Hallo Taminos.
Gestern ( 28. Juni :- D ich habe einen Teil schon am Tag danach geschrieben ) habe ich es noch grade so geschafft in das fast Ausverkaufte Staatstheater reinzukommen. Zum letzten Mal in dieser Spielzeit wurde die Oper " Der Alchymist " von dem in Braunschweig geborenen Komponisten Louis Spohr gegeben
Hier erstmal die Besetzung mit der Kritik
Don Felix de Vasquez der Alchymist : Bernd Weikl
Trotz geringen Präsens der Gesangspatien sang und spielte er großartig. Vor allem die klare Aussprache während des Singens ist mit sehr positiv aufgefallen.
Inez seine Tochter : Moran Abouloff
Hervorragend gesungen, perfekte Darstellung, große Begeisterung des Publikums
Don Alonzo de Castros : Jörg Dürmüller
Ebenfalls exzellente Stimme, stellte die Figur sehr gut da.
Don Ramiro de Loxa : Jan Zinkler
Akzeptabel, passt jedoch stimmlich nicht in eine heitere Oper, eher für die Dramatische Oper gedacht.
Paola : Susanna Pütters
Etwas zu leise, ansonsten auch sehr gute Darstellung
Lopez : Mike Garling
Nicht besonders hervorheben. Keine Stimme mit hohem Wiedererkennungswert, relativ leiser Gesang
Es spielte das Staatssochester Braunschweig unter der Leitung von Christian Fröhlich ( der einigen von den Violinkonzert Aufnahmen bekannt sein sollte )
Handlung:
1. Aufzug:
Ramiro heuert Lopez an, ihn bei seinem Werben um Inez, die Tochter des Alchemisten Vasquez, zu unterstützen. Seine frühere Geliebte, Paola, belauscht ihn dabei. Unbemerkt beobachtet sie auch inez, die sich Gedanken an die Liebe hingibt. Paola schwört Rache, in dem Glauben, Inez sei an Ramiro interessiert, den sie gegen alle Vernunft noch immer liebt. Vasquez begibt sich zu seinen Studien. Alonzo forscht nach Inez, in die er sich verliebt hat. Paola macht ihm Mut und warnt ihn vor Ramirez Ränken, um so ihre vermeintliche Nebenbuhlerin auszuschalten. Ramiro bemüht sich mit einem Ständchen, Inez zu erobern, hat damit aber weniger als keinen Erfolg. Er beschließt sich mit Gewalt zu holen, was er unbedingt besitzen will, doch Inez wiedersteht. Alonzo der ungesehen alles mitbekommen hat will ihm einen Strich durch die Rechnung machen: Da ereignet sich eine Explosion, Inez ruft um Hilfe und Alonzo rettet ihren Vater aus den Flammen. Vasquez sieht seine langjährige Forschungsarbeit vernichtet und ist am Boden zerstört. Alonzo und Inez scheinen sich gefunden zu haben!
2. Aufzug
Ramiro plant die gewaltsame Entführung von Inez und wartet auf Lopez, der ihn dabei unterstützen soll. Stattdessen kommt Paola. Ramiro hat nur Spott für sie übrig und wirft sie hinaus. Sie verbirgt sich jedoch in der Nähe und wird erneut Zeuge von Ramiros Vorhaben: Zunächst soll Alonzo aus dem Weg geräumt werden. Ramiro , der das Inkognito des adligen Alonzo durchschaut hat, informierte dessen Vater über die anbahnende Mesalliance mit der vermeintlich nicht-standesgemäßen Inez: Alonzos Vater will seinen Sohn mit Gewalt zurückholen. Der Alchymist Vasquez dagegen soll der Gotteslästerung bezichtigt und der Inquisition ausgeliefert werden.
Paola will Ramiros Pläne durchkreuzen. Sie mischt sich unter die Menge, um Inez vor der geplanten Entführung zu warnen. Inzwischen sind sich Inez und Alonzo näher gekommen und bekennen sich gegenseitig ihre Liebe. Auch Vasquez ist glücklich, so glaubt er einen Schüler in Alonzo gefunden zu haben.
Paola versucht vergebens, Inez auf die drohende Gefahr aufmerksam zu machen: Sie wird entführt. Alonzo wird nach Valencia zurückgebracht. Vasquez gerät in die Hände der Inquisition. Ramiros Plänen scheinen aufzugehen, er triumphiert.
3. Aufzug
Der Inquisitor verhört Vasquez und eröffnet im das Autodafe. Vasquez sich keiner Schuld bewusst , ist ausschließlich in Sorge um seine Tochter.
Ramiro bemüht sich , die entführte Inez mit Geschenken und Tanz für sich einzunehmen – vergeblich. Unbemerkt steckt ihr Paola einen Zettel zu, auf dem steht, dass ihr Vater von der Inquisition verhaftet wurde. Ramiro versucht nun , Inez damit zu erpressen und sich gefügig zu machen – wiederum erfolglos. Paola befreit Inez durch einen Geheimgang. Ramiro und Lopez nehmen die Verfolgung auf.
Eine Volksmenge wartet auf die Vollstreckung des Todesurteils. Alonzo ist inzwischen zurückgekehrt und will Vasquez zur Hilfe kommen . Inez , die nach ihm Eintrifft , wird von den Dieners der Inquisition erst nach langen Bitten eingelassen. Sie gerät wieder in die Fänge Ramiros, der nun behauptet, sie sei seine geistig verwirrte Schwester. Alonzo konnte Vasquez befreien und kämpft mit Ramiro, der verwundet wird. Paola verzeiht Ramiro, dem nichts anderen übrig bleibt, als ihre Hilfe anzunehmen. Sie kündigt an, ihn gesundzupflegen und anschließend ins Kloster zu gehen. Alonzo will mit Vasquez und Inez in seine Heimatstadt Valencia ziehen.
© Staatsorchester Braunschweig / aus dem Programmheft
Die Musik
Nummern:
Ouverture
Erster Aufzug:
No. 1 Chor der Zigeuner ( „Bergauf, bergab .. „)
No. 2 Aria der Paola („So bin ich verrathen, verstossen verlacht .. „)
No. 3 Duettino der Paola und Inez ( in Begleitung einer Laute )
No. 4 Larghetto der Paola, Vasquez, Alonzo,Inez („ Doch still, , wer nahet?” )
No. 5 Recitativo ed Aria des Alonzo ( „Oh, welcher Reiz dies holde Bild umschwebt .. „ )
No. 6 Scena con Coro („ Die Zither klingt …“)
No. 7 Finale ( Explosion des Turmes )
Zweiter Aufzug:
No. 8 Duetto, Ramiro, Paola (“ Es ist schon spat” )
No. 9 Rezitativo ed Aria der Paola („ Ha , welch ein Plan“ )
No. 10 Arietta der Inez ( „Der Abend neigt“ )
No. 11 Recitativo e Duetto der Inez , Alonzo (“ Hinweg du Truggebild…” )
No. 12 Scena con Coro („Lieblicher Abend aus dämmerden Fernen…“ )
No. 13 Recitativo des Lopez („ Flieht nich Senora“ .. )
No. 14 Romanza con Coro ( „ Abenhamet“ )
No. 15 Finale (“Du bebst Geliebte… “ )
Dritter Aufzug:
No. 16 Vision ( “ Glauben und beten .. „ )
No. 17 Aria des Vasquez ( „Vor meinen Richter wird ich bald geführt .. „)
No. 18 Aria der Inez („Vor Angst und Sehnsucht..“ )
No. 19 Ballo / Fandango („ Fliehe nicht vor Männer schritten..“ )
No. 20 Recitativo e Duetto ( „ Weh mir ..“ )
No, 21 Finale ( “ Ja , Geliebte ! Bald die meine … „ )
Die Musik Spohr ist in dieser letzten Oper weitaus fortgeschrittener als z.B. in Jessonda.
Die klangschöne und dramatische Ouvertüre ist neben dem Finale des 3. Akts das Glanzstück der Oper. Spohr verbindet hier Dramatik , spanische Klänge und Rhythmen, sowie heitere Musik zu einem wunderschönen ganzen.
Eine exzellente Aufnahme der Ouvertüre befindet sich auf der CD „ Ouvertures“ von Spohr welche von Christian Fröhlich mit dem Rundfunkorchester Berlin aufgenommen wurde.
Angefangen mit einem ruhigen Adagio erreicht es mit wilden 16teln in der Violine eine spannende Stimmung welche denen von Marschner ähnlich scheint. Nach mehreren Veränderungen gelangt man in ein ruhigeres Seitenthema in denen man schon die spanische Atmosphäre spürt. Nach einer kleinen Überleitung gelangt man in das Seitenthema welches leicht lustig klingt. Hier nimmt Spohr bereits die Melodie des Chors „ Die Zither klingt“ hinein. Dies wird wiederholt und gelangt durch einen Tonartwechsel in Dur und geht aufbrausend in C-Du über. Man erwartet einen großen Höhepunkt am Schluss, doch Spohr lässt nach einer Tutti das Orchester leiser werden ( im Klavierauszug „ morendo“ ) und leitet nach einer Viertelpause den Chor ein.
Die gesamte Musik der Oper lässt einen einen Hauch spanisch erleben. Herauszuheben ist hier der „ Ballo“ den Spohr in Form eines Fandango komponiert. Glänzen tun auch die Chöre die des Öfteren eine Interessante Scene zum besten geben. Das Finale , in dem alle glücklich Lieben ist in Form einer Polonaise geschrieben die der Oper einen hübschen Schluss gibt.
Spohrfreunde und Fans der romatischen Oper können sich freuen. Die Oper soll sowohl als CD, sowie auch als DVD im Handel erscheinen. Wenn es soweit ist werde ich nochmals berichten.
Kritik und Lob
Trotz des Langeweiler Image von Spohr ist hier eine sehr gelungene Oper entstanden. Christian Fröhlich erreichte mit dem Orchester des Staatstheaters eine gelungene Vorstellung, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurde. Die witzige Inszenierung von Uwe Schwarz sorgte auch dafür, dass dem Publikum nicht langweilig wurde, auch wenn manches zu albern schien. Die Sänger hatten (fast) alle sehr anspruchsvolle Parts ( wie z.B. Moran Aboudoff als Inez ) welche auch sehr gut gemeistert wurden.
Insgesamt eine sehr gelungene Aufführung.
Viel Spaß bei lesen!
Gruß
Christian