Beiträge von novecento

    Es tut mir leid deine offensichtlich religiösen Gefühle für Beethoven beleidigt zu haben!

    Die Entschuldigung ist vergebens dargeboten, stehen mir doch religiöse Gefühle für Beethoven absolut fern. Das scheinbar Offensichtliche ist hier offensichtlich ein Missverständnis. Ich schätze Beethoven aufgrund seiner künstlerischen Leistung, und die erschöpft sich für mich eben nicht im gekonnten Aneinanderreihen von Noten, sondern sie umfasst auch die Verarbeitung außermusikalischer Aspekte zu einer Gesamtheit.
    farinelli hat hierzu ja auf die Missa solemnis hingewiesen, ein sicher bekenntnishaftes Werk eines Gläubigen, der dem engen Muster der Glaubensgemeinschaft stets kritisch gegenüberstand. Von Herzen, möge es wieder zu Herzen gehen; eine Sentenz, die sicher nicht nur aus hohlen Worten besteht, stellte Beethoven sie doch einem Werk bei, das er unter physischer Selbstverachtung, unter größten geistigen Anstrengungen erdachte.


    Und die IX. Symphonie ist - das war wohl durchaus auch manch einem Derer, die der Uraufführung beiwohnten, schon unbewusst klar - ein Beispiel für jenen Funken Ewigkeit, den zu erschaffen einigen wenigen Sterblichen vergönnt ist. Nur um den Vorwurf der Götzendienerei gleich von Anfang an zu entkräften: Nicht die Person Beethovens, sondern sein Werk trägt die Züge des Immerwährenden.



    Tja, meiner Meinung nach war Beethoven eben ein großer Komponist aber kein großer Geist. Das würde ich eher Wagner (trotz seiner Verirrungen) und eventuell Borodin oder Berlioz zugestehen.

    Deine Meinung bleibt Dir unbenommen, allein, ich teile sie nicht.
    farinellis Ausführungen betreffs des programmatischen Ethos' Beethovens zeigen ja sehr deutlich, dass Beethovens Beschäftigung mit solcherlei Thematik sich nicht in einer naiven Begeisterung an der schönen Utopie erschöpfte (Alle Menschen werden Brüder), sondern sehr wahrscheinlich eine tiefgehende Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen, ein Zweifeln und Hoffen (Ahnest Du den Schöpfer, Welt? Über Sternen muss er wohnen) umfasste. Die Auswahl der Strophen aus Schillers Ode erfolgte ja schließlich durch Beethoven selbst, er hat nicht nur unreflektiert vertont, was andere vorgaben.


    Für eine Erklärung mit schlüssiger Beweisführung, weshalb Beethoven geistiger Größe außerhalb der kompositorischen Begabung entbehrte, bin ich freilich stets offen, so sie ausreichend fundiert ist.

    Lieber farinelli, ich bewundere stets Deine scharfsinnigen, tiefgehenden Beiträge, doch muss ich mir hier erlauben, Dir ein Missverständnis zu unterstellen:


    Das alllzumenschliche Leiden macht Beethoven nicht klein, sondern erschließt erst die Größe einer alles Individuelle überwindenden Vision von Menschheitsglück[...]


    Genau dies stellte Rheingold mit seinem Beitrag ja auch nicht in Frage, vielmehr prangerte er jenes kleinbürgerliche Gutmenschentum an, das von Beethoven einen 'braven' (mit aller engstirnig-scheinheiligen Konnotation, die diesem Wort innezuwohnen vermag) Lebenswandel einfordert, um seinen humanistischen Utopien ihre Glaubwürdigkeit zuerkennen zu können.
    Die naive Vorstellung, dass es nur dem im banalsten Alltag stets recht und richtig Handelnden zukäme, höhere Ideale einzufordern, ist es, die Beethoven klein macht, nicht sein eigenes, 'allzumenschliches' Ringen mit den Realitäten des Lebens.
    Indem man aus ihm einen von 'uns' macht, dem ja angeblich die selben trivialen Fehler und Laster anhaften, macht man Beethoven klein.


    Doch genau das Gegenteil, die, wie Du es so schön formuliertest, Größe einer alles Individuelle überwindenden Vision von Menschheitsglück, ist es, die Beethovens Größe auch außerhalb seiner kompositorischen Genialität zeigt, jene Größe, die viele Bewunderung für diesen Menschen verspüren lässt.
    Dass jemand den großen Traum der allumfassenden Humanität zu träumen vermag, auch wenn er, von den Mühen des persönlichen Schicksals gebeugt, seinen Mitmenschen gegenüber sich abweisend, mitunter ungerecht und verletzend verhält (was ihm ja auch selbst bewusst war, wie er im Heiligenstädter Testament bekundet), ist keineswegs ein Grund, den musikalischen Ausdruck einer visionären gesitigen Konzeption als unehrlichen Kitsch oder als Ergriffenheitsmusik für den Feierabend zu diffamieren.


    Misst man große Geister mit dem Maßstab des Kleingeistes, rechnet man all jenen, die tief und weit dachten, ihre vielen kleinen Fehler an, so wird kaum mehr jemand aus der Masse emporragen.

    Zitat von »William B.A.«
    P.S. Warum hört man eigentlich die Neunte so selten im Konzert? Haben die Dirigenten heute Angst davor?


    Kaum. Aber die 9. kommt dem Veranstalter viel teurer, da er auch den Chor samt Proben bezahlen muss. Die Einnahmen werden deswegen aber nicht größer...


    Ich bin sicher, dass die Einnahmen gigantisch wären. Schuberts 9. mit Chror wäre doch eine echte Sensation! :baeh01:

    Falls das Philharmonic Symphony Orchestra dasselbe ist wie das New York Philharmonic, wäre es dieselbe Aufnahme.


    Meine Einspielung ist eine CD aus der Bruno-Walter-Edition von Sony/CBS, es handelt sich um eine MONO-Aufnahme vom 10. Februar 1947, aufgenommen in der Carnegie Hall.


    Ich bin mir nicht sicher, ob diese Aufnahme derzeit zu bekommen ist, allerdings glaube ich mich zu erinnern, hier im Forum vor einiger Zeit eine neue Bruno-Wlater-Box mit Mahler-Aufnahmen gesehen zu haben. Walters später Mahler ist durchwegs empfehlenswert, zumal manches (1,2,9) in für die Zeit überragendem Stereo vorliegt!

    Ich bin beim Adagietto etwas hin- und hergerissen.
    Manchmal liebe ich es, manchmal stören mich seine Längen.


    Für den ersten Fall gibt mir Bernstein ungemein viel, ansonsten greife ich zum Mahler-Vetrauten Bruno Walter, der die Sache ganz unpathetisch und stringent in 7:35 erledigt, um sogleich zum überaus herrlichen Rondo-Finale zu kommen, das einen meiner liebsten Mahler-Sätze darstellt.

    ... weil schon so viele Argumente gegen das sogenannte Regietheater vorgebracht wurden, nach denen dieses eigentlich schon längst tot sein müsste. Aber dessen Verfechter sind zäh, auch wenn sie schon in den letzten Zügen liegen, so zäh, dass man ihre dummen Argumente bei Ihrem Tode noch gesondert totschlagen müsste.
    Formulierungen wie diese erklären, warum es mir zunehmend schwerer fällt, hier im Forum Fuß zu fassen. Ich kann den Wust ähnlicher Äußerungen, der dieses Forum zu einem wachsenden Prozentsatz charakterisiert, als denkender Mensch nicht länger ignorieren. Zumal der Forumsbetreiber in einer Anhängerschaft solcher Meinungen eine Hauptzielsetzung dieses Forums sieht. Das Zähe und das Dumme sieht offenbar jeder woanders.


    Nun, werter farinelli,
    Derartiges sollte einen nicht veranlassen, sich von diesem durchaus in vielerlei Hinsicht äußerst ersprießlichen Forum abzuwenden. Vielmehr hilft einem eine ironische Distanz zu solcherlei exquisiten Zurschaustellungen weltanschaulicher Starrsinnigkeit nicht nur dazu, diese recht gelassen zu ertragen. Nein, sie verhilft einem auch dazu, diese netten kleinen Textchen als willkommenen Gegenstand täglicher Erheiterung zu würdigen.
    Ich hoffe, Du kannst die Dinge auch aus einem solchen Blickwinkel (also von einem recht weit entfernten Standpunkt - vertikal gesehen) heraus betrachten und mich und sicher auch viele andere mit Deinen höchst qualitätvollen Beiträgen gleichsam anregen, fordern und auch unterhalten.

    Sicherlich ist die Neunte vor allem für Mahler ein entscheidendes Vorbild gewesen. Doch fällt hier in dessen 2. Symphonie auf, dass die Chorstellen zwar letztlich geschliffener umgesetzt sind als bei Beethoven, die Kühnheit der Konzeption jedoch bei weitem nicht an die Beethoven-Komposition heranreicht, insbesondere was die strukturellen Finessen angeht, derer sich Beethoven bei der gegenseitigen Zuordnung von Soli, Chor und Orchester bediente. Mahlers Achte kenne ich zu wenig, um mich hierzu vergleichend zu äußern.


    Was ebenfalls noch interessant ist, dass Brahms, ja auch als Beispiel für einen guten Chorkomponisten angeführt, in seiner eigenen Symphonik den von Beethoven vorgezeichneten Weg nicht beschreitet, sondern in der Wahl der Mittel sehr konventionell bleibt. (Natürlich nur in der Wahl der Mittel, die Symphonien als solche würde ich nie als konventionell bezeichnen!)

    Es ist der Chorsatz. Als Chorsänger kenne ich durch das Singen sehr viel Chorliteratur und muss einfach sagen, dass Beethoven gegen die Chorsätze von Händel, Bach, Schütz, Monteverdi, aber auch von Brahms, nicht bestehen kann, so genial seine Orchestersätze sind!

    Wohingegen sich Händel, Bach, Schütz und Montevedi äußerst schwertun, gegen die Symphonik Beethovens zu bestehen...


    Ich glaube, hier liegt ein grundlegendes Rezeptionsproblem vor. Der Finalsatz von Beethovens IX. ist eben kein Werk der Chorliteratur. Es ist vielmehr der damals beispiellose Versuch, die klanglichen Ausdrucksmittel der Symphonie unerhört weit über das bekannte Maß hinaus zu erweitern. Und was Beethoven hierbei vollbracht hat, ist absolut großartig. Der instrumentale Teil beschreitet völlig neue Wege und ist hochkomplex mit solistischen Vokalpassagen und eben Chorabschnitten verwoben; teilweise werden zudem alle drei Teile zur Steigerung des Ausdrucks überlagert. Hier zu verlangen, dass der Chorsatz für sich betrachtet - also aus dem Zusammenhang gerissen - mit expilizit als Chorwerken angelegten Beispielen der Musikgeschichte in seiner Durchbildung immer gleichwertig sein muss, ist nicht sehr sinnvoll. Negiert es doch all jene Aspekte, die Beethoven für seine ehrgeizige musikalische Konzeption in Einklang bringen musste. Aspekte mithin, mit welchen sich gennante Komponisten reiner oder überwiegender Chorwerke gar nicht erst auseinandersetzen mussten.
    Bedenkt man dies, müsste man eigentlich zu einem anderen Urteil über diese Musik kommen.



    Im 19. Jahrhundert haben sich übrigens die Dirigenten noch getraut, die 9. ohne den letzten Satz zu spielen[...]

    Vielleicht haben sich die Dirigenten im 19. Jhdt auch einfach nicht getraut, die Neunte mit dem letzten Satz zu spielen...

    jetzt höre ich



    Anton Bruckner, Symphonie Nr 5
    Staatliches Sinfonie-Orchester des Kultusministeriums der UdSSR, Gennadij Roshdestwenskij


    Zufälle gibt es !


    Ich höre soeben aus Roshdestwenskijs Bruckner-Zyklus die Dritte in der Urfassung.


    Seit ich sie unter Thielemann live gehört habe (ein unglaubliches Konzert), ziehe ich sie der späteren Version fast vor.

    Hallo Garaguly, die CD besitze ich bereits. Die 8. habe ich nicht mehr so prägnant im Ohr, aber die 7. empfinde ich als "spitzenmäßig". Wie Abbado das Orchester im Finale "losläßt" ist unbedingt hörenswert und fast unerreicht.

    Nun kam mir Norbert schon zuvor dabei, zu diesem Kauf zu beglückwünschen. Die Siebte ist großartig gespielt, auch der Kopfsatz ist wundervoll, besonders die Stelle, an der das Thema von der Flöte quasi "aufgebaut" wird, gelingt Abbado wirklich super. Ja, und das Finale ist wirklich mit einem Feuer und einer Hingabe gespielt, die ihresgleichen sucht. Hier wird daß Mitreißende nicht allein durch hohes Tempo erzeugt, sondern durch eine äußerst lebendige Akzentuierung von Details.


    Ich habe den gesamten Zyklus und bin hochzufrieden damit, denn auch die 6te und die 9te sind wahre Preziosen. Einzig die Eroica ist nur Mittelmaß.

    Auf welche seiner Aufnahme beziehst du dich denn konkret, lieber novecento? Ich finde, seine zwei besten sind aus Bremen 1951 und Wien 1962.

    Es ist die aus Bremen. Schon sehr extravagant, mitunter nimmt man die eine oder andere Akzentuierung mit einem leichten Schmunzeln zur Kenntnis. Aber gleichwohl spürt man in jedem Takt, dass hier jemand interpretiert, der ein ganz klare Vorstellung von dieser Musik hat und der fähig ist, diese eben so klar umzusetzen. Auch wenn Knappertsbusch nicht immer an der Partitur klebt, ist das Ergebnis aufgrund seiner in sich schlüssigen künstlerischen Aussage einfach großartig.



    Und ja, richtig: Schwarz-Weiß-Malerei ist fehl am Platze. Für mich ist es kein Problem, die Eroica von Knappertsbusch, Furtwängler und Klemperer neben jener von Gielen, Dausgaard und Savall zu mögen.

    Ja, genau! Zugegeben, jeder hat Präferenzen. Mit schnellen Adagio in der IX. kann ich mich einfach nicht anfreunden. Da bin ich zu sehr von Furtwängler verdorben. Aber dennoch weiten und schärfen verschiedene Ansätze den Blick auf Beethovens Musik. Und erst dann merkt man wirklich, dass unter den diametral gegnsätzlichen Interpretationsansätzen auf beiden Seiten Vortreffliches und weniger Gutes zu finden ist.
    Außer im Falle des Adagios der IX. ;)

    Oder Langeweile.

    Ja, bei schlechten Dirigenten mag das der Fall sein.



    Wodurch wird denn die "genügende Langsamkeit" erreicht? Doch wohl durch den Entzug der Eigendynamik in diesem Satz. Hier werden Phrasen überbetont, der ganze Satz in eine Briete gedehnt, in der natürlich genug Platz für Transparenz und weiche Bögen ist.

    Auch das kann bei schlechten Dirigenten, in schlechten Interpretationen vorkommen. Dass breite Tempi nicht zwangsläufig Musik ihre vorwärtsgerichtete, strukturelle Dynamik entziehen, dürfte aber spätestens seit Celibidache niemand mehr in Zweifel zu ziehen wagen.
    Oder man höre etwa Knappertsbuschs Eroicas. Hier ist man regelmäßig bei über 17 Min. für die marcia funebre, doch aufgrund überragender Detailarbeit gibt es keinen Moment der Langeweile, im Gegenteil, die Musik ist sets durchdrungen von innerer Spannung und übergeordneter Schlüssigkeit.



    Hier kommt bei mir auch Trauer auf, und zwar über eine Interpretation, die versucht, ein Großorchester partiturnah spielen zu lassen, die aber in ausgedehnten Klanggebilden hängen bleibt.

    Auch bei mir kommt Trauer auf, und zwar ob des Lesens immer gleicher Plattitüden. "Großorchester", "ausgedehnt", etc. Hier wird die derzeitige Mode, Beethoven in ausschließlich in raschen Tempi und mit kleinen Besetzungen zu spielen (ich schreibe Mode und ausschließlich, weil es diese schnelleren Deutungen auch schon früher immer wieder gab, siehe etwa Toscanini oder Leibowitz. Nur, die konnten das sogar in großer Besetzung :baeh01: ) unreflektiert als der Weg zum interpretatorischen Heil angesehen. Zwischen guten und weniger guten Interpretationen mit unterschiedlichen Ansätzen wird gar nicht mehr differenziert; schnell = gut & richtig; langsam = schlecht und falsch.
    Hurra! Dirigent sein ist endlich einfach geworden.


    Ähnlich stupide Schwarz-Weiß-Malerei findet sich sonst nur in einschlägig bekannten Regietheater-Threeds.

    Mal so aus dem Zusammenhang genommen:


    Privatwirtschaft hat andere Maßstäbe als Staatsunternehmen. Die gigantischen Gagen für einige wenige gehörten dann wohl auch der Vergangenheit an.

    Alfreds Sarkasmus ist inzwischen so gut, dass er ihn selbst mitunter gar nicht mehr bemerkt...


    :hahahaha::hahahaha::hahahaha::hahahaha::hahahaha::hahahaha::hahahaha::hahahaha::hahahaha::hahahaha::hahahaha::hahahaha:


    Abseits dieses kleinen Einschubs zur kurzzeitigen Erheiterung komme ich nicht umhin, eine gewisse Unverfrorenheit in der Wahl der Mittel zu konstatieren, mit denen Alfred gegen das Regietheater agiert.


    Der ganze ellenlange Beitrag tarnt sich als objektiv resümierende Analyse zum gegenwärtigen Stand des Opernbetriebes.
    Allein, in Wahrheit ist es nichts weiter als eine sehr subjektives, in vielen Punkten völlig überzogenes und verzerrtes Pamphlet gegen eine aus nicht wirklich nachvollziehbar dargestellten Gründen verhasste Kunstform.
    Besonders die immer wieder bemühte Verbrüderung mit "dem" Opernpublikum sucht individuelle Befindlichkeiten zu legitimieren und zu generalisieren, um sie so unrechtmäßigerweise auf die Ebene des Allgemeingültigen zu heben.


    Man möge das bitte nicht als persönlichen Angriff werten, aber bei solch fadenscheinigen Feldzügen für eine erzreaktionäre, verkrustete Kunstauffassung wird mein Widerspruch geradezu provoziert, obgleich auch ich viele unsinnige Auswüchse des Regietheaters mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehme.
    Gleiche Reaktion evozieren bei mir aber auch verkitschte, unreflektierte Deutungen, die der konservativen Inszenierungspraxis zuzurechnen sind.
    Es gab und gibt immer gute und schlechte Kunstwerke, zu jeder Zeit. Wer sich aber dem Neuen ganz verweigert, verwiegert sich auch dem Guten darin und läuft Gefahr, sich mit schlechtem abzugeben, nur weil es vom gnädigen Hauch der Historie umweht wird.


    aetati ars, arti libertas!

    hinterlässt den Eindruck einer al-fresco-Wiedergabe.

    Was heißt denn das? Und wäre denn al secco besser gewesen? ;)


    Im Ernst. Die Pastoralen aus dieser Box sind nicht so ganz das wahre. Natürlich, das ist Interpretationskunst auf hohem Niveau, aber bei Furtwängler erwartet man eben doch immer, dass er das außerordentliche, Großartige vollbringt.


    Wesentlich besser gefällt mir übrigens jene Aufnahme aus dieser Box:



    Ein Live-Mitschnitt aus der Schweiz, in formidabler Klangqualität.
    Das Gewitter ist überwältigend und im Finalsatz gibt es eine Steigerung im Blech, bei der man unwillkürlich den Atem anhält!

    Wer abgesehen von Dir und Deinen Adlaten behauptet, dass RT "Kunst" sei. Diesen Beweis habt ihr bis heute auch in diesem Thread nicht gebracht.

    Im Bewusstsein der Gefahr, fürderhin ebenfalls als Adlatus Wolframs zu gelten, möchte ich doch die Sinnhaftigkeit obiger Aussage durchweg in Frage stellen.


    Vorneweg: Das Regietheater ist in seiner Selbstwahrnehmung Kunst. Mithin besteht per se für all jene, die diese Einschätzung teilen, keine Bringschuld im Sinne eines Nachweises, vielmehr muss derjenige, der dies in Zweifel zieht, seinen Standpunkt begründen.


    So zu tun, als sei es Allgemeingut, das das RT keine Kunst ist, ist auf jeden Fall fadenscheinig bis zur Lächerlichkeit. Nur, weil man etwas aufgrund eigner, durchaus verständlicher ästhetischer Präferenzen ablehnt, muss man dieser Sache ja noch lange nicht ihre Legitimation absprechen.
    Oder nehmen die hier versammelten Diskuntanten auch jemanden ernst, der Schönberg nicht mag, und deshalb behauptet, die Dodekaphonie sei überhaupt keine Musik?
    Was ist das Regietheater denn dann, wenn es keine Kunst ist? Und sind konservative Inszenierungen Kunst?
    Fragen über Fragen, denen immer wieder mit denselben undifferenzierten Argumenten begegnet wird. Denn auch, wenn einiges beim Regietheater Mist ist, so trifft dies im selben Maße auf das traditionelle zu.
    Im Prinzip teile ich die Meinung, dass die möglichst weitgehende Abstraktion, das Zurücknehmen des Szenischen, für den in erster Linie an der Musik interessierten Höher am besten geeignet ist, zumindest auf mich trifft dies uneingeschränkt zu. Insofern müsste ein jeder, dem um das 'Schöpfergenie' bange ist, ebenfalls solche Aufführungen bevorzugen, anstatt sich an aufwendigen Kostüm- und Kulissenschlachten zu delektieren, die ohnehin nur vermeintlich dem Geiste der Entstehungszeit der Oper bzw. der in der Oper dargestellten Zeit entsprechen.

    Ich genieße gerade die herrliche Synthese von ungestümer Dramatik und innigen lyrischen Momenten, die Brahms in seinem ersten Klavierkonzert - vielleicht nicht in klassischem Ebenmaß, aber in romantischer Empfindsamkeit - so wundervoll gelungen ist.


    Es handelt sich um diese sehr gute Aufnahme:



    Ich habe sie andernorts bereits näher beschrieben.


    Da derzeit auch über einen Zugang zur Brahms'Schen Symphonik dikutiert wird, möchte ich anmerken, dass ich über den monumentalen Kopfsatz des Klavierkonzerts endgültig zu Brahms gefunden habe, nachdem sich mir zuvor selektiv die Zweite Symphonie eröffnet hatte, zu den drei anderen aber noch ein weiter Weg führte.

    Da der Further Drachenstich bereits erwähnt wurde: So sollte das auch in der Oper aussehen:



    Vermutlich meint das so mancher auch noch ernst.
    Lieber billige Freizeitpark-Aesthetik denn Abstraktion und Interpretation.


    Pardon, ich verfalle schon wieder in "unangemessenen Spott". Doch ich möchte anmerken, dass sich dieser keineswegs gegen die traditionelle Insznenierungspraxis richtet, die ich, wie ich hier ganz offen bekenne, sehr schätze. Aber ebenso wie im Regietheater gibt es gute und schlechte Beispiele. Zu den schlechten zähle ich definitiv jene, deren ungewollter, dümmlicher Kitsch der Szenengestaltung dem Niveau der zugehörigen Musik spottet.
    Derartiges wird allerdings von den Gegnern des Regietheaters meist großzügig übersehen, einzig und allein der traditionelle Ansatz zählt...
    Dagegen, gegen diese zwanghafte Sichtweise, die auch den Blick für richtig gutes Regietheater versperrt und gegen die kindlich-trotzigen Argumentationsführungen, die man in diesem Zusammenhang hören darf, richtet sich mein "Spott".


    Ich hatte es schon andernorts erwähnt: Es gibt gute und schlechte Beispiele für jedeweden künstlerischen Ansatz, und dem Regietheater abzusprechen, ein eben solcher zu sein, wie dies ja mitunter versucht wird, ist subjektiv meinetwillen berechtigt, darauf gegründete Aussagen kann ich jedoch im Sinne eines fundierten Diskurses definitiv nicht ernst nehmen. Und wer das Regietheater rundweg ablehnt, argumentiert zwangsläufig subjektiv.

    [...] achte nur auf Äußerlichkeiten[...]

    Hm, das träfe wohl auch auf mich zu. Und trotzdem schätze ich gerade deswegen einige Inszenierungen, die wohl dem sog. Regietheater zuzurechnen wären. Und ich empfinde manch sog. traditionelle Inszenierung just ob ihrer Äußerlichkeiten als absolut furchtbar.


    Das mögen unerhebliche subjektive Befindlichkeiten sein, aber vielleicht zeigt es ja auch, dass man ohne die bequeme Simplifizierung klassischer Schwarz-Weiß-Malerei doch einen besseren Blick auf mancherlei Dinge hat.
    So gesehen kann sich meiner Meinung nach glücklich schätzen, auf wen dieser Satz zutrifft:


    Ich fühle mich weder der einen noch der anderen Ecke zugehörig.

    Freunde, welche Vorwürfe und Beschimpfungen musstet ihr euch denn schon anhören? In welche Ecke versuchte man euch schon zu stellen?

    Also bitte! Die Armen, von der bösen Regietheaterkaste ach so übel behandelten netten Leute, die doch eigentlich gar nichts weiter wollen, als betulichen Opernabenden beizuwohnen, anstatt grausame Entstellungen durch geltungssüchtige, rücksichtslose Regie-Egomanen über sich ergehen zu lassen.
    :no:

    Hier wäre die Frage zu klären inwieweit der Bezug zur "Gegenwartskunst" ein natürliches Bedürfnis - oder aber - wie ich persönlich glaube - eine anerzogene Verhaltensweise ist.

    All das, was von den Mitgliedern hier im Forum gehört, geliebt und diskutiert wird, war zur Zeit seiner Entstehung Gegenwartskunst und hatte es mitunter allzu konservativer Zeitgenossen wegen nicht immer ganz leicht. Es empfähle sich, derartiges in Erwägung zu ziehen.



    Natürlich ist das Regietheater, die atonale Musik, die abstruse Malerei, die hässliche Baukunst, die Enthierarchisierung der Kleidung , die "Fast-Food-Kultur [...]

    Huuh! Ein Rundumschlag!
    Die Aversion gegen die Fast-Food Kultur teile ich, wobei ich noch hinzufügen will, dass hierbei der Begriff 'Kultur' usurpiert ist.


    Doch zum Rest - lassen wir mal das Regietheater außen vor:


    -Atonale Musik ist als Zeiterscheinung schon längst nicht mehr aktuell, auch wenn immer noch atonal komponiert wird, mindestens ebensoviele tun dies nicht. Gilt die Kritik also jeglicher zeitgenössichen Musik? In diesem Fall verschließt man natürlich bewusst die Augen auch vor jenen Werken, die großartig sind und die irgendwann einmal 'Standardrepertoire' werden mögen.


    - abstruse Malerei? Gibt es natürlich, auch ich stehe eher der Mehrzahl der Künstler ab, sagen wir, 1970 kritisch gegenüber. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass in konservativen Kreisen das Wort 'abstrus' synonymisch für 'abstrakt' benutzt wird.


    - hässliche Baukunst: Ich vermute mal, das ist so ziemlich alles seit der Überwindung des Historismus gemeint. Oder geht Jugendstil noch durch? Gerade Wien ist ja hier nicht unbedingt für seine avantgardistische Grundstimmung bekannt, man denke an die Schmähung Otto Wagners von offizieller Seite nach seiner Abkehr von monumentalen, dekorativen Tendenzen oder den Streit ums Haus am Michaelerplatz von Loos, das mit seiner 'schmucklosen' Fassade enorme Proteststürme evozierte (der Konflikt wurde dann sehr sympathisch-wienerisch mit der Anbringung von Blumenkästen an den Fenstern beigelegt)
    Oder man denke an die Hasspamphlets gegen den Eiffelturm, zu deren Autoren unter anderem Charles Gounod gehörte, der in dem heutigen Wahrzeichen eine Zerstörung des Stadtbilds zu erkennen glaubte. Ich glaube vielmehr, es gab zu allen Zeiten hässliche Baukunst. Auch wenn die heutige Stararchitektenkultur davon wohl mehr produziert als frühere Zeiten, so wird man dieser Tendenz wohl kaum im Sinne fundierter Kritik gerecht, wenn man irgendwelche vordergründig effektvollen, unförmigen Gebilde in Dubai oder China in einen Topf mit den großartigen Bauten der klassischen Moderne wirft.


    Was ich damit sagen will: Vielleicht ist ja auch beim Regietheater nicht alles schlecht. Umgekehrt gibt es auf jeden Fall durchaus einige konservative Inszenierungen, die aus verschiedensten Gründen - und explizit nicht aufgrund der Tatsache, dass es eben konservative sind - die Bezeichnung Schund mehr als verdienen.

    Bei mir auch Beethoven zur morgendlichen Erbauung:



    Chorphantasie op. 80


    Grimaud spielt auch die Sturm-Sonate auf der CD wundervoll, besonders den langsamen Satz. In der Chorphantasie (für Beethoven-Verhältnisse eher leichte Muse, doch ich mag sie sehr) wird sie großartig ergänzt durch Salonens kraftvolles, akzentuiertes und detailreiches Dirigat.


    Ich freue mich schon, ihn am Freitag mit Brahms KK II mit den Bayern zu hören!


    Ach, und Wolfram: wie war eigentlich der Brahms mit Furtwängler aus Hamburg?

    Und noch ein Brahms...


    Lieber Wolfram,


    sehr viel Brahms; was höchst erfreulich ist und bei Tamino doch auch nicht allzuhäufig.
    Die Auswahl der Interpretationen lässt jedenfalls guten Geschmack erkennnen... ;)


    Unbedingt ans Herz legen möchte ich Dir noch Furtwänglers Erste aus Hamburg, eine Nachkriegsaufnahme mit dem NDR-Orchester. Ich bin ja ohnehin geneigt, Furtwängler Dirigate Brahms'scher Symphonik im interpretatorischen Olymp anzusiedeln, aber diese Symphonie Nr. 1 sehe ich wirklich als das non plus ultra an, trotz Günter Wand oder Bernstein.



    Die Tonqualität ist übrigens eine riesige Überraschung. Die DG fabrizierte bis in die siebziger Jahre wesentlich verrauschtere Sachen.

    hier sind Fragen der Akkustik augeworfen, die durch bauliche Maßnahmen angepasst werden können. das Tempo anpassen ist doch wohl ein (fauler) Kompromiss.


    Es ist nur leider in der Realität ein ganz kleines Stück einfacher, mit aufführungspraktischen Mitteln darauf zu reagieren als mit baulichen...


    Ob ein Orgelstück sich dem Raumklang anpasst, halte ich nicht so für kritisch. Auch das ein Chor auf die Akkustik eingeht, ist wohl kein Problem.
    Wer aber eine Beethoven Simphonie "anpassen" muss, weil die Akkustik es nötig macht, sage mir vorher Bescheid, so das ich fernbleibe. ^^


    Warum um alles in der Welt soll es bei Chor und Orgel kein Problem sein, wohl aber bei einem symphonischen Werk?
    Ich würde sogar sagen, dass die Unterschiede bei einer Orgelkomposition weitaus gravierender sich darstellen, je nachdem, ob diese in einer sehr großen Kirche (in der Regel also auf einem schon für die Raumgröße disponierten Instrument!) oder in einem kleinen Konzertsaal mit geringen Nachhallzeiten gespielt wird. Gerade bei den klanglichen Eigenschaften einer Orgel, dem möglichen Halten von Tönen muss die Anpassung enorm sein.
    Das kann ein Orchester mit seiner Vielzahl von Einzelinstrumenten wesentlich besser abfangen.


    Im übrigen sagt es dann schlicht etwas über die Qualität des Dirigenten aus, wie ihm die sog. 'Anpassung' gelingt. Die völlig 'unangepasste' Beethoven-Symphonie, quasi die in vitro-Aufführung, wird sowieso eine Utopie - oder Dystopie?- bleiben müssen. Bei dieser Erwartung wird einen keine einzige Beethoven-Aufführung dieser Welt zufriedenstellen. Indem die Noten Klang werden, läuft immer ein Übersetzungsprozess ab, der Deutungen und Interaktionen mit der Umgebung beinhaltet und beinhalten muss.
    Natürlich, wenn Beethovens Neunte im Stadion mit Riesenchor zum Besten gegeben wird, hat das nur mehr wenig mit der eigentlichen Komposition gemein. Aber alles, was in Konzerthäusern von professionellen Orchestern dargeboten wird, rechtfertigt kaum ein Fernbleiben, es sei denn, die eigenen Ansprüche bleiben ebenso der Realität fern...
    Man muss vielmehr auch immer wieder jene Vorstellung einer absoluten Perfektion, die manche Tonaufnahmen suggerieren, kritisch hinterfragen, da es sich hier oft um das zusammengestückelte Ergebnis vieler Einspielsitzungen handelt, bei dem zudem die Gewichtungen einzelner Instrumentengruppen etc. nachkorrigiert werden.
    In einem Tonstudio muss man natürlich weniger mit raumakustische Eigenheiten mit Tempoanpassungen und dergleichen reagieren. Aber viele großartige Livedokumente, die solchermaßen im Studio produzierten Idealergebnisse in den Schatten stellen, zeigen recht deutlich, dass gerade die Unzulänglichkeiten der Realität mitunter das Großartige der musikalischen Interpretation befördern.

    ...und einem recht sanften Gewitter (das macht ja sogar Karajan aufregender)


    Man mag von Karajans Beethoven halten, was man will. Aber wenn es um das Gewitter geht, würde es mich schon wundern, wenn das jemand so viel 'aufregender' interpretieren würde, dass man für Karajan das 'sogar' stehen lassen könnte.


    Eigentlich mag ich bei Karajans Sechster NUR das Gewitter. Den Rest erspart mir die Programmierbarkeit des Players... :stumm:

    Ein wenig auf den wohl bald entehenden Thread abzielend, aber vor allem zur persönlichen Erbauung:



    L. V. Beethoven: Symphonie Nr. 6
    Wiener Philharmoniker
    Claudio Abbado


    Neben Böhm meine Lieblingsaufnahme! Sie ist in ihrer empfindsamen, freudig-frischen, gleichsam mit Lust auf das Naturerlebnis gerichteten Art genau das richtige für einen derart herrlichen Frühlingstag wie heute, an dem die Natur einen so reich mit Schönheit beschenkt.


    D. Schostakowitsch
    Symphonie Nr. 7 'Leningradskaja'
    Leningrad Philharmonic
    Mariss Jansons


    Beim Symphonieorchester des BR steht momentan sein Schüler am Pult - der seine Sache gar nicht so schlecht macht, ich empfehle allen, der heutigen LIVE-Übertragung des Brahms-Violinkonzerts mit Janine Jansen auf BR Klassik (20:05 Uhr) zu lauschen, gestern im Konzert war es großartig.


    Zur obigen CD:
    Jansons liefert ein gutes Dirigat, wenngelich nicht so extrem und außerordentlich wie Mravinsky, der meine persönliche Referenz ist.

    Noch voll wunderbarer Eindrücke herrlicher Frühlingslandschaften nach einer kleinen Wanderung nun gerade der Naturlaut-Beginn von Mahlers I.



    Bruno Walter, Columbia Symphony Orchestra


    Meine Lieblingsaufnahme des Werks. Walter schafft es, diesen ganzen Kosmos der Mahlersymphonie so selbstverständlich und erfüllend auszudeuten wie kein anderer. Keine oberflächlichen Effekte und dennoch über die Maßen beeindruckend, klangschön und dramatisch, man hat das Gefühl, so muss es sein.


    Und die Klangqualität ist über jeden Zweifel erhaben, durchaus audiophil.

    Der sehr spätromantische Russe ist hier im Forum nur noch selten vertreten.




    Sergej Rachmaninow
    Rhapsodie über ein Thema von Paganini op 43 (1934)


    V. Ashkenazy, piano
    LSO, Andre Previn


    Die Variation Nummer 18 ist wohl der beste Kitsch, der je komponiert wurde... ;)
    Spaß beiseite, ein tolles Werk für alle, die von Musik nicht erwarten, dass sie richtungsweisend für die weitere Entwicklung der Kunst aus einer fortschrittsorientierten Sichtweise heraus ist.



    Welch wunderbarer Beginn des Tages:


    L. v. Beethoven: Konzert für Violine und Orchester op. 61


    Allen (bisherigen) Järvi/Bremen-Verächtern herzlich empfohlen - derzeit für unter €10,- zu haben. Das Britten-Konzert ist übrigens ebenfalls ausgezeichnet!


    Lieber Wolfram,


    habe Dank für den Hinweis, die CD findet nun auch mein Gehör.


    Und sie ist wirklich empfehlenswert, allerdings nicht unbedingt ein Einstieg zu Järvis Beethoven, oder sagen wir, zu seinen späten Beethoven-Symphonien.
    Eine gweöhnungsbedürftige Geschwindigkeitsorgie wie im Adagio der Neunten findet sich hier nämlich für mein dafürhalten ebensowenig wie allzu durchsichtige, mithin oft substanzlose Musiziererei, wie sie mich ebenso bei meinen gelegentlichen Hörversuchen immer wieder abschreckte.


    Statdessen ein prägnanter, freudiger Beethoven; zumal Janine Jansen durchaus nicht unbedingt von HIP durchdrungen zu sein scheint, sie bietet ein klangschönes, spannendes und gleichsam inniges Spiel, das durchaus stellenweise als 'romantisch' beschrieben werden kann.


    Nächste Woche werde ich die hübsche Holländerin mit Brahms hören - eingebettet in viel tschechische Folklore... Dvoraks Heldenlied und Janaceks Sinfonietta. Damit werde ich irgendwie nicht so recht warm.