Beiträge von Gustav

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    Original von Helmut Hofmann
    Ich hoffe, dass ich mit diesem neuerlichen Beitrag bei meinen lieben Liedfreunden Alfred und Gustav etwas Licht in die Schatten gebracht habe, die sich ( zu meinem Leidwesen! ) bei ihnen über die Zukunft des Liedgesangs gelegt haben.


    Lieber Helmut!


    Das hast du durchaus, wenigstens ein bisschen. ;)


    Natürlich haben Quasthoff und Jonson vollkommen Recht und du auch. Es wird die Nische geben und sie ist wichtig. Hoffen wir nur, dass die Menschen bis dahin nicht völlig zugekleistert sind und sich noch öffnen können für das Stille, Intime. Eigentlich geht die Entwicklung bei Menschen ja immer in die andere Richtung. Ist ein Reiz nicht mehr stark genug, erfolgt selten eine Umkehr, sondern es wird ein noch stärkerer Reiz gesucht.


    Also muss man das "Fähnlein der sieben Aufrechten" spielen und immer wieder Werbung machen, damit die Menschen sich überhaupt noch erinnern, dass es so etwas wie Liedgesang gibt, dass es eben Alternativen zum gegenwärtigen Leben gibt.


    :hello: Gustav

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    Original von Joseph II.
    Das Hauptverdienst des Herrn Bieito ist es, daß er eine angeregte Diskussion in Gang gebracht hat, vielleicht unwillentlich.


    Lieber Joseph II.!


    Und was meinst du, was für Diskusionen er angeregt hätte, hätte wir alle das Stück erst einmal gesehen.


    Aber im Ernst, natürlich inszeniert Otto Schenk die Regieanweisungen Wagners. Aber Wagner hat sie für seine Zeit, seine Möglichkeiten und seine Ästhetik festgeschrieben. Muss das nun heißen, dass wir für alle Ewigkeiten Bärenfell und Flügelhelm (überspitzt formuliert) ertragen müssen?


    Wagner selber war berühmt für seine Interpretation der 9. von Beethoven. Ich bezweifel, dass er sie HIP gespielt hat, sondern selbstverständlich im Stil seiner Zeit.


    Nochmals, ich bin kein Freund des hemmungslosen Regietheaters, aber auch kein "Staubi" (blöde Bezeichnung), obwohl ich langsam soweit bin, jede gutgemachte Schenk - Inszenierung manch anderen vorzuziehen. Aber ich möchte nicht, dass wir für alle Zeiten an den Regieanweisungen kleben.


    Übrigens möchte ich hier auf die Chopin - Threads zur 2. und 3. Sonate verweisen. Da ging es auch darum, ob ein Kunstwerk ein eigenständiges Leben, unabhängig vom Komponisten führen und selbständig vom ausführenden Künstler fortgeschrieben werden kann (romantische Sicht), oder ob es für alle Zeiten sakrosankt ist.


    Eine endgültige Antwort wird es nicht geben, denke ich, und das ist vielleicht auch gut so. Viele Wege führen nach Rom. Es liegt also viel in der Verantwortung des interpretierenden Künstlers und hier muss immer wieder angesetzt werden, vor alllem auch durch die Medien. (Was aber noch lange nicht der Fall sein wird.)


    :hello: Gustav

    Seid wir mit der guten Hilde nicht - zum Glück - ein wenig am Thema vorbei?


    Ist sie wirklich fast vergessen? Mir scheints, sie ist immer noch (Film, Musical) sehr präsent.


    Aber wie wär's mit:


    Lilian Harvey (eigtl. Lilian Helen Muriel Pape, * 19. Januar 1906 in London; † 27. Juli 1968 in Juan-les-Pins, Frankreich) war eine britisch-deutsche Schauspielerin und Sängerin.



    "Das gibt's nur einmal, das kommt nicht wieder"


    Lilian Harvey und Willy Fritsch, das Liebespaar des deutschen Films bevor die Harvey wegen ihres Umgangs mit jüdischen Künstlern bei den Nazis in Ungnade fiel. Sehr interessant sind Darstellungen ihres Lebens, das wirklich außerordentlich bewegt war.


    :hello: Gustav

    Lieber Frank!


    Besten Dank für die wirklich hochinteressanten Informationen. Vieles war mir noch nicht bekannt, z.B. der Einsatz Karajans fü die Gencer.


    Was aber hat ihre große Plattenkarriere bloß verhindert? Es ist ja wiklich nichts Offizielles mit ihr erschienen, nicht einmal ein Rezital, so weit ich weiß. Und dabei sang sie ja in einer Zeit, in der die Plattenfirmen noch viele Aufnahmen auf den Markt brachten. War der Einfluss der EMI, gerade auch in Italien, so groß, dass kein anderes Label sie als Konkurrentin aufbauen wollte. Ich habe da wirklich keine Ahnung. Warum hat Karajan das Interesse verloren? Der hätte sie ja durchaus "pushen" können.


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    Nie aber hat sie medienwirksam polarisiert !


    Das haben andere ja auch nicht, z.B. Stella, und trotzdem hatten sie Verträge. Schon seltsam.


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    Wenn man sehr aufmerksam zuhört oder liest, dann fällkt auf, dass die Calls als " singende Schauspielrin " ( Callas über Callas ) bis heute hochgeschätzt wird - Zu Recht . Aber wir finden nur sehr selten positive Aussagen über den Menschen Maria Callas .


    Sie war mit Sicherheit ein schwieriger Mensch, wie so viele andere geniale Künstler auch. Vielleicht ist es oft auch eine Vorbedingung, dieses nicht Einssein mit sich selbst, diese innere Zerrissenheit, die dann solche gewaltigen, oftmals exhibitionitischen, geradezu existenziellen Leistungen in der Öffentlichkeit ermöglichen.


    Es ist richtig, gerühmt wird die Callas ausnahmslos im musikalischen Bereich oder auch bei der Probenarbeit. Aber höchstwahrscheinlich haben die meisten Menschen sie einfach nicht verstanden. Vielleicht hänge ich da zu sehr an dem Geniebegriff des 19. Jhrdts., aber ich denke, dass diese Art von Künstlern eben nicht mehr mit unseren normalen Begriffen von gesellschaftlichen Wesen gemessen werden können.


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    So schlicht, dass man sie ohne Friedhofsplan nicht findet .


    Ich war auf der website vom Pérè Lachaise und habe mir den Platz schon notiert. Wenn ich es schaffe, dahin zu kommen, ist es natürlich ein Muss.


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    Objektiv , wenn wir die Aufnahmen vergleichen, ist gencer gegenüber der Callas deutlich unterbewertet ( geblieben 9 . Nicht umsonst wurden ihre Töne erbeten , wenne s darum ging , die nicht vorhandenen der Calls zu " ersetzen " ! Leyla Gencer hat sich dem nie verweigert ! Auch dies ist eine Form der menschlichen wie künstlerischen Grösse .


    Weißt du da Genaueres? Ich kenne nur die EMI - Ausgabe vom "Macbeth". Dort soll das Finale vom 1. Akt teilweise aus einer Aufführung mit der Gencer stammen, aber das war keine "Leihgabe" durch die sie, sondern Entscheidung der EMI.


    :hello: Gustav

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    Original von Frank Georg Bechyna
    Leyla Gencer . Es würde hier zu weit führen , Einzelheiten zu erörtern . Interessant ist, dass gerade die italienische und die französiche Musikkritik es für erwiesen halten, dass die Gencer ein Oper der Callas - nie der tebaldi oder sonst einer grossen Sopranistin - geworden ist .


    Lieber Frank!


    Weißt du da Genaueres? Hat die Callas da eine "aktive" Rolle gespielt oder ist es eher so gemeint, dass sich ihr Repertoire überschnitt. Die Gencer als dramtischer Koloratursopran hatte natürlich die Callas immer als große Konkurrentin vor sich, anders als die Tebaldi, die ja doch größtenteils ein anderes Repertoire sang.


    Zitat

    Sejr nobel war und bleibt die Geste von Leyla gencer , damals noch sehr gut in stimmlicher Verfassung , eine Rolle zu singen, nachdem Maria Callas 1977 verstorben war, die ihr angeboten worden ist und früher auch von der Callas gesungen worden war .


    Da habe ich leider gar keine Ahnung. Um welche Partie handelte es sich denn?


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    Die alten italienischen Plattenaufnahmen sind technisch wirklich so schlecht, dass man sich bei Frau Gencer doch am sinnvollsten die verfügbaren CDs kaufen sollte .


    Stimmt. Und gerade das Randrepertoire wie z.B. "Belisario" von Donizetti ist lohnend.


    :hello: Gustav

    Lieber Frank!


    Danke für deinen langen und interessanten Artikel. Die englische Königsgeschichte und vor allem die der Tudor - Zeit ist in der Tat äußerst faszinierend. Ist man in England kommt man ja auch heute noch kaum an Erinnerungen an diese Zeit vorbei. Natürlich umweht Anne Boleyn auch heute noch vor allem eine romantische Sicht, hervorgerufen sicherlich durch Opern des 19. Jhrdts., aber auch durch diverse Hollywood - Filme. Das trifft den Kern natürlich überhaupt nicht. Romantik und romantisches Denken lag diesem Jahrhundert fern, es waren Renaissance - Menschen mit einem ganz anderen Bewusstsein für Macht und Menschenleben.


    Dazu gehört natürlich auch Anne Boleyn. Als Heinrich sie auf Hever Castle, dem Familiensitz der Bullen kennen lernte, war sie blutjung und er schon "in den besten Jahren" und vor allem verheiratet. Aber ihr Vater und letzlich auch sie, wussten was durch solch eine Beziehung zu gewinnen war. Und sie war bereit, mitzumachen, möglicherweise verblendet durch ihren Ehrgeiz. Ob sie nun hat oder nicht hat, beides würde passen und beides ist auch irgendwo egal. Denn für ihren Fall war es letztlich nicht so sehr von Bedeutung. Sie war ein Bauernopfer an einem Hofe, an dem sie sich keine Hausmacht schaffen konnte.


    Aber aus solchen Realitäten lässt sich kaum eine Oper machen und so hat Donizetti in der Tat mit Recht den Schwerpunkt auf die beiden Frauen gelegt.


    Die Gencer hat übrigens nicht zufällig mit Gavazzeni und Simionato die Anna gemacht, sie war die Zweitbesetzung nach der Callas und übernahm von ihr die Partie. Ihre große Tragik, dass sie irgendwie immer die Zweite war und nie so richtig zum Zuge gekommen ist. Heute würde sich alle Welt um sie reißen.


    Zum "C": Das lag sicherlich in der Absicht Viscontis und Callas und Gavazzeni folgten ihm da völlig, aus dieser Oper eben keine Primadonnenshow zu machen, sondern alles auf das Drama zu beziehen. Möglicherweise hat er der Callas diese Art der Tortur, die Verpflichtung ein Es nach dem anderen abrennen zu müssen, auch ersparen wollen.


    :hello: Gustav

    Lieber operus!
    So wie ich das Regiekonzept verstanden habe, und ich kann mich da wiederum nur auf den Videoausschnitt beziehen, ist es angesiedelt in einer Endzeit und damit in einer völlig degenerierten Gesellschaft. Damit ist es aber auch ein, möglicherweise überzeichneter, Kommentar zu unserer heutigen Zeit (Stichwort: "Untergang des Abendlandes"), abgesetzt von der Idealvorstellung, die wir anstreben und die hier durch Musik und Libretto noch verkörpert wird. Und dieses bewusste Auseinanderklaffen macht es, denke ich, wirklich spamnend, gibt uns neue Einsichten und verletzt die Wagnersche Musik und sein Werk überhaupt nicht, da diese weiterhin die Idealvorstellung bleiben.


    Aber ich muss immer wieder betonen, ich rede, wie wir fast alle, über bruchstückhafte Informationen aus zweiter Hand.


    :hello: Gustav

    Lieber Joseph II.!


    Ich bin wahrlich kein Anhänger infantiler Povokationen und verquaster Regieeinfälle, wie ich sie, gerade auch in Hamburg, bis zum Überdruss genießen musste. Und ich bin auch kein Freund von sinnlosen Gewalt- und Sexexzessen auf der Bühne und auch nicht von Bieitos Arbeiten, so weit ich sie aus Ausschnitten kenne. Aber dieses Viedeo hat mich sehr bewegt.


    Warum nun Gurnemanz das und das tut und Parsifal ebenso kann ich nicht beantworten, können wir alle nicht, die wir die Inszenierung nicht vollständig gesehen haben. Ich kann auch nur von den kurzen Ausschnitten urteilen, die ich gesehen habe. Aber wie gesagt, die haben mich getroffen, und ich glaube, Parsifal ist so darstellbar. Es heißt ja nicht, das dies die endgültige Deutung ist. Es ist eine von vielen, eine sehr harte und brutale, aber eine mögliche.


    :hello: Gustav


    EMI bei JPC 6848208


    Giuletta Simionato, Gianni Raimondi, Nicola Rossi - Lemeni - Gianandrea Gavazzeni
    Mailand, 14.04.1957 (nach Michael Scott wäre erst der 17.04. im Radio übertragen worden)


    Nach der zweifelhaften New Yorker „Lucia“ trat die Callas noch in Chicago in einem Konzert auf, das von Karl Böhm dirigiert werden sollte. Nach Differenzen während der Proben zog er sich zurück und wurde durch Fausto Cleva ersetzt. Die Callas fuhr dann über London („Norma“ in Covent Garden und „Barbiere“ im Studio) nach Mailand, wo sie „Sonnambula“ aufnahm und auch an der Scala gab. Danach begannen die Proben zu „Anna Bolena“ , einer weiteren legendären Zusammenarbeit mit Luchino Visconti.


    Es ist nicht so, dass die EMI - Aufnahme die Ouvertüre wegfallen lässt. Dieser Striche und andere oder auch Umstellungen gehen auf das Konto Gavazzenis, der die Oper sehr gestrafft hat.


    So kommt es sehr schnell zum Arioso der Giovanna (Jane) Seymour, vorgetragen von einer phänomenalen Simionato. Auch hier, wie in der Norma, wurde dem Sopran ein Mezzo gegenüber gestellt, wobei die Simionato keinerlei Höhenprobleme, dafür aber ein sehr schön von der Callas abgesetztes Timbre aufweist.


    Callas ist mit dieser Rolle in ihrem Element. Die Mischung aus Person der Öffentlichkeit und verletzter Frau sprach sie immer besonders an. Ihr erster Auftritt ist von zunächst blasser, fahler Stimmfarbe gekennzeichnet, die die Unruhe hinter der höfischen Fassade ausdrückt. Erst im Dialog mit Giovnna gewinnt die Stimme ein wenig an Fülle, die Unruhe verbleibt aber. Das kurze Lied des Smeton fordert den ersten Ausbruch der Anna mit „Taci, Deh! Taci!“ heraus, dies mit grandioser Attacke gesungen.


    Gavazzeni streicht die Einleitung und auch den zweiten Vers der Cabaletta zur folgenden Arie „Come, innocente giovane“. Callas hält das Tempo wunderbar durch und singt mit zartem, aber bestimmten Ton und verdeutlicht damit weiter die Ängste unter der offiziellen Maske. Bei „avessi il petto“ und „ad altro affetto“ gibt es zarte Figuren voller Sehnsucht und nach einem wunderschönen Portamento im Wort „splendor“ verhaucht sie diese Arie im Piano.


    „Ma poche ormai rimangono“ ist angsterfüllt und die Cabaletta beginnt mit einem „Legger potessi in me“, das wieder die große Kunst der Callas zeigt, jeder Silbe eine andere Betonung zu unterlegene. Die Cabaletta selber ist alles andere als virtuoses Schaustück, sondern vielmehr, auch durch das gemäßigte Tempo, ein weiterer Beleg für die untergründigen Ängste, die Anna beherrschen. So endet sie auch folgerichtig nicht auf einem Es, sonder „nur“ auf einem C.


    Es folgt das große Duett Giovanna - Enrico mit einer wirklich hervorragenden Simionato und mit Rossi - Lemeni, der dagegen ein wenig steif wirkt, die Koloraturen oftmals verwischt und auch nicht so höhensicher ist, so dass leichte Vokalverfärbungen entstehen. Trotzdem ist er von der Attitude her ganz Heinrich VIII. und stattet ihn mit einem vollen, wirklich majestätischen Bass aus.


    Raimondi präsentiert sich im Duett mit Plinio Clabassi als Rochefort mit schlanker und kultivierter Stimme. Bei „il mar passai“ hat er leichte Schwierigkeiten mit der mezza voce und bei „dai viventi io mi divisi“ wird die Stimme seltsam farblos, aber am Ende der kleinen Arie hat er sich dann gefangen. Und die Cabaletta, wie die ganze Aufführung hindurch in gemäßigtem Tempo von Gavazzeni genommen, zeigt ihn dann bei guter und sicherer Stimme.


    Am Ende der ersten Szene wünscht man sich Enrico bei „Non la man d‘Enrico“ und auch im weiteren Verlauf ein wenig engagierter. Die Callas leitet mit einem schmerzvoll verträumten „Io senti sulla mia mano“ ein prachtvolles Quintett ein, das Raimondi immer wieder mit einer kraftvollen Höhe, die Callas mit ihrem berührenden Gesang beherrschen. Im Finale kommt dann erstmals Virtuosenstimmung auf und die Callas krönt es durch einen feurigen Spitzenton.


    Die zweite Szene bringt die Entdeckung durch den Pagen Smeton. In Erwartung Percys ist ihre Stimme der Callas zwar voll, aber voller Angst und Selbstzweifel („Eccolo! io tremo! io gelo!“) und bricht dann in einem ergeben - liebevollen „Riccardo“ geradezu zusammen. Dann schwankt ihre Stimme zwischen der einer Königin und der einer Liebenden, bis auch hier mit „M‘aborre, è vero“ die Wende eintritt. Vor allem „vero“ ist wieder solch ein Moment, den die Callas dehnt, ohne ihn zu überdehnen, und damit das Drama und die Zeit anhalten kann.


    Raimondi weist im Duett immer wieder Höhenschwierigkeiten auf („Un amante che t‘adora“) und kann auch der Callas ausdrucksmäßig und stilistisch nicht folgen. Ihre Antwort auf seinen ersten Vers ist erneut meisterlich. Ist sie bei „come acri, orrendi sono“ noch ganz Majestät, wird sie bei „che con me s‘asside in trono“ von Verzweiflung gepackt und endet mit einem „non parlar con me d‘amor“, das so voller Liebe ist, dass es dem Text völlig widerspricht. Aber schon im nächsten Vers „In Inghilterra non tu trovo il nuovo albor.“ ist sie wieder ganz gefasst und gibt ihm mit geradezu majestätischer Strenge diesen Befehl. „Ah! per pietà del mio spavento“ ist fast atemlos vor Angst und „Cercar altrove un cor felice“ dann voller Besorgnis um ihn.


    „Deh! fermate, io son perduta“, der Moment der Erkenntnis ihrer Entdeckung, wird mit größter Verzweiflung herausgestoßen. Aber mit „In quegli sguardi“, nach einem tonlosen „Ovè sono?“ reißt sie sich noch einmal zusammen und ist wieder ganz voller Würde und Majestät. Dies leitet dann zu einem Sextett über, das in der Qualität mit dem berühmten aus der „Lucia“ durchaus konkurrieren kann. Callas ist dabei die ganze Zeit in ihrer Schmerzhaftigkeit große Tragödin.


    Enricos „Non io, sol den i giudici“ leitet einen der legendären Callas - Momente ein. „Giudici, giudici ad Anna!“ wird mit Vehemenz und verzehrender Brillanz herausgeschleudert, ganz verletzte Königin, und die Callas peitscht sich und das Ensemble durch das Finale hindurch.


    Dies ist übrigens auch ein legendärer Moment, weil bei der Wiederaufnahme ein Jahr später die Callas bei ihrem ersten Auftritt in einem italienischen Opernhaus nach dem so genannten Rom - Skandal es schaffte, mit dieser Szene das Publikum ein weiteres Mal zu bezwingen. 1958 war die Stimmung zu Beginn der Oper äußerst feindselig gegen sie und Visconti versteckte sie so gut es ging unter Choristen. Bis zu diesem Moment gab es kaum Beifall für sie, dagegen umso mehr für ihre Kollegen. Dann aber stieß die Callas mit dem Wort „Giudice“ ihre Wächter zur Seite, ging an die Rampe und schleuderte die folgenden Verse direkt dem Publikum entgegen, das danach vor Begeisterung raste. Diese Augenblicke des Kampfes waren natürlich Pyrrhus - Siege, kosteten sie vor allem Nerven, über die die Callas in diesen Jahren immer seltener in vollem Maße verfügte.


    Die kurze Szene vor dem Gebet zu Beginn des zweiten Aktes zeigt Anna nun völlig gebrochen. Das Gebet selber beginnt sie mit zartestem Ton, um dann im zweiten Vers, wenn es um das Schicksal ihrer Vorgängerin geht, zu verzweifelten Selbstvorwürfen überzugehen.


    Die folgende Szene mit Giovanna ist einer der Höhepunkte der Aufführung. Vergleichbar mit „Mira o Norma“ stellt dieses sehr lange Duett die Entdeckung Giovannas als Nebenbuhlerin dar, die Raserei der Anna und ihre anschließende Vergebung. Und auch hier, wie schon bei der Norma, könnte man Vers für Vers darstellen, wie diese beiden großen Jahrhundertsängerinnen zusammen ein großes Kunstwerk entstehen lassen. Aber all das wäre zu wenig. Man muss, muss, muss es hören, um zu erleben, was Oper sein kann.


    Hier also nur einige Details. „Tu! mia Rivale!“ mit hässlicher Stimmfarbe voller Verachtung von Callas herausgepresst, „Dio!“ fast ein ungläubiges Auflachen und die Wiederholung von „Mia Rivale!“ erneut unendlich gehalten, voller Hass und Verachtung. Und dann die Einwürfe der Callas in den verzweifelt - besänftigenden Gesang der Simionato. „Va, infelice“ ist voller menschlicher Größe und aufkeimender Verzweiflung. Und die Simionato antwortet mit reinem Wohlklang. Das Finale ist dann, wie schon in Norma, ein Zusammenklang der besonderen Art.


    Dann begegnen wir der Callas wieder bei dem letzten Zusammentreffen mit Enrico und Percy. Hier ist sie in ihrem Flehen ganz würdevolle Frau, die bittet, aber sich nicht erniedrigt, die anklagt, aber nicht keift. Das anschlie0ende Terzett leitet die Callas mit der wunderschön innig gesungenen Phrase „Ah, del tuo cor magnanimo“ ein. Bei „Quanto, quanto è funesto“ ergänzen sich Callas und Raimondi wunderbar, was man von Rossi - Lemeni nicht behaupten kann, der durchaus recht ungeschlacht daher kommt und bei „legge non men tremenda“ ganz gewaltig daneben haut.


    Nachdem die Simionato noch einmal ihre außergewöhnliche Klasse unter Beweis gestellt hat, kommt dann die große Abschiedszene der Anna.


    Mit den ersten Versen „Piangete voi“ und vor allem „tal pianto“ gibt die Callas sofort die Stimmung vor. Weltabgewandte Abschiedsmusik von Wahn durchzogen. Bei „aspetta“ kommt ein weiterer ihrer vielen Rubato - Effekte zum Tragen und „infiorato“ wird mit einer abfallenden Linie wunderschön verziert. „Del mio serto di rose“ ist in seiner Schlichtheit herzergreifend. Mit der Erinnerung an Percy ändert sich die Stimmung. Die Stimme bäumt sich auf und das „Ah!“ bei „Ah! mi perdona!“ ist wieder einer dieser Endlostöne, der mit seiner Intensität die Zeit stillstehen lässt. Aber gleich, bei der Wiederholung, bricht sie wieder zusammen und das erneute „perdona“ wird mit äußerster Zartheit, fast Schwäche gesungen. Diese Schwäche zeichnet auch „O gioia“ aus, das alles andere als Freude darstellt.


    Die eigentliche Arie „Al dolce guidami“ ist in ihrer Zartheit, mit ihren Trillern auf „al queto rio-“, „che i nostri mormora“ oder „sospiri“, der abfallenden Figur bei „ancor“ und dem direkten Übergang zu „Ah! cola, dimentico“, den folgenden gehauchten Trillern bei „de‘scorsi“ und „de‘ miei“ und einer aufsteigenden Figur bei „del nostro amor“ (mit einem leicht verrutschten Schlusston) und einer fast schlichten Kadenz ein Meisterwerk des ausdrucksvollen Belcanto.


    Die Cabaletta „Coppia iniqua“ zeigt dann eine ganz andere Callas. Hier ist die Stimme voll und beherrscht. Die Koloraturen kommen makellos und eine Kette von Trillern auf „scenda“ ist ebenso hörenswert wie die verschiedenen wunderbar attackierten C‘s. Auch hier wählt Gavazzeni erneut ein extrem langsames Tempo. Die ganze Aufführung war er bemüht, dieses Werk nicht zu einer Shownummer für Primadonnen verkommen zu lassen. Und das ist ihm auch gelungen, denn bei aller Virtuosität, und es eine Virtuosität geradezu im Kleinen, mit Geschmack, dominiert der Ausdruck, das Drama, das Schicksal dieser Königin.


    Diese Aufnahme ist natürlich ein Muss, zeigt sie doch eine Callas auf dem Höhepunkt ihrer Gestaltungskunst, die alle virtuose Kunst, die ihr zur Verfügung stand, dem eigentlichen Drama unterzuordnen bereit war und die gleichzeitig an diesem Abend bewundernswert bei Stimme ist. Hier steht eben die ganze Zeit Anna Bolena auf der Bühne und nicht Signora XY, die heute einmal vorgibt, Anna Bolena zu sein.

    :hello: Gustav

    Ich muss gestehen, ich bin dem Jazz in den letzten Jahren ein wenig untreu geworden. Trotzdem gibt es immer noch einen Haufen von Scheiben, die ich "an meinem Herzen treu geborgen" halte. Unter anderem:



    Ich kenne wenige Aufnahmen wo zwei Künstler so eins sind.



    Dizzy Gillespie und Charlie Parker, muss man mehr sagen?



    So völlig unterschiedlich, und doch so harmonierend.



    Clifford Brown und Sarah Vaughan: Two giants!!! :jubel:




    Die Erweiterung des Jazz zur großen sinfonischen Form. Und wieder two giants!!! :jubel:


    Nun brems ich mich erstmal, sonst geht das noch lange so weiter.


    :hello: Gustav

    Lieber Helmut!


    Zitat

    Ich bitte um Entschuldigung für diesen langen Beitrag.


    Gott bewahre, fang bitte damit nicht an. Ich habe deinen Beitrag mit großem Interesse gelesen und er konnte auch gar nicht lang genug sein.


    Ich habe natürlich wirklich eine eingeschränkte Sicht, was die Schüler angeht. Daher freut es mich besonders, wenn an Gymnasien wenigstens die Lehrpläne noch anders aussehen. In Hamburg bin mir da allerdings nicht so sicher und außerdem gibt es immer einen Unterschied zwischen Lehrplan und der eigentlichen Praxis. Aber immerhin. Lehrer, die diesen Lehrplan ernst nehmen, könnten viel erreichen.


    Zitat

    Es trifft zu, dass der Bildungsstand der Haupt- und Realschüler in Deutschland eine Katastrophe ist. Da hast du leider recht, Gustav! Aber die Bildungselite, aus der die künftigen Liebhaber des Kunstliedes hervorgehen könnten, kommt ja aus den Gymnasien.


    Aber ist das Durchschnittsniveau an unseren Gymnasien wirklich so besonders? Ist es immer noch von einer entsprechenden Bildung geprägt?


    Zur Politik: Inwieweit Politiker einer Masse folgen, die schon durch und durch manipuliert ist, ist allerdings eine Frage, die man genauer diskutieren müsste.


    :hello: von einem aber nicht mehr ganz so pessimistisch gestimmten Gustav

    Zum Glück konnte ich Weikl noch häufig in Hamburg erleben und auch später in Berlin. Es waren immer besondere Abende. Natürlich war nicht alles gut, aber bei ihm hatte ich immer das Gefühl, dass ich auch bei Cappuccilli hatte oder, ganz was anderes, bei Hitchcock. Selbst ein schlechter Hitchcock ist noch besser oder interessanter als die meisten anderen.


    Was ich an Weikl immer mochte, war seine so ganz freimütig geäußerte Meinung, die eben nicht Mainstream ist. Er ist vielfach ein Querdenker und solche Leute gefallen mir schon mal per se. Man muss ja nicht alles für richtig halten, aber angepasste Menschen haben wir in der Gesellschaft genug.


    :hello: Gustav

    Ich habe mir auch den Videoausschnitt angesehen (der natürlich auch nur einen kleinen Eindruck vermittelt) und bin ganz verstört, aber durchaus im positiven Sinne. Ich denke, dass der Parsifal sich durchaus anbietet, in einer Endzeit angesiedelt zu werden und dann kann es nicht ästhetisch sein.


    Es bleibt schwere und harte Kost, aber hier habe ich wirklich einmal das Gefühl (beruht wie gesagt nur auf diesem kleinen Ausschnitt), ob wir es leiden mögen oder nicht, dass ein zur Musik und der Aussage passendes Bild gefunden wurde. Das ist wahrlich nicht die einzig mögliche Deutung, aber es ist eine und die schmerzt. Ich denke, wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich mir diesen Parsifal antun (und das ist wirklich das richtige Wort), nicht gerne und mit einem gewissen Unbehagen. Aber ich bin überzeugt, es würde mich weiter bringen. Und dazu ist Oper auch da und mit Sicherheit so ein Werk wie der Parsifal.


    Bei vielen Inszenierungsbeschreibungen hab ich immer das Gefühl, Bieito vergeht sich am Werk, und ich muss auch diese Orgien von Gewalt und Sex nicht mehr sehen. Hier aber entdecke ich das nicht.


    :hello: Gustav

    Liebe Mme. Cortese!


    Ich glaube nicht, dass bei Bing immer nur der wirtschaftliche Aspekt eine Rolle spielte, wobei er sicherlich anders wirtschaften musste, als die teilweise subventionierten europäischen Opernhäuser. Eine Bindung der Callas an sein Haus, wenn er es denn versucht hat, hätte sich trotz kostpieliger Neuinszenierungen und guter Bestzungen ausgezahlt. Ich vermute weiterhin, dass da doch ganz viel Sympathie und Antipathie eine Rolle spielten.


    :hello: Gustav

    Liebe Mme. Cortese!


    Das ist sicherlich richtig, erklärt aber auch nicht alles. Natürlich war er am Geld interessiert (Wurden Gagen im Theater damals nicht immer bar in der Pause ausgezahlt?), aber auch an seiner Frau und ihrer Karriere. Wenn das seine durchgehende Linie gewesen wäre, hätte es solche Abende an anderen Theatern auch gegeben.


    Zudem hatte sie doch wohl auch einen gewissen Einfluss auf ihren "Manager" und ihr künstlerisches Gewissen war ja nicht so vollständig korrumpierbar.


    Ein hohe Gage war natürlich auch wichtig, weil sich an der Höhe, wohl vor allem auch in den USA, der Stellenwert eines Künstlers ablesen ließ.


    :hello: Gustav

    Lieber Helmut!


    Nein, meinen Pessimismus konnte du mir - leider - noch nicht nehmen. Ich glaube auch, dass die positiven Entwicklungen, auch gerade was Schule angeht, doch sehr begrenzte Kulturinseln sind. Und ich befürchte mit dem folgenden Satz hast du den Nagel leider auf den Kopf getroffen.


    Zitat

    Und es ist ja auch so: Selbst bei den großen Musikfestivals spielt es tatsächlich noch eine Rolle, wenn auch eine kleine und immer weiter abnehmende.


    Natürlich wird es immer Menschen geben, die sich nach dieser Form des Dialogs sehnen, genauso wie es immer Menschen geben wird, die Lyrik lesen. Sie müssen dann nur noch ein Angebot für die Erfüllung ihrer Sehnsucht haben.


    Und die Frage ist ja, nimmt die Zahl ab oder nicht und wenn sie abnimmt, geschieht das drastisch oder eher schleichend und aufhaltbar. Und da tendiere ich eher zu der drastischen Abnahme.


    Liedgesang hat einfach auch etwas mit Bildung zu tun. Man muss auch bereit sein, einen gewissen Kanon an Lyrik sich aneignen zu wollen bzw. sich mit Lyrik auseinander zu setzen. Und ich denke, da gibt es wirklich eine fatale Bildungsmisere. Auch wenn in früheren Jahrzehnten solche Form der Bildung schon ein Nischendasein geführt hat, so gab es doch eine Basis an Allgemeinbildung, auf der Menschen aufbauen konnten, wandten sie sich der klassischen Musik und dann dem Liedgesang zu. Heute sind ja nicht einmal mehr bestimmte Namen ein Begriff. Meine Schüler kennen aus dem gesamten Allgemeinbildungsbereich nur die Namen Mozart, Goethe, Obama und bin Laden und können nur den beiden letzten irgendetwas zuordnen. Und das ist Realschule!!!


    Ich sah vor kurzem einen Werbespot aus den 50iger Jahre. Es ging um einen Mittelklassewagen. Und der gesamte Spot bestand aus Wilhelm - Tell - Zitaten. Damit konnte man damals ein Normalpublikum ansprechen. Heute, gut 50 Jahre später, völlig undenkbar. Hier hat also ein eklatanter Verfall von Bildung stattgefunden. Die ja auch, und da verweise ich auf meine These, im kapitalistischen System überflüssig ist. Höchstens wird sie als Sahnehäubchen gehalten oder wenn sie der Standortverbesserung dienen kann.


    Aber kurz und gut (oder gar nicht gut): Klassische Musik (die ich in diesen Verfall übrigens mit einbeziehen würde) und Liedgesang funktionieren nur mit einem gewissen Grad an Bildung und um die sieht es verdammt schlecht in diesem unserem Lande aus.


    Das ist übrigens einmal ein Beitrag bei dem ich hoffe, dass ich vollkommen daneben liege.


    :hello: Gustav

    Lieber Frank!


    Völlig einverstanden mit allem, was du geschrieben hast. Nur zwei Anmerkungen dazu noch.


    Die Frage ist natürlich, warum Bing solch einen Abend zugelassen hat. Ab 1955 war ja die Tebaldi Ensemblemitglied und vielleicht tendierte sein Geschmack eher in diese Richtung, so dass er ihr keine Konkurrentin am eigenen Haus etablieren wollte. Ich weiß es nicht, aber solch eine wirklich mittelmäßige Umgebung an einem ersten Haus ist schon bemerkenswert und das in einer Zeit, in der es an guten und sehr guten Sängern ja nicht mangelte. Aber hätte er sie dort mit erstklassigen Produktion empfangen, sie womöglich an sein Haus hätte binden können, hätte es wieder die Scala - Rivalität gegeben. Das wollte er wohl nicht. Inwieweit die Tebaldi ihre Finger mit im Spiel hatte, kann ich wirklich nicht sagen.


    Übrigens war die vorangehende Norma mit del Monaco, Barbieri und Siepi (allerdings auch mit Cleva) schon anders besetzt. Bei dem Gastspiel in Philadelphia hatte sie dann allerdings wieder das Vergnügen mit Baum.


    Die Tosca bot London und Mitropoulos auf und auch schon Campora, der aber in dem Fach sicherlich eher zu Hause war.


    Aber in allen Fällen waren es keine Neuinszenierung, was ja auch schon ein Zeichen ist.


    Ich bin mir nicht sicher, ob die Callas oder ihr Management nun bei der Lucia Einwände hätten machen wollen. Dass es irgendwann eine Aufnahme werden würde, war ja nicht bekannt, es handelte sich halt um die übliche Radioübertragung und vielleicht hatte sie am Ende ihres NY - Aufenhaltes einfach auch schon die Lust verloren.


    Es ist jedenfalls beschämend, welch eine künstlerische Schludrigkeit an der Met auch herrschte.


    :hello: Gustav


    Myto bei JPC 9908811


    Giuseppe Campora, Enzo Sordello - Fausto Cleva
    New York, 08.12.1956


    1945 nach ihrer Rückkehr aus Athen sang die Callas nachweislich zweimal an der Met vor. Zunächst Arien aus Tosca und Norma (Paul Breisach: „Exeptional voice - ought to be heard very soon on stage“) und drei Wochen später erneut mit Tosca und Norma und diesmal noch der zweiten Arie aus dem „Trovatore“ (Frank St. Leger: „Good material - needs work on her voice.“). 1951, wie bereits erwähnt, begannen dann die Verhandlungen, die sich aber bis 1956 hinzogen.


    Das Debut der Callas in ihrer Heimatstadt mit Norma stand unter keinem guten Stern. Die Presse inszenierte vor allem die kapriziöse Diva, ihre Konkurrenz zur Tebaldi, die Auseinandersetzungen mit der Mutter und ihrem verhätschelten Zwergpudel. Dies mögen Gründe dafür gewesen sein, dass weder Norma noch Tosca musikalische Sensationserfolge wurden. Am 08.12.1956 folgte als dritte Rolle dann die Lucia, die einzige Aufführung, die im Radio übertragen wurde! Übrigens gab es keine einzige Neuinszenierung für die Callas, etwas, was später bei dem Bruch mit der Met noch eine Rolle spielen sollte.


    Nach einer recht hölzernen Ouvertüre tritt zunächst Sordello auf. Er singt völlig unflexibel, ohne einen Hauch Geschmeidigkeit oder gar Italianità. Man höre nur den Schluss seiner Szene „Fora men no dolor!“ In der Cabaletta findet er zwei verschiedene Farben für „lo col sangue“, dieses aber nicht mit Absicht, sondern aus der Not geboren, da er zunächst die Höhe mit der Bruststimme anpeilt und sich bei der Wiederholung dann eines anderen besinnt.


    Die kurze Szene mit Alisa zeigt die Callas angespannt und geradezu hektisch. Die Stimme wirkt unruhig und unausgeglichen und man hat den Eindruck, sie möchte möglichst schnell durch die Phrasen hindurch, um zur Arie zu kommen. Aber auch bei „Regnava nel silenzio“ findet sie keine Ruhe und entsteht keine Poesie. So fehlt z.B. der Stimme bei „Alta la notte e bruna“ die Fülle, bei „Quando un sommesso gemito“ die lyrische Atmosphäre und dem Aufschwung bei „margine“ die Geschmeidigkeit. „È l‘onda pria si limpida“ gelingt an sich sehr schön, auch die Klangfarbe kann überzeugen, aber das folgende „sangue“ leidet unter einer verunglückten musikalischen Figur. Die anschließenden Triller kommen auch nicht überzeugend und die Stimme weist immer wieder einen recht unattraktiven Klang auf.


    Dies ist wirklich meilenweit von jeder anderen Interpretation der Callas entfernt. Ein Grund ist sicherlich auch die Begleitung durch Cleva, der so gar nichts von Karajan, Serafin oder selbst Molinari - Pradelli hat.


    Die Cabaletta beginnt die Callas recht flüssig und stet, trotz der einfallslosen Begleitung. Die Triller kommen in unterschiedlicher Qualität, am besten ist der auf „core“. Auch die Verzierungen des zweiten Verses gelingen ansprechend und zum ersten Mal in dieser Aufführung kann sie eine wenig Poesie entwickeln. Leider verrutscht das sehr kurze Es am Ende ziemlich.


    Auftritt Campora und man sehnt sich spätestens bei „L‘alba novella“ nach seinen Vorgängern zurück. Warum er aus „Scozia“ ein „Scozio“ macht, mag sein Geheimnis bleiben und wäre,
    auch wenn es nicht die einzige Stelle verwaschener Diktion ist, noch tolerabel, wenn nicht technische und interpretatorische Probleme dazu kämen. So übertreibt er das Vibrato bei „Intendo“, baut bei „Trema“ einen Verismoeffekt ein, der einen wirklich erzittern lässt und singt die folgenden Phrasen („Sulla tomba“) unelegant und mit falscher Betonung an den falschen Stellen. Und auch hier wird aus „guerra“ wieder „guerro“. Da die zweite Silbe nicht in die Höhe geht, liegt noch nicht einmal eine technisch bedingte Vokalverfärbung vor, sondern schlichtweg Schlamperei.


    Dass die Callas dabei nicht zu gewohnter Form finden kann, ist verständlich, auch wenn sie sich immer wieder redlich bemüht. Die Stimme wirkt nun auch wesentlich ruhiger als noch zu Beginn der Aufführung. Aber erneut kann sie keine Stimmung erzeugen, sondern wirkt insgesamt uninspiriert.


    Camporas „Sempre, oh cara, serberò“ , seine Umwandlung des Notentextes und seinen mehr als eigenwilligen Ausdruck müsste man direkt gehört haben. Die wohl durchaus deshalb
    irritierte Callas versucht mit „Verranno a te“ zu retten, was zu retten ist. Sie ist mit ihrem Vers künstlerisch meilenweit von Campora entfernt, aber leider auch meilenweit von ihren sonstigen Interpretationen.


    Das folgende Duett wurde Anlass zu einem der zahllosen „Skandale“ der Callas. Weil Sordello den Schlusston, ihrer Meinung nach, mit Absicht länger hielt, als sie es an diesem Abend konnte, bescheinigte sie ihm in der Pause: „You‘ll never sing with me again.“ und zu Bing sagte sie ultimativ: „It‘s him or me.“ Der wollte es zunächst nicht wahrhaben, woraufhin die Callas die dritte Aufführung am 11.12. absagte und erst die beiden letzten der Serie mit Frank Valentino (die letzte dann auch mit Richard Tucker) sang. Sicherlich bekam Sordello auch einen großen Teil des Frustes über die gesamte Aufführung und ihre Partner zu spüren. Geschadet hat sie damit natürlich vor allem sich selbst, vermehrte es doch ihren Ruf als „Tigerin“ und schwierige „Diva“.


    An diesem Abend ist das Duett wirklich alles andere als gelungen und es setzt sich der Eindruck aus dem Duett Lucia - Edgardo fort. Die Callas, sowieso nicht in guter Verfassung, versucht das Drama zu gestalten, während Sordello mit den Tücken der Partitur und seinem falschen Ausdruck kämpft. „Spenta è l‘ira“ und „Spegni tu l‘insano“ zeigen z.B. eine flache Stimme und erhebliche Schwierigkeiten mit den Verzierungen, die kaum richtig ausgesungen werden.


    Die Einleitung zum Duett zeigt einen weiteren Schwachpunkt dieser Aufführung, ein Orchester, das einen wirklich miserablen Tag hat. Das ist drittklassig und setzt sich leider im Duett weiter fort, in dem immer wieder ein irritierendes „Rum - Ta - Ta“ zu hören ist. Zum Schluss ist dann ihr Versuch eines Es zu hören, sie muss den Ton aber sofort wieder verlassen, während er seinen Schlusston ausgiebig genießt.


    Das Sextett entspricht in seiner hölzernen Art völlig der bis dahin erlebten Aufführung. Callas
    präsentiert Lucia und Campora und Sordello vor allem sich selber. Nach der Erfahrung im Duett versucht die Callas hier dann auch kein Es mehr am Schluss.


    In der Wahnsinnsarie klingt die Stimme der Callas, wie auch in der gesamten Aufführung, anders als in ihren sonstigen „Lucias“. Hier ist sie weder mädchenhaft noch melancholisch, sondern ihr Ton ist die ganze Zeit mit einem Hauch von Säure durchzogen. Und auch hier schafft sie es nicht, sich in die entsprechende Stimmung zu bringen. So bleibt die gesamte Szene recht vordergründig. Auch wenn ihr die Koloraturen von „Il dolce suono“ gut gelingen, ist sie durchgehend zu schnell. Cleva unterstützt sie in keinster Weise mit einem breiten Tempo, aber die Callas war an guten Tagen durchaus in der Lage, eine ruhige Position innerhalb eines schnelleren Tempos einzunehmen. Dies funktioniert an diesem Abend nicht und man gewinnt den Eindruck, sie möchte die ganze Angelegenheit möglichst schnell hinter sich bringen.


    „Ardon gli incensi“ ist sicherlich der beste Teil der gesamten Arie, hier kommt sie noch am ehesten zu einer gewissen Ruhe und Ausgeglichenheit, auch wenn Verse wie „Alfin son tua“ nichts von der bodenlosen Verzweiflung früherer Aufführungen haben.


    Die Koloraturen zusammen mit der Flöte gelingen zunächst sehr gut, bis sie sich dann in der letzten Phrase im Atem verschätzt und sie vorher beenden muss. Der anschließende Triller wird gar nicht erst versucht und sie beendet diesen Teil wie auch den Schluss der Cabaletta nicht mit einem Es.


    Campora bleibt mit Rezitativ und Arie im letzten Akt seiner eingeschlagenen Linie treu. Er vergisst dabei, dass er keinen Puccini, sondern einen Donizetti singt. Selbst wenn er einmal ein Descrescendo versucht („Del tuo consorte a lato“) ruiniert er das im Piano gesungene „Ah“ durch ein gewolltes Tremolo, das wohl einen Schluchzer darstellen soll. Und so geht er durch die gesamte Arie. Sein ausgiebiges Lachen will ich hier lieber gar nicht erst erwähnen.


    Neben dem aus anderen Gründen verunglückten „Barbiere“ aus der Scala ist dies die erste richtig misslungene Aufführung der Callas (von den dokumentierten). Das mag verschiedene Gründe haben. Sie war sicherlich nicht bei bester Stimme, zudem ausgesprochen nervös zu Beginn. Am schlimmsten waren dann wohl aber die so gar nicht inspirierten Partner, einschließlich des Dirigenten, die ihr einfach nicht die Möglichkeit eröffneten, zu ihrer eigenen Interpretation, zu einem notwendigen Eindringen in die Rolle zu gelangen. Dies ist ein wirkliches Beispiel (und wohl der einzige Grund, warum ein „normaler“ Callas - Hörer diese Aufnahme kaufen sollte) dafür, wie abhängig die Callas, spätestens ab der zweiten Hälfte ihrer Karriere, von dem entsprechenden Umfeld war. Und das Umfeld an diesem Abend war wirklich dazu angetan, jegliche sensible Herangehensweise im Ansatz schon zu ersticken.


    Es ist nach Anhören dieser Aufnahme kaum zu glauben, dass man sich an der Met befindet und das der Callas solch ein Umfeld an einem der führenden Opernhäuser der Welt zugemutet wurde.


    :hello: Gustav

    Zitat

    Original von Engelbert
    Zum Geburtstag von Magda Olivero:


    Wenn ich sie kontaktieren will, muss ich nicht die Mottenkiste aufmachen.


    Tut mir leid, ich verstehe solche Sätze nicht. Mir geht es um Qualität, und wenn diese älteren Datums ist, verweigere ich sie deshalb nicht.


    Ich höre auch Mozart, obwohl er in seiner "Mottenkiste" sicherlich schon verottet ist und auch noch andere Komponisten nach ihm kamen.


    :hello: Gustav

    Auch von mir zu später Stunde die allerherzlichsten Glückwünsche für Magda Olivero verbunden mit einem großen Dank für all die schönen Stunden, die sie mir geschenkt hat.


    Ich wünsche ich natürlich vor allem Gesundheit und dass sie noch lange ihr Leben geniessen kann.


    Besonders geliebt habe ich sie wegen ihres sehr speziellen Timbres und vor allem wegen dieser beiden Aufnahmen:




    Zusammen mit "Rissurezione" von Franco Alfano ein wirkliches Muss für den Verismo - Fan.


    :hello: Gustav

    Gest. 24.03.1603 Elisabeth I., Königin von England (1558-1603), in Richmond, geboren 7. September 1533.



    The Virgin Queen - Goldenes Zeitalter - Shakespeare - Tochter der Anne Boleyn - Tochter Heinrichs VIII. - Armada - Francis Drake - Maria Stuart


    Was fällt einem nicht alles zu ihr ein. Und vor allem für das Forum wichtig: Star unzähliger Opern, Theaterstücke und Filmen.


    :hello: Gustav

    Da es wohl für längere Zeit sein soll, scheiden die schmalbrüstigen Bändchen schon mal aus. Ich würde natürlich auch lieber zu Ausgaben greifen, in denen möglichst viel von einem Autor versammelt ist.


    - Die Bibel, als Prostestant natürlich in der Luther - Übersetzung


    - Homer: Illias, Odyssee, wenn's geht zusammen mit den Hymnen,
    Voß - Übersetzung


    - Shakespeare: sämtliche Werke in einem Band


    - Goethe: mindestens alle Dramen in eimen Band


    - Proust: na, was wohl - sind halt mehrere Bände, ist ja aber ein
    Roman


    - Mann: Zauberberg, wenn man's auf der Insel mal auf der Lunge
    hat


    - Mann: Die Joseph - Tretralogie, "Tief ist der Brunnen der
    Vergangenheit" und über die kann man auf der Insel ja nun wirklich
    hervorragend nachdenken


    - Fontane: Der Stechlin, ich liebe diesen alten Mann einfach


    - Dostojewski oder Melville, das entscheide ich spontan


    - Karl May: Ardistan und Dschinnistan, nicht nur Arno Schmidt hielt
    dies mit Recht für Hochliteratur


    Und den Rest schnorre ich bei meinen Mitinsulanern.


    :hello: Gustav

    Lieber Wotan!


    Vorsicht!


    Aus meiner Erfahrung mit Schülern und auch mit Schülern im Hamburger Lohengrin weiß ich, dass sie nichts so hassen, wie das Anbiedern von Erwachsenen an ihre Kultur bzw. an ihre Lebensumstände. Und Recht haben sie. Schüler spüren sofort, dass sie damit geködert werden sollen und schalten auf Durchzug.


    :hello: Gustav

    Zitat

    Wenn wieder solche "Prinzipale" nachwachsen, die trotz anderer Grundeinstellung. Ermneuerung zulassen und sogar fördern, ist mir um die Zukunft von Bayreuth und der Oper nicht bange.


    Genau das zeichnte ihn wirklich aus. Er hat natürlich in späten Jahren auch Namen aus dem Hut gezaubert (Schlingensief, Lars van Trier) um der Pressemeute "das Maul zu stopfen", da war er eben halt ganz Schlitzohr, dem man so leicht nichts vormachen konnte. Aber zu Friedrich, Chereau, Kupfer hat ihn niemand gedrängt und welch ein Risiko ging er v.a. mit Chereau ein. Aber da zeigt sich der wahre Prinzipal und wahre Größe, dass man im Sinne der Institution und nicht der eigenen Reputation handelt.


    Eine Freundin von mir, die vor zwei Jahren noch in der Schneiderei aushalf, erzählte, das Wolfgang Wagner jeden Morgen vorbeikam und bei einer Tasse Kaffee erst einmal ein Schwätzchen mit den Damen hielt. Everding kannte noch Jahre nach seinem Fortgang aus Hamburg die Platzanweiserinnen mit Namen und begrüßte sie selbstverständlich. Ebensolches weiß man von Liebermann. Und wer heute in Hamburg nach dreißig Jahren aus der Oper ausscheidet, kann davon ausgehen, dass niemand von der Intendanz auch nur die geringste Notiz davon nimmt. Aber das ist der Unterschied zwischen großen Persönlichkeiten und Menschen und mediokren Gestalten. Und Wolfagng Wagner gehörte mit Sicherheit zur ersten Kategorie.


    Sicherlich kann man vieles an ihm kritisieren, bei wem gibt es das nicht. Und es gibt natürlich auch genug Menschen, die sowieso alles besser gemacht hätten. Und sicherlich konnte man auch manches besser machen. Aber wir alle stecken nicht in dieser Tretmühle Bayreuth drin und im Nachhinein ist man eh immer schlauer.


    Aber das ist wohl eher etwas für die nächsten Wochen zum Diskutieren.


    Hier geht es eher darum, dass wir eine Jahrhundertgestalt verloren haben, die so nicht mehr zu ersetzen sein wird.


    Lieber Thomas, vielen Dank für den link. Das ist wirklich eine Liebeserklärung von Schlingensief. Meine Hochachtung vor ihm wächst immer mehr.


    :hello: Gustav

    Zitat

    Vielleicht gibt es in Tamino- Kreisen ja einige Schätze zu heben. (?)


    Lieber Titan!


    Da kann ich dir leider nicht helfen. Aber welch ein liebevolles, einfühlsames und informatives Gedenken an Otto Ackermann. Wenn das so weitergeht, freue ich mich auf jeden neuen Buchstaben.


    :hello: Gustav

    Liebe Mme. Cortese!


    Zitat

    "She never knew what was going on around her... she was too involved in what she herself was doing." (Zefirelli)


    Auch wenn Zeffirelli das sicherlich gesagt hat, bin ich mir nicht sicher, ob er Recht hat. Vielleicht aus einer Regiesicht heraus. Aber ansonsten hat sie sehr wohl immer wieder auf die Arbeit von Kollegen oder Musikern sehr geachtet. Resigno erzählte einst, dass sie einem Orchestermusiker, der Schwierigkeiten mit einer Phrase hatte, diese ihm immer wieder vorsang, bis er sie konnte. Danach entspann sich eine Diskussion über die Unterschiede von Hornphrasen bei Bellini und Donizetti.


    Sicherlich erwartete sie von allen Beteiligten, dass sie mit gleicher Hingabe an die Werke und die Arbeit zu den Proben erschienen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass eine so exzessiv arbeitende Frau, der es immer wieder um den Dienst an dem Komponisten ging, nur ihre eigene "Performance" im Blick hatte. Ihr war natürlich klar, dass eine vollendete Aufführung ein Gesamtprodukt war.


    Aber natürlich braucht man als Regisseur noch einen anderen Blick und vielleicht meinte Zeffirelli den.


    :hello: Gustav

    Liebe Gioconda, lieber Frank!


    Ich bitte euch sehr herzlich, streitet euch nicht über diesen Punkt. Ich denke, es ist nicht so wichtig, ob diese Inszenierung nun ein Erfolg war oder nicht, letzlich führte sie zu keinen weiteren Engagements und das ist entscheidend.


    Gleiches gilt ja für die Lehrtätigkeit an der Juilliard School. Die Ausschnitte, die ich davon kenne, finde ich schon sehr beeindruckend, zeigen sie doch wenigstens eine Künstlerin, die keine Callas - Klone erziehen wollte, sondern der es um die Sache, also um die richtige musikalische und interpretatorische Darbietung einer Arie ging.


    Ob sie letzlich eine gute Lehrerin war, kann ich nicht beurteilen. War sie es nicht, schmälert das ja in keinster Weise ihre Bedeutung. Aber vielleicht hat sie in beiden Fällen einfach auch nur erkannt, dass das nicht ihre Berufung war.


    Fakt ist wohl, und da sind wir uns doch alle einig, dass sie ihr Leben als nicht mehr ausübende Künstlerin als sehr leer empfunden hat, spätestens nach dem Tode Onassis, nachdem es nun überhaupt keine Hoffnung auf eine Wiedervereinigung mehr geben konnte.


    Aber lasst uns doch bitte wieder ins Jahr 1956 zurückkehren, als sie immer noch mit großartigen musikalischen Leistungen aufwarten konnte.


    :hello: Gustav