Beiträge von Engelbert

    Hallo Siegfried,


    Auf den ersten blick würde ich sagen, der Mitschnitt hat keine Schwächen.


    Es handelt sich um die "klassische Einspielung" der Daphne, was nicht heißen muss, dass man sich die Fleming oder die Popp als
    zeitnähere Einspielungen noch dazu packen kann.


    Wenn man trotzdem etwas bekriteln will, würde ich sagen, dass
    die Aufnahme für Hilde Güden ein wenig zu spät gekommen ist.
    Den Zenit ihrer Karriere hatte sie in den 50er Jahren. Auch wären mir die Wiener Philharmoniker lieber gewesen, als die Symphoniker.


    Für die Freunde von James King und Fritz Wunderlich ist die Einspielung unerlässlich. Karl Böhm ist sowie so die Garantie für eine überragende Strauss-Einspielung.


    Engelbert

    Der Begriff „Moderne“ wurde geprägt, als man die Musik dieser Zeit tatsächlich als modern empfand. Die Zeit schreitet voran. Kann ich im Jahre 2020 oder gar 2050 die Musik Hindemiths noch als modern bezeichnen?


    Für meinen Hausgebrauch verwende ich folgende Begriffe. Ich gehe nach dem Geburtsdatum des Komponisten vor. Alles ab 1950 nenne ich „Komponisten der Gegenwart“, Zwischen 1910 und 1950 wähle ich als Überschrift „Zeitgenössische Komponisten“. Von 1900-1910, eine Zeit, die sehr fruchtbar war, habe ich die Einteilung „Musik nach der Jahrhundertwende“ geprägt. Von 1870 bis 1900 wende ich die Bezeichnung „Klassische Moderne an“


    Irgendwann wird alles nicht mehr zutreffen. Dann kommt eine Kategorie hinzu, die heißen wird: „Musik um die Jahrtausendwende“


    Um aber bei dem eingefleischten Begriff „Moderne“ zu bleiben, erlebt jede Nation den Anfang seiner Moderne, gemessen an dem deutsch-österrechischen Modul, entweder etwas früher oder etwas später.


    DÖ. Würde ich mit Pfitzner beenden und mit Zemlinsky die „Moderne“ beginnen lassen. In Frankreich wäre mit d’Indy Schluss, mit Debussy begänne das neue Zeitalter. Bei Russland würde ich den Schnitt wischen Rachmaninoff und Strawinsky ansetzen. In Italien begänne die „Moderne“ mit Respighi. Für England würde ich Walton als ersten modernen Komponisten bezeichnen.


    Gegen diese Einteilung gibt es Einwände. Ist die Elektra von R. Strauss etwa nicht modern? Rachmaninoff ist erst 1943 gestorben. Was ist mit Puccini? Die meisten Premieren seiner Opern fallen ins 20. Jahrhundert. – Alle Einwände sind berechtigt.


    Dann muss man noch unterscheiden zwischen Epochen und Stilrichtungen. Man spricht von Impressionismus und Verismo. Diese haben eigentlich nur für eine Nation Gültigkeit. Szymanowski als polnischen Impressionisten zu bezeichnen ist schon sehr willkürlich.
    Wohin gehört Janácek? Viele Komponisten durchlaufen mehrere Stilrichtungen.


    Was soll man aber machen, wenn alles so kompliziert ist?
    Auf das Einrichten von Schubladen verzichten! ?(


    Engelbert

    Als Opernfan wähle ich natürlich Werke des Musiktheater.


    1. Korngold "Die tote Stadt"
    Die irreale Geschichte aus dem pestverseuchten Brügge
    enthalt den Knaller "Glück das mir verblieb."


    2. Hindemith "Das Nusch-Nuschi"
    Mit birmanesischen Marionetten hat sich bisher noch kein
    Komponist auseinandergesetzt. Eine irre Orchestersprache!


    3. Respighi "Semirama" Kompositorisch ein Äquivalent zur Strauss-Salome. Ein surrealistisch anmutendes Textbuch (CD-Einspielung mit Eva Marton)


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    ab 1950


    1. Wilfried Hiller "Der Rattenfänger" Ein Hamelner Totentanz
    Michael Ende hat ein Libretto geschrieben, welches das Hausmärchen um Schwarze Messen erweitert. Für Martha Mödel ist die Partie des Abtes Lambert eigens komponiert


    2. Philippe Hersant "Das Karpatenschloss"
    Eine geheimnisvolle Geschichte um eine Primadonna, die auf rätselhafte Weise stirbt, aber trotzdem durch einen Zaubermechanismus weitersingt.


    3. Magret Wolf "Kirisk" nach einer Novelle des Kirgisen Aitmatow. Ein Daseinskampf um den täglichen Fisch.
    Untertitel: " Der Junge und das Meer."




    Ergänzung zu 1 (Staffel 1)


    4. Albeniz "Merlin" Neues vom keltischen Zauberer und Morgan le Fay in englischer Sprache


    5. Prokofieff "Der feurige Engel" Eine Rocky Horror Picture Show auf Russisch


    6. Roussel "Das Festmahl der Spinne" Das Ballett erzählt von einer Tragödie unter Insekten im Schrebergarten.




    Ergänzung zu 2 (Staffel 2)


    4. Von Einem "Der Besuch der alten Dame"
    siehe Eintrag Alfred im Opernführer. Hommage an Christa Ludwig


    5. Nicolae Bretan "Arald" Der Awarenkönig Arald erscheint mit seiner toten Geliebten
    in der Unterwelt, und möchte, dass man sie wieder zum Leben erweckt.
    Sie will schmusen, aber als der Hahn kräht ist der Spuk vorbei.


    6. Poulence: "Dialog der Carmeliterinnen" ein Nonnenschicksal zur Zeit der französischen Revolution. Driftet ab ins Übersinnliche.


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    Anmerkung:
    Ich habe nicht danach geurteilt, wie schräg die Musik daherkommt,
    sondern wie originell das Thema ist.


    Alle Avantgardisten habe ich ausgeklammert



    Engelbert

    Hallo Maik,


    Vielen ist vielleicht nicht bekannt, dass aus dem Film "La Strada" eine Suite gezogen und als Ballett choreographiert wurde.


    Es existiert eine Digitaleinspielung bei EMI aus dem Jahre 1985 unter Armando Gatto und dem Orchester der Mailänder Scala. Vermerk auf dem äußerst sparsam gehaltenen Hüllentext "Colonna Sonora del Balletto, presentato dal Corpa di Ballo del Teatro alla Scala."


    :yes:


    Bedeutend ist vor allem seine Oper "Il cappello di Paglia di Firenze"
    zu deutsch der Florentiner-Hut, uraufgeführt im April 1955 am Teatro Massimo, Palermo. Nino Rota selbst dirigiert die Musical Farce in vier Akten in einer Einspielung aus Rom. Viorica Cortez und Ugo Benelli sind mit von der Parti. Ein ganz neuer Zungenbrecher-Name im Cast: Daniela Mazzucato Meneghini. Die Bühnen-Dekorationen könnten zu einer Oper von Cimarosa passen. Die Musik ist geistreich und witzig passt sich dem Stil des frühen 18. Jahrhunderts an.


    Der Kassette liegt das komplette Libretto auch in deutscher Übersetzung bei.


    :yes:


    Gruss
    Engelbert


    In Ergänzung zur klassischen Einspielung der Oper „La Vida Breve“ von Manuel de Falla mit Victoria de los Angeles gibt es aus neuerer Zeit eine Produktion von TELARC aus dem Jahre 1992


    In der begehrenswerten Aufnahme singen die argentinische Mezzosopranistin Alicia Nafé und der spanische Tenor Antonio Ordóñez. Die Einspielung kommt aus Cincinatti zu uns und wird dirigiert von Jesús López-Cobos. Es singt der May Festival Chorus. Zeitdauer 63,19’, kein Bonus.


    Nettes Booklet, bebildert, Libretto in spanisch und englisch, Beschreibung auch in deutsch.


    Hinweis auf Philhellenes vorzüglichem Beitrag im Opernführer


    :angel:

    Halo Siegfried, Hallo Ulli,


    Am besten gar keinen fremden Opernführertext benutzen, sondern das Libretto heranziehen. Das macht natürlich erheblich mehr Arbeit. Häufig musst Du den englischen Text übersetzen, die wörtliche Rede zur indirekten Rede umbauen und das ganze straffen. Du hast dann das Libretto gewissermaßen zu einer Novelle umgebaut. Sie trägt Deine Handschrift, Deine Akzente und wird automatisch zehnmal besser, als die Vorlage aus dem Opernführer, weil Du den poetischen Gehalt unbewusst mit hinüberziehst.


    Der Zeitaufwand bei einem deutschsprachichen Libretto.
    1. durch Abhören der CD auf das Thema einstimmen
    2. von vorn herein festlegen, wie weit Du kommen willst innerhalb eines festgesetzten Zeitpunktes
    3-5. pro Sitzung nur einen Akt fertigstellen
    6. Zwischendurch das Fertige immer wieder lesen
    7. Das Ausfeilen: Die Personennamen reduzieren und durch Attribute
    ersetzen wie: Die Betrübte, Die Unglückliche, Die Enttäuschte, Die
    Erstgenannte u.s.w.
    8. Die Satzkontolle: Umsatzbestimmung an den Anfang oder an das Ende. Hauptsatz mit Nebensatz - oder besser zwei Sätze?
    9. Fragesätze einbauen, aber sparsam. (z.B.Kann es wahr sein, dass der Geliebte die Arme betrügt?), Witze reduzieren.
    10. Am Satzanfang nicht zweimal hintereinander das gleiche Wort benutzen.
    11. Die automatische Rechtschreibprüfung benutzen
    12. Die Grafik nach der ersten Übertragung noch schöner machen
    13. Dich freuen, dass Deine Beschreibung schöner geworden ist,
    als alle Deine Vorlagen und Deiner Frau vorlesen.


    Wenn Du nach einiger Zeit, alles nochmals durchliest, wirst du Dich fragen: Und das soll alles von mir gewesen sein. :yes:


    Bei der Gestaltung eines Lebenslaufes musst Du etwas anders vorgehen.
    Wenn Du mehrere Vorlagen nimmst, das Material arrangierst und vor allem chronologisch veränderst, und Deine eigenen Akzente setzt, kann Dir niemand etwas nachweisen. Das Benutzen von Quellen ist legitim.Du warst schließlich nicht zur Tatzeit dabei. Der Vorgänger hat auch abgeschrieben.


    Bei Beschreibungen von Operntexten aus Opernführern läufst Du Gefahr,daß dieser wichtige Begebenheiten falsch erzählt und Du den Müll irrtümlich kopierst. Dann bist Du allerdings erwischt. Urheberrechtsprozesse sind teuer und risikoreich. Der Gegner muss Kostenvorschuss leisten, wozu er in der Regel gar keine Lust hat. Vor allem, Du arbeitest nicht gewinnträchtig und gibst lediglich privat an Private weiter. Der andere ist vielleicht sogar froh, dass Du seinen Mist überhaupt zur Kenntnis genommen hast.


    Wie es bei einem Libretto ist, welches Du Zeile für Zeile aus dem Italienischen wörtlich ins Deutsche überträgst und veröffentlichst, weiß ich nicht, ob der Riccordi-Verlag sich sträubt oder dankbar ist?


    Gruß
    Engelbert

    Von Cesar Franck muss es auch eine Oper geben, die allerdings in meinen Nachschlagewerken nicht zu finden ist.


    Wenn ich mich richtig besinne, heisst sie "Hulda" auf einen Text von Bjoernsterne Bjoernson. Möglicherweise ein historisches Thema aus der Frühgeschichte Skandinaviens. Wäre das Textbuch von Stindberg, wäre es ein Frauenschicksal.


    Zu LP-Zeiten gab es mal einen Lifemitschnitt bei Cetra, der aber bis jetzt in keinem Antiquariat aufgetaucht ist. Ich warte auf eine remasterte CD oder eine Neueinspielung.


    :angel:

    Mensch Daniel, das hast Du aber ein Bombenthema gebracht.


    Als sein Hauptwerk bezeichne ich das Opus 85. Es ist die Oper "Electre". Formell lautet die Bezeichnung: Scéne dramatique pour solistes, choeur et orchestre. Das Werk hat eine Dauer von 100 Minuten, man muss sich allerdings sehr vertiefen. Es liegt der CD ein umfangreiches opulentes Büchlein bei, mit ausführlicher Analyse und Libretto auch in deutscher Sprache. Das lothringische Label K617 erfüllt eine patriotische Aufgabe und konnte Francoise Pollet für die Titelpartie gewinnen. Den Egisthe singt Marcel Vanaud, Michael Myers den Orest, und Cécile Eloir die Clytemnestre. Chor und Orchester kommen aus Nancy. Es dirigiert Pierre Cao. Es ist eine neue Einspielung und ohne Probleme zu beschaffen.


    Die Pollet ist voll in ihrem Element. Warmtimbriert und hochkarätig hat die Stimme in der Höhe eine unwahrscheinliche Leuchtkraft. Wenn die Pollet loslegt, ist das ganze Zimmer eine Aurora borealis. In der Höhe gleicht sie der Eaglen, in Tiefe und Mittellage ist die Pollet besser. In Übereinstimmung mit ihrer Figur volles Kaliber. Sehr schöne Fotos eines geschickten Fotografen rücken die französische Primadonne in das ihr gebührende Licht.


    Um mehr zum Werk sagen zu können, muss ich mich in Musik und Text erneut gründlich vertiefen.


    Ich glaube es gibt ziehmlich viel Musik von Gouvy auf dem Markt, vor allem Lieder. Er muss kein Unbekannter bleiben. Geboren ist er in der Nähe von Saarbrücken, was wohl zur damaligen Zeit zu Frankreich gehört haben muss. Häufig ist er in die deutschen Musikzentren gereist,
    um seinen Erstaufführungen beizuwohnen.


    Gruss
    Engelbert

    Salve Caesar,


    Die große Katharina war sehr darauf bedacht, nicht nur Italiener an ihren Hof zu holen, sondern sie hat auch russische Komponisten ins Ausland geschickt, damit sie dazu lernen.


    Aus der Vor-Glinka-Zeit wären drei Namen zu nennen:


    Der wichtigste ist Jevstignei Fomin (1761-1800) mit seiner musikalischen Tragödie "Orpheus". Die Bilder des Zwei-Personen-Melodrams sind übertitelt: Monolog des Orpheus, Orpheus im Tartarus, Orpheus und Euridice, Tanz der Furien. Der Text wird gesprochen, nicht gesungen. aber es gibt einen Bass-Chor. Das Werk ist äußerst reizvoll.


    Genau so wichtig ist Dmitri Bortnyanski's Oper "Der Falke".
    Sie erzählt die Geschichte eines russischen Edelmannes, der Gut und Geld verschwendet, um einer Frau zu gefallen, die eigentlich gar nichts von ihm wissen will. Dem Mittellosen bleibt nichts anderes übrig, als sich in seine Berghütte zurückzuziehen. Nun besitzt er einen Falken, der ihn regelmäßig mit Nahrung versorgt, aber nicht immer hat der Falke Jagdglück. Völlig unerwartet taucht die Angebetete mit ihrer Zofe bei ihm auf und will über Nacht bleiben. Was gibt es zum Abendessen?
    Der Gastgeber bricht auf, um etwas zu holen. Etwas später hören der Diener und die beiden Gäste einen Schuss. Der Schütze kommt bald zurück und zum Abendessen gibt es Wildbret. Ein entfernter Nachbar kommt mit seiner kleinen Tochter noch dazu und hat eine Flasche Wein dabei. Der Abend wird ganz nett, aber die Gräfin bedrückt etwas und sie will mit der Sprache nicht heraus. Die Zofe ist resolut und erzählt, dass der kleine Sohne sehr krank sei und sich dringend ein Geschenk wünscht. "Was soll es für ein Geschenk sein." "Deinen herrlichen Falken will er haben". Der Gastgeber erbleicht: "Das geht nicht" "Wieso nicht" "Den Falken haben wir soeben zu Abend gegessen".


    Noch älter ist Vasili Paschkevitsch. Seine komische Oper in zwei Akten "Der Geizige" hält sich an Moliére. Gesungen wird russisch, was nicht besagen muss, dass die Urfassung auch in der Landessprache gehalten ist. Die Oper klingt äußerst amüsant.


    Gruss Engelbert

    Hallo Edwin,


    ich beklage auch, dass die Opern von Darius Milhaud von den Labelfirmen
    überhaupt nicht beachtet werden. Von allen französischen Komponisten
    kommt Milhaud am schlechtesten weg.


    Als Opernkomponist ist er in meiner Collection nur ein einziges Mal vertreten und zwar mit der Oper "Medée". Aus ihrem älteren Recital, bei Emi 1996 editiert, singt Natalie Dessay die Arie "Chers Corinthiens" aus der genannten Oper



    Auf diesem Recital befinden sich noch drei weitere Seltenheiten:


    Sauguet: Les Caprices de Marianne "O amour mistérieux amour"
    Poulence: Les Mamelles de Tirésias "Les oiseaux dans la charmille"
    Bondeville: L'Ecole des maris " "O ciel, pardonne encore"


    Gibt es über die beiden von Dir erwähnten Opern Tonträger?


    Gruß
    Engelbert

    Theophilus


    Ich habe Richard Strauss nicht als "ausgebrannten Jugendlichen" bezeichnet, sondern gesagt dass drei Frühwerke: Salome, Elektra und Rosenkavalier seine Hauptwerke sind. Danach ging es im Zickzack bergab, soweit es das Opernschaffen betrifft.


    Bis auf Danae und Friedenstag, die es zur LP-Zeit noch nicht gab,
    besitze ich alle. Die individuelle Wertschätzung der Straussopern in folgender Reihenfolge: Elektra, Daphne, Salome, Rosenkavalier, dann weniger Arabella und Ariadne, wo mir die Textbücher nicht gefallen.


    Zum Schönsten was jemals überhaupt komponiert wurde: Erkennungsszene aus Elektra, Schlussgesang Daphne, Überreichnung der silbernen Rose, Schlussgesang Salome. In Arabella sind auch zwei schöne Sachen. Frau ohne Schatten hat ein sehr symbolträchtiges Libretto, und zum Aufnehmen der Ariadne gehört sehr viel Bereitschaft.


    Das Liedschaffen schätze ich sehr noch ein. Leuchtkräftiger Sopran allerdings erwünscht. Im Ohr haften: In diesen Wintertagen und
    Ich trage meine Minna vor Wonne stumm.. :)


    Die Sinopoli-Einspielung der "Josephs-Legende" muss ich mir noch zulegen. Es gibt kaum abendfüllende Handlungsballette deutscher Komponisten. Im Prinzip ist meine Einstellung zu Richard Strauss: pro.


    Gruß
    Engelbert


    Anmerkung
    zweites Mal editiert, da erstes Mal Übertragungspanne, mit Ullis Beitrag kollidiert und automatisch gelöscht.

    Hallo Giselher,


    In Deiner Begeisterung für Birgit Nielsson stimme ich mit Dir überein. Mit Wolfgang Windgassen und später mit James King hat sie zwei Wagner-Interpretationen in klassischem Stil jenseits aller Experimentierfreude von zeitlosem Wert geschaffen.


    Der "Modernisierung" von Wagner-Aufführungen stand sie abhold gegenüber. In dieser Form äußerte sie sich in einem aufgezeichneten Interview mit August Everding, daß man ein Barockgemälde auch nicht in einen Metallrahmen stecken würde.


    Die fünfziger Jahre hat sie allerdings nicht dominiert. Da gab es auf dem grünen Hügel: die scheidende Flagstadt, die Mödl, die Varnay und die aufstrebende Rysanek. Meine erste Einspielung mit ihr war die Turandot mit Bjoerling Anfang der 60er. Die älteste Einspielung auf Tonträger ist möglicherweise Puccinis "Fanciulla". Aus den fünfzigern gibt es möglicherweise noch eine Einspielung unter Leinsdorf mit Georg London als Wotan und Gré Browenstijn als Sieglinde.


    Vor etwa 25 Jahren habe ich die Nilsson in Hamburg als Färberin erlebt. Da war sie aber stimmlich schon am Ende. Die beiden weiblichen Parnerinnen, ich glaube es waren Brenda Roberts und Mignon Dunn waren nicht besonders gut. Der Akt in der Färberhütte war ein einziges widerwärtiges Gekeife der drei Solistinnen.
    -----


    Gedankensprung:


    Was für Dich als Wagner-Fan gewiss von Bedeutung ist, daß es eine "Walküre" von Johann Peter Emilius Hartmann gibt. Das abendfüllende Ballett führt den Titel "Valkyrien", schöpft aber aus anderen Quellen als Wagner. Die Walküre heißt auch nicht Brünhilde, sondern "Svava" und liebt den Sterblichen "Helge". Sie können zusammen nicht kommen, weil ihr Leben auf zwei verschiedenen Daseinsebenen stattfindet, bis Odin es möglich macht. Die Story ist ebenso umfangreich wie spannend und die Musik geht in die Mendelssohn-Richtung. Es gibt eine vorzügliche CD-Einspielung aus Frankfurt mit Jurowski.


    Gruß
    Engelbert

    Hallo Tom,


    Es gibt zwei Kategorien von Komponisten.


    Die einen erleben ihre Blütezeit in der Jugend und sind danach ausgebrannt. Die anderen schichten in der Jugend ihren ersten Müll um dann im Alter zur Hochform aufzusteigen. Dann gibt es noch eine Gruppe, die mit nur einem einzigen Werk zu Weltruhm gelangt,
    obwohl der Einzelne quantitativ etliches geschaffen hat.


    Bezogen auf Opernkomponisten gehören zur ersten Gruppe Richard Strauss, der mit Salome, Elektra und Rosenkavalier zeitlose Meisterwerke hervorgebracht und zu Ende seines Lebens auf dem Gebiet der Oper vorwiegend Müll produziert hat.


    Für die zweite Kategorie nenne ich Verdi. Die Jugendwerke haben
    teils ein unerträgliches Libretto und der Kompositionsstil ist temperamentvoll und animalisch. Die beiden Spätwerke "Otello" und "Falsstaff" werden von vielen als seine besten gelobt.


    Leoncavallo und Mascagni begründen ihren Weltruf mit nur einem einzigen Werk. Beethoven gelang nur eine einzige Oper, wenn man von der Vorstufe Leonore absieht.


    Lustigerweise lenken einige Komponisten ihren Ehrgeiz so, wenigstens
    eine komische Oper zu produzieren: Tschaikowsky mit "Wakula der Schmied (Neufassung: Das Pantöffelchen) und Meyerbeer mit "L'Etoile du Nord".


    Häufig hängt die Qualität von Kompositionen davon ab, welche persönlichen Schicksalsschläge der Komponist erleidet, die er dann in der Schaffung eines überragenden Musikwerkes versucht, zu neutralisieren (Janacek).


    Grundsätzlich kann man nicht sagen, dass die Spätwerke die besseren sind. Der Jugend gehört das Temperament und dem Alter die Reife, sehr pauschal von mir formuliert.


    Gruß
    Engelbert

    Wenn Mozarts Schädel nicht als echt anerkannt und ihm der Heiligenschein abgesprochen wird, könnte man ihn auch auf ganz profane Weise von einem Kunsthandwerker veredeln lassen ohne dabei an Blasphemie zu denken. Es gibt Beispiele wo ein Goldschmied einen Totenschädel in Gold und Silber gefasst und mit Brüllanten besetzt zu einem Trinkgefäss umgebaut hat. Wenn man jetzt eine Kopie des Mozartschädels herstellen und in Serie gehen würde, hätte man zu den vielen Mozartkugeln auch die passende Trinkmuschel, aus der man Wein und Schokolade trinken könnte. Ich verstehe sowieso nicht weshalb die Stadt Salzburg diese Möglichkeit der Werbung m. W. bisher hoch nicht genutzt hat. Dem Festspielbesucher sollte allerdings die Möglichkeit bleiben, zwischen Tasse und Knochen wählen zu können, denn es ist nicht jedermanns Sache, sich in dieser Form in Mozart zu vertiefen, weil die Posthorn-Serenade doch nun wirklich wichtiger ist.


    Gibt es Vorbilder, wo aus einem verzierten Schädel getrunken wird? Da wäre zunächst die Langebarden-Königin Rosamunde (nicht zu verwechseln mit Ullis Opernbeitrag Rosalinde, Verzeihung es heißt Rodelinde) der ihr Gemahl befiehlt, aus dem Schädel ihres Vaters zu trinken. Sie tut es tatsächlich, verzieht aber das Gesicht. Wieland, der Schmied hat sich in ähnlicher Form kunsthandwerklich betätigt und Schrecken verbreitet. Dann gibt es noch die Kunstschnitzer der Eskimos, die aber in der Regel Tierknochen verwenden, um Trinkgefässe herzustellen.


    Nun zurück zu Mozart. Aus dem Innern des Schädels müsste die „Kleine Nachtmusik“ erklingen, wenn die Mozartbegeisterte vor dem Zubettgehen gleich Salome igitt ihrem geliebten Idol einen Gutenachtkuss verpasst.


    Gibt es eigentlich Opern in denen singende oder sprechende Schädel vorkommen. Die Allwissende Muschel“ aus der „Ägyptischen Helena“ zählt gewiss aus anatomischen Erwägungen nicht dazu, aber was ist mit dem Kopf aus „Ruslan und Ludmilla“.


    Tamino sollte jetzt einmal den Gegenbeweis antreten, dass Schädel nicht nur zum Denken und zum Spalten benutzt werden oder zum Anschauen gedacht sind.


    :angel:

    ZAUBER DER OPER


    Ralph Vaughan Williams ( 1872 – 1958 )
    Riders to the Sea


    Oper in einem Akt
    Deutscher Titel: Ritt am Meer
    Libretto von J. M. Synge (1781-1909)
    Fertigstellung 1932
    Uraufführung am 30.11.1937 am Royal College of Music London


    Das Geschen spielt an der Westküste Irlands


    Die Besetzung in einem Tondokument von 1970
    unter dem Dirigenten Meredith Davies
    Maurya: Helen Watts
    Cathleen: Margaret Price
    Nora: Norma Burrowes
    Bartley: Benjamin Luxon



    DAS KURZE VORSPIEL illustriert das Auf- und Abschwellen der Wogen, je nach Windstärke klingt es mal drohend und dann kehrt wieder Ruhe ein. Der Vorhang öffnet sich und zeigt das Innere einer Fischerhütte auf einer vorgelagerten Insel an der Westküste Irlands. Es ist später Nachmittag.


    DIE HANDLUNG:


    Cathhleen ist in der Küche beschäftigt, setzt sich danach ans Spinnrad. Die Tür öffnet sich und man vernimmt das Rauschen der Brandung. Nora, bevor sie eintritt, wirft einen besorgten Blick aufs Meer.


    Die Mutter hat Aufregung gehabt und sich ein bisschen hingelegt. Gott soll ihr helfen, dass sie ein bisschen schlafen kann. Was ist passiert? Der junge Priester ist da gewesen und hat ein T-Shirt und ein paar Strümpfe abgegeben, die einem ertrunkenen Mann aus Donegal gehört haben sollen. Es soll nun herausgefunden werden, ob sie auch dem Bruder Michael gehört haben könnten. Warum sollten es seine gewesen sein. Nora möge doch bitte die Länge des Weges in den Norden der Insel bedenken. Aber der junge Priester hat gesagt, dass er diese Strümpfe schon einmal bei Michael gesehen hat. Bitte nichts der Mutter erzählen, damit sie sich nicht erregt. Der Wind bläst die Tür auf. Cathleen schaut ängstlich hinaus. Nora soll doch bitte den Bruder beeinflussen, dass er sich heute nicht nach Galway reiten soll. Ist die See bei den weißen Felsen sehr gefährlich? Nora meint weniger schlimm, wenn der Wind sich nicht dreht und dann von Süden und Westen bläst. Kann sein, dass die Mutter aufgewacht ist, Nora lauscht an der Tür. Ja, sie ist aufgestanden, in einer Minute wird sie da sein.


    Den Mann, den Schwiegervater und sechs Söhne hat sie auf See verloren. Nur einer kehrte zurück, ihr Sohn Bartley. Er bereitet sich vor, das Pferd zu nehmen, welches ihn nach Galway bringen soll. Er streitet mit seiner Mutter, die guten Grund hat, den Wind zu fürchten, wenn er aus der falschen Richtung kommt. „Was ist die Kraft von tausend Pferden gegen einen Sohn anzutreten, wenn es der einzige ist, der ihr verblieb,“ klagt Maurya. Aber Bartley ist unerbittlich. Er wird die rote Mähre reiten und das graue Pony wird hinterher traben.


    Cathleen und Nora tadeln ihre Mutter, Bartley zu erlauben fortzugehen, ohne ihm ihren Segen gegeben zu haben. Die Töchter überreden sie, ihm zu folgen, geweihtes Wasser, ein Büschel zum Besprengen und einen Laib Brot soll sie für ihn mitzunehmen. Auf dem Türweg bleibt Maurya stehen: „An diesem Platz haben die jungen Männer das Leben hinter sich gelassen, bevor sie alt wurden.“ Während die Mutter sich auf den Weg gemacht hat, öffnen die Mädchen das Kleiderbündel und identifizieren diese als Michaels Sachen. Sie finden keine Zeit zu jammern, denn sie werden unterbrochen durch Mauryas unverhoffte vorzeitige Rückkehr. „Mein Herz ist gebrochen an diesem Tage“ sagt sie. „Ich sah vor meinen Augen fürchterliche Dinge.“ Eine Vision hatte sie von Bartleys Ritt auf der roten Mähre, gefolgt von dem grauen Pony. Michael saß auf ihm „in feinen Kleidern und neuen Schuhen an den Füßen“. Sie weiß, dass dieses Gesicht ein Desaster bedeutet. In tiefer Depression beschreibt sie den Tod von ihrem Mann, ihrem Schwiegervater und ihren sechs Söhne mit tieftrauriger Stimme.


    Nachbarn tragen Bartleys Körper herbei. Das graue Pony ist in Panik geraten und hat Ross und Reiter in die Wogen gezerrt.


    Von einem imaginären Chor begleitet setzt Mauryas schmerzlicher Schlussgesang an: „Alle sind nun gegangen, und da ist nichts mehr, was die See mir antun kann.....“


    Tamino 2006 – Engelbert Hellen


    Guercoeur gewidmet

    Hallo Ulli,


    Joseph Martin Kraus komponierte auch für Hammerflügel. Es gab eine Einspielung bei dem schwedischen Label Caprice im Jahre 1979 von den Sonaten Nr. 1 E-dur und Nr. 2 Ess-dur. Lucia Negri bedient den Hammerflügel. Die erste Sonate dauert 33,15 Min., die zweite 27,00 Min. Die Instrumente wurden aus dem Musikmuseum Stockholm entliehen. Im Text heisst es "Diese im Verhältnis zu modernen instrumenten tonschwachen und anders klingenden Klaviere helfen uns, unsere Ohren zu spitzen, um Nuancen, Stimmungen und spannende Übergangserscheinungen zwischen alt und neu, zwischen Klassizismus, Sturm und Drang und Vorromantik auffassen zu können."


    Ich nehme an, lieber Ulli, daß die Stücke mit Deinem Beitrag vom 29.9.05 identisch sind.

    Spaß beiseite, Ernst komm her!


    Die Scherzfrage nach dem Wunderkind hat ihren Ursprung in meiner Beurteilung des KV 87. Es handelt sich um das dritte Bühnenwerk „Mitridate, Re di Ponto“, die Mozart bekanntlich nach zwei vorangegangenen Singspielen mit elf Jahren komponierte haben soll. Über den Librettisten weiß ich nichts, Racine ist mir geläufig. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das Kind das Libretto nicht selbst ausgesucht hat, sondern jemand anders hat eine Machtfunktion wahrgenommen. Ich habe spontan die Szene VII aufschlagen, dann lese ich, was Aspasia zum besten gibt: „Vielleicht ist meine Tugend ihr nicht überlegen. Es könnte manches Mal vielleicht, wenn ich dich sehe, ein unwürdiger Seufzer dieser Brust entfliehen, und die Seele würde heimlich dann ihrem einzigen Gut entgegenfliegen, von dem sie der Himmel trennen will.“ In diesem Stil geht es dann weiter bis zum Schluss. Mit diesem Text, für den der Kleine nichts kann, musste er sich herumschlagen und zu Situationen die einem Elfjährigen kaum gefallen dürfen und auch nicht immer nachvollziehen kann, die passende Musik finden. Das Resultat ist grandios. Ein Sandalenschinken üblicher Bauart wurde dermaßen aufgebläht, dass er nur von mehreren Koloraturmonstern bewältigt werden kann.


    Nachdem nun die Frage nach dem Wunderkind abschließend beantwortet und verneint wurde, ergeben sich für mich mehrere Mutmaßungen.


    Hat jemand anders die Oper komponiert? Wer könnte es gewesen sein?
    War Wolferl altklug, obwohl er aus behüteter Familie kam.
    War Wolfgang Amadeus Mozart ein Epigone und ist seinem Nachahmungstrieb gefolgt? Wer war sein Vorbild?


    Die Musik der Oper ist traumschön, aber dass ein hochbegabter Elfjähriger sich das Thema ausgesucht haben soll, bezweifle ich. Es ist eher das Werk eines reifen Menschen mit jeder Menge Erfahrung im Komponieren.


    Immer wieder kommt es vor, dass festgestellt wird, dass ein Unbekannter aus adeligen Kreisen, der nicht genannt sein will, einen anderen vorschiebt, um seinen Ruf nicht zu gefährden.


    Wie verhält sich die aktuelle Mozartforschung zu „Mitridate“? Hat W.A.M. den Mitridate wirklich komponiert oder kann es auch ein anderer gewesen sein?


    Engelbert fragt die Experten?

    Als Abendmuffel gehe ich früh zu Bett, was zur Folge hat, dass ich nachts wach werde, zum PC eile und Tamino aufblättere, inzwischen regelmäßig. Als erstes kommt der Opernführer dran: Kein neuer Eintrag, der letzte älter als zehn Tage. Als zweites ist das Operforum an der Reihe: Im Westen nichts Neues. Dann kommen die Instrumentalaufnahmen: Da gibt es dann einiges, etwa 10% wird von mir aufgeblättert und der Neueintrag gelesen, wenn es ein Thread aus der Vergangenheit ist, lese ich alles. Dann kommen die Allgemeinen Klassikthemen an die Reihe. Blitzschnell jagen sich die Ereignisse. Innerhalb von zehn Tagen ist das Blatt voll, dann kommt Seite 2, wird hin und wieder ausgeblättert, Seite 3 ist so gut wie „Papierkorb“ Aus den Allgemeinen Klassikthemen finden etwa fünf Einträge Anklang, die interessiert gelesen werden. Drei Beiträge bedürfen einer Reaktion, werden aber meistens auf die lange Bank geschoben. Soweit der passive Teil.


    Der aktive Teil sieht so aus: Die Arbeit am Opernführer steht an erster Stelle. Diese nehme ich sehr ernst, weil ich mit vollem Namen unterzeichne, gegoogelt werde, und auf diese Tätigkeit meinen Weltruhm als Publizist stütze. Hat eigentlich schon zur vollen Zufriedenheit geklappt, denn von einigen Beiträgen muss nur der Titel ins Suchkästchen eingegeben werden, dann erscheint schon Engelbert! Alle andern hinken hinterher oder treten gar nicht in Erscheinung. Wenn ich dann den Namen des Forums eingebe meinen vollen Namen anhänge kommt etwas mehr. Dann gibt es die Zeile: Sollen übersprungene Beiträge auch gezeigt werden, dann kommt alles in tadelloser Unordnung sortiert. Damit will ich den Forianern sagen, es gibt keinen leichteren Weg zu Weltruhm zu gelangen, als über Tamino. Nur ein bisschen publikumsgeil sollte man sein und im Ansatz ein bisschen Fleiß produzieren. Die Suchmaschine bewertet nicht, auch Schwachsinn wird bloßgestellt. Deswegen verwende Ich auch viel Zeit darauf, Albernheiten zu dosieren, nicht immer klappt es.


    An zweiter Stelle steht das Beantworten von Threads. Diese werden sortiert nach Dringlichkeit und Leichtigkeit. Meistens wird der Beitrag länger als geplant. Wo ich unmittelbar selbst angesprochen bin, diejenigen kommen zuerst. Häufig muss ich mir im Kopf auch etwas zurecht legen. An dritter Stelle steht dann, das Entwerfen eines Threads in der Erwartung, dass daraus eine Schlange entsteht. Mit dem Ausschmücken von Bildchen will ich sparsam umgehen, weil ich nicht als Warenkatalog auftreten will. Lieber die Farbskala benutzen. Wenn ich es nicht vergesse benutze ich noch die Rechtschreibkontrolle und die Sonderzeichentabelle. Ich achte darauf, dass es keine halbgefüllten Zeilen gibt und im Bedarfsfall schalte ich zurück und starte neu.


    Die größte Freude ist dann, wenn die Übertragung geklappt hat.


    Engelbert

    Philhellene


    Durch Dich bin ich überhaupt dazu gekommen, mich mit Janácek auseinander zusetzen, weil Du ihn als Deinen Lieblingskomponisten bezeichnet hattest. Den Spuren bin ich nachgegangen und habe mit der Jenufa, die ich für sein Hauptwerk halte, begonnen und eine Zeile-für-Zeile-Analyse des Librettos vorgenommen. Sofort habe ich Feuer gefangen. Das Resultat ist eine komplette Inhaltsbeschreibung der Oper, die Du an anderer Stelle als Beitrag von mir im Internet wiederfindest. Um zu einer gültigen Bewertung zu kommen, muss man alle Janacek-Opern nicht nur hören, sondern auch studieren und das beginnt grundsätzlich mit der Analyse des Librettos. Es besagt nichts, dass bis auf "Osud" alle Janacek-Opern in meinem Regal stehen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass mir die übrigen Janacek-Opern auch gefallen werden und möchte mit dem „Schlauen Füchslein“ fortsetzen.


    Anspruchsvolle Opern sind in der Regel nicht für Primadonnen geschrieben, weil ihnen die großen Melodienbögen fehlen. Die Bühnenweihwestspieloperette "Turandot" hat es daher bedeutend leichter, auf der Beliebtheitsskala hochzuklettern. Ähnlich verhält es sich mit Richard Strauss. Seine Elektra ist ein Knaller, obwohl ich die expressionistische Sprache v. Hofmannsthal’ „Hast du nicht die Kraft, dein Angesicht heraufzuschleppen zu mir“ erst nach über einem Zeitraum von 30 Jahren Wartezeit akzeptieren konnte. Aber mit der Erkennungsszene „Oh lass deine Augen mich sehen, Traumbild, mir geschenktes Traumbild“ hat Inge Borkh mich vom ersten Augenblick an vom Hocker gehauen. Mein Plädoyer gilt auch eigentlich nur der "Elektra" und dem Schlussgesang der "Daphne". Trotzdem kommt Richard Strauss bei mir sehr gut weg, weil ich ihn nicht an seinem Müll messe, sondern sehe „Die Frau ohne Schatten, Rosenkavalier und Salome auch als Meisterwerke an. Als Lieder-Komponist steht er für mich an erster Stelle.


    Janacek verwendet bei seinen Kantaten sehr triviale Texte, genau so sind die Literaturvorlagen für seine Sinfonischen Dichtungen (des Spielmanns Kind) fragwürdig. Das finde ich schade! Auch gibt es keine „Janacek-Sängerin“ wie es aber eine Menge „Strauss-Sängerinnen“ gibt. Ich kenne nur eine Sopranistin, die geneigt war, eine Janacek-Arie in ihr Recital aufzunehmen, es ist Nadezda Kniplova mit einer Arie aus „Die Sache Makropulos“. Trotzdem, Kaviar hat als Delikatesse mehr Qualität als Kartoffeln, die aber häufiger gegessen werden.


    Stellenweise hat die Oper einen sehr feinen Humor, wenn zum Beispiel die Jenufa im dritten Akt singt. „Jeder von euch hat köstliche Vorzüge, Stewa die Schönheit und Laca die gütige Gottesseele“. Der Beginn des dritten Aktes ist amüsant, wie die Küsterin den Zynismus der Richterin pariert. Kernpunkt der Jenufa sind für mich die Argumente wie die Küsterin versucht, den Kindesmord vor sich selbst zu rechtfertigen. Das Hauptbewusstsein findet die Entschuldigung, aber das Unterbewusstsein, verkörpert durch das Gewissen, verweigert und lässt sich nicht beschwatzen, sondern Übt Druck aus, bis der Kessel platzt.


    Engelbert


    N.S.
    Handelt es sich bei der Einspielung der Jenufa mit Grace Bumbry um eine italianisierte Fassung?

    Die Esoteriker behaupten, dass Wolfgang Amadeus Mozart überhaupt kein Wunderkind war, weil ein Knirps normalerweise die Fülle des ausgebreiteten Wissens und Könnens gar nicht haben kann. Man geht davon aus, dass bei seiner Geburt die Erkenntnisse aus seiner letzten leiblichen Existenz infolge eines Mißgeschicks der Natur nicht restlos
    gelöscht wurden und er aus einem verbliebenen Trümmerhaufen noch schöpfen konnte.


    Mozart die Reinkarnation von Vivaldi? Das kann nicht sein, denn dann wäre er 15 Jahre in der Warteschleife gehangen. Selbst glaube ich nicht an die Theorie vorhandenen Restguthabens, denn Nannerl war schließlich auch begabt.


    :angel:

    Ich hatte mich entschlossen, meine LP-Sammlung zu behalten und eine etwas grössere Wohnung zu nehmen. Mit Brettern vom Baumarkt habe ich die Regale dann selbst gebaut, die bis an die Decke reichen.


    Es ist nicht die Musik allein, sondern auch die Texte, die Interpretenfotos und die schönnen großen Titelcover an denen mein Herz hängt. Ich kann doch Frau Moffo und Frau Sutherland nicht einfach auf den Müll werfen. Was würden diese dazu sagen?


    Aus dem Antiquariat kaufe ich manchmal noch Sängerporträts dazu, wenn diese nur zwei Euro kosten. Mit der Musik von der LP ist man "am Klang näher dran" als von der CD.


    Die DVD hat einen großen Vorteil, trotzdem kommt es nicht sehr oft vor, weil Bild und Ton gleichzeitig zu konsumieren, die volle Konzentration auf das Medium abfordern.


    Ich rate jedem, nichts wegzuwerfen, sondern in genormte Umzugskartons packen, die Wohnzimmerwand 50 cm vorzurücken und dahinter zu verstauen. Die Lps sind dann nicht mehr zugänglich, aber noch da.


    :angel:

    @Edwin


    Tut mir leid lieber Edwin, aber in der Beurteilung der Jenufa muss ich Dir auf der ganzen Linie widersprechen. Janacek hat es nun wirklich nicht nötig, mit Folklore zu ködern, um sich interessant zu machen. Das hochwertige Libretto ist in seinem Aufbau von einmaliger Geschlossenheit, der Janacek musikalisch akribisch folgt. Für „Polka und Furiant“ ist da überhaupt kein Platz, weil das Libretto hierzu keinen Anlass bietet. Der dramaturgisch bedingte Einschub – Befreiung vom Militärdienst – ist nur eine kleine Episode. Alle Konflikte, ausgelöst durch die Unbeständigkeit Stewas und das vergebliche Bemühen Lacas, kündigen sich schon im ersten Akt an und von der „Verkauften Braut“, von der Du sprichst, ist wirklich weit und breit nichts zu sehen. Dem Komponisten „Bauernfängerei zu unterstellen“ halte ich für völlig absurd. Die Musik rutscht auch nicht in Richtung Folklore ab, dafür ist die Harmonik viel zu kühn.


    Ich finde auch nicht, dass Janaceks Opern selten gegeben werden. Die Hauptschwierigkeit bietet bestenfalls der Chor, wenn er nicht tschechisch kann. Bei kleinen Häusern wird vom Band zugespielt und bei Studioeinspielungen muss Bratislava aushelfen.


    Es ist grundsätzlich keine Besonderheit heutiger Komponisten, ungewöhnliche Themen als Opernlibretto zu verwenden. Das Animalische, die durch den Bariton gestörte Liebesbeziehung zwischen Sopran und Tenor, ist inzwischen doch weitgehend von der Opernbühne eliminiert. Martinu mit seiner „Griechen Passion“ ist gleich der Nächste, der ein ungewöhnliches Thema anbietet. Dann kommt Cikker mit dem Motiv der Massenhysterie in seiner Oper „Das Erdbeben von Chile“. Nah heran an die Jenufa wagt sich der Ungar Petrowics mit „Crime and Punishment“. Die Erlösung vom Druck erfolgt durch das eindeutige Schuldbekenntnis. Der Täter macht unausgesetzt Andeutungen über seinen Mord an der Pfandleiherin, damit er entdeckt wird. Aber die Umwelt will seine Gewissensnöte nicht zur Kenntnis nehmen. Ungewöhnlich ist bereits Pfitzners Palestrina, bei der es um die Neuordnung der Liturgie geht, auch ein Thema woran ein „normaler Komponist“ nicht denkt.


    Was Gerd Albrecht da nun von sich gegeben haben soll, kann man weder bestreiten noch befürworten. Für mich sind die drei bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts Messiaen, Schostakowitsch und Britten, obwohl ich zu letzterem überhaupt keinen Zugang habe. Wenn ich ihn vornehmen würde, wäre der Anfang wahrscheinlich der „Prinz der Pagoden“. Wo wollen wir hinkommen, wenn wir Janacek als den Super-Komponisten des 20. Jahrhunderts bezeichnen würden. Was ist mit Prokofieff , Strawinsky und Bartok, um nur einmal im slawischen Raum zu bleiben.


    Sei mir bitte nicht böse, lieber Edwin, wenn ich Dir deutlich widerspreche, aber im Falle der Jenufa hast Du Dich meines Erachtens ein bisschen vergaloppiert Im Prinzip schätze ich Dich und Deine Beiträge sehr, weil umfangreiches Wissen, aus dem Du schöpfst, das Fundament ist. Sieh also meine energische Reaktion rein rhetorisch. Ich freue mich auf Deine Gegendarstellung.


    Engelbert

    Mit dem Libretto der „Jenufa“ und der Einspielung unter Bohumil Gregor habe ich mich letzten Monat eingehend beschäftigt. Man kann die Oper trotz schöner Hochzeitstrachten und der malerischen Mühle nicht als Folklore-Oper oder Bauerntheater abtun. Sie ist ein echter Psychothriller. Für eine moderne Inszenierung durchaus geeignet, wenn man den rustikalen Schnickschnack weglässt und bei sparsamen Ausstattung die differenzierten Seelenlandschaften ausleuchtet.


    Das vorzügliche Textbuch der Dichterin Gabriela Preissová, die auch das Libretto zur Josef Bohuslac Foersters einziger Oper „Eva“ erstellte, war bereits mit dem Jenufa-Thema unter dem Namen „Ihre Ziehtochter“ als Stück für das Sprechtheater an die Öffentlichkeit getreten und wie Janácek auf erhebliche Abwehr gestoßen. Die Landbevölkerung fühlte sich provoziert, dass ein unerwünschtes Kind in kalter Winternacht unter die Eisdecke eines Baches geschoben wird. Natürlich schildert die Preissova ein Einzelschicksal, aber sie hat in einer ländlichen Dorfgemeinschaft gelebt und konnte sich gewiss über gesellschaftliches Gebaren mit den dazugehörigen Vorbehalten der Landbevölkerung ein Bild machen.


    Die Uraufführung fand in Brünn statt. Der Komponist musste endlos warten, bis man sich nach unerquicklichen Auseinandersetzungen über Text und Komposition in Prag endlich bequemte. Kaum zu fassen, man begründete zunächst „Die Partitur sei schlecht gearbeitet“. Janácek schrieb die Oper unter schweren psychischen Belastungen; er hatte den Tod seiner beiden Kinder zu beklagen. „Dem Andenken der Tochter Olga“ ist das Werk gewidmet


    Das Ausland hat den hohen Stellenwert seiner Kompositionen auch für Bühne und Konzertsaal bald erkannt. Obwohl die Musikgeschichte ihn noch als Spätromantiker einsortiert, steht er dem italienischen Verismo sehr nahe.


    Engelbert

    ZAUBER DER OPER



    Jean-Baptiste Lully (1632-1687)

    Phaëton


    Tragédie en musique
    in einem Prolog und fünf Akten
    Libretto: Philippe Quinault
    Quelle: Ovid, Metamorphosen
    Uraufführung am 6. Januar 1683 in Versailes, Théàtre de la Cour


    Das Geschehen spielt im Mittelmeerraum
    zu mythologischer Zeit


    Prolog
    Die Göttin Astrée liebt die Geselligkeit. In ihrem schönen Garten hat sie lustige Gefährten um sich versammelt, die sich bemühen, die Holde durch Tanz und Gesang und Würfelspiel zu unterhalten. Zauber und Verlockung soll man gezielt suchen, von allein kommt gar nichts. Zu viel Lärm ist auch nicht gut. In der Ruhe und der Besinnung liegt die Würze. Der Göttin selbst genügt es nicht, allein zufrieden zu sein, alle Sterblichen soll der Himmel glücklich machen, obwohl sie eigentlich gar nicht verdient haben. In ihrer Bosheit haben die Menschen einst die Göttin aus ihren Gefilden verjagt. Da sie aber nicht langfristig böse sein kann, will sie die Undankbaren nicht bestraft sehen. In Betrübnis hat sie die Erde verlassen und sie hofft, dass die Götter einem neugeborenen Universum ein glücklicheres Zeitalter schenken werden. Dann wird sie nichts daran hindern, wieder zurückzukehren. Unschuldige Freuden sollen ihre Ungeduld einlullen und süße Hoffnung ihre Sehnsüchte umschmeicheln, bis es soweit ist.


    Alles lacht ohne Unterlass und die Pfeile der Liebe tun nicht ernstlich weh. Saturn kommt zu Kaffee und Kuchen auf einen Sprung vorbei. Sein Gefolge ist ebenfalls gut drauf. Der Gott erklärt, dass die Klagen nun ein Ende haben werden und die Sterblichen sich freuen sollen. Die glückliche Zeit, die allen Menschen Hochgenuss verleiht, bricht nämlich gerade an. Die Gute soll doch einfach mitkommen. Ein Held der unsterblichen Ruhm verdient – möglicherweise ist Louis Quatorze gemeint – ruft sie zurück. Unter seiner Herrschaft beginnt von neuem das Zeitalter, welches den Menschen schöne Tage bereitet. Der Himmel ist dem Erhabenen gewogen und seine Wünsche werden durch ein aufstrebendes Genie schleunigst erfüllt– gedacht ist offenbar an den Komponisten Lully – denn tausend neue Konzerte werden die Musen zu Gehör bringen. Der Heros vermag es, die Spiele zu mischen und erwartet, dass seine Umgebung das gleiche Vergnügen empfindet, wie er selbst. Der Neid zittert vergeblich. Es wird getanzt und kräftig gehuldigt. Schrecklich sah man diesen Helden im Kampf, doch durch seine Tugend schuf er das Glück der Erde. Sein großartiges Schicksal ist es, von allen geliebt zu werden.


    Jetzt fängt die Oper an.
    Es stellen sich vor:
    Phaeton, Sohn der Sonne und der Clymene
    Tritton, Meeresgott, Bruder von Clymene
    Protée, Meeresgott, Hirte der Herden Neptuns
    Epaphus, Sohn Jupiters und der Göttin Isis
    Clymene, Tochter des Ozeans und der Thetys
    Merops, König von Ägypten
    Libye, Tochter von Merops, König von Ägypten
    Theone, Tochter von Protée
    Ein äthiopischer König
    Ein indischer König


    Ägypter und Ägypterinnen
    Ägyptische Hirten und Hirtinnen
    Äthiopier und Äthiopierinnen
    Inder und Inderinnen
    Priesterinnen der Göttin Isis
    Junge Menschen, die Opfergaben transportieren


    Furien und schreckliche Geister
    Die WINDE
    Die SONNE
    DIE STUNDEN DES TAGES
    DIE JAHESZEITEN mit vier Quadrillen
    Die Göttin der Erde
    Und schließlich Jupiter
    Das wäre es.

    HANDLUNG


    Erster Akt
    Libye sitzt allein in den Parkanlagen vor einer malerischen Grotte. Die gleichmütige Seele war bisher so zufrieden. Sie hat das unbestimmte Gefühl, dass es nicht so bleiben wird. Theone, ihre Gespielin kommt herbei und versucht die Verträumte aufzumuntern und erinnert sie an das fröhliche Leben bei Hofe. Theone behauptet, ihr Schicksal sei es zu lieben, um den Zauber des Träumens richtig zu fühlen. Denkt Libye etwa, sie sei gegen die Liebe gefeit? - Nein, aber der Vater wird ihr heute einen Gatten erwählen und sie weiß noch nicht, wer auf sie zukommt. Die beiden Gleichaltrigen schließen Freundschaft, in welcher Argwohn und Geheimnisse draußen bleiben sollen. Libye trägt die Nase hoch. Sie ist die Tochter eines Königs, der über Könige herrscht. Alle Länder, wohin der Nil sein fruchtbares Wasser ergießt, sind ihm untertan. Ein großes Schicksal steht ihr bevor. Aber auch der erste Thron dieses Erdkreises ist kein Zufluchtsort vor den Regungen des Herzens. Von dem Sohn des Jupiter wird sie geliebt - Epaphus heißt der Knabe - und ihm hat sie ihr Herz geschenkt, aber was wird sie tun, wenn Papa anders entscheidet. Theone ist auch verliebt, in keinen geringeren als Phaëton, den Sohn der Sonne. Er steht plötzlich hinter ihr, denn ein zärtliches Herz ist immer stürmisch. Die Königstöchter von damals stellten Ansprüche an Herkunft und Attribute des Geliebten, Halbgötter werden bevorzugt. Grundsätzlich ist es schwierig sich zu lieben, ohne sich auch zu ängstigen.


    Libye spürt, dass die beiden allein sein sollten und zieht sich taktvoll zurück. Phaëton behandelt Theone ein bisschen von oben herab. Als Sohn des strahlenden Gottes, der das Licht gibt, ist er nicht zu stolz, ihre Ketten zu tragen, sie kann ihn getrost lieben. Wenig empfindsam ist Phaëton heute für sie, rügt sie seine Sprüche. Der Angeredete reagiert gekränkt und entschuldigt seine Zerstreutheit damit, dass er auf die Ankunft seiner Mutter wartet. Welches Anliegen hat er? Sie selbst, Theone, steht offenbar nicht im Mittelpunkt. Gibt es etwa eine Rivalin? Der Sonnensohn bestreitet und ruft die Götter zu Zeugen seiner ewigen Liebe an. Aber wie soll sie ihm glauben, wenn seine Blicke ständig unruhig umherschweifen? Seine Kälte glaubt sie deutlich zu erkennen. Will der Undankbare sich ihr entziehen? Ach, wenn er doch ihre tausend Ängste beruhigen könnte.


    Die Mutter, die Königin Clymene, Tochter des Ozeans und der Thetys, hat die Szene betreten, was Theone veranlasst, sich mit dem Gefühl des Unbehagens zu entfernen. Der Sohn scheint betrübt. Darf die Mutter wissen, was ihn bedrückt? Jetzt kommt es heraus: Phaëton möchte nicht, dass der herrliche Epaphus die Prinzessin Libye heiratet, weil der Genannte dann König von Ägypten und er sein Untertan sein würde. Die Mutter meint, dass Libyes Vater aber diese Wahl treffen wird, zumal ein Sohn des Jupiter als Schwiegersohn nicht zu verachten ist. Aber was ist mit ihm, Phaëton? Ist der Sohn der Sonne, welche die Erde erleuchtet, etwa weniger wert? Auch wenn Theone ihm schön erscheint, kann er zur Not darauf verzichten. Clymene beteuert, dass sein Ruhm ihr einziges Sehnen sei. Aber auch sie hat Bekümmernisse. Nachdem ein Gott ihr die Ehre des Beischlafs gewährte, muss sie nun mit einem König vorlieb nehmen. Kann er Theone nicht aus seinem Herzen reißen und sich um Libye bemühen. Beide stimmen überein, dass der Ruhm wichtiger ist, als die Gefühle und mit Libye an seiner Seite beherrscht er Libyen und Ägypten. Mami wird die Sache richten und den König beschwatzen, obwohl es ihr schwer fällt, sich herabzulassen. Kein Funken göttliches Blut hat Merops in seinen Adern und alt und klapprig ist er auch. Sie rühmt den Ehrgeiz des Sohnes und lobt die edlen Gefühle einer stolzen Seele. Seine Liebe zu Theone sollte man einfach als Zeitvertreib betrachten. Liebe muss bereit sein, Opfer zu bringen, sobald der Ruhm es befiehlt.


    Protée, wenig wichtiger Meeresgott und Herdenhüter des Neptun, steigt aus dem Wasser und will die Grotte als Badekabine benutzen. Der Ozean ist ihm im Moment zu unruhig und er möchte ein kleines Nickerchen halten. Noch ein Meeresgott, Tritton kommt mit Gefolge an Land, die mit ihren Musikinstrumenten soviel Lärm machen, dass Protée davon wach wird. Der Gutmütige soll den Genuss der neuen süßen Gesänge - wahrscheinlich von Lully – mit ihnen teilen. Die reizenden Vögel werden mit ihrem Gezwitscher einsteigen. Vergnügen ist wichtiger als Weisheit, die oftmals verhindert, dass man nach dem Vergnügen schnappt. Protée, der auch wahrsagen kann, soll vor dem Lärm nicht davon laufen, sondern das vorwitziges Sehnen seiner Schwester Clymene stillen, die wissen will, was die Zukunft ihrem lieben Phaëton bringen wird. Nichts Gutes, deshalb macht Protée auch nur Andeutungen. Die ehrgeizige Mutter soll um ihr verzogenes Söhnchen erzittern, denn der Himmel lässt seinen Zorn erdonnern. Der Wahrsager fühlt, wie ihn das Entsetzen ergreift und gibt Fersengeld. Welch schreckliches Orakel!


    Zweiter Akt
    Die Würfel sind so gefallen, wie Phaëton und seine Mutter es sich gewünscht haben. Doch auf die Letztere hat das Orakel des Protée einen niederschmetternden Eindruck gemacht. Sie ängstigt sich um das Schicksal ihres Sohnes, und würde es nun gern sehen, wenn er sich Theone wieder zuwenden würde. Phaëton beschwichtigt, dass Protée eigene Ziele verfolge, schimpft auf den Wahrsager und ist sich der Entscheidung des Königs zu seinen Gunsten sicher. Allerdings weiß er nicht, ob Libye bereit ist, den Partner zu wechseln, schließlich war sie mit Epaphus glücklich. Theone klagt, dass so viel Kälte auf so viel Feuer folgt. Ständig hat er falsche Signale ausgesandt und sie hat ihm geglaubt. Libye empfindet noch heftiger, weil sie den Liebsten an die Freundin verliert, der sie nichts vorzuwerfen hat. Welch Unglück, welche Marter! Epaphus verliert beides, die Geliebte und den Thron. Das drohende Gewitter der himmlischen Götter vernimmt im Geiste Clymene. Trauer und Ratlosigkeit bestimmen die Empfindungen aller über deren Kopf hinweg einfach verfügt wurde. Nicht immer ist solche Liebe am beklagenswertesten, die am meisten klagt, antwortet Libye dem Epaphus, der ihr vorwirft, dass sie ihr Schicksal klaglos hinnehme. Die Götter sollen ihren Zorn und den grausamen König treffen, doch Libye bittet um Schonung ihres alten Vaters, der von Clymene beschwatzt wurde. Was es sie an Tränen kostet, nicht mehr demjenigen zu gehören, dem sie gehören wollte!


    Szenenwechsel
    Der Saal im Palast des ägyptischen Königs ist für eine Zeremonie festlich geschmückt. Merops selbst verkündet die Entscheidung. Seine zitternden Hände können das Zepter nicht mehr halten und ohne Hilfe vermag er die schwere Last der Krone nicht zu tragen. Er bestimmt, dass Phaëton sein Nachfolger und Libye Königin werden soll. Das Blut der Götter soll sich mit dem der Könige vereinen. Die zahlreichen vornehmen Gäste bestätigen, dass der Ruhm Phaëtons tausendmal wiederhallen soll.


    Dritter Akt
    Theone hat sich mit dem Verrat Phaëtons nicht abgefunden und weint bitterlich. Ist es möglich, dass er sein Wort brach und nun für eine andere empfänglich ist? Phaeton hat die Vorstellung, dass die Götter ihn dazu erschaffen haben, den Erdkreis zu regieren. Wenn er sich jetzt auch noch um die Liebe kümmern soll, ist er überfordert. Nur der Ruhm bindet ihn an die Prinzessin, die Liebe mischt sich da nicht ein. Theone beweist Ausdauer. Ihre tödlichen Schmerzen und ihre bitteren Tränen verachtend, dünkte ihm die Krone hundert mal schöner als sie selbst, behauptet die Verlassene. – Den Gesetzen seines Schicksals gehorcht er mit Bedauern, selbstverständlich ist er von ihrem Schmerz umgerührt. Ganz natürlich, dass er ihren Zorn verdient, sie soll ihn mit ihrem Hass strafen, aber endlich in Ruhe lassen. Theone gibt absolut keine Ruhe, ihr Gejammer ist ihm unerträglich. Trotzdem, welchen Zauber haben schöne Augen voller Tränen!


    Szenenwechsel
    Phaëton gedenkt sich in den Tempel der Isis zu begeben um - wie üblich - der Göttin feierliche Huldigungen darzubringen. Epaphus ist außer sich. Was hat er im Tempel seiner Mutter zu suchen? - Er will ihren Zorn besänftigen, was sonst. - Meint er wirklich, dass der gerechte Himmel auf seine Gebete antwortet? – Hat er doch bisher auch getan und ihm ein schönes Geschick gewährt. Je eifersüchtiger sein Rivale, desto süßer sein Glück. – Sein Papa, der olympische Jupiter ist noch göttlicher als seiner, wenn er seinen Blitz herunterschickt, bleibt von ihm, Phaëton, nicht mehr viel übrig. Und dann wäre da noch die göttliche Mutter, die sich auch keine Unverschämtheiten bieten lässt. Phaëton bleibt gelassen, es sind noch genug Götter da, die auf seiner Seite stehen. Alles folgt seinen Wünschen. Sieht Epaphus das nicht? Beide Kontrahenten protzen mit der Macht ihres himmlischen Papa. Jupiter geruhte einst, ihn als seinen Sohn anzuerkennen, aber die Legimitation des Sonnengottes für Phäti steht noch aus. Jedem steht es frei, an der göttlichen Herkunft zu zweifeln. Es genügt nicht, wenn lediglich die Mutti die ruhmvolle Abkunft behauptet. Ist er gar ein Bankert? Das ist für Phaëton zu viel. Es reicht ihm. Um die Legitimation wird er sich beizeiten bemühen. Sein Papa lässt ihn nicht im Stich.


    Der König naht mit Gefolge um der Messe im Isis-Tempel beizuwohnen. Opfergaben werden von den im Vorspann erwähnten Sklaven herbeigeschleppt. Die große Göttin soll die Gebete empfangen, die man an sie richten wird. Sie soll vor allem das Reich erweitern bis an die beiden Enden der Erde. Epaphus versucht seine Mutter, die göttliche Isis, zu überreden, die Opfergaben aus den Händen, die ihn beleidigten, nicht anzunehmen. Was keiner der Opernbesucher für möglich gehalten hätte, Isis reagiert sofort und die Pforten des Tempels knallen zu und lassen niemanden herein. Phaëton ruft nach dem königlichen Schlosser. Zuweilen sind die Götter ein bisschen zickig, wenn sie nicht die Aufmerksamkeiten in dem Maße erhalten, die man ihnen nun mal schenken muss, erläutert er. Clymene versucht, ihn zu bremsen. Plötzlich knallt die Haustür von allein wieder auf. Aber was die Anwesenden zu Gesicht bekommen, wie es da drinnen ausschaut, lässt sie erschauern. Die Spucke bleibt weg! Das innere des Tempels ist ein entsetzlicher Schlund, aus dem wie aus einem Vulkan Feuer gespuckt wird. Schreckliche Geister haben die Opfergaben umgeworfen und Furien sind auch in reichlicher Menge anwesend. Epaphus ist schadenfroh. Gut gemacht Mami! Phaëton kann es sich nicht leisten, Furcht zu zeigen und fordert die Umstehenden auf, sich zusammenzureißen und mitzukommen, um dem Spuk auf den Grund zu gehen. Clymene vergeht vor Angst. Der Himmel stört das Glück des jungen Paares, eine tödliche Gefahr ist im Anzug. Phaëton voller Trotz erhebt Anklage: Der Neid wagt es, seinen Ruhm und die Ehre der Olympier anzugreifen. Die bloße Erinnerung lässt ihn vor Wut erzittern. Da behauptet doch so ein Frechling, dass die Sonne nicht sein Vater sei. Phaëton erwartet jetzt auf der Stelle ein deutliches Zeugnis seiner göttlichen Herkunft, damit Paffi keine Zweifel mehr hat und sich in aller Form bei ihm entschuldigt. - Oh Götter, Königin Clymene ringt um Fassung. - Im Namen zärtlich Mutterliebe soll sie seinen Erzeuger darum bitten, dass er den Mund aufmacht. - Er soll doch nicht zweifeln, schwört Clymene, vom Vater des Lichts erhielt er sein Leben. Eines glorreichen Schicksals kann er sich rühmen. Der Sonnengott fühlt sich tatsächlich angesprochen und schickt eine Wolke, ein bisschen Wind dazu, Phäti setzt sich auf die Wolke, die sich nach oben bewegt. Na endlich passiert was. Das Wolkentaxi nimmt Geschwindigkeit an. Eine Aussprache wird alle Unstimmigkeiten klären. Der Ankläger wird in den Palast der Sonne vorgeladen. Der neidische Paffi kann nur noch ungläubig in die Weltgeschichte schauen bis her Vorhang sich schließt. Wer nun die Aufräumungsarbeiten im Tempel durchführt und die Demonstranten verjagt, erklärt der Librettist nicht. Mit Sicherheit muss Lachgas eingesetzt werden. Phäti ist erst einmal weg vom Fenster und befindet sich, wenn die Reise gut verläuft, bereits im Palast der Sonne.


    Vierter Akt
    Wie kostbar der Sonnentempel ausgestattet ist, hängt vom Budget ab, welches der Stadtrat dem Intendanten bewilligt hat. Lichtregie allein muss notfalls genügen, wenn im Sonnentempel auf Rokoko-Möbel verzichtet werden soll. Das Blattgold auf den Quadrillen sollte allerdings echt sein. Den Opernbesucher wird es erstaunen, wer da oben alles Wohnung bezogen hat. Anwesend sind: Die STUNDEN DES TAGES und die VIER JAHRESZEITEN mit Gefolge. Engel mit Instrumenten gibt es nicht. Die heilige Cäcilie passt auch nicht in die Mythologie. Auf Musik muss trotzdem nicht verzichtet werden. Der Chor der STUNDEN ist vorzüglich geschult und auf Jubel dressiert: Ohne den Gott, der beleuchtet, welkt alles dahin und nichts mag mehr gefallen. Deshalb mögen DIE STUNDEN mit Singen auch nicht aufhören, um die Wohltaten von seiner Majestät zu verkünden. Der Gott der Helligkeit ordnet das Maß der Tage, der Jahreszeiten und der Jahre. Frisches Grün und Blumen bringt die Kraft des Lichtes hervor und wohlschmeckende Früchte zum Verzehr, weiß die ERSTE STUNDE, die sich als Solistin hervorhebt, zu berichten. Auf den „Tanz der Stunden“ wartet der Opernbesucher vergeblich, denn den gibt es erst später in „La Gioconda“. Der HERBST gibt zu bedenken, dass Nacht und Schrecken vorherrschen würden, wenn die Erde nicht so ein günstiges Klima hätte. Zum besseren Verständnis muss hier eingefügt werden, dass im Sonnenpalast öfters Thronwechsel ist. Mal ist es Apollo, mal ist es Helios, im Moment ist es Louis Quatorze, der aber aus vornehmer Zurückhaltung namentlich nicht genannt sein will. DIE SONNE fordert die ganze Gesellschaft auf, ihren Frohsinn zu verdoppeln, denn der Herr Sohn nähere sich.


    Phäti ist mit seinem Wolkentaxi wohlbehalten angekommen und wird von den Stunden und den Jahreszeiten überschwänglich hofiert und zum Thron seines Erzeugers geleitet. Dieser begrüßt ihn „Tretet näher, mein Sohn, und wundert Euch über gar nichts!“ Weil es in der Empfangshalle sehr hell ist und Phäti seine Sonnenbrille nicht dabei hat, erklärt die Gottheit sich leutselig bereit, den Stromverbrauch ein wenig zu reduzieren und lässt aus dem göttlichen Stromkasten ein paar Sicherungen herausdrehen. - Weshalb seufzt der Kleine? Wer vermag es, ihm Unruhe und Traurigkeit einzuflößen. Das Blut, welches beide verbindet, erlaubt ihm, alles zu hoffen. Phäti wird sofort resolut, anstatt zunächst erst einmal ein bisschen die neue Umgebung zu erkunden. „Seele des Weltkreises, lebendige und fruchtbare Quelle aller Güter dieser Erde,“ eröffnet der Umschmeichelte, „wenn es ihm erlaubt sei, ihn Vater zu nennen, dann soll der Göttliche auch nicht die Hilfe verweigern, die er sich wünscht“. Der beschämende Vorwurf einer ruhmlosen Geburt, habe ihn grausam beleidigt. Im Namen väterlicher Liebe, soll er dem Paffi das Maul stopfen und ewiges Schweigen gebieten. „Keiner Täuschung ist er unterlegen und Clymene schwindelt nicht. Phaëton, in der Tat, Ihr seid mein Sohn.“ Deutliche Worte, die alle Zweifel ausräumen, die Stimme des Blutes hat sich geäußert. Doch was nützen sie, väterliche Liebe allein ist zu dürftig. Phäti braucht Beweise. Welches Pfand wünscht er von dem Blute, welches ihn zeugte? Was auch immer er erbitten würde, es soll ihm gewährt werden. Der Sonnengott gelobt beim Styx, und das will etwas heißen und ist nicht widerrufbar. Alle seine Schätze seien ihm zugänglich, die seine edle Kühnheit erlaubt, sich auszudenken. Keineswegs denkt Phäti noch an ein Dokument, welches diejenige STUNDE, die im Sonnenbüro die Buchhaltung macht, ausfertigen könnte. Phaëton ist anspruchsvoll will den Autoschlüssel vom Sonnenwagen, um selbst ein einziges Mal den Erdkreis zu erleuchten. Der erschrockene Vater rät dringend ab, denn Phaëton ist sterblich und wenn ihm unterwegs mit dem Auto etwas passiert, sehen seine Angehörigen ihn nicht wieder. - Aber sein Ruhm wird unsterblich sein, vor dem Tod hat er keine Angst. Der Sonnengott bekennt, dass er einen unüberlegten Eid geleistet hat, sein trauriges Herz ist von Verwunderung ergriffen. Ein Gott zittert um seinen Sohn, er soll doch seinem Vater an diesem Zeugnis erkennen. Was Paffi denkt ist doch egal. Phaëton sieht sich im Geist schon am Steuerrad der Luxuslimousine und ist von seinem Vorhaben nicht abzubringen. „Pappi, nur einmal, ein einziges Mal“ bettelt er. Jetzt kann nur noch Fortuna helfen und diese ist leider nicht geneigt. Am nächsten morgen heißt es früh aufstehen, dann geht die Fahrt los. Nun ist das Entsetzen auf der Seite Phaëtons, als er in der Garage die schrottreife Karosse sieht. Den Motor hat man ausgebaut und wie auf dem Cover der CD zu erkennen ist, werden zwei Ackergäule von ERATO vorgespannt, damit das uralte Gefährt sich überhaupt in Bewegung setzen kann. Die STUNDEN und die JAHRESZEITEN verabschieden sich von ihm und winken mit dem Taschentuch hinterher: Geh und verbreite Licht!


    Der Opernbesucher fragt sich, warum der Sonnengott nicht schon früher dem Sohn ein Wolkentaxi geschickt hat, um ihn in seinen stimmungsvollen Palast einzuladen. Die erste Probefahrt im Sonnenwagen hätte aus Sicherheitsgründen gemeinsam durchgeführt werden müssen. Die Mutter hätte sich auch gefreut einmal die Erde von oben betrachten zu können. Clymene ist mit ihren sechzig Lenzen und einem halbwegs erwachsenen Sohn immer noch attraktiv. Es ist doch viel netter, auch einmal die Familie um sich zu haben, als immer nur dem Gejauchze von STUNDEN und JAHRESZEITEN zuzuhören.


    Die Fahrt beginnt unproblematisch. Verkehrsschilder und Zebrastreifen fallen fort, Radarfallen sind nicht zu erwarten. Die Piste ist breit und die Gäule kennen ihren Weg. Ausreichend Fahrpraxis ist eigentlich von Haus aus vorhanden, denn Phäti besitzt selbst zwei Streitwagen mit vergoldeter Deichsel. Führerschein ist überflüssig. Die fetten Schimmel sollen endlich Tempo vorlegen, damit er am Abend pünktlich wieder zurück ist. Was er noch nicht ahnt, es gibt Gegenverkehr, ein Astroid wird seinen Weg kreuzen und Ross und Reiter zerschmettern.


    Fünfter Akt
    Es hat sich herumgesprochen, dass Phäti heute den Sonnenwagen kutschieren wird. Die Rezeption des Sonnenpalastes hat der Königin ein Mail geschickt, dass Phaëton zum königlichen Frühstück nicht erscheinen wird und um Entschuldigung gebeten. Clymene rührt die Werbetrommel. Jetzt wird Phäti zeigen, dass er vom Blut der Götter ist. Schaut zum Himmel! Der Papi hat ihm die Wagenschlüssel gegeben. Eine neue Sonne schenkt uns einen neuen Tag. Clymene in Begleitung zweier tributpflichtigen Könige schnappt fast über.


    Alle freuen sich bis auf Paffi. Den Rivalen sieht er triumphieren und man folgt dem Jubel seiner Mutter. Ihn überlässt man der unabwendbaren Verzweiflung. Solch einen schönen Wagen möchte er auch gern einmal lenken. Sein Vater Jupiter hat ihm überhaupt nichts anzubieten. Libye gesellt sich zu ihm und jammert mit, weil ihr zum Klagen zumute ist. Paffi soll jetzt bloß nicht von Liebe anfangen. Danach steht ihr der Sinn überhaupt nicht. Die Ehe ist nämlich etwas Heiliges. Phaëton gehört sie durch den höchsten Willen. Er soll bloß abhauen. - Die Liebe lebt von der Hoffnung! Wenn die Liebste ihm jedoch die Hoffnung raubt, nimmt er sich das Leben. Paffi stellt im Moment keine Ansprüche, noch ist sie nicht in seiner Gewalt. Es wird ihm schon süß ums Herz, wenn er sie sieht. Sein Papi, der Jupiter, ist Herr des Himmels und der Erde. Hoffen wir auf seine Unterstützung. Je höher der Rivale sich emporhebt, desto eher nähert sein Hochmut sich dem Donnerwetter.


    Die Szene hat sich bevölkert. Merops mit Gefolge, Clymene, zwei tributpflichtige Könige, ägyptische Schäfer und Schäferinnen mit vielen Schafen und sonstiges Volk sind anwesend und lauschen den Erläuterungen Clymenes. Eine neue Sonne schenkt einen schönen Tag. Niemals tauchte die himmlische Fackel so strahlend aus den Wellen. Der Chor der Schäferinnen empfiehlt, dass man so laut singen soll, dass alles wiederhallt, während die Schäfer sich auf Ballett konzentrieren. Blumen werden geboren und Herzen verzaubert. Man singt ein Loblied auf die Lust, doch Theone nervt wie üblich und klagt um ihre verlorenen Liebe.


    Clymene sieht es zuerst. Eine schreckliche Flamme breitet sich in den Lüften aus. Was ist passiert? Der Sonnenwagen ist umgekippt. Phäti kann nicht autofahren! Ein schrecklicher Sturz. Oh unglückselige Vermessenheit. Er soll aufpassen, er wird noch die Erde in Brand setzen. Hat er keinen Feuerlöscher im Wagen? Himmlische Kräfte sollen eingreifen. Die Göttin der Erde hat Angst, dass das Feuer sie verzehrt und ruft nach Jupiter. Solch grausame Qual hat sie nicht verdient. Bald wird die Erde ein Häuflein Asche sein. Die Flüsse werden austrocknen und die Wälder auch. Die eisbedeckten Berge werden schmelzen. Wenn es ihr beschieden ist zu sterben, dann nicht durch einen Verkehrsunfall, sondern durch den Kugelblitz des Jupiter. ihre Stimme wird schwächer und sie zieht sich in die Höhlen der Erde, die ihr als Luftschutzbunker dienen, zurück.


    Jupiter setzt sich endlich in Bewegung. Mit seinem Blitz setzt er das Gefährt endgültig außer Gefecht. Der Wagen ist schrottreif und der Fahrer und die Gäule sind verglüht. Nach den gelben Engeln wird telefoniert, damit sie einen Leihwagen herbeischaffen. Für ein paar Stunden wird Sonnenfinsternis verordnet bis die Fahrbahn wieder passierbar ist.


    Tamino 2006 – Engelbert Hellen.

    @ Siegfried


    Das Problem mit den Fratzenköpfen kannst Du lösen, wenn Du zwischen Ziffer und "klammer zu" einen Abstand setzt. Sieht nicht schön aus, ist aber nützlich.


    Verdi kann mit guten Librettisten nicht protzen. Ein gutes Libretto halte ich für unendlich wichtig. Ist es doch die halbe Miete.


    Verdi war mit einflußreichen und erfolgreichen Literaten befreundet. Er hätte bloss den Mund aufmachen müssen.


    Ein Libretto zu schreiben ist nicht so einfach, wie es aussieht. Der Handlungsaufbau muss stimmen und der Schmalz will in Worte gefasst sein. Das ist schwierig. Der romantische Überschwang ist ein Kontrast zur Ausrucksunmöglichkeit unserer Tage.


    Persönlich weiß ich ein gutes Libretto außerordentlich zu schätzen. Es gibt davon viele, die nicht als gut erkannt werden.


    Das Extremste was mir begegnet ist, nenne ich das von Steffanni " Enrico Leone" erleidet im Mttelmeer Schiffbruch und lässt sich in eine Tierhaut einnähen. Ein Greifvogel kommt zufällig vorbei und verschleppt die Tierhaut mit Heinrich als Inhalt in sein Nest. Heinrich metzelt die Jungvögel und hilft einem Löwen, der unter dem Baum mit einem Lindwurm kämpft. Das Wappentier gewinnt mit hilfe Heinrichs und erweist sich zutraulich. Auf einer Wolke, treten beide gemeinsam die Heimreise nach Lüneburg an und landen auf dem Kalkberg. Gerade rechtzeitig, um Mechtild aus der Bedrängnis eines unwillkommenen Freiers zu befreien.


    Das Libretto ist tadellos gearbeitet, nur der Regisseur und der Ausstatter sind gefordert, den Text bühnentechnisch umzusetzen. In den Comicheften der heutigen Zeit geht es reichlich doof und weitaus unlogischer zu. Man sollte nicht unterschätzen und für bare Münze nehmen, wenn der Librettist lediglich verulken wollte.


    Wenn der Autor schlicht und einfach nachlässig gearbeitet hat, was auch oftvorkommt, soll man ihn nicht in Schutz nehmen und Schlamperei rügen. Zweifel, ob man ihm damit gerecht wird, bleiben immer.


    :angel:

    ZAUBER DER OPER


    Paul Hindemith (1895-1963)
    Das Nusch-Nuschi


    Erotische Komödie für birmanische Marionetten in drei Bildern
    Libretto: Franz Blei
    Uraufführung: 4. Juni 1921, Landestheater Stuttgart


    Die Handlung spielt in Birma zu jeder Zeit


    DIE PERSONEN
    Mung Tha Bya, Kaiser von Birma
    Ragweng, der Kronprinz
    Kyce Waing, der Feldgeneral
    Der Zeremonienmeister
    Susulü, der Eunuch des Kaisers
    Bangsa – Osaka – Twaise - Ratasata, Frauen des Kaisers
    Der schöne Zatwai
    Tum tum, sein Diener
    Erster Herold, zweiter Herold
    Erste Bajadere, zweite Bajadere
    Drei dressierte Affen
    Das Nuschnuschi
    Ein Henker
    Ein Bettler


    DIE HANDLUNG


    Erstes Bild
    Tum tum ist der Diener des schönen Herrn Zatwai und bekommt regelmäßig Schläge, wenn er die Aufträge seines Herrn, der ständig verliebt ist, nicht zu dessen Zufriedenheit ausführt. Dieser hat sich nun in den Kopf gesetzt, dass eine der Frauen des Kaisers ihm heute morgen aus dem Fenster ein eindeutiges Zeichen gemacht hat und Tum tum soll sie jetzt holen. Zur nächtlichen Stunde hat er sich vor dem Frauenpalast eingefunden, weiß aber nicht, welche der liebeshungrigen Gemahlinnen er nun entführen soll. Er hat die Weisung, den Schrei des Liebesvogels nachzumachen. Sie wird dann die Strickleiter herunterkommen und in seine Arme fallen, aber nicht drin bleiben.


    Zwei Bajaderen kommen vorbei: Kann der Schiefmäulige ihnen vielleicht sagen, ob sie auf dem richtigen Wege zum Hause des Herrn Zatwai sind? Was haben die beiden dort zu suchen? Herr Zatwai hat heute nacht schon etwas anderes vor. Ach so, tanzen sollen sie, stimmt das auch wirklich? Ein Weilchen sollen sie sich gedulden, dann wird Tum tum sie hinführen. Sind die Damen auch gut parfümiert? - Der Dickwanst soll seine Nase von ihnen abrücken! Ein Bettler kommt vorbei und gibt seinen Senf dazu, was die beiden Bajaderen veranlasst, sich aus dem Staub zu machen.


    Bangsa, des großen Kaisers Mung Tha Bya erste Frau, hat den Boten bereits ausgemacht und bewegt sich vorsichtig die Strickleiter herunter. In der Morgenfrühe hat sie einen schönen Mann gesehen, der ihr Zeichen gegeben habe, erklärt sie sicherheitshalber. Ihm gehöre das Haus mit den gelben Affen in der ersten rechten Gasse. Wie sehr sich auf ihn freue. Bis zum ersten Hahnenschrei werden sie miteinander spielen.


    Es kommt noch eine weibliche Person die Strickleiter herunter, welche die Zeichen von Herrn Zatwai auf sich bezogen hat. Es ist Osaka, die zweite Frau des großen Kaisers Mung Tha Bya. Jung und schön war der junge Mann, den sie gesichtet hat und es wird mit ihm ein Vergnügen werden. Twaise die dritte Frau des Kaisers möchte nicht zurückstehen. In heißer Nacht wird Herr Zatwai ihr einen kühlen Trunk für ihren Durst anbieten. Die Strickleiter hört nicht auf zu schwingen. Als vierte stellt Ratasata sich als Frau des großen Kaisers Mung Tha Bya vor. Wie es sie nach dem Schönen hungert. Einen leckeren Bissen wird er ihr vorsetzen.


    Hat sein Herr nicht ein Juwel von einem Diener? Gleich vier Damen wird er ihm vorführen. Die Richtige, welcher er Zeichen gegeben hat, wird schon dabei sein. Eine hatte er gerade von der Leiter herunter geholt, schon hatte die nächste ihr Füßchen auf die erste Sprosse gesetzt, wird er vortragen. Herr Zatwai soll sich nicht mit einer begnügen, sondern alle der Reihe nach durchnehmen. Aber wenn die Geschichte im Palast herauskommt, beim Rhama, wird es kein Spaß für ihn werden. Bis jetzt war alles soweit ganz lustig, wie die Vögelchen niedlich in der Luft schwebten, aber nach dem Hinsehen kommt jetzt das Nachsehen. Am besten, er haut ab und sucht sich gleich einen neuen Herrn, Vielleicht einen soliden alten Herrn, der nichts mehr mit der Liebe zu tun hat, weil sie nichts mehr mit ihm zu tun haben kann. Ein Vogel fliegt durch die Luft und macht
    „Sü-ü-ü-süi“.


    Es kommt jemand geschwankt. Tum tum erkennt in ihm den kaiserlichen Feldgeneral Kyce Waing, Besiegter in zahllosen Schlachten, total betrunken, große Klappe und zu nichts fähig. Dieser soll sein neuer Herr werden! Er beklagt sich, dass von den Nachtschattengewächsen niemand zur Stelle sei, um einen vom Felddienst müden Krieger nach Hause zu bringen. Durchlaucht scheinen erschöpft zu sein. In Pfützen und Löcher wird der Beklagenswerte treten, wenn keine Kakerlake zur Stelle ist, um ihn zu stützen. Das ist wahr, die Nacht ist schwül und dunkel, man sieht nicht, wohin man tritt und ehe man es sich versieht, kommt so ein Nuschnuschi aus dem Fluß um den fürchterlichen Rachen aufzusperren und zuzuschnappen. Dem Opernbesucher muss an dieser Stelle erklärt werden, dass ein Nuschnuschi ein Zwitterwesen aus der Zoologie ist, halb Ratte, halb Kaiman, kriecht langsam und schnauft.


    Kyce Waing sieht gar nichts, durchaus nicht, er ist kurzsichtig und hat seine Brille verloren. Sein Begleiter borgt sich das Schwert des Generals aus, denn das Nuschinuschi ist dem Sumpf soeben entstiegen, um den Krieger tätlich anzugreifen. Welch ein Glück, dass der mutige Tum tum zur Stelle ist und mit viel Tam tam das schröckliche Tier resolut bekämpft. Warte du Vieh, raß raß sa sai tschang, will es diesen guten tapferen Herrn wohl in Ruhe lassen. Sa sai! Kyce Waing schreit fürchterlich. Jetzt beißt es ihn schon ins Hinterteil. Gleich hat der Schalk es erschlagen. Irgendwann verschwindet das Ungeheuer zu Tode getroffen im Sumpf, von wo es gekommen ist. War das ein schweres Stück Arbeit. Durchlaucht ist gerettet.


    Wie heißt der Retter, will der General wissen. Tum tum, der letzte seiner Sklaven. Nicht doch, sein Schwertträger soll er in Zukunft sein. Jetzt will der General ins Bett. Der Kampf hat ihn müde gemacht. Mit einem Schlag hat der Überfallenel das Ungeheuer niedergestreckt. Die Dichter werden zu tun haben, das Lob seiner Tapferkeit zu singen.


    Zweites Bild
    Die vier kaiserlichen Gemahlinnen, sowie die beiden Bajaderen haben sich im Hause des schönen Herrn Zatwai ohne Begleitung Tum tums eingefunden. Der Verkehr wird relativ züchtig abgewickelt. Sobald eine der vier kaiserlichen Gemahlinen das Vergnügen hatte, verlässt die das Schlafgemach des Hausherrn, die nächste löst sich aus der Warteschleife und darf eintreten, ähnlich wie beim Zahnarzt geht es zu. Die beiden Bajaderen übernehmen den musischen Teil des Abends mit Gesang, Tanz und Literatur. Einen verschlüsselten erotischen Dialog führen sie miteinander, der von den drei anwesenden Affen nicht verstanden und mit „Rai Rai Rai“ quittiert wird. Dem Opernbesucher wird auffallen, dass der Librettist wegen des geringen Wortschatzes die Vokalpartie der Affen extrem reduziert hat.


    Diverse Liebesgötter werden angerufen, damit sie beraten und assistieren. Madana soll dafür sorgen, dass sich die beiden beißen, Ragaranta, soll den Lingam stark machen wie einen Wurfspeer und Ratanarischta drängt auf ständige Wiederholung der Leibesübungen.


    Drittes Bild
    Im Palast weiß man längst, dass die kaiserlichen Damen einen ungezügelten Appetit haben. Aus den entferntesten Provinzen reisen die Kavaliere an, um mit ihnen ihre Bekanntschaft zu gestalten. Der kaiserlichen Bestrafung am nächsten morgen entgehen die Ahnungslosen nicht. In einem ordentlichen Verfahren wird der Verstoß in der großen Gerichtshalle nach geltendem Recht abgeurteilt und die Missetäter müssen einbüßen, womit sie gesündigt haben. Die kaiserliche Majestät Mung Tha Bya, der Kronprinz Ragweng und der Zeremonienmeister sind bei der Prozedur zugegen. Mit einem feierlichen Tasanf, Tasang werden die Erhabenen zur Prozesseröffnung begrüßt. Während der Kaiser leicht den Kopf neigt, erwidert der leicht angeschlagene Kronprinz den Morgengruss mit „Hö Hö“.


    Susulü, der kaiserliche Obereunuch trägt nun die Anklage vor. Als er am Morgen nachsehen ging, wie den Damen die Nacht bekommen sei, fand er wie immer die Betten leer. Alle vier Betten waren leer, so leer, dass sie nicht einmal warm waren, wovon sich seine Hand überzeugte. Gerade in dem Moment, wie er vor Schreck erstarren wollte, hört er, wie unter dem Fenster die kaiserlichen Damen nach ihm rufen, er möge doch die Tür aufmachen, sie seien ein wenig spazieren gegangen und wollen nun ins Haus. In Wirklichkeit sei die Sache aber so gewesen, dass ein Bettler der Morgenwache seine Beobachtungen ausgeplaudert habe. Über eine Strickleiter hätten die Kaiserinnen das Haus verlassen und ein Bursche sei gekommen, um sie abzuholen und seinem Herrn zuzuführen. Den Burschen habe er ausfindig gemacht und mitgebracht, er heiße Tum tum. Was hat der Zeuge zur Anschuldigung zu sagen? Völlig richtig, die majestätischen Damen hat er zu seinem Herrn geführt, der es ihm befohlen hat. Ein Diener muss gehorchen. Wo ist sein Herr? Im Bett, wo sonst! Und wer ist der Herr? Ein sehr würdiger und guter und ein höchst angesehener Herr. Einen Herrn, wie es keinen zweiten gibt, was seinen Mut und sein Stattlichkeit betrifft. Wenn er den Namen nicht sagen will, wird die Strafe an ihm vollzogen, kündet das Gericht. Bei Krischna, jetzt ist er vom Regen in den Wolkenbruch gekommen. Er will es ja gern sagen, es ist der Herr Feldgeneral Kyce Waing.


    Mit furchtbarer Stimme wiederholt der Kaiser den Namen Kyce Waing. Der Kronprinz räuspert sich schadenfroh mit einem deutlichen „Höh höh.“ Der Herold soll nun den durchlauchtigsten General fragen, ob Tum tum sein Dieser sei. Der Kaiser gibt sich tief bestürzt, dass sein treuer General ihn auf diese Weise verraten hat. Noch liegt der General erschöpft zu Bett und kann selbst nicht vorbeikommen. Er lässt aber bestätigen, dass Tum tum sein treuer Diener sei und ihm letzte Nacht einen großen Dienst erwiesen habe. In seiner Richterfunktion stellt der Zeremonienmeister fest, dass der General Kyce Waing, um es mit Respekt zu sagen, die letzte Nacht mit den kaiserlichen Gemahlinnen verbracht hat. Die Kaiserliche Majestät soll nun das Urteil verkünden. Es lautet: Das Übliche.


    In Vorfreude, seines Amtes walten zu dürfen, tritt der Büttel vor: Schneide, schneide scharfes Messer. Tum tum hat einen Einwand: Diese Operation, die allgemein höchst unbeliebt ist, wird seinen guten Herrn nicht freuen. In der Halle des Gerichtes geht es jedoch nicht um Vergnügen, sondern um Gerechtigkeit. Der Henker wird losgeschickt, um den General mit seinem Werkzeug im Bett zu überraschen. Völlig aufgelöst kommt dieser nach einer Weile zurück. Seine Kunst ist blamiert, sein Messer entweiht und seine Ehre befleckt. Nun, wurde das Urteil vollstreckt? Es war nicht mehr nötig! Ein anderer war ihm vor Zeiten zuvorgekommen. Allgemeine Erleichterung und mit Gesang und Tanz - die Dichtkunst wird nicht ausgeklammert – geht man zum gemütlichen Teil der Vorstellung über.


    Tamino 2005 - Engelbert Hellen

    Schreckliches von Paul Hindemith


    Das Nusch-Nuschi ist ein Tier, halb Ratte, halb Kaiman, schnauft und kriecht langsam. Es lebt in Sümpfen, ist nachtaktiv und schnappt sofort zu, wenn ein unvorsichtiger Feldgeneral betrunken vorbeitorkelt.
    Tum tum hat ihn gerettet und Kyce Waing ist ihm auf ewig dankbar.
    Trotzdem haut Tum tum ihn in die Pfanne. ;(


    Kyce Waing wird zu Unrecht verdächtigt alle vier kaiserlichen Gemahlinen verführt zu haben. Susulü, der Obereunuch hat es herausgefunden. Der Feldgeneral, bei allem Respekt, soll nun mit dem Körperteil büßen, mit dem er gesündigt hat. Schneide mein schönes scharfes Messer, schneide, leckt der Scharfrichter sich bereits die Lippen. Wird Kyce Waing es gelingen, sich rechtzeitig aus dem Staub zu machen?


    Mehr darüber morgen im Opernführer


    :angel: