Beiträge von Dr. Pingel

    Fantasia on a Theme by Thomas Tallis - Philharmonia Orchestra London


    Ich glaube, jeder von uns kennt das: man hört ein gut bekanntes Stück, ob live oder auf Datenträger, und ist wie elektrisiert, weil es in diesem Moment in einer kaum vorstellbaren Perfektion gespielt wird und Sinne und Herz gleichermaßen begeistert. Eine solche Aufnahme stelle ich hier vor. Der Raum ist grandios, die Musiker sitzen weit auseinander, es ist still und feierlich. Dazu hat die Aufnahme eine visuelle Qualität, die man kaum übertreffen kann. Die Soli werden hier nicht von einem sonst selbstständigen Quartett gespielt. sondern von Orchestermitgliedern, unter denen die Bratsche mit traumhaften Soli hervorragt (z.B. Minute7). Der Bildregisseur stellt sie von Anfang an immer wieder einzeln vor, damit man sie erkennt, wenn sie ihre Soli haben. In diesem Falle empfehle ich, die Aufnahme selbst bei YT zu suchen und dort vor allem auch die Kommentare zu lesen, die sch alle von der Musik haben inspirieren lassen.


    Ralph Vaughan Williams - Fantasia on a Theme by Thomas Tallis (1910)


    Ein herausragendes Stück englischer Komponisten; geschrieben für 2 Streichorchester und Solo-Quartett.

    Ich gebe hier das Stück in einer Aufnahme mit dem BBC-Orchester unter Andrew Davis wieder. Meisterhaft spielt Williams hier mit den beiden Orchestern und dem Solo-Quartett. Ich kenne solche Kompositionen aus der Chormusik, wo Gabrieli anfing, in San Marco die Chöre aufzuteilen. Der Reiz liegt darin, dass die beiden Orchester und die Solisten zeitweise alleine spielen und sich dann wieder zu einem großen Klang vereinen. Heinrich Schütz hat in seinen Kompositionen für 2 Chöre auch so gearbeitet; ein schönes Beispiel ist der zweite (von drei) Teilen seiner Musikalischen Exequien (Herr, wenn ich nur dich habe).

    Bemerkenswert ist in der Komposition der Einsatz einer Solobratsche, dann kommen Solovioline und die anderen Solisten dazu. Aus vielen Beiträgen hier weiß ich, dass die Taminos den Klang der Bratsche sehr lieben und finden, dass es davon zu wenige Soli gibt.

    In dieser Aufnahme wird die Partitur mitgezeigt. Partiturenlesen muss ein Höllenjob sein, aber für einen Laien wie mich zeigt die Partitur immerhin, welche Musiker gerade im Einsatz sind.



    Dieser Beitrag entspricht nicht dem Thema (20.Jh.), aber erinnert daran, dass große Teile der Alten Musik höfische Musik war.

    Als Beispiel Ercole amante von Cavalli. Von Kardinal Mazarin in Auftrag gegeben für die Hochzeit von Louis XIV und der spanischen Infantin Maria Theresia (9.6.1660), aber erst 2 Jahre später aufgeführt, mit Balletten von Lully, in denen Ludwig auch tanzte.


    Es ist mit Büchern genau so. Ich habe nie erwogen, mir einen Apparat für digitale Bücher anzuschaffen. Das Haptische! So sind wir Älteren sozialisiert. Bei den CDs will ich auch das booklet haben und über das Werk und die Interpreten lesen. Längere Texte lese ich nie am Computer, sondern drucke sie mir aus. Einer der Gründe ist natürlich, dass auf meinem Stehpult für den PC das Glas Wein doch sehr ungeschützt steht (und ich selber unbequem). Einer der Gründe, warum der Computer auf einem Stehpult steht, ist der, dass ich nach einer gewissen Zeit (30´) den Computer wieder in Ruhe lassen muss.

    Bei meiner Lektüre von "These Truths" (Geschichte der USA) von Jill Lepore bin ich jetzt bei Kennedy angekommen. Eine Erkenntnis zieht sich durch die amerikanische Geschichte: ob München 1938, ob Japan, ob Hitler, ob Chrustschow (Kuba-Krise).

    "Du kannst einen Tiger nicht zähmen, indem du ihn streichelst." Also, Appeasement führt nur zu mehr Krieg. Im zivilen Leben ist es wie mit einem Erpresser; er wird durch Zahlung nicht besänftigt, sondern denkt: "Da ist noch mehr!"

    Ich habe ein einfaches selbstgestricktes System. Die zu verarbeitenden Daten sind CDs, DVDs, Noten und Bücher. Ich habe die Musikgeschichte in Oberkategorien eingeteilt: 1. Ars nova 2. Vokalpolyphonie 3. Renaissance (ich weiß, dass das unwissenschaftlich ist, aber ich habe es mir so angewöhnt. Daher hierzu bitte keine Kommentare!) 4. Barock 5. Klassik 6. Romantik 7. Klassische Moderne 8. Moderne 9. Sampler.

    Innerhalb der Kategorien werden die Komponisten alphabetisch angeordnet. Innerhalb der Komponisten-Datei gibt es dann Downloads oder digitalisierte CDs, mit denen dann die Musik direkt zugänglich ist. Daneben gibt es eine excel-Datei, die alle Informationen zu dem Komponisten enthält, also CDs, DVDs, Noten, Bücher. Eine solche Tabelle lässt sortieren, erweitern und löschen bequem zu.

    Meine kostbarsten Musiken werden zusätzlich auf einem stick konserviert, das sind aber nur wenige. Inzwischen bin ich auch dabei, Musik auszusortieren. Einzelne CDs deponiere ich in einem der Büchertürme, die wir hier haben. Dort kann jeder Bücher einstellen und rausnehmen, wie er gerade will. Die CDs, die ich bisher dort abgelegt habe, sind alle weg. Ab und zu habe ich eine größere Anzahl von CDs, die weg soll. Die schicke ich anonym an die Stadtbücherei Essen, die eine große Musiksammlung hat. Die können sie dann einstellen, verkaufen oder wegwerfen.

    Ich bin übrigens kein Sammler, sondern eher Hörer. Daher habe ich mir angewöhnt, viele Werke nicht mehr zu sammeln und auch nicht aufzunehmen. Das sind die klassischen Werke, die man oft gehört hat, also Brahms, Beethoven, Bruckner, Mozart, Mahler usw. Diese Werke sind ja immer in Hülle und Fülle verfügbar. Natürlich gibt es Ausnahmen, die ich dann doppelt habe, also etwa die 4. von Schumann mit Furtwängler oder den Don Giovanni von Klemperer. Hier ist dann die Interpretation das Merkmal, dieses Stück zu behalten. Bei Anschaffung im Bereich der Alten Musik informiere ich mich über die Qualität zunächst bei YouTube.

    Reue ist immer gut, daher ermäßige ich die 1000 auf 10 Jahre. In dieser Zeit ziehen wir uns alles von Tenebrae und Voces 8 rein. Zwischendurch lassen wir uns vom Dienstmann Alois ("Ein Münchner im Himmel") mit bayrischem Bier versorgen.

    Wieso habe ich davon nix erfahren? Das, lieber Michael, gibt 1000 Jahre mehr im Fegefeuer. Du wirst dort übrigens eine Menge Taminos treffen, mich eingeschlossen (Oscar Wilde: Ich will nicht in den Himmel, keiner meiner Freunde ist dort!).

    Words (6)

    kidult eine erwachsene Person, die sich nach wie vor an der Jugendkultur orientiert

    stage phoning der Versuch, Umstehende durch theatralisches Telefonieren zu beeindrucken. Gegenmittel wäre, sich in die Nähe zu begeben und ein fiktives Telefongespräch zu führen, indem man den Lauten zitiert.

    zen mail eine E-Mail, die weder Text noch Anhänge enthält.

    earcon ist ein akustisches Markenzeichen in der Werbung (ear Ohr, icon Marke)

    banalysis triviale Analyse. Bei uns im Fußball zu 100% verbreitet

    orthorexia (orexia Appetiti) der Heißhunger nach Biokost

    wife acceptance factor der Faktor, der die Frau zur Anschaffung technischer Geräte überzeugt (meist die Farbe)

    crazy, nuts, doolally, round the bend, cuckoo, bananas, crazy, screwy, loony schlecht drauf

    42 Kilometer Beethoven


    Vor Jahren hat Barrie Kosky in Berlin unter dem Titel "Monteverdissimo" alle drei erhaltenen Monteverdi-Opern an einem Tag aufgeführt. Schon beim schnellen Vorlauf hatte ich registriert, dass das nur durch Verzicht auf Qualität ging.

    Nun gibt es einen neuen Anlauf. In Dortmund erklingen am 19. Juni ab 10.00 im Konzerthaus Dortmund alle Beethoven-Sinfonien an einem Tag (Beethoven-Marathon"). Einzelkarten 19€, alle Sinfonien für 82, 35. Über Verpflegung oder Feldbetten wurde nichts bekannt. Lars von der Gönna hatte im Interview die berechtigte Frage gestellt "Sind sie verrückt, Herr Feltz?" Feltz nannte als Ziel, dass sich seine beiden Orchester, Belgrad und Dortmund, besser kennenlernen sollten. Beide Orchester spielen abwechselnd, Feltz dirigiert alle ("Ich bin der Feltz in der Brandung" hat er bestimmt nicht gesagt). Unter anderem hat er sich durch Joggen ("ich war ein guter Sprinter") vorbereitet, trainiert von einer sehr guten Mittelstrecklerin, Jana Hartmann. Sie hat ihm vor allem eine ökonomischere Armhaltung beigebracht. In der 9. singen wollte sie allerdings nicht. Unbestätigten Gerüchten zufolge sollte Zeus Alfred als Krone der Veranstaltung aus Wien eingeflogen werden, um die 10. zu dirigieren.

    Ein letzte Frage bleibt: warum findet dieses Event nicht vor 80.000 Zuschauern in der BVB-Arena statt?

    Für die Zukunft könnte man sich dieses vorstellen: im BVB-Stadion wechseln Fußball und Sinfonien ab, dazu befinden sich auf dem Gelände 300 Bratwurststände und 500 Bierstände. Für Fußball, Sinfonien, Bratwürste und Bier bekommen die Zuschauer Stimmzettel, mit denen dann die jeweils besten ermittelt werden und danach der Gesamtbeste. Politiker sollten erst auch als Kategorie dabei sein, das kam aber nicht zustande.

    91. Potemkinscher Bahnhof für die Queen


    Im Moment wird zum Anlass des 70jährigen Thronjubiläums der Queen alles herausgeholt, was es an filmischen Zeugnissen gibt.

    Im Jahre 1965 gab es einen spektakulären Besuch in Deutschland, in NRW, besonders in Düsseldorf. Jeder hier weiß, dass Holger und ich im Schlossgymnasium (in einem der Seitenbauten, in dem früher die 1PS-Fahrzeuge untergebracht waren). zur Schule gegangen sind. Für mich gibt es keine Gedenktafel, bei Holger bin ich mir nicht sicher.:untertauch:

    Ganz Benrath war festlich geschmückt. Ich elbst war nicht da, aber bei früheren Staatsbesuchen in Benrath wurden wir mit Fähnchen an die Straße gestellt. So durfte ich dem äthiopischen Kaiser Haile Selassie zuwinken (vielleicht ist ja der Fußballer Gebre Selassie, der bei Werder Bremen gespielt hat, ein Nachfahre).

    Die Queen und Prince Philip kamen aus Köln mit der Bahn. Der Zug hielt im Benrather Bahnhof. Man hatte den schäbigen Bahnhof schön angestrichen, aber nur die Teile, die die Queen sehen konnte. Die Vermutung, dass hier eine russische Crew am Werke war, ist nur ein Gerücht.

    90. In vollen Zügen genießen - das 9€-Ticket


    Vor einiger Zeit gab es in einer indischen Stadt eine verheerende Rattenplage. Die Stadt erließ daraufhin eine Verfügung, dass man tote Ratten gegen einen kleinen Obolus abliefern sollte. Die Sache war erfolgreich, aber nicht im gewünschten Sinne. Die Leute begannen, Ratten zu züchten. Schlaue Soziologen (und es gibt nur schlaue) nennen das Kontraproduktivität, das bedeutet, dass eine bestimmte Sache an ihrem Erfolg scheitert.

    Der offizielle Sinn des 9€-Tickets ist der, dass man den Menschen die Schönheit, Bequemlichkeit und Sicherheit des ÖPNV nahebringt. Was aber lernen die Menschen in Wirklichkeit?

    1. Sie lernen, dass die Bahn und der restliche ÖPNV unpünktlich, voll und unbequem sind, dass auch Anschlüsse reiner Zufall sind.

    2. Im September, wenn wieder normale Preise gelten, lernen sie, dass der ÖPNV unfassbar teuer ist.

    In meiner Heimatstadt Mülheim kostet ein Viererticket "nur" 11€. Damit kann ich ganze zwei Mal in die Innenstadt und zurück fahren. Also Deutschland oder Innenstadt.

    Ich muss mal wieder die Qualität der Orchester der Rhein-Ruhr-Schiene erwähnen. Das WDR-Orchester ist auch hier im Ruhrgebiet wohlbekannt, da es in jedem Jahr Gastkonzerte gibt. Hier habe ich eine kleine Geschichte erlebt, die in meinen Miniaturen ausführlicher erzählt wird. Ich bekam von einem kleinen, freundlichen Japaner an der Düsseldorfer Opernkasse eine Orchestersessel-Karte geschenkt für "L´enfant et les sortilèges" von Ravel. Wir unterhielten uns dann über "Das schlaue Füchslein". Plötzlich erkannte ich den Japaner. Es war Hiroshi Wakasugi, der dann im WDR eine Produktion von diesem Stück auf deutsch machte, mit der großartigen Helen Donath als Kind. Wakasugi freute sich total, dass ich ihn erkannt hatte.

    Überragende Orchester gibt es in Düsseldorf und Duisburg. Wobei ich finde, dass die Duisburger in der klassischen Moderne (etwa Prokofieff, Janacek, Mahler, vor allem Strauss) etwas versierter sind. Man kann das feststellen, wenn die Duisburger in Düsseldorf in der Oper spielen, weil die Düsseldorfer irgendwo zu Gast sind. An der Ruhrschiene haben wir dann die Essener, die Bochumer und die Dortmunder (hier ist Gabriel Feltz der Chef. Er plant, im Juni alle Beethoven-Sinfonien an einem Tag aufzuführen. Darüber woanders mehr). In der zweiten Reihe, aber durchaus mit Qualität, die Niederrheinischen Sinfoniker, die für die vereinten Opernhäuser von Krefeld und Mönchengladbach zuständig sind. Im Gelsenkirchener Musiktheater (mein Stammhaus, dort bin ich Fördermitglied) spielt die Neue Westfälische Philharmonie.

    In meinem Wiener Semester war ich jeden Tag in der Oper oder im Theater, aber auch jeden Tag im Kunstmuseum. Für Studenten war der Besuch der staatlichen Museen kostenlos. Seither habe ich einige Museen besucht; hier in Essen haben wir ja das Folkwangmuseum, in Düsseldorf das Museum des Landes NRW. Dabei bin ich ein reiner Augenmensch, der sich nicht viel mit den theoretischen Dimensionen befasst.

    Was will ich damit sagen?

    Ich finde die Kunstthemen hier richtig toll,:angel: vor allem, wenn sie so kompetent erklärt werden. Sie gehören auch unbedingt hierhin, weil wir ja auch ein Kulturforum sind. Also mehr davon...

    Sehr vorteilhaft ist es, dass ich die Bilder hier abspeichern kann. Ich verlege sie dann in meinen Screensaver, wo ich sie dann einzeln länger betrachten kann.

    18. Mai 2022 (August von Platen, 1796-1835)


    Tristan

    (nur die erste Strophe)

    Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,

    Ist dem Tode schon anheimgegeben,

    Wird für keinen Dienst auf Erden taugen,

    Und doch wird er vor dem Tode beben,

    Wer die Schönheit angeschaut mit Augen!


    Wer wüßte je das Leben recht zu fassen (Sonett)

    Wer wüßte je das Leben recht zu fassen,

    Wer hat die Hälfte nicht davon verloren

    Im Traum, im Fieber, im Gespräch mit Toren,

    In Liebesqual, im leeren Zeitverprassen?


    Ja der sogar, der ruhig und gelassen,

    Mit dem Bewußtsein, was er soll, geboren,

    Frühzeitig einen Lebensgang erkoren,

    Muß vor des Lebens Widerspruch erblassen.


    Denn jeder hofft doch, daß das Glück ihm lache,

    Allein das Glück, wenn´s wirklich kommt, ertragen,

    Ist keines Menschen, wäre Gottes Sache.


    Auch kommt es nie, wir wünschen bloß und wagen:

    Dem Schläfer fällt es nimmermehr vom Dache,

    Und auch der Läufer wird es nicht erjagen.


    Es liegt an eines Menschen Schmerz


    Es liegt an eines Menschen Schmerz, an eines Menschen Wunde nichts,

    Es kehrt an das, was Kranke quält, sich ewig der Gesunde nichts,

    Und wäre nicht das Leben kurz, das stets der Mensch vom Menschen erbt,

    So gäb´s Beklagenswerteres auf diesem weiten Runde nichts.

    Einförmig stellt Natur sich her, doch tausendförmig ist ihr Tod,

    Es fragt die Welt nach meinem Ziel, nach deiner letzten Stunde nichts.

    Und wer sich willig nicht ergibt dem ehrnen Lose, das ihm dräut,

    Der zürnt ins Grab sich rettungslos und fühlt in dessen Schlunde nichts.

    Dies wissen alle, doch vergißt es gerne jeder jeden Tag.

    So komme denn, in diesem Sinn, hinfort aus meinem Munde nichts!

    Vergeßt, daß euch die Welt betrügt, und daß ihr Wunsch nur Wünsche zeugt.

    Laßt eurer Liebe nichts entgehn, entschlüpfen eurer Kunde nichts!

    Es hoffe jeder, daß die Zeit ihm gebe, was sie keinem gab,

    Denn jeder sucht ein All zu sein und jeder ist im Grunde nichts.

    Mai 2022 (Fontane)


    Ich lese gerade die dritte Tour der Fontane-Romane, die im Gegensatz zu anderen literarischen Produkten ihren Reiz nicht eingebüßt haben.

    #Der Cognac, des Tees besserer Teil (Stechlin)

    #Verbebeln (sich der damaligen verfemten Sozialdemokratie von Bebel nähern) (Stechlin)

    #Was kann kein Mensch erzählen? Dass er gestorben ist (Vor dem Sturm)

    # Der Kult vor dem Goldenen Kalbe beständig wächst; lauter Jobber und die vornehme Welt obenan. Und dabei so heuchlerisch. Sie sagen "Christus" und meinen Kattun (Stechlin)

    #In den kleinen Städten gibt es immer hübsche Frauen, die die Hand im Muff haben, und wenn es sehr kalt ist, auch die Hand von ihrem Partner dazu. - Aber wo sind denn die richtigen Männer, die dazugehören? - Die sind in einem anderen Schlitten (Mathilde Möhring)

    #Ich wollte es vor den Frauen nicht ausspinnen. Sie dürfen nicht zu viel davon hören; gleich schwillt ihnen der Kamm. Denn alle wollen herrschen, und es freut sie, dass sie so viel Macht über uns haben. Darin sind sie sich alle gleich und in einer ewigen stillen Verschwörung gegen uns (Vor dem Sturm)

    #Die Musiker sind die boshaftesten Menschen. Meist denkt man, die Prediger und die Schauspieler seien die schlimmsten. Aber weit gefehlt. Die Musiker sind ihnen über. Und ganz besonders die, die die sogenannte heilige Musik machen (Stechlin)

    #Mama grüßt und küßt ihren Liebling, ich aber lege dir den Wunsch ans Herz, vergiß in der Fülle des Glücks, das dir zuteil wurde, nicht ganz deine, wie du weißt, auf ein bloßes Pflichtteil des Glücks gesetzte Victoire (Schach von Wuthenow)

    #Wie sich das alles erklärt, fragst Du und setztest hinzu: Du stündest vor einem Rätsel, das sich dir nicht lösen wolle. Meine liebe Lisette, wie lösen sich die Rätsel? Nie (Schach von Wuthenow)

    Das alte Sentenzen-Thema habe ich aufgegeben (siehe dort). Das neue Thema eröffnet mit zwei rasanten falschen Apostrophen, damit jeder weiß, was ihn hier erwartet, nämlich alles!

    Nein, das nicht. Es handelt sich um eine lange existierende literarische Gattung, nämlich das "Florilegium" (auch Anthologie oder Blütenlese). worin ein Sammler alles sammelt, was ihm an Texten gefällt oder was unter einem bestimmtem Thema versammelt wird, wobei natürlich die langweiligen Sachen auch immer bestens vertreten sind. Ein gutes Beispiel gibt es von Franz Hohler, eine Sammlung von literarischen Kurzgeschichten, die auf eine Seite passen. Beispiel: "Wettrennen, Pferde und Schildkröten. Wer siegte? Bei den Pferden siegte Nr. 3, bei den Schildkröten Nummer 7!"

    Sentenzen gibt es natürlich nach wie vor, aber in dieser Umgebung verlieren sie ihren Schrecken. Englische Texte müssen in diesem Kontext unübersetzt bleiben, sonst verlieren sie ihren Reiz.

    In den Florilegien gibt es oft eine Systematik, hier nicht. Dazu dienen sie, dem Publikum eine größere Literaturkenntnis vorzutäuschen. Hier auch.

    In der Musik gibt es das auch in Form einer Sammlung verschiedener musikalischer Werke.

    Manches wird nicht vollständig zitiert, etwa bei Gedichten, in denen dann die besonderen Stellen ausgewählt werden.

    Genug der Vorrede, lasst uns endlich Texte sehen.

    "Sentenzen" sind überall ein Dauerbrenner; in Katalogen, Büchern und Internetseiten wie hier. Es ist aber immer so, dass man sie gerne liest, aber von befolgen kann keine Rede sein. Diese Sentenz hier stimmt: "Mit guten Ratschlägen schlechte Laune verbreiten."

    Daher möchte ich dieses Thema schließen!

    Es gibt als Ersatz ein neues Thema, das sehr viel unterhaltsamer sein wird.

    Es wird heißen: Dr. Pingel´s Lese´buch.

    (Wenn man weiß, wie´s richtig geht, darf man auch falsche Apostrophe setzen)

    Meine Lieblingsserie - ich höre mich nicht nein sagen


    5 Semester Tübingen - davon 3 Sommersemester. Da hatten wir noch ein Studentenleben. Wenn man sich die Paukerei heute ansieht... Zu Tübingen unbedingt dazu gehörte der Stocherschein. Ein Kahn von 5m, eine Steuerstange von 3m, 20 Leute im Boot und der Lenker steht hinten auf einem Podest und steuert nur mit der langen Stange bzw. fällt ins Wasser. Der zweite Punkt: "Wir können alles, außer Hochdeutsch!" Das stimmt. Es gibt verschiedene Schwäbisch-Klassen. Die einfachen Leute: das versteht man nur, wenn man in Schwaben geboren ist. Der Mittelbau: das versteht man gut, aber nicht immer. Dann das Honoratiorenschwäbisch, so wie Winfried Kretschmann, das versteht man immer. Was will ich damit sagen? Es gibt eine wunderbare Serie - meine einzige - die auf SWR (Dienstag 22.00) läuft, und zwar jetzt schon 20 Jahre lang ohne Abnutzungserscheinungen. Es ist Hannes und der Bürgermeister.

    Einheitskulisse, nur 2 Personen, alle anderen Personen kommen indirekt vor, per Telefon. Dazu witzige Geschichten und brillante Dialoge; natürlich auch Slapstick. Grundkenntnisse im Schwäbischen sind allerdings erforderlich.

    Gesamturteil: Heidenei!

    Vor Jahren dirigierte Jonathan Darlington in Duisburg die Suite aus "Gloriana". Danach habe ich eine sehr gute Aufführung der Oper in Gelsenkirchen gesehen. Ich fand das Stück nicht schwach und habe schon öfter in die Mackerras-Aufnahme hineingehört.

    Inzwischen sind drei Jahre vergangen, ohne dass der Opernführer ergänzt wurde. Da ich irgendwo in meinem Archiv schon seit geraumer Zeit eine fertige Ausarbeitung zu dieser Oper Brittens habe, werde ich die, nachdem ich sie gefunden habe, in "Unbekannte Opern" posten.

    Ja, das ist gut, denn im Moment komme ich nicht dazu. Umso interessanter wird es für mich dann, wenn ich es bei dir nachlesen kann. Welche Aufnahme nimmst du? Ich kann meine im Moment nicht finden, es ist die von Mackerras.

    Schöne neue, meist musikalische, Scherze aus dem Internet


    YYYYYYYYY

    Das sind neun Ypsilons (Ypsilone?), Bestandteil eines "Buchtitel des Jahres", der den Preis des ungewöhnlichsten Buchtitel des Jahres gewann (2019?).

    Autor: Henrik Szanto

    Titel: Es hat 18 Buchstaben und 9 davon sind Ypsilons.


    Planung


    Im Kreml treffen viele Telegramme ein, in denen versprochen wird, die Ziele des Siebenjahresplanes schon in 6 oder sogar in 5 Jahren zu erreichen. In einem Telegramm aus dem Gefängnis von Orel beteuerten die meist zu 15 Jahren Haft Verurteilten, dass auch sie den Plan erfüllen möchten und bereit sind, ihre Strafe in 7 Jahren abzusitzen.


    Guns

    Einige Gangster wollen einen Zug überfallen und haben sich als Musiker getarnt. Ihre Waffen haben sie in Geigenkästen versteckt. Beim Öffnen findet einer der Gangster statt einer Waffe eine richtige Geige. Er flucht. "Verdammt, jetzt sitzt mein Vater mit ´ner Maschinenpistole im Orchester!"


    Stasi

    In der Bahn sitzt ein Musiker und studiert eine Partitur. Ein Stasi-Mann argwöhnt eine Geheimschrift und nimmt den Mann unter dem Verdacht der Spionage fest. Der beteuert, dass sei doch nur eine Fuge von Bach. Am nächsten Tag wird er einem höheren Stasi-Beamten vorgeführt. Der schreit ihn an: "Also, jetzt raus mit der Sprache. Bach hat schon gestanden!"


    Psycho

    Ein Patient kommt zu einem Psychotherapeuten. Im Wartezimmer gibt es zwei Türen. Auf der einen steht "Mutter geliebt", auf der anderen "Mutter gehasst". Er nimmt die Tür mit "Mutter geliebt" und kommt ins nächste Zimmer, wieder mit zwei Türen. "Vater geliebt" oder "Vater gehasst". "Aha, Ödipuskomplex", denkt er und nimmt "Vater gehasst". Im nächsten Zimmer tragen die beiden Türen folgende Aufschriften: "Über 100.000 Euro Einkommen" bzw. "Untr 100.000 Einkommen". Er wählt die mit "Unter 100.000 Euro Einkommen" - und steht wieder auf der Straße.


    Brahms

    Klemperer probt das "Deutsche Requiem" von Brahms mit Fischer-Dieskau. Sie sind über das Tempo an einer bestimmten Stelle uneinig. Bei der nächsten Probe sagt Fischer-Dieskau: "Mir ist heute im Traum Brahms erschienen und hat gesagt, dass ich mit dem Tempo richtig liege." Am nächsten Tag. Klemperer: "Lieber Fischer-Dieskau, diese Nacht ist mir Brahms im Traum erschienen. Er hat gesagt, dass er Sie gar nicht kennt."

    Puella Rigensis - heute ist Limerick-Tag


    Der Limerick ist hier etwas verlorengegangen; da aber sowas unverwüstlich ist, brauche ich nur kurz daran zu erinnern.

    Der Klassiker (anonym):

    There was a young lady from Riga,

    who rode with a smile on a tiger.

    They returned from the ride,

    the lady inside

    and the smile on the face of the tiger.


    Geht auch auf lateinisch (anonym):

    Puella Rigensis ridebat

    quam tigris in tergo vehebat.

    Externa profecta

    interna revecta,

    sed risus cum tigre manebat.


    Trickreiche Limericks gibt es durch Kenntnis von Fremdsprachen, vor allem, wenn man weiß, wie die jeweiligen Wörter ausgesprochen werden.

    Zu Händel sprach Graf Leicester:

    "Ich hab da eine Schweicester,

    die will gern komponieren.

    Kann ich Sie engagieren?"

    "Da wird nichts draus, mein Beicester!"


    Hier wirkt der Witz durch die Sprache, da macht es nichts, wenn die Pointe etwas lahm ist.

    Besonders schön sind Anti-Limericks, die mit den sonst strengen Regeln spielen. Die macht und die versteht man nur, wenn man diese Regeln auch genau kennt.

    A reckless man from Toulouse.

    who thought he had nothing to lose,

    said "I don´t care a dime

    if my limericks rhyme",

    and went off to live in Toulon.


    Ein junger Dichter am Rheine.. vollbrachte von Zeilen nur eine.


    Nach zwei Beispielen aus dem Internet jetzt eines von mir.

    Dieses macht klar, dass ein Limerick auch völlig sinnfrei sein kann und keine Fakten respektieren muss. Er muss nur die richtige Silbenzahl haben, sich reimen und eine Pointe aufweisen. Die Sprachen dürfen beliebig gemischt werden.


    A famous composer named Britten

    much hated the Belgian Fritten.

    He loved more the "Weiber"

    and their gorgeous "Leiber",

    and on them their wonderful... Zuwendung und Trost, wenn ihm mal wieder eine Komposition daneben gegangen war.

    Wir haben einen Sprachmix, wir haben Unwissenheit (die Fritten), wir haben Falsches (Britten war homosexuell) und wir haben als Pointe eine sexuelle Anzüglichkeit, die abgebogen wird, aber die jeder erkennt, weil er weiß, dass das letzte Wort sich auf das letzte Wort in Zeile 1 und 2 reimen muss. Dazu bricht die letzte Zeile mit Absicht den Reim- und Silbenzwang.





    Blechbläser schleudern schmerzliche Glutkaskaden in die Unendlichkeit des Raumes


    Das ist natürlich der blühende Blödsinn, und in dieser Zusammenstellung kommt der Satz in der Musikkritik auch nicht vor, sondern die Elemente sind von mir zusammenmontiert. Das Original ist fast noch schlimmer. Es geht um die Kritik der Aufführung der 9. Sinfonie von Bruckner unter der Leitung von Zubin Mehta (85) in Dortmund. Ich zitiere nur den Schluss (WAZ, Kulturteil), den Autor habe ich leider "weggeschnitten"!

    "Aber obwohl das Orchester stampft wie eine schwere Maschinerie, geraten die fein kreiselnden Linien in Streichern und Holzbläsern nicht unter die Räder. Und der Mittelteil tänzelt wie auf Zehenspitzen hindurch. Aus dem spannungsgeladenen Nonensprung (Nonnensprung würde auch passen, Dr.P.), mit dem das feierliche Adagio anhebt, gewinnt das Orchester eine Energie, die in kosmische Dimensionen führt. Da flammen die Streicher in tiefster Glut, da schleudern die Dur-Ekstasen der Blechbläser eine ungeheure Elementarkraft in den Raum. Unerlöstes weicht nach und nach einem tiefen Frieden, weil das Orchester nie den großen Atem verliert. Der Schlussstrich unter Bruckners Schaffen, " dem lieben Gott gewidmet", ist von beseligender Weltvergessenheit."


    Da ich nicht weiß, wer das verbrochen hat, muss ich raten.

    1. Ein Musikkritiker aus der WAZ, geboren 1900.

    2. Ein Volontär, den man das hat schreiben lassen, um ihn loszuwerden.

    3 Der Musikkritiker L.L. von der Gönna, den ich hier in den Beiträgen 17 und 18 vorgestellt habe, der mit diesem Beitrag einen neuen Gipfel der Musiksatire erklimmt.

    4. Die Wahrheit ist wohl, dass der Beitrag ernst gemeint ist.


    Ich denke mir, dass Bruckner diesen Text dem "lieben Gott" vorgelesen hat, mit dem Ergebnis, dass das Lachen der beiden einen Hurrikan in den USA ausgelöst hat.


    Fraktale 13 - oder "kastrierte Wölfe"

    So heißt ein Text in meiner Satiresammlung hier im allgemeinen Teil des Forums (unter "Satire"). Dort geht es nicht um die "Neue Musik", sondern um deren prätentiöse Titel.

    Hier das letzte Beispiel aus dem WDR-Programmheft.

    "In Donaueschingen, bei den 'Tagen für Neue Musik', die in diesem Jahr ihren 100sten Geburtstag feiern, hebt das SWR-Sinfonieorchester zwei neue Orchesterwerke aus der Taufe. (.............) Die Kanadierin Annesley Black hat dein Doppelkonzert mit dem Titel "Abgefackelte Wackelkontakte" geschrieben (also nicht abgefackte,wie ich zuerst gelesen habe. Aber ich habe das Stück ja noch nicht gehört! Dr.P.), bei dem das Lupophon, ein modifiziertes Heckelphon, im Mittelpunkt steht.

    Da könnte ich mir vorstellen (lupus, lat. Wolf), dass dieses Gerät den Laut kastrierter Wölfe von sich gibt.

    Ach, wer da mitheulen und mitwackeln könnte!

    89. Titanic 2022


    Hier handelt es sich nicht um ein Schiff, sondern um unsere Buchkultur, die mit einem Eisberg populärer Bücher zusammenstößt, der erfolgreich ist, was aber schon seine einzige Qualität darstellt.

    Dass niemand mehr Fraktur lesen kann, kann ich verstehen, das wird ja auch nicht mehr gedruckt. Aber vorgestern: der Schock.

    Es gibt in einem Vorort irgendeiner Ruhrgebietsstadt einen kleinen Feinkostbuchladen, der zudem exzellente Beratung und ebensolchen Service liefert und darum seit fast 20 Jahren sehr erfolgreich ist. Ich hatte ein schönes Buch bestellt, das ich empfehle: das neueste Buch des Holländers Maarten ´t Hart, der von einem Orgelstimmer handelt, "Der Nachtstimmer". Anschließend sah ich mich um, um noch einen schönen Klassikband mitzunehmen, also Goethe, Schiller, Fontane, Raabe, Stifter, Keller, Brecht, Döblin, Fallada, Thomas Mann, Grass, Böll, Walser....

    Nicht nur kein einziges Buch dieser Autoren war vorhanden, sondern überhaupt keins aus der Klassik. Der Inhaber bestätigte, dass Klassik nicht verlangt würde, sondern natürlich bestellt werden könne.

    Ein Mann kommt in eine Buchhandlung und sagt: "Ich hätte gerne Goethes Werke." Der Buchhändler: "Welche Ausgabe?" "Da haben Sie eigentlich auch wieder recht", meint der Kunde und geht wieder.


    PS. Dass ich nach Böll, Grass, Walser gesucht hätte, ist natürlich gelogen.

    88. Plötzlich Milliardär

    Leider nicht in Euro.

    Jeder weiß, dass Antibiotica die Bakterien töten, die Entzündungen verursachen. Ein unangenehmer Kollateralschaden ist der, dass auch die nützlichen Darmbakterien auf der Strecke bleiben und Verstopfung der Preis ist. Aber es gibt Hilfe. Man kauft in der Apotheke kleine weiße Tütchen mit einem weißen Pulver, 5g schwer. Damit ist man Milliardär.

    Die Tütchen enthalten 5 Milliarden vermehrungsfähige, wissenschaftlich erforschte Darmbakterien, die den Darm wieder in Schwung bringen. Es handelt sich um Lactobazillen, z.B. der Lactobacillus rhamnosus oder der Bifidobacillus longum.

    Zwei Fragen: wie passen die alle in 5g Pulver? Wie haben die Wissenschaftler die gezählt?

    Einem ist es egal - meinem Darm!

    Ich freu mich immer auf deine Seite, lieber Michael. Wir arbeiten ja parallel, aber nicht gegeneinander. Auch in der Beurteilung besonders kleiner Consorts stimme ich dir zu: gute Stimmen, aber kein Gesamtklang, der doch wichtig ist bei Stücken, die nicht für 1-3 Solisten ausgelegt ist.

    Ein Hinweis noch: es gibt sehr gute Ensembles aus den USA, die meist an irgendeine Universität angegliedert sind. Dort ist man wohl auch theoretisch firm und weiß in etwa, wie was gesungen werden muss. Es gibt einige Vorstellungen in meinem Schreibtisch.

    In letzter Zeit habe ich mal reingezappt in Aufnahmen mit dem Thomanerchor und Biller, der in diesem Jahr gestorben ist, und dem neuen Leiter Gotthold Schwarz. Da verweise ich nur auf die Überschrift dieses threads..................

    Voces suaves


    Eine kleine starke Schweizer Gruppe, die ich im "Chorbuch" mit Hoheliedmotetten von Melchior Franck noch zitieren werde, einer meiner all-time Chöre.

    Ich habe dann die Aufnahmen der Gruppe runtergescrollt, da war viel Erfreuliches dabei. Dann stieß ich auf ein Stück, das ich auch schon gesungen habe: Domenico Scarlattis "Stabat Mater". Nach Ende war ich fassungslos, dass ein kompetentes Ensemble ein Stück guillotiniert durch ein hemmungsloses Rumgebrülle, nicht etwa suaves, wie es der Name des Ensembles will. Die Ensembles für Alte Musik haben meist einen kleinen festen Stamm, der immer singt. Je nach Werk müssen andere Sänger dazugekauft werden. Ich vermute, dass jeder Leiter eines Ensembles für Alte Musik ein Datei für Sänger und Instrumentalisten, die fähig und buchbar für die jeweilige Aufführung sind. Ich nehme mal an, dass der Leiter dieser Aufnahme eine Geheimkartei hat mit dem Titel "Hemmungslose Brüller".