten Höhepunkten zu führen.Selbst über den Tod Mozarts hinaus ist diese Wirkung noch präsent : man vergleiche hierzu nur die letzten Sätze von Mozarts letztem Quartett KV 590 (komponiert 1790) und Haydns op.76/4 "Sonnenaufgang" (komponiert 1797).Hier verwendet Haydn die Ideen Mozarts zum Schluß des Satzes nahezu deckungsgleich.
Und Mozart , der mit Kritik gegen Zeitgenossen (z.B. Clementi , Salieri und viele andere ) nicht gerade zimperlich umgeht (musikalisch im Dorfmusikanten-Sextett KV 522 umgesetzt),läßt auf Haydn nicht das geringste kommen.
Als Leopold Kozeluch gegenüber Mozart einmal eine Passage in einem Haydn'schen Streichquartett bemängelt,bemerkt Mozart :"weder Sie noch ich wären auf diese Idee gekommen".
Dies paßt alles so gar nicht auf den gemütlichen "Papa" - ist damit nicht eher das italienische Wort Papa = Papst gemeint ?
Soviel zu diesem Thema von einem unverbesserlichen Haydn-Verehrer
Viele Grüsse
Santoliquido -
Guten Tag,
nachdem ich nun schon einge Tage registriert bin,möchte ich mich auch einmal zu Wort melden.Dazu bietet das "Amerikanische" Streichquartett von Dvorak einen guten Aufhänger.
Die - für mich - ideale Interpretation stammt von dem legendären Janacek Quartett aus Brünn,das ich in den 60-iger Jahren noch live im Münchner Herkules-Saal erleben durfte.Eine beliebte Zugabe war immer der letzte Satz Vivace ma non troppo aus diesem Werk - wie immer vom Janacek Quartett auswendig vorgetragen.
Zum Glück sind eine Reihe von Aufnahmen dieses Ausnahme-Ensembles noch auf CD erhältlich - so auch dieses F-Dur-Quartett op.96.
Dankenswerter Weise öffnet die DGG hin und wieder ihr Archiv - so ist u.a.in der Reihe Original Masters eine Kasette mit 7 CDs noch auf dem Markt.
Das "Travnicek-Quartett",das Herr Schmidt erwähnt, ist wohl mit dem Janacek Quartett identisch - der leider viel zu früh verstorbene Primarius war Jiri Travnicek.
Die erwähnte Kasette enthält noch einige weitere Juwelen:
Das "falsche" Haydn-Quartett F-Dur op.3/5 "Serenade" (wahrscheinlich von Romanus Hofstetter komponiert) und das Mendelssohn-Oktett op. 20 (zusammen mit dem Smetana Quartett) - diese beiden Einspielungen und das oben genannte Dvorak-Quartett halte ich für die Reverenzaufnahmen, die trotz starker Konkurrenz nie wieder erreicht wurden.
Es bleibt zu hoffen,daß noch weitere Schätze aus den Archiven gehoben werden - so schlummert sicherlich noch ein enormer Schatz , z.B. auch Aufnahmen von Martinu-Streichquartetten , bei Supraphon.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch erwähnen,daß im Archiv der DGG unverständlicher Weise herrliche Aufnahmen vom Koeckert-Quartett (u.a.sämtliche Beethoven-Quartette,das Bruckner-Quintett und einiges mehr) verstauben.
Viele Grüße
Santoliquido
