Beiträge von Vaussure de Villeneuve

    Hallo zweiterbass,


    Um es mit Karl Löwith zu sagen


    Zitat

    Der historische Materialismus ist Heilsgeschichte in der Sprache der Nationalökonomie


    Wenn Dich auch mal die Kritik an den Gesellschaftskritikern interessiert, kann ich Dir Löwiths »Weltgeschichte und Heilsgeschehen« oder Michail Ryklins »Kommunismus als Religion« ans Herz legen.


    Würde das Thema vielleicht irgendwo unter die Kategorie Portrait passen? Ich denke da zum Beispiel an die schönen Stockhausen Dokus wie zu "In den Höhlen von Jeita" oder "Momente" (was zu meiner Überraschung in der Aula eines bestimmten Kölner Gymnasiums gedreht wurde :D)


    Viele Grüße :hello:

    hart Die Aufnahme habe ich bereits und mag sie sehr, trotz Brecht'scher Texte :)

    Zitat

    ES geht aus der eher diffusen Anfrage nicht hervor, was denn hier gesucht wird [...] Die Moderation wird aber diesen Thread in angemessener Zeit in einen anderen Bereich verschieben, der vielleicht geeigneter ist.


    Ich weiß. Tut mir Leid. Aber nun sind ja einige Fragen gestellt, auf die man wiederum genauer antworten kann. In welchem Unterforum hätte ich die Frage erstellen sollen?


    Zitat

    a) Aufnahmen von Werken Eislers?


    Nein


    Zitat

    c) Aufnahmen mit Komponisten die ihr Weltbild schildern - aufgelockert mit Musikbeispielen


    So könnte man es sagen. Rheingold1876 hat es gut getroffen mit "Da wird gespielt, gesungen und gesprochen."


    Zitat

    b) Aufnahmen mit linkstendenziellen politischen Texten? (milde formuliert)


    Nein gerade ohne Kommunismus. Da kann man auch wieder den Streit um l'art pour l'art führen. Ich finde es gut wenn Kunst politisch ist, es darf also ruhig politisch sein, aber nicht im Sinn von linken (oder rechten) Arbeiterliedern und Klassenkampfgetöse ...


    Vielen Dank für die Vorschläge

    Hallo


    ich weiß nicht ob das hier richtig ist.


    Ich suche CDs wie diese



    Mir gefällt die Mischung aus Kunstlied, Interviews und Texten.


    Doch "leider" kann ich mit Eislers Kommunismus nicht viel anfangen.


    Gibt's noch andere CDs in der Richtung?


    Viele Grüße

    Zitat

    So meinen manche, in den letzen Kompositionen von Robert Schumann Anzeichen von Wahnsinn erkennen zu können.


    Der Psychiater Michael Fitzgerald hat bei Glenn Gould einen Asperger-Autismus erkannt (wie auch bei anderen großen Figuren der Geschichte.) Das ist ja einfach nur traurig, wie sich jämmerliche Wissenschaftler einen Ruf zu machen versuchen, indem sie Gossip über große Namen verbreiten. Das Problem ist ja nicht einmal, ob die Gerüchte nun stimmen oder nicht - unwahrscheinlich ist es nicht unbedingt, dass Gould Autist war - aber selbst wenn sie stimmen, wer gibt diesen Muckern das Recht, solche Überlegungen überhaupt öffentlich anzustellen? Dass derlei Gedanken etwas zu der Deutung der Person beitragen ist eine glatte Schutzbehauptung, in Wahrheit dürfte eher das Gegenteil der Fall sein.

    Ich hoffe das passt hier rein :)
    In seiner (sehr lesenswerten) Rezension von Guttenbergs Doktorarbeit gibt Rezensent Thomas Ueberle ganz beiläufig die beste Definition der «Postmoderne» ab, die sich noch vor der nächsten Schlingensief-Ausstellung und der nächsten Aufführung Stockhausens Helikopterquartetts finden lässt. :hahahaha:

    Zitat

    Nicht die Postmoderne mit ihrem Abgesang begnet uns hier, niemand, dem es provokant scheint, Rinderhäften als blutigen Fleischbrei von Hubschraubern auf Bürgersteige klatschen zu lassen. Keine Exkremente werden auf Leinwände mit Urschreien gespritzt.

    Hallo Wulf !


    Zitat

    Original von Wulf
    aber warum denn nicht? Hierzulande wurde vor etlichen Jahren der kleine Hobbit bereits zum Musicalsujet, da bietet sich doch das epische Bombastikon als Libretto geradezu an.


    Wegen mir kann es gerne ein musical bleiben.


    Zitat

    Original von Wulf
    "Eine Oper sie zu knechten,


    Ja wahrscheinlich. :D
    Dann werde ich aber zum Ork ! :evil: :baby:


    :hello:

    Oh nein Herr der Ringe als Oper , na ob man da die komplexen Gefühle, die Tolkien beschreibt, adäquat rüberbringen kann...? :D Die Vertonung seiner Gedichte hätte allerdings sicher einiges an Unterhaltungswert. :baeh01:


    Mal im Ernst, da sowohl Büchners Wozzek als auch Danton schon vertont sind, was bleibt da noch übrig ausser Stendhals Rot und Schwarz? Julien Sorel ist doch ein wunderbar zwiespältiger Charakter, die Szene in der er den Abbé, seinen Ziehvater, anlügt; die Not mit der er aus der Nähe seines richtigen Vaters fliehen möchte. Sein Ritt als Edelmann durch Verrieres, das Pistolenduell und schliesslich der Schuss auf Frau de Renal. Und wenn nicht als Oper, dann vielleicht wenigstens als Programmmusik im Stil von Pelleas und Melisande.


    Gruß, Max
    :hello:

    :hahahaha: :jubel: :hahahaha:
    Wer trägt das jetzt bei Wikipedia ein? Ich bin sicher, durch die Verfügbarkeit dieser Definition werden sich die Spendengelder an wikimedia der letzten Jahre bei weitem amortisiert haben! :beatnik:


    Übrigens: Muss ich mir Sorgen machen, wenn ich die klingonische Oper gar nicht schlecht finde? :faint: :hahahaha:
    (Man muss dazu sagen, dass ich durch Magma ( "http://www.youtube.com/watch?v=g9yaYvrp3B4 ) vorbelastet bin, die stammen so ungefähr aus dem gleichen Quadranten wie die Klingonen.)


    :hello:


    Entschuldige, mir wird spontan übel. :kotz:


    Mit unwohlen Grüßen,
    Max

    Apropos Fitzgerald, warum hat noch niemand Joe Pass genannt? :D


    Gerade hab ich noch einen guten, eventuell Themenrelevanten, Quote in nem youtube Kommentar gelesen:

    Zitat

    Once again you touch the masters graces. This is difficult to do indeed, acoustic science now has a name for the shortest discernible musical period of time - which is aptly named a "Tatum". Even in a Tatum you seem to find Tatum


    :jubel: :D

    :pfeif:


    Allan Holdsworth, Alan Pasqua - Live at Yoshi's

    Livemitschnitt von 2006.


    Allan Holdsworth - None Too Soon

    Normalerweise spielt Holdsworth (früher Soft-Machine) nur seine Eigenkompositionen, aber auf dem Album soliert er über bekannte Standards. Wenngleich es immer noch recht rockig zugeht, versucht er weniger Fusion und mehr Jazz zu spielen. Am besten gefällt mir von dem Album How Deep Is The Ocean.


    Wer ihn noch nicht kennt, ich denke das ist ein ganz repräsentativer Auftritt.


    Gruß,
    Max :hello:

    Hallo,


    Eine Frage würde ich doch gerne noch an die Expertenrunde stellen. Was genau ist für Deleuze das Unbewusste? Die Produktion eines Organlosen Körpers? Oder gar die gesamte Wunschproduktion als solche, die sich nur dem 'Schizo' als Produktionsprozess erkennbar zeigt, sich vor dem 'normalen Menschen' versteckt und sich jenem beispielsweise durch Drogengebrauch eröffnet:



    Zitat


    Das, was den Drogenkonsum auszeichnet oder jedenfalls in der Sicht von Deleuze und Guattari ein ‘richtiger Gebrauch’ wäre, ist, [a]n den Punkt [zu; S.G.] gelangen, an dem es nicht mehr darum geht, Drogen zu nehmen oder nicht, weil die Droge die allgemeinen Bedingungen der Wahrnehmung von Zeit und Raum so sehr verändert hat, daß es denjenigen, die keine Drogen nehmen, gelingt, die Löcher in der Welt zu durchqueren und auf den Fluchtlinien zu jenem Ort zu gelangen, an dem andere Mittel als Drogen erforderlich sind. Nicht die Drogen garantieren die Immanenz, sondern die Immanenz der Droge macht es möglich, darauf zu verzichten. (TP 389)


    Die Aufhebung der Unterscheidung von Natur und Industrie also... ? Ausserdem wundere ich mich schon länger, warum es heisst, dass Nietzsche, der Anti-Mystiker, Freuds Unbewusstes postuliert habe, das mit der ganzen Traum- und Symboldeuterei doch ein höchst mystizistisches Gebilde ist. Für entsprechende Textstellen wäre ich sehr dankbar.


    [SIZE=7]Hoffe der Thread ist für solch kleinere Diskussionen offen...[/SIZE] :untertauch:


    Beste Grüße,
    Max

    Zitat

    Original von Klawirr
    Lies doch der Einfachheit halber anschließend einfach die »Tausend Plateaus«. Naja, vergiß das Geschwätz und lies »Tausend Plateus«.


    Bestens,
    Moritz


    Lohnt sich der Kauf von Tausend Plateaus? Wenn ich armer Schüler die Wahl zwischen einem Buch für 40€ oder drei für 40€ habe .... Braucht man es unbedingt, um die Gedanken aus dem AÖ zu vervollständigen?


    Zitat

    Original von Klawirr
    Von Adorno rate ich dringlichst ab, weil den alle anderen in diesem Forum schon längst gelesen haben und Dir die Lektüre somit keinen erkennberen Vorteil für's Posing in Postings bringt. Da sind Deleuze/Guattari schon ziemlich gut für.


    Gut, dann lege ich mir stattdessen einen coolen look zu. Aber so selten können deren Leser ja nicht sein, ich sehe auf der Straße immer wieder Leute mit Schmuck von Deleuze&Guattari. :pfeif::untertauch:


    Zitat

    Original von Klawirr
    Diese Ausgabe ist die Franzen/Tophoven-Übersetzung. Schau mal hier. Die Infos bei Amazon sind halt leider meist unvollständig.


    :angel:


    Zitat

    Original von observator
    und dein nick ist jetzt absichtlich kein anagramm von rousseau mehr?


    Korrekt observiert ;)


    Viele Grüße,
    Max

    Hallo,


    Zitat

    Original von Fairy-Queen
    Ich wohne in La douce france und bin sehr neugierig wie Du an deinen Nicknamen kommst.


    Wie pbrixius schon richtig schrieb, geht es um einen Lebensabschnitt von J.J. Rouseau, wie er in seinen Bekenntnissen beschrieben ist.


    Wenn ich mich recht erinnere war seine "maman", Madame de Warens, von dem gemeinsamen Aufenthaltsort Annecy nach Paris aufgebrochen und Rousseau brachte, wie schon der Text oben beschreibt, die verbliebene Zofe Merceret zurück in ihre Heimatstadt Freiburg. Da ihm glaube ich nicht bekannt war, wie er Frau de Warens in Paris finden könne, suchte er sich als Ersatz Ziel den See in Lausanne aus. (In seiner Phantasie harrten seiner ohnehin überall Frauen und Abenteuer. So auch dort.)


    Neben Frau von Warens gab es aber noch eine andere Person, die seine Gedanken vereinahmte: Ein gewisser Lebemann namens Venture de Villeneuve, der in Annecy auf sich aufmerksam gemacht, und Rousseau schwer beeindruckt hatte. Jener sollte angeblich ein guter Musiker sein, zögerte aber so lange den Beweis anzutreten, dass schliesslich alle in Annecy dachten, er hätte von Noten keinerlei Ahnung. Stattdessen verbrachte er die Zeit damit, zotige Anekdoten zu erzählen. Letzten Endes erwies er sich als guter Sänger, der es bloss nicht nötig hatte, darauf hinzuweisen.


    Wie gesagt begab sich Rousseau nach Lausanne. Aber nicht als er selbst, sondern unter dem Pseudonym Vaussore de Villeneuve, um sich dort als begabter Musiker und Haudegen vorzustellen, genau wie sein großes Vorbild in Annecy. Vaussore ist dabei ein Anagramm von Rousseau. Dass er, wie er selber einsah, keine Note vom Blatt singen konnte, hinderte ihn nicht daran keine Gelegenheit ungenutzt zu lassen, sich in ganz Lausanne als Wunderknaben der Musik zu preisen. Ausserdem bot der begnadete Komponist Jean-Jacques, pardon, Vaussore, seine Dienste als Lehrer an. Der eigentliche Höhepunkts seines Venture Wahns bestand darin, dass er tatsächlich den Beweis seiner Kunstfertigkeit antrat.... Nach zwei Wochen Komposition kommt es zur Aufführung seines Meisterwerkes:


    »Man versammelte sich, um mein Stück aufzuführen. Ich erklärte jedem das Maß des Taktes, die Art des Vortragens, die Berücksichtung der Zeichen und war höchst geschäftig. Man stimmte fünf oder sechs Minuten lang - sie kamen mir wie fünf oder sechs Ewigkeiten vor. Als dann endlich alles bereit war, klopfte ich mit einer stolzen Papierrolle ein paarmal auf mein Dirigentenpult, um Achtung zu gebieten. Es ward still, ich fing aufs ernsthafteste an, den Takt zu schlagen, und man begann.... Nein, seit es französische Opern gibt, hat man seinen Lebtag eine derartige Katzenmusik nicht gehört. Was man aber auch von meinem sogenannten Talent gedacht haben mochte, die Wirkung überstieg alles, worauf man sich gefaßt gemacht zu haben schien. Die Musikanten erstickten vor Lachen, die Zuhörer rissen die Augen auf und hätten ihre Ohren gern geschlossen, aber das war unmöglich.«


    Jaja Schande über mich, ich hab's nur auf Deutsch gelesen. :untertauch:


    Wenn Du die Bekenntnisse noch nicht gelesen hast, tu das. Abgesehen davon, dass es toll geschrieben ist gibt es einige Stellen, wo ich mich vor Lachen nicht mehr halten konnte. Ich sag nur »Ich bin ein Prinz, ich bin ein Prinz« :jubel: :hahahaha:


    Klawirr

    Zitat

    Der hat zwar gar keinen Sex, fängt aber auch mit »B« an und ist ebenfalls Franzacke - nach irgendwelchen Kriterien muß man ja die Welt ordnen


    Ja so ähnlich Fußnoten im AÖ, straf mich nur ab ;)


    Danke soweit. Aber von Erich Franzen finde ich nur die Übersetzung aller drei Werke und von Elmar Tophoven nur die von Warten auf Godot.


    Grüße,
    Max

    Servus,


    grüß euch alle, ich bin frisch freigeschaltet und das hier ist mein erster Post bei Tamino :hello:


    Ich muss sagen, hier im Literatur Thread werden wirklich erfreuliche Sachen gepostet :yes:


    Gerade lese ich noch Deleuze/Guattari's Anti-Oedipus.


    ... aber ich bin schon am überlegen, was ich mir als nächstes anschaffen soll. Auf meiner Liste stehen u. anderem Autoren von denen ich noch nichts gelesen - und wo ich mir ein Werk zum Anfangen rausgepickt - habe:


    Beckett - Three Novels: Molloy, Malone Dies, The Unnamable


    Antonin Artaud, die Letzten Schriften zum Theater


    Maurice Blanchot, Ein unendliches Gespräch über Sprache, Literatur und Existenz


    Adorno, Theorie der Halbbildung


    Was meint ihr, kann man das so guten Gewissens bestellen? :D


    Gruß,
    Max
    :hello: