Beiträge von Engelbert

    Im Jahre 1965 gabe es bereits eine Einspielung der Trojaner
    unter Georges Prêtre und der Nationaloper Paris auf EMI, die offenbar
    niemand kennt. weil sie zu Vergleichen nicht herangezogen wird.


    Den Äneas hat Guy Chauvet gesungen und beide Partien,
    die Cassandra wie die Dido hat sich Regine Crespin vorgenommen.


    Zu dieser Zeit stand die Crespin im Zenit ihres Ruhms und hat
    unter Decca auch die Sieglinde unter Solti eingespielt. Die
    Herodiade, in der sie die Salome singt, stammt auch aus
    dieser Zeit.


    Die Crespin setzt ihren superschlanken silberhellen dramatischen
    Sopran ein und erstellt ein eindrucksvolles psychologisches Porträt
    beider Frauengestalten. Im Falle der Dido gibt sie sich keine
    Mühe, die Stimme abzudunkeln, um einen Mezzosopran zumindest
    anzudeuten.


    Deshalb meine Frage, war die Dido von Berlioz überhaupt für
    Mezzosopran vorgesehen oder hat die Graham, sich die Partie
    einfach "gekrallt", weil sie Berlioz über alles liebt.


    Die Francoise Pollet habe ich natürlich auch als Dido, allerdings nur mit
    der Sterbeszene "J'ai vais mourir" in der sie einfach überwältigt.


    Dies Recital wird von mir immer wieder abgenudelt, weil dort
    auch noch andere Kostbarkeiten aus französischen Opern
    vorhanden sind, die anderweitig erst in jüngster Zeit oder
    gar nicht greifbar sind:


    Die Königin von Saba (Gounod)
    Heinrich VIII (Saint-Saens)
    Cinq Mars (Gounod)
    Sapho (Massenet)


    Aufgefallen ist mir eine Oper "Sigurd" von einem
    Ernest Reyer, in der die Pollet die Brunehilde singt.
    "Salut! splendeur du jour" der Höhepunkt des Recitals überhaupt.


    Engelbert