Beiträge von wega

    Da ist mir doch eine sehr hübsche alte Live?-Aufnahme von Ruth-Margret Pütz als Haydn-Sängerin in ihrer frühen Hannoveraner Zeit zugeschickt worden, eine wirklich gelungene und feine Sache: Untreue lohnt nicht, eine echte opera buffa, die man heute kaum noch hört. Pütz als nicht erhörte Liebhaberin, die ihren Verehrer nicht an eine andere loswerden will und ihn schließlich für sich gewinnt, ist wirklich eine herrlich komische Gestalterin ihrer Rolle (dazu gesanglich tiptop). Mit dabei auch Sänger wie Tom Krause und Erwin Wohlfahrt, die ja auch große Karrieren machten

    Eine besonders bermerkenswete Aufnahme von Marga Höffgen ist m.E. ein Querschnitt durch Kienzls "Evangelimann" aus den 60er Jahren. Hier singt sie mit Bravour die Paradealtarie von den "Schönen Jugendtagen". Man kann von dem Werk halten, was man will, die Arie ist herrlich. Mit von der Partie sind Anneliese Rothenberger, Nicolai Gedda, Franz Crass und Benno Kusche. Eine lohnenswerte Aufnahme.
    Ich habe Marga Höffgen ca.1982 in einer Hamburger Aufführung von Eugen Onegin in der Rolle der Amme Filipjevna gesehen. Damals sang und spielte sie alle anderen mühelos an die Wand.

    Hallo,
    hier noch mal ein paar Gedanken zu deutschsprachigen "Helena"-Einspielungen.
    Die Emi-Aufnahme mit Rothenberger/Gedda/Mattes ist die Bekannteste, aber sie hat mich in vieler Hinsicht enttäuscht. Helena und Paris sind in die Jahre gekommen, was man den Stimmen deutlich anmerkt. Das konnte Anneliese Rothenberger in einem Querschnitt der 50er Jahre, der beim "Traumland Operette" erschienen ist, deutlich besser.
    Von einer Verfilmung aus den 70er Jahren gibt es den Soundtrack:
    Anna Moffo (naja, auch die hat ihre beste Zeit hinter sich) und René Kollo singen die Hauptrollen, und den Menelaus hat man mit dem großartigen Josef Meinrad besetzt (leider ist sein Couplet nicht aufgenommen worden, das bekommt man nur in der Filmfassung). Interessant ist eine DDR-Aufnahme mit Schauspielern in der Fassung von Peter Hacks. Und vom Querschnitt mit Rothenberger/Schock aus den 50ern gibt es vielleicht noch eine Gesamtaufnahme???

    Ich war 12 und in der 7. Klasse. Von Oper hatte ich vorher keine Ahnung, mochte die alten Heldensagen aber sehr gern. Da wurde es denn am 10.2.1972 Tristan und Isolde. Obwohl die Inszenierung sehr modern war und sich auf der Bühne aktionsmäßig gar nichts tat, war ich schwer begeistert. Danach ging es dann mit Mozart (Zauberflöte und Entführung) weiter. Der Tristan ist auch heute noch eines meiner Lieblingswerke. Die Sänger damals hießen Elisabeth Schreiner und Kolbjörn Höjseth. Kennt die irgendjemand?

    Anny Schlemm gehört ohne Zweifel zu den größten Wiederentdeckungen der CD. Vor allem ihre zahlreichen Operettenaufnahmen werden jetzt auf den Markt geworfen, was hat sie da eigentlich nicht gesungen? Vor allem Raritäten wie ihre Aufnahmen von Künneke, Fall und Millöcker sind jetzt wieder erhältich. Gibt es eigentlich irgendwo eine gute Diskographie von ihr?
    Auch an tolle Bühnenaufführungen (Premiere Pfingstsonntag 1997 in der Komischen Oper als Gräfin in Pique Dame), Herodias, Klytämnestra, Küsterin und (ja auch da war sie hervorragend) Hallo Dolly kann ich mich noch gut erinnern. Ich hoffe, dass es ihr gesundheitlich noch immer gut geht.

    Rossini auf deutsch ist sicherlich ein besonders heikles Thema. Die deutsche Sprache ist dem rasanten Parlando-Tempo oft nicht gewachsen.
    Dennoch gibt's ein bißchen mehr als den obligatorischen Barbier von Sevilla (die zahlreichen deutschen Aufnahmen spare ich mal aus).
    Ein radikal gekürzter Wilhelm Tell ist bei Walhall erschienen.
    Von den Rügener Festspielen gibt es eine Aufnahme der Oper "Adina", aus den 90 er Jahren.
    Den "Türken in Italien" mit Prey, Hallstein, Czerwenka und Dallapozza gibt es auf CD, aber wohl schwierig zu beschaffen. Kürzlich ist mir eine Wiener Aufnahme der Cenerentola mit Christa Ludwig, Waldemar Kmentt und Walter Berry aus den 50er Jahren untergekommen. Aber sicher: Das ist alles nur die Spitze eines Eisberges.

    Die Zeiten des sorgfältigen Umgangs mit Dialogen in Operetten-Aufnahmen sind leider vorbei. In den neueren Aufnahmen (und damit meine ich auch die Emi-Aufnahmen) hat man die Dialoge zugunsten der Musik oft schwer vernachlässigt und verstümmelt (die Leute kaufen die Aufnahmen ja auch nicht wegen der gesprochenen Texte sondern wegen der Musiknummern).
    In den alten Radioaufnahmen, die jetzt wieder auf den Markt kommen, sah das anders aus. Da kamen prominente Sprecher zu Wort, denen zuzuhören richtig Spaß macht.
    Ein paar Beispiele: Joseph Offenbach als Baron in der "Lustigen Witwe" (Walhall), Agnes Windeck und Martin Held in der "Dubarry", Heinz Erhardt (!!!!!!) und Günter Lüders in "Meine Schwester und ich" Gustav Knuth und Lola Müthel in der "Zirkusprinzessin" (Marszalek-Aufnahmen). Zwei originelle Seltenheiten: René Deltgen als Prinz im "Letzten Walzer" von Oscar Straus (Hamburger Archiv ..) und kürzlich ist mir in einer völlig vergessenen Künneke-Operette (Tenor der Herzogin) sogar Inge Meysel untergekommen.
    Allesamt pures Vergnügen und sicher gibt es noch viele Beispiele, die entdeckt werden wollen.

    Noch ein weiterer CD-Tipp für Schwarzwaldmädel-Fans:
    Emi hat in den frühen 80ern einen Querschnitt mit Benno Kusche, Brigitte Lindner, Dagmar Koller und Adolf Dallapozza rausgebracht, der musikalisch fast eine Gesamtaufnahme ist, und - von einigen zu opernhaften - Nebenrollen abgesehen, auch sehr gelungen ist.
    Über die jetzt wieder erhältliche Gesamtaufnahme mit Benno Kusche und Gitta Lind ist ja schon an anderer Stelle im Forum berichtet worden.

    Nicht vergessen sollte man Meliitta Muszelys EMI Aufnahmen von Carmen (unter Horst Stein als Micaela). Bei dieser Firma sang sie auch Rollen wie Troubadour-Leonora (mit Schock und Metternich unter Schüchter?) und ihre beiden Ausflüge zu Tschaikowskij (Lisa und Tatjana mit Prey und Wunderlich). Ich besitze eine DVD mit ihr, auf der sie die Magda in Menottis Konsul singt, das war noch in ihrer Wiener Zeit.

    Zitat

    Original von Diabolus in Opera
    Und hier noch eine Jugendsünde Wagners, das erste "Werk" von ihm, das öffentlich aufgeführt wurde: Die Zusatzkomposition zu Edgar Aubrys Arie "Wie ein schöner Frühlingsmorgen" in Heinrich Marschners Oper "Der Vampyr", von Wagner komponiert als er 1833 Chorleiter in Würzburg war. Diese Verison der Arie wurde nach 1833 nicht mehr aufgeführt, bis sie letztes Jahr - passenderweise an selbiger Ort und Stelle - wieder aus der Versenkung gehoben wurde.
    Hier kann man sich die Arie in voller Länge in der Würzburger Aufführung anhören/ansehen, es singt der Tenor Edward Randall. Der Wagner-Teil beginnt bei 5:00.


    Best, DiO :beatnik:



    Die Arie ist in einer Gesatm-Aufnahme des "Vampyrs" aus den frühen 70er Jahren zu hören, es singt Donald Grobe

    Hallo,
    zur Mignon fallen mir noch zwei deutsche Querschnitte ein. Beide sind aus den 60er Jahren.
    DGG mit Irmgard Seefried, Catherine Gayer, Ernst Haefliger und Keith Engen (gibt es meines Wissens als CD)
    Emi Electrola mit Pilar Lorengar, Ruth-Margret Pütz, Fritz Wunderlich und Gottlob Frick (CD????)
    Obwohl DGG quantitativ mehr bietet, von der Qualität der Besetzung her ist Emi eindeutig vorzuziehen.

    Arzt oder Apotheker bei dieser Aufnahme? Ja, das kann sein. Ich habe mich jedenfalls krankgelacht - vor Vergnügen, die Aufnahme ist wirklich ein echter Knüller.
    Habe hier in Hannover eine großaufgezogene Aufführung gesehen, auch nicht schlecht. Aber im Vergleich zu diesem Riesenspaß doch sehr bieder.

    Beim "Hamburger Archiv für Gesangskunst" ist jetzt eine Gesamtaufnahme von Suppés "Leichte Kavallerie" erhältlich. Die Besetzung enthält einige hochkarätige Namen, also vielleicht was Feines für Operettenfans - mit dickem Geldbeutel.

    Halbe ich gerade frisch im "Hamburger Archiv für Gesangskunst" entdeckt: Eine alte Wiener Rundfunkaufnahme von den "Landstreichern" wird dort angeboten. Die Aufnahme ist wohl die einzige, die zur Zeit im Handel erhältlich ist.
    Das "Hamburger Archiv" lohnt sich für Operettenliebhaber, die gerne was seltenes suchen und einen dicken Geldbeutel haben, auf jeden Fall.

    Gibt es irgendwo eigentlich ein Sänger-Recital mit Ruth Margret Pütz.
    Bei ihren Aufnahmen fallen mir noch 2 Emi-Aufnahmen ein, die leider nur als Querschnitte erschienen sind. Puccinis "Bohéme" mit Wunderlich, Rothenberger und Frick (Frau Pütz als Musette) und "Mignon" von Thomas. Hier singt sie nur eine Arie, nämlich die Titania-Arie, aber mit höchster Bravour. Auch die Partner: Lorengar, Wunderlich, Frick machen diese Aufnahme zu einem wirklichen Glanzstück

    Eine besonders interessante Aufnahme mit Nicolai Gedda ist hier noch nicht erwähnt worden: Geddas "Palestrina" in der Kubelik-Aufnahme von 1972. Trotz der jetzt wieder erhältlichen Aufnahme mit dem großartigen Fritz Wunderlich: Gedda ist der bessere Palestrina, wenn auch ihm die extrem schwere Schlußszene nicht ganz problemlos gelingt. Da müssen andere noch mehr kämpfen.

    Wenn von Cornelius die Rede ist, möchte ich auch eine andere Oper von ihm in Erinnerung rufen, die heute völlig vergessen ist (ca. 1936 wurde sie wohl mal in Stuttgart gegeben): Der Cid.
    Vor ein paar Jahren hat Gustav Kuhn die Oper bei Capriccio eingespielt und ihr damit meines Erachtens keinen guten Dienst erwiesen. Die Besetzung der Hauptrollen ist ist nicht besonders, die Nebenrollen sind zum Teil horrend schlecht besetzt.
    Musikalisch ist diese Oper doch recht beachtenswert, ein interessanter Gegenpart zum heiteren "Barbier von Bagdad". Vielleicht gibt es ja noch andere Aufnahmen

    Hallo,
    an den Aufnahmen von Polenblut (Film und Gesamtaufnahme) wäre ich auch interessiert.....
    Mir fällt noch ein kleiner Querschnitt mit Hertha Schmidt und Karl Terkal ein, in den ich mal reingehört habe, den gibt es sicher nicht auf CD.

    Von einer Aufnahme des "Ball im Savoy" weiß ich nichts. Aber mir fällt eine 70er Jahre Fernsehproduktion mit Marlene Charell, Bert Fortell und Klaus Löwitsch ein, die seinerzeit vom ZDF produziert wurde. Vielleicht kann man die ja irgendwo auftreiben, obwohl die Namen der Protagonisten nicht gerade gesangliche Höchstleistungen garantieren

    Bei Brigitte Fassbaender und der "Fledermaus" fällt mir noch die Aufnahme von Emi unter Boskowsky ein, in der sie den Orlofsky zum ersten Mal einspielte, eine auch dank der anderen Besetzung (Gedda, Rothenberger, Holm, Berry) nicht schlechte Aufnahme.
    Eine andere empfehlenswerte Eiinspielung ist ein Münchner Livemitschnitt der Eugen-Onegin-B-Premiere von 1962. Hier singt sie die Olga an der Seite von Wunderlich.
    Na und dann natürlich noch eine Martha-Einspielung von Emi, in der sie eine sehr jugendliche Nancy bietet, auch hier eine Referenzaufnahme des Stückes.
    Übrigens Fassbaender in der Operette: Als Orest in der Helena-Aufnahme von Willy Mattes ist sie meines Erachtens die beste Interpretin überhaupt. Etwas jung, aber musikalisch gut ist sie als Oberhofmeisterin in Oscar Straus' Walzertraum, auch bei Emi.
    Schade, dass Emi sie damals nicht als "Boccaccio" in derSuppé-Operette eingesetzt hat, das wäre sicher brillant geworden.

    Hier mal ein paar CD-Tipps zur slavischen Oper. Cantus Classics hat vor kurzem zwei wirkliche Raritäten veröffentlicht: "Aus einem Totenhaus" von Janacek (deutschsprachiger Mitschnitt aus Amsterdam)und "Die Zauberin" von Tschaikowskij aus Bremen, beides Aufnahmen aus den 50er Jahren mit keinen herausragenden Ensembles und altersentsprechender Tonqualität, aber zum Einstieg in die Werke nicht uninteressant.
    Natürlich hat auch Walhall was herausgebracht: Einen recht ordentlichen "Boris Godunow" mit Alexander Welitsch und Martha Mödl, leider stark gekürzt, und einen "Zar Saltan" von Rimsky-Korsakov, beides deutschsprachige Aufnahmen. Martha Mödl singt auch in der 1955er Aufnahme aus München neben Hans Hotter und Hans Hopf die Marina im Boris Godunov.
    Ich habe noch einen alten Radiomitschnitt vom "Goldenen Hahn" von Rimsky-Korsakov, mit Benno Kusche und Colette Lorand, und irgendwo muß es auch eine "Schneeflöckchen"-Aufnahme mit Martha Mödl auf Deutsch geben, wohl aber noch nicht wiederveröffentlicht.
    Bei Cantus Classics gibt es auch eine sehr gelungene Dresdner Aufnahme von Janaceks "Katja Kabanova" und nicht zu vergessen eine "Jenufa" mit Trude Eipperle und Aga Joesten bei Walhall.
    Technisch kann man bei all diesen Aufnahmen keine Wunder erwarten, aber gerade russische und tschechische Opernaufnahmen auf Deutsch dürften noch massenhaft in den Archiven schlummern. Bei diesen Werken taten sich ja die Theater bei den Originalsprachen lange Zeit sehr viel schwerer als bei Italienern und Franzosen. Kennt jemand noch andere alte "Schätze" aus dem russisch/tschechiischen Raum?

    Zu Gottlob Frick fallen mir noxh ein paar Rollen ein, die es auf CD gibt:
    Im italienischen Fach hat er auch den Procida aus Verdis"Vespri Siciliani", den Pater Guardian aus "Forza del Destino" und den Ramphis aus "Aida" gesungen (bei Walhall wiederveröffentlicht).
    Ich habe einen alten Emi-Querschnitt von Bohéme, da singt er den Collin (vielleicht ist er dafür doch etwas zu schwarz), interessant ist auch eine Aufnahme von "Lucia di Lammeemoor), in der Frick den "Raimund" singt, ein deutscher Querschnitt bei emi-electrola (mit Erika Köth) als Lucia. Im französischen Fach gibt es bei Walhall eine Aufnahme der "Huguenots" von Meyerbeer mit Frick als Marcel und einen eurodisc-Querschnitt von Gounods "Margarethe" mit Frick als Mephisto., nicht zu vergessen die alte Rusalka-Aufnahme von 1948 mit Frick als Wassermann .
    Sehr interessant ist auch eine eurodisc-Aufnahme vom Don Carlos mit Frick als König und Kurt Böhme als Großinquisitor. Leider sind die meisten dieser Aufnahmen nur Querschnitte, aber immerhin.
    Es gibt noch eine ganze Menge anderer Aufnahmen von Frick, die heute kaum noch bekannt sind. Wie gut wäre in der Frick-Biographie von Klaus Günther eine ausführliche Diskographie....

    Zum Thema "Donizetti auf deutsch" fallen mir noch zwei Aufnahmen der Lucia ein, die auch wieder im Handel erhältlich sein sollten.
    Ein ehemaliger Emi-Querschnitt mit Erika Köth, die ja nach dem Krieg wohl die einzige Sängerin war, die an großen Bühnen als deutsch singende Lucia auftrat. Neben ihr Josef Metternich, Hertha Töpper und Gottlob, auch Rudolf Schock ist zu hören, aber nur im Sextett. Viele haben die Köth mit Maria Callas verglichen - da reicht sie nicht ran, aber im deutschsprachigen Raum war sie das Nonplusultra in dieser Partie.


    Ein anderer Querschnitt (jetzt fehlt mir das Label) bringt die Niederländerin Anny van de Kruyswyk als Lucia. Hier singt auch der eher vergessene Alfons Fügel mit, ein immerhin solider Edgardo. Die Kruyswyk verwechselt allerdings die Wahnsinnsarie von der Darstellung her mit dem Frühlingsstimmenwalzer, sie ist technisch perfekt, klingt aber viel zu gesund und vor allem zu fröhlich für die Partie.

    Bei einem Aufenthalt in St. Petersburg entdeckte ich vor einigen Jahren einen Live-Lohengrin von den Bayreuther Festspielen 1967:
    Sandor Konya als Lohengrin
    Heather Harper als Elsa
    Karl Ridderbusch als König
    Grace Hoffman als Ortrud
    Thomas Tipton als Heerrufer
    und meiner Meinung der beste in diesem hervorragenden Ensemble:Donald McIntyre als Telramund.
    Dirigent: Rudolf Kempe


    Gleichzeitig "erwischte" ich eine etwa gleich alte Aufnahme des Tannhäuser aus Bayreuth:
    Jess Thomas als Tannhäuser
    Hermann Prey als Wolfram
    Anja Silja als Elisabeth
    Tugomir Franc als Landgraf
    Berit Lindholm als Venus


    Es handelt sich um sehr gute Einspielungen.
    Sind diese Aufnahmen bei deutschen Labels erschienen?

    Neben den schon genannten Partien aus der Oper hier noch ein paar andere, die Anneliese Rothenberger aufgenommen hat und die heute immer noch oder wieder erhältlich sind:
    Gretel in Hänsel und Gretel
    Micaela in Carmen
    Undine (sehr damenhaft) und Baronin im Wildschütz
    Norina in Don Pasquale
    Liú in Turandot
    Eurydike (Gluck)
    Mimi in Bohéme
    Martha im Evangelimann
    alles alte Emi-Aufnahmen


    Einige ältere Aufnahmen, in denen sie noch sehr jung ist:
    Margiana in Barbier von Bagdad
    Fedor in Boris Godunow
    Elfe in Christelflein (Pfitzner)


    Auch viele der alten Operetteneinspielungen aus den 50er Jahren sind jetzt wieder greifbar, bei Emi war sie ja dann als Operettendiva Haussängerin, leider zul lange, wie ihre enttäuschende Aufnahme des Gasparone (ca. 1982) zeigt.


    Bemerkenswert sind auch die zahlreichen Rezitals mit alten Aufnahmen aus den 50er Jahren, da sind in den Archiven - wohl vor allem des NDR/NWDR noch einige Ausgrabungen zu erwarten.
    Die werden das in den 70er und 80er Jahren stark verlästerte Image der Rothenberger als "zuckersüße Operettenomi", die sie nicht war, hoffentlich wieder dahin bewegen, wohin sie gehört: nämlich in die erste Reihe der großen Nachkriegssängerinnen

    Beim "Postillon von Lonjumeau" ist der deutsch gesungene Querschnitt von Emi die absolut beste Aufnahme. Nicolai Gedda ist als Postillon schlichtweg brillant, und Ruth Margret Pütz ist ihm eine ebenbürtige und koloraturensichere Partnerin, die auch die französische Konkurrenz aussticht. Leider nur als Quer erschienen, aber ein Muß für jeden Freund der opera comique

    Hallo,
    mittlerweile ist eine französisch gesungene Aufnahme der "Carmen" mit Christa Ludwig, James King, Eberhard Wächter und Jeannette Pilou, Dirigat Lorin Maazel aus der Wiener Staatsoper wiederveröffentlicht worden. Das Label ist Orfeo d'Or - Wiener Staatsoper live.


    Die deutsche Aufnahme war vor 35 Jahren meine erste französische Oper überhaupt, damals als Querschnitt. Ein paar Jahre später habe ich mir die Gesamtaufnahme zugelegt, die aber einen Wermutstropfen hatte, den sehr faden und eindimensionalen Iwan Rebroff als Zuniga. Ansonsten immer noch eine meiner Lieblingsaufnahmen der "Carmen".
    :yes:

    Von Peter Schreier und Theo Adam spricht heute noch jeder. Aber mir fällt in diesem Zusammenhang auch eine - leider kurz vor der Wende verstorbene - bedeutende Sängerin der DDR ein: Annelies Burmeister.
    Sie war durchaus international bekannt, vor allem durch ihre grandiose Fricka bei den Bayreuther Festspielen (unter Karl Böhm, neben Adam, Windgassen und Nilsson). Großartig ist sie auch als Haushälterin in einer Emi-Aufnahme von Straußs "Schweigsame Frau". Eine besonders eindrucksvolle Einspielung ist ihre Arie der Hexe Jezibaba in einem - leider ziemlich vergessenen - Querschnitt von Dvoraks "Rusalka", auch an der Seite von Theo Adam. In Rollen wie Marzelline (Figaro und Barbier), Witwe Browe, Mary, Ciesca in Gianni Schicchi und in Einspielungen von Dessau-Opern sollte sie ebenfalls in Erinnerung geblieben sein. Ein Mißgriff ist leider ihre Interpretation der Dorabella in einer Suitner-Aufnahme von "Cosi". Das war denn ihr Fach nicht.