Beiträge von fortunata

    Lieber Peter,


    Einer Deiner wertvollen Beiträge die so wunderbare nostalgische Gefühle bei mir aufkommen lassen! In meinen ersten Opernjahren hatte ich mehrere Gelegenheiten diese besondere Künstlerin zu erleben. Dass auch sie dem berühmten 29er Jahrgang angehört wusste ich nicht - ob ihr 80er wohl in den Medien gewürdigt werden wird?


    Liebe Grüße -
    Margit

    Als jahrzehntelange Operngeherin freue ich mich immer wieder neue Künstler zu erleben - und die ganz Großen stehen nie nur dekorativ herum, sondern gestalten Oper immer spannend, egal in welcher Dekoration! Natürlich ist auch mir ein "Barbier" in Hausbesetzung längst langweilig, aber selbst da gibt es hin und wieder besetzungsmäßig Sternstunden!

    Liebe Waltrada,


    die Eule als dein Symbol ist goldrichtig gewählt - dies ist einer der klügsten Beiträge die ich hier zu diesem Thema gelesen habe! Deine Einleitung ist z.B. ein nicht zu unterschätzender Faktor - im Repertoire erweisen sich allzu ausgefallene Inszenierungen einfach als untauglich, Kostüme oft nur für die Premierenbesetzung tragbar. So kann ich mir z.B. kaum vorstellen dass ein etwas fülligerer Mezzo in das Kostüm unserer aktuellen Preziosilla passen würde.
    Solche Produktionen verschwinden dann einfach wieder vom Spielplan, sowie der missglückte "Trovatore" in der Regie von Istvan Szabo, der in diesem Werk unbedingt unsere zerbombte Oper unterbringen wollte.
    In unsere "altmodischen" Inszenierungen kann jedenfalls jederzeit ein Star ohne viel zu proben einsteigen!


    Liebe Grüße,
    Margit

    Auch für mich stellen Zeffirelli-Inszenierungen das non plus ultra an Regiekunst dar, und meiner Meinung nach gehören diese weltweit unter eine Art Denkmalschutz gestellt.
    Es gab an unserer Oper in letzter Zeit nur zwei neue Inszenierungen die meine Begeisterung gefunden haben – „La Fille du regiment“ und „Capriccio“, da haben heutige Regisseure bewiesen dass es auch ohne Provokation geht.

    Hallo lieber Peter,


    ja, kann mich auch an Zeiten erinnern als es die "Fledermaus" auch während des Jahres gab. Und als man zu Silvester den Waechter - Janowitz Film brachte. Aber kulturell wird es mit dem ORF leider immer schlimmer.
    Ich mag auch sehr die DVD mit der Münchner Aufführung, habe ich in den 70er Jahren auch live dort erlebt, mit Waechter, Brendel und Kusche.
    Vergangenes Jahr war ich hier in Wien bei einer Vorstellung mit Skovus als Eisenstein - weil ich gehofft hatte er würde ihn vielleicht ähnlich anlegen - aber leider hat er sich vollkommen von seinem einstigen Vorbild wegentwickelt.
    Heuer ging ich dann lieber in der Volksoper und habe den Dallapozza sehr genossen.


    Liebe Grüße -
    Margit

    Hallo liebe Severina,


    auch wenn Du diesen Beitrag schon vor langer Zeit geschrieben hast muss ich einfach antworten weil es mir genauso ergangen ist. Am Vortag noch im Konzerthaus bei dem amüsanten Gespräch mit Villazon, konnte auch ich die Absage kaum glauben. Und vorallem mit Deiner Meinung über Calleja sprichst Du mir aus dem Herzen, der ist total überschätzt und langweilig! Als ich ihn später auch als Alfredo ertragen sollte ging ich in der Pause, fand ihn richtig dilletantisch! Aber wie Du schreibst - nicht ist so arg wie Ikaya-Purdy! Da kann sonst singen wer will - den tue ich mir sicher nicht mehr an! Das letzte Werk das er mir vermiest hat waren die "Vespri" Das genügt.


    Liebe Grüße,
    Margit

    Ganz genau, du sagst es Ingrid, das beseelte Singen der Netrebko ist den üblichen artifiziellen Verzierungen weitaus vorzuziehen. Auf eine ähnliche Art habe ich das vor ewigen Zeiten von Anna Moffo erlebt.


    Liebe Grüße,
    Margit

    Da hatten wir es hier in Wien besser - ein wirklich großzügig gebautes Kino, mit riesigen Pausenräumen und so viel Personal am Buffet dass es noch wesentlich schneller ging als in der Oper. Auch das Publikum erschien dem Anlass angepasst und war äusserst diszipliniert - kein Husten kein Rascheln - ich war jedenfalls sehr angenehm überrascht, hätte ich nicht so erwartet!

    Stehe noch ganz unter dem Eindruck dieses wundervollen Erlebnisses am Samstag – die „Lucia“ aus der MET war einfach sagenhaft! Man hatte ja schon die hymnischen Kritiken aus Petersburg vernommen, und nun konnte man sich selbst überzeugen dass die Netrebko einfach traumhaft ist. Ihre Stimme hat noch an Substanz gewonnen, ihre Darstellung der Lucia ging mir zu Herzen wie noch bei keiner Sängerin zuvor - und ich habe in meinen 45 Opernjahren schon einige erlebt!
    Die Inszenierung von Mary Zimmermann, die sich im Vorfeld selbst nach Schottland begeben hatte um das Ambiente zu studieren, ließ für den Opernfreund keinen Wunsch offen. Zumindest nicht für den konservativen wie ich einer bin. Herrliche Bühnenbilder und Kostüme, eine Illusion schaffend der man sich so richtig hingeben konnte.
    So groß die Enttäuschung über Villazons Absage zunächst gewesen war, so angenehm war dann die Überraschung über den Einspringer Piotr Beczala. Ein Edgardo voll Kraft, Impetus und Spielfreude. Mit vollendeter Technik und imposanten Höhen. Auch sein Gegenspieler Enrico, Mariusz Kwiecien, ist polnischer Herkunft - er sang und spielte seinen Part perfekt, einen Bösewicht mit kernigem Bariton und glaubhafter Darstellung.
    Raimondo war mit dem Russen Ildar Abdrazakov ebenfalls erstklassig besetzt. Und der Dirigent Marco Armiliato holte spannende Donizetti-Klänge aus dem Orchester.
    Auch die beiden Pausen waren kurzweilig gestaltet – Natalie Dessay führte durch den Abend, mit Blicken hinter die Kulissen und Interviews mit den Künstlern.
    Für mich war das Ganze jedenfalls ein beglückendes Ereignis von dem ich noch heute ganz energiegeladen bin!

    Liebe Theodora,


    ich blicke auf 45 Jahre Opernerfahrung zurück und denke über die Bartoli ähnlich wie Du! Die Stimme - ständig auf aufgeregten Hochdruck - empfinde ich einfach nur enervierend. Und nicht nur bei Vivaldi. Also, jetzt sind wir schon zwei, aber es gibt sicher noch mehrere die so empfinden!


    Liebe Grüße aus Wien -
    Margit

    Endlich einer der es auszusprechen wagt - die Bartoli ist total überschätzt!!
    Sonst die Ruhe in Person krieg ich nervöse Zustände wenn ich sie singen höre. Besonders empfand ich als sie sich mit ihrem Gemeckere und Gekeuche an der Elvira im "Don Giovanni" vergriffen hat - Hysterie pur! Zu Beginn ihre Karriere gefiel sie mir noch gut - erst als sie diese Masche quasi zu ihrem Markenzeichen machte kann ich sie einfach nicht mehr anhören!

    Graziella Sciutti ins Suchsystem gegeben und Deinen erfreulichen Beitrag gefunden. Kenne sonst kaum jemanden der sich noch an den "Liebestrank" in der Volksoper erinnern kann - das war wirklich eine Sternstunde! Die Sciutti war in jeder ihrer Rollen entzückend, so z.B. die reizendste Zerlina die man sich nur vorstellen konnte!


    Danke für Deine Zustimmung bezüglich Regietheater!


    Liebe Grüße -
    Margit

    Heute, fast 4 Jahre nach Eröffnung dieses Threads sind einiger der damals noch lebenden Legenden nicht mehr unter uns. Besonders nah ist mir der Tod Giuseppe di Stefanos gegangen.
    Der einzig wirklich Große der heute noch lebt ist Cesare Siepi. Er soll, ziemlich zurückgezogen, in Amerika seine Heimat gefunden haben. Und von den Sängerinnen fällt mir nur Giulietta Simionato ein, die schon die 90 überschritten hat. Ja und natürlich, wie hier schon öfter erwähnt, Dietrich Fischer Dieskau - ihn habe ich kürzlich im Fersehen gesehen und er sieht wieder direkt jugendlich aus!

    Hallo Brangäne,


    bin begeistert - da gibt es also jemanden hier der so wie ich zu dieser Zeit im Quartier Latin promeniert ist! Was haben wir da doch an großen Sängern erlebt - und eben auch Gianni Raimondi. Und auch mir ist seine Stimme besonders zu Herzen gegangen. Erinnere mich z.B. an einen wunderbaren Alfredo zusammen mit Lilian Sukis.


    Liebe Grüße -
    Margit

    Mit Freuden beteilige auch ich mich an dem Voting:


    1. Christa Ludwig (Mezzo)
    2. Giulietta Simionato (Mezzo)
    3. Hilde Güden (Sopran)
    4. Diana Damrau (Sopran)
    5. Julia Varady (Sopran)
    6. Lucia Popp (Sopran)
    7. Mirella Freni (Sopran)
    8. Anna Moffo (Sopran)
    9. Katia Ricciarelli (Sopran)
    10.Lisa della Casa (Sopran)
    11.Renata Scotto (Sopran)
    12.Renèe Fleming (Sopran)


    So kommt man darauf wie sehr man noch von der Vergangenheit zehrt!

    Uns Wienern geht es in dieser Hinsicht doch noch besser als den deutschen Opernfreunden, so spielt z.B. unser „Rigoletto“ noch in konventionellen Bühnenbildern und nicht am Planet der Affen wie in München!
    Weiters dürfen wir uns noch an einer „Boheme“ und „Carmen“ von Zeffirelli erfreuen, und an einer „Tosca“ und „Butterfly“ in ca. 50(!) Jahre alten Inszenierungen. Auch gibt es noch einige traditionelle Schenk - Produktionen wie „Liebestrank“ und „Rosenkavalier“. Und einen unverwüstlichen „Barbiere“ von Rennert aus dem Jahr 1966.
    Natürlich ist auch an unserer Oper die moderne Regie nicht spurlos vorbeigegangen – so haben wir eine „Frau ohne Schatten“ in der Psychiatrie, Die Senta aus dem „Holländer“ verbrennt sich am Schluss, Preziosilla aus der „Forza“ ist ein Cowboygirl, „Manon Lescaut“ spielt im Warenhaus und die Elsa aus dem „Lohengrin“ muss sich blind zwischen Plastikenten zurechtfinden. :no:.


    Operndirektor Holender hat versprochen an den konventionellen Standardwerken nichts zu ändern. Seine Ära geht noch bis 2010 - dann werden wir ja sehen war auf uns zukommt!

    Habe Deborah Voigt vor einigen Wochen als Salome erlebt und finde ihre Stimme nach wie vor ausgezeichnet. Wie unglaubhaft hätte sie doch in dieser Partie vor ihrer sagenhaften Gewichtsabnahme gewirkt! In der Sendung „Müssen Sänger dick sein“ hat sie beeindruckend offen über ihre Wandlung, und wie sehr sie ihren neuen Zustand genießt gesprochen. Zu sehen war da auch Sharon Sweet die von sich selbst und ihrer Leibesfülle schon immer total überzeugt war – als sie vor Jahren Turandot in China gesungen hat behauptete sie sogar, eine schlanke Sängerin wäre gar nicht wirklich imstande diese Partie zu bewältigen.
    Ich muss gestehen dass extrem dicke Sänger mein Illusionserlebnis schon etwas beeinträchtigen. Johan Botha z.B. kann eine noch so bombensichere Höhe besitzen, seine doch etwas unflexible Darstellung, besonders in der italienischen Oper, mindert für mich den Gesamteindruck. Und wenn er beispielweise den Florestan noch so mühelos singt, verliert die Geschichte an Glaubhaftigkeit.
    Es müssen zwar nicht alle so dünn wie Fabio Armiliato sein, aber fettleibige Sänger sind einfach nicht mehr zeitgemäß!