Thielemann könnte sich ja mal drangeben ![]()
Beiträge von rappy
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Ich hab zwar einen schwarzen Anzug für die Fälle, wo ich selbst auftrete, aber ins Konzerte gehe ich immer mit Sweatshirt/Hemd und Jeans. Ich wüsste nicht, was daran verwerflich sein soll. Schließlich soll man ja auf die Bühne gucken und nicht auf seinen Nachbarn.
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Ich bin seit heute auch im Besitz der Klavierkonzerte-CD und ich muss sagen ich bin ziemlich beeindruckt.
Klar, es ist schwer, Glenn Goulds intensives und fesselndes Spiel zu übertreffen, aber Fray bietet wahrscheinlich eine der spannendsten Alternativen auf dem Markt. Mit Wilhelm Kempff hat er sich ein wunderbares Vorbild ausgesucht. Man glaubt, das "singende Allegro", mit dem man eigentlich Bachs Sohn Johann Christian verbindet, hier bereits in voller Ausprägung zu hören. Und auch die langsamen Sätze sind ausdrucksstark und mit sehr differenziertem Anschlag gestaltet.Ich gehe gleich mal auf SMOBS Kritik ein.
- 0:14: Man fühlt sich ein wenig an Gould erinnert, aber Fray arbeitet mehr mit der Dynamik. Dass er diese, wie du erwähnt hast, im größtmöglichen Rahmen ausschöpft, sehe ich eher positiv, aber das dürfte Geschmackssache sein.
- bis 1:10: Also ich höre da recht starke Akzente und vorwärts drängend gestaltete Bögen.
- 1:31-1:35: Die Akzentuierung ist IMO optimal. Die 1. Violine spielt in halben Noten eine abwärts führende Linie, bei der höchstens auf die erste Note ein Akzent fallen könnte. Motivische Bedeutung kommt im Orchester einzig und allein den Bratschen zu, uns es ist logisch, dass die Synkopen betont werden und nicht die abfallenden Noten danach, oder?
- 2:53: Ok, die e-Repetitionen wirken beim ersten Auftauchen ein wenig brutal, aber wie gesagt, auch hier natürlich Geschmackssache.
- 3:15: Unbedingt hervorzuheben ist auch in den Sekunden davor, wie wunderbar Fray das Klavier zum Singen bringt. Ich glaube, die Akzente fallen weg, da sich Fray eher um einen größeren Bogen bemüht, so dass bei 3:49 das Tutti im Forte sehr eindrucksvoll einsetzt.
- 3:46: Auch hier ist wieder das Singen des Klaviers hervorzuheben, außerdem die dezente Gestaltung der wie aus dem nichts langsam in den Vordergrund tretenden Basslinie.
- 4:05: Ich finde, das Wechselspiel der Geigen ist toll gestaltet und sehr gut hörbar. Wo fehlen denn da die Akzente?
- ab 4:39: Es ist wahr, das Orchester drängt sich nicht in den Vordergrund, nur die wichtigen Noten werden hervorgehoben, so dass das Klavier nicht überspielt wird.
- 6:20 (6:17?): Da wären wir wieder bei Punkt 1
Ich gebe zu, Fray neigt zu Extremen. Das mag so manche abstoßen. Erinnert mich ein wenig an Harnoncourt 
- 6:40: Wahrscheinlich aber bewusst so gestaltet, oder? Über den Sinn bin ich noch am nachdenken.
- 7:35: Also für meine Begriffe ist das kräftig, allerdings nur so kräftig, das innerhalb des Themas noch Möglichkeiten zur dynamischen Gestaltung gewährleistet sind.
Naja, am besten sollte sich jeder selbst davon ein Bild machen, wobei man auf das Bild im wortwörtlichen Sinne im Optimalfall verzichtet.
iLLumination: Warum sollte man gerade bei Beethoven und Rachmaninow keine "Albernheiten" veranstalten können?
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Mein Vater hat das Konzert zum Glück aufgenommen und so bekam ich die Gelegenheit, es mir doch noch in Fernsehqualität gestern anzuhören.
Es hat bei mir einen gespaltenen Eindruck hinterlassen. Die Klangestaltung war sehr schön und differenziert, aber es hat irgendwie alles nicht so richtig federn wollen und der Charme und Witz eines Dirigats unter C. Kleiber hat mir ein bisschen gefehlt (z. B. die "wienerische Süße" der Terzparallelen).
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Auf http://www.zdf.de kann man es sich zu jeder Zeit anschauen, wenn auch in recht bescheidener Qualität.
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Lepo Sumera, geb. am 8. Mai 1950 in Tallin, war ein estnischer Komponist.
1957 fing er mit dem Akkordeonspiel an, 1968 - 1973 studierte er an Estnischen Musikakademie in Tallinn bei Heino Eller Komposition.
Ich selbst habe die Musik erst heute kennengelernt.
Hier einige Zitate:ZitatDas musikalische Material und der Stil des 1950 in Estland geborenen Lepo Sumera erscheint wie eine Mischung aus amerikanischer Minimalistik mit deutscher Romantik: kleinste Themen werden überaus langsam und gründlich entwickelt. Naturskalen und Tonleitern spielen eine wichtige Rolle, sie werden in rhythmischen Mustern immer neu gegeneinander verschoben. Aber im Gegensatz zu den Minimalisten wie Reich oder Glass klingt Sumera romantischer, weniger schematisch und mathematisch.
...eine Musik, die in ihrer Schönheit gehaltvoller und „wesentlicher" erscheint als die der hochgejubelten Kollegen Pärt oder Gorécki.
(Stadtmagazin Kiel, 1995)
ZitatWhat I like about it is its often long-arched melodies, its very original and personal sound combinations, and its drive and urgency.
(American Record Guide, 1995)
ZitatSumera's music has all the ingredients that assure success in the late twentieth century: 1) his music has a "spiritual" veneer: it is often meditative and incantory-sounding, which will be interpreted as evidence of great insight and religiosity by many listeners who are attracted to CDs of Gregorian chant and music by Górecki, Pärt and others; 2) Sumera's music often employs the natural repetition technique of archaic Estonian "runo" song, and this accidental coincidence to minimalism will endear him to those who are still impressed by minimalism and and something "different" and "revolutionary"; 3) Sumera's music is organized more through simple alternation of contrasting elements than throug contrapuntal activity or the dynamic developement of melody, and this will be attractive to the more casual listener of classical music...
(Stephen Ellis, 1995)
Sein Werkverzeichnis umfasst u.a.:
Pianissimo (1976) für Klavier
Ostinato - Variationen für Klavier
1981 aus "Zwei Stücke aus dem Jahre 1981"
für KlavierFughetta und Postludium für Klavier
Zehn Kanons für zwei Klaviere
Songs from the Estonian Marriage Lyrics
Lieder für Bariton und KlavierWalzer für Violine und Klavier
Quasi improvisata I für Flöte und Klavier
(auch für Gitarre und Klavier, Viola und Klavier,
Violoncello und Klavier, Klarinette und Klavier)Senza metrum für Klarinette und Klavier
Zwei Stücke für Violine solo
Die schweigende Odaliske (Vaikiv Odalisk) für Flöte solo
Für Boris Björn Bagger und seinen Freund
für Flöte und GitarreSzenario für Flöte, Baßklarinette und Klavier
Zwei Capriccios für B-Klarinette
Con anima für 4 Saxophone (SATB)
Hornstück (1977)
Streichquartett
Voice of the Piano
für 8 Klaviere und Bögen speziell für KlavierDas Spiel für Zehn
"Canone terribile, alla diavola" für Dezimett (1995)Pantomime - Konzertstück
für mindestens 6 Spieler, die wechselnde Instrumente spielen:
Krummhorn (3), Zink, Posaune (1), Pommern (1),
Viola da Gamba (1), Viola da braccio (2), Blockflöte (4),
Occanina (mexikanische), SchlagzeugThree Sonnets
(W. Shakespeare "Sonnets" No.-s 104, 90,
für Sopran, Schauspieler, Knabenchor
und SymphonieorchesterPilzkantate Nr. 1 (1978)
für gemischten Chor, Flöte und PaukenPilzkantate Nr. 2 (1980)
für vierstimmigen gemischten Chor, Klavier und PaukenPilzkantate Nr. 3: Carmen autumnus (1986) für
gem. Chor, Flöte, Klavier, Pauken und Tam-TamPilzkantate Nr. 4: Luxuria
für gemischten Chor, Flöte, Klavier Pauken, und SchlagzeugLinda Buries Kalev (Linda matab Kalevit)
Kammerkantate für Alt, Kammerchor und
wahlweise Instrumentalensemble
(wie Viola da Gamba, Psalter)Concerto per voci e strumenti
für Kammerchor und StreichorchesterCome cercando
für KammerorchesterOlympische Musik Nr. 1 für großes Orchester
Olympische Musik Nr. 2 für großes Orchester
In memoriam für großes Orchester
Musica Profana
Konzertstück für StreichorchesterThree Wonders of the World
Klavierkonzert für junge Leute für Klavier und StreichorchesterTo the harmony für Flöte und Streichorchester
Musica tenera - Symphonie für großes Orchester
Symphonie Nr. 4 für großes Orchester
Symphonie Nr. 5 für großes Orchester
Die Eidechse
Ballettmusik für großes OrchesterAmore et Igne (By Love and Fire)
Historium (Oratorium) für einen Schauspieler,
Symphonieorchester und gem. Chor
Based on the Chronicle of Henry of Livonia from the 11.-12. centuryOlivia's Master Class
Kammeroper für Sopran, 2 männliche Schauspieler
und 8 Instrumente (Flöte, Klarinette, Trompete, Oboe,
Schlagzeug, Synthesizer, Violine und Violoncello)
Libretto: P. Jalakas, basierend auf einer Novelle von E. OunapuuSehr hörenswert auf YouTube:
http:// http://www. youtube.com/watch?v=fY4Ilj5sX20 - Klavierstück "1981"
http:// http://www. youtube.com/watch?v=fWUKjB4U0Ik - Sinfonie Nr. 4 1. SatzAlles in einem eine faszinierende Neuentdeckung. Die Musik klingt sehr mitreißend und zugleich sehr "echt".
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Zitat
Original von Johannes Roehl
Es ist nämlich sehr wohl bestreitbar, daß sich die Lebensweise eine Komponisten auch in der Musik widerspiegelt. Ich tue das hiermit
Gerade bei Haydn geht man mit derlei Interpretationsversuchen völlig ins Leere, aber nicht nur dort, sondern auch sonst sehr häufig. Auch bei Beethoven, wo derlei Deutungen vielleicht nicht immer von vornherein verfehlt sind. Wenn also Haydn deshalb besonders mißverstanden ist, dann, weil von solch einem Ansatz nicht viel zu erwarten ist und auch Monteverdi, Bach, Händel, Mozart, Beethoven, Chopin, Stravinsky bei solcher Vorgehensweise mißverstanden würden. Bei Schumann, der (so Charles Rosen) biographische Deutungen zuweilen zu provozieren scheint, wurde ebenfalls schon sehr kontrovers diskutiert, wie weit man damit kommt und welche Probleme man sich einhandeln kann.Es ist nicht so, dass ich behaupten würde, die Komponisten würden ihr Leben in Musik vertonen, aber ich höre in Haydns Musik heraus, dass er bescheiden und zufrieden gelebt hat. Es kann kein Zufall sein, dass die Musik von den meisten Menschen als fröhlich empfunden wird, oder? Auch, wenn es wie immer Gegenbeispiele gibt.
Zitat
Strauss ist für mich z.B. alles andere als erhebende Musik (er ist halt nicht Beethoven, am wenigsten, wenn er meint es zu sein) und Haydns keineswegs immer fröhlich. Wieder träfe das auf viele andere Komponisten ebenso zu. Auf Mozart z.B., auch zu JS Bach schrieb mal in einem anderen Forum jemand, daß ihn die Brandenburgischen Konzerte immer an pausbäckige tanzende Engelchen erinnern würden und der das gar nicht mögen würde...In Mozarts Musik schwingt oft eine besondere Art von Melancholie mit, und die Werke, in denen sie besonders hervortritt, sind zum Großteil auch die bekanntesten geworden. KV488, große g-Moll-Sinfonie, a-Moll-Klaviersonate, da gibt es immer sehr bedrückende Passagen, auch wenn sie nicht das ganze Stück durchziehen.
Zitat
- Emotionaler Ausdruck wird anders gehandhabt als in der Romantik. Binsenweisheit. Sicher haben Haydn (und Mozart) viele heitere Werke geschrieben. Aber längst nicht alle Sätze, die heute mitunter so wahrgenommen werden, sind so gedacht, sondern sie sind durchaus dramatisch zu verstehen (auch wenn das Drama gewöhnlich komische Oper ist). Es gibt bei Haydn überhaupt keinen Mangel an dramatischen oder "tiefsinnigen" Sätzen, es ist allerdings richtig, daß gerade die beliebtesten (zu Recht) späteren Sinfonien oft eher heiteren Charakter haben.Da haben wir eher das Problem, und zwar das Vorurteil, dass tiefsinnig und heiter Gegensätze sind.
Die Ecksätze der 104. Sinfonie sind heiter, aber ungemein tiefsinnig, da sind wir uns doch einig, oder?Zitat
(Schleierhaft bleibt dann aber, warum auch Hörer, die emotional oft ähnlich (oder in noch stärkerem Maße) distanzierte Musik wie z.B Debussy, Ravel, Neoklassizismus schätzen, das bei Haydn vermissen.)Vielleicht, weil manche Hörer wie ich Haydns Musik gar nicht als so sehr emotional distanziert empfinden.
Deine anderen Erklärungsversuche kann ich nur unterschreiben.
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Einen allgemeinen Thread über die Person Haydn kann ich nur sehr begrüßen!
(Besser passen würde er allerdings ins Komponistenforum, oder?)Ich hatte bereits im Thread über langweilige Musik ein Zitat von Alfred Brendel gepostet:
Zitat"Liszt und Haydn, diese beiden am häufigsten mißverstandenen unter den bedeutenden Musikern, gleichen sich bei aller Verschiedenheit darin, daß ihre Biographien dem Mitleid zuwenig Nahrung bieten. (Haydns unausstehlich bigotte Frau und die Senilität seiner letzten Lebenszeit reichen in ihrer Alltäglichkeit als Buße wohl nicht aus.)" ["Über Musik", Alfred Brendel, 2005 Piper Verlag, S.309]
Ich glaube aber nicht, dass es ausschließlich am Biographischen liegt. Es ist unbestreitbar, dass sich die Lebensweise eines Komponisten auch in der Musik widerspiegelt.
Philhellene hat z. B. vor ein paar Tagen geschrieben:
ZitatDas ist wahrscheinlich von Mensch zu Mensch verschieden, aber fröhliche Musik wie Haydn oder "erhebende" Musik wie Strauss kann ich nur hören, wenn ich gerade besonders guter Laune bin, ansonsten geht sie mir wahnsinnig auf die Nerven.
Wahrscheinlich ist er kein Einzelfall und das könnte einer der Gründe dafür sein, dass Haydn immer im Schatten von Beethoven und den Romantikern gestanden hat und immer noch steht?
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Da komm ich doch gerne mit. Erinner mich nochmal dran, wenn es so weit ist

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[list=1]
[*]Rosenkavalier
[*]Die Walküre
[*]Der fliegende Holländer
[*]Die Frau ohne Schatten
[*]Salome
[*]Tristan und Isolde
[*]Die Zauberflöte
[/list=1]Bin allerdings noch auf Entdeckungsreise und die Liste beinhaltet schon fast die Hälfte der Opern, die ich überhaupt (ganz) kenne

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Ausnahmen bestätigen die Regel

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Zitat
Original von Philhellene
Ich kann in sehr positiver Musik keinen Trost finden. Das ist wahrscheinlich von Mensch zu Mensch verschieden, aber fröhliche Musik wie Haydn oder "erhebende" Musik wie Strauss kann ich nur hören, wenn ich gerade besonders guter Laune bin, ansonsten geht sie mir wahnsinnig auf die Nerven.Du hast wohl Recht, auch ich finde in Haydn und Strauss keinen Trost. Kommt eben drauf an, in welchem Zustand man sich befindet. Zu meiner "Standard-Laune" passt am besten die von dir erwähnte Musik, Schubert dagegen kann ich nur in etwas gedrückter Stimmung wirklich genießen.
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Mich interessiert vor allem die Hürde vom "Gelegenheitshörer" zum von Alfred als jemanden, der vorzugsweise Klassik hört, definierten "echten" Klassikhörer.
Wie bereits erwähnt gibt es Mengen an Internetnutzern, die Musikforen stürmen, um nach Namen von klassischen Werken zu fragen, deren Melodien ihnen als Ohrwurm hängen geblieben sein muss. Sie erkennen offenbar den besonderen Wert einer Mozart'schen Melodie, und dennoch steht ihnen noch eine Hürde bevor, die von den wenigsten überschritten wird - und zwar diejenige, nach der erwähnten Erkenntnis nicht wieder gänzlich zum ehemaligen Popkonsum zurückzukehren, sondern sich intensiver mit der eben kennen gelernten klassischen Musik auseinanderzusetzen. Gibt es vielleicht noch mehr Werke desselben Komponisten, die mir genauso oder gar noch mehr gefallen könnten?Im Thread zu den Vier Jahreszeiten von Vivaldi habe ich gestern folgendes von GalloNero gelesen:
ZitatIch für meinen Teile legte allerdings in den folgenden Jahren immer dann, wenn mir mal ausnahmsweise nach klassischer Musik war (und das war sehr selten), diese Aufnahme ein. Schon damals stiegen mir beim zweiten Satz des Frühlings oft die Tränen in die Augen.
Nun frage ich mich: Wie kann einem selten nach einer Musik sein, die einem offenbar so nahe geht, dass einem beim Anhören Tränen in die Augen kommen? Und was ist der entscheidende Auslöser, um dann zum echten Klassikfreak zu werden, der sich sogar nach einem Klassikforum im Internet umschaut, um über die Musik diskutieren zu können?
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Hallo Uwe,
guter Beitrag - sehr interessant finde ich auch die Frage: warum gefällt das eine oder andere Musikstück anderen und mir nicht? Und was gefällt den anderen daran, das ich offensichtlich nicht genügend wertschätze?
Moderator MOD 001:
De gustibus non est disputandum - oder doch ? -
Hi Wulf,
ist zwar OT, aber trotzdem:
Bei Rachmaninow bin ich geneigt, dir zuzustimmen, ich bin gar kein so großer Rachmaninow-Fan. Aber eher Rachmaninow in der Klaviermusik als Elgar in der orchestralen, oder?

Stimmt, Messiaen wäre auch noch zu nennen. Und in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts noch Rihm.So, zurück zum Thema!

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ZitatAlles anzeigen
Original von SMOB
Ich bin gerade am youtuben in Bezug auf die Mondscheinsonate.Winner 1. Satz: Horowitz "http://www.youtube.com/watch?v=r6YCSeeMN4I&feature=related
Winner 2. Satz: Gould "http://www.youtube.com/watch?v=erxIlnWi08M
Winner 3. Satz: Rubinstein "http://www.youtube.com/watch?v=aHhYk4TgtYU&feature=related
Ganz klarer Winner des 3. Satzes: http://www.youtube.com/watch?v=oqSulR9Fymg
In Amfortas' Worten:

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Zitat
Original von Amfortas08
ok . I try to be a good boy. :] :] :] :] :] :] :] :] :]
Momentan bin ich der Meinung (d.h. noch (!) nicht objektvierbar), dass sich Elgars S.1 + S. 2 oder sein V-Konzert sich nicht hinter La Mer, Jeux oder den Fetes verstecken braucht. Dir werden sicherlich jetzt die Haare zu Berge stehen....Mir auch
Zitat
Bei der Klaviermusik von Debussy ist es sicherlich schwieriger einen Komponisten des 20. jahrhunderts zu finden, der mit ihm qualitativ mindestens gleichzieht. Mir fällt da eigentlich nur Schönberg ein: vor allem sein Klavierkonzert und einige Klavierstücke (die mittleren).Prokofjew? Rachmaninow? Bartok?

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Gerade zu Ende: eine Alpensinfonie

Nach diesem Abgesang kann heute nichts mehr folgen.
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Amfortas, das reicht doch gerade mal für einen Sekundenschlaf. So geht die Stunde nicht vorüber!

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Hi F.Q.,
nur um Missverständnisse zu vermeiden, ich habe Erna gemeint.

Aber danke für die Erklärung. -
Noch weniger als eine Stunde bis zu eurem Date bei euch zu Hause - ihr könnt es kaum mehr erwarten und schaut so gut wie jede Minute auf die Uhr. Jetzt muss Musik her. Und zwar Musik, die ihr anschaltet und vom ersten Ton an bis zum Schluss die Zeit komplett in Vergessenheit gerät. Wenn die Musik vorbei ist, klingelt es bereits an der Tür - und die knappe Stunde, die vergangen ist, kam euch vor, als hätte es sie gar nicht gegeben.
Ein realistisches Szenario? Wenn ja, mit welcher Platte könnte es funktionieren? Kommt es bei der einen auf den Tag an, während es bei der anderen schlichtweg immer klappen sollte? Muss ein ganz bestimmter Interpret am Werk sein, damit Garantie gewährleistet ist? Welche Komponisten sind besonders gute Kandidaten?
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Bitte konkreter

Ich glaube schon zu wissen, was gemeint ist (ich mag ja selbst die Winterreise sehr gerne), aber paradox ist es trotzdem, oder? Könnte man glatt einen neuen Thread drüber aufmachen

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Harmonie
R. Strauss - Hornkonzert Nr. 2 Es-Dur
Ich kenne nur die Einspielung aus der Kempe-Box, aber die ist zum dahinschmelzen.

Achja: in der Winterreise Trost zu finden, finde ich aber erklärungsbedürftig!
Der Zyklus endet ja nicht gerade positiv... -
Zitat
Original von Edwin Baumgartner
Was die Netrebko nicht kann, ist korrekt intonieren. Und eine Spur Wortdeutlichkeit wäre auch ganz schön.Oh ja, das ist mir heute, als ich sie das erste Mal gehört habe, auch beides sehr negativ aufgefallen.

Aber wenn man den Ton stumm schaltet... Wow!
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Zitat
Original von Maggie
Wow, "Leidenschaft" käme mir hier am wenigsten in den Sinn! Eher: Einsamkeit, Resignation, Trauer, Schmerz, ...
Ich verbinde den Begriff eher mit positivem Enthusiasmus, aber wir meinen dann wohl in Bezug auf das Stück dasselbe.

Unter Schönheit fällt mir natürlich ganz viel von R. Strauss ein. Ich will aber keine ganzen Werke nennen (da fielen mir nur die Vier Letzten Lieder ein, und die hat JRII ja schon genannt), denn Strauss hat immer Schönes mit Groteskem oder Gar Hässlichem verbunden (meistens mit dem Zweck, dass die Wirkung des Schönen noch erhöht wird).
Als die "schönsten" Passagen der Musik fallen mir ein: Von den Hinterweltlern aus Also Sprach Zarathustra; aus Tod und Verklärung das Oboenthema und das chromatische der Erinnerungen-Passage; aus Don Juan das Oboensolo; aus Ein Heldenleben die Liebesszene und der Schluss; aus dem Rosenkavalier das Vorspiel; die langsamen Sätze aus den beiden Hornkonzerten und aus dem Oboenkonzert.Empfindung
Zu dem Stichwort fällt mir folgende CD ein:

Man muss es selbst gehört haben...
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Zitat
Original von Amfortas08
rappy: also idas Meiste von Strauss klingt langweilig und darüber kann eine noch so raffinierte Intrumentation nicht hinwegtäuschen. Allerdings würde ich bei seinen Metamorphosen eine Ausnahme machen, wenn sie z.b. Gielen macht.Klingt für dich langweilig.
Vieles von Mahler klingt für mich viel langweiliger (ausgenommen 3. und 9. Sinfonie).
Aber ich würde versuchen, zu objektivieren, dass Mahlers Musik langweilig ist. Sie spricht mich nur so an.Und ich wüsste nicht, warum die Metamorphosen spannender komponiert sein sollten als z. B. Don Juan oder Ein Heldenleben.
Es sind immer diejenigen, die Strauss nur dann hören wollen, wenn er am wenigsten Strauss klingt, und dann auf die ach so tollen Metamorphosen verweisen. Das erinnert mich an die Menschen, die von Schostakowitsch nur den 2. Satz aus dem 2. KK hören wollen.
Ich mag die Metamorphosen auch sehr gerne, aber ich verstehe nicht, warum man immer nur Musik hören möchte, die Leid und Schmerz ausdrückt (oder alternativ distanzierte Musik wie etwa neoklassizistische) und dann jegliche andere Musik als leer und langweilig dahinstellt.
Lasst den Leuten einfach, was sie hören wollen. Für jeden ist andere Musik langweilig.Wenn du objektivieren willst, dass ein Heldenleben langweilig ist, Amfortas, dann zeig das gerne konkret an der Musik im entsprechenden Thread.

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Zitat
Original von Amfortas08
[I]Aber vielleicht hast Du in einem ganz anderm Sinne wiederum einen ganz anderem triftigen Grund für die Mängel an Strauss Werk hingewiesen: Möglichweise liegen diese in daran, dass Strauss zwischen sich und seinem Werk gerade die Identität wollte + deshalb seine Musik so langweilig ist + nicht fetzt.. wäre interessant das mal weiter zu erkunden.Du stellst das hier so hin, als wäre es ein Faktum. Ich kenne nichts Kurzweiligeres als Strauss'sche Tondichtungen.
Überhaupt, wenn jemand eine epikureische Lebenseinstellung hat, wieso ist seine Musik dann verlogen, wenn sie genau das widerspiegelt? Tod und Verklärung zeigt GENAU (wie die Vier letzten Lieder), wie Strauss über den Tod gedacht hat (-> Epikur) und ist folglich genau das Gegenteil von verlogen.
Ich kann nur folgendes zitieren:
Zitat"Liszt und Haydn, diese beiden am häufigsten mißverstandenen unter den bedeutenden Musikern, gleichen sich bei aller Verschiedenheit darin, daß ihre Biographien dem Mitleid zuwenig Nahrung bieten. (Haydns unausstehlich bigotte Frau und die Senilität seiner letzten Lebenszeit reichen in ihrer Alltäglichkeit als Buße wohl nicht aus.)" ["Über Musik", Alfred Brendel, 2005 Piper Verlag, S.309]
Über Strauss könnte man dasselbe sagen.
Zitat[...]im Heldenleben, wo die ganze Orchestervirtuosität nur hohles, leeres und langweiliges Gepränge ist
Du kannst gerne im entsprechenden Werkthread genauer erläutern, warum dem so sein soll.
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Zitat
Original von Maggie
Klaviersonate in B-Dur D. 960
Dieses Stück ist für mich Leidenschaft - es bewegt mich tief, es zaubert ein Lächeln in mein Gesicht und es ist zur Zeit mein absolutes Lieblingsstück.Wow, "Leidenschaft" käme mir hier am wenigsten in den Sinn! Eher: Einsamkeit, Resignation, Trauer, Schmerz, ...
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Hi Jacques,
eine super Thread-Idee!
Erst einmal, die Vier letzten Lieder, die du genannt hast, könnte man IMO auch unter "Weisheit" einordnen.
Für Perfektion fällt direkt folgenes ein:

Brahms, 4. Sinfonie - C. Kleiber
In dieser Komposition stimmt gefühlsmäßig alles, von der ersten bis zur letzten Note.
Leidenschaft

Zu dem Begriff fällt mir diese Aufnahme ein. Muss man die Nominierung noch irgendjemandem erklären, der selbst einmal den Kopfsatz mit Richter gehört hat?

lg