Beiträge von Siegfried

    Who wants to live forever, Innuendo, The show must go on, Spread your wings and fly away, The prophet’s song...ich weiß nicht, wo ich aufhören sollte mit dem Aufzählen der songs, mit denen ich persönliche Ereignisse meines Lebens verbinde. Die obigen CD-Alben habe ich alle und noch einige Live-Alben dazu.

    Für mich ist QUEEN ein Ausgleich zur Regeneration von schweren Klassikern. So hatte ich mir mal den kompletten „Ring“ in DVDs ohne Pause zugemutet, was ich nicht zur Nachahmung empfehle. Da brauchte ich ein paar Stunden QUEEN hinterher, um überhaupt wieder zur Ruhe zu kommen.

    „Made in Heaven“ ist die letzte Veröffentlichung der Gruppe, mit lauter posthumen Stücken von Freddie Mercury.

    Nach gut 2 Monaten gibts doch noch Reaktionen auf die Pforzheimer Perlenfischer, daran hätte ich nicht mehr geglaubt.

    Danke Euch, die meinen Bericht nicht unbeachtet links liegen ließen. Geduld ist eine Tugend, die im Tamino-Forum nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.


    Es freut mich, lieber Souffleur, dass du Pforzheim fortan nicht nur von der Landkarte her kennst. Ich war schon oft in diesem Theater und staune immer wieder, was hier mit bescheidenen finanziellen Mitteln immer wieder auf die Bühne gezaubert wird. Und musikalisch wurde ich noch nie enttäuscht.


    Im konkreten Fall, lieber Rüdiger, wird das Geschehen aus einer Traumperspektive gezeichnet. Zunächst schlafen drei junge Menschen westlich gekleidet unter Tüchern, die wie ein Bergpanorama drapiert sind. Dann kriechen die Träumenden hervor. Untermalt wird das durch Filmeinspielungen von Perlentauchern, stürmisch bewegtem Meer und fremdartigen Ritualen indisch-hinduistischen Ursprungs.

    Die Protagonisten erwachen in dieser fremden Welt und beginnen ihre Rollen zu spielen. Nadir und Zurga trugen ganz einfach Hemd und Hose. Ob ne Levi's dabei war, kann ich nicht mehr sagen. Leila war schön gewandet, zum Ohrenschmaus kam die Augenweide dazu, wirklich ganz zauberhaft. Des Dorfältesten Nourabads Outfit war zeitlos neutral, es hätte auch einer der Zauberflöten-Priester irgendwo auf der Welt sein können. Einen Bezug zu einer bestimmten Geschichts-Epoche vermochte ich nicht zu erkennen.


    Lieber Hans, die junge Sängergilde gastiert gelegentlich auch außerhalb der Bühne recht erfolgreich. Vielleicht wäre es mal einen Gedanken wert, jemand von ihnen mit dem Ölbronner Operndörfle in Zusammenhang zu bringen.

    :hello:

    Lieber Willi,


    mit diesem Beitrag hast du mir eine große Freude gemacht, denn als altem Udo-Fan sind mir viele seiner Lieder unter die Haut gegangen.

    So kam es, dass ich bei Geburtstagsfeiern u.ä. so manches seiner Lieder zum Besten gegeben habe.

    Besonders seine Titel "Ich glaube", "Matador" und "Der große Abschied" hatten für mich wegen ihres Tiefgangs immer einen besonderen Stellenwert, da sie sich von den populären Gassenhauern abhoben.


    Stellvertretend möchte ich heute diesen Text einstellen:


    Ich glaube (Version 1996)

    Ich glaube, daß der Acker, den wir pflügen

    Nur eine kleine Weile uns gehört.

    Ich glaube nicht mehr an die alten Lügen,

    Er wär' auch nur ein Menschenleben wert.


    Ich glaube, daß den Hungernden zu speisen,

    Ihm besser dient als so noch so guter Rat.

    Ich glaube, Mensch sein und es auch beweisen,

    Das ist viel nützlicher als jede Heldentat!


    Refrain

    Ich glaube,

    Diese Welt müßte groß genug,

    Weit genug,

    Reich genug

    Für uns alle sein!


    Ich glaube,

    Dieses Leben ist schön genug,

    Bunt genug,

    Grund genug,

    Sich daran zu erfreu'n!


    Ich glaube, daß man die erst fragen müßte,

    Mit deren Blut und Geld man Kriege führt.

    Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,

    Wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt.


    Ich glaube, daß die Haut und ihre Farben

    Den Wert nicht eines Menschen je bestimmt.

    Ich glaube, niemand brauchte mehr zu darben,

    Wenn der auch geben würd', der heut' nur nimmt!


    Melodie: Udo Jürgens

    Text: Walter Brandin


    Lieber Willi,

    ich habe gestern Abend deinen Artikel über euer Konzert gelesen und war fasziniert.

    Heute wollte ich dazu Stellung beziehen, doch der Bericht war weg. Einfach weg! Das möchte ich so nicht stehen lassen und würde dir gerne dazu schreiben, nur wie?

    :hello::?:

    Seit unser Sohn in der Schweiz lebt, besuchen wir die Züricher Oper, so oft es mit Karten klappt. Und musikalisch sind es fast immer außerordentlich hochwertige Aufführungen, die uns beglücken.

    Was die Inszenierungen betrifft, muss man auch hier gelegentlich Abstriche machen, das schmälert aber den Kunstgenuss nur marginal. Uns besticht zumeist die sängerische Qualität, und da hat Zürich eben ganz andere Möglichkeiten als z.B. mein Heimathaus, die Stuttgarter Oper.

    Jedenfalls freuen wir uns schon auf den kommenden Nozze-Figaro mit der hinreißend schön singenden Regula Mühlemann als Susanna.

    Danke Otello, dass du den Thread über den Tenor Wolfgang Fassler eröffnet hast. Sein tragischer Unfalltod 1997 auf der Autobahn bei Gernsheim ging mir damals sehr nahe, da ich zu der Zeit beruflich in der Gegend tätig war.

    Persönlich konnte ich ihn in Stuttgart zwei mal erleben, einmal in der Oper als Bacchus und, was mir noch stärker in Erinnerung blieb: in der Tenorpartie von Verdis Requiem. Sein "Ingemisco tanquam reus" in der Stuttgarter Liederhalle klang mir noch lange nach der Aufführung in den Ohren.

    Lieber Gerhard,


    ich habe die CD nur als Ergänzung zu den schon erwähnten Links genannt, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, die es ohnehin nirgends gibt.

    Manche Libretti dürfen auch wegen bestehender Urheberrechte noch nicht frei veröffentlicht werden. Darauf weist z.B. der Libretti Opera Guide hin. Auch dort gibt es nur wenige Texte von Puccini-Opern zu lesen. Außer deinen genannten 3 ist meiner Erinnerung nach nur noch die Butterfly veröffentlicht. Wer Turandot sucht, wird hier fündig http://www.murashev.com/opera/…t_libretto_Italian_German

    oder kauft sich gleich den Klavierauszug, dann hat er auch gleich die Noten. Im Netz findet man so gut wie alles. Man muss nur suchen.

    Ich bediene mich einer CD-ROM, die ich mal von Harald Kral empfohlen bekam:


    Operntexte von Monteverdi bis Strauss

    Originalsprachige Libretti mit deutschen Übersetzungen

    von Thomas Hafki (Autor)

    Erschienen bei DIRECT MEDIA PUBLISHING GmbH, Digitale Bibliothek Nr. 57


    Der offizielle Preis beträgt 45 Euro, doch empfiehlt es sich, etwas zu suchen. Mit etwas Glück kann man ein Schnäppchen machen.

    (Bei Amazon gibt es übrigens eine Rezension von Gerhard Wischniewski, der das Werk offensichtlich auch besitzt.)

    Ich bin regelmäßig in den unterschiedlichsten Opernhäusern unterwegs und wurde noch von keinem abgeschreckt, deshalb erfreue ich mich immer an neuen Akzenten. Für weniger gefällige Inszenierungen werde ich in aller Regel durch gute bis hervorragende musikalische Aufführungen entschädigt. Dank positiver Geisteshaltung wird so jede Aufführung zum Gewinn.

    Noch ein Kleinod zum Ausklang des Osterfestes: Das Osteroratorium BWV 249

    Eine Aufnahme des Stuttgarter Bach-Chors von 1958, die uns Fritz Wunderlichs junge Tenorstimme zu Gehör bringt. Friederike Sailer war meine erste Stuttgarter Pamina, Margarethe Bence war die dritte Dame.- August Messthalers Gesangsklasse an der Stuttgarter Musikhochschule habe ich früher gerne besucht.

    Das Osteroratorium wurde erstmals am Ostersonntag des Jahres 1725 in Leipzig aufgeführt.

    Meine bisher einzige Begegnung mit Rienzi war eine Aufführung des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden von 1979 unter dem auch in Ölbronn bestens bekannten GMD Siegfried Köhler mit Gerd Brenneis als Rienzi und Jeannine Altmeyer als Irene. Musikalisch ein Hochgenuss , auch die Inszenierung passte, wie ich in Erinnerung habe.

    Lieber Souffleur,


    vielen Dank für deinen anschaulichen Bericht. Wenn es klappt, werde ich Ende April auch die Zürcher Manon erleben können.

    Piotr Beczala sah/hörte ich als Des Grieux schon an der MET zusammen mit Anna Netrebko, die mittlerweile dieser Rolle entwachsen ist.

    Vor allem ER hat in letzter Zeit mächtig an Stimmglanz und Bühnenpräsenz hinzugewonnen, deshalb bin ich sehr gespannt, wie der Vergleich zu früher auf mich wirken wird. Und Elsa Dreisig ist auch schon ein Ticket wert. :hello:

    Freitag, 05. 04. 2019 Opernhaus Zürich


    Tannhäuser

    Handlung in drei Aufzügen von Richard Wagner (1813-1883)

    Dichtung vom Komponisten

    Die Zürcher Aufführung folgt der Fassung der Wiener Aufführung vom 22. November 1875

    Musikalische Leitung Axel Kober

    Inszenierung Harry Kupfer

    Bühnenbild Hans Schavernoch

    Kostüme Yan Tax

    Lichtgestaltung Jürgen Hoffmann

    Video-Design Timo Schlüssel

    Choreinstudierung Ernst Raffelsberger

    Choreografie Philipp Egli


    Tannhäuser Stephen Gould

    Elisabeth Lise Davidsen

    Venus Tanja Ariane Baumgartner

    Hermann, Landgraf von Thüringen Mika Kares

    Wolfram von Eschenbach Michael Nagy

    Walther von der Vogelweide Iain Milne

    Biterolf Ruben Drole

    Heinrich der Schreiber Martin Zysset

    Reinmar von Zweter Stanislav Vorobyov

    Ein junger Hirt Sen Guo

    Tänzer Vida Peña


    Philharmonia Zürich

    Chor der Oper Zürich

    Zusatzchor der Oper Zürich

    SoprAlti der Oper Zürich

    Statistenverein am Opernhaus Zürich

    Dauer 4 Std. 25 Min. inkl. Pausen nach dem 1. Akt nach ca. 1 Std. 10 Min. und nach dem 2. Akt nach ca. 2 Std. 40 Min.

    Es war die letzte von insgesamt 4 Aufführungen dieser Wiederaufnahme



    Vorab: Von meinen bisher besuchten Tannhäuser-Aufführungen (3x Stuttgart, 1x Bayreuth, 2x Zürich) war dies die lauteste. Tannhäuser im Dauerforte sozusagen. Das war anstrengend und ermüdend für die Ohren. Vom Titelhelden Stephen Gould ist man das ja gewohnt, doch warum auch Venus, warum Elisabeth? Als einziger Hauptakteur sang Wolfram seine Partie gefühlvoll und melodisch.


    Doch zu den Details:

    Sehr gute Leistung aus dem Orchestergraben, wo Axel Kober die Philharmonia Zürich präzise leitete. Den Blechbläsern gilt besonderes Lob, auch die Holzbläser waren bei ihren Soli (Oboe, Klarinette, Bassklarinette) bestens disponiert. Nicht selten jedoch deckt das Blech die anderen Orchesterstimmen zu, im 2. Akt gelegentlich auch die sehr stimmstarken Sängerinnen und Sänger auf der Bühne. Die Tempi waren zügig, was die Dynamik der Oper wirkungsvoll unterstrich. So kamen Ouvertüre und Vorspiel zum dritten Akt wirkungsvoll zur Geltung und weckten jeweils die Neugier auf das Kommende.


    Stephen Gould sang die Titelrolle, er gilt derzeit als der meistgefragte Wagner-Heldentenor weltweit. Mit der anspruchsvollen Partie hatte er weder vom Volumen noch von der Kondition her keinerlei Probleme. Obwohl US-Amerikaner, ließ seine Textdeutlichkeit keine Wünsche offen. Gänsehaut erzeugten die Phrasen: "Allmächt'ger, dir sei Preis! Hehr sind die Wunder deiner Gnade" nach der Verwandlung im ersten Akt und "Erbarm dich mein!" nach dem Bruch im zweiten.

    Dennoch: Oft wäre weniger mehr gewesen. Den ersten beiden Venus-Preisungen (begleitet von imaginärer Harfe im Orchester, auf der Bühne dagegen mit E-Gitarre) "Dir töne Lob! Die Wunder sei'n gepriesen, die deine Macht mir Glücklichem erschuf!" und später "Dank deiner Huld! Gepriesen sei dein Lieben! Beglückt für immer, wer bei dir geweilt!" fehlte jegliche Empathie, die Lautstärke stand im krassen Gegensatz zur übermittelten Botschaft. Auch im Sängerwettstreit des zweiten Akts dominierte pure Stimmprotzerei. Nicht verwunderlich, dass Gould auch die Romerzählung ohne die geringste Ermüdungserscheinung über die Rampe brachte. Mit 57 Jahren, wohlgemerkt.


    Die junge Norwegerin Lise Davidsen debütierte in der Rolle der Elisabeth. Die Oper Zürich diente quasi als Testlauf für den Grünen Hügel in Bayreuth, auf welchem sie dieses Jahr ebenfalls als Elisabeth nominiert ist. Bis dahin ist noch einiges an Feinschliff vonnöten. Sie hat eine große, für Wagnerpartien prädestinierte Stimme und ist auf bestem Weg, eine Hochdramatische zu werden.

    Ob es an ihrer Nervosität lag, dass sie sowohl die Hallenarie als auch das Gebet im dritten Akt viel zu laut gesungen hat? Die hohen Töne waren äußerst schrill und schmerzhaft anzuhören. Der Beginn des Gebets war kein Flehen, sondern eine zornige Anklage gegen die heilige Jungfrau. Das passte nicht zur Rolle, da war keine Empfindsamkeit hörbar. Zugute kann ihr gehalten werden, wie sich ihre Stimme im Finale des zweiten Akts fest und klar über alle Männerstimmen erhebt. Ihr "Zurück! Nicht ihr seid seine Richter!“ war ein ordentliches Pfund! Und ihre leider seltenen Piani gelangen ihr auch eindrucksvoll. Hier besteht das Prinzip Hoffnung. Ihr erwarteter Bayreuth-Auftritt bleibt also spannend.


    Als einem der wenigen gelang es Michael Nagy, seiner Partie des Wolfram von Eschenbach etwas Minniges in den Gesang zu bringen. Er ist seit Jahren eine feste Größe, wenn es um die Besetzung dieser Partie geht. Den Auftakt zum Wettstreit und den dritten Akt gestaltete er souverän, dem Abendstern hat er gebührend Referenz erwiesen.


    Für die ansehnliche Mezzosopranistin Tanja Ariane Baumgartner war die Venus sowohl ihr Rollen- als auch ihr Hausdebüt am Opernhaus Zürich. Sie sang ihre Rolle mit kraftvoll ausladender Stimme und langem Atem, doch Erotik und Verführung konnte sie damit wenig vermitteln. Dafür mussten die roten Lichtorgien herhalten, die den Tanz der unterschiedlichsten Gestalten von Prostituierten bis hin zu Kardinälen auf dem Venusberg begleiteten. Auch an der Aussprachedeutlichkeit gibt es bei der Sängerin noch Spielraum nach oben.


    Mika Kares gab den Landgrafen. Sein Bassgesang blieb in Diktion und Phrasierung nichts schuldig. Doch fehlte ihm etwas an Tiefe und Schwere, um der Rolle vollends gerecht zu werden. Zugegeben, ich bin da schon etwas verwöhnt.


    Die Minnesänger boten eine insgesamt ordentliche Leistung: Iain Milne als Walther von der Vogelweide brachte stimmschön das Lied vom Bronnen zu Gehör. Ruben Drole als Biterolf etwas rauh und grobklotzig, Martin Zysset als Heinrich der Schreiber und Stanislav Vorobyov als Reinmar von Zweter boten solide Ensembleleistungen.


    Sen Guo sang den jungen Hirten etwas befremdend als Krankenschwester verkleidet mit jugendlich klarem Sopran. Sie wurde mit dem Englischhorn von Risa Soejima als zweiter Krankenschwester auf der Bühne traumhaft schön begleitet.


    Eine Klasse für sich der exzellent singende Chor und Zusatzchor, sowie der SoprAlti der Oper Zürich unter der Einstudierung von Ernst Raffelsberger. Sehr gelungen der Auftritt der SoprAlti während des dritten Akts im Foyer des oberen Rangs durch die hierfür geöffneten Türen. Das gab dem Geschehen etwas Überirdisches.


    Zu guter Letzt Harry Kupfers Inszenierung: Vor acht Jahren aus der Taufe gehoben, sorgt sie immer noch für kontroversen Gesprächsstoff. Minnesänger mit E-Gitarren auf dem Golfplatz, da gab es schon bessere Einfälle. Das wirkte lächerlich. Auch das TV-Studio als Kulisse für den Sängerwettstreit im zweiten Akt war grenzwertig. Einzig mit der Bahnhofshalle im dritten Akt konnte Bühnenbildner Hans Schavernoch einigermaßen überzeugen. Ist es doch der Ort für die Pilgerheimkehr, für das vergebliche Warten Elisabeths auf Tannhäuser und schließlich das Defilee der Geistlichen mit dem Papst, dessen Stab sich zur Erlösung Tannhäusers wieder mit frischem Grün geschmückt hat. Das ist gut gemacht und der letzte Eindruck war versöhnend.