Beiträge von gerdprengel

    Daniel Barenboim hat kürzlich in den Salzburger Festspielen mit seinem West-Eastern Divan Orchestra die Große Fuge in einer fantastischen Orchesterfassung aufgeführt . Klanglich so meisterhaft, wie ich es bisher in noch keiner anderen Orchesterversion gehört habe. Nur ausgerechnet der Climax des Werkes 34:38 - 35:12 kommt leider viel zu schwach und zurückhaltend rüber.

    --> ab 22:10 : https://www.arte.tv/de/videos/…chestra-daniel-barenboim/

    Ich erinnere mich dunkel:

    Nachdem ich von den Sinfonien geradezu hingerissen war, empandi ich die Klevierkonzerte beim Ersthören als eher enttäuschend,, was vermutlich an der Erwartungshaltung lag. ...

    mfg aus Wien

    Alfred

    Das ist ja, interessant, bei mir war es genau umgekehrt. Ich war hingerissen zunächst vom 8. Klavierkonzert und dann den anderen Klavierkonzerten 3 - 9, der a-moll und fis-moll Klaviersonate (Schlusssatz !), der g-moll Violinsonate, Klavierquintett und -quartette, ... und etliches aus den beiden Oratorien ... Erst jetzt mach ich einen neuen Anlauf auf die Sinfonien :-)

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    Анна Нетребко и Даниэль Баренбойм. Русские романсы (2010) .

    Anna Netrebko und Daniel Barenboim. Russische Romanzen (2010) >

    ...

    Herzlichen Dank für diesen Link auf einen herrlichen Liederabend, mit Liedern, die mir bislang vollkommen unbekannt waren. Netrebko und Barenboim - ein perfektes Match!

    Daraus haben mir am besten gefallen:

    https://youtu.be/g_VE3IQzkko (Tschaikowsky Wiegenlied op. 16,1 !)

    https://youtu.be/48ZHUAeWxj4 (Tschaikowsky op. 47,7!)

    https://youtu.be/KVYG2yZrmnQ (Dvorak op.55,4)

    Ich liebe alle von Mozart's Klaviersonaten. Für mich sind sie keine Nebenprodukte, sondern gehören zu dem intimsten und persönlichsten, das Mozart uns offenbart hat:

    Sein Schmerz über den Tod seiner Mutter in der a-Moll Sonate,

    seine Leidenschaft in der c-moll Sonate KV 457 , die er erst später in dem d-Moll Klavierkonzert noch übertraf,

    der Mittelteil des langsamen Satzes der mir lange völlig unbekannten Sonate KV533 hat mit seiner krassen Chromatik eine progressive Harmonik, die ich nicht mal von Beethoven kenne und schließlich der fis-moll Mittelteil des Andante von KV 576 in seiner überirdischen Melancholie, die mich immer wieder auf das Tiefste berührt ...


    Die Leidenschaft von der c-Moll Sonate begeisterte mich so, dass ich mir die Freude gemacht habe, sie mal zu einer kleinen Sinfonie zu arrangieren:

    http://www.gerdprengel.de/Moza…noSonata-KV457-1_orch.mp3

    http://www.gerdprengel.de/Moza…noSonata-KV457-2_orch.mp3

    http://www.gerdprengel.de/Moza…noSonata-KV457-3_orch.mp3

    Ich habe heute in einem Spaziergang mit Kopfhörern die 5. und 7. Sinfonie von Kalliwoda in der oben genannten herrlichen Aufnahme gehört. Die 5. liebe ich schon seit geraumer Zeit, aber heute hat mich die 7. in g-moll umgehauen - besonders die feurigen Ecksätze (Durchführung des ersten Satzes, ... !):


    Was für eine Entdeckung - für mich die schönste Sinfonie aus der Zeit zwischen Schumann und Brahms!

    ... ja, hinsichtlich Konzertaufführungen werden viele alte Komponisten ignoriert. Um überhaupt Leute in die Konzerte zu bewegen, müssen die alten Zugpferde immer wieder ins Programm. Um so dankbarer bin ich dass über die modernen Tonträger und insbesondere Streamingdienste wie Spotify viele alten Schätze ohne großen Aufwand verfügbar gemacht werden. Was habe ich dadurch in den letzten Jahren für Perlen entdecken können! Ich denke dabei an die herrlichen Klavierkonzerte und etliche Kammermusiken von Ries, alle Messen von Cherubini, das überirdische Requiem von Kozlovsky, die 5.Sinfonie von Kalliwoda, Niels Gade's 1. Sinfonie und seine Nachklänge von Ossian, 8. Sinfonie und Streichquintett von Lachner, 1. Sinfonie von Kalinnikov, ...

    Und solche Werke vermögen auch heute noch Begeisterung hervorzurufen - zumindest in den Kommentaren von YouTube, an den ich mich oft sehr erfreuen kann... ;-)

    Mittlerweile habe ich der Beethoven Adagio-Melodie noch einen Nachsatz hinzugefügt und dann 7 Variationen für Streichquartett dazu geschrieben. Es würde mich schon sehr freuen, wenn jemand sich mal zu einem der letzten Beethoven Adagiothemen (von 1825) äußern würde, das bisher ganz unbekannt war ... ich jedenfalls finde es herrlich!


    http://www.gerdprengel.de/Beet…ketch_1825_variations.mp3

    http://www.gerdprengel.de/Beet…ketch_1825_variations.pdf

    Einer meiner Lieblingssonaten überhaupt ist die großartige a-moll Sonate DV 784 aus dem Jahre 1823, die erste ganz große, die Schubert geschaffen hat. Ich empfinde, dass diese in allen 3 Sätzen einen symphonischen Charakter wie keine andere hat, so war es mir ein großes Bedürfnis eine Orchestrierung zu versuchen:



    Im Vergleich zu namhaften Klaviereinspielungen (Brendel, ...) nehm ich das Tempo des ersten Satzes schneller und meine damit, der Vorschrift "Allegro guisto" eher gerecht zu werden - zu Recht?


    Gerd

    Eigenrtigerweise haftete diesem Oratorium immer der Ruf des religiösen Kitsches an, es wurde von vielen nicht ernst genommen. Persönlich kann ich das aber nicht verstehen. Es entspricht vom Konzept her der Zeit in der es entstanden ist - und bietet zudem überirdisch schöne Stellen.

    Ich hatte das (wahrscheinlich eher seltene) Glück, das Werk auch live im Wiener Konzerthaus hören zu dürfen...

    Auch bei uns in Darmstadt wurde es im letzten Jahr zu Karfreitag aufgeführt - es war überwältigend! Für mich ein herrliches Werk, besonders der Schlusschor. In einem Buch von B. Cooper las ich kürzlich, dass dieses Werk die erste Komposition Beethovens nach seinem "Heiligenstätter Testament" gewesen ist und für ihn eine Hilfe gewesen sei, seine Krise, die ihn fast in den Selbstmord getrieben hätte, zu überwinden. Botschaft des Oratoriums: Jesus opfert sich für die Erlösung der Menschheit - und Beethoven opfert sich quasi für die Kunst und entscheidet sich so für das Leben ...

    der 3Sat Beethoven-Tag heute war schon Klasse!


    Besonders die 6 Sendungen Mythos Beethoven ! Sehr erhellend in "Der Verliebte" die Ausführungen zur Unsterblichen Geliebten Josephine Brunswik und der Sonate op. 110, für die er die Sonate nach ihrem Tod 1821 quasi als Requiem geschrieben hat...


    Die Fidelio Aufführung von 2015 war allerdings von der Inzenierung her mal wieder ätzend, da kann die Musik noch so toll sein...


    Auch wenn einige jetzt vielleicht einige die Nase rümpfen, aber der Spielfilm "Klang der Stille" über die Aufführung der Neunten und Beethovens letzte Lebensjahre war - auch natürlich mit viel erfundenen Zutaten - sehr bewegend und brachte den widersprüchlichen Charakter Beethovens und seine Zeit sehr gut und emotional zum Ausdruck - auch Ausschnitte seiner Werke dabei waren sehr gut getroffen - besonders der Dankgesang aus op. 132!

    Lieber Siegfried,


    notiere Dir doch einmal den 10. Mai 2020. Ich lade Dich ein, mit mir ujnd anderen Taminos zusammen Beethovens 10. zu hören ...

    Bei uns in Darmstadt wurde diese Barry Cooper Realisierung im letzten Jahr aufgeführt und es wurde begeistert aufgenommen - ein hinreißendes Konzert! Vielleicht komm ich im Mai dann auch nach Heilbronn - ist ja nicht so weit :-)


    Diese Computer Realsisierung hingegen ist ist ein trauriger Witz. Mit Schubert's Unvollendeter wurde das vor einem halben Jahr auch gemacht - gesponsert von Huawei wie jetzt von der Telekom - das Ergebnis war jämmerlich

    Ich lese gerade von Barry Cooper das höchst interessante Buch "Beethoven and the creative Process". Darin findet sich eine Adagio Skizze vermutlich für ein Streichquartett, da es sich unter den Skizzen zur Cavatine von op. 130 befindet. Interessant ist zu Beginn die Ähnlichkeit zum herrlichen Andante Thema aus dem genau 2 Jahre zuvor geschriebenen dritten Satz der Neunten: Zu Beginn die originale einstimmige Melodieskizze und dann noch zweimal mit einer von mir hinzugefügten Basslinie:


    http://www.gerdprengel.de/Beet…tt_Skizze_1825_Adagio.mp3


    Es gibt immer wieder etwas neues von Beethoven zu entdecken ...


    Gerd

    Ich höre heute das Stück zum ersten mal und erfahre, dass Tschaikowsky es ursprünglich als Mittelsatz seines Violinkonzertes komponiert hat!! Wunderschön!!

    Tschaikowsky hat es als Satz für Violine und Klavier herausgegeben, aber in dieser Form vom Glasunow entspricht es natürlich eher dem ursprünglichen Violinkonzert-Mittelsatz ...

    ... und hier der erste und vierte Satz der 6.Sinfonie - mit die fantastischsten Sätze der deutschen Romantik - komponiert eigentlich ohne Vorbilder (Schubert's große Sinfonien noch nicht entdeckt, Schumann und Mendelssohn hatten ihre großen noch nicht veröffentlicht bzw. komponiert). Der erste Satz endet mit einer großen 3-minütigen Doppelfuge wie es sie in der ganzen sinfonischen Literatur nicht gibt...


    http://www.gerdprengel.de/Lachner_6_symph-1.mp3


    www.gerdprengel.de/Lachner_6_symph-4.mp3
    www.gerdprengel.de/Lachner_6_symph-4.pdf

    Die Frage dieses Threads kann ich definitv mit Ja beantworten - allein schon wegen des überirdisch schönen langsamen Satzes (der übrigens in fis-Moll ist und nicht in a-Moll wie oben fälschlicherweise gesagt. Damit teilt er die gleiche Tonart wie die ebenfalls Ausnahme-Adagios von Beethovens Hammerklaviersonate und Schubert's letzter A-Dur Sonate - Zufall?).

    Ganz dicht in meiner Wertschätzung Mozarts Klavierkonzerte folgen für mich die beiden Moll Konzerte KV 466 und 491 und sein letztes KV 595 (hier auch wegen des langsamen Satzes)

    Ich konnte es zunächst kaum glauben, aber gestern bin ich unererwarteterweise auf ein drittes Klavierkonzert in e-moll von Mendelssohn gestoßen!! Er arbeitete daran in 1843 legte es dann aber zugunsten des Violinkonzertes beiseite. Es existieren ausgedehnte Entwürfe zu den ersten beiden Sätzen. Ich liebe das Haupthema und besonders die grandiose Coda
    des ersten Satzes und den wunderbar melancholischen zweiten Satz:

    Was für ein herrliches Werk, das den ersten beiden in nichts nachsteht! -->

    Ja, lutgra, die 1. Sinfonie ist bis auf das Finale sehr schwach. Aber was sagst du zu meiner Umsetzung der zweiten Sinfonie?

    Zu dieser habe ich in der Allgem. Musikalischen Zeitung von 1834 diesen Beitrag gefunden:

    "Hr. Kapellmeister Lachner prodizierte seine zweyte grosse Sinfonie in F dur ... Es ist ein grossartiges, gründlich gearbeitetes, oft wirklich originelles, effektvolles, fast zu effektvolles Instrumentalwerk, das mit den gelungensten Bezeugnissen der neusten Zeit ungescheut sich messen darf ..."


    Und was sagst du zu der grossartigen achten Sinfonie (zumindest, was die Sätze 2 - 4 angeht mit einem herrlichen Finale, siehe oben )?

    Ich habe jetzt auch den ersten Satz der bislang vergessenen und ungedruckten 2. Sinfonie in mein Notensatzprogramm erfasst und aufgenommen. Ich finde ihn ganz stark - eine melodiöse langsame Einleitung, dann das Allegro mit einer Tschaikowsky vorwegnehmenden Walzermeldie als Hauthema, das sich dann besonders in der Durchführung und Coda leidenschaftlich entwickelt. Zusammen mit dem 2. und 3. Satz kann ich jetzt sagen, dass es für mich einer der Top Sinfonien der frühen Romantik für mich ist . Bin jetzt mal gespannt auf den 4. Satz ...


    www.gerdprengel.de/Lachner_symph_2_Allegro.mp3

    www.gerdprengel.de/Lachner_symph_2_Allegro.pdf


    www.gerdprengel.de/Lachner_symph_2_Adagio.mp3

    www.gerdprengel.de/Lachner_symph_2_Adagio.pdf


    www.gerdprengel.de/Lachner_symph_2_Scherzo.mp3

    www.gerdprengel.de/Lachner_symph_2_Scherzo.pdf


    Gerd

    Ich höre zu etwa 80% Klassik. Innerhalb Popmusik sind mir Bruce Springsteen, Bob Dylan und Mark Knopfler die liebsten. Davon ist Bruce Springsteen der mich emotional berührendste und über 4 Jahrzehnte der qualitativ konsistententeste , ganz stark zB. My City in Ruins, das unmittelbar nach dem 11.September 2001 herauskam und seit dem für mich einen besonderen Platz hat:


    Nein, meines Wissens gibt es nur Aufnahmen der 1, 3., 5. und 8. Sinfonie, wobei die 8. Sinfonie in g-moll mit Abstand die beste davon ist, mit einem schönen Andante, tollen Scherzo, aber vor allem einem großartigem Finale! (von dem ersten Satz gefällt mir hingegen nur ein schönes Fugato in der Durchführung)



    https://imslp.org/wiki/Symphon…00_(Lachner%2C_Franz_Paul) ( gedruckte Partitur)


    Von der bisher nur handschriftlich vorhandenen Partitur der zweiten Sinf. begeistern mich die hier präsentierten Mittelsätze, bin mal gespannt, ob die Ecksätze auch so viel hergeben - falls ja, dann würde ich die auch editieren und mp3-Dateien erzeugen (obwohl die wahrscheinlich viel mehr Arbeit bedeuten)


    Gerd

    Leider kann ich keine 10 nennen, aber diese 4 wären mir wichtig:

    - Ferdinand Ries (wegen seiner herrlichen Klavierkonzerte und Kammermusik mit Klavier)

    - Cherubini (wegen seiner wunderbaren Messen und Requien)

    - Osip Kozlovsky (wegen nur einem Meisterwerk, seinem grandiosen Requiem von 1798)

    - Niels Gade (wegen seiner großartigen Ossian Overtüre und erster Sinfonie)


    Ansonsten höre ich doch eher die Komponisten aus der "ersten Reihe"...


    Gerd