Dann werde ich auch mal meine Liste los - teils ist sie inspiriert von Aufnahmen, teils von Konzerterfahrungen...
1) aktuell: Gil Shaham! Ich kenne keinen anderen Geiger, der seinem Ton auch nur entfernt nah kommt. Insbesondere seine Einspielung des Tschaikowskij-Konzertes, aber auch die Wieniawski-Konzerte (er ist einer der wenigen, bei denen diese Konzert nach mehr als Technikübungen klingen). Ich weiß natürlich, dass dieser unglaubliche Schmelz teilweise dem Instrument geschuldet ist - auch darf man nicht vergessen, dass die Aufnahmetechnik zu Zeiten eines Oistrach oder Heifetz nicht so gut war, ihr Klang also nicht hundertprozent bekannt ist. Trotzdem: aktuell könnte ich in Shahams Aufnahmen (und Live-erlebnissen) baden!
2) Midori mit dem Sibelius-Konzert (Livekonzert). Selten habe das Konzert so rauh und doch so eindringlich erlebt...
3) Pinchas Zuckerman. Eigentlich fast alle Aufnahmen, die ich kenne, in Erinnerung geblieben ist er mir vor allem wegen seiner Aufnahme der Mozart-Konzerte. Sehr geigerisch, fast romantisch...
4) Für mich die beste Einspielung der Violinsonaten von Brahms: Augustin Dumay (mit der unglaublichen Maria João Pires am Klavier).
5) Jascha Heifetz: v.a. die Partiten und Sonaten für Violine solo. Da schimmert fast etwas teuflisches Genie durch die Komposition - heute traut sich niemand mehr, so frei (und doch so musikalisch!) zu spielen.
6) Meine persönliche Paganini-Erweckung: Viktor Pikaizen (bei einem Konzert, die Aufnahme kenne ich (noch) nicht). Das erste Mal im Leben klangen diese Teufelsteile nach Musik.
7) Maxim Vengerov: v.a. die Aufnahme der Schostakowitsch-Konzerte.
Ansonsten natürlich die übliche Verdächtigen, vor allem Oistrach und Perlman. Wen ich dagegen überhaupt nicht leiden kann, ist Kremer - weder spieltechnisch noch interpretatorisch!
Liebe Grüße,
Lucia