Beiträge von s.bummer

    Vor allen über die Bedeutung des Frühstücks.
    "Kidneys were in his mind as he moved about the kitchen softly, righting her breakfast things on the humpy tray...."
    Zwei weitere Textstellen:
    Zuerst der Schluss, dann ein Teil vom Anfang.


    ".. and then I asked him with my eyes to ask again yes and then he asked me would I ask yes to say yes my mountain flower and first I put my arms around him yes and drew him down to me so he could feel my breasts all perfume yes and his heart was going like mad and yes I said yes I will Yes."


    "Ugly and futile: lean neck and tangled hair,.. Yet someone had loved him, borne him in her arms and in her heart...."


    Der Ulysses ist neben dem Tristram Shandy das Größte der britischen Literatur. Finnegans Wake hält damit nicht mehr stand. Der Dichter verschwindet. Wie Arno Schmidt in seinen letzten Werken.
    Lesen wir also voller Freude die "Dubliners" und vor allem: "Portrait of an Artist." Da ist sie, die pralle Lebensfreude, die auch den Ulysses bestimmt.
    Hans Wollschläger kam damals nach Kiel und las das letzte Kapitel aus seinem frisch übersetzten Werk. Das war ein großer Abend.


    Gruß aus Kiel

    Zitat

    Ein völlig unfairer Vergleich! Die Schaumstoffaufhängungen bei der Ohm L werden ihren angestammten Dienst schon lange nicht mehr erfüllen können. Aber mit Austausch-Chassis (kriegt man bei Ohm noch!) oder Reconing der vorhandenen sollte die Sache wieder ins Lot gebracht werden können.


    In der Tat: Die Pappen und die Gummis waren hin. Deshalb wurden die Bässe auch vor dem Test sorgfältig aufgearbeitet.
    Käufer gab es trotzdem, Sie zahlten ca. den Neupreis (damals 750 DM pro Box). Gut so!
    Gruß aus Kiel

    Sein Mahler war außergewöhnlich. 5, 6, 7, 3, 2 und auch 9.
    Der Bartok sowieso. Und Kodaly. Und später dann auch noch Beethoven. Er war auch ein sehr guter Begleiter.


    Zu Opern kann ich nix sagen, er soll das aber toll gemacht haben.


    Ich fand ihn als Typen klasse. Zackig, schnell und ohne große Fiesematenten immer zum Wesentlichen kommend.
    Und so soll er ja auch gestorben sein. Auf einmal war Schluss.
    Was für ein gelebtes Leben? Beneidenswert.


    Gruß aus Kiel

    Guten abend,
    ich möchte Deinen Beitrag nicht unkommentiert stehen lassen.
    ad 1) Der Cyrus One, den ich seit 1984 hatte, besaß keine Klangregelung.
    Power, Lautstärke, Programmwahl und Aufnahmewahl. Das wars.
    Beim Cyrus II konnte ich zusätzlich in geringem Maße die Balance verstellen.
    Soviel dazu, das

    Zitat

    Ja - Vor allem im Wegrationalisieren von Features. Man konnte dem Kunden erfolgreich signalisieren, daß Klangrergler und Loudnesstaste (korrekte Bezeichnung : Physiologische Lautstärkekorrektur) qualitätsmindernd seien - und hat sie weggelassen.


    war schon vor 25 Jahren so.
    Mission Cyrus Verstärker waren in den 80igern Kult. Und sensationell gut im Preis/Leistungsverhältnis. Die Linn Jünger hatten da noch viel zu lernen, die hatten nur einen gammelig zusammengehauenen Plattenspieler. Das änderte sich dann aber schnell.


    ad 2) Der Technics SU-8600 stammt aus den frühen 70igern und sollte im Schnitt 40 Jahre alt sein. "Gelsenkirchener Barock" halt. "Mit Griffen zum Wegschmeißen", wie wir früher lästerten. Ich habe aber wirklich mal einen im Rack gesehen.
    Der NAD 370 wurde 2003 durch ein Nachfolgemodell ersetzt.
    Diese Verstärker, so bekannt sie damals auch waren, sind daher nicht mehr repräsentativ für heutige Modelle. Vor 40 Jahren mußte man mit Verstärkern und Klangregelungen auch schlechten Boxen "über die Straße helfen."
    (Ich hab mal ne OHM L, damals (197x) ganz was Feines, vor ein, zwei Jahren wieder gehört und mit ner modernen (2008 ) Box verglichen aus dem gleichen Preissegment. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Erst mit Bassregelung und Loudness konnte die Ohm einigermaßen standhalten. War aber dennoch viel zu matschig im Bass)
    Ich hatte auch mal nen Sansui AU 9900 als Teststellung. Der bestand fast nur aus Drehknöpfen. Das war schon toll. Damit konnte man angeben. :D


    Aber diese Verstärker waren schon gut. Keine Frage. Aber eben auch zeitgeistgetrieben mit vielen Knöppchen, damit Vati zu Hause den Ton-Ingenieur am 19 Zoll Rack geben konnte.


    ad3) Der Denon, Baujahr 2011!, den ich nun habe, hat das VOLLE PROGRAMM: Loudness, Balance, Höhen, Tiefen.
    Nur man braucht es nicht, wenn die Tonquelle ok ist.
    Und er hat Fernbedienung. Und wenn ich per remote Control lauter oder leiser wähle, schaltet sich ein Elektromotor ein und wie von Geisterhand bewegt sich der Lautstärkeregler.


    Allerdings ist es in der Tat so, dass bei besonders teuren Verstärkern,- meine Nachbarin hat sich zum Ruhestand für ca. 3.000€ einen gegönnt-, es einen ausgeprägten Hang zum Purismus gibt.
    Aber wir schreiben hier über Kompaktverstärker und die sind nicht im Hi-End anzufinden.
    Doch es gibt einen Trost. Ab Ende 50 soll das Gehör unweigerlich nachlassen, auch wenn man es nicht wahr haben will.
    Dann reichen preiswertere Verstärker. Da ich bereits in dem Alter bin, findet meine Frau das ganz prima! :jubel:


    Gruß aus Kiel

    Was mir so passiert, dann trifft man imme rmehr Leute, die sich mit einem an die wilden Zeiten erinnern.
    Doch wie waren die Zeiten? Trügt die Erinnerung, waren die Freunde von damals wirklich so, wie wir Sie erinnern, war es so und nicht anders?
    Ein kleiner Roman, knapp 190 Seiten lang, ist so etwas von genau und zugleich verwirrend, doch gibt er einen Antwortsvorschlag:
    "Vom Ende einer Geschichte" von Julian Barnes. Das Original ist trotz der feinen Übersetzung noch sprachmächtiger!
    Ich mochte Barnes schon immer, dieses Meisterwerk ragt aus seinem Schaffen hervor.

    Zitat

    History is that certainty produced at the point where the imperfections of memory meet the inadequacies of documentation


    Gruß aus Kiel


    Nachtrag: Um wenn ich so bedenke, wie uninformiert hier so manches über Künstler abgesondert wird, dann ist das Zitat auch fürs Forum zutreffend.

    Ich war halt grade so in Schwung! Und Löschen ging heute morgen nicht mehr.
    (In Rendsburg (SH-Festival) hat mal ein DGG Aufnahmeleiter über den tosenden Beifall eines völlig verunglückten Konzertes zur Pause gesagt. "Die Leute können eben einen Künstler nicht von einem Kacker unterscheiden." Richter sollte spielen, Kristian Zimmerman sprang ein. leider völlig unvorbereit. Das würde er heute niemals mehr machen.)
    Ich mag die 3. aber trotzdem nicht.
    2, 4 und 7. Das reicht mir völlig. Und den Schluss der 5. mit Glenn Gould, wie er durch den Wald stapft.
    Gruß aus Kiel

    Es war genauer so: Siehe die bisherigen Beiträge und wenn es nicht deutlich war:
    Die Menschen haben die Botschaft von Anfang an begriffen.
    Die erste Aufnahme mit Mravinsky ist dazu eindeutig.
    Ambivalenz kam erst mit der Zeit.
    Rostropowitsch hat den den pädagogischen Zeigefinger gehoben, obwohl es nicht mehr notwendig war.
    Tipp, Ton-und Klangqualität sind super: Mravinsky 1983. Da weiß man, was man hat, authentisch und genau!
    Da gibt es kein Vertun!
    Gruß aus Kiel

    Ich habe Einzelaufnahmen.
    Und in Anbetracht der Tatsache, das ich von Ulrich Schreiber vorbelastet bin, habe ich auch wenig Bernstein (2. aus Wien: grusel)
    und Barbirolli (2. aus Köln noch schlimmer).
    Bei mir fing es an mit Okku Kamu. Tolle 2. aber nur 5 Minuten. Der Rest: Öde!
    Ich mag nur homöopatisch wenig von Sibelius: die 1. war das was? , die 2. mit Szell oder Sanderling sind schön, die 3. hat derart triviale Themen, dass man Florian Silbereisen als Dirgienten nehmen könnte.
    Die 4. ist ein tiefes dunkles Tal (voller Wodka), das Berglund am besten durchsch(wommen)quert hat, die 5. mag angehen, die 6 mag ich auch nicht, nur die 7. mit Mravinsky strahlt hell hervor.
    Das Meiste also "kannst den Hasen" geben! Brauchst nicht mal grün anstreichen. Rosh rettet da auch nix.
    Nielsen aus Dänemark ist da schon interessanter.
    Dass nun ne Hundertschaft nordischer Dirigenten Sibelius huldigen, wertet sie dennoch nicht ab. Sie sind entschuldigt. Aber seine Musik?? Ich weiß nicht? Das muss ich nicht haben. Obwohl nachgezählt: ca. 50 Aufnahmen der Sinfonien hab ich schon? Grübel, grübel.
    Gruß aus Kiel

    Zitat

    Es fällt mir schwer, solche Beiträge mit dem üblichen intellektuellen Niveau in diesem Forum in Übereinstimmung zu bringen.


    So ist es leider zu Zeit. Ein wildes Geholze!
    Schön wäre es, auch Alfred würde zu seiner früheren intellektuellen Souveränität zurückfinden. Das würde alle erfreuen.
    Immerhin schreiben hier hunderte von Personen. Die müssen sich irgendwann auch mal fragen (lassen), auf was für ein Niveau sie hier sich eingelassen haben, nachdem sie das Aufnahmeexamen bestanden haben. Die haben hier auch alle einen Ruf zu verlieren.
    Gruß aus Kiel

    Hallo,
    alle 20 Minuten aufstehen und die LP wenden? Nee, das war einmal und wird heute nur noch bei besonderen Gelegenheiten praktiziert.
    Auch CDs zu wechseln ist mühsam. Streamen ist angesagt.
    Verbunden mit Einbußen in der Klangquailität, da ich aber viele Liveaufnahmen höre, spielt das nicht so die große Rolle.
    Ich hatte 25 Jahre lang erst nen Mission Cyrus I, dann nen Cyrus II und war hoch zufrieden.
    Aber immer aufstehen, wenn die Lautstärke geregelt werden muss. Eine Fernbedienung muss her!
    Nun habe ich eine Denon PMA 710AE, der klingt deutlich besser als der Cyrus, besserer Bass und lebendiger in den Höhen. Dabei ist er recht preiswert. Aber 20 Jahre Fortschritt sind eben auch bei Verstärkern zu bemerken. Ich höre meist ohne Eingriffe in die Klangregelung.
    Mit ELAC 203.2 Boxen ist das eine schöne Kombination. Die ELAC haben als Mittelhochtöner die Weiterentwicklung des berühmten "Heil Air Motion Transformers" und erzeugen damit fantastisch transparente Mitten und Höhen.


    Gruß aus Kiel

    Dann weiss ich später auch, wie meine Meinung um 2012 war :thumbsup:
    Meine Liste der 15. Sinfonien Schostakowitsch.
    Eine Hitliste der Einspielungen der Sinfonien von Schostakowitsch aufzustellen, fällt schwer, insbesondere, wenn man einige Werke nicht besonders schätzt. Auch sind dermaßen viele Einspielungen auf dem Markt verfügbar, oder waren verfügbar, dass einer (ich) unmöglich die Übersicht behalten kann.
    Also kann es nur bei einem Versuch bleiben, aus den vielen Einzelaufnahmen der Sinfonien, die ich von Schostakowitsch habe, diejenigen zu finden, die mir aktuell am besten gefallen
    Los geht es, ich nenne frecherweise nur die Dirigenten.


    1: Ancerl, aber auch Petrenko
    2: Haitink
    3: Kondrashin
    4: Previn und Andris Nelsons
    5: Bernstein (Tokyo), Mravinsky 1983
    6: Mravinsky in Moskau 1965, Barschai Köln
    7: Svetlanov Moskau und Eliasberg (aus Sentimentalität)
    8. Mravinsky 1982 und 1947 sowie Petrenko
    9: Klemperer 1954 in Turin (Voller Ernst), dann Kondrashin
    10: Mravinsky 1976, Petrenko und Ancerl (mono)
    11: Kondrashin
    12: Roshdestwenski (JVC CD aus Japan), Petrenko
    13: Haitink (höre ich aber sehr selten)
    14: Kondrashin (höre ich aber sehr selten)
    15: Mravinsky 1975, Maxim Schostakowitsch 197x?, Roshdestwenski (JVC CD aus Japan)


    Gruß aus Kiel

    a) Celibidache hat Mahler dirigiert: Kindertotenlieder (Gérard Souzay,Sergiu Celibidache)
    Die Aufnahme ist aber nicht so doll, Auch der große Souzay klingt irgendwie ungewohnt.


    b) Immer vom ganz langsamen Klemp zu reden und zu schreiben erzeugt meine Widerworte:
    Denn seine wichtigen Beethoven Aufnahmen datieren nun einmal in die Zeit vor 1958. Und da war er noch recht flott unterwegs.
    Die 7. von 1955 ist viel schneller als Celibidache unterwegs war, den 2. Satz hat er allerdings schon immer besonders langsam genommen, selbst die berühmte Aufnahme von 1951 mit dem Concertgebouw Orchester, die bekanntlich rasend schnell im 4. Satz ist, hat diesen gebremsten 2. Satz.


    Gruß S.


    Der russische Dirigent Carl Eliasberg dirigierte am 9.8.1942 die Leningrader Premiere der 7. Sinfonie von Schostakowitsch in der belagerten Stadt. (Die Uraufführung war woanders und früher)
    Dort war inzwischen eine Hungersnot ausgebrochen und die Menschen starben wie die Fliegen. So wurde die Aufführung auch Ausdruck des Durchhaltewillens der Stadt.


    Im Januar 1964 dirigierte er in Anwesenheit des Komponisten die Sinfonie erneut in Leningrad und die wenigen der überlebenden Mitglieder des damaligen Orchesters saßen an den gleichen Plätzen wie damals.
    Allerdings stellte ihm Mravinsky ansonsten nur die 2. Garnitur des Orchesters zur Verfügung. Das ändert nichts an der Eindringlichkeit, mit der hier bei manierlicher Tonqualität musiziert wurde.
    Eliasberg wurde nach dem Krieg, wie man heute sagen würde, von Mravinsky weggemobt und schlug sich fortan als Gastdirigent durch.
    Er starb nahezu vergessen 1978.


    Gruß aus Kiel

    Ich bin gezwungenermaßen Leser der Auto Zeitung.
    Im Ruheraum der Sauna nach dem Sport finde ich dieses Kampfblatt für Audi, VW, BMW, und Mercedes, in Maßen auch Opel und Ford.
    Immer in Vergleichstests (a gegen b) gewinnt natürlich eine deutsche Automarke. Kann ja auch nicht anders sein.


    Überschlägig sind unter den 50 Aufnahmen der BBC 150 Aufnahmen von britischen Labels.


    Also alles klar?


    Gruß S.

    und lädt zu diversen Interpretationen ein.
    Ein riesiges Largo von ca 17 Minuten Länge, gefolgt von 2 kurzen Sätzen Allegro und Presto, beide zusammen knapp 12 Minuten.
    Die ganze Sinfonie ist aus dem Gleichgewicht. Da darf die Frage erlaubt sein, was das soll?
    (Ok,. Kondrashin macht das Largo in 13 Minuten).
    Insbesondere die gezwungene Heiterkeit im 3. Satz, die wie durchgeknallte Zirkusmusik daherkommt.


    Mravinsky hat dieses Werk immer wieder aufgeführt, es lag ihm am Herzen.
    Daher ist obige Aufnahme nur zu empfehlen.


    Mir gefällt auch ganz besonders seit kurzem die mit Vasily Petrenko und dem Royal Liverpool Orchestra.


    Mit den üblichen Verdächtigen aus der "UDSSR" (Kondrashin und Roshdestwenski) macht man auch nix verkehrt. Wer aber neben Mravinsky (ein Muss!!) ne neue Aufnahme sucht, ist mit Petrenko auch preislich bestens bedient.


    Gruß aus Kiel

    in der heutigen SZ ist auf Seite 3 ein großer Bericht über das anstehende Neujahrskonzert.
    Und über die damit alljährlich verbundenen Rituale. Vor allem, wer das sagen hat!
    Nach der Lektüre ist manches klarer! Werden manche Gerüchte verstummen.
    Und Harald wird dann auch wissen, wieso der "Dampf Galopp" in Programm kam und warum Jansons an der so lange proben mußte.
    So, nun rutscht man schön ins neue Jahr.
    Gruß aus Kiel

    Zitat

    Er war doch eine Zeitlang sogar, mir fällt jetzt die korrekte Bezeichnung nicht ein, Sekretär für Kultur oder so ähnlich !?


    Hier ein paar Fakten.
    23.5.1939 Ernennung zum ordentlichen Professor, erneuert 1947
    10.2.1948 Verlust aller Ämter
    1950 Stalinpreise für Filmmusik
    1951 Deputierter des obersten Sowiet, wiederholt in folgenden Jahren.
    April 1957 Gewählt zum Sekretär des Komponistenverbandes (bis 1968 )
    1960 Wahl zum 1. Sekretär
    14.9.1961 Aufnahme in die KPDSU
    Die vielen Ehrungen aus dem Westen erspare ich mir, zum Lebenende wurde er geradezu hofiert. Dennoch war er ab Ende der 60iger mehr im Krankenhaus zu finden als woanders (1971 beispielsweise vom Februar bis Juni und dann September/Oktober)


    Gruß aus Kiel

    Zitat

    Sicher ist vielen bekannt, dass Shostakovich (S.) eine Zeitlang ein von den Machthabern protigierter, erfolgreicher Künstler war, bis er dann Stalins Unwillen hervorrief, man warf ihm u.a. vor, seiner Musik sei zu formalistisch. Jedenfalls wuchs sich das zu einer Gefahr für sein Leben aus, denn unter Stalin wurden unliebsame KÜnstler gern auch getötet. S hielt daraufhin seine 4. Symphonie zurück und gab sich an die ERstellung der 5. Bei der Uraufführung waren sehr viele Menschen zugegen, und es wurde gesagt, dass das auch daher gerührt haben mag, dass man den Untergang des einstigen Protegés miterleben wollte.
    Die Aufführung wurde ein riesiger Erfolg und begründete wohl auch die spätere politische Karriere S´s.


    Hallo,
    das gibt einiges im Leben von DS nur unzureichend wieder.
    ad 1 war er kein protegierter Künstler, er wurde einfach übersehen! Erst mit dem riesigen Erfolg der Lady Macbeth, gerade in Moskau, kam er ins Visier und Väterchen soll sich ja eine Vorstellung angesehen haben. Von da an nahm das Unheil seinen Lauf.
    Später mußten im Zuge der Säuberungen auch einige seiner Freunde dran glauben. Und er hielt angeblich einen Koffer immer gepackt.
    ad 2 hat er keine politische Karriere gemacht. Da war Tichon Chrennikow vor! Im Gegenteil. Nach Aufführung der 9. bekam er eine Zeit lang Auftritts- und Lehrverbot. (Wie auch Prokofieff und Khachaturian, die in "einem Aufwasch" ebenfalls des Formalismus bezichtigt wurden).
    ad 3 Ruhm erwarb er sich mit Filmusiken und Auftragswerken. Aber mit Babi Jar eckte er Anfang der 60iger noch einmal gewaltig an.


    Ab Ende der 60iger war er dann unumstritten. Da war er jedoch schon sehr krank.
    Als Rowohlt Monografie erhält man für kleines Geld hinreichend genaues Material zum Leben von DS und muss sich nicht ne teure Biografien kaufen.
    So als Empfehlung.
    Gruß aus Kiel

    Hallo,
    ich kann mich ziemlich genau erinnern, als damals (Anfang der 80iger??) eine Neuaufnahme der 5. mit Rostropowitsch und einem Washingtoner Orchester bei der DGG erschien, stand zum ersten Mal im Begleittext was davon, dass der Jubel nur aufgesetzt sei und so weiter. Entsprechend war denn auch die Interpretation.
    Bei Solomon Volkow in den sog. Memoiren wurde das dann alles wiederholt.


    Ich finde, wenn man beispielsweise bereits die erste Aufnahme mit Mrawinsky (1938 ) hört, merkt man, das da etwas nicht so stimmen kann. Das muss man nicht so plump unterstreichen, wie es Rostropowitsch versucht hat. Da gefällt mir Lennie in Tokyo erheblich besser.
    Angeblich soll die Wirkung bei der Uraufführung verständlich gewesen sein. Das Volk hatte es schon richtig verstanden. Der Apparat konnte sein Gesicht wahren.


    Gruß aus Kiel

    Ich höre nochmal mir mit großer Freude die Pastorale mit Klemp von 1954 aus der Radiosendung von gerade eben an.
    Deutschlandradio Kultur. Heute Klemperer in Berlin.
    Biografisch wenig Neues, nur Bestätigendes:
    Dank seiner Beziehungen aus Ungarn konnte er beim RIAS arbeiten, dank Furtwänglers Intrigen durfte er nicht die Philharmoniker leiten.
    Diese eitlen Eifersuchtsgeschichten, die Furtwängler sein Leben lang durchzog, machten selbst vorm Bergsteigerfreund Klemp nicht halt.
    Was für ne miese Type das gewesen sein muss!
    Gruß s.

    Historische Aufnahmen aus dem RIAS-Archiv


    Wolfgang Amadeus Mozart
    Sinfonie Nr. 25 g-Moll KV 183


    Paul Hindemith
    "Nobilissima Visione", Ballett-Suite für Orchester
    Radio-Symphonie-Orchester Berlin
    Leitung: Otto Klemperer
    ca. 20.45 Konzertpause
    mit Nachrichten_


    Otto Klemperer in Berlin
    Michael Dasche im Gespräch mit Habakuk Traber


    Ludwig van Beethoven
    Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 ("Pastorale")


    Gruß S.

    Zitat

    Du kennst Dich nicht nur in der Klassik aus. Finde ich gut.


    Weil ich seit 1963 Rock und Pop Musik höre und sammle, früher auch mal Rezensionen publiziert habe,- Klassik ist nur dazu gekommen, kann ich die Stones nicht leiden.
    Genauer: Ich hielt sie immer für eine konstruiierte Gruppe! Eben Decca!
    Wenn ein Redakteur des ultimativ reaktionären Blattes für Altrocker "Rolling Stone" (U2, Springstein, Stones, dazu noch Neil Young) wie Wolfgang Döbeling, der die Stones wahrscheinlich auf Händen durch Berlin tragen würde, sie bejubelt, liegt es daran, dass er in der Schule immer von den Beatles Fans verkloppt wurde. Oder von denen der Small Faces oder Who oder denen der Pretty Things. Aber nicht, weil er für die Stones war, sondern weil er ein Schlaumeier sein wollte. Und da alle richtig guten Gruppen zu der Zeit bereits fan-mäßig besetzt waren, nahm er die Stones. Und als Schlaumeier hat er es ideologisch überhöht. Ich sage nur Dietrich Diedrichsen. Noch so ein Schlaumeier, aber der hatte es mehr mit den Smiths.
    Alles war so ne Art Regietheater in der Pop Musik. Das gilt für übrigens viele altgediente Stones Fans (im Westen). Dazu: Jede Menge Alkohol, Sentimentalität und Angst vorm Altsein, nicht mehr vorm -werden.


    Im Osten muss es anders gewesen sein. Da misch ich mich aber lieber nicht weiter ein. Da bin ich voreingenommener!


    Es gab zu jeder Zeit bessere und wichtigere Gruppen als die Stones, mal die Zeit zwischen 1966 (19th Nervous Breakdown) bis Nov. 1969 (Let it Bleed) ausgenommen, da waren sie Weltklasse!, aber alle anderen guten Gruppen verschwanden dank Auflösung, Tod etc. in der Versenkung. Ich erwähne nur "Truth" von Jeff Beck.
    Wer die Musik um 1970(+-3 Jahre) als Schwerpunkt sammelt, so wie ich, weiß, worüber ich schreibe!
    Aber jeder hat sie gehört, da sie so lange präsent sind, jeder hat Erlebnisse mit ihrer Musik gehabt.
    Geschenkt, die Stones geistern umher wie der fliegende Holländer, und sind so was wie "James Last für Altrocker".
    Und daher der Bezug zu Heesters. Da sie solange dabei sind, sind sie Ikonen geworden. Ist auch gut so. Warum auch nicht!
    Das hat aber nix mit Qualität zu tun.
    Charlie Watts weiß darum, er ist bescheiden geblieben. Wunderbar sein Auftritt zum 70.sten seines Freundes Ginger. "The greatest."
    Old Gumlips: Hier ein Zitat aus den frühen 60igern (aus Hellraiser. Ginger Baker p.64):

    Zitat

    At the end of the set, the effeminate lad got up and joined Ronnie Jones at the mike. His name was Mick Jagger and his singing was awful


    Daran hat sich bis heute nicht viel geändert.


    Aber egal, da werden wir wohl uns nicht einigen!


    Gruß S.