"Mit der Vorstellung des Rosenkavalier verbinde ich ein besonders berührendes Erlebnis. In einer Aufführung Mitte der neunziger Jahre sprang kurzfristig die große Lucia Popp als Marschallin ein. Nur sie selbst wusste, dass sie bereits todkrank war! Ich ging vor der Vorstellung zu ihr in die Garderobe, stellte mich vor und fragte, ob sie mit mir musikalisch etwas durchgehen wollte. „Nein“, meinte sie. „Ich schaue auf Sie. Und Sie hören auf mich“. So einfach kann dies sein! Sie sang mit unvergleichlicher, mozartischer Schlichtheit. Am Ende des ersten Aktes nach dem „Zeit“-Monolog waren alle in Tränen aufgelöst: Lucia Popp hatte ihren ganz persönlichen Abschied vom Leben gesungen – aber nur sie selbst wusste es. Ein paar Monate später war sie tot."
Buch erschienen im Styria Verlag 2007
Nach diesen Zeilen käme ich mir blöd vor, meine Verehrung für diese Künstlerin und die Aufnahmen mir ihr kundzutun.
