Beiträge von La Gioconda

    Für Liebhaber gibt es noch einen großartigen live Szenen-Querschnitt aus dem Jahr 1937 (ist vielleicht bereits erwähnt worden):
    Coronation Season an der Londoner Covent Garden Opera
    Szenen von 2 Abenden


    Turandot: Eva Turner (für mich die beste Turandot- die schneidet in der Rätselszene durch Orchester und Chor wie ein Laserschwert!!)
    Calaf: Giovanni Martinelli
    Liù: Magda Olivero / Licia Albanese

    Ja - das mit für jeden Akt eine eigene Stimme stimmt schon.
    Lustig, daß keiner Callas genannt hat? Es gibt fast für jeden Akt eine Sängerin die gewisse Szenen "besser" singt, aber die Callas ist für mich alles in allem das beste Gesamtpaket.
    Stellenweise beeindrucken mich auch an noch nicht genannten Sängerinnen: Ponselle (Intensität), Novotna (Eleganz!), Sayao und als Einzelaufnahme Muzios Addio del passato inkl. Brief.


    Und die Zeani war klarerweise VOR der Cortubas. :yes:

    Zitat

    Original von klingsor
    hallo, ich denke, daß die 'alten' stimmen sowohl interessanter als auch - im gros gesehen - besser waren als die heutigen, auch wenn man heutzutage noch 'entdeckungen' machen kann.


    er brachte mir die große und viiiiiel zu unbekannte magda olivero (hier natürlich jüngere, aber leider oftmals dehr 'historisch' klingende liveaufnahemn) nahe ...seitdem wollte ich kaum eine andere sängerin mehr hören und ich begann mich langsam, aber stetig mit anderen sängerinnen und sängern zu beschäftigen und (leider) auch immer mehr opern zu kaufen (der arme geldbeutel) seitdem sind sicherlich 50 neue opernaufnahmen hinzugekommen und es werden immer mehr ... und ich bereue es nicht ...entdeckungen ohne ende und mir gelang es, über die technischen mängel (weitestgehend) hinwegzuhören ... mit einem wort: ich bin begeistert und eine neue welt hat sich mir aufgetan ... :yes:


    Genauso ist es doch - man bleibt entweder irgendwo stecken (oft begnügt man sich mit Sängern, die man selbst gehört hat) oder man arbeitet sich gierig weiter durch die Vielfalt an Stimmen und Interpretationen.


    Ich behaupte nicht nur, daß die "alten" Sänger technisch weitaus besser waren als heute (Ausnahmen gibt es natürlich immer!, aber warum gehen so viel e vielversprechende Stimmen dann so schnell kaputt? Die Technik sollte für die Stimme wie ein Schutzmantel sein, soll einer jungen Stimme die Möglichkeit geben sich langsam hzu entwickeln), die Vielfalt an guten Stimmen und Sängern war VIEL größer. Sie hatten auch charakteristischere Timbres und man konnte hinter einer Stimme die Persönlichkeit erkennen.


    Wenn man bedenkt, daß jeder Sänger früher seinen eigenen Kostüme entwarf und sich oft auch selber schminkte - auch das Korsett der Regisseure gab es damals nicht (Fluch oder Segen?) - so ist es durchaus plausibel, daß man daraus eine viel persönlichere Charakterstudie auf die Bühne bringen konnte.
    Kein Wunder, daß heutzutage die paar "Superstars" alles singen (müssen, wollen), es gibt in jedem Stimmlage und in jedem Stimmfach viel zu Wenige um einen gesunden Wettbewerb zu ermöglichen und vernünftige Standards zu setzen.


    Ich finde übrigens, daß gerade Carusos Stimme bei den ganz frühen Aufnahmen gut "rüberkommt." Schwerer tue ich mir bei den Sopranen: Melba, Sembrich, Eames, Farrar, Barrientos, z B.


    Außerdem führt als Gesangs- und Operninteressierter um die Alten Aufnahmen kein Weg herum: Man muß doch wissen woher man kommt um entscheiden zu können wohin man geht, oder?

    Also ich gehe wegen allen außer Carena zu:
    Carena-Minghini-Cattaneo-Pertile-Granforte/Sabajno (1930) - großartig Pertile!


    wegen allen außer Scacciati zu:
    Scacciati-Zinetti (unterschätzt)-Merli-Molinari/Molajoli (1930)


    wegen Björling, der den Manrico so singt wie ich ihn für mich sehe: ein junger, stolzer, schlanker (stimmlich) Edelmann und Rebell zu:
    Greco (hervorragend)-Castagna-Björling-Valentino/Calusio (1941)
    und (wegen allen) zu
    Milanov-Barbieri (bin kein großer Barbieri Fan, aber hier ist sie toll)-Björling-Warren/Cellini (1952)


    wegen der Athmosphäre und des Feuers zu:
    Price-Simionato-Corelli-Bastianini/Karajan (1962)


    Tucker und Bergonzi wegen ihres herrlichen Gesangsstils und ihrer großen Technik.


    Übrigens "vier besten Sänger" - auch der Ferrando ist als fünfter nicht unwichtig - der kann im schlechtesten Fall am Anfang auch alles schon vermiesen...

    Caruso hat sie 1917/18 bei einem Bekannten in dessen Gesangsstudio gehört und sich sehr für sie eingesetzt. Ihr Debüt in der schweren Rolle der Leonora in der Premiere von Forza del Destino (vor allem wenn man bedenkt, daß sie davor nur in Vaudeville aufgetreten ist und davor noch nie auf einer Opernbühne gestanden ist) war ein großes Risiko für den damaligen Direktor der Met Giulio Gatti-Casazza. Er soll gesagt haben: "Wenn dieses Mädchen kein Erfolg ist nehme ich das nächste Schiff zurück nach Italien."
    Ponselle war so nervös, daß Caruso sie auf der Bühne stützen mußte. Sie erzählte später: "Er war aber selbst ein Nervenbündel, rauchte vor der Vorstellung unzählige Zigaretten und zitterte bei unserem ersten Duett wie Espenlaub. "Sei nicht nervös, ich helfe Dir." flüsterte er mir während des Duettes zu. Es war "like the blind leading the blind".


    Hab noch ein paar Photos gefunden:



    Forza del Destino mit Caruso und Mardones


    http://nohway.files.wordpress.com/2009/04/ponselle1.jpg


    Carmen


    http://aprilemillo.files.wordp…6359_442908_1509653_n.jpg


    mit Martinelli


    http://img473.imageshack.us/img473/5351/rosanormajb4.jpg


    Norma


    http://www.metoperafamily.org/…e/ponsellepucchdl7108.jpg


    mit Puccini

    Ich finde Pertile auch großartig. Keine schöne Stimme (auch alles andere als ein schöner Mannn), aber gerade diese Sänger werden die besten Interpreten. Pertile hat eine unglaubliche stimmliiche Präsenz und Authorität, singt auch herrliche Rezitative und war ein unglaublich musikalischer Sänger, der herrlich schattieren konnte und eine riesige Farbpalette hatte. Später ist die Stimme - zumindest klingt es auf den Aufnahmen Anfang der 30er Jahre - leicht "verquollen" , weiß nicht obich das so treffend beschreibe.
    Es gibt aber Szenen aus Otello (großartiges Duett mit Gina Cigna),von Anfang der 40er Jahre, wo er noch großartig ist. Er mjuß nach Zeitzeugen auch als Schauspieler beeindruckend gewesen sein, die Rollenfotos zeigen das vielleicht ein wenig?




    http://www.operaportal.hu/data/cikk/3/24804/2.jpg

    Und noch ein paar "alte" Aufnahmen:


    mit dem großartigen Tito Schipa
    Carlo Sabajno
    Adelaide Saraceni - Norina
    Tito Schipa - Ernesto
    Afro Poli - Malatesta
    Ernesto Badini - Don Pasquale
    1932


    1940 live
    Gennaro Papi; New York Metropolitan Opera Chorus and Orchestra
    Bidú Sayão - Norina
    Nino Martini - Ernesto
    Frank Valentino - Malatesta
    Salvatore Baccaloni - Don Pasquale


    1949
    Mario Rossi; Coro e Orchestra Sinfonica di Torino della RAI
    Alda Noni - Norina
    Cesare Valletti - Ernesto
    Mario Borriello - Malatesta
    Sesto Bruscantini - Don Pasquale

    Ich erinnere mich an einen großartigen Chenier-Incroyable. Lustig, das Buch hab ich auch gerade gelesen. Ein großer Interpret und Darsteller!!

    Martinelli war für mich immer zwiespältig. Seine ersten Aufnahmen stammen glaube ich aus 1913. "Überdruck" trifft es auch für mich ganz gut, zeitweise auch ein übertriebenes Pathos, ABER:
    zu Martinelli gehe ich wegen der herrlichen großen Legato-Bögen und vor allem wegen der Rezitative - die sind bei Verdi ja bekanntlichh die halbe Miete.
    Großartig zum Beispiel die Ernani Arie und auch das "Celeste Aida". (und - das darf man fast gar nicht schreiben eine Aufnahme der "Giovinezza" - politically natürlich keineswegs korrekt, aber toll gesungen)

    McCormack hat in Mailand studiert - bei wem nur..? Daher auch sein gutes italienisch. Er hat nur einige Jahre auf der Opernbühne gesungen. Sein schauspielerisches Talent war mehr als dürftig - auch nach eigenen Angaben! Daher ist er vielen auch "nur" von irischen Balladen und zum Teil musikalisch nicht gerade höchstwertigen Liedern bekannt.
    "Il mio tesoro" wird immer wieder als perfekte Aufnahme zitiert.
    Meine Lieblinge "Per viver vicino a Maria" Regimentstochter, "Tu che a Dio" aus Lucia, "Ideale" und "Venetian song" von Tosti.

    http://www.youtube.com/watch?v=4LgQw_AYddg



    Schipa ist einer meiner absoluten Lieblingssänger. Daß er als Sänger einer der allergrößten ist, bleibt für mich unbestritten. Kaum einer hat aus einem so unspektakulären Stimmpotential so viel herausgeholt. Da hat er viel mit De Lucia gemeinsam: eine phänomenale Atemtechnik, aber eine kurze Stimme, nach oben wie nach unten. Was ihm fehlte war die Geläufigkeit. - Verzierungen in den "Barbiere" und Ottavio Arien wirken stellenweise geradezu hölzern.
    Er hat ein ganz großartiges Gefühl für das "richtige timing" und das richtige Tempo (bei Callas empfinde ich das ähnlich). Er spielt auf seiner Stimme wie auf einem Instrument, ohne aber steril oder instrumenttal zu klingen.
    Schipa war auch für den jungen Di Stefano ein großes Idol, was man in den frühen Aufnahmen auch hört.


    Herrliche Aufnahmen die noch zu erwähnen wären:
    "Prendi l´anelti dono" aus Sonnambula mit Dal Monte
    "Tu che a dio" aus Lucia
    "Una furtiva lagrima"
    das Kirschenduett mit Mafalda Favero
    und die vielen Lieder, die in ihm für mich seinen idealen Interpreten gefunden haben, kein Hollywood Breitwand Sound sondern schlichte "Ständchen" und Erzählungen.


    Meine besónderen Lieblinge:
    Pesca d´ammore
    Mal d´amore
    O marenariello
    Era de Maggio
    Vieni sul mar
    Guapparia


    ach so viele!

    „Ich war nie eine Diva.“, erklärte sie einmal in einem Interview. „Ich hatte nie viel publicity und wollte nie um den Ruhm kämpfen müssen. Die großen Stars opfern ihre private Freiheit und auch den Luxus, ab und zu eine schlechte Vorstellung singen zu dürfen. Ich habe es bei Callas gesehen: Plötzlich weiß die ganze Welt, was man abends isst. Aber wer die Musik liebt, der kennt mich.“


    Von Timbre her erinnert sie mich stark an Ileana Cortubas, ihre Landsmännin. Eine meiner Meinung nach unterschätzte Sängerin, ich kannte zwar ihren Namen, hatte die Stimme aber nicht im Ohr. Eine Entdeckung wert.

    Ich habe für Calleja immer eine Schwäche gehabt.
    Sein enges Vibrato ertrage ich nicht nur, ws gefällt mir auch. Das hat nicht unbedingt mit mangelhafter Technik zu tun - manche Stimmen haben es mehr (Corelli, Lauri Volpi, Bonci, De Lucia) manche weniger. Das ist eine reine Geschmackssache.
    Calleja singt im Gegensatz zu so vielen anderen Sängern so erfreulich sauber, daß wirklich auffällt. Seine Stimme ist im Laufe der Jahre größer geworden und man hört auch keine wirklichen Schäden (die er bereits haben könnte, wenn er seine Rollen weniger sorgfältig auswählen würde). Die Stimme ist zwar nicht wirklich groß, aber sehr tragfähig, weil sie gut "sitzt".
    Nun muß man aber auch fairerweise eingestehen, daß er nicht unbedingt ein großer Interpret ist. Musikalisch schon, aber daß er die Rollen in allen Facetten so wirklich auslebt, das kann ich nicht empfinden.
    Ich oute mich jedenfalls als Fan.

    Ich habe mich auf seinen Cavaradossi in Wien sehr gefreut und war zugleich erfreut und enttäuscht.
    Was man ihm nicht absprechen kann ist seine wirklich erfreuliche Bühnenerscheinung und seine gelungenes agieren auf der Bühne. Mir gefällt auch das schöne dunkle Timbre - und, da schließe ich mich vielen hier an - endlich wieder mal ein deutscher Tenor, der im italienischen und französischen Fach erfolgreich ist.
    Was mich etwas enttäuscht hat war, daß man doch bereits hören kann, daß die Stimme nicht optimal fokussiert ist, nicht richtig plaziert. Er versucht sie größer zu machen als sie ist. Nicht daß die Stimme klein ist - aber durch das zu häufige forcieren wirkt sie oft müde, kehlig (halsig) und stumpf. Die hohen Töne sind da - das Vittoria war beeindruckend. Stellenweise schleichen sich kleine Unsauberkeiten ein - das Anschleifen von Tönen (wie es Cura macht), ab und zu ein leichtes Kicksen. Ich bin mir nicht sicher, ob Puccini für ihn das Richtige ist. Aber was dann?
    Hmmm. Ganz bin ich mir über ihn noch nicht im Klaren. Lassen wir uns überraschen.

    Danke für den Thread. Vanni Marcoux zählt für mich zu den ganz großen Interpreten und Sing-Schauspielern. Die beiden bereits erwähnten Schubert Lieder und der Tod des Don Quichotte sind ganz große Leistungen. Es gibt auch eine französisch gesungene Philip-Arie. Sein Golaud in Pelleas et Melisande soll auch Maßstäbe gesetzt haben.


    Muß auch als Schauspieler und Bühnendarsteller beeindruckend sein. Lauri Volpi nannte ihn den "größten Scarpia der französischen Opernbühne." Die Sänger bei denen die Stimme für sich nicht außergewöhnlich sind oft die besten und überzeugendsten Interpreten.
    Es gab/gibt auf Pearl ein Recital und eine CD auf Preiser.

    Anselmi wurde in Spanien (wie auch Schipa) wie ein Gott verehrt. Kann mich allem bisher anschließen. Begrenzter Stimmumfang, schönes Timbre (soll auch gut ausgesehen haben!) - ab und zu hat man das Gefühl als würde er den Ton nicht gut genug stützen, manchmal nciht ganz lupenreine Intonation. Hat auch schöne Aufnahmen von neapolitanischen Liedern gemacht "Ammore è femmena" zB.

    Bonci war vor allem in Amerika (an der Manhattan Opera) war in Amerika Carusos größte Kunkurrenz, das will schon was heißen. Bonci war gesanglich der Traditionalist, der die alte Schule weiterführte, Caruso der Neuerer. Da schieden sich die Geister des Publikums.
    Mich stören Stimmen mit einem raschen vibrato generell nicht (solange es gleichmäßig ist und nicht ein einen wobble ausartet). Ich höre Bonci gerne - sehr elegant und souverän, aber nicht maniriert.
    "A te o cara" Puritani
    "Ballo in maschera"
    "Di pescatore ignobile" aus Lucrezia Borgia
    herrlich auch das duett "Prender moglie" aus Don Pasquale mit Ferruccio Corradetti

    De Lucia ist wirklich noch alte Schule. Er hat auch einiges an verismo-Rollen gesungen, mit Erfolg (bis Caruso kam...). Zwischen Schipa und De Lucia gibt es auch für mich einige Parallelen. Beide sind nicht gerade mit einer üppigen Naturstimme gesegnet, aber beide haben daraus das absolute Optimum herausgeholt. De Lucia war ein selbstkritischer Perfektionist, er arbeitete bis jeder Ton auch wirklich saß. Unvorstellbar perfektionierte Atemtechnik, auch bei Schipa. Mit der Höhe hatte er es nicht so und hat wirklich viel transponiert, daher auch die oft unstimmigen Wiederveröffentlichung was "pitch" betrifft. Da meckert er oft wirklich wie eine Ziege. Bei korrekter Tonhöhe hört man eine angenehme dunkel timbrierte warme Stimme, oft recht eigenwillige Tempi und Verzögerungen. Kein Sänger für Einsteiger, aber einmal gehört kehrt man gerne wieder zu ihm zurück.
    Und für die neapolitanischen Lieder sind für mich die beiden erste Wahl.
    Auch für seine Schüler mußte De Lucia sich nicht genieren:
    Georges Thill
    Gianna Pederzini
    noch jemand - der fällt mir jetzt nicht ein (Bidu Sayao war glaube ich eher Schülerin von De Reszke?)
    Von Michael Henstock gibt es eine sehr gelungene De Lucia Biographie.

    Ich bin auch ein Björling Fan. Wen er kalt läßt - kann ich aucih verstehen, auch wenn´s für mich nicht gilt. Ich mag die Sänger, die "Effekte" mit understatement erzielen. Björling war definitiv einer von ihnen, und auf den live Aufnahmen ist er zeitweise intensiver und packender als so manch anderer Marktschreier.
    Ich finde auch die Beecham Boheme mit los Angeles großartig - für mich keineswege unterkühlter Puccini.
    Ich glaube über Björlings stimmliche und gesangliche muß mann nicht diskutieren, daß er ein Probenmuffel und kein engagierter Schauspieler war ist eine andere Geschichte. Hinzu kamen auch sein Alkohol- und Herzprobleme. "Jussi" ist übrigens eine ganz hervorragennde Biographie.

    Die Frau ist für mich ein absolutes Wunder! Anfangs hat sie eine phänomenals Höhe gehabt. In der zweiten "Trovatore" Arie in einer Aufnahme von 1918 (1919?) legt sie ein müheloses Des (?) und einen lupenreinen Triller hin. Die Höhe ist ihr später abhanden gekommen und sie hat selbst gesagt, sie später lieber Santuzza oder Carmen gesungen hat, weil sie einfach angenehmer liegen. Sie hat zuletzt auf Adriana Lecouvreur bestanden, die ihr Gatti-Casazza verweigert hat. Sie hat zwischen Hollywood (für Carmen) und Met gepokert - und beides verloren. Es gibt eine hochinteressante Biographie von Andrew Farkas.
    Puccini hat sie (zu ihrem Leidwesen) nie auf der Bühne gesungen. Sie war an der Met abonniert für Norma, Vestalin, Africana und Verdi.
    Ihr Mißerfolg als Carmen lag jedenfalls glaube ich weniger an ihrer konservativen Rollenauffassung - sie als Sängerin war dem Publikum im Gegenteil zu ungewohnt, das sie in Belcanto"-Rollen kannte. Auch als Violetta war das Met-Publikum wohl eher Stimmen wie Lily Pons und Bori gewohnt. Stimmlich hört man jedenfalls auf den Mitschnitten keine gravierenden Mankos.
    Nächstes Mal mehr.