Beiträge von Uwe Aisenpreis

    Hallo musica,


    vielen Dank für dein nettes Kompliment. Ich habe mal irgendwo (ich glaube bei dem oben zitierten Buch von Volker Klotz) gelesen, dass derzeit etwa nur 35 Operetten standardmäßig im Repertoire der Bühnen vertreten sind. Gerade sein Buch ist eigentlich an die Theatermacher gewandt, mit dem Ziel, sich doch wieder mehr auch anderen Werken zuzuwenden. Angeblich soll das schon erste Früchte getragen haben.


    Suppé wurde ursprünglich als Kirchenmusiker ausgebildet. Von ihm gibt es ein sehr beachtliches Requiem und eine Missa Dalmatica. An anderer Stelle im Forum wurde darüber schon einiges geschrieben, was ich bis jetzt aber auch noch nicht ganz gelesen habe. Muss ich gelegentlich nachholen.


    :hello: Uwe

    Fatinitza - Teil II


    Seit der Bad Ischl’er Aufführung gibt es endlich eine CD, die in diesem Thread ja auch schon vorgestellt wurde. Es handelt sich dabei um keinen Mitschnitt – die Aufführung wurde im Studio nochmals nachproduziert.



    Die CD ist bei Experten nicht unumstritten – einige urteilen lakonisch, „solange es nichts Besseres gibt muss man sich damit begnügen“ – andere bemäkeln die „tranigen Tempi...des sonst sauber intonierende Franz Lehár-Orchesters.“ Einer Kritik zumindest möchte ich mich anschließen, das ist die offensichtliche Fehlbesetzung der Lydia durch Zora Antonic, die den schwierigeren Teil der Partie allein aufgrund der Sprachschwierigkeiten nicht meistert, am deutlichsten zu vernehmen ausgerechnet bei den Glanzstücken der Partitur, den beiden Arien. Mit der restlichen Besetzung bin ich mehr oder weniger zufrieden, insbesondere der Tenor Christian Bauer gefällt mir ausgezeichnet und auch das Orchester gefällt mir sehr gut.


    Weitere Aufnahmen von „Fatinitza“ fand ich erst kürzlich beim HafG, und zwar als Bonus auf einer Boccaccio-CD, von der ich hier leider nicht weiß, wie ich sie abbilden kann. Es handelt sich dabei um einen Rundfunkaufnahme aus der DDR aus dem Jahre 1958. Allerdings, wie bei Boni üblich, fehlt ein erheblicher Teil der Operette und der dritte Akt fehlt sogar gänzlich. Auffallend ist, dass die gesungenen Texte wesentlich verständlicher sind wie bei der Bad Ischl-CD und das, obwohl die Tempi im krassen Gegensatz zu den dort kritisierten geradezu preußisch forsch sind, was mir auch nicht so gefällt.


    Ein weiteres Schmankerl ist mir vor wenigen Wochen ins „Netz“ gegangen. Bei Amazon fand ich diese CD



    Auf dieser Doppel-CD singt Ingeborg Hallstein neben vielen bekannten und unbekannten Liedern aus Liedrepertoire, Oper, Operette und Film eben auch die beiden Arien – „Schlittenfahrt-„ und „Glockenarie“ aus „Fatinitza“. Eine wahre Offenbarung im Vergleich zur vorgenannten Fehlbesetzung.


    Einen charakteristischen Eindruck von der Musik der „Fatinitza“, vor allem bei der Behandlung von dramatischen Szenen, kann man sich hier machen.


    http://www.youtube.com/watch?v=GKaOROLetbw


    :hello: Uwe

    Fatinitza


    Heute möchte ich an dieser Stelle einmal eine Operette vorstellen, die mir schon lange am Herzen liegt, die in diesem Thread zwar schon vorgestellt aber noch nicht näher beschrieben wurde: Fatinitza. Aufgrund der Länge des Berichtes werde ich ihn zweiteilen: 1 x Werksbeschreibung, 1 x Beschreibung von CD’s.


    Jahrzehntelang war diese Operette so gut wie verschollen. In einschlägigen Operettenführern konnte man zwar immer wieder ehrfurchtsvoll von einem „Meisterwerk“ lesen - zu hören oder gar zu sehen war so gut wie nichts. Ich erinnere mich an zwei Rundfunkaufnahmen mit Erika Köth (Schlittenfahrtarie und Glockenarie) und an das Reporter-Lied mit Willy Hoffmann Ende der 60er Jahre. Auf deutschen Bühnen war dieses Werk überhaupt nicht mehr zu finden, erst 1995 gab es eine Aufführung in Bremen, ohne besonderen Nachhall und es musste ein weiteres Jahrzehnt vergehen, bis diese Operette anlässlich des Lehár Festivals in Bad Ischl im Jahre 2006 sozusagen wiederentdeckt und hoffentlich auch wiedererweckt wurde.


    Eigentlich sollte die Operette nach einen Buch der nachmals führenden Wiener Operettenlibrettisten F. Zell und Richard Genée von Johann Strauß vertont werden, der gerade mit der Komposition von „Cagliostro in Wien“ (von den selben beiden Librettisten) beschäftigt war. Der Direktor des Carltheaters wollte Strauß, der seine bisher drei Operetten am Theater an der Wien herausgebracht hatte, mit „Fatinitza“ an sein Theater holen. Aber Strauß lehnte ab, u. a., weil das Buch auf ein französisches Sujet zurückging und er somit ähnliche Urheberrechtsproblem befürchtete, mit welchen er sich gerade wegen der „Fledermaus“ herumschlagen musste. Und so erhielt Franz von Suppé, der gerade eine Schaffenskrise hinter sich gebracht hatte, die Chance seines Lebens. Und er nutzte sie und feierte mit „Fatinitza“, wie wir heute sagen würden, ein glänzendes Comeback. „Fatinitza“ wurde zur damaligen Zeit zum Welterfolg und machte Suppé, der bis dato beim Carltheater als Kapellmeister und Komponist fest angestellt war, erstmals finanziell unabhängig. Bis zum ersten Weltkrieg noch gehörte das Werk zu den erfolgreichsten Operetten. Mit etwa zwölfhundert Aufführungen allein auf deutschsprachigen Bühnen lag es an Aufführungszahlen zwischen der "Schönen Helena" und dem "Mikado".


    Die Musik zu „Fatinitza“ wurde als der Oper sehr nahestehend eingestuft, was teilweise kritisiert, teilweise positiv bewertet wurde und was auch Johann Strauß sehr beachtenswert fand. Ich persönlich halte nur das Duett „Mein Herz, es zagt“ für ziemlich opernhaft. Die beiden schönen Arien, „Schlittenfahrtarie“ und „Glockenarien“ sind Weiterentwicklungen der aus der italienischen Buffooper stammenden Romanzen und könnten ebenso dort wie auch in Operetten heimisch sein. Ebenso schön, mit einer außerordentlich ungewöhnlichen Melodik, ist das Sextett „Silberglöckchen klinget helle“. Daneben gibt es aber doch viel Auflockerungen durch Walzermelodien und Couplets und ganz und gar operettenhaft (im besten Sinne) dürfte das Marschlied sein, das im Schlussgesang nochmals wiederholt wird und dessen Originaltext „Vorwärts mit frischem Mut“ der Berliner Volksmund nach der dortigen Erstaufführung umgedichtet hat in „Du bist verrückt mein Kind...“. Bedingt durch den Zusammenhang mit diesem Text wurde der „Fatiniza-Marsch“ zum weltweit bekannten musikalischen Zitat für Verrücktheiten.


    Zitat

    Volker Klotz: Operette – Handbuch einer unerhörten Kunst
    In der Tat kann Fatinitza" sich nach wie vor mit den markantesten Operetten jener Zeit messen, von Offenbach bis Hervé, von Lecoq bis Strauß und von Millöcker bis Sullivan.


    Ein Grund für das Verschwinden der Operette aus dem Repertoire dürfte die Besonderheit der Operette sein, nämlich eine zwingende Hosenrolle, bei der eine Frau einen Mann darstellt, der wiederum eine Frau spielt. Hosenrollen kamen völlig aus der Mode und die gleiche Konstellation, die in späteren Jahren Hofmannsthal/Straus in ihrem „Rosenkavalier“ zu dauerhaftem Erfolg führte, ließ man für die Operette nicht mehr gelten.


    Fortsetzung folgt


    :) Uwe

    Hallo Wolfgang,


    nachdem ein Diskussionsforum ja durchaus auch konträre Meinungen aushalten muss, traue ich mich nun, meine Einschätzung der "großen Sünderin" zum Besten zu geben. Also, mit dem Duett kann ich Dir ja noch zustimmen - danaben gibt es noch ein anderes tolles Lied: "Das Leben des Schrenk". Gerade dieses Lied dürfte verantwortlich dafür sein, das das Werk oft in die Nähe der Oper gerückt wird - in Wikepedia wird es als Oper aufgelistet, andere sprechen von einer opernnahen Operette. In einer Radiomoderation habe ich erst neulich gehört, Künneke selbst habe es als Operette bezeichnet.


    Obwohl ich kein großer Opernkenner bin, kann ich das Werk beim besten Willen nicht als Oper einstufen, auch nicht als komische, denn besonders komisch ist es ja nicht. Ich sehe das Werk, und zwar in direkter Fortsetzung der "Lockenden Flamme" eher als Versuch Künnekes, den ausgetreteten Pfaden der Operette duch Verwendung ungewöhnlicher Harmonik und Rythmik neue Impulse zu geben - dabei aber weniger gelungen, als vorgenannte Operette. Das bereits erwähnte Duett empfinde ich dabei noch als eines der gelungenen Beispiele. Bei vielen anderen Musiktiteln ist für mich nicht genau zu erkennen, ob es sich um bewusste Abkehr gängiger Melodik oder einfach nur um mangelnde Inspiration handelt.


    Auch die Thematik der Operette rund um die "Sünde" wirkt meines Empfindens nach heutzutage geradezu peinlich. Einerseits war es wohl im prüden Nazideutschland von 1935 ganz schön mutig, ein Plädoyer für die "Sünde" zu halten, anderseits zeigt die "verklemmte" Behandlung der "Sünde", bei welcher nächtliche Techtelmechtel im Schlossgarten als "Herzen und Scherzen" getextet wurden, wie wenig man sich da getraut hat.


    :thumbdown:
    Uwe

    Hallo Harald,


    vielen Dank für die Hinweise. Ich habe mich schon eine Weile gefragt, wieviele User im Operettenformum eigentlich noch sind. Die beiden von dir vorgestellten Operetten kenne ich noch nicht in ihrer Gesamtheit, nur hier und da ein Lied davon. In den letzten Wochen habe ich mich mit "Die große Sünderin" und "Die lockende Flamme" beschäftigt. Beide waren auf dieser CD, und zwar erstere Gesamt, die zweite als Bonus nur in Teilen, diese konnte ich aber durch Radiomittschnitte ganz gut ergänzen. Vielleicht davon später einmal mehr.



    Sehr hilfreich auch der Hinweis auf RapidShare, ich hatte bisher noch nie davon gehört. Ich habe die Seite mal aufgerufen, bei mir funktioniert allerdings noch nichts, d. h. konkret nicht der Link auf Anwendungsbeispiele ohne registiert zu sein. Und was ich im Wikepedia darüber gelesen habe, klingt einigermaßen abschreckend.


    Uwe
    :hello:

    Hallo Wolfgang,


    es lag nicht in meiner Absicht, Künstler abzuwerten. Wie du selbst schreibst, war Margit Schramm eine der führenden Operettensängerinnen - das meinte ich aber z. B. mit "fachspezifischer Bedeutung". Ohne Zweifel war Margit Schramm sogar eine der wenigen "nur" Operettensängerinnen, die sich einen solchen Namen gemacht haben. Wenn Anton de Ridder zur Weltklasse gehört, dann habe ich das nicht mitbekommen - das liegt wohl daran, dass ich mich einige Jahrzehnte von der klassischen Musik relativ fern gehalten habe. Es freut mich dann umso mehr, als ich de Ridders Anfänge am Badischen Staatstheater Karlsruhe selbst miterlebt habe, damals gehörte er allerdings noch zum Operettenensemble, war aber durchaus ein regionaler Star.


    Also nichts für ungut.


    :) Uwe

    Hallo Rideamus,


    ich bin erst jetzt dazugekommen, diesen Thread einmal durchzulesen. Du hast im Beitrag vom 09.03.2009 versprochen, mehr über "Die Ehe im Kreise" mitzuteilen. Wenn die Operette im Rundfunk übertragen wurde, gibt es ja vielleicht die Möglichkeit, diese über den Mittschnitt.Radio@WDR.de zu erwerben, worauf ich an anderer Stelle (zu anderem Thema) schon hingewiesen habe. Da aber ein solcher Mittschnitt zwischen 50,00 und 60,00 € kostet, wäre es wichtig zu wissen, ob es sich lohnt.


    :)
    Uwe

    Hallo zusammen.


    Ich habe mir nichts böses bei der Wortwahl gedacht. Unter "2. Garnitur" verstehe ich Sängerinnen und Sänger, die halt nicht die ganz große Weltkarriere gemacht haben, sondern eher eine regionale bzw. fachspezifische Bedeutung erlangt haben. Und diejenigen, die ich in dem speziellen Fall meinte, sind ja auf dem CD Cover ganz deutlich zu erkennen:


    Margit Schramm
    Anton de Ridder
    Willi Brokmeier
    Isy Orén


    Vielleicht war ja meine Anordnung von Text und Bild nicht ganz eindeutig. Der Satz "Diese CD habe ich nur bei jpc gefunden" gehört noch zur ersten abgebildeten CD, dann kommt der Absatz mit "Als weiteres gibt es einen Querschnitt..." - dieser bezieht sich auf die danach abgebildete CD und darunter wieder die Anmerkung, dass eben diese CD nur bei Amazon zu finden war.


    Ich hoffe, alles ausreichend aufgeklärt zu haben.


    :)
    Uwe

    Anmerkungen zu den Beiträgen Dostal, Die ungarische Hochzeit und DOSTAL, Nico: Sein Lebenslauf - seine Operetten


    Ich halte „Die ungarische Hochzeit“, zumindest musikalisch betrachtet, für eine der wenigen guten Operetten, die in der Zeit während und nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind und dies, obwohl sie häufig wegen ihres epigonalen Charakters kritisiert wird. Sicher, die Operette ist eine bewusste Nachahmung der gängigen „Ungarn-Operetten“ vor allem des Emerich Kálmán, denn sie sollte ja zumindest eines seiner populären Werke, die während der Nazidiktatur verboten waren, ersetzen. Aber ich finde, Dostal ist es gelungen, den ausgetretenen (und von Kálmán bereits wieder verlassenen) Pfaden ungarisch gefärbter Operettenmusik doch noch einige neue Seiten abzugewinnen. Lieder wie „Heimat, deine Lieder“, „Du bist meines Herzens Seligkeit“, „Märchentraum der Liebe“, „ Spiel mir das Lied von Glück und Treu“, „Kleine Etelka“, „Ungarmädel lieben“ können mit ihrer gefälligen aber ebenso originellen Melodik durchaus mit den entsprechenden „Schlagern“ Kálmáns mithalten. Darüber hinaus beweist aber Dostal, dass er auch die hohe Kunst von Ensembles und großer Finali, die meines Erachtens in der sogenannten „Silbernen Ära“ der Operette verlorengegangen war, beherrscht und somit gelingt es ihm, trotz einiger auch moderner Anklänge, eher wieder an die klassische Form der Operette anzuknüpfen. Man mag es epigonal nennen, mir gefällt’s.


    An Einspielungen sind derzeit nur zwei CDs erhältlich. Zunächst eine Gesamtaufnahme aus dem Jahre 1959 mit entsprechender Tonqualität, die sängerisch zwar gut ist, deren Dialoge mit einem schrecklichen "bühnendeutsch“ in ungarischem Akzent aber heutzutage fast unerträglich sind.



    Diese CD habe ich nur bei jpc gefunden.


    Als weiteres gibt es einen Querschnitt, der zwar mit Sängern der zweiten Garnitur vorlieb nimmt, dafür ist aber die Tonqualität eine wesentlich bessere. Allerdings muss man alle Unzulänglichkeiten in Kauf nehmen, die so ein Querschnitt eben mit sich bringt, eben nur Ausschnitte sowohl von Liedern als auch vor allem von Ensembles und Finali.



    Diese CD war wiederum nur bei Amazon erhältlich.


    Zum Vorwurf der Stereotypen von kapiroska im Anschluss an musicas Beitrag möchte ich einwenden, dass Operetten, vor allem wenn sie gut sind, im Unterschied zu Spielopern doch eher einen kabarettistischen Einschlag haben. Und kabarettistische Zuspitzung verlangt geradezu nach Stereotypen.


    :)
    Uwe

    Zitat

    Original von Harald Kral


    Mein alter Operettenführen (Stan Czech, 1950) gibt zwar auch die Autoren der Originalfassung H. Wittmann und J. Bauer, Wien, 1890, an, weist aber darauf hin, dass die Operette nur in der Joe-Rixner-Fassung von 1939 überlebensfähig sei.


    Ja, mein alter Reclam Opern- und Operettenführer verwendet meist auch die Bearbeitungen. Das war in den 50er und 60er Jahren einfach auch der Trend. Volker Klotz, der ja derzeit als der "Operettenpapst" gilt, ist da aber meist anderer Auffassung. Es gibt heutzutage wieder eine Tendenz "zurück zu den Wurzeln" und ich finde das gut so.


    :)
    Uwe

    Liebe musica,


    nur zur Information: meine Inhaltsbeschreibung stammt von Volker Klotz "Operette", der auch ausdrücklich auf die Originalversion Bezug nimmt und die dort beschriebene Handlung ist identisch mit der CD des Kölner Rundfunkorchesters.


    Natürlich nehmen die kommerziellen Operettenführer oft die zuletzt bearbeitete Version, es sollte dann aber ein Hinweis auf die Bearbeiter mit dabei stehen.


    :hello:
    Uwe

    Zum Beitrag von musica im Operettenführer MILLÖCKER, Carl, Der arme Jonathan hierzu noch einige Informationen.


    Ich habe mir dieses Jahr diese CD angeschafft:



    Es handelt sich dabei um eine Aufnahme aus dem Jahre 1980 mit dem Kölner Rundfunkorchester unter Leopold Hager. Als mir bekannte Sänger(innen) sind dabei: Benno Kusche, sowie Ferry Gruber und Angelika Milster, die beiden letzteren jedoch nur in unbedeutenden Nebenrollen. Neben einer einzigen technischen Unzulänglichkeit, nämlich einem unangenehmen Hintergrundrauschen, halte ich die CD für gut. Sie hat für mich vor allem einen Vorteil, es scheint sich nämlich hierbei um die Millöcker'sche Originalversion aus dem Jahre 1890 zu handeln - auch wenn die leider nur in englisch gehaltene Beschreibung im Booklet aussagt, dass Hager wohl nicht alle überraschend modernen Instrumentationen, mit denen Millöcker den "Sound von Amerika" illustrieren wollte, wiedergibt.


    musicas Inhaltsbeschreibung scheint, zumindest was den dritten Akt betrifft, bereits aus einer bearbeiteten Fassung zu stammen. Im Original zettelt Harriet einen Aufstand an, um dem ohnehin angeödeten Johann das Millionärsleben noch mehr zu verleiden. Er will nun von selber die Todesmelodie anstimmen, wird aber von Molly daran gehindert. Daraufhin gibt er freiwillig die Millionen an Vanderbildt wieder zurück, der ihm dafür eine Dauerstelle einräumt.


    Mir gefällt die Operette recht gut. Es gibt zwar daraus kaum oder wenig ausgesprochene Höhepunkte wie beispielsweise im Bettelstudenten, dafür sind aber fast alle Musiknummern von einer durchweg guten bis sehr guten Qualität. Für mich gäbe es keinen Grund, die Operette bearbeiten zu müssen.


    Die einschneidenste Änderung stammt von Josef Rixner aus dem Jahre 1939, der vor allem auch die Instrumentation "modernisierte", was aber heutzutage auch nicht mehr modern klingt. Eine weitere Textbearbeitung gab es 1959 von Walter Felsenstein, bei der Willy Mathes glaubte, die Partitur Millöckers glätten zu müssen. Ich für meinen Teil bevorzuge bei Oper(ette)n immer die Originalparitur.


    Bei jpc fand ich noch diese CD, bei der ich aber aufgrund mangelnder Hörbeispiele nicht beurteilen kann, um welche Version es sich hierbei handelt.



    Ebenso bei jpc gibt es eine CD von Gasparone, bei der als Bonus Auszüge vom "Armen Jonathan" mit drauf sind.



    Anhand von Hörbeispielen konnte ich ermitteln, dass es sich dabei um die Rixner-Version von 1939 handelt, die doch sehr nach Berliner Operette klingt. Und da eine von der HAfG angebotene CD mit einer Aufnahme des NDR von 1962 dieselben Interpreten hat, sollte es sich hierbei ebenfalls um die Rixner-Version handeln. (Wie bekommt man ein Bild von der HAfG in den Beitrag?)


    Ich würde es jedenfalls gut finden, wenn "Der arme Jonathan", möglichst in seiner Originalgestalt, wieder den Weg auf die Bühne zurückfinden würde.


    :thumbsup:


    Uwe

    Zum Beitrag "Suppé, Franz, Das Pensionat" von musica im Operettenführer (vielen Dank musica!) hierzu noch einige Anmerkungen. Es handelt sich nach Übereinstimmung vieler Experten hier um die erste Wiener Operette überhaupt. Am 24. November diesen Jahres jährt sich also zum 150. Mal die Geburt der Wiener Operette. Ich habe auf diese Tatsache im Thread "Operette im Radio" kürzlich erst hingewiesen.


    Zur Entstehungsgeschichte: Nachdem das Carl-Theater bereits seit zwei Jahren mit nicht autorisierten Werken Offenbachs, in deutsch übersetzt und anhand Klavierauszügen neu instrumentiert, einige Erfolge hatte, versuchte es Direktor Pokorny vom Theater an der Wien zunächst mit anderen französischen Komponisten, nachdem seine Verhandlungsversuche mit Offenbach erfolglos blieben. Aber die Versuche schlugen fehl, unter anderem, weil das vorhandene Ensemble nicht auf den französischen Esprit eingestellt war. Die Wiener Presse forderte eine Wiener Lösung und der erste, der sie erfüllte, war Franz von Suppé. Die Operette galt seinerzeit als sehr frivol, was man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann. Die für die damalige Zeit anstößigen Elemente waren die Tatsache, dass die Mädchen eines Pensionats, kaum unbeaufsichtigt, eine amouröse spanische Ballade singen sowie Walzer und auch Cancan tanzen, letzterer ein Tanz, der dazumal geradezu als unanständig galt. Neben vielen hübschen melodischen Einfällen enthält diese Operette auch eine umwerfende Opernparodie in Form eines Septetts, das Seinesgleichen sucht und mit dem Suppé beweist, dass er bei aller Parodie durchaus in der Lage ist, mit den berühmten Opernkollegen seiner Zeit mitzuhalten.


    Neben der weiter oben von Harald vorgestellten CD der HAfG gibt es meines Wissen nur noch einen Rundfunkmittschnitt aus dem Jahre 1990 (nur diesen kenne ich), der, worauf ich auch schon hingewiesen habe, über Mitschnitt.Radio@WDR.de unter Angabe des Sendejahres bestellt werden kann. Wermutstropfen: eine solche CD kostet 50,00 €, also nur etwas für absolute Freaks.


    :love:
    Uwe


    P.S. hier der Link auf den Operettenfüher: SUPPÉ, Franz, Das Pensionat

    Hallo Harald,


    ich hatte selber schon darangedacht, meinen Einwand zum "Boccaccio" hier vorzubringen, aber ich war mir nicht sicher, ob man eine Antwort in ein anderes Thread verlagern kann und wenn ja, ob der Adressat sie dann überhaupt liest.


    Aber das Thema hat sich durch eine Antwort Engelberts im Thread "Frischer Wind..." vorläufig erledigt.


    Viele Grüße


    :)


    Uwe

    Zitat

    Über die Eingabe im Kámmán-Report habe ich mich auch prompt geärgert. Aber das ist die Sache von Moderatoren und Administratoren, das Forum sauber zu halten


    Hallo Engelbert,


    genau hier liegt aber das Problem in deinem Konzept. Ich habe beispielsweise in deinem Thread über Franz von Suppé im Werksverzeichnis einen Fehler entdeckt: "Pique Dame" wurde nicht 1884 sondern 1864 uraufgeführt. Ich möchte diese Korrektur aber jetzt nicht innerhalb des Threads mitteilen - wo aber bitteschön dann? Das gleiche gilt für nachstehendes Zitat aus dem "Boccaccio".




    Zitat

    Die Melodien, die Suppé komponiert hat, gipfeln in den spritzigen Chor- und Ensemble-Szenen, Bonbons sind eher in der Minderzahl ...


    Hier möchte ich dir gerne widersprechen, weil ich anderer Meinung bin. Was ist denn mit "Hab ich nur deine Liebe", dem Boccaccio-Marsch, dem Duett "Ein armer Blinder", dem Faßbinder-Lied, dem "Undici dodici tredici" usw. Aber wenn ich dir im Thread widerspreche, entsteht daraus vielleicht eine Diskussion, was ja in einem Forum durchaus sinnvoll aber so sicherlich nicht von dir in deinem Konzept erwünscht ist.


    Viele Grüße


    ?(


    Uwe

    Hallo Engelbert,


    ich habe nicht vor, dir ins Handwerk zu pfuschen. Meine Frage war lediglich, was passiert, wenn jemand auf eine Werksbeschreibung von dir einen Kommentar abgeben will, wie bereits geschehen bei Kalman, - geht dann nicht der schöne "rote Faden" verloren?


    Wenn ich sage, dass ich mich z. Zt. mit zwei Raritäten besfasse, dann heißt das (noch) nicht, dass ich darüber was schreiben will - evtl. ja, wenn ich dazu einen passenden Thread finde - einen eigenen zu eröffnen, traue ich mir im Moment noch nicht zu.


    Viele Grüße


    :S


    Uwe

    Hallo Engelbert,


    nachdem ich nun die ersten Beiträge deines neuen Konezptes gelesen habe kann ich sagen, ich finde es gut, vor allem auch über wenig bekannte Operetten informiert zu werden. Ich selbst befasse mich zur Zeit mit solchen Raritäten wie "Die lockende Flamme" oder "Die lustigen Nibelungen" usw.


    Nur eine Frage treibt mich um: was ist, wenn jemand auf einen deiner Werksbeiträge antwortet? Geht dann dein Konzept noch auf, dass sich die Operettenbeiträge Blatt um Blatt anschließen? Oder sollte man auf die Beiträge besser nicht antworten? Aber ist es dann noch ein Forum?


    Also, wie ist es gemeint?


    :?: Uwe

    Am 24. November jährt sich die Entstehdung der Wiener Operette zum150. Mal (Franz von Suppé: "Das Pensionat", 24.11.1860).


    Ich habe bereits im Januar eine informelle Mail an den WDR und den BR geschickt und vom WDR sogar eine freundliche Bestätigung erhalten. Leider hat es der WDR, der sich in der Vergangenheit schon große Verdienste um Franz von Suppé erworben hatte (Gesamtaufnahmen von "Das Pensionat", "Zehn Mädchen und kein Mann", "Pique Dame", "Franz Schubert", "Die schöne Galathée", "Lohengelb oder Die Jungfrau von Dragant", "Der Teufel auf Erden") vorgezogen, in seiner (gelegentlich) monatlich präsentierten Gesamtoperette im November den "Vogelhändler" zu senden.


    Weiß jemand, ob ein anderer Rundfunksender von dem oben genannten Jubiläum Notitz nimmt?


    :( Uwe

    Meine Liebslingsduette sind (allerdings nicht in dieser Reihenfolge):


    Die ungarische Hochzeit:
    Du bist meines Lebens Seligkeit (Anny Schlemm, Franz Fehringer)


    Der liebe Augustin:
    Und der Himmel hängt voller Geigen (Ursula Kerb, Franz Fehringer)
    Es war einmal ein Musikus (Ursula Kerb, Franz Fehringer)


    Der Graf von Luxemburg:
    Bist du's lachendes Glück (im Moment fehlt mir die Aufnahme, daher keine Interpreten)


    Der Bettelstudent:
    Durch diesen Kuss sei unser Bund geweiht (Renate Holm, Gerhard Unger)


    Der arme Jonathan:
    Mir ist es als ob es noch gestern wär (Hildegard Herscheke, Werner Hollweg)


    Die Großherzogin von Geroldstein:
    Dites Lui Qu'on L'a Remarqué ( Duett Großherzogin/Fritz - ich kenne den Titel leider nur in franzöisch, und auch von den Interpreten ist mir nur Felicity Lott bekannt)


    Die schöne Galathée:
    Venus zu dir flehe ich hier (Andrea Bogner, Hans-Jürg Rickenbacher)
    Ach mich ziehts zu dir (Andrea Bogner, Juliane Heyn)


    Boccaccio:
    Ein armer Blinder flehet um Erbarmen (Anneliese Rothenberger, Hermann Prey)
    Florenz hat schöne Frauen (Anneliese Rothenberger, Hermann Prey)


    :) Uwe

    Ich habe die Sendung bereits nach einer halben Stunde abgeschaltet und sogar die Aufzeichnung abgebrochen, denn ich will mir das auch später nicht mehr ansehen. In meinen Augen war das Regietheater, ich fand diesen Arbeiter mit der roten Fahne genauso nervig wie Schneewitchen und Einfälle wie das Inkognito des Vizekönigs im Kostüm eines Müllwerkers mit Pappkrone auf dem Kopf, damit das dumme Publikum ja mitkriegt, dass es sich um den Vizekönig handelt, fand ich einfach blöd.


    Zitat

    Original von Schnewittchen:
    Musikalisch war nicht viel los (daran war Offenbach schuld)


    Dass Offenbach daran Schuld war, dass musikalisch nicht viel los war, glaube ich nicht, obwohl ich ja nur eine halbe Stunde zugeschaut/-gehört habe, denn ich halte La Perichole für eine von Offenbachs großen Operetten. Es lag wohl eher daran, dass der Dirigent sich zu sehr den Vorstellungen des Regisseurs unterordnete, was ja im Vorspann auch zur Sprache kam. Meines Erachtens wurde die Musik lieblos heruntergespielt und -gesungen.


    Für mich wieder einmal ein Beispiel, wie man Operette, vor allem dann, wenn man mehr hineininterpretieren will, kaputt machen kann. Im Übrigen schien mir der Applaus des Publikums, zumindest in dieser ersten halben Stunde, doch sehr verhalten gewesen zu sein.


    X(Uwe

    Lieber Harald,


    vielen Dank für den Tip. Ich werde mir die Sendung auf alle Fällle ansehen bzw. aufzeichnen. Zu einem CD- Kauf, den ich in meinem Beitrag vom Januar angekündigt hatte, ist es bei mir allerdings nicht mehr gekommen, da ich inzwischen eine Radio-Sendung des Schweizer Rundfunks (DRS 2) mitgeschnitten habe. Diese war allerdings bereits im Februar und ich hatte leider vergessen, hier im Forum darauf hinzuweisen.


    Die Radiosendung war übrigens ein Live-Mittschnitt einer Theateraufführug aus Lausanne in französischer Sprache und ich fand sie sehr gut. Inzwischen halte ich La Perichole für eine der besten Offenbach-Operetten, gleich nach Orpheus und Helena.


    LG


    Uwe
    :hello:

    Zitat

    Original von Operettenfan:
    Der Erzaehler kommt leider viel zu haeufig in die Mitte der Ereignisse. Ich wuenschte, Erzaehler koennten aus Gesamtaufnahmen verbannt werden


    Ich habe den Beitrag erst heute gelesen, daher so spät die Antwort. Ich habe diese Aufnahme auch gehört und sogar aufgezeichnet. Ich kann der Kritik nur beipflichten. Es hat mich goße Mühke gekostet, den Erzähler mit Hilfe eines Split-Programms herauszuschneiden. Ich habe ebenfalls das Regenlied, das ich selbst immer gerne bei strömendem Regen singe, vermisst und daher in meiner Bibliothek auch die Aufnahme von René Kollo hinzugefügt.


    L.G.
    Uwe

    Ich habe mir die Operette im Fernsehen angesehen. Die Produktion gehört meines Erachtens zu jenen, die zum Niedergang des Interesses an Operettenproduktionen beigetragen haben. Dilletantische Regie, das "echte" Zirkusmiieu kam nicht rüber. Regelrecht bedauert habe ich Peter Frankenfeld, dem man diese unwichtige Nebenrolle eines "bierernsten" Conférenciers zugemutet hat. Am meisten gestört aber hat mich die musikalische Bearbeitung eines Herren namens Joe Dixie. Man war wohl der Meinung, der Instrumentation einen zeitgemäßeren Anstrich geben zu müssen, aber diese Art war bereits in den 70er Jahren schon nicht mehr zeitgemäß und seltsamerweise klingt die Originalinstrumentation von 1927 heute zeitloser als diese "modernisierte" Version.




    :no:
    LG


    Uwe

    Zitat

    Ich mag auch allgemeine die alten Rundfunkaufnahmen oftmals viel lieber als neuere Studio-aufnahmen, die vielleicht in Aufnahme-qualitaet besser scheinen, aber oft liebelos gemacht sind und nicht die Stimmung haben, die die alten Radioaufnahmen besitzen, von den Saengern (Sprechern) her und auch der liebevollen Produktion mit guter Tonfuehrung---Studiogeraeuschen etc... Ich bin sicher, dass sich auch dort die Geister scheiden, was ja auch ok ist.


    Richtig ist, dass sich die Geister scheiden. Ich persönlich kann den alten Aufnahmen wenig abgewinnen, zumeist liegt es daran, dass der Orchesterklang wie ein einziger Brei klingt und man daher die Feinheiten einer Partitur überhaupt nicht mehr heraushören kann. Ich vermisse dieses Argument bei den Befürwortern der historischen Aufnahmen.


    :no:

    am Samstag, den 13. Februar um 19.30 Uhr kommt im Ö 1 "Der Obersteiger"


    am Sonntag, den 14. Februar um 19.03 Uhr kommt im BR 4 "Der Vetter aus Dingsda"


    am Sonntag, den 21. Februar um 21.00 Uhr kommt im DRS 2 "La Perichole".


    Alle drei Sender sind auch per Internet gut zu empfangen.


    Viele Grüße


    Uwe



    :yes:

    Mehr Oper als Operette heute in dieser Sendung:


    - Hoffmanns Erzählungen
    - Freischütz
    - Wildschütz
    - Intermezzo


    Nichts gegen Opern, aber Opernsendungen gibts wie Sand am Meer, Operettensendungen dagegegen viel zu selten.


    Dazu noch viel zu viel Bla Bla und die Titel häufig nicht ganz ausgespielt.


    Eine entäuschende Sendung.


    :(Uwe

    Zitat

    Dennoch sehe ich die Operette nicht als tote, sondern als museale Kunstform an.


    Mit dem Begriff museale Kunstform kann ich mich anfreunden. Das deckt sich auch in etwa mit einem Artikel, den ich auf der Seite des Gärtnerplatztheater gefunden habe (allerdings schon von 1990).


    http://www.kultur-fibel.de/The…E4rtnerplatz,Muenchen.htm


    Zitat

    Operette ist für Regietheater weitgehin ungeeignet - ein weiterer Minuspunkt auf der Checkliste


    Ich möchte ja nicht dazu beitragen, dass die Regietheaterdiskussion aus dem anderen Thread hier rüber schwappt - dennoch gibt es so was leider auch bei Operetten.


    Die Staatsoperette Dresden bringt derzeit eine modernisierte Fassung des Boccaccio auf die Bühne. Da werden die Novellen Boccaccios in Klatschgeschichten heutiger Regenbogenpresse umgeformt, die Handlung in ein Hotel verlegt, und die drei männlichen Hauptpersonen tragen ihre Serenade als Karaoke-Schlager mit Mikrophon vor. Die Regie wurde einer Anfängerin , der jungen Choreographin Silvana Schröder übertragen und ist bewusst auf Tänzerisches angelegt.


    Und hier ein Ausschnitt aus einer Pressemitteilung zur einer Pforzheimer Zigeunerbaron Inszenierung:


    Zitat

    Widder lässt das Geschehen in der Strauß-Zeit spielen, wozu ihm Ausstatterin Sibylle Schmalbrock die Männer als Nestroy’sche Schwadroneure und sittenstrenge Gehrockträger und die Damen als ein Abbild der in ihren späten Jahren im schwarzen Trauerflor ausschreitenden Kaiserin Elisabeth gekleidet hat. Die bis in die Zeit der Türkenkriege zurückreichende buntscheckige Handlung wird der feinen Wiener Gesellschaft auf Theaterbuden vorgeführt, wie sie bei den Ausflügen in den Wurstelprater zu bestaunen waren. Der Kunstgriff erlaubt Widder, die Handlung mit den patriotisch lodernden Werbegesängen und der bedingungslosen Hingabe an die Habsburger mit Ironie zu umgarnen, das Zigeunerische als wohlfeile Jahrmarktsattraktion auszustellen und das Spiel mit historischen Versatzstücken im Sinne der beliebten Wiener Maskeraden als k.u.k. Scharade zu begreifen. (...)


    Hier findet doch meines Erachtens eine Umdichtung des Werkes statt, die den (häufig auch kritisierten) Pathos des Zigeunerbaron als so nicht beabsichtigt umdeuten will.


    :O Uwe