Beiträge von Dr. Pingel

    Pelléas et Melisande


    Hier nur als Hinweis, weil ich gerade mit anderen Dingen beschäftigt bin; es ist auch nur ein kleiner Bericht.

    Vor vielen Jahren hatte das Moerser Schlosstheater (ein Kammertheater) einen sehr guten Ruf. Als sie Maeterlincks Pelléas im Programm hatten, habe ich es mir angesehen und war sehr beeindruckt. Aber trotzdem hatte ich Probleme: bei den gesprochenen Texten fiel mir dauernd (nicht immer) die Musik von Debussy ein. Irgendwie war ich unbefriedigt, obwohl ja weder der Autor noch die Schauspieler etwas dafür konnte. Der nächste Abend (!): die legendäre Pelléas-Inszenierung in Düsseldorf. Da war dann alles wieder in Ordnung. Für mich auch ein Beweis, dass Oper tiefer ergreifen kann als Theater.

    Was auch heißt, dass es mir bei den Theater-Vorlagen von Jenufa (Preissova), Katja Kabanowa (Ostrowski, Das Gewitter) und der Sache Makropulos (Capek) wahrscheinlich genauso wie beim Pelléas gehen würde. Als Ausnahme würde bei mir "Aus einem Totenhaus" gelten, denn ich habe den "Roman" von Dostojewski sehr aufmerksam gelesen, der auch abseits von Janacek sein Gewicht hat. Allerdings muss man auch bewundern, wie Janacek dieses Buch bearbeitet hat, von der Komposition mal abgesehen.

    P.S. Ich sehe gerade, dass LaRoche in #11 das gleiche bei der "Salome" festgestellt hat.

    Meine Lieblingskantate ist die Trauerode (BWV 198). Ich habe sie oft gehört, einmal im Auto. Da habe ich mich gewundert, was da ein solistisches Cembalo ziemlich schräg hineinfuhrwerkte. Es war mein Handy mit dem Klingelton aus einer Ouvertüre von Heinichen.


    Schütz Bach vor Händel


    Im neuesten Newsletter des VAN-Magazins gibt es ein Interview mit dem Gründungsmitglied und langjährigen Konzertmeister der "Akademie für Alte Musik" Berlin ("Akamus"), Stephan Mai, der jetzt nach 40 Jahren aufhört. Bemerkenswert ist in diesem Musikinterview die Stellungnahme zur HIP. Er hat, so mein Eindruck, von allem die Nase voll, ein "historisch informiertes Brandenburgisches Konzert ...ist für mich erledigt." Und wenn er Händel im Radio hört, schaltet er ab, gemäß dem im Titel zitierten Spruch, den ich noch gehört habe. Auch entwickelt er Sympathien für Aufnahmen alter Musik, die nicht HIP-orientiert sind!

    Ich wusste bisher nicht, dass die Akademie im Osten beheimatet war. Die Musiker hatten alle feste Stellen, sodass die Akademie nebenher lief. Erst mit der Wiedervereinigung wurde sie ein geeintes Profi-Orchester.

    Frage des Interviewers: "Stimmt die Geschichte, dass Sie bei der Konzertreihe in der Humboldt-Universität immer das Honecker-Bild von der Wand gehängt haben?"

    Stephan Mai: "Das stimmt wirklich. Die Genossen haben sich einen Scheißdreck darum gekümmert, was in ihren Räumen stattfand... Der Senatssaal ist ein Raum aus der Stalinzeit, aber...mit einer sehr guten Akustik. Wir haben dort gerne gespielt, aber gesagt: Wenn wir hier Musikalisches Opfer machen, dann gelten diese Bilder und Fahnen nicht. Also haben wir die Fahnen hinter das Podium gelegt, die DDR-Fahne, die Fahne der Arbeiterklasse, die FDJ-Fahne ... und den Erich abgehängt und umgedreht."

    Ich besuche regelmäßig die tolle Reihe "Alte Musik bei Kerzenschein" in der Essener Philharmonie. Dort sind die Ensembles durchweg mittelgroß bis groß (natürlich nicht wie Sinfonieorchester). Mittelgroß: Capella de la Torre, aber mit großem Klang. Groß: Les Musiciens du Louvre mit einem Rameau-Programm. Der Raum der Essener Philharmonie ist auch für kleinere Ensembles absolut geeignet.

    Das verstehe wer kann. ich halte dagegen mit

    Der Gedanke ist aus der Geschichte der HIP-Bewegung eines englischen Professors. Der meint das so:

    Wenn ich Lust habe, ein ganz neues Werk zu hören, schlage ich nicht hier nach, sondern die Seite von Fiesco. Dort gibt es z.B. Opern, die vor 400 Jahren das letzte Mal gespielt wurden. Konkret heißt das: Cavallis Artemisia statt Olga Neuwirths Orlando.

    Der Reiz dieser Bemerkung schien mir darin zu liegen, dass zu allen Zeiten die moderne Musik auch die aktuelle war, wir aber heute die neueste Musik aus den Archiven graben. Sozusagen musikalische Archäologie.

    Mehr ist da nicht dran. Natürlich gilt das nicht generell, weil bei jedem die musikalische Sozialisation eine andere ist.

    Ei Problem ergibt sich für mich: wir haben in der Rhein-Ruhr-Schiene das dichteste Opernnetz der Welt, aber moderne Opern werden so gut wie gar nicht aufgeführt. Damals hat das Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen im kleinen Haus eine Reihe von kleinen zeitgenössischen Opern gespielt, die ich alle gesehen habe, z.B. z.B. "Lenz" (Autor?), "Der Leuchtturm" (P.M.Davies), da bin ich in jede Vorstellung gegangen. Musikalischer Chef war damals Johannes Kalitzke. Auch in Düsseldorf und in Essen wurden Reimann und Giselher Klebe ausgeführt.

    Gehalten hat sich ja im Spielplan Britten, was ich auch schon als Fortschritt empfinde, angesichts der Fülle von Tosca und Zauberflöte. Britten und auch Janacek gibt es heute in Aufführungen, denen auch unsere Provinztheater gewachsen sind, wie ich gerade am "Schlauen Füchslein" in Gelsenkirchen festgestellt habe.

    Nachtrag: Durch die Welt oder mindestens durch Europa zu reisen, um neue Werke zu sehen und zu hören, ist mir nicht möglich. Da bin ich schon ein bisschen neidisch, denn das müssen tolle Erlebnisse sein, einschließlich der Reise und den Städten.

    Der Witz ist der, dass neue Musik und neue Opern alte Musik und alte Opern sind. Lully, Rameau, Vivaldi, Händel, Keiser, Vinci, Graupner, Fux, Fasch Cavalli, Hasse.... Schlag nach bei Fiesco, dort sind sie verzeichnet und besprochen (ich habe heute Artemisia von Cavalli bekommen!).

    Eine Ausgrabung nach der anderen; Musik, die Hunderte von Jahren vergraben war und jetzt neu entdeckt wird. Und wenn ich die Wahl habe zwischen Lachenmann und Cavalli (und die habe ich, weil mein Zeitbudget begrenzt ist), ist es klar, wofür ich mich entscheide. Das gilt aber nur für mich und ist nur emotional begründet.

    Ein Text, der dich von der witzigen Seite zeigt:pfeif:! Mehr davon (meine ich ernst!). Die Grundlage ist natürlich die Anthropologie und die Geschichte. Die Lebenserwartung der Menschen war früher viel kürzer als heute, weil die Natur den Menschen nach 40 Jahren als zur Fortpflanzung ungeeignet aussortiert. Nur die Medizin hat das Leben verlängert. In der Bibel steht es ja schon: "Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn es hochkommt, sind es achtzig. Und wenn es köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen" (wunderbar vertont für 2 Bässe von Heinrich Schütz in den "Musikalischen Exequien"). Was 350 Jahre angeht, so ist das Elend großartig beschrieben und vertont von Janacek in "Die Sache Makropulos".

    Was nun die Kultur und ihre Kosten angeht.

    Die wahre Religion unserer Gesellschaft heißt "Fußball" und die Stadien sind ihre Kirchen. Jeder, der einmal 5 Jahre keinen Fernseher hatte wie ich, merkt schnell, wie rapide das Interesse am Fußball nachlässt. Das heißt im Klartext, dass das Fernsehen den Profifußball am Leben erhält, d.h. also, dass die Fußballvereine Geld zahlen müssten statt es zu bekommen. Ein weiteres Manko ist die Qualität. Die WM hat ja gezeigt, dass gute Spiele die Ausnahme sind. Die neuen Stadien werden natürlich auch nicht aus den verkauften Tickets für Spiele erbaut. Von den Summen bei den Spielern mag ich gar nicht reden. Eine Ausnahme gibt es im Vergleich zu Oper: im Fußball werden horrende Kartenpreise verlangt und gezahlt. Ich finde es immer lustig, wenn man liest, wie englische Fußball-Fans übers Wochenende nach Deutschland fliegen und dort an drei Tagen drei Spiele buchen.

    Wieviel Subventionen über die Zahlungen des Fernsehens jetzt tatsächlich bei den Vereinen und Spielern landen, weiß ich nicht, dafür braucht es hier die Kompetenz eines Kollegen.

    Aber du hast ja deinen "Schreibtisch". Da kannst du das alles ausführlich beschreiben. Deine 60.000 Fans werden begeistert sein. Und Alfred auch. Also tu ihm und uns den Gefallen. Berichte von deinen sämtlichen Heldentaten. Aber bitte nicht hier. Nutze deinen "Schreibtisch" dafür. Danke.

    Was ist schon ein "Schreibtisch" gegen die grandiosen Heldentaten der konstanten Besteigung von 6000ern? Ich habe ja erst gedacht, du bist Reinhold Messner inkognito. Dann aber war klar, dass das nicht sein konnte; der hat sich mit 6000ern nicht abgegeben. Knapp vorbei ist auch daneben.


    Näheres in meinem Satire-Thema.


    Noch eine Frage: welche "Heldentat" ist in einem Klassikforum besser angebracht?

    A Die Chorerfahrung mit viel Chorliteratur aus allen Jahrhunderten (Pingel)

    B Das unablässige Besteigen von 6.000ern (Deck)


    Nachtragen muss ich noch, dass ich im Moment immer noch in meinem Vokalensemble singe (nächstes Konzert 29.1.), aber sein Besteigen von 6000ern nicht mehr möglich ist. Da frage ich mich doch, was geistig und körperlich gesünder ist.


    Nachtrag 2: Offensichtlich kann unser Tamino Deck nicht unterscheiden zwischen 60.000 Fans und 60.000 Zugriffen.

    Für seine Texte müsste er sowieso 500 Jahre alt werden, um diese Zugriffszahl zu erreichen. Aber nach seiner Prognose erreicht er dieses Alter sowieso nicht.


    Nachtrag 3: Er rühmt sich, dass er von Chormusik überhaupt keine Ahnung hat. Das passt natürlich auch sehr gut in ein Klassikforum, sodass man sich fragt, wovon er überhaupt Ahnung hat.

    Bergsteigen


    In der TV-Sendung "Wer weiß denn sowas?" gab vor zwei Wochen diese Frage:


    Forscher der Universität Teldeck (Texas) haben herausgefunden, dass das frühe und danach ständige Besteigen von 6000er-Bergen zu folgenden Persönlichkeitsveränderungen führt:

    A frühes Altern

    B frühem Verlust von elementaren geistigen Prozessen

    C gesteigerte Kommunikationsfähigkeit sowie Heiterkeit und Gelassenheit im Umgang mit Menschen


    Zu aller Überraschung war Antwort C richtig.

    Auch wenn ich von der Logik, wie sie hier ausgebreitet wird, nicht viel verstehe, aber diese Formulierung "herunterbrechen" gibt es in der Soziologie auch. Dort heißt sie "Operationalisierung", was bedeutet, dass man bei abstrakten Begriffen diese auf messbare "herunterbrechen" muss. Dieser Vorgang der Operationalisierung ist erfolgreich, wenn man sich über die messbaren Aktionen einig ist. Ist man sich nicht einig, ist der Vorgang der gemeinsamen Operationalisierung gescheitert. Man arbeitet dann mit eigenen Operationalisierung weiter, so wie Alfred hier mit seinen Begriffen. Ich selber wäre nicht so streng, weil es für mich Elemente des RT gibt, die schlüssig sind und neue Aspekte hinzufügen. Beispiele habe ich hier öfter genannt und wiederhole sie jetzt nicht.

    Wie schon gesagt, der Forenbetreiber hat die Konzeption dieses Bereichs bereits 2016, also vor meinem Eintritt ins Forum, vorgenommen. Wenn du das alles wusstest, weißt du auch, dass dieser Satz:

    ...eine glatte Lüge ist.

    Und damit habe ich alles zu dem aus meiner Sicht äußerst unwichtigen Thema "Schreibtisch" gesagt. In diesem Thread geht es um das so genannte "Regietheater" und nicht um deinen Schreibtisch. Daher kannst du in Zukunft noch so viel Wind um eben diesen machen, ich werde darauf nicht mehr eingehen.

    1. Selbsttor Nr.1: Der Satz "Du bist einer der Gründe...." war blanker Hohn oder Ironie.

    2. Du empfiehlst mir, die Suche nach deinen Beiträgen über die Suchfunktion zu starten, wobei du süffisant anmerkst, "falls du dazu fähig bist". Das trifft eher auf dich zu, denn jeder weiß, dass man über den Namen eines Teilnehmers keine Beiträge finden kann.

    3. Selbsttor Nr. 3: Jetzt bin ich erst recht stolz auf meinen Schreibtisch und werde ihn durchaus öfter erwähnen. Die Auseinandersetzung vor einigen Jahren hat ergeben, dass die meisten ihn ablehnten, wobei sie gleichzeitig bekundeten, darin nicht zu lesen. Schon Jesus sagte: Der Prophet gilt nichts im eigenen Vaterland (ich vermute, dass du jetzt behaupten wird, ich hätte mich mit Jesus verglichen). Die Zugriffszahlen sind meine Argumente.

    4. "Ich werde darauf nicht mehr eingehen": da bin ich gespannt. Ich warte doch immer sehnsüchtig.

    Das sind (mal wieder) Fake News von deiner Seite. Dass in der Rubrik "Schreibtisch" Beiträge nicht von anderen Usern kommentiert werden können, geht auf den Forenbetreiber und die Konzeption dieses Forenbereiches zurück. Dazu ist dort geschrieben:


    "Jeder der eine zum Forum passende Serie von Feuilletons verfassen möchte, aber sich durch Zwischenrufe und Kommentare anderer Mitglieder gestört fühlt kann hier ZUSÄTZLICH zu seinen sonstigen Aktvitäten sozusagen einen Redaktionsschreibtisch eingerichtet bekommen."


    Dass du irgendeine Möglichkeit gehabt hättest, zu entscheiden, wer außer dir dort schreibt und wer nicht, ist eine ziemlich anmaßende Erfindung deinerseits. Dass du an deinem Schreibtisch nur allein schreiben kannst, liegt vielmehr an der vom Forenbetreiber erdachten speziellen Konzeption dieses Teilbereichs des Forums. Im Übrigen wurde er schon 2016, also vor meinem Eintritt ins Forum, so gestaltet.

    Manchmal muss ich an deinem Verstand zweifeln. Diese Bedingungen, die der Betreiber formuliert hat, waren mir natürlich bekannt. Auch wusste ich, dass da sonst niemand schreiben konnte. Auch das war mir als Bedingung bekannt, die habe ich nicht erfunden. Du stellst es so dar, also ob ich von Alfred das alles so verlangt hätte. Davon kann keine Rede sein, daher sind das melomanische Fake-News. Ich habe diesen Passus mit seinen Anforderungen gelesen und war mit den Bedingungen einverstanden. Dann habe ich per E-Mail einen förmlichen Antrag an Alfred gestellt, in diesem Antrag alle Bedingungen akzeptiert. Auch der Name "Schreibtisch", der dir ja so verhasst ist, habe ich aus diesem Passus übernommen, ihn allerdings von "Redaktionsschreibtisch" in das kürzere "Schreibtisch" verwandelt. Auch die Bedingung, dass der Schreibtisch die Beiträge zu anderen Themen nicht gefährden darf, habe ich akzeptiert. Was ich damals nicht ahnen konnte, war, dass sich in manchen Beiträgen ein "Melomane" mit Verfolgungswahn tummeln würde.

    Nach einiger Zeit hat Alfred dann den Antrag angenommen und den "Schreibtisch" freigeschaltet.

    will ich dir immerhin zugestehen, dass du so produktiv bist, dass du so oft wie niemand anders in diesem Forum darauf hinweist, dass du in der Rubrik "Schreibtisch" Beiträge verfasst.

    Was ja auch nicht anders geht, weil niemand anders einen Schreibtisch hat. Eine Ausnahme: Holger Kalethas großes Gedicht. Dort kann auch kein anderer schreiben, das hat er klug gemacht.

    Du bist übrigens einer der Gründe, warum ich in meinem Schreibtisch nur allein schreiben kann. Jetzt habe ich es doch wieder geschafft, ihn zu erwähnen. Wieder ein neues Menetekel meiner Fake-News und lügenhaften Desinformation. Bisher habe ich nicht gewusst, dass ich ein solcher Bösewicht bin.

    Ceterum censeo: nenne mir aus den letzten Jahren ein einziges von dir gestartetes Thema!

    Inquit lupus!

    Klasse! Das hat mir gefallen. Ob es stimmt, weiß ich nicht, mein Schreibtisch hat seit dem 1.1.2020 immerhin 60.000 Zugriffe, und dort gibt es solche Beleidigungen nicht. Dazu kommt, dass ich bisher Melomanes Lieblingsopfer war. Lüge, Desinformation, ich kam mir wie ein Internetverbrecher vor. Außerdem bin ich immer bereit, Irrtümer einzusehen und zu berichtigen, wie du ja am besten weißt.

    Sachlich ist an meiner Aussage nach wie vor nichts falsch, er schreibt nach wie vor nicht über eigene Themen. Das inquit der lupus nicht.

    Da hat der User Melomane klar gewonnen. Gratulation. Nur hatte ich keine Lust, Deiner wesentlichen Meinung entsprechend früher aus dem Leben zu scheiden. I

    Der User Melomane gewinnt immer. Seine Beiträge hier sind immer motiviert vom persönlichen Tadel, seltener von Sachverstand (den er durchaus hat!). Ich hatte moniert, dass er nach meiner Kenntnis in den letzten Jahren kein eigenes Thema angestoßen hat und damit hier zu den unproduktiven Mitgliedern zählt. Darauf hat er erwidert, nach den Tamino-Regeln sei das nicht nötig. Da muss ich sagen, dass ist eine Kinderantwort, denn es geht ja da um Kreativität, nicht um Regeln.

    Eventuell schreibe ich noch was dazu lieber Dr.Pingel.Die Aufnahme mit Leppard ist von der Besetzung her etwas besser aber leider nicht HIP!


    LG Fiesco

    Alle Leppard-Aufnahmen sind bei mir in der Mülltonne gelandet. Die Besetzung ist nicht nur nicht besser, sondern eine Katastrophe; da singen Opernsänger, die kein Ahnung haben, was diese Musik verlangt.

    Die Besetzung von Jacobs ist grandios, vor allem der Bass Marcelo Lippi, der zudem noch im Falsett singen muss.

    Als Ausländer in meinem Wiener Semester habe ich neben der Oper auch die Theater besucht. Das Josefstädter Theater öfter, vor allem habe ich jede Nestroy-Inszenierung mehrfach gesehen. Das war ein Genuss, an den ich mich bis heute erinnere. Wenn der Leuchter nach oben ging, setzte eine erwartungsvolle Stille ein. Ich habe daraufhin alles gelesen, was ich von Nestroy bekommen konnte. Natürlich auch die Videos, die ich immer noch habe. Der "Lumbazivagabundus" mit Qualtinger, Sowinetz (den dritten muss ich noch mal nachsehen. Böhm?)!!.

    Dann die großen Schauspieler und Schauspielerinnen, die muss ich hier nicht aufzählen. Besonders gespannt waren wir immer, wenn eine Hauptperson das Hauptcouplet vortrug, natürlich immer mit aktuellen Bezügen.

    Das Burgtheater habe ich nur zweimal besucht. Ich war vom Düsseldorfer Schauspielhaus unter Karl-Heinz Stroux ein Niveau gewöhnt, das das Burgtheater einfach nicht hatte. Allerdings gab es auch einen Ableger, das Akademietheater; zum Glück gab es auch hier Nestroys. Ich habe damals in drei Monaten jeden Abend eine Kulturveranstaltung besucht, daher kann es sein, dass mir hier einige Details nicht so präsent sind.

    Nachtrag: Ich hatte immer Lektüre mit, um die Zeit bis zum Anfang eines Stückes mit Lesen zu verbringen. Einmal las ich eine Zeitung. Da kam ein Logenschließer zu mir und sagte, dass das in einem Theater nicht schicklich sei. Ich habe sofort begriffen, was er meinte und habe die Zeitung sofort weggelegt.

    Als Atheist stimme ich dem natürlich zu. Aber dass die Aussage von einem Theologen kommt, überrascht mich dann doch. ^^

    Na ja, auch Theologen lernen manchmal unfreiwillig dazu. Der Widerstand hier in meiner fundamentalistische Gemeinde hat mich dazu bewogen, aus dem Kirchendienst in den Schuldienst zu wechseln. Da lernt man dann noch mehr. Natürlich weiß man dann noch, was eine fundamentalistische Diskussion ist ("filioque" ist mein Standardbeispiel) und wie sinnlos sie ist, je erbitterter sie geführt wird. Damit wären wir wieder hier gelandet.

    Ich bin ja schon lange Anhänger von Cavalli, mein erstes Schlüsselerlebnis war "La Calisto". Die Produktion unter René Jacobs und Herbert Wernicke als Regisseur ist ja immer noch maßstabsetzend, wobei ich immer darauf hinweise, dass die DVD auch die hervorragende Inszenierung dokumentiert, die CD aber musikalisch besser ist. Der Grund ist der, dass Wernicke alle Darsteller durch die drei Bühnenebenen hetzt, was den Gesang beeinträchtigt.

    Dieser Artikel hier hat bei mir bewirkt, dass ich im Rest des Winters nicht Wagners Ring :stumm:, sondern meine Cavallis hören werde, wozu dieser hier natürlich dazukommt.

    Dafür danke, lieber Fiesco. Die Wirren der Handlung muss man wohl ertragen. Ich würde gerne mal eine Satire schreiben, in dem ich das verwirrendste aller verwirrenden barocken Libretti verfasse. Aber ich glaube nicht, dass ich das schaffe. Außerdem gibt es das wahrscheinlich schon, und noch wahrscheinlicher, dass es von Metastasio stammt, und am allerwahrscheinlichsten ist, dass es schon 30 Opern darüber gibt. Artemisia liegt da gut im Rennen.

    Fazit: auf zu jpc!

    Gerhard war ja der Buhmann schlechthin. Er konnte auch anders, etwa im Opernführer, den ich dann mit MDM zusammen korrigiert habe. Diese Texte sind noch hier, und Gerhard will sie auch hier lassen. Bei Willi ist es vielleicht ein Motiv, dass er von der neuen Seite der Chef ist (Administrator), das finde ich ehrenhaft.

    Ich habe einen Briefwechsel mit Gerhard geführt über die Tatsache, dass die optische Seite so unattraktiv ist. Das hat sich leider nicht geändert. Ich kann schon die Startseite nicht lesen, weil die Schrift viel zu klein ist. Einige Mitglieder schreiben dort mit 14 (Punkt), aber woher soll ich wissen, wer das ist. Dazu kommt die Beschränkung auf reine Vokalmusik, alles andere ist nicht erlaubt. Der erste Rauswurf betraf ein Mitglied, das sich witzigerweise "tiranno" nannte. Der ist seitdem verschollen.

    Ich war neugierig und habe gesucht - und die neue Spielwiese gefunden :). Die Zahl der spielenden Mitglieder scheint dort aber sehr begrenzt zu sein.

    Mag sein. Ich habe auch noch weitere Dinge dort auszusetzen, aber die Grabenkämpfe werden dort nicht toleriert. So hat es schon einen ersten Ausschluss gegeben, weil die Tamino-Kampftechnik dort rigoros bekämpft wird, obwohl dort einige Ex-Taminos in ihrer Zeit hier darin große Könner waren. Aus Schaden wird man klug...