Beiträge von Dr. Pingel

    Rikadla - Kinderreime (Janacek)


    Dieses zauberhafte kleine Stück von Janacek ist so gut wie unbekannt. Die Besetzung: Chor, Klavier, Klarinette (wahlweise Bratsche; in unserer Aufführung wurde Bratsche gespielt; Klarinette ist aber schöner).

    Es gibt hier bei YT zwei Aufnahmen, eine englische (hier zitiert) und eine flämische (um einige Instrumente erweitert). Beide sind sehr gut. Wir haben damals eine deutsche Übersetzung gesungen. Die Texte interessieren hier nicht so, es sind halt einfache Kinderreime, wie etwa das letzte Lied: "Sitzt der Bär auf einem Baume, macht sich neue Hosen...". Der Zyklus ist nicht leicht zu singen, weil oft das Tempo sehr hoch ist; dazu muss man sich als Sänger an die lakonische Kompositionsart Janaceks gewöhnen. Dazu werden einige Soli verlangt, die aber von Solisten eines Vokalensembles leicht zu bewältigen sind. Ich selber habe mit einem Tenorkollegen ein Solo gehabt und habe dabei den einzigen Patzer gemacht, der auch dokumentiert ist. Ich habe eine neue Zeile gesungen, aber die vorige musste erst wiederholt werden. Aber solche Dinge werden auch in einem guten Chor nicht dramatisiert, weil es selten ist und jedem passieren kann.


    74. Flugverbot


    Die im Thema "Musiktheater im Revier" zitierte Sängerin der Dido in Purcells Oper ("When I am laid in earth") ist niemand anderes als die Mutter von - Greta Thunberg. Diese hat ihre Mutter dazu gebracht, nicht mehr zu fliegen, was die Karriere der Mutter damit auf Europa beschränkt.

    Dido und Aeneas - Purcell


    Diese einzige "richtige" Oper von Purcell schildert die Liebe von Aeneas und Dido in Karthago. Aeneas ist der einzige Überlebende von Troja; auf seinen langen Irrfahrten kommt er nach Karthago, wo sich Aeneas und Dido ineinander verlieben. Auf Befehl der Götter verlässt Aeneas Dido und segelt nach Rom, um diese Stadt zu gründen. Vom Meer aus sieht er den Scheiterhaufen brennen, in dem Dido liegt, nachdem sie sich mit einem Schwert, einem Geschenk des Aeneas, selbst getötet hat. Diese Geschichte beruht vor allem auf der Aeneis des Vergil, die man auch als Gründungssage der Stadt Rom verstehen kann.

    In Henry Purcells Oper, vor allem in der hier zitierten Aufnahme, vergiftet sich Dido. Ihr Todesgesang ist eine der ergreifendsten Klagen in der Alten Musik: When I am laid in Earth.

    Bei YouTube finden sich besonders viele Aufnahmen mit Andreas Scholl. Hier habe ich aber als Dido keinen Counter im Kopf, sondern eine Sopranistin. Emma Kirkby singt die Arie sehr schön, aber eigentlich zu schön. Daher habe ich eine reale Darstellung aus einer abgefilmten Oper gewählt.

    Es singt Malena Ernman oder Emman (es gibt beide Schreibweisen). Mit dieser Sängerin hat es eine bestimmte Bewandtnis, die ihr hier im Schreibtisch unter den "Miniaturen" nachlesen könnt (Nr. 74).



    Meine Lieblingsoper des Dido-Stoffs ist übrigens Cavallis "La Didone", in der sich Dido nicht umbringt, denn man war damals auf ein "lieto fine" aus. Sie heiratet einen König.

    I

    Die abschließende "Romantische" von Bruckner war für mich enttäuschend. Nach meiner persönlichen Meinung war der Ton extrem "trocken", direkt im Gegensatz zum extremen Nachhall z.B. in der Dresdener Frauenkirche. Oder es lag einfach an der Übertragung und der Tontechnik. Bei mir kam kein Gefühl für die wunderbare Musik auf, und das kann doch nicht an den Wiener Philharmonikern und auch nicht an Thielemann gelegen haben. Dazu sind diese viel zu gut. Oder es lag an meinen Hörgewohnheiten.


    La Roche

    Das habe ich genauso empfunden. Skurril war, dass der aktuelle Klang trocken, um nicht zu sagen "stumpf" war, sondern dass die Schlüsse dann doch langen Nachhall hatten. Auch die beim Bruckner so wunderbaren Bläsersätze zeigten nicht die Wirkung, sie sonst haben, bestimmt bei den Wiener Philharmonikern

    72. Lionel Messi wird spät eingewechselt


    Alle behaupten ja, dass Messi zu Paris S.G. gegangen ist. Das stimmt nicht, denn dort spielt ein Doppelgänger von ihm. Der echte Messi singt jetzt bei "Vox Luminis", hier das Lied "Ah, Robin" von William Cornish. Er ist der Kleine mit dem hellen Anorak.



    Der Leiter von Vox Luminis, Lionel Meunier, spielt in seiner Freizeit bei Borussia Dortmund. Er ist doppelt so groß wie Messi, hier singt er nicht.

    Am 7.11. 2021 (17.00) singt Vox Luminis ein Programm mit englischer Musik im Konzerthaus Dortmund. Das Photo in der Vorschau zeigt ein größeres Ensemble, Lionel Meunier ist zu sehen. Ob Messi dabei ist, lässt sich aus dem Photo nicht herauslesen.

    Auffassung ist keiner der 3 Kandidat*innen :no: in der Lage, auch

    Lieber LaRoche, ich schätze dich sehr, aber mit Harald Schmidt habe ich mir geschworen, keine Texte zu lesen, die Gendersternchen verwenden. Das widerspricht auch deiner Ablehnung von korrekter Sprache. Gendersternchen sind auch ein Mittel des neuen Feminismus, wonach "Meine Frau" nicht mehr erlaubt ist.

    L´histoire du soldat (1917)


    Diese kleine Oper kenne ich schon lange, habe sie aber noch nie live gesehen, allerdings auch nicht auf irgendeinem Spielplan. 1917 war Strawinski in der Schweiz im Exil. Gemeinsam mit dem Dichter Ramuz plante er, mit einem kleinen Wandertheater durch die Schweiz zu ziehen, mit dem Text des Stückes von Ramuz. Aus diesem Plan wurde nichts, sodass Strawinski die Musik für andere Ensembles bearbeitete.

    Die Geschichte erzählt von einem Soldaten, der einen Pakt mit dem Teufel macht, indem er dem Teufel seine Geige gibt, dieser ihm ein Buch, das dem Soldaten zu Reichtum verhilft. Er ist aber ohne seine Geige nicht glücklich, bekommt sie auch wieder und heilt mit seinem Spiel die kranke Prinzessin, die er heiratet. Seine Heimat darf er nicht mehr betreten. Er tut es trotzdem, und der Teufel erwartet ihn schon. Wie es ausgeht, bleibt offen.

    Es gibt verschiedene Fassungen von diesem Werk.

    1. Kleine Oper: 7 Instrumente, Erzähler, 3 Darsteller (Soldat, Teufel, Prinzessin; sie ist eine Tänzerin)

    2. Kammermusik: 7 Instrumente, ein Erzähler

    3. Eine reine Suite für Geige, Klarinette und Klavier.


    Bei YouTube gibt es von allen Fassungen endlos viele Aufnahmen. Ich habe mich für eine holländische Fassung entschieden (Sprache niederländisch), weil sie musikalisch ein hohes Niveau hat, nicht zuletzt durch Janine Jansen (Violine).


    Lieber Apollon, kennst du eigentlich die ganze Oper? Da ist genau soviel tolle Musik drin wie in der Suite (die eine Konzertfassung von drei Vorspielen ist). Ich empfehle die Aufnahme von Rafael Kubelik mit Fischer-Dieskau. Unvergleichlich auch die Gestaltung der Regina durch Ursula Koszut.

    Ich sehe gerade, dass du die Gesamtaufnahme aus Köln hast. Die ist sehr gut, aber Kubelik ist noch besser (natürlich subjektiv).

    Ich habe mir auch lieber. so wie Rodolfo, "The Last Night of the Proms" angesehen. Das war doch ein Spektakel! Ich war leider nicht so textsicher wie die 2.500 gutgelaunten Briten, sonst hätte ich alles mitgesungen. In Deutschland wäre alles begraben worden unter dem stumpfsinnigen Mitgeklatsche, was hierzulande Begeisterung simuliert.

    71. Huste, Violetta, huste!


    Im allgemeinen Teil gibt es ein paar Besprechungen der Traviata aus Verona. Ich habe diese Oper öfter gesehen, allerdings nicht in letzter Zeit. Vor vielen Jahren wurde sie in Gelsenkirchen gezeigt, mit einer sehr jungen und sehr guten Hauptdarstellerin. Im dritten Akt (sie stirbt ja an der Schwindsucht) hatte ihr der Regisseur aufgetragen, ihren Zustand durch häufiges Husten anzuzeigen, was sie auch tat. Sie blieb aber nicht die einzige. Mit zunehmender Dauer pflanzte sich der Husten in den Zuschauerreihen fort, was die Musiker sehr irritierte. Schließlich endete es in einem befreienden Gelächter im ganzen Haus. Die Zuschauer stellten den Husten ein, Violetta auch; der ihr zukommende Tod war dann bronchialmäßig in Ordnung.

    Heute, 11.9.21, Last Night of the Proms


    Den "hässlichen Engländer" haben wir während der Fußball-EM ja zur Genüge kennengelernt. Aber es gibt auch das tolle englische Publikum, wie etwa in der Royal Albert Hall bei der Last Night of the Proms.Es singen erstklassige Solisten, die BBC-Singers und das BBC-Symphonieorchester. Die Musik bei den Last Night bietet am Schluss immer dieselben Highlights, eine Verherrlichung der englischen Seemacht. Heute bietet das, auch wegen des Brexit, keinen Grund mehr zur Furcht. Erstaunlich, wie klangschön und textsicher 2.500 Menschen zusammen singen können. Dafür fehlt eine Unart, für die man bei uns das Publikum aus dem Saal jagen möchte: das stumpfsinnige Mitklatschen.

    70. "Wer will alles Eis?" "Ich will alles Eis!"

    Ich sitze im italienischen Eissalon, umgeben von Buch (Falladas kleine Geschichten), Zigarre, Kaffee und Eisbecher. Eine 5köpfige Familie erscheint, Mutter und vier Töchter (wie die Orgelpfeifen), alle mit Rädern oder Skatern. Natürlich ist sofort der Bär los, aber es handelt sich durchweg um charmante Kinder. In kürzester Zeit sind die Kinder alle mit diversen Eisen bestückt. Da erscheint der Vater mit dem Rad. Die Kinder bestürmen ihn und er muss von jedem Eis probieren. Dann fährt er wieder los, nicht ohne mich anzugrinsen. Ich grinse zurück.

    69. Free Hugs


    Im Fernsehen lief eine erschütternde Reportage über NineEleven, und zwar aus der "Froschperspektive". Es handelte sich um private Aufnahmen von vielen Augenzeugen, die das Geschehen auf ihren Handys dokumentierten. Hier bekam man einmal mit, wie der Einsturz der Gebäude auf die Passanten gewirkt hatte. Aber auch unmittelbare Hilfe und Fürsorge war zu sehen. Auf einem Eimer stand ein hochgewachsener Mann mit einem Pappschild "Free Hugs" (kostenlose Umarmungen).

    68. Richard "Banksy" Wagner


    (Zwei Randnotizen aus der Biographie Wagners von Hans Gal)


    1. Als er (Wagner) in Bayreuth den Ring zur Aufführung brachte, war ihm der Maschinist so wichtig wie der Dirigent und er scheute weder Mühe noch Kosten, das Beste zu bekommen, was an Ausstattung zu haben war, nicht immer mit dem gewünschten Erfolg. Ein Teil des aus London bestellten Drachens für Siegfried, der stückweise befördert wurde, ging aus Versehen nach Beirut statt nach Bayreuth...


    2. (Er wünscht sich 10 000 Taler)

    "Könnte ich je über eine solche Summe verfügen, so würde ich Folgendes veranstalten: hier, wo ich nun gerade bin und wo manches gar nicht übel ist, würde ich auf einer schönen Wiese bei der Stadt von Brett und Balken ein rohes Theater nach meinen Plänen herstellen und lediglich bloß mit der Ausstattung an Dekorationen und Maschinen versehen lassen, die zur Aufführung des Siegfried nötig sind. Dann würde ich mir die geeignetsten Sänger, die irgendwie vorhanden wären, auswählen und auf sechs Wochen nach Zürich einladen; den Chor würde ich mir größtenteils hier aus Freiwilligen zu bilden suchen (hier sind herrliche Stimmen und kräftige, gesunde Menschen). So würde ich mir auch das Orchester zusammenladen. Von Neujahr gingen die Ausschreibungen und Einladungen an alle Freunde des musikalischen Dramas durch alle Zeitungen Deutschlands mit der Aufforderung zum Besuch des beabsichtigten dramatischen Musikfestes... Ist alles in gehöriger Ordnung, so lasse ich drei Aufführungen stattfinden: nach der dritten wird das Theater eingerissen und meine Partitur verbrannt..."

    Buxtehude - Klaglied auf den Tod des Vaters - Muss der Tod denn auch entbinden...


    Eines der ergreifendsten Klagelieder der Alten Musik, eindringlich gesungen von Andreas Scholl.

    Noten und Text kann man mitlesen.


    Nachtrag zu Toscas und Don Giovannis Ende.

    Hans Gal beschreibt in seinem Wagner-Buch, wie dieses Problem des lautlosen Verendens schon bei Wagner ein Problem war.

    Gal: "Tragische Heldinnen älteren Stils mögen sich allenfalls in den Wahnsinn flüchten. Es ist weniger umständlich, sie einfach aus Kummer sterben zu lassen.... Nestroy hat eine Lohengrin-Parodie geschrieben... Dort lässt er Elsa mit den Worten sterben: Ich stirb von selbst, i brauch kein' Dolch."

    Palestrina "Sicut lilium inter spinas"


    Das ist eine meiner Lieblingsmotetten von Palestrina, die ich nie habe singen können. Vergleicht man Palestrina mit Josquin, so ist deutlich, dass Palestrina einfacher schreibt und für Tenöre wie mich dann auch einfacher zu singen ist. Wie ich schon öfter gesagt habe, ist Polyphonie im Stile Palestrinas für trainierte Sänger nicht so schwer, wie man denken mag. Da jede Stimme selbstständig ist, gilt vor allem eins: man darf nicht rauskommen.

    Der Text dieser Motette ist aus dem Hohen Lied (Canticum canticorum, Kap.2). Der lateinische Text steht unter den Noten, deutsch heißt es:

    2 Wie eine Rose unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Mädchen.

    3 Wie ein Apfelbaum unter wilden Bäumen, so ist mein Freund unter den Männern. Ich sitze im Schatten des, den ich begehre und seine Frucht ist meiner Kehle süß.

    Es singen The Sixteen.


    Übrigens haben wir hier ein Beispiel dafür, wie im Hebräischen gereimt wird. Wir reimen nach Klang: Herz und Schmerz (irgendwo bei Heine gibt es einen Reim auf Mensch, ich weiß aber nicht mehr, wo!). Im Englischen gibt es Augenreime, wo die Wörter gleich geschrieben, aber verschieden ausgesprochen werden. Im Hebräischen wird inhaltlich gereimt, wie hier.

    Rose/Mädchen : Dornen/die anderen Mädchen.

    Apfelbaum/wilde Bäume : Geliebter/die anderen Männer.



    Colette Lorand und Teresa Zylis-Gara (beide gestorben, aber beide über 90!) waren meine Lieblingssopranistinnen im dramatischen Fach in Düsseldorf (über Brigitte Dürrler im lyrischen Fach habe ich woanders geschrieben, sie lebt noch und ist Professorin). Rachel Yakar lebt auch noch als Professorin, in Frankreich, und Marlis Petersen ist ja auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Demnächst kommt mehr über die Deutsche Oper am Rhein, wenn ich die alten Programme gefunden habe, dann in meinem Schreibtisch unter dem Titel " Ursula Brüll, Brunhilde Bremser..."; das waren nämlich die beiden Souffleusen der Oper!

    44 zählt zu meinen absoluten Top-Sinfonien, auch über Haydn hinaus. Ich denke sowieso, dass die 40er (Sturm und Drang) zu den besten Sinfonien Haydns überhaupt gehören; vorzugsweise mit alten Instrumenten, diese Einschränkung gilt bei mir immer. Allerdings mit Ausnahmen: wenn Dirigenten, die sich mit Alter Musik auskennen, ein normales Sinfonieorchester dirigieren, kann das Ergebnis sehr gut sein. In meinem Schreibtisch (HörBar) habe ich die exzellente Aufnahme von 44 mit dem Bayrischen Sinfonieorchester unter John Eliot Gardiner vorgestellt.

    Murray Schafer (*1933, + 14.8.2021) Epitaph for Moonlight

    (Neufassung eines Beitrages vom 3.5.2015)



    "Epitaph for Moonlight" gibt es bei Amazon, aber nur die Notenausgabe. Einige Aufnahmen lassen sich bei YouTube finden. Ein verrücktes Stück, mit graphischen Ausführungszeichen und ein paar Noten. Das Stück lässt viel Raum für freie Entfaltung. In einem meiner früheren Chöre haben wir das aufgeführt, und zwar im berühmten Gasometer in Oberhausen, ein 100 m hohes Gebäude mit 45 sec. Nachhall. Ich habe eine Kopie dieser Aufnahme, ansonsten gibt es das vorzüglichen Aufnahmen bei YT.. So gut war unsere Aufführung lange nicht, wir haben nicht immer die Töne getroffen, die der Komponist vorgesehen hat. Ich selber habe zu laut gebellt (das Bellen war Vorschrift, die Laustärke sollte eher moderat sein).

    Die Noten, die sich bei YT finden, sind geschützt, daher kann ich sie hier nicht zitieren. Man kann sie aber direkt anklicken, sogar in Schafers eigener Handschrift. Daher zitiere ich einen anderen Chor.


    Das zweite Stück ist "Tristan and Iseuld" in einer englischen Übersetzung, geschrieben auf ein Jubiläum der King´s Singers; erstmals aufgeführt in der Universität von Ann Arbor (Mich.). Es besticht durch seine Einfachheit. Besonders schön ist die Imitation der Wellen des Meeres. Die King´s Singers haben das in Köln aufgeführt bei einem Konzert, das der WDR mitgeschnitten hat. Das Verrückte: ich bin einer der wenigen, die davon noch eine Kopie haben. Der WDR hat keine Kopie mehr (ich habe nachgefragt, weil die Qualität meiner Aufnahme nicht so gut ist), im Handel ist es auch nicht.



    Believe it or not, your 185-million-greats-grandfather was - a fish (Richard Dawkins)


    Wir, die CamerataMadrigale Oberhausen, werden am Montag wieder beginnen, natürlich nach der 3G-Regel und mit Mundschutz, der zum Singen abgenommen wird.

    Wir waren und sind ein Chor immer mit Anbindung an eine kirchliche Gemeinde, die uns den Probenraum kostenlos zur Verfügung stellt. Wir revanchieren uns dafür mit einem Konzert. Wir zahlen keinen Mitgliedsbeitrag, ab und zu gibt es ein Konzert, das Eintritt kostet. Davon werden dann neue Noten gekauft oder es gibt ein kleines Fest. Unser Dirigent, der pensionierte Kirchenmusiker des Xantener Doms, Wolfgang Schwering, betrachtet diesen Chor als sein Hobby und wird nicht bezahlt (in der Eisenbahnersprache könnte man sagen: wir sind sein ICE).

    Ich möchte noch einmal klarstellen, dass meine Kritik an Karajan eine rein ästhetische war und eigentlich auch mehr Unlust; also bitte eine Etage tiefer hängen! Ich habe eine Reihe von CD-Aufnahmen von ihm, die sehr gut sind, z.T. überragend, z.B. die Neunte, Satz 2, und die Rheinische, Satz 4. Ich glaube, dass ich bei der Beurteilung von Dirigaten immer auch geprägt bin von meinen Chordirigenten, von denen ich einige verschiedener "Bauart" hatte. Da war so gut wie immer Präzision (Töne, Dynamik, Tempo). Die großen Emotionen gab es dann für alle gemeinsam, z.B. in der Johannespassion die "Kreuzige"-Chöre und der Schlusschor "Ruhet wohl, ihr heiligen Gebeine". Unter Masur oder Thielemann hätte ich nie singen können.

    Ich sag es nochmal: gibt es einen größeren Exzentriker und Selbstdarsteller als Karajan? Konkret heißt das, dass ich keine Musik (Opern ausgenommen) am Bildschirm ansehen kann, wo ich 75% der Einstellungen auf sein dauerverzücktes Gesicht ertragen muss. Heute ist die Fernsehregie weiter, da werden mehr die Instrumente gezeigt, die gerade dran sind.