Beiträge von s.bummer


    Als FAN! nicht als Kenner (der ich sowieso nicht bin!!) würde ich
    dagegen halten: Klemp!
    1. 1970 Bonn, ne andre hab ich nicht außer im Studio!
    2. 1957 London
    3. 1954 Köln oder 1970 Bonn oder 1963 Wien
    4. 1968 München oder 1957 London
    5. 1957 London oder 1968 Wien
    6. 1964 Berlin oder 1956 Amsterdam
    7. 1951 Amsterdam oder 1955 Hamburg
    8. 1956 Amsterdam oder 1963 London
    9. 1956 Amsterdam oder 1957 London (Klemp 64 ist MÜLL!!) Fu 1942 ist auch dabei!


    Allesamt Liveaufnahmen, die mit Lennie locker mithalten können!


    Da ich aber nur Liebhaber=Fan bin, weiß ich dass diese Auswahl, so schön sie auch ist, keinen Bestand haben wird.
    Von den 9. aus Amsterdam/London mal abgesehen. :jubel:


    Und deshalb gilt das oben von mir Geschriebene: Keine echte Ordnung, keine echten Favoriten, nur Approximationen. Alles im Fluss.


    Gruß S.


    1934 entstanden. Da ging es alles noch eine Nummer kleiner zu.
    Das Portrait muss später entstanden sein. Nach 1939


    Klemps Jahre in L A sind recht gut dokumentiert, auch dass er wohl das Orchester gerettet hat

    Zitat

    Mr. Clark's enthusiasm aroused nearly as much hope in Los Angeles last week as Conductor Klemperer's first performance. It was whispered about that he might change his mind and go on providing, in part at least, for the orchestra he founded and subsidized to the tune of some $200,000 a year. Read more: http://www.time.com/time/magaz…038,00.html#ixzz0iMYzdKiJ



    Gruß S.

    das Du den Thread über Fleisher wieder hervorgeholt hast.
    Ich habe in den frühen 80igern quasi als Lohn ne LP-Box der Beethovenschen Klavierkonzerte erhalten und beim Rondo des 3. endgültig beschlossen, dass Kempff/Leitner nun zurück zu treten haben.
    Dann kamen div. andere Aufnahmen und dann die Frage. Wo ist der Kerl, was macht er?
    Dann die vage Antwort. Ein Leiden...später dann,.... die Lähmung der rechten Hand
    Aber als ich die CD "Two Hands" in die Finger bekam, habe ich sie sofort gekauft.
    Was ich verblüffend finde, ist sein völlig unsentimentaler und für mich(!!) absolut schlüssiger Zugang zu D960 von Schubert.
    Vorher habe ich nur bzw. fast nur Richter oder Richter "alike" gehört. Der wird auch nicht weg gestellt werden.
    Aber quasi als Nadir mag ich diese Aufnahme, - die aus den 50igern soll noch besser sein, ich kenne sie nicht.
    Aber so kann Schubert auch in Erinnerung bleiben.


    Gruß S.

    Ich glaube, das Wirken dieser beiden Herren kann man nicht hoch genug bewerten.
    Egal, was man von ihnen als Dirigenten heute halten mag, bei mir sind sie in der Sammlung wenig vertreten, aber das soll hier nicht erörtert werden, hatten die beiden keinerlei Ängste, berühmte Kollegen einzuladen.
    Ein Wegbeißen wie es andere angeblich (HvK) praktizierten, gab es nicht.


    Also war das Musikleben zu der Zeit in München sehr bunt und wundervoll.


    Aus dieser ganz großen Zeit ragt eine Aufnahme hervor:

    Die Architektur ist unter Klemps Zugriff eigentlich klar, aber so ergreifend wie Janet Baker hier singt habe ich es nie wieder gehört.
    Einfach wunderbar.


    In derselben Serie erschien auch eine Aufnahme der vierten Bruckners mit Klemp, der ja mit Kubelik gut bekannt war.
    Aber auch Jochum hat in den 50igern Klemp geholt. Der konnte so u.a. Bruckner 7 und vor allem die 4. Mahlers abliefern.


    Gruß S:

    Ich muss meine gestrige Auslassung an einer Stelle revidieren, weil Giulini doch beim mehrfachen Lesen arg schlecht weg kommt.
    Es sollte eher heißen. "Im Vergleich langweilig".
    Nach den Einwänden der Kollegen habe ich die CD Version aus Chicago gehört.
    Die klingt in der Tat erheblich schlechter als die LP.
    Aber was auch hier klar rauskommt ist, das CMG die Ecken der Sinfonie besser und unversöhnlicher herausarbeitet.
    Die CSO 9 klingt viel rauer und schroffer (Das Blech macht eben viel aus!), die aus Wien geradezu versöhnlich.
    Und eben das Versöhnliche gefällt mir nicht so gut, auch wenn es prima gemacht ist.
    Aber 29:35 Minuten für das Adagio finde ich schon arg extrem.


    Zur Info: Ich habe die EMI LP (Quadro, wer kennt das noch??) von 1976 mit einem fast noch jugendlichen CMG in einer Strickjacke auf dem Cover, dann die 4 CDs mit dem CSO von EMi und, klaro, die DGG CD aus Wien.


    Aber ich war beim CSO und bei Giulini.
    1977 kam Schubert 9 mit CMG und dem CSO heraus. eine Aufnahme, die eine der ersten war, die den Beginn in zügigem Tempo gestaltete und den Übergang zum Hauptthema nicht furtwänglerhaft bobbahnmäßig beschleunigen musste.
    Damals haben sich die Kritiker vor Freude überschlagen und ich bin froh, diese Aufnahme als LP zu haben.
    Ebenso die 1978 entstandene Aufnahme der Sinfonien Nr. 4 und 8 von Schubert mit dem CSO und CMG.
    Wunderbare Aufnahmen.
    Aber seltsamerweise auf einmal bei der DGG!!


    Gruß S.


    PS. Alternative Bruckner 9 findet man bei Herrn Wand, bitte aber nicht die Aufnahmen aus dem Lübecker Dom, die sind zu sehr verhallt, bei Schuricht EMI und Volkmar Andreae (Leider muss man alle neune + Te Deum kaufen).
    Andreae hat auch die richtigen Tempi.
    20.59, 9:58, 19:57
    So mal als Idee

    Zitat

    Dafür sind sie klangtechnisch unzureichend und besonders die Neunte Bruckner klingt einfach zu pauschal und unidiomatisch. Man höre dagegen den späten Wiener Livemitschnitt auf DG - kein Vergleich


    Es mag ja sein, dass ich die "alte Quadro Platte" habe und die DGG Aufnahme nur als CD:
    Aber der Unterschied:
    Hier in Chicago genau, alert und präzise, dort weihevoll, getragen und LANGWEILIG ist enorm spürbar.
    Man merkt es ja auch an anderen Giulini Bruckner 9 Aufnahmen, dass die Wiener Aufnahme ein Fehltritt war.
    Puhhh! Scheint aber sehr beliebt zu sein.
    Seis drum. Das Spektrum ist groß.


    Gruß S.

    Ich schrieb:

    Zitat

    Immer gut, meist sehr gut.


    Und gegen "gut" wird man ja nix einwenden, oder??
    Aber bitte bedenke:
    Zu der Zeit (in den 50igern) wurden Schumanns Werke beliebig modifiziert im Text aufgeführt.
    Und so schlecht sind die Aufnahmen Szells nicht!, oder??? Ich denke an die 2.in der quasi Szell eigenen Instrumentation.


    (Nur bitte nicht Sinopoli! Dann schon Dohna..)


    Insofern kommt Szell zumindest das Verdienst zu, diesen Komponisten immer
    und immer wieder in Erinnerung gerufen zu haben.
    Aber ich gebe zu: Wenn ich an Szell denke, dann vor allem an Brahms!


    Gruß S.

    geht nicht!
    Wann immer ich sie höre, stellt sich ne andere Reihenfolge ein.
    Und wenn ich glaube, ich habe sie, eine andere Einspielung und alles ist neu!
    So isses.
    Und??: ist das nicht schön???
    Gruß S.

    Zitat

    etwa bei Klempereres letzten Konzert mnit einem greuenhaft schlechten 4. Klavierkonzert von Beethoven - etwa im Vergleich zu der Aufnahme mit Guiomar Novaes - und seiner Wiedergabe der 3. Symphonie von Brahms ; Lebel: 'Testament'


    So ein Blödsinn!
    Wahrscheinlich hast Du die Aufnahme nie gehört, sondern nur ein Urteil abgeschrieben.
    Sonst wärst Du differenzierter!
    Zugegeben: Daniel Adni versucht im letzten Satz, Old Klemp davon zu rennen, etwa bei 4:30 im letzten Satz.
    Der 1. und 2. Satz des KK 4 sind absolut ok, wenn auch nicht mit Klemp/Fleisher vergleichbar. Man hört dennoch herrliche Details und Adni war ein sehr talentierter Pianist.
    Die mediokre Aufnahme von 1951 mit Frau Novaes zu erwähnen und zu vergleichen, grenzt dagegen an Beleidigung!
    Das wäre fast so, als würde man Karajan/Weissenberg zum Non plus Ultra ernennen, was einer Beleidigung von Weissenberg gleich käme, der ja auch sonst viel besser war.


    Die schönste Klemp Aufnahme mit dem KK 4 ist neben der mit Fleisher (195x) die mit Arrau. Diese Aufnahmen sind natürlich besser als die letzte mit Klemp/Adni.


    Die 3. von Brahms ist trotz aller Langsamkeit ein wunderbares Stück Musik. Und Klemp disponiert wie immer großartig, wenn auch durchaus nicht mehr in Bestform.
    Doch immer noch "magistral", so nannte es der Kritiker der Times. (Heyworth)
    Und dem kann ich mich nur anschließen.
    Soviel dazu.


    Nun zu Lennies Beethoven.
    Die Aufnahmen aus den 60iger bei CBS haben in Deutschland sicherlich endgültig den Pathos-Schmus weggewischt, was vorher vergeblich viele andere versucht haben (Cluytens, Leibowitz). Aber erst Lennie und sein mediales Wesen habe hier etwas bewirkt. Haben diesen Furtwängler Rest dorthin geschoben, wo er hingehört. Ins Museum!
    Hvk hat auch seine Verdienste darum. Aber er war der Erbe von Fu in Berlin.
    Und zu zweit kann man schon besser schieben als allein (Furtwängler ins Museum)
    Böhm würde ich auch gerne vergleichend hören, ich habe aber nur die 7. und die ist nix Dolles. (DGG 1959/60)


    Der deutschsprachige Hörer will aber anscheinend seinen pathetischen Beethoven haben. Deshalb brach Fu immer wieder aus dem Museum aus!
    Insofern:
    Wenn es möglich wäre, könnte man einen Wettbewerb. "Wer dirigiert den pathetischsten Beethoven" bei RTL ausloben.
    Mit der RTL Domina Sonja Zietlow als Moderatorin. "korrreccckt"


    Und da käme Lennie 60 iger schlecht, Lennie DDG dagegen gut weg.
    Dr. Willem wird natürlich die Nr. 1, gefolgt neuerdings von Thielemann und Knapperstbusch, Mengelberg und so weiter.
    Eben die üblichen Verdächtigen.
    Am Ende landen dann die Aussiedler Szell, Reiner, Klemp und all die Unverbesserlichen, die sch... Modernen.
    Und die neuen: Leibowitz, Tioscanini, Gielen, Järwi und die Limies mit ihrem HIP Schei....


    Lennie hat ne Wandlung durchgemacht. Vom modernen Dirigenten, der er noch bis Anfang der 70iger war, zum durchglühten Romantiker.
    Das hat vielleicht auch mit seinen vermehrten Auftritten in "Good old Europe" zu tun.


    Egal. Was er für CBS getan hat, ist in der Linie Reiner, Kussewitzki, Szell, später auch Solti, ist sensationell, das DGG Engagement endet musikhistorisch im Niemandsland.
    Das interessiert heute nicht mehr. Nur ein paar Fans!
    Gruß S

    Ab 1967 hat er wieder mit Taktstock dirigiert, vorher nicht.
    Quelle: Natürlich Heyworth, wer sonst.
    Davor gab es diese Arm-Rudern! aber das war vorher! Vor 1967!
    Deshalb empfehle ich nochmals als Sichtkontrolle die Aufnahmen aus seinem letzten Zyklus 1970. Inzwischen gibt es auch die 8. Sehr schön!
    Mit Taktstock!


    Übrigens: Günni Wand, den ich jahrelang in HL bewundern durfte, wofür ich wirklich dankbar bin, denn es waren Sternstunden!!,hatte eine deutlich größere Amplitude beim Dirigieren.
    Vor allem, wenn er so keck wippte.
    Gruß S.

    Zitat

    man vergleiche diesbezüglich einmal mit dem "greisen Klemperer", bei dem von einer "Technik" keine Rede mehr sein konnte


    Hallo,
    das war es schon vorher nicht. Nur als er sehr alt war, sah er auch noch "gefährlich eingefallen" aus.
    Bei You tube kann man bestaunen, wie ökonomisch er dirigerte.
    Man schaue sich mal das Gewitter aus der 6 in der 1970iger Version an. Er verteilt die Einsätze und sorgt fürs Tempo, welches allerdings recht langsam ist. Oder das Andantino der 7. Da sitzt er quasi vorm Orchester und bewegt die Finger. Doch wenn es drauf ankommt, ist er da!
    Extrem eindringlich! Und nur Fritz Reiner hat kleinere Taktstockausschläge.


    Gruß S.


    Diese CDs sind bei Testament erschienen und zeichnen das letzte Konzert des alten Meister auf.
    Am 28.9.1971 hat er noch Mozarts Serenade No. 11 im Studio vollendet. Dann war Schluss, wenn auch unbeabsichtigt.
    Am 22.1.1972 sollte er Bruckners 7. dirigieren, aber er war zu schwach und besorgte sich ein ärztliches Attest, dass er nicht dirigieren könne (ordentlich oder?).
    Dann entsagte er komplett allen Liveauftritten.
    Im Januar 1973 trat er endgültig zurück und seine Tochter Lotte sorgte dafür, dass er als "Chef Conductor" gestrichen wurde.
    Am 6.7.1973 verstarb er kurz nach seinem 88. Geburtstag


    Gruß S.

    Es ist wahrlich ein großes Orchester und Lennie, der ca. 10 Jahre diesem vorstand, hat wunderbare Aufnahmen hinterlassen.
    Doch aufgepasst:
    Zu dieser Zeit waren Orchester und Dirigent an CBS, heute Sony, gebunden.
    Insofern sind die DGG Aufnahmen, die Joseph oben anführt, allesamt aus der Zeit, als bereits andere Chef des NYP waren und Lennie dort nurmehr quasi "Ehren-"gastdirigent war.
    Die definitiv besten Aufnahmen stammen aber aus der CBS Zeit.
    Und das dürften locker 100 LPs gewesen sein.
    Hier ein paar



    Aber dazu müsste Teleton mehr wissen.
    Gruß S.

    Zitat

    Überholt? Aktuell?


    Hallo,
    subjektiv mag man darüber streiten, aber rezeptionsgeschichtlich fürchte ich, dürftest Du daneben liegen.
    Die Welt dreht sich und damit die Rezeption von Musikwerken.
    Es entsteht jede Menge Sekundärliteratur über die Bedeutung bestimmter Stellen und es erscheinen neue Ausgaben der Noten.
    Auch bei Bruckner und deshalb wandelt sich das Interpretationsbild.


    So ist es, selbst in diesem Forum, welches ja eigentlich arg (Wert-) konservativ ist.
    Das mag man mögen oder nicht.


    Ich verdamme Jochum, habe jede Menge von ihm, auch nicht komplett, auch wenn ...
    Sage aber, er ist mehr was für "Wissende" als für Anfänger.
    Warum?
    Ein Beispiel:
    Wer heute ins Theater geht und Shakesspeare noch in der Übersetzung Schlegel/Tietz hören will, der liegt falsch. Es gibt modernere, den kompletten Text besser durchdringende Übersetzungen.
    Und die werden auch gespielt. Alles andere ist zopfig!
    Und so ist es auch in der Musik. Und auch bei Bruckner.


    Übrigens stelle ich bei Wand auf die NDR bzw. Kölner Aufnahmen ab.


    Gruß S.


    Nachtrag: Ich habe vor Monaten hymnisch über die Großtaten von Volkmar Andreae berichtet, dessen Zyklus aller 9er nun veröffentlich wurde (Mono von 1953 und teuer).
    Die 5 ist auch außergewöhnlich!! Straight foreward! So musses sein!

    Mein alter Herr,
    hat so Anfang der 80iger Günter Wewel auf Sylt kennen gelernt und auch ne LP (unerträglicher Schmalz!) mit Widmung nach Hause geschleppt, die ich nach seinem Ableben (mein Vater, nicht Wewel) bei EBAY für recht viel Geld losschlagen konnte.
    Insofern: Danke Günter!
    Gruß S.

    Danke,
    ein wertvoller Tipp!
    Werde dem nachgehen. Conrad Hansen ist wie Richter Haaser ein leider zu unrecht vergessener Pianist.


    Ich muss allerdings gestehen: nach all den Szells und Böhms und so weiter höre ich inzwischen "zu zu gerne" (Kempowski, nach Helene Hegemanns Pubertätsabschreibprosa sollte man neuerdings seine Zitate kennzeichnen) Rubinstein mit Krips bzw. Leinsdorf.


    Gruß S.

    Hallo,
    Jochum oder HvK mögen zu Ihrer Zeit große(?) Bruckner Dirigenten gewesen sein, aber das darf nicht darüber hinweg täuschen, dass zumindest Jochums katholischer Weiheansatz inzwischen als überholt gelten darf und mehr was für "Sammlungsvervollständiger" ist als für Anfänger.
    Die sind mit Wand oder Tintner oder meinswegen Skrowazewski besser bedient, denn da hört man aktuelle Brucknerinterpretationen.
    Die haben auch vor Jahrzehnten schon Böhm 8 und 4 in Köln, Schuricht 5, 7, 8 und 9 oder gar Klemp 4,5,6, und 7 geliefert.
    Von Haitinks Taten in den 60igern ganz zu schweigen.


    Wer es dennoch etwas grandioser will, greife zu Giulini 2,7, 8 und 9.
    Kostet zwar mehr, aber dafür hat man nicht den stinkenden Weihrauch ala Jochum in der Nase!


    Und da es hier um die 5. geht, kann ich nur erwähnen, dass man ohne eine von Günnni Wands Aufnahmen (ich habe 2) zu kennen, über die 5. nicht großartig filosofieren sollte.


    Gruß S

    Dass Lennie reaktionär war, glaube ich nicht.
    Diese Dimension des Denkens gab es bei ihm nicht.
    Er war ein Menschenfreund!
    Ohne wenn und aber.


    Und er hat den Barschel im Krankenhaus besucht, egal, was das für ein Bube war.
    Freund ist Freund.


    Und so muss man sich an ihn erinnern!


    An einen Menschenfreund. Immer mit nem Glas JD


    Gruß S.


    PS: All die Leute, die Hvk oder Kuddl Böhm oder andere so loben, sollten ihre "Idole" erst mal an Lennie kalibrieren, denn der Kerl (seems to me) war echt sympathisch.
    Und wenn man denn zu 4 .Mahler in der damaligen Ostseehalle ging, dann wussten wir, das das was Singuläres und nix Mediokres war.

    Also auch wenn Wolfgang seinen Augen nicht trauen wird:
    "Bernstein war eine geniale Gestalt, auch als Dirigent".
    Mein Freund Klaus hat ihn mal in Salzau getroffen und war hinterher verwandelt, als hätte ihn der Finger Gottes berührt.


    Insbesondere seine Zeit in New York, diese Mischung aus Naivität im Zugang, dem beinahe schon missionarischen Einsatz für Außenseiter zu der Zeit (also 195x-197x) hat hervorragende Ergebnisse erzeugt.
    Sein 1. Mahler Zyklus ist immerhin so gut das er zu Recht immer noch zu haben ist.
    Doch was mir schon damals auffiel (z.B. 7. Mahler), sein Hang, Sentimentales so zu vergrößern, das es dem Kitsch gefährlich nahe kam, und im Allegro so los zu toben, dass es fast nicht mehr lustig ist, mit anderen Worten, sein Hang, die der Musik innewohnende Emotionalität so zu vergrößern und zu vergröbern, dass sie Gefahr läuft, zur Karikatur zu werden, das war in den 60igern nur latent vorhanden, späte wurde es manifest.
    Ein Beispiel aus den 60igern ist die Berlioz Aufnahme der Fantastischen Sinfonie, die glatt als Musik für einen Disney Film ala Fantasia durchgehen würde.
    Hier wirkt alles quasi wie durch ein Vergröberungsglas betrachtet.
    Absolut exzellent gespielt, aber irgendwie lächerlich.
    Dagegen Markewitch, Cluytens oder Munch, um mal Zeitgenossen der 60iger zu bringen sind zwar nicht so schwungvoll, aber viel reicher bei mehrmaligem Hören, jedenfalls für mich!


    Später dann:
    Lennie hat mir dem Wechsel zur DGG den Weg beschritten, der ihn vom unendlich begabten Dirigenten (und er konnte noch mehr!) zum Medienstar machte.
    Ich habe heute seine Sibelius 2 und Eroica, beide von der DGG, gehört. Bei Sibelius hört man immer direkt, wie er Anlauf zum nächsten Effekt nimmt,- ja Sibelius war auch nicht ein so doller Komponist, aber sehr effektvoll, man es kann in den Noten nachlesen und Lennie versteckt es nicht, sondern betont es auch noch, - es ist eigentlich eine lächerliche Aufnahme im Vergleich zu Sanderling oder gar Szell, die zudem pastos und ganz auf Effekt getrimmt wirkt.
    Aber irgendwie auch herrlich, so ganz eigen.


    Die Eroica ist recht gut, ein schöner 1. und 3. Satz, hält aber keinen Vergleich mit dem Meisterstück aus, das er mit NYP abgeliefert hat.
    Der 2. Satz fällt mir völlig auseinander (weil er auf triefende Emotionen= Schmalz setzt) und die letzten Variationen im 4. Satz sind gar nichts, die Sinfonie fällt am Ende auseinander.
    Da war Hvk bis an Ende seiner Tage gewissenhafter!


    Ich fürchte, dass Lennie in seinen letzten 10 Jahren nicht mehr genügend kontrolliert wurde (Frau tot, Lover waren nur Bewunderer, nicht Partner) und der tägliche Konsum von ca. 60 Zigaretten und mind. 1 Liter Bourbon, Kenner des Sh Festivals halten das eher für untertrieben, den Tribut gefordert haben.


    Ach ja, und dann da gibt es noch zwei absolute NO-GO Aufnahmen, die an sich toll sind, aber mit dem jeweils dargestellten Werk eigentlich nix zu tun haben, sondern eher mit Lennie und seinen Neurosen.
    Und das macht er wahrlich toll. Ich freue mich diese Aufnahme zu besitzen, auch wenn sie im Falle der 6. teilweise arg klebrig sind.
    Aber die "klebrige Zuneigung besoffener Männer" (Henscheid) ist manchmal wahrlich nicht schlecht.
    Tschaikowsky 5 und 6.


    Gruß S.

    Zitat

    Die Militärtrommel im ersten Satz der Fünften wird hier so bedrohlich-ekstatisch eingesetzt wie in keiner anderen mir bekannten Aufnahme. So muß die Fünfte klingen.


    Volle Zustimmung auch bei der mir so geschätzten Kuchar Aufnahme.
    Bei Lennie plärrt die Trommel dagegen aussem rechten Lautsprecher.


    Ich habe dabei sogar Charles Ives im Ohr (4. Sinfonie).


    Gruß S

    Und fand es keineswegs schlecht.
    Nur habe ich nach dem "Gloria" ausgemacht, auf WDR gabs nen Krimi.


    Im Ernst.
    Ich fand das eröffnende Gloria zu weihevoll, zu pastos zu sehr Wagner (?) oder Bruckner (?).
    Das klang schön, aber ich habe bei der Missa den Drive und die Unerbittlichkeit von Toscanini oder die Monumentalität von Klemp im Ohr.


    Gruß S.


    Ich habe diese CD noch als Doppel-LP und der letzte Satz dauert 28 Minuten.


    Zusammen mit Gielen, Abbado, Bertini, Nagano und Chailly bildet sie meinen Vorrat an Mahler 3, gehört habe ich zumindest noch Bernstein DGG und Tennstedt.
    Und ich finde diese Aufnahme mit dem kitschigen Covers hervorragend, auch wenn ich selbst den letzten Satz schneller hätte.
    Aber beim frühen Levine (1976) gab es noch sehr gute Binnenspannnung. Der 1. Satz ist der absolute Hit, so etwas habe ich nie wieder gehört.


    Das Cover habe ich bei Amazon USA kopiert, dort befinden sich auch recht hymnische Besprechungen.
    Allerdings wie so oft, ist die CD nicht so leicht zu kriegen.
    Und um mal Classics Today zu zitieren. (Besprechnung der Abbado Aufnahme)
    "Reference Recording - Bernstein (DG; Sony); Gielen (Hänssler); Salonen (Sony); Levine (RCA) "


    Gruß S.

    Auch hier verbinden Viele Klemperer mit Langsamkeit.


    Dabei wäre eine Untersuchung über seine gewählten Tempi fast schon ne Magisterarbeit wert.


    Unbestritten ist, dass er mit zunehmendem Alter langsamer wurde. Von 45 Minuten in Köln bei der Eroica (Februar 1954) bis hin zu 1 Std in Bonn (Oktober 1970).
    Und da merkt man auch deutlich, dass die Flexibilität, das Tempo zu wechseln, erheblich gelitten hat, dafür er aber jede Menge Nebenstimmen ertönen lässt, das es ein wahres Wunder ist. "Von wegen Autopilot"


    Von 71 Minuten (Weltrekord??) bei Mahler 2 (1951, eine Aufnahme, die nur mit "Furor" zu beschreiben ist) bis zu 99 Minuten (1971, schwarz wie die Nacht) derselben Sinfonie (Auch Weltrekord??)


    Ich habe mal versucht, anhand von div. Aufnahmen von Mahler 2 so etwas wie ein lineares Langsamer-werden zu postulieren, aber ich habe das Projekt nicht so verfolgt, dass ich es erhärten könnte.


    Dabei habe ich nur Aufnahmen nach WKII im Blick.
    Das begründe ich damit, das die Krankheit von 1939 mit den bekannten Folgen Aufnahmen bis 1946 quasi nicht zugelassen haben, so dass ich einen Bruch im Klemps Karriere durchaus konstatieren kann.


    Und es gibt die durchaus flotte Bruckner 5 nur in 2 Aufnahmen Studio und Live. ( 67 und 68 )
    Beide sind, im Vergleich zum Beethoven, den er zu der Zeit (7. in der letzten Studioaufnahme) dirigierte, oder etwas später Mahler 7, recht schnell.


    Das muss dann schon genauer untersucht werden.


    Dagegen war sein Beethoven bis einschließlich 1957 immer im Rahmen seiner Zeitgenossen durchaus zügig. Brahms sowieso.


    Es scheint mir daher so, dass der späte Klemperer dafür herhalten muss, das er als langsamer, massigen Sound erzeugender Dirigent gilt.


    Gruß S.

    Old Klemp (sein Spitzname in London),
    hier schon very old, hat 1970 seinen letzten kompletten Zyklus der Beethoven Sinfonien aufgeführt.
    Danach hat er meines Wissens nur noch, wie schon oben erwähnt, in Bonn die 1. und. 3. aufgeführt. Davon gab es nen Mitschnitt beim dubiosen(?) Arkadia Label. Über diese 3. ist die Kritik übrigens völlig aus dem Häuschen gewesen.


    Die 9 aus London aus dem Mai 1970 sind alle von der BBC im Fernsehen übertragen worden.
    Schön, dass sie wenigstens teilweise bei Youtube zu sehen sind. (die 3. ist auch komplett, aber das ändert sich täglich)
    Mal sehen was noch kommt. Ich zeichne fleißig auf


    Dieser Klemperer hat aber trotz sparsamster Gesten, kein Vergleich mit Klemperer in seiner besten Zeit nach WKII, also 1954- 1958, immer noch den Überblick. "The pulse is there" sagte Oliver Knussen einmal.
    Ein schönes Dokument "Ausgabe letzter Hand."
    Und der 3. Satz gelingt ihm wie immer deutlich flüssiger als bei Kollegen.


    Gruß S.


    PS: Man lasse sich von der Hinfälligkeit nicht täuschen. Klemp hatte sich 2-mal die Hüfte gebrochen 1951 und 1967, deshalb musste er sitzen.
    Und die Beschwerden seiner Lähmungen, bedingt durch die Hirn-op 1939, nahmen im Alter so zu, dass er aber 1967 wieder zum Taktstock greifen musste. Man sieht aber deutlich die Beeinträchtigungen der rechten Körperhälfte.