Beiträge von gerdprengel

    Davon habe ich noch nichts gehört. Die Brahms-Literatur, die mir bekannt, gibt dazu nichts her. Einen ganz vagen Hinweis habe ich hier im zweiten Absatz gefunden. Nun würde mich interessieren, auf welche Quelle Du Dich bei Deiner Entdeckung berufst.

    Ich habe keine Quelle als die Bemerkung in dem YT Video "Orchestration of the Quintet opus 111 (originally intended by Brahms as a Symphony)" . Wie der Herausgeber P. Klatzow zu der Aussage kommt, kann ich nicht sagen, man kann ihn auch nicht mehr fragen, da er nach meiner Kenntnis gestorben ist. Die Orchestrierung finde ich aber schon ziemlich überzeugend, weswegen ich diese Aussage durchaus plausibel fand ... wie findet Ihr denn diese Orchestrierung???

    Ich habe kürzlich eine faszinierende Entdeckung gemacht! Habt ihr schon mal davon gehört, dass Brahms sein herrliches Streichquintett op. 111 ursprünglich als seine 5. Sinfonie konzipiert hat? Ich muss sagen, der erste Satz ist in der Tat überaus orchestral empfunden! Hier hat uns jemand gezeigt, wie Brahms das gemacht haben könnte Besonders das Hauptthema zu Beginn von den Celli/Hörnern vorgetragen, finde ich wirklich stark - der ganze erste Satz ist eigentlich herrlich!! -->

    ...

    Es gibt Skizzen für ein Scherzo, das von Brian Newbould komplettiert wurde und auf einer Einspielung unter Sir Charles Mackerras (für Virgin) zu hören ist. Der 4. Satz, es gibt keine einzige Note davon wurde in dieser genannten Aufnahme durch Musik aus "Rosamunde" ersetzt, ein Vorgehen, das mich nicht überzeugt.


    Persönlich genügen mir die 2 vorhandenen Sätze um die Sinfonie als "komplett" zu empfinden...

    Ja, die zwei Sätze sind "komplett" - dennoch fine ich es faszinierend, zu betrachten, was Schubert für den weiteren Verlauf der Sinfonie im Sinn gehabt hat. Die Sätze von Newbould finde ich auch nicht ganz befriedigend - einfach zu "nett". Ich habe in den letzten Wochen einen Versuch unternommen, das Scherzo neu zu orchestrieren und das Trio zu vervollständigen, und jetzt auch das Finale auf Basis des Satzes aus der Bühnenmusik zu Rosamunde zu bearbeiten.


    Dabei habe ich das schleppende Tempo der Rosamunde Version immer als Manko für einen Finalsatz empfunden. Daher habe ich das Tempo zu "Allegro" geändert, habe insgesamt manche Unterbrechungen/Ritardandi entfernt, beim Hauptthema die 2 Halbnoten geändert zu einer Halbnote und 2 Viertelnoten, habe manche Tremoli eingebaut, ... und so insgesamt dem bisher recht statisch wirkenden Satz mehr Fluss und Dynamik verliehen. Ferner empfinde ich, dass das Seitenthema viel zu früh einsetzt, ich habe daher noch einen dynamischen Übergangsteil eingebaut. In dem Video habe ich meine Änderungen mit Gelb markiert.


    III. Scherzo:

    IV. Finale:



    Was denkt Ihr? Wenn Ihr meint, die Sätze seien keine angemessene Ergänzung zu den ersten beiden Sätzen, dann betrachtet die Sätze doch einfach mal für sich allein ..


    LG Gerd

    ... Nun bin ich doch ein wenig fasziniert :hail:. Wie kannst Du denn eine Orchestrierung umsetzen? Kann man in dem Programm bestimmen, wieviele Streicher, Trompeten oder Pauken unterwegs sein sollen...

    Hallo astewes, ich gehe so vor, dass ich die Originalnoten nehme und ordne sie den Orchesterinstrumenten zu, wie ich es mir vorstelle. Das Programm unterscheidet bei Streichern nur zwischen Soloinstrumenten und Streichergruppe (also z.B. "1. Violinen"). Nur bei Trompeten und Pauken wähle ich manchmal zusätzliche Noten... Für mich eine überaus faszinierende Arbeit ...

    ... nach langem Zögern ob dieses großen Werkes stelle ich nun hier das Es-Dur-Streichquartett von Beethoven, eines meiner absoluten musikalischen Lieblingswerke, vor...

    Für mich stand dieses herrliche Werk Beethovens immer im Schatten der folgenden späten Quartette Beethovens. Aber im Zuge meines Versuches, dieses Werk zu orchestrieren, habe ich es in den letzten Wochen wirklich lieben gelernt. Hat es nicht auch eine sinfonische Dimension? -->:

    Für mich ist Spohr einer der langweiligsten Komponisten, die ich je gehört habe. Eben habe ich nochmal die ersten 4 Sinfonien gehört (teilweise nur ansatzweise) - einzig die kontrapunktische Durchführung der ersten Satzes der 1. Sinfonie und deren 2. und 3. Satz fand ich wirklich ansprechend. Wieviel lieber höre ich da Ferdinand Ries oder Franz Lachner aus dieser Zeit - auch 2 tolle Sinfonien von Carl Loewe sind wirklich hervorragend! Schon deswegen, weil Spohr sich eine Male herablassend über Beethoven geäußert hat (über die Coda des 1. Satzes der Siebten Sinf. und die späten Quartette...), kann ich ihn nicht wirklich für voll nehmen.

    Endlich mal eine eine Aufnahme, die wie ich meine, dem herrlichen Bach-Werk in seinem meditativen Charakter annähernd (zumindest am Anfang, die zweite Hälfte ist mir auch zu hart gespielt) gerecht wird. Mit all den vermeintlich historischen Aufführungen des Werkes und auch der Webern Fassung kann ich leider gar nichts anfangen und ich habe jetzt meine eigene Orchesterfassung geschrieben und aufgenommen. Dabei empfinde ich das Werk quasi als ein Mutterwerk von Beethovens ersten Satz seines op. 131 cis-moll Quartetts und sollte entsprechend wie eine stille Meditation gehört werden:


    Hier könnt Ihr meine Noten verfolgen: https://www.gerdprengel.de/Bach_Musical_offering_orch.pdf

    ich kann gar nicht sagen, wie mich diese Orgelfantasie KV 608 begeistert - sowohl die einzigartigen Fugenteile (Schlußteil !!) wie auch der zarte Mittelteil - auch Beethoven muss sie besonders geschätzt haben, hat er sich doch eigenhändig eine Abschrift davon gefertigt! Ich finde sie hat sogar eine orchestrale Dimension, so dass ich diese Orchesterfassung geschrieben habe: https://youtu.be/QUFYtm0sCys

    kürzlich kam eine CD mit Orchestrierungen von Schubert Liedern unter dem Titel "Schubert revisited" heraus . Zumeist fand ich diese Stücke nicht besonders ansprechend- mit allerdings einigen wenigen Ausnahmen, vor allem dem packenden Erlkönig und des Fischers Liebesglück:

    Seit jeher faszinieren mich Skizzen von Beethoven, sind darunter doch etliche Kostbarkeiten verborgen. Eine dieser Skizzen vom Mai 1820 wurde mir kürzlich mitgeteilt mit der Anfrage, ob ich sie orchestrieren könnte. Ich finde die Melodie überaus schön, finde sie aber eher an Mendelssohn erinnernd als an Beethoven, oder?

    Hier die Skizze http://www.gerdprengel.de/B726-orig.mp3

    und hier meine "Elegie", die ich daraus entworfen habe, indem ich die Melodie in 4 verschiedenen Variationen erklingen lasse: https://youtu.be/VwlAFKO9A80


    Es gibt weitere Beispiele, die ich vielleicht demnächst auch noch hier präsentiere...


    LG Gerd

    Es wurde hier geäußert, die Mittelsätze dieses herrlichen Sinfoniefragmentes seien nicht so inspiriert - dem kann ich gar nicht zustimmen. Dieser Abschnitt aus dem langsamen Satz finde ich seit vielen Jahren überaus berührend und wahrhaft inspiriert - ab 14:23:


    Und auch über die "10te" DV 936a wurde sich eher abfällig geäußert. In Hinblick auf den langsamen Satz in der Newbould Fassung mag das zutreffen, aber kennt Ihr die wunderbare Fassung von Peter Gülke? -->

    - für mich ist das Schubert's Requiem (vermutlich sein letzte Skizzen!) und lässt streckenweise schon G. Mahler erahnen

    PS: ich sah gerade, dass es hierzu einen eigenen Thread gibt---

    Ich genieße gerade die Diabelli Variationen - nicht nur die von Beethoven, sondern auch die 50 von weiteren Künstlern, die uns einen tollen Eindruck aus jener Zeit geben!

    https://youtu.be/q7wp3lNRHjk


    Ganz toll finde ich z.B. jene Variation vom 11-jährigen Lizst (41:50) (und die folgende), von J. Panny (47:51), Pixis (50:50) und natürlich Schubert (1:01:46) ...

    Etliche brachten hier zum Ausdruck, dass die ersten beiden Rasumowsky Quartette sie eher anspreche als dieses - und mir ging es bisher genauso: richtig begeistert hatte mich bislang nur das grandiose Finale! (interessanterweise fand bei Beethovens Zeitgenossen eher das C-Dur Quartett auf Zustimmung). Mittlerweile aber bin ich vollkommen beigeistert von dem ganzen Werk - nachdem ich mich intensiv mit ihm beschäftig habe, indem ich versucht habe, es zu orchestrieren:

    . Ich finde dass dieses und das e-Moll Quartett (das ich zuvor orchestriert habe) die "sinfonischsten" Streichquartette sind, die es gibt! Wer von Euch nicht durch und durch "Purist" ist, kann es sich ja mal anhören (besonders das Finale, aber auch den "russischen" zweiten Satz, ...)


    Lieben Gruß aus Darmstadt

    Für mich gehört der langsame Satz aus diesem letzten Sinfonie Fragment Schuberts - nur in der Fassung von P. Gülke - zu dem ergreifendsten, was ich kenne:

    . Ich verehre dieses Stück so sehr, dass ich mir die Noten Schuberts in meinem Arbeitszimmer an die Wand gehängt habe ;-) Hört Euch nur mal die herrliche Melodie der Flöte in 4:20 an ... B. Newboulds Fassung ist dagegen viel zu leicht gehalten

    Bekanntlich hat Beethoven im November 1826 begonnen an einem Streichquintett in C-Dur zu arbeiten. Dazu sind eine Andante Maestoso Einleitung WoO 62 (leider nur in einer Klavierbearbeitung von A.Diabelli) überliefert, die mich an die Overtüre zur Namensfeier erinnert. Ich habe daraus eine Streichquartettfassung geschrieben, die ich dann auch noch anhand zweier skizzierter Allegro Themen http://gerdprengel.de/sketches_stringquintett_1826.pdf zu einem ganzen Satz ausgearbeitet habe. Dies wurde in diesem Jahr von einem russischen Streichquartett aufgenommen. Das möchte ich euch hier gerne vorstellen:



    Das gleiche habe ich auch mit den folgenden Sätzen gemacht, wo jeweils die Hauptthemen überliefert sind...

    ...Die ebenfalls auf der CD enthaltene Siebte (die ja die echte Achte ist), ist für mich allerdings der krönende Abschluß von Ries' symphonischem Schaffen. Dagegen verblaßt die falsche Achte dann doch etwas.

    Dem kann ich mich anschließen - die Siebte ist großartig - mit jedem Satz!! Hier die Achte besticht für mich durch die Ecksätze, besonders die herrlich kontrapunktisch gearbeitete Durchführung tatsächlich an Haydn erinnernd, hier ab 27:07:


    So wie Euch die Einleitung an Beethoven's 5.KlavKonzert und an die Zauberflöten Overtüre erinnert hat, musste ich an Mozarts Es-Dur Sinfonie KV 543 denken :-)

    Seit vielen Jahren begeistern mich die Klavierkonzerte und verschiedene Kammermusiken von Ferdinand Ries, zuletzt auch seine beiden Oratorien - nur zu seinen Sinfonien hatte ich merkwürdigerweise lange keinen rechten Zugang gefunden. Das aber hat sich in den letzten Tagen geändert und über Spotify habe ich mir den gesamten Sinfoniezyklus vom Zurich Chamber Orch. angehört und die für mich schönsten Sätze in meine Ries-Playlist übernommen und höre diese nun begeistert immer wieder. Das sind:


    • Nr. 2 c-Moll op. 80 (1814) (Satz 4, ein packender Schlusssatz!). Ries hatte diese Sinfonie Beethoven gewidmet, aber dieser hat sie nie erhalten, obwohl er immer wieder danach gefragt hatte. Hat Ries sich nicht getraut, sie Beethoven zuzusenden?
    • Nr. 4 F-Dur op. 110 (1818) (Satz 1 bis 4, tolles Hauptthema im 1.Satz mit Hornsolo, wunderschöner zweiter Satz mit gesangvollen Kantilenen mit Solo Bratsche...!)
    • Nr. 5 d-Moll op. 112 (1812/13) (die ganze Sinfonie ein Meisterwerk, besonders das Beethovensche Scherzo)
    • Nr. 6 D-Dur op. 146 (1822) (Satz 1 - 2, der zweite Satz ein bezauberndes Scherzo)
    • Nr. 7 a-Moll op. 181 (1835) (Satz 1 - 4) - die ganze Sinfonie ein Juwel, besonders das melodiöse, gesangvolle Larghetto!
    • Nr. 8 Es-Dur WoO 30 (1822) (Satz 1 und 4, mit großartig kontrapunktischer Durchführung und feuriger Coda des Finalsatzes)

    Ich denke, es fehlen hier 2 wunderschöne Oratorien von Ferdinand Ries:


    1. Der Sieg des Glaubens (1829) mit vielen packenden Chorszenen, besonders dem herrlichen Schlusschor mit einer fantastischen Schlussfuge (ab 107:34)! Es war zu seinen Lebzeiten der größte Erfolg, den Ries bei einer Aufführung erlebt hat...



    2. Die Könige in Israel (1837) (in Spotify)

    ... Da wird z.B. das Tempo im Trio des Scherzo angezogen und damit - mit dem nicht mehr vorhandenen Tempo-Kontrast - auch im Charakter egalisiert. Bezeichnend ist das Allegretto - der von der ganzen Symphonie am schwierigsten zu interpretierende Satz, an dem u.a. Karajan und Celibidache gescheitert sind. Beide eliminieren das Tänzerische durch einen übertriebenen Empfindsamkeit-Ton. Currentzis macht das Umgekehrte: Man hört nur noch einen eingängigen leichtfüßigen Rhythmus - aber keinerlei Empfindsamkeits-Vertiefung mehr. Statt Besinnlichkeit für die Seele wird da leicht gehüpft wie auf einer Party, wo man nach dem Tanzvergnügen sich eine Ruhepause gönnt und schunkelnd an der Bar einen Cocktail trinkt. Das Lyrisch-Dramatische der Musik ist völlig weg...

    Hallo Holger, also ich finde das Trio im Scherzo wirklich erfrischend und dagegen in herkömmlichen Aufnahmen mit schleppendem Tempo eher oft ermüdend (zumal mit den vielen Wiederholungen)! Diese Aufnahme hier ein echter und unerwarteter Genuss für mich! Beethoven schreibt hier "Assai meno Presto" - also "sehr viel weniger Presto" und nicht etwa Andante oder Grave...

    Was den zweiten Satz angeht, tust du Currentzis hier, wie ich meine, Unrecht. Ich habe gerade mal intensiv nochmal den Satz mit meiner bisherigen Referenzaufnahme mit Kleiber, dann mit Karajan und dann mit dieser Aufnahme gehört. Ja, Currentzis spielt schneller und ich finde doch mit viel Empfindung und die einzelnen Instrumente (Celli...) kommen stärker zum Ausdruck.

    Bedenke auch: Beethoven schreibt "Allegretto" und nicht Andante sostenuto oder Marcia funebre (wie ich diesen Satz bisher oft verstanden habe)

    Leider habe ich noch nicht seinen Don Giovanni gehört, und möchte an dieser Stelle nur sagen, dass ich total fasziniert war von seiner 7. Sinfonie von Beethoven in diesem Jahr aus dem antiken Delphi - die für mich vielleicht schönste Aufführung dieses Werkes, die ich kenne - eine beispiellose Klarheit der Instrumente, Dynamik und Spielfreude des Orchesters - einfach Klasse! Ich würde ihn nicht als Exzentriker bezeichnen...

    https://www.arte.tv/de/videos/…beethoven-symphonie-nr-7/ (ab 4:30)

    Ich habe zu dieser Sinfonie schon allein deswegen eine besondere Beziehung, weil ich mehrmals den Ort der Entstehung in den Dolomiten, das "Komponierhäuschen" bei Toblach aufgesucht habe und dabei auch versucht habe, mich in die Zeit seiner Entstehung (1909) hineinzuversetzen. Krass empfand ich dabei den Gedanken, dass nur 6 Jahre später vielleicht 5 km entfernt die mit schlimmsten Schlachten des ersten Weltkrieges geschlagen wurden...

    Ich komme bei dieser Sinfonie einfach nicht damit klar, dass der erste Satz (insbesondere der Schlussteil) und das finale Adagio einfach in ihrer Abgeklärtheit und Schönheit überwältigen, dagegen die "plumpen" Mittelsätze mich eher abstoßen... Wie geht es Euch dabei?

    Endlich wurde die 6. Sinfonie von Franz Lachner erstmalig aufgenommen und ist jetzt bei jpc erschienen -> https://www.jpc.de/jpcng/cpo/d…mphonie-nr-6/hnum/7971973. Dazu habe ich diese Rezension geschrieben:


    Ein Wunderwerk, das nach mehr 180 Jahren endlich wieder aufgeführt wird! Vielen Dank an alle, die mit dieser Aufnahme dies möglich gemacht haben! Ich hatte die Freude, diese Sinfonie vor 2 Jahren für mich zu entdecken und sie mit digitalen Mitteln zu editieren und aufzunehmen. Ich konnte dabei lebhaft nachvollziehen, warum R. Schumann sich von ihr begeistern lies! Jeder Satz ist ein Juwel!

    Was konkret diese Aufnahme betrifft, so finde ich das Scherzo (was für ein herrlicher Walzer als Trio!) und besonders das Finale überaus gelungen - großartig und in seiner jubelhaften Freude (Coda!!) und Melodik fast mit dem Finale von Schubert's Neunter zu vergleichen!

    Enttäuscht war ich nur von der eigentlich herrlichen Schlussfuge des ersten Satzes, die aber hier nach meinem Empfinden seltsam zahm und viel zu langsam vorgetragen wurde - wirklich schade... Dagegen erscheint mir der so wunderschön komponierte Moll-Mittelteil des Andantes hier doch leider recht gehetzt und entfaltet, wie ich meine, nicht ganz seine wunderbare melancholische Schönheit. Trotzdem aber ist diese Aufnahme insgesamt sehr zu empfehlen.

    Ich möchte nun alle hier Mitwirkenden dringend bitten, auch Lachner's großartige zweite Sinfonie aus dem Jahr 1834 erstmalig aufzunehmen, die ich in mühevoller Arbeit editiert und digital aufgenommen habe (siehe

    ), die nach meiner Überzeugung zusammen mit der hier besprochenen sechsten Sinfonie den Gipfel des Werkes Lachner's darstellt!

    Ich kann leider nicht sagen, dass ich ein Brucknerfan bin. Es gibt herrliche Stellen (Schlußcoda in den ersten Sätzen der 6. und 7., die Adagios von 7 - 9, Finale der Achten, Scherzi der Dritten und Neunten...), aber dann immer wieder lange Sätze und Passagen, die mich eher langweilen...

    Und auch wenn die Fünfte allgemein so gepriesen wird, ich konnte mich bisher nicht mit ihr anfreunden.


    Eines aber kann ich uneingeschränkt sagen: das Adagio der Achten ist eines der großartigsten Adagios überhaupt (wie übrigens auch das Adagio seines Streichquintetts)! Allein deshalb steht die Achte für mich an erster Stelle.


    Also : 8-9-7-6-3-...

    Ich habe gestern die wunderbare Werkeinführung von Joanna Mallwitz in Beethoven's 7. gesehen. Sehr interessant fand ich ihren Hinweis auf die Ähnlichkeit des Finalthemas mit dem Schluss aus Beethoven's irischem Lied Woo 154,8, das etwa in der gleichen Zeit komponiert wurde. Würdet ihr zustimmen? War das die Urzelle des herrlichen Finales?


    ab 27:40 :


    ab 1:50


    Gerd

    Daniel Barenboim hat kürzlich in den Salzburger Festspielen mit seinem West-Eastern Divan Orchestra die Große Fuge in einer fantastischen Orchesterfassung aufgeführt . Klanglich so meisterhaft, wie ich es bisher in noch keiner anderen Orchesterversion gehört habe. Nur ausgerechnet der Climax des Werkes 34:38 - 35:12 kommt leider viel zu schwach und zurückhaltend rüber.

    --> ab 22:10 : https://www.arte.tv/de/videos/…chestra-daniel-barenboim/