Beiträge von Jolanthe

    Zitat

    Original von operus
    Auch ich sehe die Gefahr, dass dieser hoffnungsvolle Tenor im Medienrummel verheizt wird. In der neuesten Ausgabe der "Opern-Welt" wird unter dem Titel "Rund um sorglos" (S. 34 f.) sehr fundiert aufgezeigt, wie die aktuellen Mega-Stars wie Elina Garanca, Jonas Kaufmann, Erwin Schrott, Anna Netrebko und Rolando Villazon gemacht werden. Vor allem die großen, internationalen Agenturen vermarkten ihre Stars gnadenlos. Die chronische Krise des mexikanischen Tenors Rolando Villazón ist nur das prominenteste Beispiel für diese letztlich sängerfeindliche Entwicklung.
    Herzlichst
    Operus
    :faint: ;( ;(


    Da Jonas Kaufmann nicht mehr so neu im Geschäft ist, denke ich, dass er sich nicht verheizen lässt. Einge Zugeständnisse muss er natürlich an seine Plattenfirma machen, z.B. seinen Auftritt in der Talkshow des NDR.


    LG
    Jolanthe

    Leo Nucci ist ein Bariton, dessen Stimme mir besonders gut gefällt. Für mich ist er ein echter Verdibariton und ich durfte ihn am Opernhaus Zürich zwei Mal erleben. Ich empfinde seine Stimme als sehr warm. Natürlich gibt es Baritonstimmen, die kultivierter klingen.


    Das erste Mal war es die Oper Attila. Der Attila wurde übrigens von Ruggero Raimondi verkörpert und Nucci sang die Paradearie des Ezio einfach wundervoll. Das Haus stand Kopf. :jubel: :jubel:


    Die zweite Begegnung mit ihm war die Oper I due Foscari.



    Es handelt sich hierbei um die Zürcher Produktion, allerdings aufgeführt in Neapel.
    Nicht vergessen sollte man seine Paraderollen Rigoletto.


    Liebe Grüße
    :hello:
    Jolanthe

    Meine Lieblingsaufnahmen von Solti sind diese:




    An ihm als Mensch gefiel mir besonders gut, dass er in Interviews auch in hohem Alter eine unglaubliche Begeisterungsfähigkeit zeigte, zu der sonst oft nur junge Menschen fähig sind.


    Liebe Grüße
    Jolanthe

    Angeregt durch einen anderen Thread, möchte ich nun mal dieses Thema aufgreifen.
    Seit mehr als ca. 30 Jahren unterrichte ich das Fach Musik in den Klassenstufen 5-7 einer Realschule. d.h. ich blicke auf langjährige Erfahrung zurück. Ab Klasse 8 findet kein Musikunterricht mehr statt.
    Die Akzeptanz von klassischer Musik im Unterricht ist mit den Jahren immer geringer geworden. Spielten früher noch einige Schüler ein Instrument, so sind es jetzt nur noch ganz wenige. Am Gymnasium sieht das vielleicht anders aus.
    Wenn die Kinder bei uns eingeschult werden, dann fragt man sie schon mal ein bisschen aus, inwiefern das Thema klassische Musik zu Hause eine Rolle spielt. Man kann davon ausgehen, dass noch nicht einmal in 2% der Familien klassische Musik eine Rolle spielt. Das ist eine meiner Ausgangspositionen.
    Die zweite entscheidende Position hängt mit dem Musikunterricht in der Grundschule zusammen. An vielen Grundschulen findet kein Musikunterricht durch Fachlehrer statt, d.h. es wird höchstens mal gesungen.
    Bei diesen Schülern ist der Musikunterricht besonders schwierig, da sie auf jegliche klassische Musik mit totaler Ablehnung reagieren.
    Wenn die Kinder bereits Fachunterricht in der Grundschule genossen haben, sieht die Sache schon ganz anders aus. Die Kinder gehen schon ganz anders an das Fach heran, verfügen bereits über Notenkenntnisse und auch rhythmische Kenntnisse.
    Trotz allem versuche ich natürlich klassische Musik an die Kinder heranzubringen. Zu den Werken, die ich bespreche, gehören:


    Die Moldau
    Der Zauberlehrling
    Karneval der Tiere als großes Projekt
    Erlkönig
    Zauberflöte in Ausschnitten
    Lindenbaum
    Bolero


    Besonders schwierig ist der Musikunterricht in Klasse 7, da dann durch den Gruppenzwang mit heftiger Ablehnung reagiert wird.


    Minierfolgserlebnisse hat man dann doch. So hatte sich ein Mädchen von den Eltern gewünscht, einmal die Oper Zauberflöte besuchen zu dürfen und hat dann in der Klasse darüber berichtet. Sie stieß dann allerdings bei vielen Schülern auf großes Unverständnis.


    So weit erst einmal von mir.


    Liebe Grüße
    Jolanthe

    Wie sehr die Musik meine Gefühle beeinflusst, merke ich schon an der Auswahl dessen, was ich höre. Das ist völlig abhängig von meiner momentanen Stimmung und Verfassung.


    Ich gehöre zu den Menschen, die nicht gut weinen können, insbesondere dann nicht, wenn es mir seelisch ganz schlecht geht. Das führt dann zu einer kolossalen inneren Anspannung.


    Vor Jahren habe ich herausgefunden, dass es eine Arie gibt, die es schafft diesen Block zu lösen und mich zum Weinen zu bringen.


    Es ist eine Arie, die Carreras singt ( 1976), und zwar aus "Il giuramento" von Mercadante: La Dea di tutti i cor......


    Danach geht es mir meistens erheblich besser. Zum Glück habe ich sie schon lange nicht mehr gebraucht.



    Könnte ich ohne Musik leben? Mit Sicherheit nicht.


    Vor Jahren machte ich mit meinem Mann einen Wanderurlaub in den Alpen. Es gab dort keinen Radioempfang, mp3 Player gab es noch nicht, meinen Cassettenrecorder hatte ich vergessen. Nach drei Wochen hatte ich die größten Entzugserscheinungen. Eine Ouvertüre, die im Autoradio auf der Heimfahrt erklang, war für mich wie eine Erlösung und tagelang war ich vom CD-Spieler kaum noch wegzubringen.


    Viele Grüße
    :hello:
    Jolanthe


    Das kann ich voll bestätigen


    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :faint: :faint: :faint: :faint:


    Jolanthe

    Zitat

    Original von Dreamhunter
    Aber ich denke, dass sowohl bei Domingo als auch bei Raimondi nicht die aktulellen Leistungen für die Platzierung ausschlaggeben waren!


    Das denke ich auch. Man beurteilt ja nun auch die Lebensleistung eines Sängers, beide waren in früheren Zeiten ausgesprochen gut.


    Wie z.B. ein Fritz Wunderlich mit 68 gesungen hätte, wissen wir ja leider nicht.


    LG
    :hello:
    Jolanthe

    Zitat

    Original von Dreamhunter
    Wenn's für Euch okay ist, werde ich bis zum Wochenende einen Zwischenstand berechnen und veröffentlichen - dabei werde ich aber die Stimmen derer, die NICHT mehr im Tamino-Forum sind, nicht mitzählen, weil das Ergebnis ja den Geschmack der aktuellen Mitglieder widerspiegeln soll.


    Passt das so ?!??


    Das finde ich eigentlich nicht so gut, denn die Mitglieder, die nicht mehr im Forum sind, haben ja abgestimmt. Es geht doch um die Halbjahreswertung. Im 2. Halbjahr kann sich dann ja wieder ein ganz anderes Bild ergeben.


    LG
    Jolanthe

    Liebe Honoria,


    das ist auch meine Meinung. Ich habe ihn erst vor einer Woche als Scarpia erlebt. Man muss natürlich Abstriche zu früher machen, da er inzwischen doch schon etwas älter ist.
    Noch besser als Scarpia als auf der von Dir genannten DVD, die ich auch kenne, finde ich ihn hier




    Außerdem ist er ein großartiger Darsteller, das hat er auch wieder in Berlin bewiesen.


    Liebe Grüße
    :hello:
    Jolanthe

    Zitat

    Original von Fides



    Bei R. V. scheint mir das Problem im Kopf und vor allem in einer völlig verdrehten Selbstwahrnehmung zu liegen. Er wollte Partien singen, für die seiner zwar dunkel timbrierten aber im Grunde leichten, lyrischen Stimme einfach das Fundament fehlt. Mir hat in seinem Singen oft die "Basis" gefehlt, der Stimmkern, auf dem ein Sänger seine gesanglichen Fähigkeiten aufbaut....hoffentlich drücke ich mich verständlich aus?!


    Das empfinde ich auch so. Er scheint überhaupt ein komplizierter Mensch zu sein. Nach seinen eigenen Aussagen ist er wohl schon seit Jahren in psychologischer Behandlung. Ist seine Ehefrau nicht auch Psychologin?


    Vielleicht sollte er versuchen, nach seiner Genesung seine Karriere noch einmal richtig aufzubauen mit Rollen, die wirklich zu seiner Stimme passen.
    Und man sollte nicht auf allen Hochzeiten tanzen (siehe Gottschalk u.ä. )


    LG
    :hello:
    Jolanthe

    Wenn ich mir die gigantische Kulisse und diese unübersehbare Menschenmenge vor dem Brandenburger Tor vorstelle und dazu das Kaiserquartett???


    Also ich fand das schon in Ordnung mit der 9. von Beethoven.


    Oder man hätte zu späterer Stunde Händels Feuerwerksmusik spielen sollen und vielleicht dazu anschließend das passende Feuerwerk. 8)


    Die 1. Sinf. von Brahms ist ja nun doch nicht so popülär.


    LG
    Jolanthe

    Zitat

    Original von musica
    War er nicht mal mit der jungen Sandra Schwarzhaupt leiert?


    Ein sehr guter Bass, doch nicht mein Favorit. :untertauch:


    Er war tatsächlich mal mit ihr zusammen. Irgendwann habe ich ein Portrait über ihn gesehen, da hat er darüber gesprochen. Die Affaire geschah wohl mit Billigung seiner Frau. ?(


    Übrigens mag ich ihn nicht.


    LG
    Jolanthe

    Es dauert zwar noch eine Weile, aber im September soll diese DVD erscheinen:



    Es handelt sich dabei um eine Aufnahme aus dem Jahre 1997 (Theater an der Wien ).


    Mauregato - Olaf Bär
    Estrella - Luba Organosova
    Adolfo - Alfred Muff
    Frolia - Thomas Hampson
    Alfonso - Endrik Wottrich


    Dirigent: Nikolaus Harnoncourt


    Diese Aufnahme hatte ich damals mitgeschnitten und dann versehentlich gelöscht und trauere ihr bis heute nach. Um so erfreuter bin, dass sie nun endlich auf DVD erscheneinen wird.


    LG
    :hello:
    Jolanthe

    Shicoff ist mir auch schon seit Jahren ein Begriff. Gerade gestern hatte ich im ZDF-Theaterkanal den größten Teil von Hoffmanns Erzählungen genossen mit ihm in der Titelrolle. Er verkörperte ja diese Rolle wie kaum ein anderer.
    Er gefiel mir immer besonders gut, wenn ich ihn auch sehen konnte, da er eine großartige Bühnenpräsenz besitzt.
    Eine weitere Paraderolle von ihm ist auch der Eleazar aus der Oper "La Juive" von Halevy.



    Live habe ich ihn leider nie erlebt.
    Außerdem kann ich mich noch an eine TV-Sendung erinnern, eventuell war es eine Aids-Gala aus der Deutschen Oper Berlin. Er sang zusammen mit Agnes Baltsa eine hinreißende Schlussszene aus der Oper Carmen


    Liebe Grüße
    :hello: :hello:
    Jolanthe

    Es gibt schon einiges, was mich bei Richard Strauss fasziniert.


    Das erste Werk, das ich von ihm kannte, war seine Alpensinfonie und die finde ich einfach herrlich. Mit ein Grund ist sicher, dass ich selbst in den Alpen wandere und mich in diese Tondichtung einfach "reinfallen" lassen kann.
    Auch "Also sprach Zarathustra" spricht mich durchaus an.


    Seine Lieder liebe ich.


    Problematischer wird es mit seinen Opern.


    Durch "Die Frau ohne Schatten" habe ich mich mehrmals durchgekämpft und keinen Zugang zu ihr gefunden. Mit dem "Rosenkavalier" habe ich auch so meine Probleme.
    Teile der "Salome" sagen mir sehr zu.
    Meine Lieblingsoper von ihm ist "Arabella": "Und du wirst mein Gebieter sein" finde ich traumhaft schön.
    Elektra und Daphne kenne ich noch nicht.
    Auch mit "Cappricio" konnte ich mich gut anfreunden.


    VG
    Jolanthe

    Liebe Rita, liebe(r) Fides,


    Natürlich sind Stimmen Geschmacksache und natürlich respektiere ich Eure Meinungen.
    Für mich ist es eben "die Stimme" überhaupt und ich wüßte eigentlich nicht, wen ich von den zur Zeit aktiven Tenören auf seine Stufe (rein subjektiv ) stellen würde, abgesehen mal von Florez, der aber ein anderes Fach singt.
    Es wäre ja sehr langweilig, wenn wir alle die gleichen Sänger mögen würden, da bräuchten wir uns hier nicht darüber auszutauschen.


    LG
    :hello:
    Jolanthe

    Stefano Secco ist mit Sicherheit ein würdiger Ersatz. Ich selbst würde ihn sogar Villazon vorziehen. In Paris war er vor einiger Zeit der Ersatz für Shicoff in der Oper Simon Boccanegra.



    Liebe Grüße
    :hello: :hello:


    Jolanthe