Beiträge von tom

    Daß dieser Werkzyklus keine "Einschlafmusik" darstellt, wird auch in diesem sehr guten Threat deutlich. Gleichwohl besteht natürlich die Gefahr, daß gerade bei den sehr bekannten Goldbergvariationen viele gleichförmige Aufnahmen angetroffen werden können, was dann Zweifel daran aufkommen läßt, ob die eine oder andere Einspielung Berechtigung für sich beanspruchen kann oder eben nicht. Insoweit verdienen, denke ich, insbesondere die qualitätsvollen Besonderheiten Erwähnung, wie sie sich z.B. in Sergio Vartolos Cembaloeinspielung aus dem Jahr 1989 wiederspiegeln. Wir treffen auf eine Vielzahl von Eigenheiten in metrischer und rhytmischer Hinsicht. Im Quodlibet betätigt sich Vartolo als Sänger, wenn er den Gassenhauer, dem dieser Satz zgrundekiegt, zu Gehör bringt.


    Zu erwähnen ist auch die große russische Pianistin Maria Yudina, die für ihre Interpretation (1968 ) einen kompromißlos akzentuierten, ich weiß nicht wie ich es besser ausdrücken kann, Ansatz gewählt hat.


    Apropos Glenn Gould: Am besten gefällt mir die Liveaufnahme (1958?). Um es vorwegzunehmen: ich oute ich mich als "Glenn Gould-Fan".

    Ich empfehle Konrad Junghänel, Cantus Cöln, erschienen 1995 bei DHM. Es handelt sich um eine sehr stimmige Interpretation mit solistischer Besetzung der Chöre und sparsamen Instrumentengebrauch.