So wie ich Euch vor ein paar Wochen Schumanns unvollendete Zwickauer Sinfonie hinsichtlich Scherzo und Finale vorgestellt habe, habe ich mich jetzt mindestens so spannend an sein c-moll Sinfonieprojektvon 1841 herangewagt, dem gleichen Jahr in dem er auch die d-moll Sinfonie geschrieben hat:
In Schumanns Korrespondenz und Tagebüchern aus dem Jahr 1841 (wie dem Haushaltsbuch und dem Ehetagebuch) erscheint das Stück häufig als ein lebhaftes, aber frustrierendes Projekt. Im April 1841 schrieb er, dass er „voller Musik“ sei, und erwähnte mehrere Orchesterpläne. Er beschrieb seinen Zustand oft als ein körperliches „Brausen“ in seinen Ohren. Clara Schumann verfolgte die Bemühungen ihres Mannes genau und notierte in ihrem Tagebuch, dass Robert an einer „neuen Sinfonie“ arbeite, stellte später jedoch fest, dass sie zugunsten der d-Moll-Sinfonie (Nr. 4) beiseitegelegt worden war. Schumann gab das Stück wahrscheinlich auf, weil es seinen neuen Zielen hinsichtlich symphonischer Einheit nicht entsprach (vgl. Sinfonie Nr. 4). Später bezog er sich in seinen Briefen häufig darauf, dass bestimmte Ideen „bis zum Ende nicht standhielten“ in einer orchestralen Form. Die Fragmente repräsentieren Schumanns Übergang zu einem experimentelleren und dramatischeren Stil vor der Etablierung seiner reifen Sinfonien.
