Beiträge von Mr.Deeds

    Lieber Gralskönig,


    ich liebäugle auch schon lange mit dieser Aufnahme, zögere jedoch weil ich nicht weiß, ob nicht irgendwas aus dem Wergo (oder ähnliches) Lager vielleicht nicht doch besser ist.


    Ich kann mir vorstellen, dass die Gruppen ein Werk sind, das man sich von einer "inkompetenten" Aufnahme womöglich für immer verderben lassen kann.
    Nicht das ich es Abbado per se nicht zutraue. Aber wo sonst kann man schonmal nach Stockhausen fragen?


    Daher immer meine Skepsis. Wenn hier jedoch fast von allen Abbado genannt wird, mache ich wohl nichts falsch.


    Danke

    Vielen Lieben Dank für die Tipps. Ich hätte heute morgen noch ausgeschlossen, dass ich mich nochmal für Puccini interessieren würde. Auch für diese Anregung Dank!


    :hello:

    Das mit der Schönheit usw. an Puccini ist mir aus folgendem immer etwas schleierhaft geblieben:


    Ich kenne nur die Boheme und die Tosca. Erstere ist schon sehr lange her.


    Aber als ich interessiert und mit gutem Willen die Tosca gehört hatte, war ich ob ihrer Grausamkeit und Brutalität wirklich im negativen Sinne verstört.


    Ich bin ja nicht sowas wie ein Purist in Sachen Gewalt oder sowas. (Wozzek zB hat ja auch einen harten Stoff)


    Aber dieser arme Kerl, der erst grausamst gefoltert wird, um diese arme Frau unter Druck zu setzten und am Ende dieser Hoffnungsschimmer, entkommen zu können, das getürkte Erschießungskommando, usw.


    Das ist doch alles ein schnödes Konstrukt mit plakativster, brutalster Gewalt (im doppelten Sinne) nur ja möglichst viel Emotionen zusammenzupressen.
    Brutalität und Gewalt sind doch die einzigen Mittel, mit denen Puccini hier arbeitet.
    Und alles was in dieser Oper nicht mit Gewalt zusammenhängt, habe ich als 08/15 Kitsch empfunden.


    Kurz: Ich bin nicht unterhalten oder angetan, wenn mir bloß vorgeführt wird wie jemand, möglichst eindrucksvoll, möglichst grausam, leidet und nichts sonst.


    Ich habe mich unangenehm berührt abgewandt und kann jeden verstehen, der Puccini, aus welchen Gründen auch immer, ablehnt und nicht mag.


    Und wenn ich rückblickend die Boheme betrachte ist das doch im Grunde auch ein ihren Figuren gegenüber kaltes und grausames Konstrukt (natürlich ein anderes extrem als Tosca), halt möglichst effektvoll umgesetzt, aber...


    Das Puccini schon ein Talent hat, seine Stoffe eben effektvoll aufzubauen, und dass wohl auch musikalisch etwa so untermalen kann, wie er sich das vorgestellt hat, will ich gar nicht bestreiten. Aber ich mag das in dieser Form halt überhaupt nicht.

    Unter den Lebenden, oder vielleicht auch Neueren, fallen mir als erstes die Namen Michael Korstick und Pierre Laurent Aimard ein.


    Es wenige Pianisten, die ich wirklich mag. Oft ist es bei mir ein anerkennen oder respektieren einer Leistung.


    Aber Korsticks späte Beethovensonaten und vieles von Aimard, klar Ligetti, Messiaen..., aber auch Beethoven, Ravel, Debussy, dass waren Erlebnisse bei denen ich wahre "endlich spielt das auch mal jemand für mich" Tränen in den Augen hatte.


    Um die Bedeutung dieser beiden für mich nicht zu verwässern verzichte ich auf die Aufzählung weiterer Namen, um die "großen Fünf" voll zu machen.


    Koroliov (mit Schubert und Bach) möchte ich vielleicht noch ergänzen.

    Ich habe Dead of Night noch als uralte engl. VHS, aber es ist wirklich ein toller Film.



    Neben dem oben genannten "The Innocents" von Jack Clayton, der mir meinen Erstkontakt mit Brittens "Turn of the screw" erschwert hat - ich sah beim hören ständig Freddie Francis grandiose s/w Fotographie vor dem geistigen Auge - ist "The Haunting" von Robert Wise aber der einzige Horrorfilm, bei dem ich mich wirklich gegruselt habe.


    Bei Britten habe ich mich das nach dem zweiten Durchlauf aber auch. 8o

    Zitat

    Original von Gurnemanz
    Nachdem ich die Aufnahmen der Klavierkonzerte mit Badura-Skoda und Scherchen jetzt ausführlich und mehrfach gehört habe: Meine Eindrücke, die ich oben bezogen aufs 3. Konzert angedeutet hatte, haben sich bestätigt: Eine wunderbare Gesamteinspielung, die ich vorbehaltlos empfehle!


    Allein die langsamen Sätze - wie die Interpreten schlicht, "klassisch" sich einlassen, klar, ohne Verschwimmen, einfühlsam - lassen mich ins Schwärmen kommen.


    Klingt für mich sehr interessant. Ich kenne bisher nur ein paar Hörproben dieser Aufnahmen. Gemessen an dem, was man von Scherchen gewohnt ist, geht's wohl eher gemessen zu, aber nicht zum Nachteil - soweit mein Eindruck.



    Bei Beethovens Konzerten gibt es leider sehr weniges, was mir gefällt.

    The Good, the Bad & the Ugly, Sergio Leone
    Rio Bravo, Howard Hawks
    La Grande Illusion, Jean Renoir
    M - Fritz Lang
    Le Cercle Rouge, Jean-Pierre Melville
    Le Charme discret de la Bourgeoisie, Luis Bunuel
    Das Lächeln einer Sommernacht, Ingmar Bergman
    Rashomon, Akira Kurowawa
    The Best Years of our Lives, William Wyler
    My Dinner with André, Louis Malle



    Irgendwo weiter vorne hat jemand "Friednly Persuasion" als verkanntes Meisterwerk bezeichnet und bekommt dafür meine absolute Symphatie!

    Bei mir dieses Jahr neu bzw. wieder öfters im CD Player:


    Leonard Bernstein, den ich jahrelang gemieden habe und wirklich erst dieses Jahr entdeckt habe. Obwohl ich mir sicher bin, dass ich vieles nicht auch noch von ihm dirigiert im Regal haben muss.


    Nikolaus Harnoncourt, den ich immer sehr anerkannt und für sich gesehen geschätzt habe. Doch hörte ich kürzlich erstmals seinen Bruckner :jubel:


    Paavo Järvi, weil er seinen Beethoven ideal fortgesetzt hat und ich schon dachte, hielte er das bisherige Niveau, so wäre er kein Mensch mehr.


    Michael Gielen, neben Bernstein die besten Mahler Einspielungen, die dieses Jahr neu dazugekommen sind.


    Pierre Boulez, mein Lieblingsdirigent und daher immer mal öfters im Player.


    Sir Colin Davis, weil ich mir dieses Jahr einige seiner neueren LSO Berlioz Einspielungen geleistet habe, die ich sehr gut finde.


    um eine schöne Top Ten zu bilden noch:


    Herbert Kegel
    Jewgenij Mrawinskij
    Kent Nagano
    Jewgenij Swetlanow


    Liebe Grüße


    Handelt es sich hierbei um die Urführung dieser Oper oder ist das eine spätere Aufführung?
    Welche Fassung hat denn Nagano aufgenommen?


    MFG


    Mr.Deeds

    Hallo,


    gibt es eine Homepage von Orfeo? Oder kann man einen Katalog von denen bekommen?


    Wie findet man bei all deren Veröffentlichungen noch durch und Übersicht?

    Zitat

    Aber bei Werken, die ich seit Jahrzehnten kenne,in ganz vielen Auzfnahmen, wüsste ich nicht, wie ich den Stand der Unschuld zurückkomme.


    Ab einem gewissen Stadium ist man sicher was viele Dinge anbelangt anspruchsvoller.



    Zum Thema: Meine Liebste Argerich ist auch das 1965er Chopin Recital
    :jubel: :jubel: :jubel:

    So schlimm? Finde die beiden Aufnahmen ganz fantastisch. Angenehm, schön warm und beschwingt. Unheimlich oft gehört und heimlich zur liebsten Aufnahme gekührt. :beatnik:

    Mit der b-moll habe ich mir Chopin erschlossen, wurde süchtig und habe mich eiligst durch alles durchgehört. Dabei ist die b-moll stehts mein besonderer Liebling geblieben. Am liebsten mag ich den späten Rubinstein und die CBS von Horowitz. Argerich finde ich auch wunderbar.

    Ein lustiger Thread dessen Problem mir bekannt ist. Viel öffter habe ich aber das Problem, dass mir ein Werk zulange ist. Oft überlege ich ganze 10 Minuten, in denen das Werk schon hätte dauern können, ehe ich mich entscheide es sein zu lassen, da ich noch einiges zu erledigen habe.


    Und dann greife ich wieder auf meine 2-3 "zum etwas erledigen hören" CDs zurück.