Beiträge von Verletto

    Hallo Heiko


    Entschuldige, daß ich erst heute antworte, aber ich bin letzter Zeit nur noch selten im Forum.
    Vorerst möchte ich feststellen, daß der Text im Abschnitt "Entstehung" nie auf eigenen Interpretationen basieren können, da ich ja es schwerlich selbst erlebt haben konnte. Sie sind allesamt Zitate, die ich mir in "meinem" Opernführer notiert habe, vielleicht nicht wortgetreu, aber , so glaube ich, inhaltlich korrekt. Vielleicht hätte ich die Quellenhinweise hinzufügen sollen, dachte mir aber, dann wird das ganze unübersichtlich (besonders für einen "Opernanfänger"), muß aber auch zugeben, ich weiß sie alle auch nicht mehr.
    Nun im einzelnen, soweit ich mich erinnern kann ....zum "Wagnerianer"...ich las es im Opernführer "Handbuch der Oper" (Dtv 34132). Zwar bezog sich die Aussage auf die "Brandenburger", was aber irrelevant ist, da der Ausdruck nach Meinung der Autoren gefallen ist, Ob nun "Wagnerianer" oder "Germanisator".... diesen Ausdruck hatte er sich ja selbst zuzuschreiben, nachdem er sich in einem Artikel in einer Musikzeitschrift kritisch über das heimische Musikleben, dieses mit dem westeuropäischen Musikhochburgen verglich, geäußert hat. Wie "wir" wissen hatte ja Smetana zusammen mit F.Heller eine Musikschule gegründet, mit der er das ganze tschechische Musikleben reorganisieren und das Niveau dem westeuropäischen anpassen wollte. Ein Grund, als "Wagnerianer" bezeichnet zu weden, mag auch dartan gelegen sein, daß er wie Wagner versucht hat, die Inszenierung seiner Oper als eine abgeschlossene Einheit zu betrachen, in der eine aufwendige Regie inklusive der Dekoration eine gewisse Rolle zukam. Übrigens findet sich der Ausdruck "Wagnerianer" auch im Programmheft einer Aufführung dieser Oper am Landestheater Innsbruck im Jahre 2011. Der Autor des Handbuches hat wohl Wagner und Germanien gleichgesetzt.
    Bezüglich der Äußerung über die vorerst geringe Resonanz der Uraufführung...da hast du recht...ich hätte "unter anderem" hinzufügen sollen, aber da Smetana selbst die Ursache begründet hatte.........
    In keinem Falle wollte ich Smetana im falschen Licht darstellen. Ich liebe seine Kompositionen, was ja auch die Bemerkungen zu dieser Oper beweist, allerdings bin kein Spezialist über seine gesamten Werke.


    Gruß Gerd (alias Verletto)


    PS. Rechtschreibfehler und Buchstabendreher schenke ich dir. :)

    Hallo


    Wer kennt Aufnahmen bzw. hat Aufnahmen vom Label HDC (High Definition Classics) und kann mir vielleicht über die Qualität etwas berichten?
    Nach der Liste des Anbieters von ca 100 CD's handelt es sich um Aufnahmen von russ.Orchestern (Tbilisi Symph.Orch, Lithuanian Chamber Orch., Camerata St.Petersburg um nur einige zu nennen mit mir völlig unbekannten Dirigenten und Solisten) mit Werken von Mozart, über Beethoven, Chopin, Rachmaninov, Tschajkowsky bis zu Strawinsky. Bei diesen unverschämt niedrigen Preis würde ich sie unbesehen (ungehört) kaufen, wenn ich nicht ein Platzproblem hätte.
    Wenn allerdings die Qualität stimmt, würde ich schon einen Platz finden.


    Es wäre prima, wenn mir da jemand Tipps geben könnte, ob es sich lohnt. Vielen Dank im voraus.


    Verletto

    1. Oberto, Conte di Bonifacio------Punkte: 1
    2. Un giorno di regno---------------- Punkte: 2
    3. Nabucco------------------------------ Punkte: 7
    4. I Lombardi alla prima crociata--- Punkte: 5
    5. Ernani-----------------------------------Punkte: 7
    6. I due Foscari--------------------------Punkte: 8
    7. Giovanna d'Arco---------------------Punkte: 3
    8. Alzira------------------------------------Punkte: 0
    9. Attila------------------------------------Punkte: 7
    10. Macbeth-----------------------------Punkte: 10
    11. I masnadieri-------------------------Punkte: 6
    12. Il corsaro-----------------------------Punkte: 3
    13. La battaglia di Legnano----------Punkte: 4
    14. Luisa Miller---------------------------Punkte: 7
    15. Stiffelio-------------------------------Punkte: 8
    16. Rigoletto-----------------------------Punkte: 10
    17. Il Trovatore-------------------------Punkte: 9
    18. La Traviata--------------------------Punkte: 9
    19. I vespri siciliani----------------------Punkte: 6
    20. Simon Boccanegra----------------Punkte: 10
    21. Un ballo in maschera-------------Punkte: 10
    22. La forza del destino-------------- Punkte: 5
    23. Don Carlo----------------------------Punkte: 10
    24. Aida-----------------------------------Punkte: 7
    25. Otello---------------------------------Punkte: 10
    26. Falstaff-------------------------------Punkte: 9

    Hallo an alle


    Hmmm....ich habe mal eine Frage an die Verfechter, die denken, daß bei einer historischen (zeitlich und inhaltlich betrachtet) Oper für den Besucher offensichtlich, und nicht nur in der Symbolik, ein Gegenwartsbezug hergestellt werden muß. Wie denkt ihr, wie sich dies weiter entwickeln wird?
    Ich habe mich mal in den Lehnstuhl gesetzt, die Augen geschlossen und meinen Gedanken und Träumen Ausgang gewährt.......
    ....und habe mir vorgestellt, ein Regisseur findet, daß Tannhäuser (es kann auch jede andere Oper dafür herhalten) unbedingt entrümpelt werden muß und den Besuchern etwas zeitgemäßes dargeboten werden muß. Es wird sicher keinem mehr aufregen, wenn die Venusbergszene in einem Lusttempel, um nicht das Wort Bordell zu mißbrauchen, spielt, der Sängerwettstreit dem Eurovisions-Song-Contest gleichzusetzen wäre und die Pilgerszene in eine Demo (von mir aus, gegen Gott und die Welt) umgewandelt wird. Wie schon gesagt, alles nur Träume...aber vielleicht wurde dies schon so inszeniert und ich weiß es nur nicht. Nun gut, was wird der nächste Schritt für den Regisseur sein...ach ja, die Sprache paßt doch nicht mehr in unsere Zeit....wer singt schon im Bordell "....Dein süßer Reiz ist Quelle alles Schönen, und jedes holde Wunder stammt von dir", wer singt schon..."Dich, teure Halle, grüß ich wieder, froh grüß ich dich, geliebter Raum'...oder 'O du, mein holder Abendstern, wohl grüß ich immer dich so gern".....wer singt (redet) denn heute noch so? Der Regisseur überlegt und wird schnell zu dem Schluß kommen, daß auch das Libretto der heutigen Zeit angepaßt werden muß. Hmm....klingt doch logisch, oder? Logisch wäre auch der nächste Schritt, daß ein auf die heutige Zeit angepaßtes Libretto in einem Ambiente der Gegenwart, solch antiqierte Musik nicht zeitgemäß ist. Nun ja, wir wollen es nicht übertreiben, aber E-Gitarren, Synthesizer und ein Drumcomputer würde der Musik schon das Flair des Modernen geben. Also her damit......Dieses Spielchen kann nach Belieben weitergeführt werden.... Und erstaunt lese ich dann auf dem Opernzettel 'Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg', Romantische Oper in drei Aufzügen, Text und Musik von Richard Wagner....will der Mensch wirklich so betrogen weden? Mir graut davor......Abwegig? Mag sein, aber die modernen Inszenierungen entstanden ja auch nicht über Nacht, sondern entwickelten sich über Jahre hinweg...stückweise, immer ein bißchen mehr, bis dann im Rigoletto die Affen über die Bühne wirbelten.
    Gott sei Dank bin ich dann aufgewacht und bin froh, daß ich diese eventuell mögliche Entwicklung nicht mehr erleben werde, nur die zukünftige Generationen tun mir leid.
    Kommt,seid so nett und versichert mir, daß dies so nie passieren wird......
    Liebe Grüße
    Verletto

    Hallo


    Meine Opernerfahrungen fingen schon mal mit einem Fiasko an. Es gab damals, das Jahr weiß ich nicht mehr genau, aber so in den 50-er Jahren (vielleicht gibt es ähnliches noch heute), hier in Wien die Einrichtung "Theater der Jugend". Für einen erschwinglichen Betrag konnte man manchmal extra für die Jugend, manchmal im Rahmen der Normalvorstellungen Karten für Schauspiel, Konzert und Oper erwerben, bzw, man bekam sie in der Schule zugeteilt....so als freiwilliger Zwang. Nun ja, die erste Oper, die ich so kennenlernte, war Lortzing's Waffenschmied in der Wr. Volksoper...teilweise aber nur, denn zur Pause, es war sehr heiß, huschte ich aus der Oper und kaufte mir in einem gegenüber der Oper gelegenen Cafehaus (es gibt es heute nicht mehr) ein Eis....viel Himbeereis. Der Rest is schnell erzählt, mir war darauf furchtbar übel, sodaß ich mehr mit Magenkrämpfen zu tun hatte, als ein Ohr geschweige denn ein Auge für die Oper zu haben. Nur deswegen blieb mir diese Oper in Erinnerung. Also war es eigentlich nicht der wirklich erste Opernabend...der zweite, oder auch nicht, folgte dann im Jahre 1963, denn da folgte das zweite Fiasko. Eine Freundin, die mich, damals nur gelegentlicher Klassik- bzw. Opernhörer, stellte sich, zusammen mit Freundinnen, fast 5 Tage lang bei der Wr. Staasoper für die Premiere von 'La Boheme' (1963?) um Karten an, nachdem ich ihr versprochen habe, daß ich selbstredend dann auch mal einen Schritt in die Oper wagen werde. Sie bekam Karten, nicht die besten, aber was soll's. Es sollte, wohlgemerkt sollte, Karajan dirigieren, singen sollte, soweit ich mich noch erinnern konnte, Freni vielleicht auch Raimondi, bin mir aber nicht sicher. Doch endlich zurecht gebügelt, trat vor der Vorstellung der damalige Staatsoperdirektor Hilbert, zusammen mit Karajan auf die Bühne, verlas eine Erklärung, daß das Personal streikte und die Vorstellung nicht stattfinden konnte. Er 'knutschte' dann Karajan noch ab, was das einzige erfreuliche an diesen Abend war, weil Karajans Gesicht muß man gesehen haben! Jedenfalls schickte er uns alle dann nach Hause.... Es sollte als 'Souffleuse' nämlich ein ausgebildeter Kapellmeister, war damals in Italien wohl so Sitte (die Produktion stammte von der Scala) eingesetzt werden, womit die Gewerkschaft nicht einverstanden war und daher streikte. Die Karten behielten zwar ihre Gültigkeit (die Aufführung wurde dann nachgeholt), aber meine Freundin erkrankte danach und somit war auch der zweite Opernabend recht kurz. Die wirklich erste vollständige Oper sah ich dann ein Jahr später, wieder in der Staatsoper....Turandot mit Nilssen und Freni, wer den Kalaf sang, weiß ich nicht mehr. Es bewahrheitet sich wieder...aller guten Dinge sind drei.....


    Grüße


    Verletto

    Hallo


    Ich wundere mich, daß ich hier im Forum den Namen Iganz Friedman noch nicht entdeckt habe. Kann es sein, daß seine Chopin-Einspielungen (zugegebenermaßen aus alter Zeit) nur mir gefallen?
    Iganz Friedman wurde 1882 in Podgorze (ein Vorort von Krakow) geboren, sein Vater spielte in einem Orchester und er bekam seinen ersten Klavierunterricht bei Flora Grzywinska. 1900 verließ Friedman seine Heimat, um in Leipzig zu studieren, verließ jedoch ein Jahr später Leipzig um unter Leschetizky in Wien zu studieren, wurde dann sein Assistent und debutierte 1904 mit Werken von Brahms, Tschajkovsky und Liszt in Wien. Danach tingelte er in der Welt herum (Nord- und Süd.Amerika,Süd-Afrika, Japan, Australien, Neuseeland und sogar in Island). Er gab mit Künstler wie Casals ubd Ysaye zahlreiche Konzerte. Danach kehrte er nach Europa zurück und machte seine ersten Schallplattenaufnahmen und gab natürlich Konzerte, so in der Wigmore Hall, Albert Hall und Queen's Hall, wobei das Konzert in letztgenannter Halle besonder Aufmerksamkeit erregte (Brahms Variationen über ein Thema von Händel und Chopins b-moll Sonate). Aber Aufmeksamkeit erregte er, so auch bei Horowitz, mit seinen Chopininterpretationen. Er spielt sie, auch meiner Meinung nach einfach himmlisch, dynamisch, wo es sein soll, expressiv, wo es angebracht ist und romantisch, wie es sich Chopin erdacht hatte...und beschwingt und leicht tänzelnd seine Mazurkas. Ich weiß, das sind keine Aussagen, die einen Experten überzeugen, aber ich kann meine Eindrücke, wenn ich sie höre nicht anders beschreiben. Aber veilleicht kann es jemand anderer, der von Friedman's Chopin genauso überzeugt ist, wie ich. Übrigens, Friedman starb 1948 in Sydney.
    Ich besitze leider nur zwei CD's von ihm, und die sind mono, aber annehmbar in der Qualität.


    LG


    PS. Beethoven scheint aber nicht seine Sache gewesen zu sein, denn die Mondschein-Sonate klingt gewöhnungsbedürftig, um nicht zu sagen, miserabel.

    Hi


    Meiner Meinung nach sollte die Oper in Originalsprache aufgeführt werden, denn Libretto und Musik ist eine Einheit und diese sollte man nicht zerstören. Ich habe jedoch auch mit Übersetzungen keine Probleme, wenn dadurch kein Missverhältnis zwischen Musik und Text entsteht. Wunderlich hat es einmal an einem Beispiel von Cosi fan tutte deutlich gemacht.....ich zitiere:
    "Denken Sie an die Arie des Ferrando im ersten Akt . im italienischen Original beginnt sie mit den Worten 'un aura amorosa'. Diese Worte sind alle auf einen Klang komponiert; zwischen u, au, a und o ist kaum ein Unterschied. Wenn ich die Arie in deutsch singe, dann muß ich versuchen, die sehr unterschiedlichen Vokale in den Wörtern 'der Odem der Liebe' auch auf einen Klang zu bringen"
    Hmmm...und das ist selbst Wunderlich nicht ganz gelungen, denn beim italienischen Text geht das auslautende a von 'aura' nahtlos in das 'a' vom nächsten Wort 'amororsa' über und wird deshalb angehalten, im deutschen fallen diese langanhaltenden Noten allerdings auf unbetonte, klangfarblich unattraktive Endsilben....und deshalb für einen Sänger kaum zu schaffen, ohne daß es seltsam klingt. Und es gibt noch einige Beispiele......
    Der langen Worte kurzer Sinn...wird durch eine Übersetzung das Klangbild verändert, dann Orirignal, ansonsten kann durchaus eine Übersetzung sinnvoll sein. Ich meine jetzt bei der Aufführung (Einspielung), denn um sich einigermaßen über das Libretto zu informieren, ist eine Übersetzung in die jeweilige Landessprache für mich von Vorteil. Ich lerne deswegen nicht russisch, geschweige denn, sollte mal eine chinesische Oper meinen Horizont streifen, chinesisch.....
    Und mal ehrlich, wenn jemand die Parade-Arie Rodolfo's in der Boheme zitiert....sagt er da, jedenfalls in unserem Sprachraum, 'Che gelida manina'? Selten, denn meistens hört man....'Wie eiskalt ist dies Händchen'....


    Gruß Verletto

    Hallo Edwin
    Hmmm....ich denke, daß dies bei der sich täglich neu umwälzenden Pop-Musik so sein mag, aber bei der Klassik...nun ja, ich nehme es mal so zur Kenntnis. Aber Künstler/innen, wie du schreibst, die auch ohne Marketing den Durchbruch schaffen, sind dann aber wohl nur lokal bekannt, denn einmal einen Vertrag mit einer Plattenfirma unterschrieben, sind sie auch mehr oder weniger dem Marketing der Plattenfirma unterworfen. Der Unterschied mag dann nur in der Art der Vermarktung bestehen, die man vielleicht vertraglich fixieren kann. Aber selbst diese Künstler/innen werden die daraus resultierenden Vorteile nicht als ihren Feind betrachten. Ob sie mit ihrer Kunst auf lange Sicht Erfolg haben werden, reguliert sowieso der Markt.
    Was mich ja eigentlich stört, war die Generalsierung eines Künstlers, sei es aus welchen Grund auch immer, wenn er mal nicht das abliefert, was man erwartet. Siehe AN, siehe ASM...übrigens hab ich eben das Klavierkonzert von Kissin und Levine aus NY gehört, und trotz meiner klassischen 'Naivität' fiel mir auf, daß sie einige Zeit brauchten, bis sie sich fanden, komme jedoch niemals auf die Idee, Kissin oder Levine generell 'in die Pfanne' zu schmeissen.
    Schönen Abend noch
    Verletto

    Hi


    Richtig, sie hatte mit Mimi 1975 ihr Debut in der Scala (anstelle der erkrankten Freni, Rodolfo war Pavarotti) gehabt. Sie hatte von Puccini noch die Lauretta in Gianni Schicchi und in der Schwester Angelica die Schwester Genoveva gesungen, aber das wars auch dann schon. Von der Boheme gibt es von ihr CD's, einmal ein Mitschnitt aus der Scala 1975 mit Pavarotti unter Prêtre, dann ebenfalls aus der Scala 1976 ebenfalls unter Prêtre aber mit Carreras, etwas später dann, 1979, ebenfalls ein Live-Mitschnitt aus der Scala wieder mit Pavarotti, jedoch unter Carlos Kleiber und zuletzt ein Video mit Shicoff aus dem Jahre 1982 vom Covent Garden unter Gardelli. Ich glaube auch, daß es von den anderen beiden von ihr noch gesungenen Puccini-Rollen Einspielungen gibt.
    Aber du hast recht, Puccini war nicht gerade ihr Fach....aber die Mimi sang sie wunderschön und von der Darstellung her, so meine ich, glaubhafter als Freni ... aber das ist natürlich subjektiv.


    Gruß Verletto

    Mal guten Tag wünsch.....


    Vorweg, ich bin kein wirklicher Kenner der Klassik, höre sie gerne, bilde mir mein subjektives Urteil und lese interessiert, was andere dazu sagen. Aber nun zum Thema...oder auch nicht....ich kann mir nicht vorstellen, daß die Manager einer Plattenfirma sich am runden Tisch treffen, eine Liste von Namen vor sich haben und dann abstimmen, welcher von Ihnen ein Star, wenn auch nur vorübergehend, werden soll. Marketing kann vieles, aber doch nicht alles. Ich denke, daß Künstler(innen) schon mal ihre Sporen verdient haben müssen, um sich am Markt zu behaupten und so verstehe ich nicht, daß man eine mal nicht so perfekte Darbietung eines Künstlers gleich mal generalisiert. Jedem sein 'Waterloo'.....
    Ich finde, daß man das Werk und ihre Darbietung als Einheit betrachten sollte und danach urteilen und auch tolerieren, daß sowohl Werk als auch Künstler dem subjektiven Eindruck des einzelnen unterliegt.
    Demach finde ich wohl die Diskussion über das Werk, die Interpretationen und Techniken angebracht, jedoch nicht, ob AN nackt auf der Opernbühne Purzelbäume schlägt oder ASM ein Liebkind von Karajan war...usw...Beispiele gibt es genug.


    Gruß Verletto


    PS. Es werfe derjenige den ersten Stein, der sich in jedem Falle dem Marketing entziehen kann......

    Hallo


    Mal auch meine Favoriten aufzähle


    1. Verdi - Rigoletto
    2. Wagner - Tannhäuser
    3. Bellini - Norma
    4. Verdi - Maskenball
    5. Mozart - Zauberflöte
    6. Verdi - La Traviata
    7. Verdi - Don Carlos
    8. Gounod - Faust
    9. Puccini - Turandot
    10. Mozart - Don Giovanni
    11. Dvorak - Rusalka
    12. Verdi - Falstaff


    und sämtlich fehlenden Opern von Verdi, Bellini, Donizetti, Puccini, Rossini, Mozart, Weber, Lortzing......usw.


    Schönen Tag noch.....
    Verletto

    Hallo


    Ich möchte hier mich zwar nicht als Anwalt für den Herzog betrachten, aber will ein paar Aspekte zu Gunsten des Herzogs in die Diskussion bringen. Klar, ein Edelmann im herömmlichen Sinne ist der Herzog auch für mich nicht, aber die menschen- bzw. frauenverachtende Rolle, die ihm zugewiesen wird, besteht für mich nicht. Er ist ein charmanter, wahrscheinlich sogar gutaussehender junger Mann, der es nicht nötig hat, daß er den Frauen nachläuft, geschweige denn Gewalt anwendet, wenn er sie für sich gewinnen will. Er liebt zugegebener Maße die leichtgewichtigen Abenteuer und umgibt sich mit der Aura hemmungs- und bedenkenloser Lust am Leben. Aber dann entdeckt er in der Beziehung zu Gilda, daß es noch etwas anderes gibt...die 'wahre' Zuneigung, die 'wahre' Liebe....dies kommt schon in der Musik, vor allem im 2.Akt zum Ausdruck, wo schon durch die von Verdi selten verwendete Tonart (Ges-Dur) ausgedrückt werden soll, daß hier etwas Besonderes geschieht, abgesehen von der Arie 'Ah tutto il ciel non mi rapi! Possente amor mi chaima.....', die der Herzog für sich selbst singt und die Tiefe seiner Liebe zu Gilda offenbart. Wohlgemerkt, er singt sie für sich...ein skrupelloser Frauenheld würde so etwas nicht tun, und wenn, dann in einer anderen Art und Weise. Es zeigt von seiner Sensibilität, daß er dies überhaupt wahrnimmt und er erkennt auch recht schnell, daß diese Liebe auf dem Hofe mit der ausschweifenden Lebensart der Höflinge kaum Bestand haben wird, selbst wenn er zum treuen Ehemann wird. So, vielleicht auch um Komplikationen aus dem Wege zu gehen, vielleicht auch, weil er merkt, daß seine Liebe zu Gilda in diesem Milieu zur reinen Sexualität abfallen wird, vielleicht auch, weil er zur echten Liebe aus Angst davor nicht fäihig ist, geht er dieser Liebe aus dem Weg. Gilda ist jedenfalls nicht eine der 'eintausenddrei aus Spanien'.
    So gesehen kann man ihm kaum den 'miesen' Charakter anhaften, wenn auch keinen edlen.....
    All die angeführten Arien kann man auch mit anderen Augen sehen und man soll sie zusammen mit der Musik und der Situation betrachten...'Quella o quella...'-->würde er etwas anderes singen, würde er nur Gelächter ernten und zeigen bei Gott nicht, Abgründe einer Seele auf, zumindestens lässt die Musik, die heiter beschwingt ist, dies nicht zu.
    'La donna e mobile' ---> er singt sie an einem Ort, wo Treue und Liebe nicht gefragt ist und dort über die Treue zu singen, wäre naja...paradox, mehr fällt mir dazu nicht ein.
    So hat auch dieser Herzog, der übrigens bei Victor Hugo viel charakterloser gezeichnet wurde...Verdi hat da einige Modifikationen vorgenommen, obwohl er anfangs die Idee hatte, den Text ohne Änderungen zu übernehmen, seine guten und seine schlechten Seiten....er ist und bleibt ein 'Schwerenöter'


    Griß

    Vor kurzem habe ich auf gut Glück folgende CD erstanden



    Nun ja, ich bin ein noch verhältnismäßiger Neuling in dieser Sparte der klassischen Musik, die die beiden Französinnen hier darbieten, aber ich bin begeistert....nicht nur von Schubert, von denen ich neben einigen alt bekannten Liedern, nur die Sinfonien kenne, sondern auch, wie ausdrucksvoll und aufeinander abgestimmt mir sie Schubert um ein großes Stück näher gebracht haben.
    Anne Gastinel spielt auf einem alten Cello, daß von Giuseppe Testore im Jahre 1690 erbaut wurde und sie entlockt desem Instrument bezaubernde Tonnuancen. Sie hat in ihrer jungen Karriere, sie wurde 1971 geboren, schon zahlreiche Preise gewonnen (Scheveningen, Prag und sie hat beim Rostropovich Wettbewerb einen Preis errungen) und hat in Claire Désert eine kongeniale Partnerin. Ihr Spiel drängt sich nie vor und untermalt hervorragend das Cello.
    Ich weiß nicht, wer diese CD schon gehört hat und vielleicht meine Meinung teilt oder auch nicht und wer sie noch nicht gehört hat, sollte sie erwerben, wenn er seine Depressionen und seine Wehmut vertiefen will...auf eine für mich schöne Weise. ;)
    Schönen Tag noch und zerreißt mich wegen meiner subjektiven Ansicht nicht gleich in der Luft, aber ich mußte mal meiner Begeisterung Ausdruck verleihen.


    Verletto


    PS: Ach ja, was ist auf der CD zu hören:
    Schubert Sonate D 821, Sonatine D 384 und Transkriptionen der Lieder D 957/4, D 547, D343, D550, D957/13, D 774, D 911 und D 795

    Antonio Carlos GOMES (1836-1896)


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    wurde am 11.Juli 1836 in Vila de Sao Carlos, dem heutigen Campinas, nördlich von Rio gelegen, als Sohn von Manoel Jose Gomes und Fabiana Maria Jaguary Cardoso geboren. Er stammt aus recht bescheidenen Verhältnissen. Er hatte die musikalische Begabung von seinem Vater, er war Kapellmeister, geerbt, der sein musikalisches Talent schon früh förderte. Mit 18 Jahren komponierte Carlos eine Messe, die erfolgreich aufgeführt wurde, mit 19 Jahren trat er als Pianist auf. Er besuchte dann das Konservatorium in Rio In dieser Zeit komponierte er seine erste Oper 'A Notre do Castelo', der 2 Jahre später seine zweite Oper 'Joana de Flanders' folgte, die beide in Rio mit erfolgreich aufgeführt wurden. Nach diesen Erfolgen wurde Kaiser Pedro II, ein sehr der Musik verbundener Herrscher, auf ihn aufmerksam und ermöglicht ihm, in Italien, in den romanischen Ländern das Mekka der Oper, seine Studien in den Jahren 1864 bis 1866 bei Lauro Rossi am berühmten Konservatorium in Mailand fortzuführen. Nach dem er mit seinen beiden musikalischen Komödien "Se sa minga" und "Nella lunga" bereits bescheidenen Erfolg hatte, kannte ihm am 19.März 1870 dann plötzlich ganz Italien, denn seine an der Scala aufgeführte Oper 'Il Guarany' wurde enthusiastisch gefeiert. Boito, der 2 Jahre zuvor mit 'Mefistofele' ausgepfiffen wurde, verglich ihm mit Verdi und selbst Verdi hatte positive Worte für ihm übrig. Die Oper wird dann auch in Florenz (La Pergola), in Genua (Carlo Felice) in London (Covent Garden) in Ferrara, Bologna, Vicenza, Treviso, später dann auch in Livorno, Turin, Moskau und Pittsburgh aufgeführt.
    Am 16.12.1871 heiratet er die Pianistin Adelina Peri 1873 wurde sein erster Sohn Carlos Andres geboren, dem im Jahre 1874 mit Mario sein zweiter folgte.
    Er reiste dann nach Rio, um seinen Landsleuten sein Werk vorzustellen. Nachdem er wieder nach Italien zurückkehrte, gewann er als Librettist Antonio Ghislanzoni, der ihm das Libretto für seine nächste Oper 'Fosca' lieferte. Sie wurde am 16.2.1873 an der Scala uraufgeführt, wurde positiv aufgenommen, hatte jedoch nicht jenen Erfolg wie 'Il Guarany'. Auch seine nun folgende Oper 'Salvator Rosa' geriet bald in Vergessenheit und seine selbst an der Scala dirigierte Oper 'Maria Tudor' (27.9.1879) wurde sehr reserviert aufgenommen, obwohl die Besetzung außergewöhnlich gut war. Daraufhin, Gomes wertete dies als Mißerfolg, kehrte er 1880 in seine Heimat zurück, auch deshalb, weil sein Sohn Mario stirbt und er in tiefe Depressionen verfällt..1882 wird sein Sohn Itala geboren, 1885 trennt er sich von seiner Frau. Am 17.9.1889 wird seine Oper 'Lo Schiavo', die sich stilistisch sehr seiner großen Erfolgsoper anschließt, in Rio uraufgeführt. Noch einmal fand in Europa, nämlich an der Scala, eine Weltpremiere einer Oper von Gomes statt, nämlich am 21.2.1891 seine Oper 'Condor', mit der er sich dem Stil des italienischen Verismus sehr näherte. Die Oper wurde anfangs erfolgreich aufgeführt, geriet dann aber auch bald in Vergessenheit. Er wurde dann auch in seiner Heimat vergessen, zumal durch die Abschaffung der Monarchie sein großer Förderer gestürzt wurde, er seine finanzielle Unterstützung verlor und deshalb die Stelle als Direktor des Konservatoriums von Belem, weit weg vom kulturellen Zentrum Brasiliens, annehmen mußte. Wenige Monate danach, am 16.8.1896, verstarb er verbittert in Belem.


    Neben seinem Opern muß sein Oratorium "Colombo", das er anlässlich der 400-Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas schrieb, als ein bedeutendes Werk in seinem Schaffen angesehen werden. Daneben schrieb er 1876 im Auftrag von Pedro II 'Il saluto del Brasile', das am 19. Juli 1876 in Philadelphia als Beitrag Brasiliens zur 100-jährigen Unabhängiskeit Amerikas aufgeführt wurde. Weiters schrieb er Kantaten. Seine Opern sind in Europa fast unbekannt, in seiner Heimat gilt jedoch 'Il Guarany' als Nationaloper, so etwa wie Smetana für die Tschechen, Glinka für die Russen oder Webers 'Freischütz' für die Deutschen.


    Seine Musik wird heute nur mehr sehr selten aufgeführt, meist sind es Arien, die sich auf historischen Aufnahmen befinden (Caruso!) und die Einspielungen sind sehr rar. Vor einiger Zeit wurde eine Reihe von Gesamtaufnahmen seiner Opern eingespielt, sind jedoch meines Wissens vergriffen, einzig von seiner Glanzoper 'Il Guarany', die auf einer Aufführung in Bonn 1994 aufgenommen wurde, gibt es eine noch heute erhältliche Einspielung



    Placido Domingo, Veronica Villaroel, Marcus Haddock und Carlos Alvarez singen
    die Hauptrollen. Es spielt das Orchester der Beethovenhalle Bonn unter der Leitung von Johann Neschling


    Alle seine Opern in einer kurzen Übersicht:


    A noite do castelo (Eine Nacht im Schloß)
    Oper in 3 Akte; Libretto-Antonio José Fernandes dos Reis; Uraufführung-4. Sept. 1861 Rio de Janeiro
    Joana de Flandres (Johanna v. Flandern)
    Oper in 4 Akten; Libretto-Salvador de Mendonça; Uraufführung-15.9.1863 Rio de Janeiro Lyric Theater
    Se sa minga
    Musikalische Komödie; Libretto-A. Scalvini; Uraufführung-1867 Mailand
    Nella luna
    Musikalische Komödie; Libretto-A. Scalvini; Uraufführung-1867 Mailand
    Il Guarany oder O Guaraní (Der Guarani-Indianer)
    Oper in 4 Akten; Libretto-Antonio Enrico Scalvini und Carlo d'Ormeville, nach dem Roman O Guarani von José Martiniano de Alencar; Uraufführung-19. März 1870 Scala Mailand; 2. Dez. 1870 Rio de Janeiro
    Fosca
    Melodram in 4 Akten; Libretto-Antonio Ghislanzoni, nach der Erzählung La festa delle Marie von Luigi Marchese Capranica del Grillo; Uraufführung-17. Febr. 1873 Mailand, Scala (1. Fassung);7. Febr. 1878 Mailand, Scala (2. Fassung)
    Salvator Rosa
    Lyrisches Drama in 4 Akten; Libretto-Antonio Ghislanzoni, nach dem Roman Masaniello von Eugène de Mirecourt; Uraufführung-21. März 1874 Genua, Teatro Carlo Felice
    Maria Tudor
    Oper in 4 Akten; Libretto-Emilio Praga, nach dem gleichnamigen Stück von Victor Marie Hugo; Uraufführung-27. März 1879 Mailand, Scala
    Lo schiavo (Der Sklave)
    Lyrisches Drama in 4 Akten; Libretto-Rodolfo Raravicini, nach einem Entwurf von Alfredo Visconde de Taunay d'Escragnolle; Uraufführung-27. Sept. 1889 Rio de Janeiro, Teatro Imperiale
    Condor (Der Kondor)
    Oper in 3 Akten; Libretto-Mario Canti; Uraufführung-21. Febr. 1891 Mailand



    Seine Musik ist melodiös und ganz im Stile der italienischen Oper und man kann sie zwischen dem frühen und dem mittleren Verdi einreihen, obwohl besonders 'Il Guarany' auch Elemente der Grand Opera beinhaltet, wie das Ballett und das grandiose Finale. Wenn man allerdings brasilianische Folklore sucht, wird man enttäuscht sein, weil man sie nicht findet. Vielleicht in seinen beiden ersten Opern, da ich sie noch nicht gehört habe.
    Wenn man glaubt, alles schon gehört zu haben, dann ist dieser 'Gomes' allemal eine Entdeckungsreise wert, auch wenn er kein Verdi ist.......
    Ich hoffe, daß ich bei einigen das Interesse geweckt habe und jene, die ihn bereits kennen, haben vielleicht auch etwas über ihn zu sagen....


    Gruß


    PS: Bei Interesse kann ich für die Opern eine kurze Inhaltsangabe nachliefern, von 'El Guarany' habe ich vor, sie beizeiten im Opernführer näher vorzustellen.

    Hallo


    Heute eingetroffen und sehr genossen






    uhlmann
    Hast Du diese Opern-CD's direkt bei Cantus-Classic erworben? Ich habe nämlich geguckt und da steht, sie liefern nur innerhalb Deutschlands, sehe aber, daß du aus Linz bist...hast Du sie über Freunde in Deutschland erworben oder?


    Gruß

    Hallo


    Im Internet findet man alle 18 Opern, die fehlenden mal aufliste:


    Il Fato monarchio 6. März 1700 Wien, Hoftheater
    L'Offendere per amore overo la Telesilla 25. Juni 1702 Wien, Hoftheater
    La Clemenza d'Augusto Poemetto 15. Nov. 1702 Wien, Hoftheater
    Julo Ascanio, Re d'Alba 19. März 1708 Wien, Hofburg
    Pulcheria 21. Juni 1708 Wien
    Il Mese di Marzo consacrato a Marte 19. März 1709 Wien, Hofburg
    Gli Ossequi della Notte 15. Juli 1709 Wien
    La decima Fatica d'Ercole ovvero La Sconfitta di Gerione in Spagna 1. Okt. 1710 Wien
    Orfeo ed Euridice 1. Okt. 1715 Wien
    Angelica vincitrice di Alcina 14. Sept. 1716
    Elisa 28. Aug. 1719 Wien
    Psyche 19. Nov. 1720 Wien, Hofburg
    Le Nozze di Aurora Festa 6. Nov. 1722
    Giunone placata 19. Nov. 1725 Wien
    La Corona d'Arianna 28. Aug. 1726 Wien
    Enea negli Elisi, ovvero Il Tempio dell'Eternità 28. Aug. 1731 Wien


    Ob es Einspielungen dieser Opern gibt, weiß ich nicht, kann mich jedoch an den ungefähren Inhalt von 'Psyche' und 'Pulcheria' erinnern bzw. auf Notizen zurückgreifen, die mir mal ein alter, leider schon verstorbener Opernfanatiker erzählt hat. Leider genügen diese vagen Angaben nicht für einen Eintrag im Opernführer, doch, wenn irgendwer Interesse zeigt, werde ich versuchen, meine Notizen in sinnvolle Sätze zu bringen


    Gruß

    Giuseppe VERDI
    Un ballo in maschera (Ein Maskenball)
    _____________________________________________________


    Oper in 3 Akten
    Untertitel: Amelia
    Libretto: Antonio Somma, nach dem Libretto von Eugéne Scribe zur Oper 'Gustave III ou Le Bal masqué' (Paris 1833) von Daniel Auber
    Uraufführung: 17. Februar 1859, Teatro Apollo, Rom


    Personen
    Riccardo, Graf von Warwick und Gouverneur von Boston (Tenor)
    Renato, ein Kreole und sein Sekretär (Bariton)
    Amelia, Renatos Gattin (Sopran)
    Ulrica, eine Wahrsagerin (Alt)
    Oscar, Page (Sopran)
    Silvano, ein Seemann (Bass/Bariton)
    Samuel, Verschwörer (Bariton)
    Tom, Verschwörer (Bass)
    Oberrichter (Tenor)
    Diener Amelias (Tenor)
    Deputierte, Gesandte, Offiziere, Seeleute, Wachen, Diener; Edelleute, Anhänger von Samuel und Tom, Volk


    Besetzung der Uraufführung
    Riccardo - Gaetano Fraschini
    Reanto - Leone Giraldoni
    Amelia - Eugenia Julienne-Dejean
    Ulrica - Zelina Sbriscia
    Oscar . Pamela Scotti


    Die Handlung spielt in Boston und Umgebung, gegen Ende des 17. Jh.


    1. Akt:
    Am Morgen warten in einem Saal des Gouverneurs Deputierte, Offiziere und Stadtbewohner auf den Beginn der Audienz von Graf Riccardo. (Posa in pace)=(Schlummere ruhig). Darunter befinden sich auch Tom und Samuel, Anführer einer Verschwörergruppe, die einen Anschlag auf Riccardo planen. Vom Boten Oscar angekündigt, betritt Riccardo den Saal und nachdem die Bittsteller ihre Wünsche vorgetragen haben, versichert ihnen Riccardo, er werde alle ihre Gesuche wohlwollend prüfen und dann entscheiden. Dann überreicht ihm Oscar eine Liste von Namen, die am Maskenball, der am nächsten Tag stattfinden soll, der zu erwartenden Gästen. Als Riccardo darauf den Namen Amelia, die Frau seines Freundes und Sekretärs Renato und die er heimlich liebt, erblickt, gerät er von den anderen unbemerkt ins Entzücken und gibt sich der Vorfreude auf die Begegnung hin. (La rivedrà nell'estasi)=(Mit Entzücken werde ich sie wiedersehen). Seine Schwärmerei wird je unterbrochen, als Renato erscheint, um seinen Freund vor den Verschwörern zu warnen (Alla vita che t'arride)=(Für dein Glück und für dein Leben) und bedrängt ihn, Vorkehrungen zu treffen, damit er dem Vaterland erhalten bleibt. Riccardo ist erleichtert, dass Renato nicht ahnt, dass er Amelia liebt und nimmt die Warnung nicht ernst, ist er sich doch der Zuneigung seines Volkes gewiss.
    Oscar meldet die Ankunft des Oberrichters, der Riccardo ein Verbannungsurteil zur Unterschrift vorlegt. Es soll eine Wahrsagerin namens Ulrica verbannt werden, die das Volk mit ihren Vorhersagen nur zu schändlichen Taten treibt. Oscar verteidigt die Wahrsagerin, sei doch bisher immer das eingetroffen, was sie vorhersagte (Difenderla vogl'io! Volta la terra)=(Ich möchte für sie sprechen!.Mit starren Angesicht). Riccardo will sich selbst ein Bild von der Magierin machen und beschließt zusammen mit seinen Getreuen maskiert zu der Wahrsagerin zu ziehen.(Signori, oggi d'Ulrica)=(Herren, heute bei Ulrica). Und wenn daraus ein Spaß wird, nun gut...dann soll jeder Gram froher Lust weichen (Ogni cura si doni al piacer). Alle sind davon begeistert , auch die Verschörer, die nun ihre Chance wittern, ihr Vorhaben durchzuführen.
    Szenenwechsel - Haus der Wahrsagerin
    Über einem offenen Feuer steht auf einem Dreifuß ein rauchender Kessel. Männer und Frauen beobachten das unheimliche Schauspiel (Zitti...l'incanto non dessi turbare)=(Stille! Man darf ihren Zauber nicht stören), wie Ulrica die unterdirdischen Mächte mit magischen Ritualen beschwört (Re dell'abisso, affrettati)= (König des Abgrunds, zeige dich). Riccardo, als Fischer verkleidet, drängt sich vor, wird jedoch von den Frauen zurückgewiesen. Ein Seemann löst sich aus der Menge und will von der Magierin endlich wissen, ob seine Opfer, die er im Dienste des Königs jahrelang vollbracht hat, endlich Früchte tragen werden. Ulrica prophezeit ihm Reichtum und baldige Beförderung. Riccardo, der diese Szene aufmerksam verfolgt hat, steckt dem Seemann unbemerkt ein Blatt Papier und eine Geldrolle in die Tasche. Als der Seeman beiläufig dann in seine Tasche greift, das Geld und das Beförderungsschreiben entdeckt, ist der Jubel groß und alle preisen Ulrica. (Evviva la nostra Sibilla immortale)=(Es lebe Ulrica, die hohe Prophetin!). Ulrica allerdings ist etwas verwundert, fühlt sie doch, daß hier fremde Mächte ihre Hände im Spiele hatten.
    Es erscheint ein Diener Amelias und bittet für seine Herrin Ulrica um eine Unterredung unter vier Augen. Ulrica gewährt sie und schickt alle anderen hinaus. Amelia bittet sie, den Mann, der mit starker Hand das Schiksal des Landes leitet, aus ihrem Herzen zu löschen, damit sie Frieden erlangt. Ulrica weiß Rat - sie soll aus einem Zauberkraut, das zur Geisterstunde an grauenvoller Stelle eigenhändig gepflückt, Tropfen herstellen und sie zu sich nehmen....dann wird alles Herzensleid verschwinden.(Della città all'occaso)=(Im Westen der Stadt). Riccardo hat beide belauscht und bietet sich als Beschützer Amelias an, die noch in derselben Nacht, nach dem Kraut suchen will, an.
    Nachdem sich Amelia entfernt hat, dringt die Hofgesellschaft, alle verkleidet, in das Haus ein und will nun ihr Vergnügen. Riccardo verlangt nun, ohne sich zu erkennen zu geben, daß ihm die Hexe die Zukunft voraussagt (Di' tu se fedele)=(Sag mir, wenn ich fahr' auf stürmischen Wogen). Die Prohezeiung ist unheilvoll...er wird durch die Hand eines Freundes sterben. Die Hofgesellschaft ist entsetzt, doch Richard lacht nur über solchen Unsinn. (È scherzo od è follia)=(Nur Scherze sind's und Possen).Als Riccardo nach den Namen fragt, wer sein Mörder sein wird, ergänzt Ulrica ihre Vorhersehung mit den Worten "Der erste, der heut zum Gruß die Hand dir reicht". Riccardo amüsiert sich, bietet jeden der Anwesenden seine Hand zum Gruße an, doch alle scheuen zurück. Da erscheint Renato und begrüßt Riccardo ....jetzt sind sich alle einig, daß die Prophezeiung Ulricas falsch ist, denn Renato ist der beste Freund Riccardos. Riccardo, nun erkannt, hebt die Verbannung Ulricas, die nochmals warnt, den Schiksalspruch auf die leichte Schulter zu nehmen, auf, und alle jubeln dem König zu. (O figlio della patria)=(Oh, du Sohn des Vaterlandes). Nur die Verschwörer sind verärgert, weil es keine Gelegenheit gab, ihr Vorhaben auszuführen.


    2. Akt:
    Es ist Nacht und der Mond, leicht von Wolken verhangen, lässt die Galgen im schwachen Licht gespenstisch leuchten. Amelia, tief verschleiert, ist auf der Suche nach dem magischen Kraut, daß sie von den Qualen der Liebe entbinden soll. Hier an dieser unheimlichen Stelle, so sprach die Zauberin, sei es zu finden. Als die Mitternachtsglocken läuten, glaubt Amelia, daß die Toten auferstehen und von Angst erfüllt, sinkt sie zu Boden und betet um die Hilfe Gottes (Ecco l'orrido campo....Ma dall'arido stelo divulsa)=(Hier ist der grauenvolle Ort.....Aber wenn ich, sobald ich diese Pflanze). Riccardo ist ihr heimlich gefolgt und nähert sich Amelia. Amelia bittet ihn, sie zu verlassen und ihre Ehre zu respektieren, (Ah, mi lasciate....)=(Ach, laßt mich). Riccardo schwankt zwischen Schuldgefühlen und Begehren (Non sai tu che l'anima mia il rimorso dilacera e rode)=(Weißt du nicht, daß mein Herz, auch wenn Gewissensbisse es verzehren) und will ihr ein Geständnis ihrer Liebe zu ihm entlocken, was auch gelingt. Sie umarmen sich und geben sich der Leidenschaft hin. (Oh, qual soave brivido)=(Oh, welch süßer Schauer).
    Plötzlich und völlig unerwartet taucht Renato auf, der Riccardo nachgeeilt ist, um ihm neuerdings vor einem drohenden Hinterhalt der Verschwörer zu warnen. Amelia kann im letzten Augenblick ihr Gesicht mit dem Schleier bedecken. Renato rät Riccardo zur Flucht und daß er nicht sogleich erkannt wird, tauschen sie ihre Mäntel. Vorerst jedoch vertraut Riccardo Renato die verschleierte Amelia an, er soll sie in die Stadt zurückbegleiten, ohne mit ihr ein Wort zu wechseln. Von Renato und Amelia bedrängt, flieht Riccardo....(Odi tu come fremono cupi per quest'aura gli accenti di morte?)=(Hörst du die düsteren Stimmen des Todes schaudernd in den Lüften?).
    Die Verschwörer nahen und glauben sich am Ziel, als sie erstaunt feststellen müssen, daß sie Renato antreffen und nicht wie erwartet Riccardo. Enttäuscht von ihrem erneuten Fehlschlag, wollen sie zumindestens wissen, wer die schöne verschleierte Frau in seiner Begleitung ist. Als sie ihr den Schleier entreißen wollen, zieht Renato den Degen, um dies zu verhindern und bevor es zum Blutvergießen kommt, wirft sich Amelia zwischen den Kämpfenden. Dabei verliert sie den Schleier und wird erkannt, sowohl vom entsetzten Renato als auch von den erstaunten Verschwörern. Die Verschwörer verhöhnen nun Renato (Ve',se di notte qui colla sposa)=(Ach, mit der Gattin nächtlich zu schwärmen), der wiederum den Verrat Riccardos bemerkt und vor Zorn Rache schwört. Er lädt die Verschwörer für den kommenden Morgen in sein Haus ein.....


    3. Akt:
    Renato ist mit Amelia in ihrem Haus angekommen und er ist fest entschlossen, Amelia ihren Ehebruch mit dem Tode büßen zu lassen. All ihre Beteuerungen, sie sei unschuldig, sind vergebens. So bittet sie, daß sie wenigstens ihren Sohn noch ein letztes mal in ihre Arme schließen darf, bevor sie stirbt. (Morrò, ma prima in grazia)=(Der Tod sei mir willkommen). Renato gewährt ihr diese Bitte. Nachdem Amelia gegangen ist, fällt sein Blick auf das Bild des Königs, und er kommt zur Einsicht, daß nicht seine Frau den Tod verdient, sondern Riccardo, der der wahre Schuldige ist. So beschließt er, den König zu töten, um seine befleckte Ehre wieder herzustellen (Eri tu che macchivi quell'anima)=(Du warst es, der diese Seele befleckte).
    Samuel und Tom treten ein und sind vorerst mißtrauisch, als Renato um Aufnahme in die Verschwörergruppe bittet. Als er jedoch als Pfand das Leben seine Sohnes anbietet, sind alle Zweifel zerstreut. Alle drei schwören, sich an Riccardo zu rächen, (Dunque l'onta di tutti sol una)=(Unser aller Schande) und beschließen, daß das Los entscheiden soll, wer von ihnen die Tat begehen soll. Schnell sind drei Zettel geschrieben, in eine Vase gegeben und als Amelia erscheint und mitteilt, daß Oscar hier ist, um sie zu einem Ball beim Grafen einzuladen, wird sie gezwungen, das verhängnisvolle Los zu ziehen. Das Los trifft auf Renato, der darüber höchst erfreut ist und die Gerechtigkeit des Schiksals preist. Amelia begreift angesichts der unheimlichen Freude ihres Mannes, daß man Riccardo ermorden will. (Ah! del Conte la morte si vuole!)=(Sie wollen des Grafens Tod). Nun wird Oscar hereingebeten, der die Einladung zu einem Maskenball überbringt. Oscar, um der Einladung Nachdruck zu geben, schildert, daß es ein Fest der Feste werden wird und während er sich in Schwärmereien ergießt (Ah! di che fulgor, che musiche)=(Ah, von Glanz und Musik), reift in Renato der Plan, dieses Fest für seine Tat zu benutzen (Là fra le danze esanime)=(Dort unter Tanz und Festeslust). Es soll für Riccardo ein Tanz in den Tod werden......
    Szenenwechsel - Riccardos Arbeitszimmer
    Riccardo sitzt bei seinem Arbeitstisch und hat sich zu einem Entschluß durchgerungen. Er mußte sch zwischen seiner leidenschaftlichen Liebe zu Amelia und zwischen der Pflicht, auf sie zu verzichten, entscheiden. So hat er ein Dekret unterzeichnet, daß Renato einen hohen Posten in England bekleiden soll. Amelia wird ihm natürlich als Frau folgen und er hofft, daß mit der Distanz zu ihr, sein Herz verstummen wird. Düstere Ahnungen sagen ihm, daß er sie heute das letzte mal sehen wird...es ist schwer für ihn, des Liebes Glück zu entsagen. Allerdings, ob er sie jemals vergessern wird.....(Ma se m'è forza perderti)=(Auch wenn es mir bestimmt sei)
    Oscar bringt ihm einen Brief einer unbekannten Dame, in dem er gewarnt wird, daß während des Maskenballes ein Attentat auf ihn verübt werden soll. Riccardo beschließt jedoch, am Feste zu erscheinen, nicht nur, weil er nicht als Feigling gelten will, sondern auch, um Amelia zu sehen.
    Szenenwechsel - Ballsaal
    Der Maskenball, im festlich erleuchteten und geschmückten Ballsall, ist im vollen Gange. Im Takte der Musik tanzen die maskierten Gäste und geben sich dem Traum voll Lust und Freude hin. (Fervono amori e danze)=(Laßt und lieben und tanzen). Unter den Maskierten befinden sich auch Renato und die Verschwörer, die unter den Maskierten versuchen, Riccardo auszumachen. Oscar erkennt Renato, der ihm die Maske entreißt und nun von Oscar erfahren will, ob Riccardo überhaupt am Feste ist und hinter welcher Maske er sich verbirgt. Oscar will es nicht verraten (Saper vorreste, di che si veste)=(Ihr wollt wissen, wie er sich verkleidet hat) , doch Renato lässt nicht locker, in dem er vorgibt, mit ihm dringend heute abend noch reden zu müssen und er schuld sei, wenn es nicht dazu kommt. Immer wieder werden die beiden von der tanzenden Menge getrennt, doch es gelingt Renato mit der Zeit, von Oscar zu erfahren, welches Kostüm Riccardo trägt.
    Amelia hat Riccardo erkannt und fleht ihn an, das Fest zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen, denn sonst werde er den nächsten Morgen nicht mehr erleben. (T'amo, si, t'amo, e in lagrime....)=(Ich liebe dich, ja, ich liebe dich und in Tränen....). Er erklärt ihr, daß sie ihre gegenseitig Liebe aufgeben müssen, da sie ihrem Gemahl nach England folgen werde und jetzt Zeit ist, voneinander Abschied zu nehmen, so schwer es auch fällt. Sie umarmen sich...als sich plötzlich Renato aus der Menge löst und Riccardo erdolcht. Von allen Seiten stürzen die Ballgäste herbei, Wachen reißen Renato die Maske vom Gesicht und die Menge ist sich einig, daß diese Freveltat mit dem Tod bestraft werden muß. (Ah! Morte, infamia)=(Ha! Schande! Verderben!). Mit letzter Kraft erklärt Riccardo, daß Amelia unschuldig sei und Renatos Ehre unverletzt ist. (Ella è pura, in braccio a morte)=(Sie ist schuldlos, im Angesichts des Todes). Er übergibt Renato das Dekret seiner Versetzung nach England und verzeiht seinem Mörder. Renato erkennt den falschen Wahn, der ihn zu dieser Tat getrieben hat, doch es ist zu spät.....Riccardo stirbt. 'Notte d'orror! Notte d'orror!' - O grauenvolle Nacht, o grauenvolle Nacht....der Vorhang fällt.
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    Entstehung:
    Verdi hat 1856 einen Vertrag mit dem Teatro San Carlo geschlossen und ist auf der Suche nach einem geeigneten Stoff für diese von ihm eingegangenen Verpflichtung. Er wollte einen schönen und vor allem leidenschaftlichen Stoff. Zwar ist das Lear-Libretto an und für sich fertig, doch kommen ihm Zweifel, ob es dem großen Shakespeare gerecht wird und läßt diesen Stoff mal ruhen. Dann fällt ihm im Spätsommer das Libretto 'Gustavo III di Svezia', von Eugène Scribe verfaßt, in die Hände und er fand es grandios, gewaltig und schön. Zwar hatte dieses Libretto bereits Auber für seine Oper 'Gustave III ou Le Bal masqué', das bereits 1833 in Paris aufgeführt wurde, verwendet, aber der Oper war nur ein mittelmäßiger Erfolg beschieden. Sie war zu langatmig und Auber konnte die Dramatik musikalisch nicht gerecht umsetzen. Bevor Verdi diesen Stoff kennenlernte, hatten sich, allerdings mit anderen Libretti auch Vincento Gabussi mit 'Clemenza si Valois' und Saverio Mercadante mit 'Il reggente' an diesem Sujet versucht. Mercadantes Oper konnte einige Zeit neben Verdi's Oper bestehen, doch letztendlich verschwand sie von den Spielplänen. Verdi bat Antonio Somma, Scribe's Libretto umzuarbeiten, der auch zustimmte, jedoch wollte er anonym bleiben, um in der Gestaltung des Librettos freie Hand zu haben.. Als Verdi Torelli, dem Impresario des Teatro San Carlo, diesen Stoff vorschlug, befürchtet er Schwierigkeiten mit der Zensur, denn nicht nur Somma war bei der Zensur nicht unbekannt (er hatte 1848/49 am venezianischen Aufstand gegen die Österreicher teilgenommen), sondern auch Verdi hatte bei der Zensur keine guten Karten. Als Ende Oktober Toselli den Prosaentwurf des Librettos erhalten hat, trafen umgehend bei ihm die Änderungsbefehle - die Handlung sollte in die vorchrsitliches Zeit gelegt werden, wo man noch an Hexen und Zaubereien glaubte - der Zensur ein. Aber vorerst vebot man das Libretto, ohne jedoch Verdi davon zu unterrichten. Man wollte ihn dann unter Zeitdruck zwingen, ohne Wenn und Aber die Änderungen zu akzeptieren. Verdi komponierte inzwischen die Oper, die am 14. Jänner 1858 fast fertig ist. Sie bekommt den Titel 'Una vendetta in domino' und Verdi hatte vorsorglich die Namen, die noch Scribe nach der historischen Vorlage verwendet hat, geändert, er hat sogar Personen gestrichen, die ihm nutzlos erschienen.
    Ein Attentatsversuch an Napoleon III in Paris, ließ die Haltung Zensur, einen Königsmord auf der Bühne darzustellen, noch verschärfen. Als Verdi in Neapel eintrifft, wird er mit den zahlreichen Änderungen konfrontiert. Am 23. Jänner wird der Zensur das geänderte Libretto vorgelegt, doch die Zensoren konnten sich nicht einigen und überlassen die Entscheidung dem Polizeichef. Dieser verlangte erneut Änderungen - man darf keinen Herrscher auf der Bühne zeigen, Amelia sollte sich in Renatos Schwester verwandeln, der Losentscheid muß wegfallen, der Ball muß gestrichen werden, und wenn schon, dann muß die Ermordung für das Publikum unsichtbar hinter der Bühne passieren. Das Chaos war perfekt. Somma, noch immer auf seine Anonymität beharrend, stellt Verdi die Änderungen frei, allerdings sollte dann der Name der Oper auch geändert werden. Das Teatro San Carlo wieder wollte die Oper unbedingt aufführen, ließ das Libretto dahingehend ändern, daß die Oper nun in der Frührenaissance spielt und so groteke Änderungen vorsah, einen Maskenball ohne Masken zu zeigen. Jedenfalls wurde dieses Libretto, das jetzt 'Adelia degli Adimari' heißt, am 13. Februar erneut der Zensur vorgelegt. Als Verdi davon erfuhr, weigerte er sich, die Musik dem neuen Libretto anzupassen. Es kam zu einer Schlammschlacht zwischen Verdi und dem Theater, auf der einen Seite wurde mit Klagen und Schadenersatzforderungen gedroht, ja selbst die Festnahme von Verdi wurde in Betracht gezogen, auf der anderen Seite die strikte Weigerung, die Änderungen durchzuführen. Auch gegenüber der Zensur, Verdi hatte da in der Vergangenheit schon viel Erfahrungen gesammelt und fiel in solchen Situationen nicht in Panik, blieb er unnachgiebig. Nachdem er sich mit dem Teatro San Carlo außergerichtlich geeinigt hat, die Partitur bleibt Verdi's Eigentum, dafür wird er im Herbst 1858 nach Neapel zurückkehren, um 'Simone Boccanegra' neu einzustudieren, kehrte Verdi Neapel den Rücken. Nun überlegte er sich einen anderen Aufführungsort für die Oper. Vincenzo Jacovacci, der Impresario des Teatro Apollo in Rom, zeigt Intersse an der Oper, weist jedoch darauf hin, daß es auch mit der römischen Zensur Schwierigkeiten geben wird. Die Zensur in Rom ist allerdings weitaus nachgiebiger als jene in Neapel. So soll der Schauplatz außerhalb Europas angesiedelt werden, die Namen der Personen, vor allem die der Adeligen, müssen verändert werden, aber ansonsten bleibt das Libretto ungeschoren. Verdi, schon mißmutig, stimmt dann nach endlosen Auseinandersetzungen am 11. August 1858 zu. Verdi feilt noch bis Februar am Libretto und an der Musik, bis dann am 17. Febraur 1859 die Oper unter dem Titel 'Un ballo in maschera' zur Premiere kommt. Die Oper wurde vom Publikum frenetisch gefeiert, Verdi war wieder einmal die Symbolfigur für den Freiheitskampf, nur die Kritik war da zurückhaltendern, witterte nordische Einflüsse in die italienische Opernszene und kritisierte vor allem das Libretto. Als am 7. September 1860 in Neapel der verhasste bourbonische Thron gestürzt wurde, war diese Oper eine der ersten, die im befreiten Neapel aufgeführt wurde. Die Oper wurde bald in zahlreiche Sprachen übersetzt und trat einen Siegeszug rund um die Welt an, der bis heute anhält. Heute wird auch immer öfter die Originalversion mit König Gustav als Titelfigur aufgeführt.
    Noch ein paar Worte über den historischen Hintergrund der Oper, die dem Libretto zugrunde liegt:
    Gustav III. von Schweden, ein Neffe Friedrich des Großen, war seinerzeit ein aufgeklärter König, der viel Verständnis für die Kunst aufbrachte und das Leben in vollen Zügen genoss. Allerdings zog er sich, als er die Privilegien des Adels abschaffen wollte, in diesen Kreisen mächtige Feinde zu. Am 17.März 1792 wurde Gustav auf einem Maskenball in der Stockholmer Oper vor der maskierten Ballgesellschaft von Johann Jakob Anckarström erschossen.


    Bemerkungen
    Diese Oper fällt in einen sehr bedeutenden Schaffensabschnitt Verdi's. Nach dem populären Trio - Rigoletto,Troubadour, Traviata - hatte sich Verdi mit 'Simone Boccanegra' von der reinen Belcanto-Oper abgewandt, um jetzt mit dieser Oper wieder zurückzukehren. Allerdings sind bedeutende Fortschritte zu bemerken, so werden die Arien durch fast schon ariose Rezitative verbunden, was zu größeren, gewaltigeren Musikeinheiten führt, die Charaktere der Personen mit subtiler exzessiverer Musik gezeichnet und die Milieuschilderungen mit tiefer Gefühlsdichte unterlegt. Schon in der Ouvertüre, wo das Liebesmotiv Riccardos dem Verschwörermotiv entgegengesetzt wird, zeigt sich die neue Technik der kontrapunktischen Verarbeitung, oder, um das Ende der Oper vorwegzunehmen....welch grandioser Einfall im letzten Akt, die hereinbrechende Katastrophe mit Ballmusik zu unterlegen, um dann mit der Kantilene Riccardos musikdramatisch den Knoten aufzulösen. Ach ja...und wie schön stirbt es sich bei Verdi, welch herrliche Töne da noch über die Lippen kommen und die Tragödie fast in den Hintergrund treten lassen. Es fällt schon schwer, aus der Fülle der musikalischen und dramatischen Einfällen Verdis einzelne herauszuheben, zu großartig ist seine Musik, in seiner Ausdruckskraft und Farbenpracht. Wenn es trotzdem geschieht, dann nur, um die Fähigkeit Verdis, große melodische Bögen zu spannen, zu illustrieren. Finden wir nicht, das in der Ouvertüre vorkommende Staccatomotiv nicht auch in der Verschwörerszene im 3.Akt als entscheidenden Antrieb für den weiteren Handlungsablauf dient, oder die Wahrsageszene, wo auf die Beschwörungsformel Ulricas der heitere Auftritt Silvaons folgt, um dann gegensätzliche Themen aufeinanderprallen zu lassen...Amelia, die ihre unerlaubte Liebe zu Riccardo ausdrückt, die Kavatine Riccardos 'Di tu, se fedele', von der in Form eines geschlossenen Rezitativs in die Prophezeihung von Riccardos Tod übergeleitet wird, um dann mit 'È scherzo od è follia' der Szene einen scherzhaften Charakter gibt und das Bedrückende in den Hintergrund treten lässt. Ein Meisterwerk Verdis auf engstem Raum.....
    Beeindruckend ist auch die Galgenszene Amelias, die Liebeszene mit Riccardo, den Auftritt Renatos und dann der Chor der Verschwörer. Wie man weiß, hat Verdi eine oft trivial wirkende Vorliebe für Chöre, doch hier hat er eine psychologische Funktion. Genial, wie Verdi den Spott einerseits und die Peinlichkeit der Situation für Renato andererseits musikalisch gestaltet.
    Nicht vergessen werden darf der Rachemonolog Renatos, die Losentscheidung und Riccardos Szene, in der er schweren Herzens der Liebe Amelia zugunsten der Freundschaft entsagt....und ja, Oscar, ein neues Rollenbild bei Verdi...eine Hosenrolle für einen dekorativen Koloraturpart inklusive einer chansonähnlichen Arie beim Maskenball und dürfte von der französischen Musikbühne von Verdi übernommen worden sein.
    'Un ballo in maschera' gehört zu den ganz großen Opern, die Verdi geschrieben hat, voll Dramatik und Virtuosität, voll Lyrik und melodischer Kraft und hat mit mancher Szene schon auf den Stil von 'Othello' vorgegriffen.


    [code=c]2006 Tamino Klassikforum Wien

    Giuseppe VERDI
    IL CORSARO (Der Korsar)


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    Melodramma in 3 Akten
    Libretto: Francesco Maria Piave nach 'The Corsair. A Tale' von Lord Byron (1814), Übersetzung von Giuseppe Nicolini (1846)
    Uraufführung: 25. Oktober 1848 im Teatro Grande zu Triest; Leitung: Giuseppe Alessandro Scaramelli

    Die Handlung spielt auf einer Insel im Ägäisches Meer und in Coron, 16.Jhdt.

    Personen:
    Corrado, Hauptmann der Korsaren (Tenor)
    Medora, Corrados junge Geliebte (Sopran)
    Gulnara, Seid Lieblingssklavin (Sopran)
    Selimo, Aga, Offizier des Pascha (Bariton)
    Seid, Pascha von Coron (Bariton)
    Giovanni, ein Korsar (Bass)
    Ein schwarzer Eunuch (Tenor)
    Ein Sklave (Tenor)
    Eunuchen, Sklaven, Korsaren, Soldaten, Türken, Mägde



    Handlung:


    1. Akt
    Die Sonne verschwindet langsam am Horizont, als eine Piratenbande in einer Bucht, umgeben von steilen Felsriffen, ihr freies Leben besingt, ohne nicht jedoch auch an das Glück ihrer Kindheitstagen zu denken.(Come liberi volano i venti)=(Wie die Winde frei fliegen). Ihr Hauptmann Corrado, im Grunde genommen ein Mann von edlen Charakter, hat sich durch eine Liebesenttäuschung von der Gesellschaft abgewandt und wurde Pirat.(Tutto parea sorridere)=(Alles schien meiner ersten Liebe zu lächeln). Giovanni hat von einem Boten einen Brief erhalten, überreicht ihn Corrado, der, nachdem er ihn gelesen hat, sofort zum Absegelen rüsten lässt. Er selbst wird die Piraten in den Kampf gegen den Muselmanen führen und zusammen mit seinen Getreuen, ihm die Kraft spüren lassen, die einem Verräter widerfahren wird. (Si, de' vorsari il fulmine)=(Jawohl, die Blitze der Piraten)


    Szenenwechsel - Medoras Gemach
    Medora wartet in ihrem Gemach auf ihren Liebhaber Corrado. Sehnsüchtig blickt sie aus dem Fenster auf das offene Meer hinaus, ergreift die Harfe und in einer Romanze will sie sich von den düsteren Vorahnungen befreien, im Schatten eines Geheimnisses zu weinen. (Non so le tetre immagini fugar del mio pensiero)=(Ich kann meine meine Gedanken nicht von düsteren Gebilden befreien). Endlich erscheint Corrado und nun muß Medora erfahren, daß Corrado sie für einige Zeit verlassen wird. Medora schildert ihm die Angst, die sie sich um seine Sicherheit macht und versteht auch nicht, warum er sie so oft alleine lässt. Corrado versucht sie zu beruhigen, doch vergebens, Medora ist überzeugt, daß sie sich nie mehr wiedersehen werden.(Tornerai, ma forse spenta....)=(Du wirst zurückkehren,doch bis dahin schlägt dies unglückliche Herz vielleicht nicht mehr) Als ein Kanonenschuß ihn zum Aufbruch drängt, verlässt Corrado Medora mit der Versicherung, daß er bald zurückkehren wird. Medora fällt in Ohnmacht.


    2. Akt:
    Im Harem des Paschas Seid sitzt die Lieblingssklavin Gulnara und führt ein angenehmes Leben und lässt es sich gut gehen. Odalisken bringen Lobgesänge dar und bieten ihr wertvolle Juwelen und mit Bordieren verzierte Schleier an. (Oh qual perenne gaudio t'aspetta)=(O welche unendliche Freude erwartet dich) Doch glücklich ist sie nicht, sie haßt ihren Herrn und sehnt sich nach Freiheit. (Vola talor del carcere)=(Manchmal erheben sich meine Gedanken). Ein Eunuch tritt ein und bringt ihr die Nachricht, daß ihr Gebieter heute abend ein Fest gibt, und daß er sie dabei erwartet. Gulnara ist davon nicht allzu begeistert, nimmt aber die Einladung an, besteht aber darauf, mit ihren Dienerinnen zu erscheinen. Nochmals keimt in ihr die Hoffnung auf, daß der Himmel ihrer Gefangenschaft ein Ende bereiten wird. (Ah conforto è sol la speme)=(Ach,mein einziger Trost ist die Hoffnung)


    Szenenwechsel - Hafen
    Inzwischen hat sich die türkische Flotte im Hafen bereit gemacht, um die Korsaren zu bekämpfen. Pascha Seid und seine Gefolgsleute sind sich sicher, daß sie mit Hilfe Allahs siegreich sein werden und stimmen schon die Siegeshymne an. (Santo in pace,terribile in guerra)=(Heilig im Frieden, fruchtbar im Krieg). Ein Derwisch, von einem Sklaven aufgegriffen, erscheint und bittet um Schutz und berichtet, daß er eben den Piraten entkommen sei. Seid versucht über ihn mehr über die Absichten der Korsaren zu erfahren, doch der Derwisch sagt, daß er nichts gesehen hatte, er war engesperrt und ist in Ketten gelegen, bis ihm die Flucht gelang und von einem Fischer gerettet wurde. Plötzlich bedeckt ein Flammenmeer den Hafen, die türkischen Schiffe brennen. Der Derwisch gibt sich nun zu erkennen - es ist Corrado! Die Türken, die ihn in alle Stücke zerreißen wollen, fliehen aber vor den von allen Seiten herbeistürmenden Piraten. Die Flammen haben inzwischen auf den Harem übergegriffen, aus dem Hilferufe zu hören sind. Corrado befiehlt seinen Leuten, die eigentlich die Türken verfolgen wollten, die Frauen aus dem Harem zu retten. Diese Zeit nützen die Türken, um sich zu sammeln und die Piraten anzugreifen, wobei Corrado und viele seiner Gefolgsleute gefangengenommen werden. Aga Selim lässt sie in Ketten legen, will nun die entkommenen Piraten verfolgen, worauf Seid ihm Einhalt gebietet. Es genügt ihm, ihren Anführer, Corrado, in seiner Gewalt zu haben. Er bedroht Corrado mit furchtbaren Foltern bis sein Tod als Abschreckung für kommende Generationen dient. Corrado hat dafür nur Verachtung übrig. Gulnara und die Frauen des Harems bitten Seid, doch Gnade walten zu lassen, jenen Männern, die ihr Leben gerettet haben. (Deh, signor, deh ti rammenta)=(Ach Gebieter, erinnere dich daran)


    3. Akt:
    Seid, dessen Palast abgebrannt ist, hat sich mit seinen Leuten und den Gefangenen auf eine Festung zurückgezogen, wo er in seinem Gemach den Gedanken nachhängt. Er ist enttäuscht, daß gerade Gulnara, die er liebt, um das Leben Corrado bittet. Eifersucht kommt hoch, wenn er daran denkt, daß sie, dem sein ganzes Herz gehört, seinen wahrscheinlich größten Feind lieben könnte. Ja, hundert reizende Mädchen würden seine Liebe ersehen, doch wenn Gulnara seine Liebe verraten will, dann sollen Blitze sie in Asche verwandeln. (Cento leggiadre vergini)=(Hundert reizende Mädchen).
    Aber vorerst will er sich Gewissheit verschaffen, ob seine Vermutungen zutreffen. Er befiehlt Selim, einerseits Gulnara zu ihm zu bringen, andererseits soll er dafür sorgen, daß Corrado am nächsten Tag einen schmachvollen Tod stirbt. (S'avvivina il tuo momento)=(Deine Stunde ist nah)
    Als Gulnara erscheint und, nach ihren Glückwünschen für den errungen Sieg, erneut für den Korsaren eintritt, indem sie vorschlägt, für ihn, statt ihn zu töten, Lösegeld zu verlangen, wird Seid schnell klar, daß sie Corrado liebt. Doch Seid will Rache und keine Juwelen, mehr noch, er droht Gulnara mit Sklaverei und sogar mit dem Tod, sollte sie noch ein Wort über Corrado verlieren. Wütend stürmt er davon.
    In einem Verließ der Festung liegt Corrado in Ketten und denkt an Medora, die, wenn sie von seinem Schiksal erfährt, diese Nachricht nicht überleben wird. Er ist müde, legt sich auf das Bett und schläft ein. Erst als Gulnara, die die Wachen bestochen hat, eintritt, wacht er auf. Schlaftrunken glaubt er einen Geist zu sehen, doch Gulnara gibt sich als jene Frau zu erkennen, die er aus dem Harem gerettet hat und bietet nun ihrerseits ihre Hilfe an.
    Sie will ihm zur Flucht auf ein im Hafen wartenden Schiff überreden, nachdem er Seid, der jetzt schläft, mit einem von ihr mitgebrachten Dolch getötet hat. Corrado lehnt die Flucht ab, einerseits weil er sich der Beziehung Gulnaras zu Seid nicht schlüssig ist, obwohl Gulnara deutlich zu verstehen gibt, daß Liebe nur unter freien Menschen gedeihen kann (Schiava son io, corsaro!)=(Ich bin eine Sklavin, Korsar) und andererseits und noch weniger will er sich nicht mit einem verräterischen Dolch bewaffnen.
    Gulnara verschwindet. Ein heftiges Gewitter zieht auf, und umsonst fleht Corrado, daß ein Blitz die Festung treffen und sein verpfuschtes Leben beenden möge. Nachdem das Unwetter sich verzogen hatte, erscheint Gulnara, bleich und zitternd, und berichtet, daß sie Seid erdolcht hat. Als Corrado dies vernimmt, zögert er nicht lange, jetzt ist auch ihr Leben in Gefahr, und willigt in eine Flucht ein. Beide machen sich auf den Weg zum Hafen.


    Szenenwechsel - Pirateninsel
    Medora erwartet sehnsüchtig die Rückkehr Corrados und schließt vom Schweigen der entkommenen Piraten, daß Corrado bereits tot ist. Sie nimmt Gift, in der Hoffnung, im Tode mit ihm vereint zu sein. Plötzlich taucht am Horizont ein Schiff auf, das untrügliche Zeichen gibt, daß auf ihm Corrado zurückkehrt. Sie landen und Corrado berichtet, wie Gulnara ihm vor dem sicheren Tode gerettet hat. Medora dankt Gulnara dafür, die eingesteht Corrado zu lieben, aber vergebens, sagte ihr Corrado doch, daß er eine andere liebt. Doch alles ist zu spät für Medora...die Rückkehr Corrados, die ungebrochene Liebe zu ihr...das Gift wirkt langsam...sie stirbt in den Armen Corrados. Zum Entsetzen aller stürzt sich Corrado von einer Felsenklippe ins Meer. Gulnara bricht ohnmächtig zusammen.
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    [code=c]2006 Tamino Klassikforum Wien

    Hallo


    ....wurde auch fündig




    und kann seine Virtuosität nur bestätigen, obwohl diie Aufnahmen schon in die Jahre gekommen sind ( 1928-1948 ). Auf dieser CD sind auch zwei seiner komponierten Werke
    - Sonate für Flöte und Piano, op 18 (1934)
    - Klavierkonzert Nr. 2 op 37, das er Dimitri Mitropoulos widmete


    Leider sind diese beiden Werke Live-Aufnahmen und dementsprechen der Zeit angepasst von miserabler Qualität.
    Mir gefällt er auf dieser CD am besten mit 'Le Retour des Muletiers' von Séverac (ein mir gänzlich unbekannter Komponist) ,wo seine sprudelnde Energie besonders gut zur Geltung kommt.


    Gruß

    Hallo


    Vorweg, ich bin kein, wie schon angedeutet, Freak in dieser Angelegenheit. Aber wie Du gesagt hast, braucht man Zeit, um ein System kennenzulernen, vorerst habe ich mal nach Schema F eine LP ohne viel Studium der Bedienungsanleitung kopiert und war eigentlich überrascht, wie gut das funktionierte. Auch klanglich klang es für mich überzeugend, wenn auch vielleicht Tonfanatiker Unterschiede feststellen mögen - sie sind wahrscheinlich sogar vorhanden. Kasetten habe ich noch nicht probiert, werde es wahrscheinlich auch nicht, denn wie die Kasetten auf den Markt kamen, habe ich diesen Trend nicht mitgemacht und nur einige für Musik im Auto erworben, die es nicht wert sind, archiviert zu werden.
    Jedenfalls werde ich mich in der nächsten Zeit näher damit beschäftigen, um noch die Feinheiten, falls vorhanden, noch zu erkunden. Der Anfang war jedoch vielversprechend....
    Meine Versuche mit dem PC liegen schon einige Zeit zurück, hatte mehrere Programme in der Try-Version (aus dem Netz gelanden) probiert, ich kann mich noch an zwei erinnern, wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich die Namen noch richtig behalten habe....eines war Media Digitalizer, ein anderes hieß, so glaube ich, Rip Vinyl. Nun ja, entweder gab es Tonschwankungen, oder Nebengeräusche, die ich nicht lokalisieren konnte. Die verwendete Soundkarte, eine Creative Audigy 4 Pro, so denke ich, kann es nicht gewesen sein, denn sie funktioniert sonst zu meiner vollsten Zufriedenheit.
    Ich bin mir nicht sicher, ob das Yamaha-System Zukunft hat, aber vorerst eine Möglichkeit, LP's auf CD zu brennen. Wenn es nicht ein Geschenk gewesen wäre, ich hätte es mir nicht gekauft.....vorerst nur wegen dem Preis.


    Gruß